gegenherte
stF.
‘heftige Gegenwehr’
nv ruoch an mir gestillen / dez libis vnd der sele strit, / der
[wohl auf libis bezogen] groz geginherti
git, / wan der lip der zivhit nider / alliz zvo der erde nider Martina
3,22
MWB 2 238,31; Bearbeiter: Tao
gegenhurte
stF.
‘Gegenstoß’
fursten drie [...], / ir gegen hurt gestellet wart in
gelich wegnder tjoste reise JTit
2217,2;
Duringen und die Sahsen buten in da gegen hurt zelone ebd.
2223,4;
in welcher zit si solden schar gen schar mit gegen hurte reichen ebd.
3904,4.
– der bei der hurte durch den Aufprall des Speeres hervorgerufene
Rückstoß:
als eins tjostiures hant, dem der schaft von der gegenhurte slîfet Tit
162,2
MWB 2 238,36; Bearbeiter: Tao
gegenkeit
stF.
(von innertrinitarischer Beziehung) ‘Relation’
ez ist ein daz heizit in deme latine ‘relacio’ und zu dude ein
‘ingeginkeit’ oder ein ‘inlugin’,
[...] di geginkeit [Pl.]
underscheit machin under den personen, ein sint mit gotlicher nature und sin ein mit
sime wesine, hifon ist daz di personen ein sin in deme gotlichin wesine Parad
102,7
MWB 2 238,45; Bearbeiter: Tao
gegenknabe
swM.
‘Mitknecht’
daz der guͦt knab der sinen
genknaben [
conservis
] waitze gab ze
siner zit BrAsb
64
MWB 2 238,53; Bearbeiter: Tao
gegenkouf
stM.
‘Lohn für den geleisteten Dienst’
swer dinet nach ir [Mariä] minnen, / der mac an ir
gewinnen / hoher minnen gegen covf MarHimmelf
1651
MWB 2 238,56; Bearbeiter: Tao
gegenlëder
stN.
Teil des Sattelzeugs, genauere Bed. unklar; ‘Satteltasche’
(vgl. AWB 4,11 und DWB 4,1,2: 2245) oder ‘Steigriemen’?:
so sage ich, daz das panel / von einer matten was gesnitten. / auch was daran
nit vermitten: / die geinledder waren / von wijden vil swaren / vsz eychinen
ruͦten Krone
19924;
das fürgebüege was hubscheit, / [...]. / die
stegereiffe guldin / woren zwei wurmelin; / [...] die
gegenleder woren feste / von syden [...]. / die darmgürtel
[...]
TristMönch
403;
dô satelte er sie [seine Braut (wie ein Pferd)] an
der stunt / und leite irn [= ir den
] zoum in
den munt / und hiez sie diu gegenleder / ze beiden sîten ietweder / vaste haben in
der hant. / ûf saz der wîgant Sibote
435;
ich sage mere von der hut [der Kuh] :
[...] / geiseln, halftern, zaum, / stigleder,
bintriemen, afterreif, / fuͤrbuͤge, taschen man begreif, / gegenleder,
gurt: / ein man deste baz gehurt KgvOdenw
1,151
MWB 2 238,60; Bearbeiter: Tao
gegenleidâte
stF.
wohl Abstraktbildung zu leiden
‘klagen’, zum Suffix -ât(e) vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S
56f.
‘Entschuldigung, Vorwand’
so sol inen dir apt gen [geben]
alle di nótdurfte: daz ist dv chappa, dir roch, die soccha
[...], dvr daz, daz ellv geginleidata
[
excusatio
] vmb die notdvrfte werde
hingnomin [beseitigt]
BrEng
55
MWB 2 239,15; Bearbeiter: Tao
gegenlich
Adj.
‘gegenseitig’?:
du [Minnekind] wirdest sicherlich
geborn / von gegenlicher kuͤnste [l. kuͤnfte (:
vernuͤnfte)?] / in dem willen von
vernuͤnste, / also daz der vernunfte list / sicherlich din vater ist. / also
ist auch wille din muͤter Minneb
611
MWB 2 239,22; Bearbeiter: Tao
gegen ligen, gegenligen
stV.
‘belagern’, subst.:
seint dw werlt [Akk.] nicht chan
gepiegen / chuͤnig noch chaiser mit iͤr chriegen / noch aller
fuͤrsten gegen ligen, / wer iͤr dann mag an gesigen, / zwor der hat di
grozzist chraft. / daz ist ein mensch tugenthaft Teichn
201,51
MWB 2 239,27; Bearbeiter: Tao
gegenlîn
stN.
‘Landschaft’
ez lît ouch dâ ein gegenlîn / vil nâhen, mitten an dem Rîn,
/ daz ist diu Wetrey genant EnikWchr
27425
MWB 2 239,33; Bearbeiter: Tao
gegenlouf
stM.
‘das Entgegenlaufen’
dô daz gesinde vornam, / daz Tristan ir hêrre quam, / dô wart der
gegenlouf sô grôz, / der schal sô michel und der dôz HvFreibTr
1269;
gar mit grozzem gegen lauff / ward er wirdiclich entphangen
Teichn
501,20
MWB 2 239,36; Bearbeiter: Tao
gegen loufen, gegenloufen
stV.
‘jmdm. entgegenlaufen’
ir kinde si engegen [La. gegen
] lief
Greg
1297.
–
‘auf jmdn. zulaufen’ (?):
also wiß wir tag noch nacht / zit noch wil, wenn uns ergacht
/ der uns yemer gegen loͤffet Teichn
594,91
MWB 2 239,41; Bearbeiter: Tao
gegenmarket
stM.
‘Tauschhandel’
swer uns den gegenmarket tuot, / die gevangen lœse wir umbe
guot Wh
302,29
MWB 2 239,46; Bearbeiter: Tao
gegenmâʒen
swV.
1 tr. ‘jmdn./etw. jmdm./etw. gleichstellen, als gleich, entsprechend
ansehen’ , mit Dat. oder Präp. ze 2 refl. ‘jmdm. gleichen’
3 subst.
1
tr. ‘jmdn./etw. jmdm./etw. gleichstellen, als gleich, entsprechend
ansehen’, mit Dat. oder Präp. ze:
swer ân zuht [...] leben wil, wem mag man den
gelîchen und gegenmâzen wan unserm alten veinde [...]?
PrStPaul
28,27;
wer wirdit rehtere kikagenmazzit demo husherren, denne unser herro der heilige
Christ PrSchererB
169,3;
do der mennisce was in eren, / do nechunde er niht versten sich, do warde er
dem tumben vih / gegenmazzot [...] unde warde im gelich
getan MillPhys
47,4;
die vinf wila, [...] die magen auh wole kigagenmazzit
werdun zi demo menniskinen altere PrSchererB
170,45.
–
gegenmâzet sîn
‘gleichen’
dîe nadérûn sint gagenmâzzot dîen iudôn
ÄPhys
11,7;
gegegenmazzet ist er [der Mensch] uihen
[
comparatus est iumentis
]
PsWindb
48,13
2
refl. ‘jmdm. gleichen’
swer des niht entuot, der gegenmâzt sich dem manne, der sîn antluz siht in
einem spiegel; er ensehe zallen zîten darîn, er vergizt schier sîner ougen und allez
sînes antlutzes und wie er getân sî PrStPaul
98,27
3
subst.:
die Pharisei gegenmazzen [oder l. -et?]
sint der viperen und ir chint MillPhys
80,1
MWB 2 239,49; Bearbeiter: Tao
gegenmûrære
stM.
‘Gehilfe des Maurers, Maurergeselle’ (? vgl. DWB
4,1,2,2247):
so er dem chloster mauret, so sol er selb einn gegenmaurær haben
[
debet per se habere ex opposito
murantem
] ; dem sol er lonen UrkGeisf
440
(13. Jh.);
daz man einem maurer, der ein maister ist, nicht mer geben
sol ze lon dann all tag 12 dn und hintz nacht ainen trinchpfenning und dem
gagenmaurer 8 dn und kainen trinchpfenning StRMünch
479,12
MWB 2 240,8; Bearbeiter: Tao
gegenniet
stM. oder stN.
‘das Anstreben gegen etw., Gegenwehr’
manger tjost ein gegenniet / was Parzivâles hôhiu brust
Parz
444,16;
nû tet des valsches gegenniet [Widerpart (gemeint:
Alexander)] , / als im Permêniô ê riet UvEtzAlex
2359.
–
sîn nîgen er gein himel gap, / daz got ir strîtes gegenniet /
des tages von ein ander schiet Parz
393,1
MWB 2 240,17; Bearbeiter: Tao
gegenôte, gegende
stF.
1
‘Gegend, Land, Gebiet’
2
‘Ortschaft’
3
‘Heimat’ , mit Poss.-Pron. 4
‘Lebensraum’
1
‘Gegend, Land, Gebiet’
in der gegenôte / stunt ein burg gûte SAlex
5511;
er [Teufel] zeiget im aver den selben berch und
manigiu lant und gegende [...] und sprach: ‘allez,
daz dû sihest von diser hôhe, daz mache ich dir allez undertân
[...]’ PrStPaul
49,30;
île, wirn suln uns niht sûmen, / ich wil dise gegent rûmen LvRegSyon
3978;
sî vîngin, slûgin, roubitin, / unz sî sô gar betoubitin / dî dît in al den
gegenôtin NvJer
9195;
daz mære dô snellîch erschal / in der gegent über al UvLFrd
542,16;
ähnl.
StrKD
64,47.
145,632;
man sal ouch des hûten, daz under disen weleren daz mêr teil
iht sî von eime lande unde daz minnere teil von eime anderen lande, sunder muge daz
geschên, daz ir igelicher sî von eime sunderlichen lande oder gegende
[
de singulis provinciis
]
StatDtOrd
93,15.
104,8;
ein gegent diu ist rîche, / dâ solt dû sicherlîche / sitzen
und ouch herr inn sîn EnikWchr
10557.
10575;
ir habt mich gebeten manig zît / umb ein gegent, daz was mîn
nît, / daz ich iu der niht lêch EnikFb
1054;
GestRom
80;
die in des dôdes geinde [
in regione umbræ mortis
Is 9,2
] / wâren Erlös
5545.
– mit Namensnennung:
ein burk heizzet Nazaret; / in einer gegent si stet / div
heizzet Galilea Wernh
A 2094;
PassIII
355,55;
NvJer
10064;
LivlChr
9479.
–
in der ~ ze mit Ortsnamen:
an dem gericht in der gegent zuͦ Obirnburch UrkCorp (WMU)
N 312,18;
an dem zehent, den iz [
daz
gotzhows
] hat ze Mompareiz in der gegende ebd.
N 783,14
u.ö.
– bildl.:
ez [das unterernährte Kind] gebart mit munde und
mit ougen / offenbar unde tougen, / sam ez ein gegent wol verzert: / sulch girde
dem hunger ist beschert Jüngl
1145
2
‘Ortschaft’
her [...] sante si [...] in
alle stete und gegenot [
locum
] war her
kuͦnftic was EvBeh
Lc 10,1;
lâz si, daz si gên in di nêhstin dorfere und
gegenet [
vicos
] und koufin en spîse di si ezzin ebd.
Mc 6,36
3
‘Heimat’, mit Poss.-Pron.:
dô ich widir wande / mich kegn mîner gegenôt NvJer
8205;
ist iz abir ein uzman, daz he den dip wil hinwec vuren in sine geinnote unde
wil da richten, so muz he burgen setcen diseme gerichte StRFreiberg
126,21
4
‘Lebensraum’
schaw, wie iesleich gesläht der visch sein besunder lant hât
und sein gegent, und nimt ainr dem andern sein wonung niht BdN
244,9
MWB 2 240,25; Bearbeiter: Tao
gegenphant
stN.
‘Pfand’
daz der vnd sin guͦt solen gegenpfant sin vmb die saghe vnd die
vorderunge, die der vorgenante erzhebischof Gerhart vor vns erclaget hat
UrkCorp (WMU)
1729,39
MWB 2 241,7; Bearbeiter: Tao
gegenpunct
stM.
Ort an der Himmelskugel, der einem Punkt, einem Gestirn diametral
gegenüberliegt:
und der schat [der Erde] ist
unabschaidleich von der sunnen gegenpuncte, wanne er vellt alle zeit geleichs an der
sunnen gegenpunct. der gegenpunct ist niht anders danne ain punct an dem
zaichentrager [der Ekliptik] geleichs uͤber
gegen [gegenüber] der sunnen oder gegen ainem andern
planeten. und haizzen in die sternseher nadyr KvMSph
58,24.
59,1
MWB 2 241,11; Bearbeiter: Tao
gegenrede
stF.
‘Antwort, Entgegnung’
ouch sol iuch niht betrâgen / bedâhter gegenrede, diu gê /
reht als jenes vrâgen stê Parz
171,19;
iren vindet nu decheinen wîs / decheine geinrede an mir
ebd.
255,29.
437,1.
248,2.
766,22;
der gegenrede wart niht gesaget / von sînem edelem munde
Wh
192,20.
138,14.
– in einer Rechtssache, einem Rechtsstreit:
der rehte gegenrede im bôt Wh
112,28;
daz ir von hiute über ein jâr / mir ze
gegenrede [Rechenschaft] stêt / in kampfe
Parz
418,11;
nû hiez ze hove laden / von Rôm der kunic Ruodolf / von
Salzpurc den bischolf / und lie si dâ bêde / komen ze gegenrede Ottok
37923
MWB 2 241,21; Bearbeiter: Tao
gegenreise
stF.
‘das Entgegenziehen (des Heeres)’
sine wurden niht enpfangen / mit strîtes gegenreise
Wh
96,19;
manic schar im volgte uf die heide, / uf strites gegen reise, da von diu wip
gewunnen jamers leide JTit
873,4
MWB 2 241,34; Bearbeiter: Tao
gegen rennen, gegenrennen
swV.
‘(in feindlicher Absicht) gegen jmdn. anrennen’, subst.:
swaz uns die welhischen geste / tuont zuo leide / mit
gegenrennen ûf der heide Ottok
41776;
zwischen in und disen scharn / wart ûf dem plân / manic
gegenrenn getân ebd.
11027
MWB 2 241,39; Bearbeiter: Tao
gegen rîten, gegenrîten
stV.
‘jmdm. entgegenreiten’
Siglint diu schœne Kriemhilde gegenreit / [...] in
einer tageweide, dâ man die geste sach NibA
652,3
(vgl.
engegene NibB
707,3
).
– subst.:
ze Aschalône seit man daz / der hôhe bâruc kæme dar. / des wart manic grôze
schar / bekünbert an den zîten / ûf ein gegenrîten / dem werden Babilône
Reinfr
24274
MWB 2 241,45; Bearbeiter: Tao
gegenrîʒ
stF.
‘Widerhall’
„wie ofte blestu in daz horn? [...]” / er
sprach: „wiltu vmme der horne ruft? / der dvnre widerslet sie in der wolken
luft, / ir kegenriz mvoz alle velse brechen [...]”
Wartb
Rs 61,6
MWB 2 241,53; Bearbeiter: Tao
gegenschouwunge
stF.
‘das Anschauen, Anblicken’
daz si [Engel] nu niemer mere choment von siner
nachwendechait [Gottes Nähe] unde von siner hern
gegenscouwunge Konr(Sch)
232,16;
diu reste [das Allerheiligste] diu bezaichent die
himelschen Jerusalem, da da inne zallen ziten wonende ist ælliu gegenschouwunge
aller gotlichen magencrefte ebd.
64,17
MWB 2 241,58; Bearbeiter: Tao |