gesmutzet (?)
Part.-Adj.
(oder gemutzet [Vorschlag des Hrsg.], zu
mutzen2
; s.a.
smitzen
‘beschmieren’).
‘geschminkt, herausgeputzt’
och zuͦ der predie von der stat /
[...] / geslichen sam die pfawen / kunt vil der tiefel
clawen [gemeint: eitle Leute] / gesmútzet, uf
gespitzet dar, / dur daz man ir da næmi war, / gevarwet und geweschen
SHort
5305
MWB 2 580,3; Bearbeiter: Richter
gesnabel
Adj.
‘mit einem Schnabel versehen’ (von dem Volk der
Kranichschnäbler):
uns ist von mæren worden kunt, / [...] waz herzog
Ernest nôt erleit, / waz er unt grâve Wetzel der gesnablen diet versneit RvZw
162,5;
daz gesnabel her Reinfr
20343
MWB 2 580,11; Bearbeiter: Richter
gesnapperen
swV.
‘(mit dem Schnabel) klappern, schwatzen’ (vgl. DWB 9,1173 und
snappen
swV.):
der [Lesertypus] hat des storches orden, / der vil
gesnapert uber sich PassI/II(HSW)
42149
MWB 2 580,17; Bearbeiter: Richter
gesnære
stN.
‘Geschwätz’
maniger rüemet sich grôzer dinge / daz er künne und müge volbringe, / und hât
mit schalle grôz geschrei, / [...] / waz sol sôgetân valsch
gesner? Renner
21308
MWB 2 580,21; Bearbeiter: Richter
gesnæren
swV.
‘schwatzen’
sô hât er [Gott] uns niwan eine zunge gegeben. dâ
mite sîn wir gemant, daz wir niht ze vil gesneren suln unde gebrehten PrBerth
1:159,13;
dû gesnerst sô vil mit der einigen [mit der einen
Zunge] , daz dir wê wart daz dich dîn muoter ie getruoc an dise
werlt ebd.
1:159,19;
swer [...] bî den dingen uns wil versuochen / waz wir
reden ze den mêren, / daz er hin wider müge gesneren Renner
15098
MWB 2 580,25; Bearbeiter: Richter
gesnarren
stN.
→
snarren
swV.
MWB 2 580,34;
gesnatel
Subst.
eine Speise (vgl. DWB 4,1,2,3951 s.v. Geschneitel):
gesnattel UrkKlostern
1,XLIV Anm. 8
(Küchenamtsrechn. 14. Jh.)
MWB 2 580,35; Bearbeiter: Richter
gesnebelet
Part.-Adj.
von Schuhen ‘mit einer Spitze, einem Schnabel versehen’ (zu
snabel
, s.a.
gesnabel
):
ez sol ouch ir deheinre [der Bürger von Speyer]
keinen spiczen snabel vornan an schuͦhen oder an lederhosen dragen. unde sol
ouch dehein schuͦchmecher hie zuͦ Spire der selben gesnebelten
schuͦhe oder lederhosen niht me machen SpeyrerP
60
MWB 2 580,38; Bearbeiter: Richter
gesneren
swV.
→
gesnæren
MWB 2 580,45;
gesnerre
stN.
zu
snarren
.
‘Schmettern’
busine groz gesnerre, tambur und rotubumbes [eine
Trommel] / [...] / die gaben aber
suͤzer vil gedoͤne JTit
4072,1
MWB 2 580,46; Bearbeiter: Richter
gesnetze
stN.
‘Geschwätz’ (zu
snateren
?):
er saget vil manig gesneptze [
:
gebletze
] . / swig er, ez were alz gut MinneR410
360
MWB 2 580,50; Bearbeiter: Richter
gesnipfen
swV.
‘seufzend den Kopf senken, in sich zusammensacken’ (?):
zehant vür mich gesnipfte
ich [Priamus] / und saz verdâht als ein man, / der
weder sin noch rede kan KvWTroj
41906
MWB 2 580,53; Bearbeiter: Richter
gesnîwen
swV.
in groben Beschimpfungen ‘jmdn. (die Mutter) schänden, sexuell
entehren’ (in Anlehnung an
gehîwen
‘heiraten, sich paaren’, vgl. SchweizId 2,1106-08 sowie 9,1212-14
mit zahlreichen frnhd. Belegen):
du versniter düfel, du muͦs herus und soltestu joch dine muͦter
gesnien ClosChr
119,15;
wer och ieman saget in einem gechen zorn: du bist ein diep
[...] oder schalklich sprichet
[...], daz du din muͦter geschnigest,
[...], der git zechen schilling und vert einen manot
von vͥnser stat StRBern
2:5,13;
das du din muͦter geschnyest ebd.
1:38,17
MWB 2 580,57; Bearbeiter: Richter
gesnürre
stN.
‘Rauschen’
si mohten ouch dâ schouwen / ûf den helmen manec gesnürre
[rauschenden (Feder-)Schmuck; vgl. Nellmann, Parz.
z.St.]
Parz
718,9;
von trumben groß gesnurre, businen, heidenisch pfifen / da doz JTit
2001,1;
Killikrates der wilde wunder fuͦrt gesnurres, / busine ein groz unbilde
ebd.
3506,1
MWB 2 581,5; Bearbeiter: Richter
gesol
stN.
‘Schmutz’
hiete ich mine sele in daz gisol / aller laster nieht versenchit
Litan(M)
398
MWB 2 581,12; Bearbeiter: Richter
gesouge
Subst.
‘jmd., der von der gleichen Frau gesäugt wurde’
collactaneus: gesouga Gl
4:48,6
(BStK558)
MWB 2 581,14; Bearbeiter: Richter
gesoume
Subst.
‘Bündel, Gepäck’
sarcina vel sarcinula in qua portantur cibi: gisovmi SummHeinr
2:468,207
MWB 2 581,17; Bearbeiter: Richter
gesoumel
Subst.
Dimin. zu
gesoume
.
‘kleines Bündel, Gepäck’
sarcinula: gysovmil Gl
3:287,49
(BStK4)
MWB 2 581,20; Bearbeiter: Richter
gespan
stM.
‘Gefährte’
naturlich got nie zit noch keine stat gewan, / biß das er mit
der meide herzen wart gespan, / die schephte da den dritten uß der drie
Mügeln
31,5
MWB 2 581,23; Bearbeiter: Richter
gespan
stMN.
‘Verlockung’
swer gesiget dem vleische ane, / dar zu dem ubelen gespane /
des ungetruwen trachen / mit tugentlichen sachen HeslApk
6214
MWB 2 581,27; Bearbeiter: Richter
gespan
stSubst.
1 in der Verbindung ringes ~
(Pl.) ‘Ringpanzer,
Kettenrüstung’
2 unklar, hier wohl bergbautechnisch
1
in der Verbindung ringes ~
(Pl.) ‘Ringpanzer,
Kettenrüstung’
dô sluoc der herre Irnfrit den küenen spileman, / daz im
muosen bresten diu ringes gespan NibB
2072,2;
dô kom aber dar nâch gevarn / manec gewæffenter man, / die
fuorten ringes gespan, / helme mit den schilten UvZLanz
1408
2
unklar, hier wohl bergbautechnisch:
pfele, stenpfel und gespan, / leiter und mancher slachte, / allez daz er vor
getrachte, / ez wer gelogen oder war, / daz must wir allez koufen gar ErzIII
56,324
MWB 2 581,31; Bearbeiter: Richter
gespanst
stF.
→
gespenste
MWB 2 581,42;
gesparret
Part.-Adj.
→
sparren
MWB 2 581,43;
gespehte
stN.
‘Geschwätz’ (Koll. zu
spaht
):
und [ich] wil der red geswigen, / wan diseu
heiligeu gnod / kain menschlich rede hot, / denne daz die red ist dozu gut, / daz
guteu leut in iren mut / nemen ab disem gespehte / tifer und edelers getrehte
[Gedanken]
MvHeilGr
2047
MWB 2 581,44; Bearbeiter: Richter
1gespenge
stN.
1
‘Spange, (schmückende) Gewandnadel’
2
‘Metallbeschlag’
1
‘Spange, (schmückende) Gewandnadel’
ein gerigenez [s. rîhen stV.] hemde
sîdîn, / [...], / ir kel verspart mit eime gespenge, / daz
ir diu brüstel gar verbarc HeidinI
1208;
ez ensol auch weder frawe noch man niht mer tragen dheinerley gespenge noch
ring noch knoppflein an dheinem ermel dann biz an den elnbogen NüP
217;
krone, tassel, ander rich gespenge, / gurtel, bouge, næpfe JTit
4461,3;
TürlArabel
*A 77,4.
*A 306,29;
HeidinIII
3889.
–
zwen saum an vrawn gewanden / daz ist gar ein
gaͤmleich hab. / man sol daz uͤbrig sneyden ab / und hefts an ir
man gespeng / den ir chlaider sind so eng Teichn
192,39
2
‘Metallbeschlag’
smide hiez man gâhen bewurken einen sarc / [...] /
man hiez in vaste binden mit gespenge guot NibC
1050,3.
– meist der Beschlag des Schildes, als pars pro toto auch der Schild
selbst (vgl.
schiltgespenge
, -spange):
über des schildes rant / dræte [wirbelte,
flog davon] daz gespenge von Volkêres hant NibB
2041,2.
490,4;
sîn gespenge ist sô lobelîch / daz in ein edel keiser rîch / mit grôzen
êren möhte tragen Bit
2809.
898;
Kudr
647,3.
–
der slac dem schilte und helme gespenge lôste Loheng
2153
MWB 2 581,50; Bearbeiter: Richter |