galînê
F.
aus griech. γαλήνη.
‘Windstille’
ê mir diu galînê [...] tæte hie sô wê, / ich swüere
tûsent eide, daz ich [...] mit guoten winden ûz der nôt
entrunne Kudr
1132,1
MWB 2 60,44; Bearbeiterin: Herbers
galiôt
stM. , galiôte
swM.
aus frz. galiot, ital. galeotto (Suolahti 1,91).
‘Seeräuber’
die galiôte man vlühtic sach / vor im vil dicke ûf dem mer: / er
hêt entschumpfiert ir wer Wig
10491;
dem vuoren werlîche bî / piraticî
lembî [Piratenschiffe] , / daz was ein galjotten her, / die
roubten lant unde mer RvEAlex
9599.
9224.
9594;
der was [...] ein galiôte ûf dem mer; /
sîn bejac an roube lac RvEBarl
10210;
ez were ein galiot, / der von dicker ubervart / die straze were wol gelart
PassIII
470,4;
Craun
870.
– im JTit als Name eines räuberischen Seevolks (zur Bildung s.
Borchling, JTit 57f.):
die verfluͦchten gaylotten uf dem se sint varnde JTit
2719,1.
an den selben ziten riten uf den hof die gaylotten
2826,4
u.ö.
MWB 2 60,48; Bearbeiterin: Herbers
galîte
swF.
Ansatz unsicher; hierher wohl auch die Var. gelîte stNF.
‘Schlag (auf die Mundpartie)’
ez [der Zwerg] trat im an die sîten / und gap im ein
galîten [La. ein sulch gelyte
] , / daz ez vil
lûte erhal / und im daz mûl geswal Anteloye
380
MWB 2 60,63; Bearbeiterin: Herbers
galizien-, galitzenstein
stM.
zu Galiciâ (z.B.
Wh
275,25),
Galitzen
(
[: witzen] Helmbr
70;
)
‘Galizien’ (vgl. DWB 4,1,1,1180)?
‘Vitriol’
nym eyn half vyrdeyl wynez vnde ses lot galicien steynez
OvBaierl
136,10;
galitien stein SalArz
37,23;
item pley, cyn, smer, vnslicht, chupher [...] daz gehort
alz in den vron hof. item calizenstain, cuppherwasser auch in den vron hof
StRPrag
62;
galiczen steyn Albrant
3,2
MWB 2 61,4; Bearbeiterin: Herbers
1galle
swF.
auch st., z.B.
SalArz
3,50.
34,57.
36,34;
Hiob
12502;
Mügeln
146,2.
‘Galle’, das Organ und die Flüssigkeit, die aufgrund ihres Geschmacks
als Inbegriff des Bitteren gilt, in der Vier-Säfte-Lehre mit dem cholerischen (gelbe
Galle) und dem melancholischen Temperament (schwarze Galle) verbunden wird (zur
Humoralpathologie der Galle vgl. LexMA 5,211f.)
1 allg. 2 mit Bezug auf den bitteren Geschmack 3 bibl. Essig (nach der Vulgata) und Galle als Getränk Jesu in der Passion ( Mt
27,34 ) 4 übertr. mit Bezug auf die Geschmacksqualität ( 4.1 ) oder das mit der
Galle verbundene Temperament ( 4.2 ); die jeweils andere Deutung kann
mitgemeint sein 4.1
‘(Bitteres:) Widerwärtiges, Abstoßendes; Betrübliches’
4.2
‘Zorn, Hass, Falschheit’
4.2.1 in Genitiv-Umschreibungen 4.2.2
gallen hân, tragen (jmdm. / gegen jmdm.), ein
galle jmds. sîn
‘(jmdm.) feindselig gesonnen sein’
4.2.3
âne / sunder gallen , gallen frî
‘ohne Falsch’
4.2.4
‘feindselige, böse, falsche Person’
1
allg.:
in der lebere hanget ein galle chlebere. / si ist unsuoze
[...] swer si ûz gerahsinet
[aushustet] swenne si ime uber gêt, / der ist genern
[...] von der gallen [
nemen
wir
] den zorn des manc man wirt florn Gen
156;
di colera
[Gallensaft]
[...] get tzu
der galle vnde wont da, daz daz blut vnde al der lip reine blibe uon der bitterkeit
di an ir ist SalArz
3,50;
OvBaierl
32,17;
swenne daz harn ist dunne unde rôt, daz bediutet daz der mensch
ist colericus: der hât des pluotes ze vil unde der fiuhte ze luzil von dem wazer,
der muoz durch nôt gâhmuotes sîn, wan im diu galle schiere enbrinnet sô starche, daz
ir diu fiuhte niht widerstên mach Barth
128,11;
diu gall ist haiz und trucken und feureinr nâtûr. daz ist als
vil gesprochen, daz diu gall die kraft hât, daz si hitzt und trückent reht sam ain
feur, und dar umb hât si got der lebern zuo gesellt, daz si ir helf kochen daz
ezzen, daz ir gesant wirt von dem magen BdN
28,22;
der gallen aigenkait ist unstætichait, tobung, behendichait,
scherpfen der sinn, newvindichait, gedürstichait, hôhvart, gir, unkäusch,
gedæhtnüss, snell antwürt ebd.
28,27.
– Tiere ohne Galle:
Aristotiles spricht, daz ain iegleich tier, daz niht
gallen hab, lang leb, als der helfant, der hirz, daz kamel, der delphin oder daz
merswein BdN
29,18;
vor allem von der Taube (häufig als Exempel, vgl. unten unter
4.2):
[das Taubenmännchen] ist ganzer triuwen vol, / wan ez
hât niht gallen EnikWchr
2673;
daz ist gar ain sänftig vogel. diu taub reizt niht noch
grimmt mit irm snabel und ist ân gallen, sam Beda spricht BdN
179,28.
–
nu prüevt wie Lucifern gelanc / unt sînen nôtgestallen. /
si wârn doch âne gallen: / jâ hêr, wâ nâmen si den nît, / dâ von ir endelôser
strît / zer helle enpfâhet sûren lôn? Parz
463,6
2
mit Bezug auf den bitteren Geschmack:
dar umb reibent die köch die lebern mit des stürn gallen, daz
si die überigen süezen verlies BdN
257,6;
in Küche und Medizin deswegen meist mit Honig kombiniert:
sô nim eines hannen gallen unde temper si mit honecseime
Barth
145,23.
155,17;
nim eines lammes galle mit honige gemengit
SalArz
34,57.
36,34;
Ipocr
93;
BenRez
53;
in Vergleichen:
dô wir zem wazzere quâmen / undiz in dem munt genâmen, / dô
was iz bitter als ein galle SAlex
4942;
der dranck was bitter als der doit, / hi was noch garczer dan
ein galle MinneR497
943
3
bibl. Essig (nach der Vulgata) und Galle als Getränk Jesu in der Passion ( Mt
27,34):
galle unt ezzich was sin tranch VEzzo
251;
man zesamene goz / ezzich und gallen AvaLJ
151,3;
der munt der tranch ezzich und gallen
PrOberalt
73,6;
in dem swam er verbark / suͦren eßich und gallen ark.
/ er bot ez im zu dem munde HvNstGZ
2946.
2677.
– als Höllenstrafe:
man scenchet uns den win, des wir gerne ubere mohten sin,
/ ezzich unde gallen AvaJG
28,9
4
übertr. mit Bezug auf die Geschmacksqualität (4.1) oder das mit der
Galle verbundene Temperament (4.2); die jeweils andere Deutung kann
mitgemeint sein
4.1
‘(Bitteres:) Widerwärtiges, Abstoßendes; Betrübliches’
dich [Minne] solde wol
verdriezen / din süez honic ze giezen / und mischen zuo der gallen, / daz dû den
frouwen laest gevallen, / daz in billich wære / widerzæm und unmære
Ottok
18177;
Iw
1580;
ich sihe die bittern gallen mitten in dem honige sweben: / diu welt ist
ûzen schœne [...] / und innan swarzer varwe
Walth
124,36;
dîn [der Welt] sûze
verborgenlîche in ir / [
treit
] arger gallen
bitterkeit Kreuzf
7625.
–
den ist alle dise welt ein bitter galle
Tauler
26,30;
ich [die wahre Kunst] bin
verdorben als ein mist, / sam bitter als ein galle [bei Hofe
und Mäzenen]
KvWKlage
16,2;
[sündhafte Priester] sint ein schande unt ein
galle / gäistlîcher samnunge Erinn
228;
sumerzît, / diu all der werlt freude gît! / diu ist
ein gall worden mir EnikWchr
5135;
disen tac, / den ich wol iemer heizen mac / die
gallen in dem jâre Iw
7547.
–
daz sie nicht envallen / in der sunden gallen
HeslApk
12268;
daz er hint ist gevallen / in der unkusche gallen
Vät
16660;
in der hell gallen SHort
2446;
fuͤr dez ungelukches gallen
Teichn
443,75;
da in der ruwe tal / der mensche trank des todes gall
Mügeln
146,2;
daz er icht valle / noch stige in dis todes galle
Hiob
12502;
Minneb
2614;
steigernd:
alles tôdes übergenôz / und aller triure ein galle
Tr
2017.
–
do Noê erhôrt der werlde nôt, / daz si solt ligen tôt
/ gemeiniclîch alle, / daz dûht in gar ein galle EnikWchr
1718;
ez wirt dir noch ein galle [das wirst du
noch bereuen]
ebd.
8208
4.2
‘Zorn, Hass, Falschheit’
4.2.1
in Genitiv-Umschreibungen:
dô sante er ûz eine tûben âne der untriuwen gallen
Gen
708;
in iwerm herzen sol dehain galle des nides wesen
Spec
35,35;
ein gall der erge Mügeln
48,15;
den hoen got erwegte zornes galle ebd.
65,12
4.2.2
gallen hân, tragen (jmdm. / gegen jmdm.), ein
galle jmds. sîn
‘(jmdm.) feindselig gesonnen sein’
mich griulet, sô mich lachent an die lechelære, / den diu zunge
honeget und daz herze gallen hât Walth
30,13;
ich hân gên dir niht gallen EnikWchr
20793;
si was geminne in allen; / sin truoc niemanne gallen
/ ûzen noch innerhalp der wât Tr
12952;
er ist [...] sîner friunde ein
galle SM:Go
2: 4,11
4.2.3
âne / sunder gallen, gallen frî
‘ohne Falsch’
wîp sint âne gallen KvWLd
8,15;
du bist ane gallen / glich der turtiltuben, / sancta
Maria MarldM
61;
swer der wâren minne phlît, / der hât die güete âne gallen
LvRegSyon
2021;
mit triuwen âne gallen / si sich underkusten
Wig
9605;
vil gar sunder gallen / umbe greif er unde kust in
Vät
12156;
frou Güete gallen frî KvWKlage
10,1.
–
wan an den vrouwen allen / enist nimêre gallen, /
[...] noch enhabent dekeiner trüge niht /
noch aller valsche keinen, / wan daz si kunnen weinen / âne meine und
âne muot, / als ofte sô si dunket guot Tr
13896;
sist kiuscher dann ein kint von siben jâren, / ir
herze in solker süezze stât, / daz ez noch niender gallun hât
SM:Wi
9: 3,8;
grôz herze und kleine gallen, / dar ob was sîn
[Gahmurets] brust ein dach
Parz
317,26
4.2.4
‘feindselige, böse, falsche Person’
nu swîc, du übele galle; du heizest liegen mich? / daz ich hînte
rechen alsô über dich, / daz dir dîn zorn erhillet sô lûte nimmer mêre
Kudr
1278,1;
[Cundrie:] die besten über elliu lant / sæzen hie
mit werdekeit, / wan daz ein galle [Parzival] ir
prîs versneit. / tavelrunder ist entnihtet: / der valsch hât dran gepflihtet
Parz
314,28;
und wil in ergetzen / [...]
maniger untriwen [...] und verrætnusse, / diu ze
maniger stunde / ûz valschem herz und munde / ist gegangen und gevallen /
der selben bêheimischen gallen [König Wenzel II.]
/ gen dem bruoder sînes wîbes Ottok
71925;
so ist auch nicht poser gallen / denn der ungehorsam
lebt / und der ordnung wider strebt Teichn
405,16
MWB 2 61,13; Bearbeiter: Plate
2galle
swF.
aus lat. galla.
‘Geschwulst’ (bes. bei Pferden am Hinterbein)
über bain noch kain galle lag / an dem pfertt runzitt
GTroj
21078;
er bet so vil mit knie vallen / daz an den knien waren gallen /
gewachssen sam den olbenten Märt
5888
MWB 2 63,28; Bearbeiterin: Herbers
gallenbitter
Adj.
‘bitter wie Galle’
dez ungetruͤwen zunge / hat manig wandelunge: / zucker suͦsz ist das
wort, / gallen bitter ist jr ort LS40
118
MWB 2 63,33; Bearbeiterin: Herbers
gallenbitterîn
stF.
für die Gallenflüssigkeit:
bilis : gallenbiterin VocOpt
1.119
MWB 2 63,36; Bearbeiterin: Herbers
gallensûf
stM.
‘Gallentrank’, übertr. ‘Trank der
Sünde’
[
die kuschen kindere
] achten minner dan ein kaf /
uf die vertumeten [verfluchte] unvlat, / die da besulet
[befleckt] kusche wat / und gibet dem menschen gallensuf
PassIII
578,83
MWB 2 63,38; Bearbeiterin: Herbers
gallentrunc
stM.
‘bitterer Trank’
alsam daz hermelîn den unc [Schlange] /
versêren mac in sîner tunc [Höhle] : / altherre junc, / dîn
gallentrunc / lêrt in den sprunc / an dem er sich ze tôde erviel KvWLd
1,154
MWB 2 63,43; Bearbeiterin: Herbers
gallenwaʒʒer
stN.
‘Gallenwasser’, bittere Flüssigkeit:
der herre hat uns gemacht swigen und hat uns gegeben gallenwazzir
zu tranke Cranc
Jer 8,14.
Jer 9,15
MWB 2 63,48; Bearbeiterin: Herbers
gallinc
Adj.
‘mit der Pferdekrankheit galle behaftet’
ez [Pferd] enwas galling noch blint
UvZLanz
1467
MWB 2 63,52; Bearbeiterin: Herbers
galm, gëlm
stM.
beide auch sw. (-a-:
Martina
21,30.
30,4;
Rennew
16694;
GTroj
15462;
-ë-:
FrSchw
5838.
6724
).
‘Laut, Schall, Lärm, lautes Geräusch’
1 von menschlicher Stimme und Rede 1.1 allg. 1.2 als Ausdruck von Klage, Trauer u.a. 1.3 bezogen auf Gesang (auch Kriegsgesang) 2 von Tierstimmen 3 von Musikinstrumenten (meist Kriegsmusik) 4 bezogen auf Naturgeräusche 5 bezogen auf Kampfes- oder Arbeitslärm
1
von menschlicher Stimme und Rede
1.1
allg.:
mînes sündehaften mundes galm / dîn heilikeit an schrîet
Wh
4,14;
wie was so hel ir lobes galm! / ich wæn, er hal
fuͤr alliu wip Rennew
16366;
mir hat geraten dins mundes galm / des ich dir gerne
volgen wil ebd.
2162.
34830.
36450
u.ö.;
hoͤrt wie ich mines leydes salm / gar dicke do laz
mit wortes galm Minneb
1804;
von der nôt, die er dolde, / was timper [dumpf,
heiser] sîner stimme galm LvRegFr
3918;
ir rôten mundes gelm / unde ir liehten ougen blic KvWPart
18010.
6367
u.ö.;
von sîner stimme galme / wart ich erwecket unde erschrac KvWEngelh
6014;
wa ist Wildehelm? / ich hoͤr hie siner krie gelm /
kainen knappen schrien WhvÖst
10194;
Ottok
62349;
PassIII
335,59;
MinneR 481
188
1.2
als Ausdruck von Klage, Trauer u.a.:
die [Seeleute] heten iæmerlichen galm / ze gote
[...] / daz er si in dem wege iht lieze beligen
Serv
3244;
Wh
129,22;
jæmerlich was sins mundes galm Rennew
1466.
trûric was sîner stimme galm Wh
165,30;
da von gelît / mîn sündic galm gein dir in siuftens dône Loheng
7666;
der klegeliche galm, / den sant Willehalm / het ob
Vivianz Ottok
21852.
3255;
EnikWchr
7768.
–
Willehalm / des hertz twanc des jamers galm
Rennew
1264;
ir leides galm / vil lute durch diu oren hal ebd.
25430;
ez gie von sînem munde / vil jâmerlicher stimme gelm KvWPart
10259;
WhvÖst
7326.
–
ach got! [...] hilf
[...] Wildehelme, / der in jamers gelme / dich
helflich an schriet! WhvÖst
1110.
3103.
5423;
als er uz jamers gelme / half
[...] den drien kinden ebd.
12210
1.3
bezogen auf Gesang (auch Kriegsgesang):
seht, dô wart von zeche [ ‘abwechselnd’/
‘der Reihe nach’ (NeidhWB)] vor gesungen! / durch
diu venster gie der galm Neidh
WL 4:2,10;
do hub er zu singen an / mit schoner stimme galme
Vät
32041;
das ir sang, ir doz, ir schal / und ir galm so lute
irhal / das ez die heidene horten da RvEWchr
22156;
in der luft horte man / die engele schone singen / und iren galm erklingen
PassIII
48,42;
PassI/II
130,54.
–
‘Lobgesang’
etlich kamen mit palmen / frolich mit lobis galmen / genuoge mit
ölebovmen Martina
30,4
2
von Tierstimmen:
von des bracken galme WhvÖst
3740;
den lewen sîn muoter tôt gebirt: / von sîns vater galme er
lebendec wirt Parz
738,20;
Freid
136,18;
Wh
40,7;
es ward ain galm und ain
prast [Lärm] : / do saß auff galadrius / und der edel
pellicanus / und di susse nachtegal [...] / do ward ain don
und ain gesang HvNstAp
13154;
PassI/II
36,16
3
von Musikinstrumenten (meist Kriegsmusik):
manc tambûrr dâ worhte / mit der pusûner galm
Parz
379,15.
63,6;
dô was der schal mit galmes dôz / von manc busîne harte grôz
RvEAlex
7217;
allenthalben [...] hortt man
[...] manig tambur unnd horn erschellen, / das man
ver’ hort irn gelmen FrSchw
6724;
Wh
17,24.
390,28;
Wig
8654;
Vät
40688;
WhvÖst
15592.
–
gedóne ane wórt daz ist ein toder galm Meissner
10:1,7
4
bezogen auf Naturgeräusche:
er fürht des donrs galm und daz himelplatzen mêr dann kain
ander tier BdN
270,5.
92,9;
der galme in der wilde doss, / dar zü uff daz wilde mer
GTroj
15462.
– Echo:
ir sanc was sô mislîch, / [...]
die stimme gap in widere / mit gelîchem galme der walt Iw
619;
Er
5752;
ouch wâren in der wîse lût / die vogele, daz berc unt tal / in gelîchem
galme gegen hal KvFuss
1826;
sprichwörtl.:
swie man ze walde ruofet, / billîch alsô der galm widerhillet Hadam
430,7
(TPMA 12,346)
5
bezogen auf Kampfes- oder Arbeitslärm:
des galmes het in sô bevilt / daz er zucte über sich den
schilt Parz
567,29;
ez hal so lute der slege galm Rennew
23404;
vil griuweliches dônes gelm / von sîme erwelten swerte clanc
KvWTroj
40036;
der vogel in den lüften nôt / leit von des heres galm Helbl
15,769;
WhvÖst
8370.
–
daz gesiht streckt sich verrer und sneller dan daz
gehœrd. alsô seh wir oft auf den püeheln ob den pächen, dâ die weschen waschent,
den slag mit den pleueln, ê wir den galm hœren BdN
92,1
MWB 2 63,55; Bearbeiterin: Herbers
galmei
stM.
s.a.
kalemîn
.
‘Zinkerz’ (ein Mineral, das zur Herstellung von Messing verwendet
wird)
cride und calmei, die in gibt keinen zol UrkFrankf(B)
505
(a. 1329)
MWB 2 65,11; Bearbeiterin: Herbers
gâlois
Adj., Adv.
‘walisisch’
er sanc diu leichnotelîn / britûnsche und gâloise, / latînsche
und franzoise Tr
3627.
3691;
harpfen unde rotten / daz lêrten mich Galotten, / zwêne meister
gâloise ebd.
3679;
umb den rech ging ein galois grabe, darinne waren große eichen
gestecket Lanc
180,23
MWB 2 65,15; Bearbeiterin: Herbers
Gâlois, Wâleis
stM.
aus frz. Galois, Walois (Suolahti 1,302).
‘Einwohner von Wales’
der beste den man wiste; / der selbe der was ein Gâlois
Tr
3513;
Parzivâl der Wâleis Parz
281,11.
108,30;
Krone
2208;
Gwî von Gâlois bin ich genant Wig
1574;
auch reit dar Ywains Liavoltres und Galegwintins der Galois
Lanc
255,33
u.ö.;
der Wâleys sie [die Kaiserin] under armen vüeren wolt
Loheng
3059
MWB 2 65,21; Bearbeiterin: Herbers
galopeiʒ, kalopeiʒ
stM.
zu frz. galop ( →
walap
);
Neubildung Wolframs von Eschenbach (s. Vorderstemann, Fremdw., 127f.; dort auch
zu g- und k- in den Hss.). –
‘Galopp’
der heiden sînen puneiz / sô sêre nam ûz dem galopeiz, / daz sîn
tjost wart mit krache hel Wh
333,24;
dâ kom in galopeize her / [...] manec
storje unbetwungen ebd.
372,14;
ein ors von sölhem kalopeiz / müese rêren sînen sweiz ebd.
317,13;
mit rîterlîchem kalopeiz ebd.
32,11.
118,5.
360,9.
362,29.
435,27;
KgTirol
F 7,3
MWB 2 65,29; Bearbeiterin: Herbers
galopieren
swV.
auch
galumpiern WhvÖst
10151;
aus frz. galoper (Rosenqvist 1,270), dieses aus westfrk. *wala
hlaupan (2FremdWB 6, 35ff.); vgl.
walopieren
.
1 intr. ‘galoppieren’
2
tr. ‘in Galopp setzen’
1
intr. ‘galoppieren’
do er disen rîter komen sach / zuo zim kalopieren hie
Parz
37,15.
286,26.
597,17;
nu sach er [...] / vier gewâfende
man / [...] ein lützel balder danne enzelt / vliehende
galopieren Tr
8947;
ir deheiner was so ræze, / der gein im walopierte [La.
galopierte
] , daz er im ie der ersten tjoste gesæze
JTit
5367,4.
5576,3.
– subst.:
sus kom Gâwân zuo zim geriten, / sunder kalopieren / unt
âne punieren Parz
300,7;
in ritterlichem gahen / wart ir starkes galopiern
TürlArabel
*R 47,27.
*R 29,11.
*A 31,11
2
– tr. ‘in Galopp setzen’
sin ros fuͦr als ain hirz in brunft, / daz ward er
galumpiern WhvÖst
10151
MWB 2 65,39; Bearbeiterin: Herbers
Gâlotte
swM.
zu Galoîs (Suolahti 1,91).
‘Waliser’
daz lêrten mich Galotten, / zwêne meister gâloise Tr
3678.
16279;
in der Gâlotten lant / sluoc ich zu tôde mit mîner hant / einen
risen HvFreibTr
3965;
ein hundelîn, / daz sande ich der vrouwen mîn / bî einem Gâlotten
ebd.
3971
MWB 2 65,55; Bearbeiterin: Herbers
galp
stM.
s.a.
galf
.
‘Bellen’
ir [Hirten] hunde hetten iren
galp [
halp:] , / wâ ir ieclîcher gerte, /
daz sie ir vihe, ir herte / behûtten Erlös
3324
MWB 2 65,61; Bearbeiterin: Herbers
galpen
swV.
zu
gëlfen
, vgl. DWB 4,1,2,3014.
‘bellen’
sô galpeden ouh di hunde SAlex
6023
MWB 2 66,1; Bearbeiterin: Herbers
galreide, galrei
stF.
‘Gallert’, aus tierischen oder pflanzlichen Stoffen:
huner in gallraide, / wol mit fleiz [...] / gepraten und
gesoten Württemb
W 241;
in galreiden die lamprîden [Seefisch] ,
/ pardrîse [Rebhühner] begund er mîden Wh
134,13;
diu galreide ist von wurzen heiz Reiher
176;
vier swiͤnin bein / in ezzig und in galrein KgvOdenw
9,26;
übertr.:
gesoten lüge, gebrâten lüge, / lüge ûz der galrei,
[...]swie mans erdenken wil RvZw
169,2
MWB 2 66,3; Bearbeiterin: Herbers
galsch
stM. oder stN.
‘Absicht’
er [Pilatus] sante
in [Jesus] dar in sulchem galsche [:
valsche
] , / ob in Herodes vrâgte / und lîchte ûz im
jagte / ein sache [...], / dar um von rechte unser hêre / den
tôt mûste dulden JvFrst
6568
MWB 2 66,13; Bearbeiterin: Herbers
galster
stN.
‘Zauber(gesang), Zauberei’
vns saget diu scrift zewâre, / daz die goucgelâre / mit galsters liste /
[...] diu selben werch worhten Exod
1289;
ouch hât in [...] der künic Artûs vertriben /
[...] mit sîm galster manigen tac UvZLanz(K)
7011.
–
‘Betrug, Täuschung’
sô er einem gelobt hat das vür wâr, / das er im welle rêhîn hâr / stôssen in sîns
satels balster [Polster] , / sô begât er ein
[...] galster, / das er rinder- und geissenhâr stôsset drîn
Ammenh
11856
MWB 2 66,18; Bearbeiterin: Herbers
galsterîe
stF.
zu
galster
.
‘Zauberei’
got weiz wol daz ich nie gephlac / dekeiner galsterîe
[: frîe
]
KvWSchwanr
953
MWB 2 66,28; Bearbeiterin: Herbers |