goltblat
stN.
ein Stück Blattgold:
ein coph [Becher] der zubrochen ist. swane er wider
wirt gemachet mit einem goltblate. vnd mit einem silberdrate. so ist er an der
zubrochen stat bezzer danne an einer andern PrLpz (L)
52,34.
52,38
MWB 2 849,47; Bearbeiter: Hansen
goltbluome
swF.
‘goldgelb blühende Blume’ (hier bildl.):
pei der guldeinn wollen verstên ich die himlischen
goltpluomen, ich main die muoter der parmherzichait Mariam gotes muoter
BdN
245,32
MWB 2 849,52; Bearbeiter: Hansen
goltborte
swM.
‘aus Goldfäden gewebte Borte’ (vgl. borte swM.):
sîner wâpen obedach / was ein samît tûr
[...], / geziert nâch werdiclîcher aht / mit goltborten
reine, / dar uf gewieret gesteine Kreuzf
1457;
goltborten unde harbant, / alle uppeclich geziere / verwarf di frouwe schiere
Elis
1994;
Glaub
2414;
aurifrigium: goltborto SummHeinr
1:331,236;
GTroj
20474
MWB 2 849,56; Bearbeiter: Hansen
goltbrâcha
F.
wohl ‘Goldprägung’ oder ‘Goldgravierung’ (vgl. AWB 4,323):
gozionz: goltbracha GlHvB
398,67
MWB 2 850,1; Bearbeiter: Hansen
goltbuochstap
stM.
‘goldener Buchstabe’
an ein ieglichez blat [der Lilie] / was von
goltbuchstaben / ‘ave Maria’ erhaben Pass I/II (HSW)
14659
MWB 2 850,4; Bearbeiter: Hansen
goltburc (?)
Subst.
Bed. unklar, erwogen wird u.a. (unter Anknüpfung an
golen
swV.) ‘Puppenspielbühne’ und entsprechend ~
spil abwertend ‘Possenspiel, Kasperletheater’ (vgl. Lit.):
si mugen niht gephlegen / tozelns mit uns
swâben [von der Kampfesart der Ungarn, die zunächst aus der Ferne
mit Pfeilen schießen und sich dann zurückziehen] , /
[...]. / zuo uns niht gehôrt / solher goltpurgen
[La. golpurgen
] spil Ottok
25362.
– an offensichtlich verderbter Stelle:
alsô mit spilten / der goltpurgen dâ Ottok
96754.
– unklar, ob hierher:
hat iz in der tubel gegeben, / si [die falschen
Freunde] strafen itsliches menschen leben / und stechen selber
kupfer darzo, / ich wene ir herze si seldin vro. / si varen hin und her durch, /
also tut vrouwe Goltburch Brun
2836
– Lit.: Bech, Ottok., S. 33ff.; Hans R. Purschke, Die Anfänge der
Puppenspielformen, Bochum 1979, S. 19f. (mit Abb. zeitgenössischer
Puppenspielbühnen S. 131f.)
MWB 2 850,7; Bearbeiter: Hansen
goltbüschel
stN.
‘Schambehaarung’
alsô wart ain diernkindel geporn, daz het hangendeu prüstel
und hâr under der üehsen [Achsel] und het auch hâr ob dem
goltpüschel BdN
488,2
MWB 2 850,26; Bearbeiter: Hansen
goltdrât
stM.
‘Golddraht’
mit einem golt drâte, / den si bereitet hâte, / want si die rôsen ûf den reif
RosenkrMar
233;
ein netze guldîn, / gebriten [geflochten] von
goltdræten / vesten unde stæten Er
7716;
EnikWchr
16812.
– in Kleidung (vgl. auch gespunnen golt, s.
golt
stN.
1.1.2
):
ir hemede daz was cleine, / wîz unde wol genât. / dar an was manich goltdrât
En
1698;
dye trugen den besten samyt / der in der werlt mochte syn. /
[...] / mit liechten goltdraten / was er genat vil
spaech ErnstB (W)
3040.
3007.
– in Vergleichen, von (rot)blondem Haar:
dîn nas nâch wunsch wol gestalt, / dîn hiufel
[Wangen] sam si sîn gemâlt; / dîn hâr als di goltdræt
EnikWchr
12505.
11731.
14321
MWB 2 850,30; Bearbeiter: Hansen
goltdurchslagen
Part.-Adj.
‘mit Goldverzierungen versehen’ (vgl.
durchslahen
4
):
sin schilt was golt durch slagen Herb
7401
MWB 2 850,44; Bearbeiter: Hansen
goltërze
stN.
1
‘Golderz’ , hier wohl allg. ‘wertvolles Erz’
2
‘Goldbergwerk’
1
‘Golderz’, hier wohl allg. ‘wertvolles Erz’
dorumme dem mensche synne / gotes wisheit verlyet hat / daz
der mensch mit vernumphten rat / sere vlyzlich unde
[unten] werbe / und uz dem ertze sylber gerbe. / und
dis golt ertz hat syne stat, / da sichz zusamne blasen lat / uz sachen di dar zu
geburn, / di wyse kunstiger wol spurn Hiob
10637
2
‘Goldbergwerk’
kein ertrîche nie getruoc / baz korn unde wîn: / wie möhte uns baz gegeben
sîn? / siben golterze ez hât. / lützel hie kein berc stât / man envinde silber
drinne Bit
13311
MWB 2 850,47; Bearbeiter: Hansen
golt|esche
swF.
→
goltasche
MWB 2 850,59;
goltgar
Adj.
‘mit Gold verziert, goldgeschmückt’ (vgl. gar Adj.
1.1.3 sowie
goltvar
2
):
do sach er allenthalben / di molten uf stieben, / uil manigen
wizen uanen fliegen, / [...] / manigen schilt golt garwen
Rol
3346;
ain golde garwin spiez ebd.
4613.
4182
u.ö.
– übertr. ‘goldfarben’
ir löcke wâren goltvar / und als ein thopazîn goltgar WvRh
1392
(vgl. hierzu
goltstein
)
MWB 2 850,60; Bearbeiter: Hansen
goltgebirge
stN.
Bez. des Kaukasusgebirges:
nu was in den zîten dâ / ein junger künc von Persîâ, /
[...]. / daz goltgebirge Kaukasas / diende sîner milten
hant Reinfr
16766;
die bêde fürsten mære / fuoren hin gên Kaukasas / und wolten dâ beschowen daz
/ goltgebirge wie ez lac ebd.
23977;
Paville ain riche veste hiess, / die an daz gold gebirge
stïss GTroj
24596
MWB 2 851,4; Bearbeiter: Hansen
goltgesmelze
stN.
eine Legierung aus Gold und Silber, ‘Elektron, Weißgold’ (vgl.
goltsmelz
und ahd. smelzi stM.):
electrum: golt gesmelcze oder guntrafe [d.i.
kunterfeit
]
VocClos
El17
MWB 2 851,12; Bearbeiter: Hansen
goltgesmîde
stN.
‘Goldgeschmeide’ (vgl.
gesmîde
2.3
):
daz hergebeine [die als heilig verehrten Gebeine Landgraf
Ludwigs] / [...], / daz dise frouwe
gude [Elisabeth] / minnete in ir mude / fúr
alles goltgesmide Elis
5851.
– übertr.:
wa lit reiner minne goltgesmide? Frl
3:30,2
MWB 2 851,16; Bearbeiter: Hansen
goltgesteine
stN.
‘(goldfarbene) Edelsteine’ (zu
goltstein
):
do bat er [...] got daz daz holtz golt wart. vnd die
kieselinge zv goltsteinen. [...] ‘nv get zvn
goltsmidin vnd versuͦchit daz golt vnd daz goltgesteine ob iz guͦt vnd
gebe si’ PrLpz (L)
78,28
MWB 2 851,22; Bearbeiter: Hansen
goltgevar
Adj.
‘goldfarben’
wie dick dô loblîch erschein / der schilt von zwelf strichen klâr / zobelswarz
lieht goltgevar! Helbl
13,36;
der stein [...] ist ouch von zwein
varwen: / grune, darzu golt gevar HeslApk
21975
MWB 2 851,28; Bearbeiter: Hansen
goltgewant
stN.
‘goldverziertes Kleidungsstück’ (vgl.
golt
stN.
1.1.2
):
nyemands ward da vergessen: / den ritteren gab man
goldgewand, / von seyden nam sariant, / knechtes knecht von scharlachen
HvNstAp
11438
MWB 2 851,33; Bearbeiter: Hansen
goltgewihte
stN.
die Maßeinheit für das Gewicht von Gold:
dorczu gebe wir yn [den Bürgern der Stadt
Goldberg] ouch, [...], daz sy ir goltgewychte
beyde kleyne unde gros gliche sullen habin, als is unse stat Legnicz hat
UrkBresl
174
(a. 1348)
MWB 2 851,38; Bearbeiter: Hansen
goltgewunden
Part.-Adj.
‘mit Gold umwunden’
er vurte in siner hant / einen golt gewundenen gêr
Rol
869;
ain golt gewunden spiez ebd.
5068
MWB 2 851,43; Bearbeiter: Hansen
goltgimme
swF.
‘goldfarbener Edelstein’, hier übertr. für christl. Prediger, die im Rahmen
einer Allegorie mit Sternen verglichen werden:
die golt gimmen, / die mit iren suzen stimmen / die guten
rechte larten HeslApk
13547
MWB 2 851,46; Bearbeiter: Hansen
goltgruobe
stF.
‘Goldgrube, Goldbergwerk’
aurifodina: goltgruͦb VocOpt
9.014
MWB 2 851,51; Bearbeiter: Hansen
goltgrûʒ
stMF.
‘Goldkörnchen’
man sal die goltgrusz / lesen usz den grieszen Krone
18116;
ez birget ein rot goltgrouz / ein swartzer ruoztropfe ebd.
2023.
– swM. (?):
deszhalb was es [
gewelbe
] nit zü swach /
jnnen vnd uszen / von richen [Hs.
richem
] goltgruszen / vnd von edelem gestein, / damit es
gemeyn / gezieret was Krone
15728
MWB 2 851,53; Bearbeiter: Hansen
goltketene
swstF.
‘Goldkette’ (als Halsschmuck):
góld kétenon in lántfrîde wîs gebrôihta
máchen wír dír Will
18,2;
golt ketenne TrudHL
23,22
MWB 2 851,60; Bearbeiter: Hansen
goltklange
swSubst.
‘goldenes Glöckchen’ (vgl.
goltschëlle
):
die einlif [elf Edelsteine] wâren hie in geleit, /
an daz vürbüege zebreit, / zwischen den gehangen / guote goltklangen: / die hôrte
man verre klingen Er
7753
MWB 2 851,63; Bearbeiter: Hansen |