gesamunge
stF.
‘Versammlung, Übereinkunft’
conuentiones: gizamunga Gl
1:559,3
(BStK221)
MWB 2 529,32; Bearbeiter: Graën
gesanc
stNM.
1
‘Singen, Gesang’
1.1 von menschl. Stimmen 1.2 von Tieren (überw. Singvögeln) 2
‘Klang, Melodie’
1
‘Singen, Gesang’
1.1
von menschl. Stimmen:
der ander meister, den er gewan, / der lêrtin wol mûsicam
[...] unt von ime selben heven daz gesanc
VAlex
182;
zelen, tichten und gesang Mügeln
304,7;
der brutegoum cumet mit einer menie siner riter, so er
sine brut enphahit vnde si mit gesange fúr leitet Lucid
123,4;
nv ist allez frolich gesanc hingeleit Spec
38,8;
man schol auch mit gesange uber die greber niht mer gen, denne so man die
leich legt NüP
158;
SM:UvB
6:3,3;
RvEBarl
12417;
Lanc
112,27;
DvAStaff
198;
Eckh
5:38,16.
– bestimmter Gesang, Lied:
daz froͤlich gesanch ‘gloria in excelsis
deo’, daz wir ze weihen nachten vil froͤlich singen
PrOberalt
13,27;
cantemus domino, gloriose. ditz gesanc vindet man in
dem salter BuchdKg
32,14;
diz
gisanc [
canticum
] vom ewangeli
BrZw
12.
17.
–
‘Stimme, Intonation’
diu kel hât die kraft, daz si münzet und stellet die
stimm und daz gesanch BdN
18,28
1.2
von Tieren (überw. Singvögeln):
wol troeste mich der vogel gesanc MF:Reinm
6b: 4,9;
MF:Wolfr
6:2,4;
Georg
3080;
HvNstAp
13166;
EnikWchr
5551;
diu lerch meldet den tag des morgens fruo
[...] mit gar frœleichem gesang BdN
171,20;
[der Wiedehopf] hât neur ain gesank und ain stimm, wan
er singet neur hoz hoz hoz ebd.
228,7;
diu pfärt sänftigt [der
Hahn] mit seinem gesang des nahts und macht die kämel ungestüem
ebd.
192,17;
dar nâch huob er [der Esel] ein gesanc, / daz
vil gar der walt erhal WälGa
13266
2
‘Klang, Melodie’
doch so klag ich den summer nicht so sere, / und solt ich in der stuben sein,
/ da die jungen tretten [stampfen] wol zu preis / den
newen gesang Neidh(S)
1,71 c117:2,4;
in den oren harpfen klang / und aller seiten spil gesang
HvNstGZ
7727.
– terminus technicus der musikal. Mutationslehre (vgl. Anm.z.St.):
das leret gar uns musica die frie, / wie in der hant
[Guidonische Hand] man fint gesenge drie
Mügeln
286,10
MWB 2 529,34; Bearbeiter: Graën
gesant
stN.
‘gesandte Gaben’
die boten du cherten, / dar man si lerte, / zu der cristin lande / mit uil
herlichime gwande [La. gesande
]
Rol
628
MWB 2 530,10; Bearbeiter: Graën
gesasticheit
stF.
‘Gesetztheit, Ruhe’
also muͦs der mensche tuͦn, noch dan das er ist
in ein gesastekeit kummen an sine viertzig jor Tauler
80,5
MWB 2 530,13; Bearbeiter: Graën
gesaten
swV.
→
saten2
MWB 2 530,16;
gesatznissede
stF.
‘Verordnung, Bestimmung’
constitutum: gisazinussida Gl
4:48,34
(BStK1020)
MWB 2 530,17; Bearbeiter: Graën
gesatzunge
stF.
vgl.
gesetzunge
.
‘Satzung, Gesetz, Festsetzung’
er [...] sol das recht gehabt haben volkomen von
gemain rechten [...] vnd mag kain gesaczung da wider
stan [
jure communi uel statuto aliquo non
obstante
]
StatTrient
173
MWB 2 530,19; Bearbeiter: Graën
gesæʒe
swM.
‘Eingesessener, Einwohner’
[es ist festgesetzt, dass man] dekeinen man,
[...] ze Rapoltzwilr ze einem geseßem oder ze einem
pfalburger empfahen sol UrkRapp
219,22
(a. 1313);
wa dehein vsser, er sy vssburger oder gast, deheinen burger oder gesessen ze
Bern anloͮfft frevenlich vnd den schlachen wil StRBern
1:222,23
MWB 2 530,24; Bearbeiter: Graën
gesæʒe, gesëʒ
stN.
nicht klar zu unterscheiden, ob Basis stV. oder swV.;
s.a.
sæʒe
stN.,
bisëʒ
stN. 2.3.
1
‘Sitzgelegenheit’
2
‘Wohnsitz’
3
‘(Feld-)Lager, Belagerung’
4
‘Einfassung’
5
‘Situation, Lage der Dinge’
6
‘Sitzung’
7
‘Gesäß’
1
‘Sitzgelegenheit’
daz volc im do machen liez / ein geseze PassIII
657,91;
Lanc
264,35;
hin zu gesesze er sich geliez EvStPaul
3951.
4887;
HeslApk
9687;
Hiob
556.
– die Gesamtheit der Sitze:
mit tiurem pfellel vollen breit / daz gesæze was bereit ErnstD
2410;
PfzdHech
231,5;
Suchenw
25,125
2
‘Wohnsitz’
in der burch [...] havitin ir gesez inne / Chaldêi
die grimmin Anno
10,23;
rîcheit sich in ir gesæze zôch Er
1585;
dô sach man sich dî Tartren gar / mit irre menige vil rêze / irhebn ûz irme
gesêze / kegn den Sarrazînen NvJer
22123;
daz der mensch besæzze / daz himelische gesæzze [das
Paradies]
LebenChristi
46.
–
‘Gebäude, Anwesen, Besitz’
hus vnde palas / vnde swaz da gesezis was, / von blute ez
allez vol floz Herb
16217.
18129.
– näher bestimmt:
daz gesêz [der Gerichtssitz des
Pilatus] Lithostrotos / was genant JvFrst
6849;
daz gesaͤs ze Weidenholtz [...] vnd was
dar zue gehoͤrt UrkCorp (WMU)
288,24.
937,34;
das gesez von Loͧppon StRBern
2:30,33;
UrkThurgau
7,858
(a. 1330);
UrkEichst
2,254
(a. 1336);
sin geseze, da he inne wonet, daz da heizet der Romer UrkFrankf
2,158
(a. 1322)
3
‘(Feld-)Lager, Belagerung’
diu gezelt und ouch die hütten spien man an daz gras / anderthalp des Rînes,
dâ daz gesæze was NibA
1455,2;
rîchlîche herbergeten dise / ûzerhalbe des gesezzes an die
wise Wh
240,6;
die Crichen hetten manige list / zv dem gesetze erdacht
Herb
14135;
nu het der soldân des gedâht, [...]
daz er [...] belêge die / cristen in ir gesezzen, sie /
mohten sich sîn mit nihte / erwern Kreuzf
6346;
ein stat hiez Artânâ. / die besaz der künec sâ. / Crâteren
[...] hiez er des gesæzes phlegn RvEAlex
18666.
RvEWchr
25026.
30561;
[es ist vereinbart, dass die geislichen
luͥte
] die burg Usponnen bedachtlich nit
suͥllent angriffen mit brant, noch mit gesessuͥ StRBern
3:141,20;
KvWTroj
38898;
UvZLanz
7129.
6791;
Wig
10772;
Kudr
726,1
4
‘Einfassung’
[ein Mann] legete [die
Reliquien] reine / in silberin geveze: al umme daz geseze / von
holze was gemachet wol PassIII
414,56
5
‘Situation, Lage der Dinge’
do marcte daz geseze / der iunge ritter PassIII
489,68
6
‘Sitzung’
sprach er vor uns im andern gesäß, daß ihm an vorgemeldtem hofe
[...] zugehöre alle gerechtigkeit UrkRapp
111,3
(a. 1277)
7
‘Gesäß’
salbe daz gesæz vaste mit der salben Barth
153,13
MWB 2 530,31; Bearbeiter: Graën
gesâʒelîchen
Adv.
‘besonnen, gemessen’
[wenn jmdm.Unrecht geschehen ist] so solte der mensche
mit minneklicher senftmuͤtikeit guͤtlichen und gesasselichen recht
ilen wie er eime einen minneklichen dienst getete Tauler
381,16
MWB 2 531,17; Bearbeiter: Graën
geschæchet
Part.-Adj.
‘geschacht’, heraldisch die Bezeichnung für die Rasterung einer
Fläche in mehrere gleichgroße quadratische Plätze (Schachbrettmuster),
vgl.
underschackieren
und
geschâchzabelet
:
des helm, schilt, decke und wâpenroc / was geschæchet blâ unde golt
UvLFrd
277,23
MWB 2 531,22; Bearbeiter: Graën
geschâchzabelet
Part.-Adj.
‘im Schachbrettmuster’
niden was der esterich / von marmelsteine gemaht. / diu mûre
was der selben slaht. / geschâzavelt genôte, / wîz unde rôte, / wârn die steine
gevieret UvZLanz
4107;
diu mûr ist marmelsteine / geschachzabelt kleine / rôt, grüen, wîz und gel
PleierGar
2732;
HeidinII
216;
geschâchzabelt stuont daz gemiure [...] von liehtem
mermelsteine ErnstD
2026;
JTit
6226,4.
– heraldisch ‘geschacht’ (s.a.
geschæchet
):
ein geschâchzabelten arn / von rôter und von wîzer varbe /
sach man [...] wæjen von dem winde Ottok
7265
MWB 2 531,28; Bearbeiter: Graën
geschaf
stN.
auch gescheffe, geschepf, geschöpf.
1
‘Geschöpf, Schöpfung’
2
‘Werk, Tätigkeit’
3
‘Gestalt’
1
‘Geschöpf, Schöpfung’
sich huop ein niuwer jâmer sider, / dâ von ir ougen gâben
saf. / daz süeze minneclîch geschaf, / ir antlütze begozzen wart Wh
251,8;
ein gewaldiger got, der da je was / ubir alle di gesceffe di da
sint Litan
175;
der selb war got der hat geschaffen mit sinem
goͤtlichem gewalt himel und erd und alle geschepf PrOberalt
54,38.
114,2;
das geschöpf [...] / das er
[Gott] in der ersten wochen / hat beschaffen
Teichn
693,52;
Parz
319,15;
SHort
1410
2
‘Werk, Tätigkeit’
von einem appele er gesouc / dur des tubelis gescaf / daz vil bittere saf
Glaub
811;
so daden sunder wan / de zwey hundert wael gedaen / de mit Karll woulden usser
lande. / ere eickelich do hem rande / ind bereiten vaste alle ire geschaff
KarlGalie
1766.
– hierher oder ‘Auftrag’ (vgl.
geschaft
stN. 3 und
gescheffede
4):
daz chome von der fleischacker rat oder von irm geschephe DRW
4,453
(Tomaschek, Wien; a. 1340)
3
‘Gestalt’
vrouwe Alma, / din gescheffe [
statura
Ct 7,7
] glichet sich dem palma / und den wintrubeln dine
breste Brun
11804
MWB 2 531,40; Bearbeiter: Richter
geschaffen
Part.-Adj.
zu
schaffen
stV.
1
‘erschaffen’
2
‘beschaffen, gestaltet’
1
‘erschaffen’
ez ist ein ungeschaffin geist, daz ist got, und ein geschaffin geist der da
fluzit fon deme ungeschaffinen geiste, daz ist der engil und di sele Parad
65,29;
geschaffene geist versincken und versmeltzen in dem
ungeschaffenen geiste gottes [im innigsten Gebet]
Tauler
68,7;
als verre als si geschaffen und creaturen sint ebd.
278,14;
Eckh
5:13,2;
der geist der ist von gote komen
[...] und nam in gote sin gesprinc / boben alle
geschaffene dinc HeslApk
19920.
6425.
–
‘von den Umständen bestimmt’
ez was in sô geschaffen Er
6630;
waz si geschaffen [vom Schicksal bestimmt] , daz
muez’ geschehen MinneR30a
24
2
‘beschaffen, gestaltet’
wie was er geschaffen? Lanc
551,2;
Seuse
201,17;
nu han ich dir geseit, wie disu welt geschafin ist vnde wie
sie geteilet ist Lucid
39,6;
ir lîp was sô minnesam / geschaffen wol und schône
Eracl
2015;
EnikWchr
12475;
ein lützel grande was si da, / smal geschaffen anderswa
Tannh
3,46;
daz ist übel geschaffen Ottok
14958.
– mit Vergleich:
trut herzeliche vrouwe, / din hals ist geschaffen an
schouwe / alsam der turm Davidis Brun
248;
WernhMl
9608;
geschaffen als ein leitestap RvEAlex
4173;
RvEWchr
2981;
iz ist um di schrift also geschaffen, / als um ein elich
wip Brun
953
MWB 2 531,63; Bearbeiter: Graën
geschaffenheit
stF.
‘Kreatürlichkeit, Wesenhaftigkeit’
der gereht [...] ist ein gerehter
mensch, genomen nah siner geschafenheit Seuse
157,15;
da ist er [der Mensch] iez in siner
gebresthaftigen geschafenheit, da er wol bedarf ellú schedlichú mitel ze miden
ebd.
158,1.
162,28.
174,8;
also als der mensche was eweklichen in gotte got in siner
ungeschaffenheit, also sol er mit siner geschaffenheit sich al zemole wider in
tragen Tauler
262,33.
69,19
u.ö.;
allez, daz geschaffen oder geschepflich ist, daz ist niht, und disem ist verre
und vremde alliu geschaffenheit und alliu schepflichkeit Eckh
2:88,9;
sô sol dîn herze beslozzen sîn vor aller geschaffenheit und solt got nemen,
als er in im selber ist ebd.
1:275,2.
1:94,3.
1:95,1
MWB 2 532,26; Bearbeiter: Graën
geschaffenwësen
stN.
‘Geschaffen-Sein’
ouch enhæte got die werlt nie geschaffen, ob geschaffen-wesen
niht enwære geschaffen [ auch hätte Gott die Welt nie geschaffen, wenn
Geschaffen-Sein nicht mit Erschaffen eins wäre]
Eckh
5: 44,3
MWB 2 532,41; Bearbeiter: Graën
geschaft
stF.
1
‘Schöpfung, Geschöpf’
2
‘Gestalt, Beschaffenheit’
3
‘Geschlechtsorgan’ (s.a.
geschaft
stN. 4 und
gescheffede
3 )
1
‘Schöpfung, Geschöpf’
oberestiu magenchraft, / vater aller diner geschaft, / scouwe an
dine christenheit! BenGeb
2;
schepfære über alle geschaft Wh
1,3;
sus sol der welte geschaft / ougen
[zeigen] dir die gotes kraft RvEBarl
6163
u.ö.;
die gescaft [...]. die got zuͦ
sin selbes pilide gescaffen hete JPhys
23,11;
KLD:Kzl
16:9,11;
Lucid
149,10.
– ein einzelnes Geschaffenes, ‘Erfindung’
ouh gedahter [er, Salomo, dachte sich
aus] ein geschaft, / ein insigil, mit dem er twang / die
tievele RvEWchr
32436
2
‘Gestalt, Beschaffenheit’
Dauid was uil lutzeler gescaft Rol
8847;
ir [tausender Menschen] lîbes bilde
ist an geschaft / in mange wîs gesundert KvWLd
25,87;
waz wirde und hôher êre got hât geleit an reiniu wîp! / ir nam
der ist sô hêre / daz keiner crêatiure geschaft / mac wesen ir gelîch
KLD:Kzl
2: 12,4;
Flore(S)
470;
RvEWchr
32667
3
‘Geschlechtsorgan’ (s.a.
geschaft
stN. 4 und
gescheffede
3):
do sâtzte im got êine ê, daz er sich hiezze besnîdin an siner
geschaft unde die gewonheit liezze sînen âftirchomin Spec
15,31;
wirt daz wîp sô siech, daz si des dunchet, daz ir der lîp
aller sî ersworn, unde [...] geswillet ir diu geschaft. des
siechtuomes mahtû schiere helfen Barth
133,4.
133,11
MWB 2 532,46; Bearbeiter: Richter
geschaft
stN.
1
‘Geschäft, Tätigkeit, Schaffen’
2
‘(Rechts-)Geschäft, Abmachung’
3
‘Auftrag’
4
‘Geschlechtsorgan’ (s.a.
geschaft
stF. 3 und
gescheffede
3 )
1
‘Geschäft, Tätigkeit, Schaffen’
sîn [Josaphats] leben und al sîn geschaft / was
über menslîche kraft LBarl
15796
2
‘(Rechts-)Geschäft, Abmachung’
diser ordinunge vnde gischaftis sint gezuͤge vnd burgen
[...]
UrkCorp (WMU)
1235,34.
790,43.
–
‘Auflage, Bedingung’
vnd haben daz vorgenant guet auf gegeben dem erberen prelat abt Chunrad
[...] mit allen gschaft, also beschaidenleich, daz
Wernhart vnd sein erben alleu jar dienen ein halbez phunt wachses UrkCorp
864,19
3
‘Auftrag’
tuostû daz geschaft mîn, / ich wil dir holt mit triuwen sîn
EnikWchr
A II,1043;
ez sol auch nieman richten uber dhein widem
[Schenkung] an unser geschaͤfft
UrkSalzb
4,380
(a. 1328);
swer auch die sind, er sei arm oder reich, der wider unser geschæft
[...] icht unbillichen redente StRVilsh
89
4
‘Geschlechtsorgan’ (s.a.
geschaft
stF. 3 und
gescheffede
3):
sô dem manne sîn geschaft wê tuo, daz der zagel heizet, sô der
vaste geswillet, sô nim phepher unde ingeber [...] unde
bint daz umbe die geswulst Barth
138,22
MWB 2 533,7; Bearbeiter: Richter
geschaftlîche
Adv.
‘schicksalhaft’
fatale: cascaftliho Gl
2:282,50
(BStK665)
MWB 2 533,29; Bearbeiter: Richter
geschal
stMN.
‘lautes Rufen, Lärm’
si sont sich ziehen von allem geschalle und sont losen irs herren stimme
PrGeorg
73,17;
dô Moyses alsô sêre / die götlîchen êre / bat und die juden
alle / mit gebet und mit geschalle, / des erhôrt er ir aller bet
EnikWchr
8376;
sy heden mit swerten soulch geschall / alda innen gemachet KarlGalie
1415.
13452;
MorantGalie
2940;
ReinFu
S2,980.
– unklar, vgl. ze schalle wërden
‘ins Gerede kommen’ (ausführlich zur Stelle
K. Stackmann: Mhd. geschal in der Teichner-Rede 576. ZfdA 141 (2012), S.
472-477):
wen der ber wirt ain geschal / daz er ain mensch hat
verderbt Teichn
576,174
MWB 2 533,31; Bearbeiter: Richter
geschamic
Adj.
‘beschämend, Schande bringend’
pudenda: schamiges [La. geschemiges
]
gelide VocClos
Pu13
MWB 2 533,44; Bearbeiter: Richter
gescharen
swV.
→
schërnen
MWB 2 533,47;
geschaz
stM.
‘Abgabe, Steuer’
von der sazunge di da gischach schuoschen
[zwischen] bischof Heinriche syme stifde vnde dir
stat vnde din buͦrgeren von Wormezen: gischaz oder vngelt
[Ungeld, Verbrauchssteuer] zusezene, alsi di briue
sagent di dar vber giscriben sint UrkCorp
604,38
MWB 2 533,48; Bearbeiter: Richter
gësche (?)
F.
‘klaffende Öffnung’, vgl. Anm.z.St.:
den trachen he an dem schilde trûg, / dâr dorch he selhe gescen slûg / daz ez
den voit gar vordrôt Demantin
6750;
wî dâr di gesce wart getragin / ûf den gezîredin schilt! ebd.
7962
MWB 2 533,54; Bearbeiter: Richter
geschechen (?)
V.
unklar, vielleicht ‘etw. beschädigen’
die trunkenheit [...] machet einen also kuͦn,
/ daz er allein hundert bestuͦn, / der vor ein stoch nit torst geschechen, /
der will dann alls sin leit rechen / und limet als ein wilder per TrunkenhG
7;
vgl.
der vor eyn bock nit dorfft stechen TrunkenhK
7
MWB 2 533,59; Bearbeiter: Richter |