1gespünne
stN.
‘Muttermilch’
wilt aber dû gemainleich wizzen, welher frawen milch pezzer
sei, sô nim ain glas oder ain glate tafeln von holz und lâ des gespüns tropfen dar
auf: sint si dann dick und zevliezent niht, sô ist daz gespünn guot
BdN
25,15.
452,27;
GestRom
145
MWB 2 589,1; Bearbeiterin: Baumgarte
2gespünne
stN.
unklar, ob hier sonst erst später belegtes ‘Gesponnenes,
Gespinst’ oder
gespünne1
:
stôz in daz [mit Salz und Pimpinelle vorbereitete
heiße] wazzer einen viltz vund leg in auf den smertzen
[...] vnd nim gespvnne vnd ezzeich vnd rôsen wazzer
geleich mit einander vnd wasch daz vader
[vorherige] wazzer ab Barth(H)
487
MWB 2 589,7; Bearbeiterin: Baumgarte
gespunnen
stN.
(Glr. Elis ) d.i.,
gespunne
swF.
→
gespinne
MWB 2 589,14;
gespunse
swFM.
‘Braut, Bräutigam’
dann ist daz riche der himel glich zehen ivnchvraven di da
namen ir lampen vnd gingen vz gegen dem gespvnzen vnd der gespvnzen
EvAug
62,14;
du solt daz wissende sin, daz ich mit den minen aller liebesten frv́nden vnd
mit den minen aller liebsten gespvnzen alsus spvnziere, also ich mit dir dise vier
iar gespvnzieret habe MerswZM
19,23;
eines tages sach ich den hanen scherzen / mit sînen gespunzen in einem garten
Renner
3521;
sy hat [...] die welt mit aller ir geziert gantzlich
verschmach umb iren heren Ihesum Christum, den himelschen gespuntzen aller rainer
und demuͤtiger hertzen Stagel
102,37
MWB 2 589,16; Bearbeiterin: Baumgarte
gespunst
stF.
1
‘das Spinnen, der Vorgang des Spinnens’
2
‘Material zum Verspinnen’
3
‘das Gesponnene, der Faden’
1
‘das Spinnen, der Vorgang des Spinnens’
wande sich di reine wolde / nach godelicher gunste / generen mit gespunste
Elis
6992.
7120.
– auch: das Einspinnen (einer Fliege im Spinnennetz; anders Glr.z.St.
‘die Spinne’):
ein spinn er [Augustinus, Confessiones
10,35] spynnen sach / ir gewepp. da peicht er nach / das im
sein czeit damit verswant, / [...] / dy weil er schaut
czu der gespunst Teichn
646,77
2
‘Material zum Verspinnen’
flas enkonde si doch niet / zu garne wol gespinnen: / des bat si ir gewinnen /
wollen wa si mochte, / waz ir gespunste dochte Elis
6986
3
‘das Gesponnene, der Faden’
weben si [Eoma, Adams Tochter] ze
dem êrsten vant [erfand] / und macht die gespunst zehant /
ze tuoch EnikWchr
1446;
und als in denne des [des Spinnens] verdrôz, / sô
warf er zuo der wende / unwirslîch ûz der hende / beidiu kunkel
[Spinnrocken] und gespunst KvWTroj
15879
MWB 2 589,30; Bearbeiterin: Baumgarte
gespür
stN.
Koll. zu
spür
‘mehrere Spuren’ (vgl.
gespor
,
spor
):
nü kam er vf ein gespùr, / als ob yme ritter ritten vor Krone
28733
MWB 2 589,49; Bearbeiterin: Baumgarte
gespuwe
stN.
→
gespîwe
MWB 2 589,52;
gëst
stM.
→
gist
, →
jëst
MWB 2 589,53;
gestal
stN.
‘Beispiel, Probe zur Ansicht’ (vgl. Schiller/Lübben s.v.
stâl, stale M. und N.; anders Glr.z.St.:
‘Zustand’):
mocht ich sy sonder begryp aenschouwen, / ich weys daz wol daz
myn oughen / ir selden solden werden ontzogen. / daz man saget, daz ist waer: / waer
daz liep ist, daer ist der ougen schaer. / daz ist eyn waer gestal, / daz merchet
aen desen wol MinneR336
223
MWB 2 589,54; Bearbeiterin: Baumgarte
gestalt, gestellet
Part.-Adj.
die beiden Part. Prät. von →
stellen
werden im Mhd. in den gleichen adj. Konstruktionen
verwendet -
gestellet jedoch deutlich seltener.
1
‘so seiend, beschaffen; sich (so) verhaltend’ , i.d.R. präd.
(vgl. aber z.B. 2.1
KLD:GvN ), oft semantisch so an sîn/wërden angenähert, dass
sich ein eigener semantischer Beitrag kaum fassen läßt ( 1.1 mit explizierendem Adv. (gelegentlich auch halbpräd. Adj., vgl. Behaghel, Dt. Syntax 3,475- 477) 1.2 mit explizierenden präp. Wendungen 1.3 mit explizierendem Vergleich 1.4 mit Ausdrücken, die eine Beschreibung vertreten 1.5 phras.: umbe jmdn./etw. gestalt sîn
‘(so) um etw./jmdn. bestellt sein’
2 in der Wendung gestalter eit
‘ein im Wortlaut festgelegter Eid’ (zur Wendung eit
stellen
stellen
, vgl.
1
‘so seiend, beschaffen; sich (so) verhaltend’, i.d.R. präd.
(vgl. aber z.B. 2.1
KLD:GvN ), oft semantisch so an sîn/wërden angenähert, dass
sich ein eigener semantischer Beitrag kaum fassen läßt (
talis est dilectus meus, alsus minneklich gestellet ist min
suͤsses lieb Seuse
378,14;
zwey augen zweyerleye getan, / [...],
/ braun einz, daz ander gra gestalt Physiogn
191
); im späten Mhd. auch im spielerischen Wechsel mit gestalt stF.
adj. gestalt i.S.v. ‘aussehend, gestaltet’
(vgl.:
pilosus ist ain tier, [...], daz hât
ain gestalt oben als ain mensch und ist unden gestalt als ain tier
BdN
157,21
); immer mit einer Beschreibung korreliert
1.1
mit explizierendem Adv. (gelegentlich auch halbpräd. Adj., vgl. Behaghel, Dt.
Syntax 3,475- 477):
den [Frauen] wâren cleider
untter lîp / vil armeclichen gestalt Iw
6193;
wâ wart ie baz gestalter lîp KLD:GvN
23: 2,2;
Brangâne und Kamelîne, / die sint in sulchem schîne / und
alsô minnenclîch gestalt, / daz sie vröuden manicvalt / wol mugen geben einem
man HvFreibTr
4857;
so wirde ich so rehte froͤlich gestalt
Seuse
450,18.
377,29;
HvNstVis
558.
–
frowen guot, [...] / sî sint
milt und minnenklîch gistellet / und hânt dâbî tugende vil
SM:Had
11: 6,7;
SM:Te
9:2,6;
sin roͤselechten wangen, die da brunnen als
die rosen, sint nuͦ [...] erbleichet und gar
magerlich gestellet Seuse
551,27.
– bes. mit wol, wobei die Verbindung →
wolgestalt zunehmend fest wird:
ir wengel wol gestellet / sint gevar / alsam ein
touwic rôse rôt MF:Wolfr
8: 4,1;
des man sach, wie wîblîch wol si sint gestalt
SM: Had
3: 1,6.
52:9,3;
si ist gestalt unmassen wol / da di gurtel ligen sol
HvNstAp
15085;
gestalt sô ritterlîche wol RvEBarl
11889
1.2
mit explizierenden präp. Wendungen:
– mit ane:
der win ist gut zcu trinkene welchir di mittel maze
hat an der groze vnde an der kleine vnde al dar nach he gestalt ist an deme
aldir SalArz
20,45.
– mit mit:
er was so hovelichen / mit witzen gestellet / daz er
wart gesellet / Wildehelme von Österrich WhvÖst
9319.
– mit nâch:
das sin gotlih gewalt / nah sinim antlútze gestalt /
ein menschin mahte RvEWchr
222;
Iw
2816;
rîfe und anehanc die heide hât betwungen, / daz ir
liehter schîn / nâch jâmer ist gestalt KLD:GvN
30: 1,4;
RvEWchr
11789.
– mit ûf:
dîn munt ist ûf den kus gestalt
MF:Wolfr
8: 2,7.
– mit ze:
sîn muot ze zorne wart gestalt Wig
2240;
juncvrau, [...] wizzet ir
der botschaft niht, / so bringe ich ir iuch innen: / ir dunket mich ze
sinnen / gestalt WhvÖst
11121.
–
hî, wie ist er ze vehte / und ze kampfwîse /
gestellet sô ze prîse Tr
11208;
si ist minneklich / und gestellet ze sehenne gehiure
SM:WvH
5: 2,5
1.3
mit explizierendem Vergleich:
geracîte heizt ein stein, / [...]
/ und ist als ein nuz gestalt Volmar
481;
si ist âne lougen gestalt sam diu minne
MF:Mor
25: 2,3;
nû sach er innerhalp dem tor / ein wîtez wercgadem stân:
/ daz was gestalt und getân / als armer liute gemach Iw
6188;
Brun
7802.
–
ir hor: daz ist gestellet sus / gel sam ein thopasius
Minneb
2449;
ja weren als eine rote nackensnur / siner vrouwen
lippen gestellet Brun
2759
1.4
mit Ausdrücken, die eine Beschreibung vertreten:
– erfragend:
sô lât mich erkennen daz, / wie der dienest sî
gestalt, / den ich mich sol nemen an KLD:UvL
33: 2,4.
–
wie sint geschaffen die ingange des abgrúndes, oder
wie sint gestellet dú wasser ob dien himeln? Seuse
293,15.
– wiederaufnehmend:
starkiu bein, krumbe vüeze / hêt si, sus was si
gestalt Wig
6349;
trag ich zuotzir holt, so treit sî gegen mir haz. /
nimt daz nit ein ende, / daz kostet ein sterben / mich vil senden man:
darzuo bin ich gestalt SM:Wi
1: 4,13.
– vorausweisend:
deß leuwen art ist so gestalt: / lauffet er an ainen
degen palt, / so kennet er zu kurtzer frist / das er ain rechter reck ist
HvNstAp
12543;
daz sehste gebot ist sô gestalt, / er sî junc oder
alt, / er sol sîn in rehter fuor / und sol lân sîn überhuor
EnikWchr
9081
1.5
phras.: umbe jmdn./etw. gestalt sîn
‘(so) um etw./jmdn. bestellt sein’
vmme Rome was iz so gestalt / daz der richin gewalt / vbir
die armin nine gienc Athis
A 125;
ich welle ervinden / wie es umb die vigend sy gestaltt
GTroj
21825;
SalArz
101,54;
EnikWchr
8597
2
in der Wendung gestalter eit
‘ein im Wortlaut festgelegter Eid’ (zur Wendung eit
stellen
→
stellen
, vgl.
Tr
15698
):
er schwur deß ainen gestalten aid / das er nagel, part noch
har / nicht abgeschnite untz an das jar / das du zu manne wirst geben, / ob im got
wil fristen das leben HvNstAp
15180.
3362;
über die uorgeschribenen sache alle hat er uns einen gestalten ayt geschworen
DRW
4,565
(Herrgott,MAustr.; a. 1329)
MWB 2 589,62; Bearbeiterin: Baumgarte
gestalt
stF.
1
‘Gestalt, Form, Aussehen’ die Übergänge sind fließend; vgl.
gesteltnisse
1.1
‘Körper, Statur’
1.2
‘Form’
1.3
‘Aussehen, äußeres Erscheinungsbild’
2
‘Zustand, Gegebenheiten’
1
‘Gestalt, Form, Aussehen’ die Übergänge sind fließend; vgl.
gesteltnisse
1.1
‘Körper, Statur’
darumb habentz [die
Teufel] nicht gestalt [keine materiellen
Körper] . / [...] / si habent weder
fuez noch drozzen [Hälse] / daz mann legt ein cheten
dran. / solt er aygen gestalt han / von natur, die belib im auch stet / daz ers
nicht verwandeln tet Teichn
564,3826.
564,3843.
564,3791;
der tiuvel [...] in aines grifen
gestalt WhvÖst
10895;
wan er was wenyges libes der gestalte
EvAug
187,22;
sô schüll wir nu sagen, wie des menschen gestalt und
seiner glider schickung [Anordnung] uns bezaichent
sein nâtürleich siten BdN
42,17.
427,21
1.2
‘Form’
wanne ob der himel ain ander gestalt het, daz er drieket
wer oder viereket oder vileket KvMSph
12,21;
uz silber wiz von Kakumaiz / die buͦchstaben gaben
schin, / die sus kunten [verkündeten] sine pin / mit
der gestalt ir figur WhvÖst
3101;
do nate si den selben namen jesus mit roter siden uf ein
kleines tuͤchli in diser gestalt: ihs Seuse
154,8;
als es an [...] der bvrigær ze Mvͦnchen
briefe [...] geschriben ist vnder der gestalt:
[... Text der Urkunde]
UrkCorp (WMU)
2230,29
1.3
‘Aussehen, äußeres Erscheinungsbild’
daz flaisch daz hât mangerlai gestalt in mangerlai
glidern, wann daz flaisch in der lungen ist von rôter rôsenvarb und ist satrôt
in dem herzen, [...], in der milz ist ez swarz oder
swarzlot BdN
23,22.
460,30;
in der vinster mag niemd varb erkennen, dar umb gibt daz
lieht der varb ir gestalt und ir form ebd.
59,12;
hêrre, sîne gestalt / kan ich wêrlîch nicht gesagen. / dô
ez alrêst begonde tagen, / in der tunkel er mich quam an; / ichn kante weder ros
noch man HvFreibTr
2236;
ich wil iu zeigen ir [der
Walhen] gestalt: / er sî junc oder alt, / die tragent all
houben, / daz sült ir mir gelouben, / unde wît röck zwâr EnikWchr
27401;
HvNstAp
4459;
Helbl
1,274
2
‘Zustand, Gegebenheiten’
also, daz er vns den selben tvren [Turm] an dem
selben tag schol wider antworten in aller der gestalt, vnd er wos [wie
er war]
UrkCorp (WMU)
N516,5;
daz [der genannte rechtmäßige Zustand] dem chauffær
vnd dem verchauffer nach der gestalt der zeit vnd auch der duͦrftichait werde
behalten [nach den Gegebenheiten der Zeit und der Notwendigkeiten
gewährleistet bleibt]
ebd.
2345,6.
– auch von der körperlichen Verfassung:
die da heißent gotes kint, / schone
[...] die sint, / verre schoner dann sie / ie
gewesen sin alhie, / doch in rehter gestalt. / wer eins huͤndert jar alt,
/ kruͤmp, lam oder blint, / oder wer es ein kint, / ez wirt
[...] / als ez zu drissig jaren / enmoͤge
niht gereichen [ als ob es an die dreißig Jahre nicht heranreichen
könnte/ nicht ganz dreißig Jahre alt wäre]
HvNstGZ
6232;
ist aber si in der gestalt, / daz si iuch lîhte dunket
zalt Ottok
1809.
14448
MWB 2 591,30; Bearbeiterin: Baumgarte
gestalticheit
stF.
‘körperliche Erscheinung, Person’ (vgl.
gestalt
stF. 1.1):
auch datz chirchen sicht man wol / daz man chnien und naigen
sol. / da mit ert man nicht di stain, / nur dw heilichait allain /
[...] / also wiͤrt auch nicht genigen / der
gestaltichait der man / deu got wirdig hat getan Teichn
435,143
MWB 2 592,22; Bearbeiterin: Baumgarte
gestaltlîcheit
stF.
‘feste, materielle Gestalt, Körperlichkeit’ (im Ggs. zu →
geistlîchschaft
‘Körperlosigkeit’ ebd. V. 3850); vgl.
gestalt
1.1:
dein torisch frag [
wie man got ein gestalt
czu setzt V. 3854] / ich dir nicht erlayden mag. / waz
wiltu gestaltleichait gotes? / wer sich fleizzt seins gepotes, / der erchentn im
himelreich Teichn
564,3857
MWB 2 592,29; Bearbeiterin: Baumgarte
gestanc
stMN.
‘(unangenehmer) Geruch, Gestank’ (vgl.
gestenke
):
ez sprechent auch etleich, daz der frawen daz kindlein ab gê
von dem gestanch ainr erleschten kerzen BdN
42,9;
sô kümt der fuhs dar ein [in den
Dachsbau] gegangen und læzt im seinen mist dar ein. daz gestank
hazzet der dachs gar sêr und kümt nümmer in daz hol ebd.
163,23;
der vnreine gestanch von dem trache Konr
5,84;
wi dise dugentriche / mochte in keinen ziden / nie bosen ruch geliden, / si
leit doch hi ir dankes / unmazen vil gestankes / [...] / in
somerlicher hitze / vor der siechen betten Elis
3548;
HvNstAp
4416
MWB 2 592,36; Bearbeiterin: Baumgarte
gestanden
Part.-Adj.
‘erfahren, erprobt, bewährt’
daz sü in soltent einhellicliche erwelen zuͦ kunige, der von alter ein
gerehter gestanderre man were gewesen ClosChr
41,22;
vnd die schullen alz oft vnd ein priester abgestirbt, einen andern gestanden
vnd erbern wertleichen priester zu der gvlt vnd zu der messe ouf dem vorgenanten
alter erchiesen vnd erwelen UrkKlostern
1,260
(a. 1336);
waz der geherzete man / und der gestandene muot / durch
liebes wîbes willen tuot! / Tr
9225.
6484.
– dem unerfahrenen kint gegenübergestellt:
mîn munt im hôher vreche giht, / sô touc er doch vor kintheit zuo dem kampfe
niht. / gestanden swert ist guot ze grôzer herte Loheng
553;
ez [Silber] suln tragen wan diu kint, / diu
ritterschaft ze junc sint, / und ein rîcher koufman, / dem stêt ez niht übel an. /
ein gestanden edel kneht, / treit er silbr, er tuot niht reht Helbl
8,665
MWB 2 592,48; Bearbeiterin: Baumgarte
gestandene
swM.
‘jmd. der verlässlichen Rückhalt gibt, Anhänger’
wir [...] tvͦn kvnt vch, vnseren burgeren von
Strazburc, [...] vnser ansprache, die wir hant gegen den,
die sich meisterschefte vnd des rates zi Strazburc an nemment, vnd iren gestandenen
UrkCorp (WMU)
N2AB,22
MWB 2 593,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gestandenheit
stF.
‘Standhaftigkeit’
vnd do der richter sach die gantz trew vnd westendichait tzwischen den tzwain
gesellen [...], da lie er den schuldigen mit den
vnschuldigen ledig vnd wundert in von der gestandenhait in rechter frewntschaft
Schachzb
85,158;
herre Ihesu, [...] dv̍ wist vnd geleitest in
mit gestandenheit, daz ist, daz er gestat in dinem willen, vntz vf daz iungst ende
RvBib
111,10
MWB 2 593,7; Bearbeiterin: Baumgarte
gestanget
Part.-Adj.
‘mit einer Stange versehen, (zum Tragen) an einer Stange
befestigt’
min herren gebitent ouch, daz di schrotaͤr alle di meister sind und
heizzent, schuͤlen haben von ir ampte zwelf zuͤber gestanget
[...] und swa ein fewer uz chumet in der stat
[...] da schuͤlen si di
[...] zuͤber hin schikhen bi den chnehten
UrkRegensb
726
(um 1350)
MWB 2 593,16; Bearbeiterin: Baumgarte
gestat
stN.
‘Gestade, Ufer’ (vgl.
gestete
):
der swan der wîst daz schiffelîn / gein dem gestade Loheng
712;
man setz ain zil an dez meres ufer oder an daz gestat
KvMSph
15,15;
der vogel [Alcio] legt sein air
winterszeiten in den sant und allermaist wenne sich daz mer aufzeuht auf daz lant
und daz ûfer oder daz gestat beswært mit seinen ünden BdN
172,2
MWB 2 593,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gestæte
Adj.
‘standhaft’
joncfrow, [...] / so ratich uch mit
rechten rate / daz ir ur hertze halt ghestate / end vander mynnen keren
MinneR336
56.
–
~ stërne
‘Fixsterne’
alle sternen an dise siben heizent die steten sternen oder die
gesteten, wonde si gestetent sint in die witen, die da heizit daz firmamentum
MNat
2,17
MWB 2 593,32; Bearbeiterin: Baumgarte
gestate
Subst.
‘Überbringer, Bote’
legalma interpretatur nuntius: gestate Gl
2:624,1
(BStK221)
MWB 2 593,39; Bearbeiterin: Baumgarte
1gestaten
swV.
→
staten1
MWB 2 593,41;
2gestaten
swV.
zu deutlich seltenerem
staten2
.
‘(jmdm.) etw. erlauben, gestatten, zugestehen’ (oft zusätzlich
mit Dat.d.P.)
1 mit Gen.d.S. 2 mit Akk.d.S. 3 mit abh. Satz 4 mit Inf. oder Gerundium mit ze 5 mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.
1
mit Gen.d.S.:
die heten vil ungern / gestatet solher tât
Ottok
31328;
des enwil sîn magenkraft / niht verhengen, noch gestaten
KvWTroj
7041;
GenM
78,2;
Lanc
385,35.
–
wir mugin vil wole / in wîgis gestaten. / weiz got, wir
sulin si gesaten / strîtis unde vehte SAlex
4542;
do Herman [...] dem eine offene wunde stach
[...], darumme nu zu rechte Herman dem richtere
gevangens gestaten sal StRFreiberg
196,31;
Mechth
2:24,77;
5:34,25;
Litan
1386;
Tr
1240
2
mit Akk.d.S.:
‘hey herre got’, sprach die konigin,
‘warumb gestattet das myn herre? Lanc
139,5;
wer, das aber der vorgenante schultheise [...]
dekeinen [irgendeinen] vbergrif wolte tvͦn anders,
danne da erteilet wurt, das sol ein bischof von Strasburg weren vnd dekeine wis
gestaten UrkCorp
N185,39 (WMU).
–
alles das dir got gestattet, das tuͦ mir
Mechth
4: 17,23;
‘ez [Euch mein Reitpferd zu leihen; Hs.
er
] mohte mir licht gestaten’, / sprach er,
‘die rede, die ir tūt [die Vereinbarung, die Ihr vorschlagt,
würde mir das sehr wohl erlauben]
Krone
19587
(anders BMZ: intr. ‘angemessen sein’
3
mit abh. Satz:
gestatestû, daz dich diu minne / verleitet
Eracl
2988;
gestatent ir, daz Pârîs / belîbet hie ze hove niht
KvWTroj
3368.
–
von diu so nesol dehein vrouwe / gestatten ir diwe, / daz
si sie vor lazze gan VRechte
210;
herre got, gestate mir, / daz ich si sehen müeze
MF:Reinm
7: 10;
swelch rihter [...] andern
liuten gestatet daz si unreht urteil sprechent SpdtL
149,24;
auch mit des als Stellvertreter im übergeordneten Satz (vgl.
1):
dar umbe gestatet des der getriuwe got, daz dicke sîne
vriunde vallent in krankheit Eckh
5: 260,4;
Parz
701,24;
Mühlh
103,13.
–
nu gestate, herre, mir des, / daz ich din lop gesprechen mege
SüklZw
2
4
mit Inf. oder Gerundium mit ze:
daz si nieman dehein unreht tuon noch gestaten ze tuon
SpdtL
151,9.
–
das si [die Pflanze] di bosen
druse vertribet unde in nicht gestatet zu wachsene Macer
6,23
5
mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.:
daz almusen gebet mit gutem willen eur iegliches alz im got
gestat PrOberalt
116,39
MWB 2 593,42; Bearbeiterin: Baumgarte
gestæticlîche
Adv.
zur Suffixvariante -enclich vgl. Mhd. Gr. Wortb., A102.
‘beständig’
tzo dem iersten mael suldir ur lief / altzyt mynnen sonder
blyf / und gestedencliche mynnen MinneR336
365
MWB 2 594,23; Bearbeiterin: Baumgarte
geste
stF.
‘Geschichte’ (aus lat. gesta, vgl. afrz.
geste):
wider daz tal zAnferginân; / daz was des trachen
heimwist [Heimstätte] , / alsô man an der geste list
Tr
8942
MWB 2 594,28; Bearbeiterin: Baumgarte |