gegenreise
stF.
‘das Entgegenziehen (des Heeres)’
sine wurden niht enpfangen / mit strîtes gegenreise
Wh
96,19;
manic schar im volgte uf die heide, / uf strites gegen reise, da von diu wip
gewunnen jamers leide JTit
873,4
MWB 2 241,34; Bearbeiter: Tao
gegen rennen, gegenrennen
swV.
‘(in feindlicher Absicht) gegen jmdn. anrennen’, subst.:
swaz uns die welhischen geste / tuont zuo leide / mit
gegenrennen ûf der heide Ottok
41776;
zwischen in und disen scharn / wart ûf dem plân / manic
gegenrenn getân ebd.
11027
MWB 2 241,39; Bearbeiter: Tao
gegen rîten, gegenrîten
stV.
‘jmdm. entgegenreiten’
Siglint diu schœne Kriemhilde gegenreit / [...] in
einer tageweide, dâ man die geste sach NibA
652,3
(vgl.
engegene NibB
707,3
).
– subst.:
ze Aschalône seit man daz / der hôhe bâruc kæme dar. / des wart manic grôze
schar / bekünbert an den zîten / ûf ein gegenrîten / dem werden Babilône
Reinfr
24274
MWB 2 241,45; Bearbeiter: Tao
gegenrîʒ
stF.
‘Widerhall’
„wie ofte blestu in daz horn? [...]” / er
sprach: „wiltu vmme der horne ruft? / der dvnre widerslet sie in der wolken
luft, / ir kegenriz mvoz alle velse brechen [...]”
Wartb
Rs 61,6
MWB 2 241,53; Bearbeiter: Tao
gegenschouwunge
stF.
‘das Anschauen, Anblicken’
daz si [Engel] nu niemer mere choment von siner
nachwendechait [Gottes Nähe] unde von siner hern
gegenscouwunge Konr(Sch)
232,16;
diu reste [das Allerheiligste] diu bezaichent die
himelschen Jerusalem, da da inne zallen ziten wonende ist ælliu gegenschouwunge
aller gotlichen magencrefte ebd.
64,17
MWB 2 241,58; Bearbeiter: Tao
gegen sëhen, gegensëhen
stV.
‘(einander) ansehen’, subst.:
wie lieblichi gebärd, / wie minickliches gegensechen, / wie fruntliches
ougenbrechen / von jn baiden beschicht Auge
274,94.
– Part.-Adj.: gegensëhende
‘gegenseitig, fürsorglich’
also wir von alter in langer zit mittenander in vruͤntlicher helfe vnd
in gegensehender liebe, schirme vnde stetikeit har sint komen UrkCorp (WMU)
1788AB,6
MWB 2 242,1; Bearbeiter: Tao
gegen senden
swV.
‘(Frauen als Geschenk) zu jmdm. schicken’
vor dir ne wil ih niwit sparen: / ahzic tûsint in einer
scaren / sendih dir gegen frowen SAlex
3632
MWB 2 242,10; Bearbeiter: Tao
gegensetzelich
Adj.
‘entgegengesetzt, gegensätzlich’
dar umbe so müezen zwo gegensast
widertragunge [
relationes oppositas
]
zuo zweien personen behören. aber welhe widertragunge niht
gegensetzelich [
oppositae
] sint, dez
ist notdürftig, daz si zuo der selben personen behören ThvASu
310,33.
312,16
MWB 2 242,14; Bearbeiter: Tao
gegen setzen, gegensetzen
swV.
1
‘gegenüberstellen, entgegensetzen’
2 refl. ‘sich entgegenstellen’
1
‘gegenüberstellen, entgegensetzen’
aber von der rede [
ratione
Wesen] der
widertragunge [
relationis
] ist daz gesihte
[
respectus Beziehung, Verhältnis] zuo
einem andern, nach dem unde etwaz etlichem gegen gesetzet
wirt [
opponitur
] widertreglichen
ThvASu
308,9.
– Part.-Adj.:
dar umbe so müezen zwo gegensast widertragunge zuo zweien
personen behören ThvASu
310,32;
her zuo ist zesagen, daz in den dingen, die wir von der
driveltikeit sprechen, daz wir zwo gegengesast irrunge behüeten sülen ebd.
312,29.
320,2.
2
refl. ‘sich entgegenstellen’
nû wart ein veltstrît gestriten, / an dem sô gar wart verriten
/ der Karlot und sîn her, / sô daz er sich mit wer / gegen niht mêr sazte
Ottok
173
MWB 2 242,21; Bearbeiter: Tao
gegensetzunge
stF.
‘Gegenüberstellung, Entgegensetzung, Gegensatz’
aber von der rede der widertragunge ist daz gesihte zuo einem
andern, nach dem unde etwaz etlichem gegen gesetzet wirt widertreglichen. unde sint
denne daz die widertragung in got
dinklichen [
realiter
] ist,
[...] so muoz daz sin, daz gegensetzunge widertreglich
si. aber die widertreglich gegensetzunge die slüzet in irre rede die underscheidunge
ThvASu
308,11.
310,32.
312,4.
320,13
MWB 2 242,36; Bearbeiter: Tao
gegensidele, -sëdel
stN.
Sitzplatz gegenüber dem Hausherrn: ‘Ehrenplatz’
wir sulin daz geginsidile han Roth
1626;
der kunic wisete daz gegen sidele / eime herren deme iz wole
inzam GrRud
A 7;
an daz gegensidele man Sîfriden sach / mit Kriemhilde sitzen
NibB
617,2;
daz gegensedel gap man der Scham RvZw
261,7;
Parz
309,24
(La.)
MWB 2 242,46; Bearbeiter: Tao
gegensihtic
Adj.
‘sichtbar gegenwärtig’
das macht di gegensichtig not / dw im dort vor augen gat
Teichn
344,34
MWB 2 242,53; Bearbeiter: Tao
gegenslac
stM.
‘Schlag gegen jmdn.’
got, des zornes kegen slac / nach siner rache nymant mac /
widersten noch intwenken / noch criges ken ym gedenken Hiob
3265
MWB 2 242,56; Bearbeiter: Tao
gegenstôʒ
stM.
‘Gegenstoß’
von hurte gegen stoͤze man und ors da dolten groze pine JTit
1712,2;
[Parzival zu Priester Johan, der ihm die Herrschaft
anbietet:] herr, ir sit uf erd uber all die geherten. /
[...] und duhte mich seldenbere, / daz ich
[...] zv rehte wol iwer ingesinde were. / und was ich
iensit mers iedoch gepriset, / nu bin ich wirde sehende, diu mir den muͦt uf
gegenstoz niht wiset ebd.
6318,4.
– übertr. auf das Wortgefecht:
diz disputieren waz so groz / enzwischen disen beiden, / man kond in disen
gegenstoz / in keine wis erleiden HeinzelJoh
15,3
MWB 2 242,60; Bearbeiter: Tao
gegenstrît
stM.
1
‘Gegenwehr’
2
‘Angriff, Kampf’
3
ze gegenstrîte
‘wetteifernd, um die Wette’
1
‘Gegenwehr’
und swâ man ritterschaft dâ gap, /
[...] daz er was gegenstrîtes vrî / vor ieslîchem einem
man Parz
15,22;
wir müezen rîten / in manec lant, daz rîters tât / uns wol ze
gegenstrîte hât ebd.
280,30;
als uns nû vil manec puneiz / ze gegenstrîte dringet
Wh
320,19;
ir gegenstrit wart in swach PassIII
270,64;
lützel iemen daz getohte, / daz er im gæbe gegenstrît
Wh
413,7
2
‘Angriff, Kampf’
nu sul wir hüeten uns vor in, / daz uns ir listege gegenstrît / mit kündekeit
iht ziehe hin / ûz unser wer in ir hamît LvRegSyon
167;
die heidin kamen / uf si gevlohin, an der zit / gabin si in
geginstrit RvEWchr
18697
3
ze gegenstrîte
‘wetteifernd, um die Wette’
vil kerzen unt diu varwe sîn / die gâbn ze gegenstrîte schîn
Parz
243,10
MWB 2 243,8; Bearbeiter: Tao
gegenstuol
stM.
Sitzplatz gegenüber dem Hausherrn: ‘Ehrenplatz’
nâch gegenstuol dâ niemen sprach, / diu gesitz wârn al
gelîche hêr Parz
309,24.
– in unklarem Kontext:
swa dem man gestuͦlet was, / ze hant gieng er sitzen
dar. / Malfer nam vil guͦte war / des da die kuͤnge sazen: / der
gegenstuͦl was in [?] gelazen Rennew
32182
MWB 2 243,24; Bearbeiter: Tao
gegenswanc
stM.
‘das Entgegenlaufen, -gehen’
er herbergt gen der vrouwen tür, / daz si darinne noch davür / getete nimmer
keinen ganc, / er entæt ir einen gegenswanc / daz si im muoste nigen RuprvWü
457
MWB 2 243,31; Bearbeiter: Tao
gegenteil
stMN.
‘Gegenpartei’
wer den andren der ee halb anspricht und uff gaystlichem gricht nit behalt, die
parson sol unnsrem her verfallen sjn zechen pfundt Schaffhuser und sjnem gegenthayl ouch
so vil, dartzu der statt ouch zechen pfundt WeistGr
1,298
(a. 1330 kopial)
MWB 2 243,36; Bearbeiter: Tao
gegentjoste
stF.
‘Gegenstoß mit der Lanze’
Keie sîne tjoste brâhte, / [...]
durchs Wâleis schilt ein venster wît. / im wart vergolten dirre strît. / Keie
[...] / ze gegentjoste wart gevalt Parz
295,18
MWB 2 243,42; Bearbeiter: Tao
gegentraht
stF.
‘Widerstand’
dî engle potestates [...], / dî mit strîtis kegintracht /
vortribin al des tûvils macht NvJer
673
MWB 2 243,46; Bearbeiter: Tao
gegen trëten, gegentrëten
stV.
‘(in feindlicher Absicht) entgegentreten, sich nähern’, mit
Dat.-Obj.:
daz im [dem Widder] kegen trat / ein
reboc Daniel
6140
(vgl. Dn 8,5ff.).
– übertr.:
und dô im vaste kegintrat / mit stôzin hart des tôdis pîn, / er rîf vor sich
dî sune sîn NvJer
13016
MWB 2 243,49; Bearbeiter: Tao
gegentugent
stF
‘der Sünde entgegengesetzte Tugend’ (vgl. Johansson, NvJer., S.
210):
anvichtit er [Teufel] dich
[...] mit dem lastir der hôchvart, / sô sî in wer kein
im gekart / zuhant dî tugint der dêmût, / dî in vluchtic von dir tût. / sust tû kein
allin sunden [...]; / habe jô in dîner wer / kegintuginde
in rechtir kêr, / [...] sô gewinnestû den sic NvJer
3251
MWB 2 243,55; Bearbeiter: Tao
gegenüber
Adv.
‘gegenüber’
der slifstein, der gegen vber stat UrkCorp (WMU)
632,22
MWB 2 243,63; Bearbeiter: Tao
gegen über
Präp.
auch über ... gegen.
1
‘gegenüber’ , in Circumstellung und mit Dat. 2 in Zusammensetzung mit dar
1
‘gegenüber’, in Circumstellung und mit Dat.:
gein in [den Gebieten des ehemaligen, nördlichen
Teils Moabs] ubir lag Jericho, / da zwischent in der Jordan / vloz
RvEWchr
14477;
ir houestat zvr Leitern gegen deme von Wintertûr vbere UrkCorp (WMU)
N286,27.
N370,15.
N 502,13
u.ö.;
UrkFrankf
2,479
(a.1338);
herzog Heinrich besaz / die kleinen stat
[...], / diu gegen dem tuome über lît / enhalp der
Salzach Ottok
8419.
– astron., von der diametral entgegengesetzten Position eines
Himmelskörpers:
[der Stier (Sternbild)] , der geleichs gegen dem
schorpen uͤber stet KvMSph
34,18.
34,10;
wenne der môn geleich gegen der sunnen über ist, sô ist
er vol BdN
65,6.
434,2.
–
über gegen:
und der schat [der Erde] ist
unabschaidleich von der sunnen gegenpuncte [Nadir] ,
wanne er vellt alle zeit geleichs an der sunnen gegenpunct. der gegenpunct ist
niht anders danne ain punct an dem zaichentrager [der
Ekliptik] geleichs uͤber gegen der sunnen
KvMSph
58,27;
deu ander himlspitz haizzet deu
widerperinne [der Südpol] , daruͤmb, daz si
geleich uͤber ist gegen der vorgenanten
himelperinne [Nordpol] an dem versten stukke des
himels ebd.
22,1
2
in Zusammensetzung mit dar:
die zwo houestete der gegen vbir amme Rine UrkCorp (WMU)
987,17
MWB 2 244,1; Bearbeiter: Tao
gegenvart
stF.
1
‘das Entgegenkommen, -gehen’
2
‘Rückkehr’
1
‘das Entgegenkommen, -gehen’
er hette [...] / in diu lant enbotten / daz sî
[...] in und ouch sîn frouwen / enphiengen wirdeclîchen
dâ. / [...] zehant dâ nâ / dur allez lant geboten wart /
dem fürsten rîch ein gegenvart / und der werden künigîn Reinfr
12188.
–
die fursten wert von hoher art / die hielten an der
gegenfart [Stelle, bis zu der man Gästen entgegenging und wo
diese auf den Empfang warteten, vgl. Anm.z.St.] / mit
zuchtenreichen sinnen / da gen den frawen wol gesitt Virg(St)
780,2
2
‘Rückkehr’
von dem hoen himle wart [
von ... wart
Zirkumposition] / get her uz sin uzvart / und sin kegenvart sider
/ aber an daz hoste wider HeslApk
19437
(vgl. Ps. 18,6)
MWB 2 244,28; Bearbeiter: Tao |