gartkrûtelehe
stN.
‘im Garten gewachsenes (frisches) Gemüse’
durch daz gnuge allin den bruderin svei [=
zwei
] gesotene mus. ist dar ubir obiz oder gart
crutelee [
poma aut nascentia leguminum
] , daz
werde daz drite BrHoh
39
MWB 2 110,10; Bearbeiter: Bohnert
gartkümen
stM.
zu lat. cuminum.
‘Gartenkümmel’ (vgl. Marzell 1,1267):
carvi: gartkoͤmen DWB
4,1,1,1409
(Mones anz.)
MWB 2 110,15; Bearbeiter: Bohnert
gartlant
stN.
‘Gartenland, Garten’
eyn phunt Wienner phenning gelts, des eyn halb phunt leit auf vron Wendeln der
vragnerin [...] haus vnd auch auf gartlant, daz dar
zuͤ gehort UrkHeil
2,170
(a. 1337).
2,69
(a. 1321)
MWB 2 110,18; Bearbeiter: Bohnert
gartquënel
F.
zu lat. cunila, conila (vgl.
quënel
,
gartkolle
).
‘Bohnenkraut’ (vgl. Marzell 4,128f.),
Glossenbelege gartkunile, gartconel, gartquuendel in Hss. des 12.
bis 14. Jh.s s. AWB 4,124
MWB 2 110,23; Bearbeiter: Bohnert
gartwurz
stF. , -wurze
swF.
zu
gart
und
gerte
(s. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,97).
‘Eberreis’ (vgl. Marzell 1,416):
abrotanum: gartwrz SummHeinr
2:173,282.2;
Gl
3:580,42;
abrotanum: gartwrze ebd.
3:584,10;
weitere mhd. Glossenbelege s. AWB 4,125 s.v. gartuuurz und
-uuurza
MWB 2 110,27; Bearbeiter: Bohnert
garvrî
Adj.
‘vollkommen frei, hochfrei’ (entspr. sëntbære vrî /
sëmpervrî, lat. ingenuus):
ez enist nieman gar vrî wan des vater und des muoter und der
vater und der muoter sentbære vrîen wâren SpdtL
135,4.
130,6.
– subst.:
wir zelen drîer hande vrîunge. der heizent ein gar vrîen alse
fürsten und die vrîen ze man hânt; sô heizent die andern mitter vrîen, daz sint die
der vrîen man sint; die dritten vrîen daz sint die lantsæzen und die gebûren
SpdtL
82,6
MWB 2 110,33; Bearbeiter: Bohnert
garwe
Adv.
→
gar
Adj., Adv.
MWB 2 110,43;
1garwe
stF.
( Teichn )
‘Schafgarbe’ (vgl. Marzell 1,82):
batenie, garwe, isirnhart geliche vil ir icklich unde daz
gesoten in wassere unde steteclichen getrunken, vertribet den stein
Macer
64,16;
millefolivm crassium: garwe Gl
3:580,2;
SummHeinr
1:193,283;
weitere mhd. Glossenbelege s. AWB 4,103.
– übertr. für Maria:
er [Gott] must nemen ein rain
garb [: varb
] / ze streichen auf der sunden
slag Teichn
215,166
MWB 2 110,44; Bearbeiter: Bohnert
2garwe
stF.
‘das Fertig-, Garsein’
[beim Einkochen von Kirschen:] das czeichin der gare ist,
wen du sist di hut abe geschelit Pelzb
133,17
MWB 2 110,53; Bearbeiter: Bohnert
3garwe
stF.
= garwer schîn
‘reiner Anblick, ganze Deutlichkeit’
(vgl. →
gar
stF.):
[das eucharistische Blut Christi wird wie Wein aus einem Kelch
getrunken, denn] schine daz blût in garbem schîn / rôw und rôt, iz
wêre ein pîn / zû nutzen und ouch vreislîch, / widerzême und schûzlich: / dar um daz
blût sunder garbe / getrunken wirt in wînes varbe JvFrst
2129
MWB 2 110,56; Bearbeiter: Bohnert
garwwurz
stF.
‘Wurzel der →
garwe1
stF.
’
nym garw worcz, stoz se vnde do eyn wenich bottern dar
czuͦ OvBaierl
97,7
MWB 2 111,1; Bearbeiter: Bohnert
garz
Adj.
über mögliche Beziehung zu
garst
vgl. DWB 4,1,1,1427.
1
‘bitter, herb’
2 von Menschen: ‘milchbärtig, einen Flaumbart habend’ (vgl.
garzehâr
)
1
‘bitter, herb’
der dranck was bitter als der doit, / hi was noch garczer dan
ein galle MinneR497
943
2
von Menschen: ‘milchbärtig, einen Flaumbart habend’ (vgl.
garzehâr
):
Fukart der garze / inde Ruͦhart der swarze / inde Hertwich der kale, /
si hadden manige zale [Anklage] / weder die koninginne
MorantGalie
2009
(mit Anm. z.St.).
2190
MWB 2 111,4; Bearbeiter: Bohnert
garzehâr
stN.
‘Milch-, Flaumhaar’
(vgl.
garz
2
und J. Grimm, Reinhart Fuchs, Berlin 1834, S. 106;
DWB 4,1,1,1427 s.v. garze):
redet min pate tvmpliche, / daz ist niht wunder, deswar, / von
dev er treit noch daz garze har ReinFu
K,550
MWB 2 111,13; Bearbeiter: Bohnert
garzûn
stM.
im Pl. auch sw. (
MorantGalie
5122.
5451,
s.a. Anm. zu V. 940).
– aus afrz. garçon (vgl. Vorderstemann, Fremdw. 94f.).
‘Knappe, Page’;
der Dienerschaft des Hofes, eines Ritters, einer vrouwe
angehörend:
sîn bovel man dort vor ersach: / garzûne, koche unde ir knaben
/ heten sich hin für erhaben Parz
18,23;
die schenken wâren ouch dâmite, / köche, ir buoben nâch ir site, / manic vilân
und garzûn UvEtzWh
1493;
min garzun Pitipas RvEWh
5439;
Wig
8860;
HvFreibTr
4355;
MorantGalie
5122.
5451.
– häufig als Läufer, laufender Bote verwendet:
‘wîchâ, herre, wîche!’ / die garzûn alle riefen /
die dâ vor im liefen Wig
3001;
mîn garzûn loufet drâte Iw
2132;
brûder Walther einen garzûn het, / den er in zu boten tet
Kreuzf
5279;
predigære und garzûn / heimlichen brief truogen umb
Ottok
420;
Er
2518;
NibB
223,1;
Parz
283,25;
UvZLanz
2595;
HvFreibTr
1160.
–
für einen rîter ich iuch sach: [...]
/ nu [da Ihr kein Pferd habt] müezet ir ein garzûn wesn
Parz
523,9.
524,1.
– trägt, kümmert sich um die Waffen seines Herrn in Kampf und Turnier:
ez liefen kreiierende hie / behender garzûne gnuoc, / der
ietweder truoc / driu sper ode zwei Iw
7107;
wie si mit scheften stæchen, / wie vil si der zebræchen: /
daz suln die garzûne sagen; / die hulfen ez zesamene tragen Tr
5059;
die garzûn nâch im drungen; / die truogen schilt unde sper
Wig
1983;
Loheng
2466;
StrDan
8186.
– selbst nicht ritterlich bewaffnet:
ein garzûn [...], / der einen guoten
bogen truoc Iw
3264;
EckenlE2
44,7.
–
swacher, bœser ~
‘geringer, niedriger Knappe, Mann’
ein swacher garzûn Parz
660,27;
dem bœsten garzûn den er hât / deme welle er sî geben
Iw
4496;
so sult ir [...] einen bosen garzun
[gemeinen Burschen] / si beide duͦn erstechen
MorantGalie
940
MWB 2 111,18; Bearbeiter: Bohnert
gasse
swM.
Adler- oder Geierart?
ist ez ein wy oder ein stockar, / ein gasse oder sust ein
gyͤr? Minneb
5097
m. Anm. z.St.
MWB 2 111,54; Bearbeiter: Bohnert
gast
stM.
s.a. DWB 4,1,1,1454ff. mit ausführlicherer Darstellung und zahlreichen mhd.
Belegen.
1
‘Fremder’
1.1 eigentl. 1.2 bildl. 2
‘(fremder) Held, Krieger, Feind’ (s.a. unter
5 ) 3
‘Hausgast’ , häufig mit Poss.-Pron. und im Ggs. zu
wirt (s.a. unter 5 ; sprichw. Wendungen s. TPMA 4,164ff.) 4 in Bed. 2 und 3 häufig mit kennzeichnendem attr.
Adj.;
1
‘Fremder’
1.1
eigentl.:
ich was ein gast, / herberge mir bi iu gebrast JTag(W)
339;
Parz
361,27;
vür einen gast enphie si ir kint Greg
1935;
Iw
8040;
vor gesten sint se [
mangiu
wîp
] an kiuschen siten Parz
201,27;
Walth
81,12;
der haisset ein gast, der in einem andern lant gesessen ist oder auch der
under einem andern vuersten ist StRBrünn
393;
des landes gast Parz
398,30.
775,29;
swelch gast sin gut hie in der stat verkauffet
StRAugsb
24,8;
SSp(W)
3:45,6;
UrkCorp (WMU)
1694,31;
die niht geste wâren [d.h. die
Einheimischen]
NibB
1363,2;
StRFreiberg
51,5.
–
die kunden unde die geste u.ä., eine Gesamtheit
bezeichnend:
man enpfienc [...] / die
kunden und die geste Tr
12537;
KlageB
273;
ir [Kriemhild] friunde unt
ouch die geste die heten einen muot NibB
1370,1;
die geste und daz gesinde UvZLanz
7799;
Iw
143;
Parz
345,8.
– rechtsspr., gastes reht
‘Recht, das für Fremde gilt’
und ist das ein gast chumt zuo der stat und chlagt
[...], an swen er dâ chlagt, der sol im
antwurtten nâch purgers recht und nicht nâch gasts recht RbRupr
234.
228;
swelh purgær [...] prot her bringet
[...] von andern steten, der sol daz vail haben
vnd verkaufen [...] nach gastes rehte
UrkCorp
580,24;
StRLandau
230
1.2
bildl.:
ist diu liebe gast, / dâ diu schœne ist ingesinde Neidh
WL 35:6,11.
– jmd. ist einer Sache (Gen.) (ein) gast
‘jmd. ist einer Sache (entfremdet:) beraubt, davon
getrennt’
alsus was er sîn selbes gast [sich
selbst fremd geworden]
Iw
3563;
frou Herzeloyd diu rîche / ir drîer lande wart ein
gast Parz
116,29.
328,16.
742,8;
sie [...] was gedanken nicht
ein gast HvFreibTr
695;
daz ich [...] aller fröiden
gast / iemer bin SM:Gl
3: 9,13;
ich bin Minne ein gast SM:KvL
20: 4,1;
daz er der sêle wart ein gast [starb]
Frauentreue
297;
diu [Linde] was des loubes
[...] ein gast Neidh
SL 16:2,2,;
StrKD
36,32;
Marner
14,222;
LvRegFr
4003;
Auge
13.
– jmdn. einer Sache (Gen.) gast tuon
‘jmdn. einer Sache berauben, fremd werden lassen’
nahtes vrost, tages hitzeglast / tet in sîner schœne
gast RvEBarl
15334.
– jmdm. ist eine Sache gast:
armüete was in gast Serv
114;
des muoz dir sælde wesen gast HartmKlage
1233.
1392;
mir ist freude gestîn, hôhmuot gast
Parz
219,22;
güete [...] ist ir ein gast
KLD:WvHeinz
3a,9;
diu vreude was ir herzen gast Wig
11577
2
‘(fremder) Held, Krieger, Feind’ (s.a. unter
5):
sô daz si di scarfen sas / teilten mit den gesten
SAlex
4590;
unser zweier geste [dein und mein
Heer]
ebd.
4619;
die [Sachsen und Dänen] brâhten in
ir reise [Kriegsschar] vil manegen hêrlîchen gast
NibB
140,4;
die burgær die enmohten / sich niht erwern der geste
UvZLanz
161;
Wig
11152;
UrkCorp (WMU)
26AB,30,31
3
‘Hausgast’, häufig mit Poss.-Pron. und im Ggs. zu
wirt (s.a. unter 5; sprichw. Wendungen s. TPMA
4,164ff.):
ein wirt bî sînen gesten schôner nie gesaz
NibB
1817,1;
’s wirtes geste ebd.
37,1;
ich bin gast und selten wirt Tannh
12,9;
Parz
169,23;
SM:Had
20:3,1;
die mûter ist gast in des sunes geweren SSp(W)
1:20,7;
sîme wirte, dâ he geherberget ist, unde sîme gaste unde swer zu sînen gnaden
vlûht, deme sal der man helfen ebd.
3:78,7;
StRSchlettst
42;
StRBrünn
403.
– im Wirtshaus:
des sal he [Wirt einer
taverne
] abir guzuic [=
geziuge
] habi an sinen geistin
Mühlh
126,25.
– im Kloster:
alle di geste di zv deme clostre kvmint die werdin inphangin alse der
heilige Crist BrHoh
53;
ez sol ein starker bærting
[...] pflegen der geste Rennew
33867.
–
ze gaste
‘zu, als Gast’
diu hiuser wâren über al / beherberget vaste: / der sich sîn ze gaste /
wolde underwinden, / den enkunde er niender vinden Er
235;
wie sol ich den ze gasste enpfan / der mir den schaden
hatt getan ? GTroj
12725;
daz her in die burc trat, / niemant ez zû gaste bat LivlChr
7254.
2662.
9655;
wir laden dich ze gaste Suchenw
25,109;
PleierMel
4525;
TristMönch
1143;
Bit
5050;
Hadam
369,6;
(bildl.:)
iedoch so wolt ich iur [Frau Aventiure] ze
gaste / nicht wandel han in mines herzen cluse JTit
4020,2.
– jmdn. (Beklagten) ze gaste
‘in Geiselhaft (beim Kläger)’
geben/nemen:
so git der rihter dem cleger den man an den er claget
[...] ze gaste UrkCorp
2596,32;
genimet in der cleger ze gaste ebd.
2596,45.
– bildl.:
mensche dv bist hie [in der Welt] ein gast /
vnde wenest sin ein wirt Martina
145,72;
die tugende vliehent alle vast, / swenn in zuo kumt ein bœser gast
[wie der arge muot
]
WälGa
2980;
bi wilen ist zu vol / din herze an bosen gesten
Vät
16783;
phenninge daz sint geste, / die gen euch doch uz der hant ErzIII
56,284
4
in Bed. 2 und 3 häufig mit kennzeichnendem attr.
Adj.;
vremder, ellender, unkunder ~
:
jâ wart vremder geste baz gepflegen nie
NibB
801,2.
1175,4;
si vorhten keinen vremden gast / noch deheines küneges her
UvZLanz
212
u.ö.;
Roth
1333;
ReinFu
K,636;
Parz
374,23;
die ellenden geste / warin hanfeste / biz an den anderen
dath [l. dach
]
Roth
2485;
Tristan der ellende gast Tr
2921;
KvHeimHinv
1033;
SM:Ga
1a:3,5;
JTag(W)
525;
den unkunden gesten man diente hêrlîche sît
NibB
1671,4.
1295,3;
Parz
250,6;
UvZLanz
4520.
–
lieber, werder, leider ~
:
dâ wart vil michel grüezen die lieben geste getân
NibB
786,4.
1811,4
u.ö.;
Herb
14642;
Iw
4766;
Tr
567;
die von Bechelâren bereiten sich dar zuo, / wie si
behalten solden vil manigen werden gast NibB
1317,3.
585,1;
slahen, tœten, vâhen / sach man die werden geste dâ / des
künges her von Persîâ RvEAlex
7529;
KvHeimUrst
1572;
Wh
14,10.
172,20;
KvWTurn
245;
gedenke wol dar an, / daz nie wirt deheiner sô leide
geste gewan NibB
2162,4;
den zagen ist
siu [
minne
] ein swærer last, / des
swachen herzen leider gast UvZLanz
928;
Rol
875;
Tr
5506.
7101;
laidiger gast ist kurczer freundt Neidh(S)
2,227 c125:3,10
MWB 2 111,57; Bearbeiter: Bohnert
gastach, gestich
stN.
mit Suffix -ach/-ich (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 52)
gebildetes Kollektivum zu
gast
.
‘Gesamtheit der Gäste, Gästeschar’
do horter al daz Constantin / redite mit den
[Dat. Sg.] gestiche sin Roth
3861
MWB 2 113,46; Bearbeiter: Bohnert
gastambeht
stN.
‘Gastamt, für Fremde zuständiges Zollamt’
vendentes falces dant Jacobi martrecht ad officium, quod vocatur gastammecht
WeistErf
117;
glocspise pertinet ad gastammecht ebd.
112.
112
MWB 2 113,51; Bearbeiter: Bohnert
gasteige
stN.
→
gesteige
MWB 2 113,56;
gastël
stN.
afrz. Form von →
wastël
.
eine Art Brot oder Kuchen:
do vant her ein halp brot, / daz man da heizet gastel ─ / iz
ist alumme sinuwel GrRud
H 31
(s. Anm. z.St.)
MWB 2 113,57; Bearbeiter: Bohnert
gastelîche
Adv.
→
gastlich
MWB 2 113,61;
gasten
swV.
→
gesten1
,
gesten2
MWB 2 113,62;
gast|êre
stF.
‘die einem Gast erwiesene Ehre’
waz solt ein vîretegelich glanz, / ern wære durch die wochen ganz? / swer
werder vrouwen hulde / erwerben wil mit der gastêre, / daz ist niht rehter Minne
lêre RvZw
272,10;
do die boten komen wârn, / dô begie der kunic hêr / sîn reht
und die gastêr. / si wurden geherbergt wol Ottok
53074.
43526.
75735
MWB 2 113,63; Bearbeiter: Bohnert
gastgëbe
swM.
‘Gastgeber, Wirt’, der Fremde bei sich aufnimmt (und
beköstigt):
hospitalis: gast geben Gl
4:116,5;
wir sprechen nu von wierten, die in den steten gastgeben haizzent
RbRupr
40;
man sal nymande zu eynem gastgeben rechin, er sy denne eyn gemeiner gastgebe
RbMagdeb
292,21.
266,48;
StRMünch
195,1.
411,22
u.ö.;
StRAugsb
17,14;
StRPrag
9.
71;
StatTrient
156;
WüP
32,2.
32,7;
gastgebin sullin tragin den nam / daz si wesin mitesam, / und senfte rede
sullin si han / kein gestin, di si entphan PfzdHech
323,32.
319,23.
320,3;
sô sint etelîche wirte unde gastgeben in den steten, daz sie ein gesoten spîse
als lange behaltent, daz ein gast dran izzet daz er iemer deste krenker ist
PrBerth
1:150,37;
si [Gier] füert ouch an irm reien /
[...] wuocherer, / gastgeben, lîtgeben Renner
4392;
PassIII
321,77;
Teichn
409,38.
– im Zusammenhang mit Geiselschaft bzw. Einlager (vgl. 2HRG
1,902):
und sol [...] der [Bürge]
ze hant hie ze Auspurch laisten in rehter giselscheft ze ainem erbern gastgeben ân
gevaerd UrkAugsb
1,235
(a. 1324).
1,259
(a. 1330).
1,285
(a. 1332);
laysten nach geyselreht [...] in ains offen gastgeben
haus UrkBrixen
528
(a. 1332).
–
secht wie man alda ligen sach / vnseres herren gastgeben [der die
hl. Familie beherbergte]
PassI/II
40,92;
KvFuss
2124.
– bildl.:
wir sullen vrolichen kumen / zu dem liben gastgeben
[Christus] . / [...] er gibt
uns das ewige leben ErzIII
41,45;
[der Teufel ist] ein vater aller hovbt sünde / hovbt man
der helle grunde / wernder not ein gast gebe Martina
157,75
MWB 2 114,7; Bearbeiter: Bohnert
gastgëber
stM.
wie →
gastgëbe
:
ouch ist erfunden, daz ie der wirt oder gastgeber sînem gaste sagen sol, daz
[...]
StRMeran
414;
ouch sol der veiltrager in sînem gewalte niht behalten ezzendiu pfant: er soll
diu heizen antworten hinz einem gemeinen gastgeber an Merân
[...]
ebd.
419.
423;
StRPrag
86
MWB 2 114,38; Bearbeiter: Bohnert |