Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gehuof - geine    


gehuof stM. ‘Nutzen, Vorteil’ dar nach der salden sprengel / an dem sechsten tage schuf / Adam und czu sim gehuf, / im gliche czu gesippe, / [...] Evam TvKulm 188

MWB 2 284,31; Bearbeiter: Tao

gehuotet Adj. ‘mit Helm versehen’ her was mit solhen sinnen / behûtet [La. gehutet ] und gebunden / in mohte niht verwunden En 12343

MWB 2 284,35; Bearbeiter: Tao

gehürme stN. ‘Angriff, Bestürmung’ brûdir Heinrîch [...] [zog] vor dî burc mit grôzir macht / unde sî vîentlîch anvacht / mit hantwerc gesturme. / îdoch mit dem gehurme / schûf er nicht mê [...], / wen daz dâ vaste luite wunt / wurdin von beidin parten NvJer 24189

MWB 2 284,38; Bearbeiter: Tao

gehürne stN. auch gehörne. 1 ‘Gehörn, Geweih’
2 (Blasinstrument:) ‘Hörner’
   1 ‘Gehörn, Geweih’ so verlat er [Hirsch] die altin hût unde sîn gehurne vnde wirt iunch Spec 9,21; daz er den selben hirtzen schos. / dü horn warend im vil gros, / rott guldin [...]. / daz gehürn er ab im schnaid GTroj 1726; Tr 2987; KvWGS 1382. 1392; PassIII 151,41; En 4600(La. zu gehorne); sîn [des Einhorns] gehurne daz ist freisam SAlex 5587; seht, wa die tobende wilde ku / kerte im daz gehurne zu PassIII 605,20; eini cu, di sogitan gihurni heit da su miti giscadi mac andirimi vienozi [= vihe-nôze ] Mühlh 180,11; mitt armen er in [Stier] umbe schloss / und graiff im an daz gehörnne GTroj 1815. eins bockes houbet schône stuont / mit eim gehürne guldîn / ûf dem rîlichen helme sîn KvWTurn 185; man sezte in [ihnen] ûf eines esels satel / oder ein gehürne, daz ein hatel / wîlent ûf ir houbte truoc Renner 2434    2 (Blasinstrument:) ‘Hörner’ nu hæte ouch Tristan unde Îsôt / den tac allen wol vernomen / den schal, der in den walt was komen / von gehürne und ouch von hunden Tr 17321; pusawn und gehurne / ward geplasen auf das here. / si satzten sich zu starcker were HvNstAp 3450. 7823. 8656. 18866. – Schall der Hörner: man hort groß gehurn: / das tund die wachter HvNstAp 1074; da hub sich ain gehurne Württemb M’a,146

MWB 2 284,44; Bearbeiter: Tao

gehurne stN. gehirne

MWB 2 285,6;

gehürnet Part.-Adj. auch hurnt Gen 2851 mit Ausfall von ge-; s. a. → hürnen swV. – ‘mit Hörn(ern) versehen, gehörnt’ dû bist ein gihurnter wurm [Hornviper, vgl. cerastes Gn 49,17 ] der an dere stîge hevit sînen sturm, / der daz ros an den huof hecchet Gen 2844. 2863. 2851; die egesliche gehurnte helleohsen Himmelr 8,12; vil gut so dünket mich ein boc, swenn er ist wol gehürnet Frl 5:87,19; zwelf clafter lanc was der stil, / gadert und gehuͤrnet WhvÖst 11945. – bildl.: sein hertze waz ertzuͤrnet, / mit pozhait scharf gehuͤrnet Suchenw 41,520

MWB 2 285,7; Bearbeiter: Tao

gehürwe stN. Koll. zu hor. ‘Ansammlung von Schmutz, Kot’ colluvio: gehurwe Gl 3:694,59; waz ist eht von geburte / der mensche [...] / wan ein esche vnd ein hor? [...] / wer [l. wes ] hochfertest dv gehvrwe, / blœde vnde mvrwe, / der hie niht geleben mac / von im selben einen tac? Martina 119,1. – für Ungenießbares (Küche): man tuͦt hin daz gehuͤrwe [des Huhns bei seiner Zubereitung] KgvOdenw 2,194

MWB 2 285,19; Bearbeiter: Tao

gehûs Adj. ‘mitwohnend, wohnhaft’ Jauten, die in unserm haus ze Munichen gehaus ist BWB(Sch) 1,1178 (a. 1329)

MWB 2 285,28; Bearbeiter: Tao

gehûse swMF. ‘Mitbewohner(in) eines Hauses’ und ist ein man in einem hûse, ez sî sîn, oder er lôn ez, oder er habe ez umbe sus, unde wirt er dâ heime gesuochet, man sol im büezen, wan er wirt dar inne ist. und ist mêr wirte dar inne dan einer, die sullen die buoze mit ein ander teilen, wan si alle gehûsen sint SpdtL 191,7; swelich unsir burgere [...] comit bi nacht in eines andern burgers hus [...] sinen willen zu habene mit des wirtis [...] maget oder mit andern gehusen StRNordh 1,68; StRÜberl 22; und ob dehein gastgebe wære, der heimlîch in sînem hûse von sînen gesten iht în koufte und er daz sînen gehûsen mit teilen wolte [...], der hât daz guot verlorn daz er kouft hât StRMeran 414

MWB 2 285,31; Bearbeiter: Tao

geifer stM. ‘Speichel’ saliua: geifer VocOpt 1.083

MWB 2 285,46; Bearbeiter: Tao

geifervrâʒ stM. ‘Lästermaul’ abir ich habe var, das in lichte geyns gesche, daz in krigischir [griechischer] zungen bedutlicher gesprochen ist, das man sy heyse fagolidori, das ist geyvirvroze Cranc Vorr. Ez 180,23

MWB 2 285,47; Bearbeiter: Tao

geil Adj. 1 ‘fröhlich, lustig, ausgelassen’ , mit fließendem Übergang zu 2
1.1 ohne weitere Erg.
1.2 mit einer weiteren Erg.: ‘froh, erfreut über etw.; freudig bereit zu etw., begierig auf etw.’
1.2.1 mit Gen.d.S.
1.2.2 mit Präp.-Erg.
2 ‘übermütig, leichtsinnig, den (leiblichen) Begierden nachgebend, gierig’
3 ‘kräftig, stark, wild’
4 ‘(vom Land:) fruchtbar; (von Pflanzen:) stark wachsend; (von Früchten:) üppig’
   1 ‘fröhlich, lustig, ausgelassen’, mit fließendem Übergang zu 2    1.1 ohne weitere Erg.: sô mich sende nôt bestât, / sô schîne ich geil und trœste selben mich Walth 116,36; ich [...] gibe im solher minne teil / dâ von sîn herze wirdet geil Wig 8801; so wirt mîn sendez hertze geil SM:Tu 6: 6,6; guͦt ist ane mazen schade ze dem eweclichen heile [...]: / da von wende drabe den muͦt, wellestu dort [im Himmelreich] sin geile Kirchenl 237,5; owê, sprach ein geiliu magt, ich bin behuot. / ine getar / vrô gesîn niht offenbâr Neidh SL 13:4,4; der [Vögel] bleip dâ lebendic ein teil, / die sît mit sange wurden geil Parz 119,8; seht wie kint ûf schocken varn, / die man schockes niht wil sparn: / sus fuor [schaukelte] diu brücke âne seil: / diun was vor jugende niht sô geil [d.h. die Brücke war alt] ebd. 181,10. – mit ze: der frouwen [Gen.] trûrec, niht ze geil [litotisch für ‘sehr traurig’] Parz 257,5; daz wir iht ze geil werden und ze übermüetic von disem trôste DvASchr 338,11. – in Verbindung mit vrô, vrœlich, vruot u.ä.: er was dô geil unde vrô Tr 8315; UvZLanz 6681; StrDan 5289; frœlich unde geil KvWTroj 1010; fruot unde geil Flore(G) 4930; frutig und gail HvNstAp 19769. – vom Bauerntanz: êrelôsiu vrouwe, wê [...] daz ich iu ze dienest ie sô mangen geilen trit getrat, / daz ist mînes heiles, mîner sêle ungewin Neidh WL 30:5,5; er muoz mich sîne geile sprünge lêren ebd. SL 18:4,7. SL 27:7,4; dô huob sich der tanz von dem rûzze: / [...] hôhe sprunge, geile baggenknûzze SM:Go 2: 7,4. – subst.: Arnîve wart diu geile, / wand [...] Parz 652,26; der trûrege, niht der geile ebd. 491,18; daz er sît wart vil selten der geile Tit 154,3    1.2 mit einer weiteren Erg.: ‘froh, erfreut über etw.; freudig bereit zu etw., begierig auf etw.’    1.2.1 mit Gen.d.S.: er enphienc nie wîbes minnen teil, / ern wære al ir vröuden geil: / in müete wîbes riuwe Parz 110,6; sît dû diz wilt, ich bin es geil RvEBarl 13431; sie warn bede der verte geil Rennew 13326; zum Kompositium übergehend: der ern gail Teichn 668,30. – selten mit Gen.d.P.: diu frouwe was ir gastes geil Parz 33,12. – subst.: dâ lac inne veile, / daz ichs wære der geile, / het ich alsô rîche habe Parz 562,26. 598,25    1.2.2 mit Präp.-Erg.: wilt du [Frau minne oder Geliebte] , sô wird ich an stæten fröiden geil, / daz mîn herze alsô iht von dir brinne KLD:KvK 6:3,7; ich wil, daz man mir wize, / wirt sin lob niht gar geseit, / sit ich niht lebende an tugenden weiz so geiles Damen 6,3; si waren darzu harte geil PassIII 473,82; wis ouch dabi niht zu geil / uf dines nehesten urteil [deinen Nächsten zu richten] Vät 19549    2 ‘übermütig, leichtsinnig, den (leiblichen) Begierden nachgebend, gierig’ Rôme zwô tohtern gap ze man, / Megenze unde Kölne: dâ ist ir niht gelungen an: / nû sint der tohtern man [gemeint: die beiden Erzbischöfe] ein teil ze tump unt da bî al ze geil RvZw 224,3; also ist der tumen puezz / dw von reichait sind zu gail Teichn 184,17; da vacht in der teuffel mit / in eins viͤrharter [eines falschen Spielers] sit: / der fleust mit willen den ersten tail, / da mit macht er enen gail / daz er ye lenger ye mer auf setzt ebd. 203,12; sist [die Minne ist] worden sô geile, swer sich ir wil nieten, / dem ist sie veile KLD:TSchreiber 3:1,5; vort schob di geile babe [Eva] / di schult und di missetat / uf den valschen losen rat [...] der slangen TvKulm 302. 279; do der alte slange mit sînen genôzen / von himel wart herab gestôzen, / sînes lîbes wesen teilte er in driu: / [...] den leien daz houbt ze teile wart: / daz houbt bezeichent die hôchfart; / den pfaffen wart daz mittel teil: / daz machet si frêzic unde geil Renner 3062; er [ der geischlich mentsche ] sol och sinen lip mit discipline, mit vastenn, mit wachenne, [...] kestigen und nit ze zart haben, daz er nit werde ze gaile PrGeorg 333,25; so ist er als poz sam e, / ist chaez und ayr fuͤr sich dar, / hat an sunten chainen spar / mit trunchenhait, mit weiben gail Teichn 57,17. – von Tieren: ‘brünstig’ die sien [Weibchen der Schwalben] werdent fruhtbær allain von dem trahten des gailn gelustes BdN 201,12    3 ‘kräftig, stark, wild’ sô wart er ûz der ahte [über die Maßen] / starc, küene unde geil UvZLanz 3969; Crane der junge forste geil Crane 3078; an chreften gail Suchenw 34,67. daz phert [...], / daz was geil unde snel Eracl 3883; ez [das Ross] waz freudig [l. freidig ] und geil HvNstGZ 919; ochsen, die waren wilde / vnde so geil, daz si nieman / enmochte an ein ioch gevan PassI/II 222,33    4 ‘(vom Land:) fruchtbar; (von Pflanzen:) stark wachsend; (von Früchten:) üppig’ so vruchtber was daz teil / des ertriches und so geil, / daz Aser alda besaz HistAE 952; vnd ab her [der Weinstock] czu geyl ist, so sal man den stok vmme grabin vnde sal di grube vullin mit sande Pelzb 130,20; die [Bäume] tragent alles wurmessig obs, und das obs oder die oͤphel die stont und schinent als recht geil und als schoͤn, etwenne vil geiler und vil schoͤner wan die guͦten Tauler 188,15

MWB 2 285,52; Bearbeiter: Tao

geil stNM. 1 ‘(ausgelassene) Freude, Fröhlichkeit’
2 ‘Hoden’
   1 ‘(ausgelassene) Freude, Fröhlichkeit’ do er in sînem geile spranc / an dem umbeswanke [Drehung im Tanz] Neidh WL 31:5,1; mit grôzer [La. grossem ] geile / was daz ezzen ergangen Flore(S) 7602; so kan die werlt sich gefrien / zu freuden vnd zu manigem geile [ Io 16,20 ] EvStPaul 13880. 12775; daz ist paider hertzen gail Teichn 190,40; BuchdRügen 934    2 ‘Hoden’ sô man in [den Biber] jagt [...] : / er bîzet ab sîn geil und lât es vallen zeiner miete, / für daz man in niht suoche mêr in holze noch in riete KvWLd 32,335

MWB 2 287,24; Bearbeiter: Tao

geilære stM. gîlære

MWB 2 287,36;

geile stswF. 1 ‘(ausgelassene) Freude, Fröhlichkeit’
2 ‘Übermut, Hochmut’
3 ‘Begierde, Zügellosigkeit’
4 ‘Fruchtbarkeit, üppiges Wachstum’
5 ‘Hoden’
   1 ‘(ausgelassene) Freude, Fröhlichkeit’ mit grôzer geile / was daz ezzen ergangen Flore(S) 7602. – hierher, falls nicht zu geil stNM.: alsô sprach ein altiu in ir geile Neidh SL 9:4,6. SL 1:3,1    2 ‘Übermut, Hochmut’ si quâdin, daz her durch sîni geile / haviti virlorin des heris ein michil deil Anno 24,3 (vgl.: daz er durch sîn gail [oder stN.?] / ir heres hête verlorn ain michel tal Kchr 457); got ist ein ungeschaffen wesen, / der tüfel nit, daz red ich nit in geile FrlSuppl 7:215A,19    3 ‘Begierde, Zügellosigkeit’ swer wol got dienen wil, / der sol niht vasten sô vil / daz er kome von dem lîp [...], / er sol von sîner geile komen / niht von sîm lîbe WälGa 10352; kawm pracht sy in [die Seele den Leib] darzu / das er dy gail wold lon / und ir wurde undertan HvBurg 4679. 5137; nym die mirren der puͦzz, da mit du die vͤppigen gayl deinez lebens prittelst [zügelst] vnd zæmest GestRom 44    4 ‘Fruchtbarkeit, üppiges Wachstum’ ouch deret des boumes gäile / in dem sumer der chalt rîffe Priesterl 234. – übertr. ‘fruchtbarer Boden, Ackerland’, als Bezeichnung eines Ortes: diser brief ist gegeben bei der geile in dem dorf datz wechschaide vnder dem Chrainperge UrkCorp (WMU) 2290,1; in der Gail ist er gesezzen, / ain muͤller wol vermezzen Teichn 586,31. 586,50. 586,137    5 ‘Hoden’ sine [des Bibers] geil ist nuzze unde guot, ze erzenie man si tuot MillPhys 112,3; der biber muoz vil hôhe geben / sîne geilen für sîn leben Freid 139,6; BdN 127,8. 153,29; dô zeprach ez [das Pferd] im selber sein gailn und ertôt sich selber ebd. 137,25

MWB 2 287,37; Bearbeiter: Tao

geilen swV. 1 tr. ‘jmdn. froh machen’
2 refl. ‘sich freuen (über jmdn./etw.)’
   1 tr. ‘jmdn. froh machen’ minne sinne wil dem geilen, / dem si liebe wil verjehen / unde im die mit triuwen kündet KLD:BvH 14: 2,3; dâ geilent wîp / minnegernder manne lîp / alsam daz tou den grüenen clê KvWLd 22,26; manig knechtt gegailtt / in sins herzen mütte ward / daz er mitt manigem ritter zartt / da soltte ze turner ritten GTroj 3138; der kvnsteriche Ihesu Crist / der alle siecheit heilet / mit einem worte und geilet / ze himel lip vnd och sel Martina 263,24. 143,2; daz dû [Gott] von allir sundin wê / mîn armiz herze heilis / unde an genâdin geilis / durch dîner tuginde gebot NvJer 64    2 refl. ‘sich freuen (über jmdn./etw.)’ wír sprúngezen unte fréuuen [La. geilen ] únsih an dír [ exultabimus et laetabimur in te Ct 1,3 ] Will 7,1; ir geilent iuch jungen, / [...] ir singent den reien / und wesent frœlich frô des liehten meien KLD:KvK 5:1,14; KvWLd 9,25; des sich ir herze geilet SM:Had 22: 2,3; mîn muot dien valken tuot gelîch, / die durch ir adellichen art / sich geilent mit der sunne: / so hôher flük ist er nu rîch SM:Tu 3: 1,3; swer sich sust frowet, gailet SHort 5982; WvRh 7460. swâ sich bescheidenheit / in wîbes herzen geilet, / diu zwîget unde frühtet sælde und êre KLD:BvH 13: 5,5

MWB 2 288,5; Bearbeiter: Tao

geilerin stF. ‘die fröhlich, ausgelassen ist’ ich heißen jugent, die lichte, / die geilerynne, die leuffersse, / der sprincke und die sprengersse, / die alle leit achtet nit einen hentschue Pilgerf 12056

MWB 2 288,30; Bearbeiter: Tao

geilhaft Adj. ‘ausgelassen’ des vater unde muoter dô / geilhafter fröuden wurden frô WvRh 774

MWB 2 288,34; Bearbeiter: Tao

geilheit stF. 1 ‘Freude’
2 ‘Wollust, Begierde’
3 ‘Übermut’
4 ‘Stärke, Kraftfülle’
   1 ‘Freude’ Wisheit [...] sprach: ‘hut die wer gut gewesen, / [...] beßer dann offene gailheit [...].’ Minneb 3682    2 ‘Wollust, Begierde’ godes liebe an diesen zwein / verjagete brodelichen mein; / ir beider reine otmudekeit / verdreip des fleishes geilheit Elis 1708; noch prufent ouch [...] des ku͗schen jungelinges muͦt, / [...] daz er nit sine minnen brut / zu brodelicher geilheit, / [...] neigete ebd. 1443; Köditz 28,18; [Frau Buße mahnt die Seele:] liebew, wil du gesigen an / dem leibe, so solt dw in han / vaste in deiner huͤte, / zuchtige in mit der ruete / des gebrestes, welle er geil wesen [...]. / gib im die speise mit masse, / das er iemer die geilheit lasse HvBurg 3372; es ist pilleich und recht / das der leib, der selen knecht, / sul sein dem geist undertan / und sein gailheit sulle lan ebd. 3092    3 ‘Übermut’ wan der [außer wer] spot / tribet in herzen geilheit Daniel 6523    4 ‘Stärke, Kraftfülle’ einen vehet er [der Falke] in [den Vögeln] abe / oder zuene durch sine geileit GrRud Fb 38

MWB 2 288,36; Bearbeiter: Tao

geilic|heit stF. ‘üppiges Wachstum’ jst das in dem erstin iare bluyt der czwik, di blut sal man ab brechin, das icht der czwik von geylikeit vorterbe Pelzb 121,9

MWB 2 288,57; Bearbeiter: Tao

geillîche Adv. ‘fröhlich’ do nam sie [ ein ebtissinne ] vrlovp da, / sie hvp sich danne sa, / geilliche sie vber den hof spranc ReinFu K,2133

MWB 2 288,61; Bearbeiter: Tao

geilsen swV. ‘fröhlich sein’ siv trurent vnde geilsent Martina 126,74. – refl., ‘sich über etw. (Gen.) freuen’ dez [Jahresanfang] sich die liute geilsent / und och ein ander heilsent / mit gabe menger hande Martina 231,81

MWB 2 289,1; Bearbeiter: Tao

gein Präp. gegen

MWB 2 289,6;

ge|ínbîʒen, -biʒen swV. ‘jmdm. etw. zu essen geben, jmdn. speisen’ an dem dritten tage do fraite [= fragete ] unser herre einen sinen iungeren, s. Philippum, wie er im riete, daz er die lute gimbizt. want si nu drie tage miner genaden hie gewart habent; unt laze ich si nu also uastende uone mir uarn, so uerwerdent si uf der straze PrRoth 42

MWB 2 289,7; Bearbeiter: Tao

geine stF. gegene

MWB 2 289,14;