Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gelenket - gelîchende    


gelenket Adj. ‘mit einem gelenke (Taille) versehen’ von Tenabroc [...] / stuont dâ Clârischanze ein süeziu magt, [...] / als ein âmeize gelenket Parz 806,26

MWB 2 326,18; Bearbeiter: Bohnert

gelenklîche Adv. ‘gelenkig, mit Leichtigkeit’ die [Reiter] sach man [...] / uͤberwerfen unde wenden, / die orss gelenchleich prauchen Suchenw 8,105

MWB 2 326,22; Bearbeiter: Bohnert

gelenze stNM. überw. glenz(e). ‘Frühling’ ver: glentz VocOpt 56.034; wenne die zit des gelenczes aller krefteklichest die natur des menschen zuͦ vnkúschekeit beweget ElsLA 178,7; wenne der glencze ist warm vnd fúhte ebd. 178,24. 180,1. – bildl.: von dem hilmenschen [himmlischen] glenze Martina Überschr. vor 249,69; daz glenze in glanzer wete / wirt zehimel iemer stete / fri vor allem vngewitter ebd. 250,51 u.ö.

MWB 2 326,26; Bearbeiter: Bohnert

gelenzezît stN. ‘Frühlingszeit’ diz kvrze glenze zit / hie der welte frode git Martina 250,43

MWB 2 326,35; Bearbeiter: Bohnert

gelërnic Adj. ‘gelehrig, leicht und eifrig lernend’ wol gelernic und vernünftic / was der süeze fürste junge. / arâbischer zunge / mit lêre gie er vaste nâch UvEtzWh 3680; der jung herr gar gelernig was: / alles das man vor im loss, / das chund er pas alczu handt / denn dye andern alsandt Seifrit 601; WernhMl 827; sîn sin was âne zil / gelernic unde verstanden AristPhyll 79. – von Tieren: under den vierfüezigen tiern ist daz fräwel vil gelerniger wann daz mändel BdN 116,9; daz die hund gelernigiu tier sein zuo allen spiln ebd. 125,3. 3,10

MWB 2 326,37; Bearbeiter: Bohnert

gelëse stN. ‘Text’ die grossen buch und ir geles / tunt rehte meister schriben Physiogn 38; di wort und ir geles [Einsetzungsworte der Eucharistie] JvFrst 2086; Jesus weste al geles [auf ihn bezügliche Schriftstellen] / und swaz im zûkunftic was ebd. 3928

MWB 2 326,48; Bearbeiter: Bohnert

gelest Part.-Adj. glesten

MWB 2 326,54;

gëlf, gëlpf Adj. Adv. auch gelp MarHimmelf . 1 ‘helltönend, laut’
2 ‘glänzend, strahlend’
3 ‘gelb’
4 ‘munter, fröhlich’
5 ‘übermütig’
   1 ‘helltönend, laut’ diu [...] vogellin / uͦbeten also gelpfen braht [...], / daz holz berck unde tal / in geliche gegen gal Ainune 84    2 ‘glänzend, strahlend’ diu sunne liehter unde gelpfer ist danne wir dâ sehen PrBerth 1:391,26; MarHimmelf 1165; ein pfelle, gelpfer danne ein gluot Wig 10544; NibB 798,2(La.); JTit 990,2; ûz iegelîchem orte schein / ein alsô gelpfer rubîn Iw 625; Er 1562; Hawich 4334; ê wâren im vür wâr / diu ougen gelph unde klâr Greg 3436. 3391. – von Blüten, Blumen: in [den anger ] hete wol des meigen schîn / mit gelpfer bluot geschœnet KvWTroj 9613. 16223; vil bluomen blâ und gelfe Loheng 5680; KvWLd 7,3; TvKulm 34. liehte bluomen unde gras / hânt ir gelfen unde ir wünneclichen schîn verlorn KvWLd 12,3. 7,47; des vil liehten meigen bluot / gelpf in dîn herze glîzet KvWTroj 15697; MarHimmelf 1173; – von Farben: grüener danne ein gras / oder iht daz gelfe grüene hât KvHeimHinv 393; in gelpfer wîze Helbl 7,449; ieslich varwe ist gelfer in ir blüenden niuwe Marner 5,33; KvWTroj 10486. diu welt was gelf [lag in glänzendem Licht] , rôt unde blâ Walth 75,25    3 ‘gelb’ daz har [...] / noh gelpfer vil danne wahs Martina 219,26; der groze lowe gelf [: welf ] [...] mit der megde spilte ebd. 177,73    4 ‘munter, fröhlich’ gelpher tumber liute reit mit ir genuoc Kudr 12,1; vil manic gelfer man Bit 8789. 2447; subst.: vil gelfer fuor dar under Kudr 673,4. wie dû dînen gelphen muot / mit leide verkiusest Er 8105; daz dû dînen gelphen lîp / solt als unlange hân ebd. 8167; unheil was mir gevære. / des habe ich selten gelfen sanc HartmKlage 1713; iron.: gelphez lop RvZw 74,12    5 ‘übermütig’ haiden di gelfen / habent uns scaden getan Rol 6536; Teichn 521,40; sô mugen elliu wîp / [...] tragen gelpfen muot / gegen ir manne NibB 673,3; dû muost [...] wider mich sô gelfer worte enkelden Neidh SL 20:6,2; Ottok 76879

MWB 2 326,55; Bearbeiter: Bohnert

gëlf, gëlpf stM. Pl. Kchr 16265. 1 ‘Brüllen, Bellen’
2 ‘Geschrei; Tumult, Lärm’
3 ‘Ausgelassenheit, Fröhlichkeit’
4 ‘Verwegenheit, Kühnheit, Übermut’
4.1 allg.
4.2 übertr.;
   1 ‘Brüllen, Bellen’ der [ lewe ] sinen toten welffe / mit sinem luten gelffe / lebendig machet Minneb 3488; Frl 3:17,1; der hunt, / des gelff kan wilt erkriegen FrlSuppl 11:208,4; Mügeln 381,8    2 ‘Geschrei; Tumult, Lärm’ michel wart ir gelpf, / von bûhurt und von springen, / von tanzen und von singen Kchr 180. 10054; vil michel wart der ir gelpf; / diu ougen si in ûz prâchen ebd. 14273; jener vûr mit gelfe / und hâte ein mehtigez her Eilh(L) 66; in disme schalles gelfe RvMunre 624; ir gelf, ir lut ist: ‘crona, künig, cröne’ Frl 1:8,5; Herb 1575. 5327; EbvErf 592; Rab 507,6. – ‘Kampfgeschrei, Schlachtruf’ ouch huoben di juden ir gelpf, / si bliesen ir wîchorn Kchr 10061; mit freyden vnd mit gelffe / ben ich kommen dy czuͦ hilffe KarlElegast 1482; GTroj 18444. 13617. 19015; SAlex 1434; GrRud Cb 19; UvZLanz 8349; Alph 1339    3 ‘Ausgelassenheit, Fröhlichkeit’ unz wir von schimpfes gelfe / hin zu dem ernste kumen PassIII 25,31; Vät 15648. 4452; daz si [gemarterte Heilige] gar zu gelfe / alle dise not vertruc. / swie vil man iren lib gesluc, / daz duchte sie ein gelucke PassIII 342,96. sint waren mit gelfe / die burgere vomme troste GrRud F 49; dô er was mit gelfe LBarl 15620. – ‘Spott, Hohn’ als si [Götzenpriester] zu ubeleme gelfe / [...] sin [hl. Dionysius] wolden ramen PassIII 551,10; so sul wir [...] / den licham [...] / schenden lesterlich genuc / und werfen in ein vuwer. / da sal im werden tuwer / allerhande helfe, / untz er nach unsem gelfe / verbrinnet PassI/II(HSW) 11580    4 ‘Verwegenheit, Kühnheit, Übermut’    4.1 allg.: haiden uermezen / ilten zu irn rossen [...]. / Roͮlant sach si zu uarn; / er sprach: ir gelph ist inoch so groz Rol 5241; die zît [unterdessen] wart disen recken in gelfe vil gedreut NibB 430,1; Terramêr [sein Heer zum Kampf aufrufend] mit gelpfe sprach Wh 44,1; HBirne 414; do nach valschem gelfe / der ungetruwen iuden diet / unseren herren verriet PassIII 215,4. 502,34; Kchr 16265; UvZLanz 3769; des wart Wellis benomen / der hoemoet mit dem gelpe Karlmeinet 494,23; auf ein Tier bezogen: in [Jäger] zerreiß der ber in zornes gelfe Mügeln 59,10. wa nu di mir [König Marsilie] heluen wellen, / daz wir die gesellen [Roland und seine Kampfgefährten] / ir gelphes widerprengen [davon abbringen] Rol 5701; StrKarl 6755; des [eines im Zweikampf besiegten Gegners] gelf der wart von im gesant / vil verre Bit 2550. – unsicher, ob hierher: ir [Maria] lîbes burde [d.h. Leibesfrucht] / nie bekuchet wurde / von deheines mannes gelphe Wernh 3683    4.2 übertr.; ‘übermütige Tat’ daz [Siegfried anzugreifen] was ein grôz übermuot [...]. / ez ist mir immer swære / daz ir den gelf habet begân Bit 12885. – ‘übermütige Worte, Reden’ [Rüdiger kommentiert die kampflustigen Reden der Berater Gunthers, dem er als Bote Krieg angekündigt hat:] möht ich dem gelfe entwîchen, / daz tæte ich [...]. / swie vil ich hœre der übermuot, [...] sô sol iu wesen widerseit Bit 6646. – ‘übermütiger Mensch’ man list von einem grozzen gelf [l. graffen gelf? vgl. Teichn 158,40. 603,32 (App.)] , / der waz ungerecht von jugent Teichn 158,32

MWB 2 327,31; Bearbeiter: Bohnert

gëlfe, gëlpfe stF. 1 ‘Glanz’
2 ‘Anmaßung, Übermut’
   1 ‘Glanz’ zuo der lûterkeit unde zuo der schônheit noch zuo der gelpfe die diu sunne hât, dâ kan sich niht zuo genôzen hie in dirre werlte PrBerth 1:539,29; von golde glîzet dîn wât, / diu maniger gelfe varwe hât KvHeimHinv 266    2 ‘Anmaßung, Übermut’ in übermuotiger gelfe / von Francrîch Philip sprach Ottok 32755. 47374; in maniger gelfe / der burgære jach, / swaz im der tiuvel vor sprach, / daz lobt er unde swuor ebd. 33589; ich bite dich sundir gelfe Brun 6968

MWB 2 328,31; Bearbeiter: Bohnert

gëlfen, gëlpfen stV. (IIIb) 1 intr.
1.1 von Tieren, ‘bellen, heulen, brüllen’
1.2 von Menschen
1.2.1 ‘schreien, rufen’ , subst. Inf.
1.2.2 ‘prahlen, übermütig reden’
2 tr.
2.1 ‘etw. laut aussprechen, ein Lied laut singen’
2.2 ‘etw. (wâfen, direkte oder indirekte Rede) rufen’
3 refl., ‘über etw. (Gen.) fröhlich sein’
   1 intr.    1.1 von Tieren, ‘bellen, heulen, brüllen’ sin bracke begunde gelfen WolfdD 798,1. 822,1; funff hundert hunde, / di machten ungefugen schal: / diser galph, diser pal HvNstAp 8795; kumt aber nicht der louwe sinem welfe / mit siner stimm in rechter stund zu helfe, / ab er ouch darnach [später] gelfe, / das hilfet nicht, es blibet tot Mügeln 278,11    1.2 von Menschen    1.2.1 ‘schreien, rufen’, subst. Inf.: Jesus schrei mit lûter stimme [...], / daz gelfen in di hôhe brach JvFrst 10125. 6028; FrSchw 5306    1.2.2 ‘prahlen, übermütig reden’ si [Feinde] gelfent nie sô vaste, / ich wil ez mînem gaste / volbringen an sîn êre [dass ich den Kriegszug nicht, meinem Gast zu Ehren, durchführen würde] Bit 5147; ich sol noch mit iu gelfen [Reizworte wechseln] / und vehten Virg 891,6. – subst. Inf.: din gelfen / ist mir ein wint PassIII 679,86; HeslNic 3460; so gelaub ich deiner wort gelffen FrSchw 4258    2 tr.    2.1 ‘etw. laut aussprechen, ein Lied laut singen’ und darnach [nach einer Vision] do kam sy wider, und sait mit beschaidnen wortten alles das sy vor gezaiget [mit Gebärden angedeutet] hat und das sy nit gelfen mocht Stagel 68,22; [Maria,] der lob [...] ich gelfe Mügeln 157,11; wê mir dis gedœnes / daz mir dur den lîp / und dur diu ôren dringet: / [...] si gelfent sînen [des Schenken] sanc tac unde naht / in dirre gazzen KLD:UvW 4:1,9    2.2 ‘etw. (wâfen, direkte oder indirekte Rede) rufen’ ich pring dich hie in todes pein, / das du must waffen gelfen Virg(St) 738,6; ir maug unnd man gunden gelffen / ‘wir seyen von hertzen fro [...].’ FrSchw 5096. – subst. Inf.: wir erhuͦben ain ander gelffen: / er solt mit uns keren zuͦ lannd FrSchw 1808; hoͤr meiner wort gelffen: / durch dich trag ich mein leben fail ebd. 4308    3 refl., ‘über etw. (Gen.) fröhlich sein’ ir list si [Ratte] nuͤt konde helffen. / dez sich der her gelffen / [...] gar froͤlich begunde. / sterben muost do duͤ ratte Ratte 34

MWB 2 328,42; Bearbeiter: Bohnert

gëlfheit, gëlpfheit stF. ‘Glanz’ dem vanken in dem viure / sölher gelpfeit ie gebrast Wh 33,21

MWB 2 329,17; Bearbeiter: Bohnert

gëlfrôt Adj. Adv. ‘glänzend rot, purpurrot’ (in Übers. von lat. coccin(e)um): ist iz daz uwir sunde sint gelfrot, si werden gewyeset als ein sne Cranc Jes 1,18. – adv.: di man des heres sint gelfrot gecleidit Cranc Na 2,3. – subst.: swenne du dich wirdist cleyden mit gelfrote Cranc Jer 4,30

MWB 2 329,19; Bearbeiter: Bohnert

gëlfwort, gëlpfwort stN. Pl., ‘lebhafte’ oder ‘vermessene Worte, Rede’ vil manic hoverede hoh, / die sich gen frúntschaft niendert zoh, / von in baiden [den verfeindeten Herzögen] gischach. / itweder mit gelphworten [La. geltworten ] sprach RvEWh 350

MWB 2 329,25; Bearbeiter: Bohnert

gelîben stV. ‘ruhen, aufhören’ die Criechen nie geliben [ruhten nicht eher] , / unz si in hin ze Pulle vertriben Kchr 15984

MWB 2 329,31; Bearbeiter: Bohnert

gelîbet Adj. ‘mit einem Leib versehen’ der [König Agors] ist so stark gelibet, / daz er niht vride noch suͤne gen vieren [Gegnern] gert, wan er si widertribet JTit 5606,1; daz nu niem chumpt zu den tagen [so lange lebt (wie Adam und andere alttestamentliche Personen)] , / da von muez er unrecht sagen / der uns [heutige Menschen] als di alten schreibet, / seint sey waren paz geleibet Teichn 427,80

MWB 2 329,34; Bearbeiter: Bohnert

gelîch, gelîche, gelich Adj. 1 adj.
1.1 ohne Erg.;
1.1.1 ‘gleich, ähnlich’
1.1.2 ‘eben, gerade’
1.1.3 ‘ausgeglichen, ebenmäßig’
1.1.4 bildl. von einer Waage, ‘sich gleichbleibend; gerecht’
1.1.5 etw. ist jmdm. ‘etw. macht für jmdn. keinen Unterschied; etw. ist jmdm. gleichgültig, egal’
1.1.6 al gelîch i.S.v. ‘jeder, alle(samt)’
1.1.7 ‘rasch, sofortig’
1.2 mit Angabe einer Vergleichsgröße im Dat., Instr. ( diu ) oder Gen. ( des ), ‘jmdm./einer Sache gleich, ähnlich; entsprechend, gleichkommend’
1.2.1 mit Dat.
1.2.2 mit Instr.
1.2.3 mit Gen.
1.3 mit (zusätzlicher) Angabe eines tertium comparationis;
2 subst.
2.1 mit Gen. oder Dat.d.S.
2.2 mit Poss.-Pron. oder Gen. des Pers.-Pron., mîn, dîn gelîche usw. ‘der jmdm. (einer Sache) gleich ist, gleichkommt: meines-, deinesgleichen usw.’
2.3 gelîchen eine ‘ohne (seines-, ihres)gleichen’ (vgl. ein 1.2.4.2 )
2.4 den gelîchen tuon, als ‘so tun, als ob’
2.5 N., ‘etwas Ähnliches, Gleiches’ ;
2.6 N., ‘Gleichnis’
2.7 anders
   1 adj.    1.1 ohne Erg.; die Vergleichsgröße ist in einer Pl.-Form enthalten, mit und koordiniert (z.B. Walth 18,10 (nach C); Parz 117,5 ) oder implizit gegeben; überw. attr. (präd. z.B. Walth 18,10 (nach C); LvRegFr 3189; RvZw 67,12 )    1.1.1 ‘gleich, ähnlich’ die stimme gap in [singenden Vögeln] widere / mit gelîchem galme der walt Iw 619; nû rôt und danne bleich / wart si [...] / ze gelîcher wîse als ich iu sage Er 1716; wir [Menschen jedes Standes] wahsen ûz gelîchem dinge Walth 22,9; singent ir [Volcnant] einz, er [Walther] singet driu, / ir sît gelîch als ars und mâne ebd. 18,10 (nach C); Beda spricht, daz diu selb slang [im Paradies, Gn 3,1 ] ain junkfrawenantlütz hab gehabt, dar umb, daz si mit gleicher gestalt Evam zämt und zuolocket BdN 270,27; vnd sv́n si beidenthalb allewege gelichen schaden han UrkCorp (WMU) 2767,12; daz diz war sie vnd stete blibe, dar vmbe sint zwene gliche briefe geschriben ebd. N359,19. 879W,9; Barth 130,28    1.1.2 ‘eben, gerade’ si weizte in vf einen wech, / da lag ein glicher stech FabelCorp 37,230    1.1.3 ‘ausgeglichen, ebenmäßig’ der ist ains geleichen leibs [...], der ain mitel hât zwischen lang und kurz und zwischen mager und vaizt BdN 50,21; die küen, die gleichez flaisch habent, niht ze vil noch ze wênig ebd. 49,26. 43,11. 51,3; sîn ûzer lîp was getân, / als ich nû geseit hân. / sô was sîn innerz leben gar / gelîche unde wandels bar LvRegFr 3189    1.1.4 bildl. von einer Waage, ‘sich gleichbleibend; gerecht’ er was [...] / der milte ein glîchiu wâge AHeinr 66; Rab 910,3; Dietr 2338. 9971; swer al der werlde werdikeit / gein eines wîbes wirde ûf eine gelîche wâge leit RvZw 39,2; ein wâge [...], / diu glîche sî unt unveiles muotes ebd. 67,12; Neidh WL 23:6,10    1.1.5 etw. ist jmdm. ~ ‘etw. macht für jmdn. keinen Unterschied; etw. ist jmdm. gleichgültig, egal’ ir was gelîch naht unt der tac: / ir herze niht wan jâmers phlac Parz 117,5; sweme ir [...] welt geben / ûr tohter und ûr rîche, / daz is mir al gelîche En 9612. – ähnlich: jmdm. ist umbe etw. ~ : was sol mir nu krone und kunigrich, / mir ist umb alle welte ere / hinnen fur iemer glich SalMor 355,5    1.1.6 al gelîch i.S.v. ‘jeder, alle(samt)’ (unsicher, ob hierher oder zu gelîche Adv. 1.1): sî betten al gelîche / arme unde rîche JJud 769. 477; die nâmen al gelîche niwan ir zweier war NibB 297,2. 373,2 u.ö.; daz wizzent algelîche MF:Rugge Leich 2,6. Leich 4,3; En 5253    1.1.7 ‘rasch, sofortig’ din leven it is leider engestlich, / want dine sunden, inde dine pinen merrent sich. / dit inwere niet so guͦt alse de geliche doit, / want so wrde doch minre dine noit Lilie 10,36; an dem sal man nicht vristen, / man sule im sunder schemen / gelich sin halbez gut nemen PassIII 70,20    1.2 mit Angabe einer Vergleichsgröße im Dat., Instr. (diu) oder Gen. (des), ‘jmdm./einer Sache gleich, ähnlich; entsprechend, gleichkommend’    1.2.1 mit Dat.: unz daz der edele tôre / wart gelîch einem môre / an allem sînem lîbe Iw 3348; ez was ein küneginne gesezzen über sê, / ir gelîche enheine man wesse ninder mê NibB 326,2; daz niemen kunde / ein gewæfen dem gelîche / vinden alsô rîche Wig 5615; alsus man sîne reise den wisewazzern dicke gelîche siht RvZw 185,6. dâ was ir hâr und ir lîch / sô gar dem wunsche gelîch Iw 1334; sîn tât dem prîse ist gar gelîch Parz 717,28; die zwêne dem lône wâren gelîch, / den minne etswenne nâch dienste hât Wh 249,20; disiu rede ist wunderlîch / sist iedoch der wârheit gelîch Aneg 1192; sô daz ir site und ir sin / was gelîch der marcgrâvin Parz 403,30. 773,29. – umschreibend: werde unser zweier kindelîn / [...] einem man gelîch Parz 55,29; so ir wænt daz ende habe genomn / iwer kumber grœzlîch, / alrêrst strîte ist er gelîch ebd. 562,6; MF:Kürenb 2:5,4; KLD:GvN 26:3,10; ähnlich: Volkêr der snelle zôch nâher ûf der banc / einen videlbogen starken, vil michel unde lanc, / gelîch einem swerte, vil scharpf unde breit NibB 1785,3    1.2.2 mit Instr.: daz was diu vil gelîch / als ob in erbarmôte Aneg 1495; KvWLd 32,129 (Konjektur)    1.2.3 mit Gen.: vasten, barvuoz gân und ander dinc des glîche, daz pênitencie heizet Eckh 5: 244,6    1.3 mit (zusätzlicher) Angabe eines tertium comparationis; im Gen.: der heidn unt der getoufte / wârn mir strîtes al gelîch Parz 495,29; geburt unde guotes rîch; / des alles wâren si gelîch Wig 5203; daz daz sîdîn gewant / daz si [...] / zuo ir kinde hete geleit / unde disses gastes kleit / gelîche wæren begarwe / der güete und der varwe Greg 1949; BdN 226,32. – durch eine Präp.-Gruppe: glîch antlütze und glîchez vel / Anfortas bî sîner swester truoc Parz 813,2; simia haizt ain aff. daz ist ain tier dem menschen gar geleich nâhent an allen gelidern BdN 158,21; SchwSp(W) 6,9    2 subst.    2.1 mit Gen. oder Dat.d.S.: diner froͤd ward nie gelich KvHelmsd 4388; ain goͤttlich kron, der nie ward glich ebd. 4731    2.2 mit Poss.-Pron. oder Gen. des Pers.-Pron., mîn, dîn gelîche usw. ‘der jmdm. (einer Sache) gleich ist, gleichkommt: meines-, deinesgleichen usw.’ diu was [...] schœne und alsô rîche / daz ich wæn ir gelîche / in dem lande iht wære Wig 2469; daz man dinin gilichin / nimag findin LobSal 39; daz er der werlte widerstuont [zuwider war] , / als alle sîne gelîchen [vom Aussatz Befallene] tuont AHeinr 136; stritis tu wider dinen gelichen [...]. / stritis tu wider den, der dir zu starc is [...]. / stritis tu wider einen cranken Elmend A 735; swer des uberredet wirt mit siben siner gelichen oder siner tiurern, daz er einen mainen eit gesworn hab, dem sol man die hant abslahen UrkWittelsb 1,148 (um 1255); UvZLanz 3021. 8451; Er 2759; HartmKlage 253; WernhMl 12425. den weisen [Edelstein der Reichskrone] ie vil hôhe wac / der keiser und daz rîche, / dur daz nie sîn gelîche / wart under manigem steine KvWTroj 22. – mit Angabe eines tertium comparationis durch eine Präp.-Gruppe: an manheit sîn gelîche / der was ninder in der schar Wig 2857; do lepte nieman sin gelich / an tugenden und an sælikait WernhMl 88; KvHelmsd 392    2.3 gelîchen eine ‘ohne (seines-, ihres)gleichen’ (vgl. ein 1.2.4.2): diu [Maria] ie stuont gelîchen eine SM:EvS 1: 1,7    2.4 den gelîchen tuon, als ‘so tun, als ob’ er az vil mæzlichen / vnd tet den gelichen / als er fleisch genuͦzte Albert 449    2.5 N., ‘etwas Ähnliches, Gleiches’; ohne Erg.: des gelîches ‘des-, dergleichen’ das ist so heimelichú suͤssekeit [...], das ich des gliches nit weis Mechth 3: 1,130; der tot unde hunger unde turst unde endrü ding dez glichez [ et alia huiusmodi ] ThvASu 86,30. 36,3; Tauler 272,28; Eckh 3:148,6. – mit Dat.: dem [Land des Königs Artus] was eht niht gelîch, / unde ist ouch unmügelîch / daz im [...] / iemer iht glîches werde Iw 2662; dar umbe sprichet ein meister: man envindet kein tier, ez enhabe etwaz glîches dem menschen Eckh 2:228,5. – mit Gen., des (selben) gelîch/-e(n) ‘Derartiges, Desgleichen’ und alsus tuot got: jâ, alsô süeze, daz alliu disiu werlt des glîch niht geleisten enmac Eckh 2:44,8; daz ouge, daz ôre, diu zunge, diu hant und des glîche ebd. 5: 109,15; des selben gelich mag hie beschechen WernhMl 14217; Seuse 469,16. 501,17; UrkCorp (WMU) 380,36; – mit Gen. des Pers.-Pron. oder Poss.-Pron. ‘seines-/ihresgleichen’ diu katz hât ir gleiches [...] liep BdN 152,4; ein gelîchez vindet sîn gelîchez PrBerth 2:143,2; PrGeorg 321,25 (s.a. TPMA 5,44f.)    2.6 N., ‘Gleichnis’ so wil ich ein gut geliche / uch sagen von dem hemelriche Brun 11326; vnd das pewärt er mit ainem geleichen vnd sagt, [...] Schachzb 96,44; als man merken mac bî glîchem Eckh 2:603,4; LvRegSyon 3913(Hss.); WernhMl 14473    2.7 anders: der guͦte [...] nimmet [...] gelich [gleichmäßiges, unbeschwertes Leben] und ungelich [Mühsal] und lot sich do inne gotte Tauler 116,16 u.ö.; daz geschiht dem verklerten geist, der verlúrt ungelich und gelich [Ungleichheit und Gleichheit] ebd. 121,3 u.ö.

MWB 2 329,43; Bearbeiter: Bohnert

gelîche, gelîch, gelich Adv. auch -en ( PrSchw 2,31; HeslApk 1990. 11216 ). 1 ‘auf gleiche Weise, nach gleichem Maße’
1.1 ohne Erg.
1.2 mit Angabe einer Vergleichsgröße im Dat. (meist dem ), Instr. ( diu ) oder Gen. ( des, der ), vereinzelt durch eine Präp.-Gruppe
1.2.1 mit Dat.
1.2.2 mit Instr.
1.2.3 mit Gen.
1.2.4 mit Präp.-Gruppe
2 gelîche tuon ‘sich einen Anschein geben, sich stellen’
3 ‘ausgewogen, gerecht’
4 ‘sogleich, sofort’
5 ‘nahe, angrenzend’
   1 ‘auf gleiche Weise, nach gleichem Maße’    1.1 ohne Erg. (die Vergleichsgröße ist in einer Pl.-Form enthalten, mit und koordiniert oder implizit gegeben): naht unde tac / unser strît vil nâch gelîche wac Parz 30,16. 238,23; dîn erbe und ouch daz mîne sulen gelîche ligen NibB 114,1; nu wuͦsen glich in einer plege / zwa juncfrouwen here / nach furstlicher ere Elis 898; si truoc einen roc wîten, / von zwein samîten / gesniten vil gelîche, / eben unde rîche Wig 748. 3439. 8833; sô daz ir lop gelîche ob allem lobe schône als ein crône swebt RvZw 34,6; daz ein man minne ein wîp vor allen wîben gar / und daz si denne glîche var KLD:Hawart 3:4,6; daz vnse sune geleite, zolle vnd jarmerkete mit einander geliche teilen sullen UrkCorp (WMU) 1062,10. 319,9; wenne der môn geleich [geradewegs, völlig] gegen der sunnen über ist, sô ist er vol BdN 65,6; Elis 3855. 5645. – häufig in der Stellung hinter al (Belege mit unflekt. al, die auch adj. Auffassung zulassen, s. unter gelîch Adj. 1.1.6): und lobten alle gelîche / den rîter und die hôchzît Wig 1684; ez bluot allez gelîche, / bluomen unde boume ebd. 638. 11439 u.ö.; daz man [...] daz cruce [...] predigete [...] / den luden allen gliche / uber alle cristen riche Elis 4143. 4289. 4525; En 3689. 4132. – ein Adj. oder Adv. näher bestimmend: dise sorgen beide / die tâten im gelîche wê Iw 1535; ir [Frauen] stimme sint gelîche hel Parz 116,7; swer in hazte od wol enpfienc, / den was er al gelîche holt ebd. 289,21. 589,24; nement och zwene brvͦder zwo swestern vnd nimt der dritte brvͦder ein vromdez wip, iriv chint sint doch geliche nahen sippe SchwSp 7b; Elis 1686; MNat 6,28; Komp.: alles daz man hievon gesprechen mag, daz enhat nút worheit an ime, sunder es ist gelicher gelogen denne warheit Tauler 114,28. – mit Vergleichssatz: do gebârte sî gelîche / als sî mit bœsem mære / zuo im gesendet wære Iw 2218; Lucas ewangelista [...] malet ez [ein Bild der hl. Maria] wol geliche, / rechte als die tugenderiche / gestalt was PassIII 200,25. – mit Angabe eines tertium comparationis durch eine Präp.-Gruppe: [Elisabeth und Hermann sind] beide an eren glich gemuͦt Elis 1484    1.2 mit Angabe einer Vergleichsgröße im Dat. (meist dem), Instr. (diu) oder Gen. (des, der), vereinzelt durch eine Präp.-Gruppe    1.2.1 mit Dat.: du gebârest vil gelîche / einem man des werdekeit / ist mit mæren harte breit Parz 767,6; müet sî daz sî mîn enbirt / und daz sî mir gelîche swirt [dass sie ebenso wie ich Schmerzen empfindet] ZwBüchl 654; ich wil sî gelîch der sunnen mezzen, / die siht man allenthalp gelîchen KLD:WvMezze 2:3,8; Wig 3996. 11704; Elis 2850. ez was nâch Kûdrûnen Hartmuoten wê; / dem tet er wol gelîche mit allen sînen mâgen Kudr 748,3; doch hal er tougenlichen daz / und tet niht dem gelîche KvWTroj 10271; nu tuot schiere dem gelîch Wh 52,26; Parz 60,13. 808,25. – mit Vergleichssatz (als/  sam/  wie): si varent wol dem gelîche, sam ez sî Rüedegêr NibB 1180,3; ich muoz iemer dem gelîche spehen, / als der mâne tuot MF:Mor 3: 1,4; SM:Te 8:1,4; Wig 833; bes. dem gelîche tuon ‘sich so verhalten, als ob’, teilw. nur umschreibend: ir tuot dem gelîche und sît in der gebære, / sam diu edele Kûdrûn iu vil guoten helden sippe wære Kudr 1244,3; sô gebâre ich dem gelîche, / als ich sî maniger vreuden rîche Walth 120,30; und komen grôze winde [...] also dc dc schefelin [...] dem gelichen tet wie ez woͤlte undergan [ Mt 8,24 ] PrSchw 2,31; KvWTroj 17056. 16994; SM:Te 4:2,9; ähnlich: er tet dem gelîche schîn, / sam im leidete daz leben Ottok 64855. – ebenso mit daz-Satz: der lac wol dem gelîche [sein Lager war dem gemäß] , / daz Matusales sîn vater [erg. was ] Wh 98,16; si tet benamen dem gelîch, / daz si betrüebet wære KvWTroj 22576. 26340; dô si dem tâten niht gelîch, / daz si belîben wolden Ottok 630; Wh 129,6. 446,24; Kudr 619,4    1.2.2 mit Instr.: wer weiz, ern sî vil tugende rîch: / er gebâret diu gelîche wol Tr 4085. 135. 15914; wie stâtz um disiu armen wîp? / in sint die site und der lîp / gestalt vil wol diu gelîch, / wæren sî vrô und rîch, / sî wæren harte wol getân Iw 6269; En 1542; Walth 70,18; Mai 49,31. – mit Vergleichssatz: des antwurte im her Îwein / diu gelîche als er wær verzaget Iw 6621. 753; der marter zeichen [Christi Wundmale] / [...] zierten den lîp [des hl. Franziskus] diu glîche / sam von dem wîzen esterîche / glîzent swarziu steinelîn LvRegFr 4094; WälGa 477; JTit 5622,1. diu ~ tuon, daz ‘sich so verhalten, dass/als ob’ diu gelîche hân ich [Lavinia] [...] getân, / daz Ênêas [...] / mîn kleinôde [Minnepfand] nie gewan En 12219; LvRegFr 449; der wint sluoc sî [Beaflor in ihrem Schiff] [...] verre ûf des meres wâc [...]. / er tete an ir diu gelîch, / daz im ist niht unmügelich Mai 50,25    1.2.3 mit Gen.: die mit Gâreln wârn geriten, / des gelîche jâhen [sprachen ebenso, sagten das Gleiche] PleierGar 18869; OsterSpM 2,33; und anderweit gînc her [Besitzer des Weinberges] ûz umme sexte und nône stunde und tet des glîch [d.h. mietete Arbeiter] EvBeh Mt 20,5 u.ö. – mit Vergleichssatz: sie gebâren der gelîch, / sam sie unser niht entsitzen sich Kreuzf 5119. 6101; als si [Mönche und Priester] von anegenge ie wâren, / des gelîche siht man si wol gebâren Renner 18014    1.2.4 mit Präp.-Gruppe: dô nam er an sich / sehzec gesellen, die er gelich / zuo ime [wie sich, in seine Farben] kleite Er 2873. 1911    2 gelîche tuon ‘sich einen Anschein geben, sich stellen’ dû hâst ir [deiner Arme und Hände] anderen vlîz [d.h. pflegst sie anders (besser)] / an dîner heimelîche / dan dû hie tuost gelîche Greg 2934    3 ‘ausgewogen, gerecht’ vnd schuͦln beder tayl schydelevt loben [...], daz si sprechen vmb alle chryͤge, schaden vnd gebresten [...], so si geleychist mvͦgen [so gerecht wie möglich] UrkCorp (WMU) N594,4    4 ‘sogleich, sofort’ inde dat sine sele zuͦ deme vremeden gelich me wart gebunden, / in einer vile curter stunden, / wan si da vore were zuͦ deme alden vrunde Lilie 60,25. 60,37    5 ‘nahe, angrenzend’ ouch lâgen im gelîche / zwei rîchiu künicrîche Wig 10494

MWB 2 332,11; Bearbeiter: Bohnert

gelîche stF. 1 ‘Gleichnis’
1.1 (für etwas [ des , von etw., dannen ]) ein ~ haben, sagen, geben u.ä.
1.2 etw. in/mit ~ hân ‘gleichnishaft, bildhaft begreifen’
2 ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’
3 ‘Erscheinung, Gestalt’
4 ‘Ebenbild’
5 ‘Billigkeit, Angemessenheit’
6 als Übers. des lat. astronom. Terminus aequans , hier nach dem Zusammenhang wohl i.S.v. ‘Norden’ ?
   1 ‘Gleichnis’    1.1 (für etwas [des, von etw., dannen]) ein ~ haben, sagen, geben u.ä.: vnde dez hain wir aine gelichi vf ertriche, iehint die maistire: [...]. ze gelichir wiz ist ez ze himilriche PrGeorg(Sch) 21,136; nu merche aine gelichi, die git uns ain wise man ebd. 34,42; dannen sage ich dir ain [La. eine ] gelîche Kchr 9071; LBarl 5595. – mit Angabe des Vergleichsgegenstandes (an, ): dez merckint aine gelichi an der creature PrGeorg(Sch) 22,85; da uon git er uns aine gelichi bi deme honige ebd. 28,128    1.2 etw. in/mit ~ hân ‘gleichnishaft, bildhaft begreifen’ si [Maria] marchte [...] / wie man sy [die hl. Schrift] konde wol verstan, / inwarhait und ingelichi han [in wörtlicher und bildhafter Bedeutung verstehen] WernhMl 836; der wissagen propheczien / sprachen von dir, Marien, / mit figuren mengen, die / si mit gelichi hettent ie [...], / das an dir vollekomen ist ebd. 14744    2 ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ als vil gelichi zwen mugent han / die von ainer muͦter sint / geborn sament, gelichú kint WernhMl 13382; ez sint drú ding dú an sich ziehent. daz erst ist glichi, alz ich da vor gesprochen han daz ain ieglich ding sin gelichez zuͦ im zúhet PrGeorg 321,25; di himelesche Jerusalem [ ist ] gelich eime clostere und hant eine niftelschaft und sunderliche heimliche zu samene durch di geliche dez lebenez HlReg 51,5; PrGeorg(Sch) 18,112; Eckh 1:329,4    3 ‘Erscheinung, Gestalt’ der hailig gaist kam offenbar / uf Ihesus hoͮbet von hymel dar / inainer wissen tuben glich WernhMl 6791. 6807    4 ‘Ebenbild’ ain wiss tuͦch nam Ihesus, / dar an er sich do strahte, / sin bild gelich da machte: / das tuͦch sin gelichi vieng [das hl. Mandylion (Christusbild von Edessa der Abgar-Legende, s. LexMA 6,189)] WernhMl 7637    5 ‘Billigkeit, Angemessenheit’ nach geliche und rechte [ Selonc ce que [...] droit et equité sera ] Pilgerf 1083    6 als Übers. des lat. astronom. Terminus aequans, hier nach dem Zusammenhang wohl i.S.v. ‘Norden’? [Heiden,] di do wonen in manchin endin der werlde, in landin [...], di do gelegin sint kegin dem ufgange der sunnen unde nidirgange, kegin dem mittage unde der glich MarcoPolo 1,8

MWB 2 334,7; Bearbeiter: Bohnert

gêlîche Adv. gæhelich

MWB 2 334,51;

gelîcheit stF. 1 ‘Gleichheit, Ähnlichkeit’
2 ‘Ausgeglichenheit, Ausgewogenheit’ ;
3 ‘Rechtmäßigkeit, Billigkeit’ , personif.
4 ‘Gleichnis, Parabel für etw. (Gen.)’
   1 ‘Gleichheit, Ähnlichkeit’ daz fremde wunder / daz von gelîcheite / got an si beide leite. / ir zweier muot, ir zweier sin [...] wâren [...] gelîch ân allez underbint KvWEngelh 1063; ein herre, der einen kneht hât, dâ enist niht vride, wan dâ enist niht glîcheit Eckh 2:48,1; Eckh(J) 94,33 (weitere Belege s. Anm. zu Eckh 1:108,3-12 ); in einikeit [Identität] verlúret man glicheit Tauler 121,1; der mensche gat zvͦ gotte mit geistlicher glicheit [ similitudine spirituali ] vnd gat von got mit geistlicher vnglicheit RvBib 157,16; Parad 115,22; ThvASu 232,7; Gnadenl 1,242. – von zwei Größen (Gen., mit, zwischen etw.): wie spilend wirt di sel angeblichet von den augen meiner magenchraft, an der ich gelicheit vinde der plutigen wunden meines suns! Eckh(J) 55,40; [Lehre eines Brahmanen:] ez hât auch haz dâ kain stat, wâ kain obrer ist, diu gleichait der armuot macht all läut reich, und alsô besitz wir alleu dinch, die wir niht begeren BdN 492,6; ThvASu 260,26; HvFritzlHL 110,16; WernhMl 5798; disiu unbewegelîchiu abegescheidenheit bringet den menschen in die grœste glîcheit mit gote Eckh 5: 412,4. 2:13,12; Tauler 353,27; RvBib 14,6; und diu dinc bringent eine glîcheit zwischen gote und dem menschen Eckh 5: 413,1. – ‘Übereinstimmung mit etw. (Gen., Poss.-Pron. oder Präp.-Gruppe)’, von Texten: uz der byblien ist dise ubirtragunge in daz mittelste dutsch mit einualdigen slechtin worten uz gedruckit zuͦ glicheit des einualdigen textes [der Vulgata] EvBeh Einl. 18. 2; WernhMl 5766. – übertr.: ‘etw. Gleichartiges, Derartiges’ vnd wie si [Maria] [...] swanger wart [...] / und wie ez [das Jesuskind] got geruͦchte bewaren: / alle div gelichait / ist vor genzlich gesait KvFuss 129f.(App.); yglichs siner glichait geret Teichn 590,29 (vgl. TPMA 5,45)    2 ‘Ausgeglichenheit, Ausgewogenheit’; von Empfindungen: der mensche der sol ston in einer geordenter gelicheit liebes und leides Tauler 365,27; Seuse 256,2; BdN 53,29. – des Gemütszustandes: daz ein mensche sî alle zît in glîcheit [Gleichförmigkeit] des gemutes in libe und in leide HvFritzlHl 250,20; mich beducht, ich haftet ze vil und ze liplichen [...] an der sinnlichen gleichait [an den harmonischen äußeren Lebensverhältnissen] , die ich ze Basel hett HvNördlBrf 52,15; daz ander, daz den menschen allermeist sun machet, daz ist glîcheit [Gleichmut, Gelassenheit] . ist er siech, daz er als gerne siech sî als gesunt, gesunt als siech Eckh 2:33,8    3 ‘Rechtmäßigkeit, Billigkeit’, personif.: dar nach der meister sprach zu hant [zur Wisheit ] : / so nim mit dir Gerechtikeit, / Erbermde, Gut [= Güete ] und Glicheit Minneb 2914    4 ‘Gleichnis, Parabel für etw. (Gen.)’ ich hab an ainem puech gelesen / der selben red ain geleichait HvNstAp 9; des hoͤrend ain gelichait KvHelmsd 3632

MWB 2 334,52; Bearbeiter: Bohnert

gelîchelîche Adv. auch -en. 1 ‘gleichermaßen, gleicherweise’
2 ‘zu gleichen Teilen, gleichmäßig’ ; ~ teilen, zweien
3 ‘gleichmäßig, durchgehend’
4 ‘gleichförmig, gleichmütig’
   1 ‘gleichermaßen, gleicherweise’ ewig ist der vatter, ewig ist der sun, ewig ist der heilig geist. [...] gelichlich [similiter] ist almehtige der vatter, almehtig ist der sun, almehtige ist der heilig geist PsAlem 474; EvAug 184,11. – distributiv nach einem Pl. (bes. mit attr. alle): vnde han wir [...] die selbe stat wider zu lehene enphangen vns vnde vnseren erben, mannen vnde vrauwen, sunen vnde dohderen gelichliche UrkCorp (WMU) N193,27. 2098,30; der die tuginde alle gelicliche vͤbet, der ist allir loblichist vor gotte PrGeorg(Sch) 19,259. 19,252; BrEng 34; Mechth 1:27,8. ~ alse ‘ebenso wie’ glichlich als daz wachs vorvluzet / von vure sus vorschuzet / des tubels schar von denen, / wenne si Marien horen nennen Brun 4528; ouch ist got ein vorworf aller vornunfte glîchlîchen alse daz licht der sunnen ist ein vorwurf der ougen HvFritzlHl 124,38    2 ‘zu gleichen Teilen, gleichmäßig’; ~ teilen, zweien: vnd sun denne beide teile den nuz alles des guͦtes gelichelike teilen UrkCorp (WMU) 373,12. 303,6; sich ruste manic werder gast / [...] ûf den turnei. / der wart gelîchelîch in zwei / geteilet mit dem lôze Reinfr 7424; RvEWchr 744    3 ‘gleichmäßig, durchgehend’ dc er ein weg dur des Vrien hûs vnz an sin wingarten sol han [...], der drier elne vnd eis vierdenteils Zv́rich mezis gelichlich dur v̂f [die ganze Strecke hinauf] wît sol sin UrkCorp (WMU) 759,21. – übertr. ‘gleichbleibend, stetig’ dô [...] ir [Ade und Lanzelet] ein niuwe wünne / gelîch [La. gelichliche ] und ebene pflac UvZLanz(K) 2361; das du so blöszlich, so clärlich, so luterlich, so hoche und so glichlich in selber [Jesus] [...] minen kanst HvNördlBrf 42,14    4 ‘gleichförmig, gleichmütig’ noch sæliger ist div [ sel ] , div durch die geblvͦmten wege gelichlich an wanch chan gen Baumgart 44,24. sich ~ halten/haben ‘verhalten, benehmen’ zuo etw.: loukende rede und jehende rede zu den sal he sich glîchlîchen halden HvFritzlHl 54,36. 54,38; Vorsmak 430

MWB 2 335,45; Bearbeiter: Bohnert

1gelîchen swstV. s.a. → lîchen1 . – st. Flexion in Analogie zu den stV. (Ia) (nur Wernh D 1746 ). 1 ‘jmdm. gefallen, zusagen’
2 ‘einer Sache zuträglich sein’
   1 ‘jmdm. gefallen, zusagen’ nû wunsket diu gerente sêle dc ir bruste gote gelîchen TrudHL 127,6. 127,13. 24,11; ine weiz, waz ich dâ von [Tristans Schwertleite] gesage, / daz iu gelîche und iu behage / und schône an disem mære stê Tr 4598; nu bit mich halbes mines riches, swaz dir sin geliche, / ez si lait oder liep, daz wil ich dir versagen niet AvaJo 27,3; mir ist gelichen din rat Wernh D 1746 PsM 50,21. 101,15. 114,9; LBarl 15930; Flore(S) 983; Karlmeinet 483,67; WernhMl 4699. zin anderhalp ame glase / geleichet [Konjektur; Hss. gelichet, -ent ] , und des blinden troum, / die gebent antlützes roum, / doch mac mit stæte niht gesîn / dirre trüebe lîhte schîn: / er machet kurze fröude alwâr Parz 1,21 (vgl. B. Schirok, ZfdA 115 [1986], S. 122f.). – unpers.: [Taufe Jesu:] diu stimme [Gottes] sprach ze deme sune, ime wære wol gelichet an ime [vgl. Mt 3,17 ] AvaLJ 42,3. – refl., ‘sich jmdm. angenehm, freundlich erweisen’ er waere ritter oder kneht, / armen und rîchen, / den kunder [Siegfried] sich gelîchen KlageC 60; er vereinet sich mit dem goͤtlichen hertzen, er glichet sich dem obresten, er liebet sich got und der welt Seuse 422,12; StrKD 136,111; wan und hæte got verlorn / einen engel von sînen rîchen, / jâ möhte sî sich im glîchen [empfehlen, vgl. Bech z.St.] , / [...] wan si zæm wol an engels stat HartmKlage 1466 (oder zu → gelîchen2 ?)    2 ‘einer Sache zuträglich sein’ der [Verwundete] selb an dw wunden streicht / daz der wunden nicht geleicht / und dw wunden suchtig wirbet Teichn 203,22

MWB 2 336,22; Bearbeiter: Bohnert

2gelîchen swstV. auch geglîchen. – st. Flexion in Analogie zu den stV (Ia) ( Krone 23784; Virg 289,10. 291,8; WolfdD(J) 5:59,4; Minneb 5138 ). 1 intr. ‘jmdm./einer Sache (im Bezug auf etw.) gleich, ähnlich sein, gleichen, gleichkommen’
2 tr.
2.1 ‘gleich behandeln’
2.2 ‘jmdn./  sich/  etw. mit jmdm./sich/etw. gleich stellen, machen; vergleichen’
2.2.1 allg.
2.2.2 im Zustandspassiv
3 refl. ‘jmdm./einer Sache (im Bezug auf etw.) gleichkommen, entsprechen, sich vergleichen lassen’
   1 intr. ‘jmdm./einer Sache (im Bezug auf etw.) gleich, ähnlich sein, gleichen, gleichkommen’ si gelîchete Dîânen / der gotin von dem wilde En 1794; daz dir in ertriche / nechein kuninc ne mac gelichen TrSilv 503; dû gelîchest wol dem schrîne [...], / der daz himelbrôt beslozzen / hât SM:EvS 1: 9,1; VAlex 46. der herre was wol gemuot, / er gelîchete niht einem zagen Eracl 4991; Kudr 1271,3; ich hân gesehen in der werlte ein michel wunder [...]. / daz gelîchet einem bœsen man Walth 29,7; Sgoydamur [...] den hentschuch an streich, / der ir also wol gleich [passte] , / das ir dar an niht gebrast Krone 23784. da ergienc ein sölhiu hôhgezît, / swer der hât gelîchet [es ihr gleich tat] sît, / des hant iedoch gewaldes phlac Parz 100,24; sîme rîchtuom glîchet niht / ân den bâruc ebd. 328,11. der helm gelîchte dem regenbogen Wh 429,18; sin [eines Pferdes] sprunc vnde sin wanc / glichete eime phile Herb 7411; diu rœte und der sunnen schœne / mîner frowen niht gelîchen kan SM:Tr 2: 1,7; sie [Ohren eines Riesen] glichen esels ôren WolfdD(J) 5:59,4; Rumelant 2,370b; UrkCorp (WMU) N99,6; Virg 289,10. 291,8. solt ers alle übervehten, / daz englîchte niht dem rehten [stimmte nicht mit dem, was recht und billig ist, überein] Parz 717,14; sprich ich gein den vorhten och, / daz glîchet mîner witze doch ebd. 1,30. – mit Angabe eines tertium comparationis (Gen., Präp.-Gruppe): daz ob der tavelrunder / im prîses niemen glîchen mac Parz 608,29; du [Kirche, Braut Christi] sol imo gilichin / in dugintin richlichi LobSal 225; der sal dir gelîchen al / an hûte unde an hâre [...], / von siten und von sinnen En 3660; Elis 3147; BdN 435,21. 464,17; auch wegt diu sêl des menschen leib von stat ze stat recht als der himelweger tuot den himel. mit dem geleicht der mensch dem himel ebd. 3,12. 3,19. 3,22; Wernh A 3676; wil er den entwichen, / den er vaste muͦz gelichen [es gleichtun] / mit widersatze und vientschaft, / si gewinnen [dann gewinnen sie] uber in [...] grozze chraft StrKD 48,134    2 tr.    2.1 ‘gleich behandeln’ diu wîp gelîchent uns ein teil ze sêre, / daz wir in alsô liep sîn übel alse guot. / seht, daz gelîchen nimet uns vröide und êre Walth 48,26. 28. 37    2.2 ‘jmdn./  sich/  etw. mit jmdm./sich/etw. gleich stellen, machen; vergleichen’ (s.a. → lîchen2 )    2.2.1 allg.: ez engezimet niht wol, / daz man vns glichen sol / hunden Herb 3818; wem mag ich si gelîchen / die schœnen, sælderîchen / wan den Syrênen eine Tr 8085; dem grâl ich wol gelîchen wil / ein reinez wîp, der kiusche reichet wol des grâles zil RvZw 42,4; Walth 23,16. 32,27; RvEBarl 1691; BuchdKg 70,19; Eckh 1:215,10. ich gelîche in disen sachen [vergleiche ihn mit folgendem] Greg 3459. ich wil gelîchen dirre nôt / eines vil edeln vürsten tôt Wig 8062; ir lôn ich niht gelîchen kan: / erst bezzer danne guot SM:WvT 4: 2,3; Tauler 248,35. – mit refl. Akk. bzw. Dat.: do sant der ewig vater sinen sun, der gelichte sich dem menschen und nam an sich menschlich pilde an suͤnt PrOberalt 79,4 (= PrRoth 59 ); wilt dû dich [...] genôzen und gelîchen / dem wol gebornen hoveman Helmbr 338; ey kund ich mich gelichen da / eim valken han Minneb 5138 (Verschreibung?, vgl. daz ich gelichet mich eim starn ebd. 5125 ); GenM 10,10; HeslApk 5516. 5558; ez ist ein grôziu êre dem knehte, ob in sîn hêrre im selben gelîchet DvASchr 327,37. – mit Präp.-Gruppe: ir tohter, diu sô liehten schîn / gap daz ich die heide [...] / gein ir niht gelîchen mac Wh 200,16; gegen der wunne ich niht gelîche SM:WvK 3: 4,5; RvEWchr 7453; EnikWchr 19203; die bœsen die sint maneges valsches rîche, / die biderben ich vil verr von in gelîche RvZw 53,8; Liupolt, zwir ein fürste, Stîr und Œsterrîche, / nieman lept, den ich zuo dem gelîche Walth 35,2; und dar umb geleicht man unser frawen zuo dem paum in ainem lobsang BdN 332,20; GenM 113,4; VAlex 1515; KLD:GvN 26:3,9; EnikFb 2906; Seuse 259,24. 317,23. – mit dar: ist iht wîzers danne der snê [...], / sô moht ich wol gelîchen dar / daz [das, was] Tybalt an im hete gar [seine Kleidung] Wh 366,7. 268,24    2.2.2 im Zustandspassiv: an dizen worten [ Lc 2,40 ] so son wier merchen. dc unser herre dem kinde ist gelichet PrSchw 2,1; daz himelrich ist gelichet zehen magden, der waren fumf wise vnd fvnf toͤrinn PrBerthKl 3,1; daz [...] ein scheffel weizzes vnde ein rocken in der lotzlawisschen maze, die in dutschen scheffel heizet, dem der cholmissche scheffel gelichet [La. geglichet ] ist, [...] vur cehnden werde vergolden HandfKulm 142; RvEBarl 8480; Albert 704. – mit ûf: der selbe vogel gelîchet ist / ûf den genædigen Krist Freid 145,7    3 refl. ‘jmdm./einer Sache (im Bezug auf etw.) gleichkommen, entsprechen, sich vergleichen lassen’ nû ist si sô wol gestalt [...] / daz wæn iender lebe ein wîp [...] / diu sich ir gelîche Wig 3768; diu minne ist weder man noch wîp, / si hât noch sêle noch den lîp, / sî gelîchet sich dekeinem bilde Walth 81,33; dú sele gelichet sich ainer lichten flumvedren Seuse 309,20; RvEBarl 1917; KLD:  Rub 18:3,5. er gelîchet sich wol einem man / der betelîchen biten kan Iw 4573; [Rätsel über den Neid:] ich spür ein wunder dur die lant / in gelwer grüener varwe schîn [...]: / sag an, wem mac ez sich glîchen? Marner 11,19. vil dinges glîchet sich dem golde; ez liuget und enist niht golt. alsus, alliu dinc glîchent sich gote und diu liegent, und sie ensint ez niht alle Eckh 1:215,13. 1:162,16; ez hât erstriten iuwer hant / eine schœne maget und ein lant / dem sich niht gelîchen mac Wig 8010. 9683; wa hin, vrou aventiure? [...] / ir welt zu andern meren, di sich disen meren nicht gelichent JTit 665,4; diser drijer leije minne die súllent ir bruͤven in eime gelichnisse von drijer leije bilden. [...] und das silberin bilde das gelichet sich der wisen minne Tauler 248,6; UrkCorp (WMU) 2596,9. – mit Präp.-Gruppe: swaz ich klage ie gehôrt [...], / diu klage sich gegen diser nôt / nimmer mac gelîchen Ottok 3259; daz sih zv ir glichte dehêine / under allen den froͮen Wernh D 1300; Walth 46,4; Tannh 5,70. – mit dar: nie munt dâ von [von der himmlischen Freude] gesprach / daz sich iht gelîche dar Wig 8090. – mit Koordinierung der beiden verglichenen Gegenstände: singet ir einez, er singet driu, / daz gelîchet sich rehte alse ars und mâne Walth 18,10. – mit Angabe eines tertium comparationis: sie [ Kriemhilt ] gelîchet sich wol mit schœne der lieben vrouwen mîn, / Helchen der vil rîchen NibB 1150,1; Iw 876; da in sint si [die Geschöpfe] nicht got, dan alz vil alz si sich got gelichent an dem wesen daz si sint Eckh(J) 43,1

MWB 2 336,56; Bearbeiter: Bohnert

gelîchende Part.-Adj. ‘ausgleichend’, attr. zu kreiʒ in Übers. des lat. astronom. terminus technicus circulus aequans: aber an dy sunn ein ygleich planet drey chraiz zu dem mynnisten hat, wizzenleich equantem den ‘geleichenden’, [...] und den epyciclum Sphera 93,4

MWB 2 339,1; Bearbeiter: Bohnert