g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gedôʒ, gedœʒe
stN.
1
‘Getöse, Lärm’ ; 2
‘Wasserfall’
1
‘Getöse, Lärm’;
als Naturgeräusch:
die scharfen wintstôze / unt allez ir gedôze / daz
erkante sînen meister [Christus, Mt 14,22ff.
]
Wernh
5506;
so wirt daz getoͤze so dicke, da daz mer uellit
durch die scrunden, daz die schiflúte dez dunket, daz die hunde bellen in dem
wassere Lucid
44,6;
PrLpz(L)
61,23;
AdelhLangm
57,23.
– vom Schreien, Lärmen Verängstigter, Wütender:
ir [der zum Tode Verurteilten]
gescrei und ir gedôz / daz wart michel unde grôz, / dô man si zeinen galgen /
zouch SAlex
3954;
der tuͦuil [...] machete michel
gruͦwesal vffeme kirchove vnd groz gedoze in den wortin [in
der Absicht] , daz er den armen man von dannen vortriebe
PrLpz(L)
72,18;
Himmel
56;
Brun
6695.
– als Kriegs-, Kampfeslärm, Lärmen eines lagernden Heeres:
dô hûb sih dâ ein sturm hart. / dâ wart michel gedôz. / dâ
was der strît vil grôz SAlex
1163;
dar zuo von liut unt rossen solch gedœze Loheng
5046.
2030;
dar was so michel gedoys / van dem her dat do lach KarlGalie
6574;
op dat hey en geyn gedoys / en machte ebd.
11602.
– als Schall bestimmter Musikinstrumente:
nû hôrt man busûnen snar und von tampûr gedœze Loheng
6187;
de horn vaste clungen / kleyne ind groesse. / do schal vs dem gedose / dat
horn Olyuandes dat helle Karlmeinet
480,49;
WhvÖst
6475.
– sprichwörtl. (TPMA 8,259):
niht guot ist ze gîgen / in der müle gedœze Helbl
3,193
2
‘Wasserfall’
allez daz guͦt, dc uns an hoͤret in dem tal zu Noppenowe
[...] von dem gedoͤsse hin hinder
[vom Wasserfall aufwärts]
UrkCorp (WMU)
3003,19
MWB 2 220,22; Bearbeiter: Bohnert
gedraht
stF.
→
getraht
MWB 2 220,54;
gedranc
stNM.
vereinzelt Pl. (
Seuse
116,3
); Nom. Sg.
gedrange [: lobesange
]
WernhMl
14470.
1
‘das Drängen, Drücken’
2
‘das Zusammenpressen, -ziehen der Stirn’
3
‘Bedrängung, Bedrängnis’
4
‘Gedränge’ , bes. im Kampf,
1
‘das Drängen, Drücken’
des [eines Riesen] sterke ich
gemerken kan / [...] bî sîner stange: / mit michelm
gedrange / erhebent si kûme zwêne man UvZLanz
1730;
der ertpidem kümt dâ von, daz in der erden
[...] vil erdischer dünst gesament werdent,
[...] daz der dunst für sich scheubt die erden mit
ainem gedrang und widerstœzt, sam dâ ain mensch den andern dringt BdN
108,10;
ich mvͦs nv her vs gon min notdvrft tvͦn
[...]. do gie ich [...] in gar
groseme getrange der natvren MerswZM
36,34
2
‘das Zusammenpressen, -ziehen der Stirn’
ir stirne was getwanges [La. getranges
]
frî [...], / kein runze dar an oucte sich WvRh
1387
3
‘Bedrängung, Bedrängnis’
wazzir sint gegangen an min sele mit gedrange MillPhys
63,2;
berc und tal gezieret stânt gar wunneclîche, / die der kalde winter mit
gedrange / hiure jæmerlîchen twanc KLD:Püller
1:1,5;
darumb mir synn vnd muͦts geprist / vnd leb auch mit gedrange
Hätzl
1:53,9.
2:63,20;
EvBerl
71,3;
Pl.:
do begunde er ime vil úbel fúrten
[...] und gie, als er dik pflag ze tuͦn in sinen
gedrangen, hin uf uf den berg Seuse
116,3
4
‘Gedränge’, bes. im Kampf,
häufig grôz/michel/stark ~
; vereinzelt übertr. auf Pflanzen,
Tiere, Haarlocken (
EnikWchr
5552;
Georg
3079;
KvWTroj
34249;
Neidh(S)
1,138 C120:3,3
):
die heiden vluhen zu der burch. [...]
/ uil michel wart daz gedranc Rol
863;
dâ was spil unde sank, / buhurt unde gedrank En
13160;
diu leute sêre zogten zuo: / umb mich wart ein vil grôz gedranc UvLFrd
164,31.
261,25;
ouch macht er rûm dâ was gedranc Wh
114,2;
Parz
153,19.
– in Verbindung mit best. Verben:
dô huop sich von den liuten vil michel der gedranc
NibB
33,2;
Roth
276;
Parz
648,10;
Wig
9488;
daz iudelin do war nam, / war umme der gedranc geschach MarLegPass
25,181;
daz daz grôz gedranc / die fursten betwanc / von
einander ze scheiden Ottok
44527;
KvWTroj
33922.
– mit präp. Richtungsangabe (ûf, zuo):
sich huop dâ bî der zîte / ûf den herzogen grôz gedranc
KvWTroj
31521;
zuo dem tisch was manic gedranc EnikWchr
26568;
die phaffen îlent hin zer helle; / die leien
[...] wellent dringen vür: / ez ist grôz gedranc
zer tür WälGa
8446.
– mit Präp.:
her machete eine strâze / enalmitten dorchz gedrank En
7779;
si [...] schrîeten Munschoye, /
in gedrange als ob ein boye / von îser wære umb si gesmit Wh
397,22;
WhvÖst
14852;
ze rücke gâhter ûf die schar / und hurte vaste in den
gedranc RvEAlex
7407;
Neidh
WL 31:8,8;
des sich die rotten wurren / zesamene mit gedrange
KvWTroj
12235;
di bluomen mit gedrange / stuonden ûf dem veld
EnikWchr
5552;
Neidh(S)
1,138 C120:3,3;
KLD: BvH
1:2,1;
WälGa
5523;
swer dâ wider oder füer / rîten oder gên wolde, / von
gedrange der dolde / michel nôt und arbeit Ottok
8031;
hey waz rîcher buckelen vor gedrange lûte erdôz!
NibB
585,4.
– mit Bez. des Agens durch ein gen./adj. Attr.:
im [einem Mann] sol werven sîn gedanc, / sîn
rede, sîn werc daz gedranc / der engel WälGa
5538;
etswâ smæhlîch gedranc [Zudrang von
smæhen ‘verachtenswerten Leuten’] /
unt etswâ werdez dringen Parz
297,22;
sich huop dâ hurteclich gedranc [Gedränge der zum Stoß
Anrennenden]
KvWPart
21720;
RvEWh
5799
MWB 2 220,55; Bearbeiter: Bohnert
gedrancnisse, gedrencnisse
stN.
‘Bedrängung’
so sullent sie lidig sin [...] aller hande
getrangnisze von uns unde allen unsern pflegern UrkStraßb
2:475,7
(a. 1330);
das [...] der keyner vnsir ampleut vff das selbe guet
keynerley gebot, notbete, stewer noch andirs keynerley gedrencknis setze sollen
DRW
3,1376
(WasungenUB.; a. 1348, kopial)
MWB 2 221,58; Bearbeiter: Bohnert
gedrange
Adj., Adv.
1
‘von Drang erfüllt’
2
‘bedrängend’
3
‘bedrängt’
1
‘von Drang erfüllt’
wer hat hie die gedrenger [drangvolleren,
offensiveren] / rosse? der schol wesen der
spitz [Spitze des Heeres, Vorhut]
WhvÖst
7970.
– Adv.:
daz Elle an dem tanze niht springet gedrange
Tannh
4,130
2
‘bedrängend’
kein sichtum wart nie so gedrang [:
lange
]
Minneb
5378.
– Adv.:
minne klemmet rechte alsam ein zange. / swens an kumt
gidrange, / den kümbirt ungemüete SM:Had
17: 3,8.
– bes. jmdm. ~
tuon
‘jmdn. bedrängen, ihm zusetzen’
und dotent [taten] in so getrange daz sie
mustent fliehen ClosChr
80,23.
49,16;
sendiu nôt tuot mir gedrange SM:Had
11: 3,10;
der winter tuͦtt getrange / vil manigem hertzen guͦt
Hätzl
1:118,3
3
‘bedrängt’
di muren [Jerusalems] werden widir
gebuwet in gedranger zit [
in angustia temporum
]
Cranc
Dan 9,25
MWB 2 222,1; Bearbeiter: Bohnert
gedrâte
Adv.
‘schnell, eilig’
dez huses wirt sie manten / daz
[...] daz eßen schiere wurde bereit. / der wirt
schuͦff daz gar getrat HvNstGZ
4349;
daz dritte dar umb si [die Menschen] wachen sont,
daz ist daz si in [Christus] gedrate in lâssent, swenn er
kumet PrGeorg
99,11;
heim gie do der tumbe man / geswind und ouch gedrate Kerbelkraut
243;
Floyris
91;
RvEWchr
4203.
22317;
JvKonstanz
622
u.ö.;
KvHelmsd
322
u.ö.
MWB 2 222,18; Bearbeiter: Bohnert
gedrebe
stN.
auch gedehnt -træbe (s. Wilmanns, HvMelk S. 10). – zu
draben swV. oder drap stM.
‘Tumult’
daz sich von dem volke iht hebe / ein grûsen unde ein gedrebe
[
ne forte tumultus fieret in populo
Mt 26,5
]
Erlös
4550;
sô die liut die vîent [die Teufel,
Subj.] chestent, / sie [die pflichtvergessenen
Priester] ziehent sich ûz dem gitræbe [:
gæbe
]
Priesterl
57
MWB 2 222,27; Bearbeiter: Bohnert
gedrebede
stFN.
‘Tumult, Aufregung’
in dirre not getrebede / kam och zvo der begrebede
[Jesu] / der ivden furste Nicodemus Martina
39,91
MWB 2 222,35; Bearbeiter: Bohnert
gedrencnisse
stNF.
→
gedrancnisse
MWB 2 222,38;
gedrenge
stN.
1
‘Bedrängung, Bedrängnis’
2
‘Gedränge’ , bes. im Kampf, 3
‘beengter, zugewachsener Weg; Dickicht’
1
‘Bedrängung, Bedrängnis’
[er trank] sô vil [...], / daz
sich daz hemde zarte. [...] / er [legte einen
Brustpanzer an und] sprach: des wînes gedrenge / lât mich nu
ungezerret Weinschwelg
408;
mit wormen han ich [Leib eines
Toten] gedrenge HvNstVis
394;
dez selben zites hat er sunderlich gedrenge von swerem liden
Seuse
10,14;
dass er in grossem getrenge und we stunde und in trurikeit
Tauler
76,30.
19,5;
EvBeh
Lc 21,23.25.
Io 16,21
2
‘Gedränge’, bes. im Kampf,
häufig grôz/michel ~
; vereinzelt übertr. auf Sachen
(
Parz
760,29;
ErnstB(W)
4398;
Mechth
7:55,41
):
swa gedrenge was, dâ machter rûn Parz
77,28;
daz gadem was ze enge. / des wart dâ gedrenge / harte michel vor der tur
KvFuss
1058;
dô wart ein samenunge starc / unde ein grôz gedrenge KvWPant
1441;
Rol
4107;
Minneb
1334.
– in Verbindung mit best. Verben:
des tôdes gedrenge / huop sich mit den swerten dâ
Wig
11145;
di kammere was ir zu enge: / des leit si groz gedrenge, / si unde ir
ingesinde Elis
4974;
got der enlîdet kein gedrenge [will allein und ungedrängt
sein]
Eckh
2:295,3;
Roth
1842;
Parz
417,14;
RvZw
47,8;
KvWTroj
19563;
auf die sich Drängenden bezogen:
nu begunden dar gâhen [...] / die liute
[um das Jesuskind zu sehen]
[...], / unz si [Maria] daz
gedrenge vertreip KvFuss
1052.
– mit Präp.:
an der dicke erz machte dünne, / und rûm ame gedrenge, /
und wît swenne erz vant enge Wh
40,15;
dâ wærn gestanden sehs gezelt / âne gedrenge der
snüere [ohne dass die Zeltseile zu dicht aneinandergekommen
wären]
Parz
760,29;
in strîts gedrenge man in sach ebd.
339,7;
RvEAlex
7473;
sie quamen [...] / in daz grozze
gedrenge Herb
5187;
du solt den tanz al durh daz gedrenge füeren
SM:Go
2: 6,4;
Loheng
2735;
das waszer durch den berg schosz / zu eynem loch, das was enge. / mit
groszem gedrenge / es durch den berg ran ErnstB (W)
4398;
ich bin iz gerne lobende, ob ich belibe sunder solch gedrenge JTit
4109,4;
da was von gedrenge / daz wite velt zv enge
Herb
6865.
– mit Bez. des Agens durch ein attr. Adj.:
ich vorht unkunt gedrenge [das Zudrängen von
Unbekannten]
Parz
216,30;
sich huop von ritterlicher wer / vil hurticlich gedrenge
[Gedränge von zum Stoß Anrennenden]
KvWTurn
781
3
‘beengter, zugewachsener Weg; Dickicht’
der [
stîc
] wart vil rûch
und enge: / durch dorne und durch gedrenge / sô vuor ich allen den tac
Iw
268.
1078;
wan er sein örs het verlorn, / des enmoht er gedreng vnd dorn / ze fuozen niht
erstreichen Krone
2105;
Wig
2062.
6433;
untz daz ich chom in ein gehag, / do manik pluͤd auf doͤrn lag,
/ do ward iz all so enge, / do mŭst ich in gedrenge / mich winden unde slauffen
Suchenw
24,87
MWB 2 222,39; Bearbeiter: Bohnert
gedriesch
stN.
‘Geschwätz’
Bêheim wart daz swære / und het ez wan für ein gedriesch, / daz
er [König Stephan] sô frevellichen iesch / sîn verloren guot
an in Ottok
10290
MWB 2 223,30; Bearbeiterin: Herbers
gedringe
stN.
wie gedrenge.
‘Gedränge’
diu junkvrouw’ rante dar zuo [in einem
tjoste
] , / [...] mit hurten und
mit gedringe, / daz man wunder an ir sach Frauenturnier
240
MWB 2 223,34; Bearbeiterin: Herbers
gedrol
Adj.
zu gedrollen Part.Prät. von drillen stV. (s.a.
Schiller/Lübben 1, S. 565 dral, Adj.).
‘gerundet’
er was klein an dem lîbe, wol geschaffen über al, / gedrol als ein kerze über
die hüffe hin ze tal WolfdB
2,2.
338,2
MWB 2 223,38; Bearbeiterin: Herbers
gedrosch, gedrusche
stN.
‘Schar, Menge’ (vgl. AWB 2,695 s.v. githruski):
ich sag iu, lieber herre mîn, / suln sie alle dienstman sîn, / ir wirt ein michel
gedrosch [: frosch
]
Helbl
8,529;
cohors (militum) : gedrusche GlHerrad
352
MWB 2 223,43; Bearbeiterin: Herbers
gedröulich
Adj.
‘gefährlich’
truoc mich [Wolfhart] der tiuvel in diz lant / in sô
gedröulîch strâzen? Virg
691,10
MWB 2 223,48; Bearbeiterin: Herbers
gedröuwe
stN.
‘Bedrohung, Drohworte’
verdrozzen wil ich [die Bremse] iuwer leben / machen
[...]. nâch dem gedröuw der mûl ûf sach Boner
40,19
MWB 2 223,51; Bearbeiterin: Herbers
gedröuwede
stFN.
‘Bedrohung, Drohworte’
‘nú wolt ich eines weten, / das ir [der Ritter im spielerischen
Kampf] gedröd / und ir geschnöd / wúrd plöde’ Neidh(S)
2,71 c18:4,12
MWB 2 223,55; Bearbeiterin: Herbers
gedrusche
stN.
→
gedrosch
MWB 2 223,59;
gedult, gedulde,
gedolt
stF.
gedult selten auch stM.
Konr(Sch)
105,9;
Suchenw
40,230.
1
‘Geduld im Ertragen, Ausdauer’
1.1 allg. 1.2 christl. Tugend 2 als Übers. von bibl.-lat. patientia
‘Zuversicht’
1
‘Geduld im Ertragen, Ausdauer’
1.1
allg.:
durch iwer zuht gedolt [lasst es Euch durch
Wohlerzogenheit gefallen] / vernemt von mir sîn unscholt
Parz
462,7;
gein ir langen kriege setz ich mîn gedulde: / sô stê gein
ir hazze ze wer mîn unschulde KLD:UvL
16: 7,1;
wan [= man
] sol
ungemach / mit gedulde lîden SM:KvL
4: 2,6;
ich sol daz leisten mit
gedult [Beharrlichkeit] , / des dîn gemüete hât
gegert KvWTroj
6744.
– mit haben, tragen:
lebst in seneden riuwen, / sô volge mir / unt habe gedult Neidh
SL26:5,5;
herre, habe gedult ubir mich [mit mir;
patientiam habe in me
Mt 18,26
] , ich wil iz dir allis gelden
EvBerl
130,13;
EvAug
43,20;
daz ist aber ir güete schult, / so si übermæzige gedult / hânt mit
ungebære / von ir kumbers swære [wenn sie, von tiefer Trauer
erfüllt, außergewöhnliche Ausdauer der Klage zeigen]
LvRegFr
4329;
des trage ich mir [Dat. ethicus] ein guot
gedolt [das (gemeint: meine Enttäuschung in Bezug auf seine
hövescheit) trage ich gar leicht (vgl.
Anm.z.St.]
MF:Veld
2a:4,5
(vgl.
des habe ich guot gedolt ebd.
2b:2,5
).
– Sprichwörtl. (vgl. TPMA 2,322 und 324f.):
dâ von sus ein pôêta spricht: / ›gedult ein edil kunne ist / zu
gesigne alle vrist; / swer dâ dult, der vint den sic; / wiltû gesigin,
duldin pflic!‹ NvJer
2245;
mit senftekeit und mit gedult / mag man gesigen unverschult
Boner
66,57;
mit gedult man siht / vil dinges überwinden, / denn mit râch
Ammenh
14284;
gedult verwindet große not, hör ich die wisen sagen
Mügeln
68,15;
gedult mit zuoversiht diu tuot / mit den sachen allez guot
LBarl
7533
1.2
christl. Tugend:
got selbi lerti unsich chuschi undi dimuot, / gidult undi
wesin widir ubili guot / undi vremidiz leit irbarmin SuTheol
256;
si heten zucht unt scam, / chuske unt gehorsam, / gedult
unt minne Rol
3423;
wie grôze vröude [...] got selbe
[...] und alle engel [...]
hânt in [an der] gedult des menschen, sô er durch got
lîdet leit und schaden Eckh
5: 49,11;
wir loben dich, herre, mit dem [für
das] bluͦte und mit der gedult [für die
Standfestigkeit] aller diner martirer Mechth
7: 1,69;
der an sich name unser menscheit, / und die marter dar
umbe leit / mit diemut unt mit gedulte StrKD
12,257.
– mit bewæren, haben, üeben:
des [Feindes Gottes] æhtsal scult aver ir
vil gedulteclichen vertragen, wan da mit scol iwer gedult bewært werden
Konr(Sch)
122,11;
als vil als wir gedult haben in aller not
[...], also vil glichen wir den heligen
martirern Mechth
6: 32,26;
die tugent der gedult üeben Eckh
5: 36,4.
5:301,9.
– bildl.:
mit der gedulte er [Gottes
Sohn] umbegurtet was AvaLJ
139,4;
so hat si [die Braut] einen
rihter, der ist gekleidet mit der discipline und gekroͤnet mit der
gedult Mechth
1: 46,37;
in dem tal [der Demut] do
wachset senftmuͤtikeit, gelossenheit, stillikeit, gedult,
guͤtlicheit Tauler
164,21.
– personif.:
diu Diemuot dan vor fröuden springet, / diu Gedult vil lûte singet
LvRegSyon
2964.
3854;
vroͮ Gedult, [...] ir
benement aller miner anevehtunge ir maht, das si mir nit moͤgent
schaden Mechth
7: 48,63.
7:34,16;
HeslApk
16729;
HvNstGZ
249;
MinneR444
483
2
als Übers. von bibl.-lat. patientia
‘Zuversicht’
patientia: gedulte PsM
61,6.
70,5
MWB 2 223,60; Bearbeiter: Tao
gedult
stF.
→
getult
MWB 2 224,62;
gedultic
Adj., Adv.
‘geduldig im Ertragen (von Widrigem, Leid o. Ä.), duldsam,
nachsichtig’
1 ohne weitere Bestimmung: attr., präd. 1.1 attr. 1.2 präd. 2 mit weiterer Bestimmung, präd.
1
ohne weitere Bestimmung: attr., präd.
1.1
attr.:
alse die heilige wif, / die uns aller dugende / gegeven
havent bilede: / unser muoder Sara du otmuodige, / Anna du geduldige, / Hester
du milde MarldA
161;
wan ez leit Jôb der guote / mit geduldigem muote, / do ez im ze lîdenne
geschach, / durch der sêle gemach / den siechtuom und die swacheit / die er von
der werlte leit AHeinr
140;
dâ got wil versuochen an / gedultigen muot des man, / ob
er gedultic künne wesen RvEBarl
15150;
den tot her [Jesus
Christus] drumme dolte / mit geduldiger gedult
HeslApk
19447;
in gedultigem lidende Tauler
215,14
1.2
präd.:
daz wir [...] auch
demvͤtich, vil gedultich, vil barmhertzich sin PrBerthKl
3,58;
ir wart keusch und reine, / ir waret alle gemeine / gar geduldich und gut
ErzIII
6,535;
so man din bosheit schiltet, so soltu gedultig sin
Mechth
6: 12,10;
do was er [Jesus] doch alse gedvltik, daz er
nie dehein vngedvlticlich wort gesprach. vnde in siner grozen bittirkeit sprach
er: herre vattir, vergib inen, die mir dise martyir an tuont PrWack
55,180;
wider got ist er sculdih, / und got is vil geduldich. /
claget er ime sîne sculde, / got gibet ime sîne hulde SAlex
6924;
du solt geduldic sî: / swer minnet âne mâze, / dâ nist niht guoter sinne
bî KLD:GvdF
5:11,5;
nun sind gedultig: / weß ir gert, / deß sind ir gewert FrSchw
5202.
– adv.:
wie er [Jesus Christus] hât
/ geduldic gar in senften siten / al sîne marter nôt erliten
Kreuzf
7927;
wie er [Hiob] kreig mit dem
wib und mit den fründen / geduldig Mügeln
85,11
2
mit weiterer Bestimmung, präd.:
– mit Dat.d.P. oder mit Präp. gegen, über, wider, zuo:
den armen ist er milte, / [...]
den ubelen gedultic HimmlJer
398;
dv solt gedultich sin gein got, swenne er vber dich
verhenget siechtvmes betrvͤbsal PrBerthKl
5,52;
dv solt gedultich sin gein dinem næhsten, swenne er dir
nimt daz dv hast, swenne er dir dinen livmden swechet ebd.
5,57;
Renner
3566;
HvNstGZ
3066;
si laidigt kainen vogel und ist ze mâl gar gedultig wider
all die vogel, die si laidigent BdN
225,25;
darumme der meister [...] sol
[...] mit samfticheit
[...] geduldic zu in allen sîn
StatDtOrd
54,12;
wiz geduldik ubir mich, ich wil iz dir czu male gelden [
Mt 18,29
]
EvBerl
130,18.
– mit an, in, wider:
wan sol sîn gedultic wider ungedult: / daz ist den schamelôsen leit
Walth
73,35;
wis an dîner arbeit / gedultic RvEBarl
15492;
ob er in grôzer swære / alsô gedultic wære, / daz er mit
gedultekeit / kunde weltlîch arbeit / alsô gelîden, daz er got / geminnen möhte
und sîn gebot / âne murmels underswanc ebd.
15126;
gedultig sin in liden WernhMl
664.
– mit Gen.d.S.:
ich enkan nâch mînen witzen / erdenken niht sô guotes /
sô daz ir iwers muotes / gedultic sint und nement rât / von den fürsten
UvZLanz
6969;
im gap hiuwer Biterolf / sîne tohter Trûten, dâ mit er es undervie, / daz
[dass, abhängig von u.
] er sît geduldec
was / aller sîner gogelheit [gemeint: womit er seinem wilden
Treiben ein Ende setzte, so dass er es dann nicht mehr zu ertragen
brauchte] , / dâ man ê vil kume vor genas Neidh
WL 22:5,9
(anders Lexer 1,776 und NeidWB, S. 87 )
MWB 2 224,63; Bearbeiter: Tao
gedulticheit
stF.
auch gedoldikeit.
wie
gedult
‘Geduld im Ertragen, Ausdauer’, meist als christl. Tugend:
milde vnde irbarmunge, / zuht vnde reinicheit, / gehorsam vnde
geduldicheit, / daz minnet unse herre got Litan
1310;
wir sehent och an Jesu Kristo gros getultekeit, wanne er leit dur vns manigen
spot PrEls
22,229;
Jôbes geduldikeit AHeinr
138;
PrGeorg(Sch)
26,154;
das pilde der gedultichait vnd der stetichait, das hat diu
heilige christenhait pei den heiligen martreren gelernet Konr
20,14;
daz got sîne gedultekeit / versuochte RvEBarl
15283;
RvEWchr
3937.
– mit Gen.d.S. zur Angabe des zu Ertragenden:
sô nenne ich dir die reinen vruht / der rehten werke: daz ist
zuht, / minne, vreude, vride, güete, / triuwe, milte, lancgemüete, / enthabunge,
gedultekeit / gotlîcher [gottgewollter] arbeit
RvEBarl
4047;
in geduldekeide / ir widermuͤdes [oder auf das folgende
Wort bezogen?] leide / zu dragene Elis
6431.
–
in ~
:
er sol im selb nah sin selbsheit mit tiefer gelassenheit
entsinken [...] und sich in ein stille gedultkeit
sezzen [sich in Geduld fassen] gen allen wúlfinen
menschen Seuse
23,11;
vnd in ivr gedultikeit [
in patientia
Lc 21,19
] sült ir besitzen ivr selen EvAug
195,21.
149,1.
–
mit ~
:
daz er mit gedultekeit / kunde weltlîch arbeit / alsô gelîden
RvEBarl
15127;
Pantaleôn truoc über lût / die marter mit gedultekeit KvWPant
1211;
und swaz leides si [Maria] ald kumbers ie / von
deheinem angegie, / daz überwant ie disiu meit / allez mit gedultecheit WvRh
15424;
diu minne treit / mit gedultekeit / liep in sender arebeit Marner(W)
7:18,17
–
~ an/in etw.:
gedoldikeit / an kegenwerdigen dingen Brun
12224;
gedultekeit in widerwertikeit Seuse
60,14.
91,28;
sin gedultekeit in menigvaltigem liden, daz er muͦz
erliden ebd.
64,10;
KvHelmsd
1692.
– personif.:
alsô müezens allesamt / von ir [Frau Karitas]
emphâhen tugentamt. / diemuot kiusche gedultekeit / milte sterke wîsheit
LvRegSyon
3059;
PrGeorg
70,10;
HvNstGZ
1344
MWB 2 226,1; Bearbeiter: Tao
gedulticlich
Adj. , gedulticlîche,
-en
Adv.
‘geduldig (im Leiden), duldsam, gelassen, nachsichtig’
1 Adv. 2 Adj. (selten)
1
Adv.:
uil harte geduldicliche [in großer
Leidensbereitschaft] / rachten si [die christl.
Kämpfer] uf ir hente Rol
5788;
ein rede der liute tuot mir wê, / da enkan ich niht
gedulteclîchen zuo gebâren MF:Reinm
15: 5,2;
der künec gedulteclîche saz Wh
179,18;
gedulteclîch ân allen bâc / man den helt des volgen sach
Parz
548,18.
– in Verbindung mit lîden (häufig),
(ver)tragen:
herre, mich hat min swester vbel gehandelt einen tach, daz
han ich gedultichlichen geliten PrBerthKl
5,60;
daz [die Kreuzigung] leit er
[Christus] alles schone vnd geduldeklich daz er
nie kein wort dowider gerette PrEls
22,229;
mich enhœret nie kein man klagen, / und wolt in [
mînen
schaden
] geduldeclîchen tragen / durch unser beider
êre HartmKlage
724;
Spec
141,7;
Seuse
145,3;
unde swaz in iemen ze leide tæte, daz si daz
gedulteclichen uertroͮgen Spec
125,13.
– mit antworten, sprechen, hœren u.ä.:
unser herre der antwurt aver gedultichlich
PrOberalt
60,17;
er sprach vil gedultichlich ebd.
59,36;
HvBurg
5063;
nu zúrn nit, und hoͤr es gedultklich!
Seuse
236,7;
nû virnemit mich geduldiclîche PrMd(J)
342,18.
– mit bîten, beiten:
daz dritte, daz sú tuͦn sun, die ir herren baitont, der ze dem
bruͦtloͮfte ist geuarn, daz ist daz sú gedulticliche sun baiton,
daz sú niht virdrieze, ob er ze lange ist PrGeorg(Sch)
2,177;
ich sol gedulticlîche bîten Eckh
5: 58,12;
gedulteklich mit troste baid / siner nachenden urstende
WernhMl
10992
2
Adj. (selten):
sô gedultic was der ie, / daz er gar sîn gemüete / an
gedulteclîche güete / und niht an anderz kêrte, / als in sîn güete lêrte
RvEBarl
15170;
welch mensch darinne [unter dem Sternzeichen
Jungfrau] wirt geborn, / gar gütig ist sin mut, /
[...] lieblich sin antlitz unde frut, / geduldiglich
und midet zorn Mügeln
307,8;
ez heiz geduldiclîcher muot / vergeben, wider den [bezogen auf
muot
] man tuot HvBer
3586
MWB 2 226,41; Bearbeiter: Tao
gedultlich
Adv.
‘geduldig, duldsam’
daz dritte vsser zeichen volkomner minne ist, ob der mensche alle
widerwertigu̍ ding enphahet froͤlich vnd gedultlich RvBib
103,18
MWB 2 227,17; Bearbeiter: Tao
gedultsam
Adj. , gedultsam(e)
Adv.
‘geduldig, voller Geduld’
1 Adj., subst. 2 Adv.
1
Adj., subst.:
er [der Abt] sol die vngezogin vnde
die vnrvͦwigen hertechliche brespin vnde abir die gehorsamin vnde die miltin
vnde die gedulsamin bitten daz si sich bezren BrEng
2
2
Adv.:
wan [
man
] sol svsgwande
[Kranke] gedvlsam lidin,
wandim [
wande man
] mit inen gwunnit
grozin lon BrEng
36;
si svn ein andire mit dien eron vurchomin, vnde svn den
siechtag ir lips vnde ir sitton gedulsam tregin ebd.
72.
58;
so sol er [...] im gedulsam segen,
was sache in irre ebd.
68
MWB 2 227,21; Bearbeiter: Tao |