Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gademvrouwe - gæhelingen    


gademvrouwe swF. ‘Inhaberin einer Verkaufsbude’ (vgl. → gademman); als Zusatz eines Pers.-Namen: Mya gadinvrouwe BerufeFrankf 48b (a. 1326)

MWB 2 46,54; Bearbeiter: Bohnert

gader Adv. gater

MWB 2 46,58;

gaf stN. kaf

MWB 2 46,59;

gaffelstirne swF. zu Etymol. und Bed. vgl. G. Ehrismann, PBB 20 (1895), S. 49. Scheltwort, ‘dreistes, freches Weib’ din antlútz sol nit als der gaffelstirn unschemlich hochtragent sin und [erg. du solt nit ] das hoͮbt hin und her werffen von toͮber laszheit Seuse 481,8; du bösi goffel stirne / der tüfel far dir in din hirne Sibotel 649; SHort 2229

MWB 2 46,60; Bearbeiter: Bohnert

gaffen swV. kapfen

MWB 2 47,3;

gaffer stswM. stF. , kampfer stM. auch gafer, graffer, caf(f)er; camfer ( OvBaierl 157,6 ), kanfer ( SalArz 41,9. 61,48 u.ö.). – sw. Akk. Sg. capharn BWB(Sch) 1,874 (clm 14221; 11. Jh.). – stF. KvWGS . – s.a. Suolahti 1,89; Marzell 1,87. – ‘Kampfer, Harz des Kampferbaumes’, bes. als Heilmittel, Inhaltsstoff von Schminke: von dem campfer. camphora haizt campfer und sprechent die gar alten maister, ez sei ain kraut, daz wachs gegen der sunnen aufganch in dem land India und sei gar wolsmeckent BdN 395,26. 396,6; unde von andirn dingin di edilin smac habin, als pisen [Bisam] unde amber unde graffer unde neilekin unde holz aloes SalArz 21,48. 66,31; nim denne dru lot kampfers. vnde rip in ouch zu puluere ebd. 37,3; Volmar 973; liutsælic was sie selpvar; / doch bezzert sie hals unde kel: / kecsilber, gaffer, weizmel / mit altem smerwe streich sie an Helbl 1,1147 (vgl. Schultz, Höf. Leben 1,244). wann das der gaffer wirt entzunt, / so lescht in wag zu keiner stund Mügeln 395,1. 375,1. 55,6. spinat, gaffer und alêne / ist gegen dîner [Maria] süeze ein krêne [scharf wie Meerrettich] MarGr18 195; die tugent hat diu gaffer: / swer si zuo der nasen habet, / daz er mit kiusche wirt gelabet, / und er gewinnet reinen muot KvWGS 812

MWB 2 47,4; Bearbeiter: Bohnert

gâgâg, gâgâgâ Subst. vgl. → . lautmalend für das Geschnatter der Gänse: ein gans di suezzen sanch / lern scholt [...], / wann sew chaͤm von schul her wider, / si chund doch nicht anders sider / denn den alten gagaga [: da ] Teichn 403,67; du tummer narre, wænst mit sange vehten? / du schrîest vil und machest grôz gebrehte / reht als diu gans schrît gagag nâch ir rehte Kolm(B) 113,18

MWB 2 47,30; Bearbeiter: Bohnert

gagâtes Subst. 1 ‘Bernstein’ (vgl.
2 ein Edelstein, gleichbedeutend mit echîtes (vgl.
   1 ‘Bernstein’ (vgl. Riddle, Marbode 55f. ): Parz 791,15 (in der Edelsteinliste); gagates haizet ain aitstain oder prennstain. den vint man in dem land Lycia pei Preuzen und in Britannia, und ist zwairlai: swarz und liehtvar. iedoch ist der liehtvar zwairlai: ainer weiz, der ander gel. wenn man den stain reibt unz er erhitzt, sô zeucht er hälmel an sich BdN 447,10    2 ein Edelstein, gleichbedeutend mit → echîtes (vgl. Riddle, Marbode 63f. ): Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest, der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im BdN 166,33

MWB 2 47,39; Bearbeiter: Bohnert

gagatrômes Subst. vgl. → gegatrom . ein Edelstein (vgl. Riddle, Marbode 65): Parz 791,2 (in der Edelsteinliste)

MWB 2 47,52; Bearbeiter: Bohnert

gagen Präp. gegen

MWB 2 47,55;

gagen swV. ‘bewegen, schaukeln, wiegen’ wigen wagen, gigen gagen, / wenne wil ez tagen? / minne minne, trûte minne, swîc, ich wil dich wagen KLD:GvN 50: 1,7. 50:2,7 (Refrain eines Wiegenliedes; s.a. Anm. z.St.). – eine Gebärde bezeichnend: si kapfen frolich oder kagen, / si munt doch nit halb fród han SHort 412

MWB 2 47,56; Bearbeiter: Bohnert

gâgen swV. ‘schreien, schnattern wie eine Gans’ (vgl. Lötscher, Schallwörter 135 und → gâgâg ): Artûs valke al mite streich; / dâ wol tûsent gense lâgen. / dâ wart ein michel gâgen Parz 282,14; der schalck, / der gottes kenpfen laget, / gein dem rehten gelouben gaget / als ein vil toube gans Martina 152,68

MWB 2 47,63; Bearbeiter: Bohnert

gageren swV. zu gagen . ‘sich hin und her wiegen, schwanken’ der wol geborne knappe / hielt gagernde als ein trappe Parz 149,26 (Nellmann, Parz. z.St. erwägt gâgernde)

MWB 2 48,6; Bearbeiter: Bohnert

gâgeren swV. zu gâgen . ‘schnattern’ ez dringet durch gagern [um zu schwatzen, lärmen (Lexer)] uf den kor [Chorraum der Kirche] / vil manick ungefuger tor Jüngl 943

MWB 2 48,10; Bearbeiter: Bohnert

gagerwîp stN. zu gageren . Schimpfwort für eine weibliche Person: laet si [Witwe] iͤr gezemen, / chaͤm iͤr ein man, sew wolt in nemen, / so ist sew ein gager weib [La. witib ] genant Teichn 261,51

MWB 2 48,14; Bearbeiter: Bohnert

gagerwitewe F. Teichn 261,51(La.) gagerwîp

MWB 2 48,18;

gagzen swV. Iterativum zu gack (ahd. gackizzen, vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,19). ‘gackern’ waz sol der küeje lüejen, waz sol der vrösche schrîen, der hennen gagzen? Boppe 3:2,7; so diu henne ain âi geleit, so hebt si an ze gaczinne unde gagzit als lange, biz daz man irz nimet. also tuͦnt suͤmelich luͤte, so in unsir herre ethwaz gnadin tuͦt [...], so kunnin si ez nich verswiegen unde claffint unde gagzint also lange, biz in unsir herre sin trost enzuchet AnzfKdVz 4 (1835), Sp. 370 (aus unediertem Text; Hs. um 1300); Marner 15,19c,10 (Konjektur, s. → gëckzen ); LügenrM 12

MWB 2 48,19; Bearbeiter: Bohnert

gæh- s.a. gâh─

MWB 2 48,31; Bearbeiter: Bohnert

gâhe Adv. gæhe Adj.

MWB 2 48,32;

gâhe swF. nur in adv. Verbindungen, meist in allen gâhen, daneben je einmal allen gâhen PrStPaul 27,18 und in aller gahen VMos 62,11. 1 ‘in allergrößter Eile, sehr schnell’
2 ‘mit einem Mal, plötzlich’
   1 ‘in allergrößter Eile, sehr schnell’ ê daz si [...] in allen gâhen / zuo rîten sâhen / einen ritter Er 8; im wart von mir in allen gâhen / ein küssen und ein umbevâhen Walth 119,30; di da furhtent unseren herren / unde [...] in allen gahen / uone scamen roten [zu erröten] geuahent VMos 58,18. – ‘so schnell, auf die Schnelle’ wie mahtest dû in allen gâhen ieht wildes gevâhen? Gen 1147; dune fündst in allen gâhen / dehein wirt der dir gunde baz / guoter wirtschaft Parz 486,24; HvNstAp 17421. – ‘sofort, sogleich’ sus fuor siu zehant, / dâ siu iren vater vant, / siu begunde in allen gâhen / in güetlîch umbevâhen UvZLanz(K) 7225; Volmar 609    2 ‘mit einem Mal, plötzlich’ Gen 1806; Wernh D 2303. D 4117; dô sie eine wîle gehielt, [...] do ersach sie [...] / in allen gâhen einen jüngelinc Eracl 2907; ê daz er [Habakuk] daz wort vollesprach, / bî dem wirvellocke zuhte er [Engel] in / und sazte in in allen gâhen hin / ze Babilône KvHeimHinv 346; Symon Pêtrus [...] zuhte in allen gâhen / ein swert KvHeimUrst 194. 2024. Weitere Belege s. Leitzmann, Lexik. Probl. 22 u. 29

MWB 2 48,33; Bearbeiter: Bohnert

gæhe Adj. Adv. gâhe, nach dem Adj. umgelautet gehe JTit 3111,1; gaͤche KvHelmsd 3133. – in den Laa. mit → gâch wechselnd. 1 ‘schnell, rasch’
1.1 ohne weitere Bestimmung
1.2 mit Gen.d.S. oder ze (vgl. gâch 1.1.2 ), Bed. übergehend in ‘begierig, verlangend nach etw.’
2 ‘heftig, ungestüm’
3 selten ‘jäh, steil’ (vgl. gæhe stF. 5 )
   1 ‘schnell, rasch’    1.1 ohne weitere Bestimmung: alsam ein lewe wilder lief er [Wolfhart] vor in dan; / im wart ein gæhez volgen von sînen vriunden getân NibB 2273,4; ich weiz wol, gæhes mannes lîp / erwirbet gâhes gæhez wîp. / sîn gæher site, ir gæher muot, / ist in ze gæher liebe guot. / si gâhet zuo im und er zuo ir: / ir gæhiu liebe hât ende schir UvLFrd 552,5 u.ö.; si [Beichte] sol sin gaͤhe, daz du zehant die súnde sagest so du si getuͦst PrGeorg 136,2; er [Richter] sol weder ze gæhe noch ze træge an dem gerihte sîn SpdtL 149,14; dô was er niht ze gæhe, / er bereite sich müezlich / ze varen her ze Ôsterrîch Ottok 15172. entrewn das wer ein gechew gerst [Gerste] , / dew man geset hiet aller erst / und solt zu hant auf gan Seifrit 7189; gæhez überigez guot [rasch erworbener Überfluss] RvEAlex 1479. von gæher geschiht ‘durch Zufall’ vnde nvt von gehir geschiht [ fortuito casu; erg.: soll es sich ereignen] , daz dheine chripfe ein bvͦch vnde da getvrre gelesin BrEng 38. – adv.: sliezet zu / des boumgarten tor gahe Daniel 7521; die juden [...] sanden do gae [La. gahe, gahes ] siben man HeslNic 2526; MF:Hartm 8:3,7; KvHelmsd 3133; er kunde leben zucken gæher, dann ein smit mit einer zangen / ein nagel oder drat kund widerziehen JTit 3603,2. 3111,1; sô er gâhest kunde Bit 6970    1.2 mit Gen.d.S. oder ze (vgl. gâch 1.1.2), Bed. übergehend in ‘begierig, verlangend nach etw.’ – pers.: Artus, der milte gehe, was gen im der gabe niht so træge JTit 2431,2; zer hochgezit vil gehe was der kunic ebd. 4505,2. – unpers., jmdm. ist gæhe ‘er hat es eilig’ des [Jason kennenzulernen] was ir [Medea] harte gehe Herb 592; im [Gott] ist tûsentstunt gæher ze gebenne wan uns ze nemenne Eckh 5: 280,12; mir ist der kunde gæhe [...] dir sagende, / ane wer bin ich der smehe JTit 5829,1. 1252,2. – adv.: wie ist des so gahe dir / ze muͦte worden RvEWh 5264    2 ‘heftig, ungestüm’ si waren beide gehe JTit 1299,2; ze boten wil ich din nicht: / du bist ze gaehe mit der rede [...] mit zornlichen worten Rol 1326; sîn unfuor, ir gæher muot, / ist in ze scheiden beiden guot UvLFrd 552,3; dir ist der wîsen lop verzigen, / wiltû ze gæhes muotes sîn / âne allen rât und unverswigen Winsb 33,6; ez verderbent auch diu prüetair [auszubrütende Eier] dicke von ainem gæhen donr BdN 194,26. – sprichw. (vgl. TPMA 3,67f.): nim dir der weil: gæher man schol esel reiten BdN 286,22; des muotes alze gæher man / vil trægen esel rîten sol Winsb 33,9. gæher zorn ‘Jähzorn’ den gæhen zorn der dinem pruder gahes chumt, den merchestu; aver des tramen [der für den alten zoren steht] , den du in dinen augen træist, nimest du deheinen war PrOberalt 129,29 (Auslegung von Mt 7,3); du solt dich huͤten vor gehem zorn, daz du nút entwegen werdest mit zornlicher geberde gen dien swestern Seuse 414,8; ir zorn waz an dich [Jesus] gehe. / daz duͦlte du gar guͦtlich HvNstGZ 2276. gæher tôt, gæhez ende ‘plötzlicher Tod’ (vgl. gâch 2 ): ir gemach ist michel arbeit, / ir meiste liep ein herzeleit, / ir süezer lôn ein bitter nôt, / ir lanclîp ein gæher tôt AHeinr 712; ZwBüchl 116; RvZw 223,8; er stirbet gaehes todes StRAugsb 167,23; daz unkusche wip starp dez gein dodez HlReg 38,1; nu ist si des gæhen endes [La. todes ] beliben StrKD 145,243; EnikWchr 22740. dâ sol man criuzen vür den hagel / und segenen vür den gæhen tôt Tr 15097; Lucid 120,15; PrBerthKl 6,70; BdN 456,28; apopleria [l. apoplexia ] hat den ghee tod OvBaierl 88,1    3 selten ‘jäh, steil’ (vgl. gæhe stF. 5): die burg was hoh gelegen [...] und was hart gäch und múlich offzugene Lanc 3,30.

MWB 2 48,58; Bearbeiter: Bohnert

gæhe stF. NvJer 13583. 1 ‘Eile, Schnelligkeit’
2 ‘Übereilung, Hast’
3 ‘Plötzlichkeit’
4 ‘Ungestüm, Heftigkeit, Jähzorn’
5 ‘Stelle, wo es jäh hinabgeht, Abhang’ (vgl. gæhe Adj. 3)
   1 ‘Eile, Schnelligkeit’ jenez mac wol ein bot sîn, / daz ist an sîner gæhe schîn UvZLanz(K) 5752; ein wint der tet uns [ marnære ] gæhe JTit 2800,2. – gewöhnlich in adverbialen präp. Wendungen: an grozer gehe Vät 2049; in aller gæhe Er 6676; in einer gæhe LvRegSyon 2595; in grozer gehe PassI/II 190,29; in rechter gehe PassIII 252,21; recht in ainer geche Stagel 23,31. 82,7; mit gaehe Loheng 3750. 4202; Vät 17853; PassI/II 20,40; mit grozer gehe ebd. 52,28; PassIII 228,95; mit harte grozer gehe ebd. 97,92    2 ‘Übereilung, Hast’ niuwan schilt unde sper / hâten si ze wer genomen: / daz was von ir gæhe komen Er 4109; JTit 651,2. 5000,4 u.ö.; HvBurg 3871; so geschiecht auch offt in einer gaech / daz leicht nymmer mer geschach, / wars dw ainn wol behuͤt Teichn 187,37. – Sprichw. (vgl. TPMA 2,408): unrehtiu gæhe schaden tuot, / reht gebite diu ist guot Freid 116,21; KLD:Namenlos h,17,9    3 ‘Plötzlichkeit’ der welte frode vnde trost, / ach wie schiere div erlost / wirt mit todis gehe Martina 145,65; sus quâmen vriunt und vînt gevarn / über den künic von Iethelburc, der sich nicht scharn / vor gaehe mohte, wan er lac ungewarnde Loheng 2813; ein mensch erschricket, / swenn ez ein schoene dinc erblicket / ungewarnt in einer gæhe LvRegSyon 3556    4 ‘Ungestüm, Heftigkeit, Jähzorn’ si vorhten des kunigs gæhe / und sînen grimmigen muot Ottok 13790; sô möht er ein gæhe trîben / an unser einem ebd. 36711. 23352. 26321; so vaste het er sich gewert / und sein leben genert, / das im in kainen gähen / niemand torste genahen HvNstAp 7941; ob daz niht geschæhe, / ez würd mit solher gæhe / gevordert BuchdRügen 516; Suchenw 42,189. 38,80    5 ‘Stelle, wo es jäh hinabgeht, Abhang’ (vgl. gæhe Adj. 3): nu was ein alzu hoher berg, / ein rotsche, ein swinde gehe Elis 3625

MWB 2 50,6; Bearbeiter: Bohnert

gæhede, gæhte stF. 1 ‘Eile’
2 ‘Plötzlichkeit’
   1 ‘Eile’ als im vor gæhede ûf der vart / sô vil ze redenne state wart Er 4120; diu naht zetage gâhte: / diu gæhte in beiden brâhte / âne liebe herzeleit UvTürhTr 1742. 3439; vergizzet man des namen [bei einer Nottaufe] , des wirt guot rât von der gæhede PrBerth 1:298,38; PassI/II(HSW) 41068. – ‘Übereilung, Unbedachtsamkeit’ als in sin gehede betwanc PassIII 401,63    2 ‘Plötzlichkeit’ des todes gachte HvBurg 269

MWB 2 50,44; Bearbeiter: Bohnert

gæhelich Adj., Adv. Adv. auch -lîchen, gechlich(e), gelich. – vgl. auch gâchlîchen, gâhenlîche. 1 ‘eilig, rasch’
2 ‘jählings, plötzlich’
   1 ‘eilig, rasch’ Lancelot reyt syn gesellschafft gehelich suchen Lanc 39,19; daz ir mit gehelichen siten / [...] / nicht in den ersten stunden / mich zuhant sluget tot, / sunder mit lancsamer not PassIII 357,84; si furen geliche [La. gachlichen ] da nach Dietr 6820    2 ‘jählings, plötzlich’ daz sie niht gæhelîchen / die vînde möhten erslîchen UvEtzAlex 12363; daz si [Elisabeth] mit disen klegelichen nuwen meren gechlich unde unplozlich icht erschreckit worde Köditz 61,25; das sv́ [...] geferret sint von der himelschen selikeit, der si ieze ein vil lúzel in dem geistlichen zuke gechliche gesmacket habent DvAStaff 568; EvStPaul 12976

MWB 2 50,53; Bearbeiter: Bohnert

gæhelingen Adv. auch gelingen (s. 1); gæchling ( RbRupr ; StRBrünn ). 1 ‘schnell, rasch’
2 ‘jählings, plötzlich’
   1 ‘schnell, rasch’ er [ werkmeister ] kumet och selten dar [Werkstatt] , denne gehelingen so git er in [seinen Untergebenen] ein regele und ein forme Tauler 158,11. 158,18; snell und gæhlingen BdN 77,7; jst is aber also, das der, dem man vnder vns vnreht vnde gewalt tût, das der niht mac also gelingen, als in sin vngemah rurit, dî vorgenanten ehte rittere also balde gehoufen, als is ime not tût UrkCorp 369,19. – ‘sofort’ das chint gæchtauffent di frawen und stirbet dar nâch gæchling RbRupr 202    2 ‘jählings, plötzlich’ ir wart gähelinge we: / si nam gar schyr das ende HvNstAp 16060; in einem blicke gehelingen Tauler 217,36. 183,14. 214,8; daz ain man gæhlingen gestorben ist in der unkäusch BdN 139,27; StRBrünn 390

MWB 2 51,4; Bearbeiter: Bohnert