e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
enbû (?)
Adv.
→
bû
5.6
MWB 1 1609,48;
enbüegen
swV.
‘(ein Pferd) buglahm machen’ (zu
buoc
2
‘Vorderbug, Schulter eines Tieres’; s.a.
verbüegen
):
daz ros enbüeget wart. [...] ez wart enblœzt
[...] aller gezierde. [...] ez
wart gespannen in einen wagen, / ez muoste ziehen unde tragen Boner
51,24
MWB 1 1609,49; Bearbeiter: Runow
enbünec
Adj.
zu bünec.
‘missgünstig’ (vgl. Anm.z. St.):
jchn bin iv niht so enbünic, / jch gvnne iv al der ern wol, / die ein frum man
haben sol Krone
10765
MWB 1 1609,55; Bearbeiter: Runow
enbunnen
Prät.-Präs.
1./3. Sg. Ind. Präs. enban, Prät. enbunde, Part. Prät.
enbunnen.
1
‘jmdm. etw. missgönnen; jmdn. um etw. beneiden’ (mit Dat.d.P. und Gen.d.S.) 2
‘jmdm. etw./ jmdn. entreißen, wegnehmen’ (mit Gen.)
1
‘jmdm. etw. missgönnen; jmdn. um etw. beneiden’ (mit Dat.d.P. und
Gen.d.S.):
Morphêâ kniete dar nider / der frouwen harte nâhen, / daz siz
alle sâhen. / nieman ir des enbunde, / wan sie vil kunde / und genuoc von erzenîen
Eracl
3509;
nu sint ez jene, / die mir vröude enbunnen Neidh
WL 14:2,13.
WL 33:1,3;
owe, ze lange biten / wil ich in dem getiht! / daz ich niht
die riht / fuͤr mich gejagen kan, / ist mir lait: min hertz erban [La.
enban
] / in allen hie unmuͦtes [gemeint wohl: ‘beneidet die
Zuhörer um ihren Ärger’ (weil es nicht vorangeht)]
WhvÖst
16186;
HimmlJer
229;
Krone
25258.
– mit Ersparung des Gen.-Obj.:
si habent ez [die Ernte] mit ir
swaizze gewunnen, / ez bedarf ir enwedirz dem anderem enbunnen
VRechte
176
2
‘jmdm. etw./ jmdn. entreißen, wegnehmen’ (mit Gen.):
er [Lucifer] was liehter dan diu sunne: / des hât
im got enbunnen, / dem er ist entrunnen Tund
1337;
durch sînes gewaltes êre / müeze in Krist behüeten, / daz Ezeln vîende wüeten
/ mir niht enbünne mînes man KlageB
2973.
1121;
vrowe Enite, [...] / jr habt den kopf gewunnen, / wan
welle iv sein dann enbvnnen / durch etesleichen swachen nit, / da ir mit bevangen
sit Krone
1386;
Warnung
3004
MWB 1 1609,59; Bearbeiter: Runow
enbünstec
Adj.
‘missgünstig, feindlich’
sô wil ich niemer werden / den Kriechen holt noch günstic. / ich sol in sîn
enbünstic / mit herzen und mit sinnen KvWTroj
26636
MWB 1 1610,22; Bearbeiter: Runow
enbürn
swV.
zu
enbore
Adv., oder zu
bürn
.
Bed. unklar, viell. ‘verwerfen’ o. ‘rügen’
siechst von aim icht guter sit, / daz solt sagen und pring
daz fuͤr. / aber poshait nicht enpuͤr! Teichn
564,2996;
[die Seele] wiͤrt da von nicht gepeinet / waz dez leibs
wiͤrt enpürt, / [vgl. Glr.z.St.)] untz ein sucht daz hercz
an ruͤrt ebd.
322,139
MWB 1 1610,26; Bearbeiter: Runow
enburnen
swV.
s.a.
enbrennen
.
1 tr. ‘etw. entzünden, anzünden’
2 intr. ‘in Brand geraten, brennen’
1
tr. ‘etw. entzünden, anzünden’
iz in hilft vbir al nicht, / daz man enburnet eyn licht / vnd
besturzit iz vndir eyn vaz Elmend
A 56;
noch sy inpurnen dy lucernen unde inseczen sy nicht under den
scheffel, sundir uf den luchter [Mt 5,15]
EvBerl
143,3;
ein richter [...] liz ein grôz fûr umme si
[Hl. Agnes] legen und liz daz enpurnen
HvFritzlHl
68,40;
Vät
26442.
– bildl.:
der heilige geist [
gibit
] der vornunft ein sicher wirken und enpurnit si in eime gejegede,
blôze wârheit zu suchene HvFritzlHl
129,34
2
intr. ‘in Brand geraten, brennen’
di stat ist von holcze gebuwit und enpurnet dicke MarcoPolo
45,18
MWB 1 1610,33; Bearbeiter: Runow
enbûʒen
Adv., Präp.
‘außerhalb, außen’
1 Adv. ‘(von) außen, äußerlich’
2 Präp. ‘außerhalb’ (mit Gen. oder Dat.)
1
Adv. ‘(von) außen, äußerlich’
ein mantil wol mit sinnin, / [...] /
zwei tassel [Spangen] in buzin / von golde warin gesmidit
Athis
D 150.
– meist in Gegenüberstellung zu enbinnen:
der wille ist inbinnigen vnd die tat inbuͦzen PrLpz (L)
53,30;
beruwe dich in binnen / [...] /
unde salbe dich enbuzen HeslApk
7180;
si [Maria Magdalena] was enbinnen
[innerlich] sô gar gerihtet in got mit allen irn
kreften; dar umbe stuont si von enbûzen [äußerlich,
körperlich]
Eckh
2:580,7;
Lilie
8,11;
EvStPaul
1111.
8096.
– als Paarformel
~ unde enbinnen:
din [Marias] reincheit enbuzen
ind enbinnen / [...] / der n’ wart niͤ engein
verloren MarlbRh
65,29.
127,17;
er legete alle sine kraft / enbuzen und enbinnen, / wie er vil konde
minnen / Iesum Cristum gotes sun Pass III
137,9;
HeslApk
6357.
9054;
die [burgere] suͦlen vort me in iren renten inde erue sitzen in buzen inde
enbinnen UrkCorp (WMU)
61,44
2
Präp. ‘außerhalb’ (mit Gen. oder Dat.):
dat der selve provinzial enbuzen landes were UrkCorp (WMU)
624,27;
dat wir [...] die burgere van Kolne
[...] jn al vnseme lande jnde vnser herscheffe jnde in
vnseme gerehte jnde oug in buszen vnseme lande [...]
beschirmen, bevriede jnde behuͦden suͦlen ebd.
1076,39.
79,29
MWB 1 1610,47; Bearbeiter: Runow
enbûzen ane
Adv.
‘draußen daran, draußen angrenzend’
Petrus in dem furhofe saz / enbuzen ane [
sedebat foris in atrio Mt 26,69]
EvStPaul
1878
(oder zu ane sitzen
‘sich wohin setzen’)
MWB 1 1611,9; Bearbeiter: Runow
enc-
→
enz-
MWB 1 1611,13;
en|ch-
→
enk-, enqu-, eng-
MWB 1 1611,14;
ênd
Adv., Konj.
1 Adv. ‘eher, früher’
2 Konj. ‘bevor, ehe’
1
Adv. ‘eher, früher’
wær aver, daz mein herre der vorgenant eend choͤm, so sol ich ims vnd seinen
chinden [...] bestætigen vnd recht vertik machen
UrkCorp (WMU)
3339,7
2
Konj. ‘bevor, ehe’
daz wir lanc stæte sculen sin mit goͮten werchen, wan leider,
der eine wîle goͮt toͮt, dazne hilfet niemen, ênt er uol stæte wirt darane
Spec
104,13;
die [Händler] sullent am êrsten, ent si iht koufen
oder verkoufen, sich den burgern ze erkennen geben, ob si in gunnen wellen ze koufen
oder verkoufen StRMeran
425
MWB 1 1611,15; Bearbeiter: Runow
endanc
Adv.
‘genügend, ausreichend’ (vgl.
danc
2
), mit Dat.d.P.:
ir ist endank ein swacher gruoz Eracl
625;
die âne sunnen müezen sîn, / den wære endanke des mânen schîn Freid
117,9;
der kneht stuont ûf, im was endank Helbl
3,263;
JJud
1676;
DvASchr
311,28.
–
sô wurd in vil endanc [mussten sie sich damit
begnügen] / daz si an dem drum der banc / bî den chnechten
gesæzzen Priesterl
638.
–
unguter, fraisleicher, herter volant, /
[...], / du hast mïr gesniten ab / daz dïr dein müter
gab / zesawgen und dïr was endankch [dir zugute kam]
Märt
2377.
–
wer des morgens frue auff stet / und den tag an slaff
verget, / dem ist kchaum endangk hincz nacht [der kann die Nacht kaum
erwarten] , / das er zu dem pette gacht Teichn
631,107
MWB 1 1611,26; Bearbeiter: Runow
endære
stM.
‘Begrenzer (des Gesichtsfeldes)’ (als umschreibende Übers. von gr./lat.
orizon):
orizon ist ein zirkel, der da tailet daz nider halb tail dez himels von dem
obristen halben tail und haizzet auch ‘orizon’, daz ist ein ‘ender des gesichtes’
oder der ‘chraiz des umbegesichts’ Sphera
72,26
MWB 1 1611,41; Bearbeiter: Runow
ende
stN.
auch einde, selten stM. (z.B. Gen
1039; NibB
2287,4).
‘Ende’, zur Bezeichnung einer Begrenzung oder begrenzten Ausdehnung in Raum und
Zeit
1 räuml. ‘äußerster Teil, Rand, Kante, Spitze, Endstück, Grenze’
1.1 geogr. 1.1.1
‘Rand, äußerer Teil’
1.1.2
‘Bereich, Gebiet’
1.1.3
‘(Himmels-)Richtung’
1.2 auf den menschlichen Körper bezogen 1.3 in adv. Wendungen 1.3.1
an andern enden
‘an anderen Stellen’
1.3.2
an/ in allem ~ , allen enden
‘überall’
1.3.3
an/ in manegem ~ , manegen enden
‘mancher-, vielerorts’
1.3.4
des endes
‘dorthin’
1.3.5
swelch ende
‘wohin’
1.4 übertr. ‘Ziel, Zweck, Absicht’ (einer Handlung, eines Bestrebens etc.) 2 zeitl. ‘Schluss’
2.1 auf einen Zeitraum bezogen 2.1.1 auf Handlungen oder Zustände bezogen, die als zeitl. begrenzt gedacht sind 2.1.2
‘Lebensende, Tod’
2.1.3 auf mündliche oder schriftliche Texte bezogen 2.1.4 auf das Ende der Welt bezogen 2.2 resultativ ‘Abschluss, Ausgang, Ergebnis’
2.3 in paarigen Ausdrücken 3 phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 145f.; Tao, Funktionsverbgefüge, S.
107-110) 3.1 Präpositionalphrasen 3.1.1
âne/ sunder ~
‘endlos, unendlich, für immer’
3.1.2
(biʒ/ unz) an ein ~ / ûf ein
‘vollständig’
3.1.3
von ~ (her)
‘vollständig, von Anfang an’
3.2
~ hân/ nëmen/ gewinnen
‘enden’
3.3 etw. ane/ ze ~ bringen
‘vollbringen, (erfolgreich) abschließen’
3.4 in verschiedenen Verbindungen mit
~ hân/ gëben bzw. in Funktionsverbgefügen ze/ ane/ ûf ein
~ komen/ bringen etc. mit Gen.d.S., präp. Erg. oder
Obj.-Satz 3.4.1
‘etw. bis ins letzte Detail berichten’
3.4.2
‘etw. genau herausfinden, zu der Erkenntnis kommen’
3.4.3
‘etw. bewältigen’
3.5
daz ist ein ~
‘das ist unbestritten, daran herrscht kein Zweifel’
3.6 sprichwörtl. (vgl. TPMA 2,460-477) 3.6.1
‘Ende gut, alles gut’
3.6.2
‘Man soll bei seinem Tun das Ende bedenken’
1
räuml. ‘äußerster Teil, Rand, Kante, Spitze, Endstück, Grenze’
der zenti [l. ze ende
] saz uffin der banc ÄJud
185;
zô den enden und an den orten [des
Umhangs] / wâren tûre borten SAlex
5961;
da gesahen sie einen vels ho, /
[...] / in drin enden daz mer drunbe schoz
Herb
17017;
der grâve doch den rîter sluoc / unz an des
kreizes [Kampfplatz] ende Wig
3046;
der tiufel gienc und maz die wende / von einem ende an daz ander ende
Renner
7742;
das crúze hat vier ende Mechth
7: 1,81;
zehen gesworn búrgen [...], die zende
[unten] an disem brieve geschriben stant
UrkCorp (WMU)
701,1;
an der sinbeln gestalt ist weder end noch anvank
KvMSph
12,10.
– bildl.:
petersilge ist heiz vnde trucken an dem ende
[im oberen Bereich] des dritten
gradus [innerhalb der Temperamentenlehre]
SalArz
11,56.
7,3;
wer weiz ende [Einschränkung]
sîner [Gottes] kraft? Parz
797,25
1.1
geogr.
1.1.1
‘Rand, äußerer Teil’
herre woldit ir mic senden / hinnen zoͮ der erden enden
Roth
141;
daz wendel mer
[Weltmeer] vellet an vier enden in daz abgrunde
Lucid
41,15;
an dem end in Burgundenland pei dem geperg
BdN
493,36;
Rol
1036;
Kchr
397.
–
‘Grenze’
ob die gueter gelegen sindt ausserhalb der endt [
extra confines
] vnd zil in dem gepiet zw Trint StatTrient
189;
vnd gat ein einde vffen Mittelberger velt vnd das andere in
Hugesberger ban UrkCorp (WMU)
N100,22
1.1.2
‘Bereich, Gebiet’
an den enden, do sie fogt und herr [...] uber
sein UrkWürtt
9,340
(a. 1290 kopial).
–
‘abgelegenes, entferntes Gebiet’
man sante si in diu ende die heiden bredegende
AvaLJ
208,2;
ze den haidenisken enden ebd.
71,3
1.1.3
‘(Himmels-)Richtung’
der kaiser uiel sine uenie / mit aller menige / in
allen uier ende der werlte Rol
7905;
diu wolken begunden / [...] /
von vier enden ûf gân Iw
643;
dô kêrte manegen ende hin / daz volc von dem Plimizœl
Parz
336,4
1.2
auf den menschlichen Körper bezogen:
den [Armen] stênt an deme ente
zwô wolgetâne hente Gen
132;
das geslehte deri ciclôpin / [...] / an dem eindo
[Stirn] hatten si ein ouge Anno
22,24;
HimmlJer
235;
da lat got [...] / sine wunden
schouwen, / [...] / zallen vieren enden / in fuozzen
joch in henden Hochz
721;
NibB
954,2;
BdN
138,19.
1.3
in adv. Wendungen
1.3.1
an andern enden
‘an anderen Stellen’
mirra Arabie [...] ist
herter von der rinden dann an andern enden BdN
369,28;
diu geistlich verstantnuͤzze diu in der heiligen
schrift ist, in der ê, in den wissagen und en andern enten in der schrift
PrOberalt
35,14
1.3.2
an/ in allem ~ , allen enden
‘überall’
ein vil rîchez palas / [...] / wol gemacht in
allem ende ErnstB
2566;
so ist mir in allen enden we Mechth
2: 2,36;
er was an allen enden [in jeder
Hinsicht] / wîs unde manhaft UvZLanz
294;
alle wîs und allen enden Tr
19110;
AvaLJ
106,5.
–
ich rytt an allen enden
[überallhin] mere sagen allen den die gern
prise und ere bejagen wollen Lanc
189,37;
dise vorgenanten gesetze suͦln halten arm unde
riche in der stat zu Wirzebuͦrg, unde vor der stat allen enden, uͦffe
dem velde, uͦffe deme lande, in buͦrgen, in steten unde in den dorfern
WüP
7k,3;
er [der hl. Geist]
rüert allen enden an von seinr rainikait wegen BdN
70,30
1.3.3
an/ in manegem ~ , manegen enden
‘mancher-, vielerorts’
diu erde erbidimot / in vil manegen ende / unz in daz
apgrunde Hochz
982;
sich huop diu kurzewîle an manegem ende wider strît
NibB
271,4;
da bi was geschaffet / ein ander teppet, geleget, /
alse man in manigen enden phligit, / da die vrouwen uffe sazen
GrRud
αb 21.
–
[der wâfenroc
] was durchstochen / und mangen ende zebrochen
Wig
6170;
sô clebet ir ie der lîm [der
Minne] an; / [...] / diu
schœne strebete allez wider / [...] / si
versuohtez manegen enden [auf vielerlei Art]
Tr
11803;
wir sîn im manegen enden / dicke ze unstaten
komen UvZLanz
7004
1.3.4
des endes
‘dorthin’
er huob och sich des endes dar Parz
69,5;
ouch gât der vinger und diu hant / vil dicke und ze
maneger zît / des endes, dâ der smerze lît Tr
16482;
hin wîste sî ein tal / des endes dâ diu burc lac
Iw
5803.
600;
RvEBarl
15309.
– übertr. ‘in etwa, ungefähr’
vmbe drizig ritter oder des endes UrkCorp (WMU)
N167,23
1.3.5
swelch ende
‘wohin’
bi Salmonis zitin / was sulich vridi undir din lutin,
/ swelich enti dir man wolti varin, / niheinis urlougis wart man giwari
LobSal
241;
swelch enden landes ir gevart Tr
18335;
Iw
6684;
PleierMel
4257
1.4
übertr. ‘Ziel, Zweck, Absicht’ (einer Handlung, eines Bestrebens
etc.):
Kristus [...] ist aleine unser ende, dem wir
nâchvolgen suln, und unser zil Eckh
2:449,3;
daz [...] diu werlt sô vol ist
worden der drachenkoppen, die iedem menschen guotez under diu augen erzaigent
und ist daz end irr handlung valsch und vergiftig BdN
271,15
2
zeitl. ‘Schluss’
2.1
auf einen Zeitraum bezogen:
der mande [Januar] ist ein ende
dez furgevarnen iares unde ein anegenge dez kunftigen iares MNat
16,15;
swenn div zît vnd div vrist ende hat, dar inn ich mich gebunden het
UrkCorp (WMU)
573,26;
daz kraut pricht man ab in des lenzen end
BdN
395,30
2.1.1
auf Handlungen oder Zustände bezogen, die als zeitl. begrenzt gedacht
sind:
des bankens [l. banekens
] muose ein ende wesn Parz
32,26;
herzeliebe ist arbeit; / ir ende bringet herzeleit
Wig
7750;
sô daz capitel ende hat, ein pater noster unde ein ave
maria StatDtOrd
62,3;
das diesses krieges end’ muͥge sin UrkCorp (WMU)
94,10;
Tannh
4,135;
SM:UvS
4: 3,5
2.1.2
‘Lebensende, Tod’
biz ûf dînes endes tac KvWEngelh
5757;
an minem ende, / herre, dinen boten ruche mir
zesenden Rol
6899;
diz swert daz muoz sîn ende wesen Tr
10138;
iemer mêre unz an mîn ende / mîn herze von ir niht
enwil SM:Tr
3: 3,6;
KvWLd
1,134;
Eckh
5: 112,23
2.1.3
auf mündliche oder schriftliche Texte bezogen:
hie hât daz mære ein ende NibB
2379,4;
dirre âventiur endes zil Parz
827,11;
an dem ende dises êwangeliums Eckh
2:59,1.
–
diu zal sînes hordes / was endes mit der schrifte
vrî [war unmöglich aufzuschreiben]
Wh
34,19.
– letzter Bestandteil der kanonischen Stundengebete (vgl.
Glr.z.St.):
die [...] sint in sibene
geteilit, in daz anegenge vnde in die salmen
[...] vnde in daz gebet vnde in daz ende
Lucid
83,2
2.1.4
auf das Ende der Welt bezogen:
an deme dritten ende dirre werlde chumet Christ selbe
in dise werlt Spec
103,11;
geloube ouch gotes sigenunft / und ûf dise erde sîne
kunft / an der welte endes zil RvEBarl
3907;
lieber herre, sol der orden stan untz an das ende der
welte? Mechth
4: 27,7;
PrOberalt
11,21;
JPhys
2,34
2.2
resultativ ‘Abschluss, Ausgang, Ergebnis’
ir sorge diu was manicvalt / und wolden doch ein ende
sehen / waz im solde geschehen KvHeimUrst
229;
daz mir diu vil minneclîche ein fröiderîchez ende gebe
KLD:GvN
24: 2,6;
daz wir [...] mit sogetanem ende, gelubde vnd
rede von einander gescheiden sein UrkCorp (WMU)
2290,22;
Herb
15505;
Tr
6199.
– rechtsspr. ‘(abschließendes) rechtskräftiges Urteil, letzte
Instanz’
ez sol auch daz recht bey dem hern beleiben
[...], biz daz recht ein ende nimpt
OberBairLdr
210;
er klag aller erst sinem rihtere vnd volge siner clag an daz ende, als
reht ist UrkCorp (WMU)
1401,24;
wer ouch das ein urteil stössig wurde, [...]
sol man sy züchen [...] für ein herren
[...] vnd sol ouch da ein ende haben
WeistGr
1,31
(a. 1347);
Mühlh
135,13
2.3
in paarigen Ausdrücken
zur Bezeichnung von Anfang und Ende:
diz hætes ime heinlîche / von ende unz ende gesaget
Tr
10045;
von dem anbeginne biß an das end Lanc
15,19;
da seyt sie im alle die verretery von ende uncz zu
orte ebd.
540,9;
van orde zuͦ ende MorantGalie
1227;
ende und urhap Frl
13:7,3.
– oft zur Bezeichnung der Unendlichkeit Gottes:
schepfære über alle geschaft, / âne urhap dîn stætiu
kraft / ân ende ouch belîbet Wh
1,5;
sunder ende und âne ursprinc was ie dîn lebende
majestât KvWLd
32,9;
deus Sabaoth! / an angenge, an ende ein got
HvNstGZ
2;
PrOberalt
27,25
3
phras. (s.a. Friedrich, PhrasWB, S. 145f.; Tao, Funktionsverbgefüge, S.
107-110)
3.1
Präpositionalphrasen
3.1.1
âne/ sunder ~
‘endlos, unendlich, für immer’
dirri tac ist tac an naht, tac an endi
Spec
61,2;
mit stæte ân endes vrist RvEBarl
15718;
das sol din ambacht sunder ende sin
Mechth
4: 19,4;
KvHeimHinv
670.
–
alles endes âne SM:Te
10: 3,5;
sîst diu liep ân endes zil SM:Ro
6: 3,10;
RvEBarl
2492
3.1.2
(biʒ/ unz) an ein ~ / ûf ein
~
‘vollständig’
do suhte er mit siner hende / daz gezelt an ein ende
VMos
27,22;
ich sol dir mine bichte / alle biz an ein ende sagen
Herb
8633;
sînem wîbe er seite / diu mære unz an ein ende KvWTroj
41847;
wær aber, daz eintweder tail disiv schiedvng wider spræch vnd nicht
behiͤlt vf ein ende UrkCorp (WMU)
1966,4;
KvWPart
1947.
–
verdrach mich bizze an dat ende miner dage [bis zu
meinem Tod]
Lilie
29,9;
ich wolte leben iemer / in jâmer unde in leides klage / biz ûf ein
ende mîner tage KvWPart
5002;
KvWTroj
5364
3.1.3
von ~ (her)
‘vollständig, von Anfang an’
dô er dô sîn âventiure / von sîner Blanschefliure /
von ende her betrahtete / [...] / dô kam diu rehte
minne Tr
923;
sus saz er unde seite / diz mære gar von ende her
ebd.
4263
u.ö.
3.2
~ hân/ nëmen/ gewinnen
‘enden’
dô diu naht het ende unt der tac erschein
NibB
806,1;
dîn siechtuom müese ein ende hân Eracl
3277;
gloube die urstende. / dâ nimt der tôt ein ende
RvEBarl
3720.
–
‘sterben’
der lîp den ente genam, diu sêla fuor ze gotes êwen
Gen
1039;
der starke Volkêr dô den ende dâ gewan
NibB
2287,4;
der ritter nam sîn ende KvWHerzm
335
3.3
etw. ane/ ze ~ bringen
‘vollbringen, (erfolgreich) abschließen’
ez wirt vile lank, / ê dan manz mit gedinge / ze fromem ende bringe
En
5512;
sô ist ez allez an ein zil / und an ein stætez ende brâht
Tr
8529;
er hatt ein dinck understanden das keyn man zu end
bringen mag Lanc
136,17
3.4
in verschiedenen Verbindungen mit
~ hân/ gëben bzw. in Funktionsverbgefügen ze/ ane/ ûf ein
~ komen/ bringen etc. mit Gen.d.S., präp. Erg. oder
Obj.-Satz
3.4.1
‘etw. bis ins letzte Detail berichten’
von ir ritterscaft [...]
enkunde iu ze wâre niemen gar ein ende geben NibB
12,4;
wie diu hôchzît ergienc, / des vrâgt den der dâ gâbe
enpfienc: / [...] / des mag ich niht ein ende hân
Parz
397,11;
wer dâ schiet von dem lîbe, /
[...] / über al ich des niht kan / iuch zeim
ende bringen / und die nennen sunderlingen Wh
443,11;
wer möhtes alles zende komen, / waz wunders Lanzelet
begienc? UvZLanz
9428;
KLD:UvL
1: 1,2;
Lanc
166,18
3.4.2
‘etw. genau herausfinden, zu der Erkenntnis kommen’
ich kum es an ein ende, wer mir ez [das
Gold] hât genomen NibB
848,3;
die herren diz alle vernâmen / und gar an ein ende
quâmen / daz er in die wârheit / [...] hæte geseit
KvHeimHinv
1152;
nû sol man ûf ein ende komen / der valschen prüevunge dîn
KvWSilv
4768;
KvWWelt
266;
Tr
14587
3.4.3
‘etw. bewältigen’
het ich mere [Gäste] ,
denne ich habe, / ichn mochtes nimmer zende chomen StrKD
161,13;
habt uch den uwern und laßent mir den mynen, ich sols
wol zu ende komen Lanc
149,20
3.5
daz ist ein ~
‘das ist unbestritten, daran herrscht kein Zweifel’
dest ein ende: swaz si mir getuot, / sô mac si wol verwænen sich
Walth
73,13;
daz ist ein ende, ez ist alsô ebd.
74,11.
44,18;
niender vinde ich triuwe, daz ist ein ende, / dâ ich si
doch gedienet hân MF:Reinm
18: 3,1.
–
ich wil iuwer tohter hân: / daz ist daz ende dar
an [und Schluss damit!]
Tr
11065
3.6
sprichwörtl. (vgl. TPMA 2,460-477)
3.6.1
‘Ende gut, alles gut’
machest dû daz ende guot, sô hâst du ez allez wol getân MF:
Eist
3:2,4;
ist daz daz ende ist guͦt, so wirt ez alliz guͦt an alle missewende
Meissner
1:14,8;
ist daz ende guͦt an prise, so ist iz alles guͦt JTit
5981,2;
KLD:Kzl
16: 5,1;
Martina
23,28.
–
nâch trûrigem anegenge / dicke ein vrœlich ende
chumt KvHeimHinv
17
3.6.2
‘Man soll bei seinem Tun das Ende bedenken’
man sal daz ende prufen mit rechter list
Elmend
A 108;
wer daz ende an sehen kan / sînr werken, der ist ein wîser man
Boner
100,89;
TrudHL
112,19
MWB 1 1611,47; Bearbeiter: Runow
endeblat
stN.
‘letztes Blatt (eines Buches)’
ich munch Jacop / gewurbin habe der herren lop / in disis buchis zcile /
[...] / und hab iz bracht anz endeblat PfzdHech
380,11
MWB 1 1615,37; Bearbeiter: Runow
endec
Adv.
‘endgültig, für immer’
er treit hie wol das türe kleit der selikeit /
[...] bi wem sie [die Ehre]
endig blibet Mügeln
55,17
MWB 1 1615,41; Bearbeiter: Runow
endecheit
stF.
‘Ende, Abschluss’
dû hâst dich sinneclîch bedâht: / der endekeit ich dir wol gan. / ob dû der
rede gevolgen maht / mit werken, daz ist guot getân Winsbeckin
43,2.
– in unklarem Zusammenhang:
daz uns an disem buͦche alsam [wie Wolfram bei dem misslungenen
Anfang des ‘Willehalm’ und dem ebenfalls misslungenen Schluss des
‘Parzival’] iht hie gelinge, / und daz dehein unruͦche
[mangelnde Sorgfalt] unendelich von endicheit iht
bringe [einen offenen Schluss aus dem eigentlich erforderlichen
endgültigen Abschluss hervorgehen lässt (?)] , / Altissimus, der
geb uns rehten ende JTit
5990,2.
– hierher (?):
Renner
17459
(La. zu →
unendelîcheit
)
MWB 1 1615,44; Bearbeiter: Runow
en|deckærinne
stF.
‘eine, die das Dach abdeckt’
die handt [allegorische zweite Hand der Habgier,
d.i. Diebstahl] ist eine loch macherynne / der huͤser und
entdeckerynne, / der kisten eine brecherynne / und der gulden eine nagerynne
Pilgerf
9595
MWB 1 1615,58; Bearbeiter: Runow
en|decken
swV.
Prät. auch endahte, endackte.
1
‘etw. aufdecken, von einer Abdeckung befreien’
1.1 von Sachen 1.2 von Personen und Körperteilen ‘entblößen, entkleiden’ (z.T. mit präp.
Erg. von ) 2
‘etw. zu erkennen geben, zeigen’
2.1
‘etw. (Verborgenes, Heimliches) zum Vorschein bringen, enthüllen’
2.2 übertr. 2.2.1
‘etw. ergründen, verstehen’
2.2.2
‘etw. erklären, begreiflich machen’
1
‘etw. aufdecken, von einer Abdeckung befreien’
1.1
von Sachen:
so der kelch endekit wirt, so duͦt er [der
Priester] drú crúce dar ubir Lucid
101,1.
108,6;
unde sô man singet ecce lignum unde das crûce endecket,
sô sal man venien StatDtOrd
124,6;
man sal endeckin di wurcziln vnd spaldin der grostin czwu
odir dry mit eyner achsin, vnd in di spaldin seczin eynen kil vnd bedeckin dy
wurcziln als vor mit der erdin Pelzb
123,23;
Herb
8126;
EbvErf
2471;
Lanc
159,11.
–
bluomen [...] / dâ stuonden vil enblecket. /
diu heide was entecket [sichtbar] / in liehter
varwe wünneclîch Mai
206,40
1.2
von Personen und Körperteilen ‘entblößen, entkleiden’ (z.T. mit präp.
Erg. von):
Noę [...] ginc
[...] slafen in sin gezelit / sin
same [l. schame
] was inthecchet / halber lac er nacchet VMos
14,2;
als er endahte mich, / sô wolt er sunder wât / mîn arme
schouwen blôz MF:Mor
30: 4,4;
das haubt er gantz endackte / von der goyfen [Kopfbedeckung
unter dem Helm] vnd den staelhŭt Krone
15813;
KvWSilv
973;
AlexiusF
364;
Lanc
358,29.
610,27.
– mit Refl.-Pron.:
ab dem haubt er den helm bant / vnd entdackte sich von dem ysin gewand
Krone
17674.
– bildl. (myst.):
wære diu sêle alzemâle entblœzet und entdecket von allem mittel, sô
wære ir got entblœzet und entdecket und gæbe sich ir alzemâle Eckh
3:165,6;
er [der Mensch] sol in
[Gott] nemen in der lûtern, blôzen substancie
[...]. dar umbe sô scheidet
[Imp.] gote allez daz abe, daz in kleidende
ist, und nemet in blôz in dem kleithûse, dâ er entdecket und blôz in im ist
ebd.
2:274,5.
2:276,5
2
‘etw. zu erkennen geben, zeigen’
dv indech din herren den wec din BrZw
7.
46;
vnd getùrst ich wol mine wort, / got, hin zü dir errecken / vnd minen mút
entdecken / vnd endlich entbinden, / so möhtestu enpfinden, / was min zunge kan
gesprechen Krone
16976.
– refl.:
daz si sich ninder entecken / mohten noch enplecken /
vor der vînde angesiht Ottok
28702;
das er [Gott] sich offenbaren
welle und súlle und entdecken und offenbaren Tauler
57,28.
204,3.
– subst.:
dar ume sult ir wizzen waz gotis geburt in der sêle sî
[...]: ein enteken oder ein enplôzen ader ein
uffenbâren gotis in der sêle HvFritzlHl
150,26
2.1
‘etw. (Verborgenes, Heimliches) zum Vorschein bringen, enthüllen’
diß fingerlin hatt die krafft
[...] das es allerhand gauckel und allerhand
zaubery endecket und mag sie geoffenbaren Lanc
130,25.
155,33;
mit schrift hat er [Johannes]
[...] die taugenheit endacht, / die vor waz in dem
throne HeinzelJoh
55,5;
wisse, wer endecket und öffennt die haimlichen taugenn,
dem volget schir groß ungelückh HvHürnh
3,11.
–
‘etw. entlarven, als falsch erweisen’
ist ouch, daz des schult, der sie verhelen wil, von
eineme anderen wirt endecket StatDtOrd
55,20;
swie vil er doch enttecte / mit siner scharfen sinne grift / die
valscheit an irre schrift, / so wolden si doch blint sin Pass III
435,42.
–
‘jmdm. etw. anvertrauen’
dieselb was die jhene der sie ir hemlicheit allermeyst endeckt hatt
Lanc II
227,10
2.2
übertr.
2.2.1
‘etw. ergründen, verstehen’
sine [Christi] lobelichen
wunder, / die vorborgen sin dar under, / die niemant gar entecken / getar
HeslApk
21345;
der geschrift [Dat.] ist gar rehte, der
[wenn einer] sie entdecket und sie entblœzen
wil Eckh
2:288,1
2.2.2
‘etw. erklären, begreiflich machen’
dâ von enmac ich als ich sol / der vrouwen leit entdecken / noch mit
worten errecken Greg
801;
daz er [Hieronymus] die
schrift div vor slief / mit predige solde wechen, / die svͤzzen lere
entechen Wernh
A 104;
der salme [Psalm] ist mir ze
swære / und lengete doch daz mære, / solde ich in rehte endecken / und sînen
sin errecken KvHeimHinv
633;
Wig
11634.
– mit Obj.-Satz:
nû wil ich iu entechen, / war umbe man den gewalt / an den rât
habe gezalt Aneg
390
MWB 1 1616,1; Bearbeiter: Runow
en|deckunge
stF.
‘das Aufdecken, Sichtbarmachen’, bildl.:
dú [
verborgnú warheit ane alle falschheit
] gebirt sich in der entekunge der bedahten blossheit
Seuse
186,16.
–
‘Offenbarung, Erleuchtung’
wante gesehn han mine ovgen dinen trost, den du hast bereidet vor dem
antlitzce allir volke, ein liecht zeu intteckunge der heidenen [
lumen ad revelationem gentium Lc 2,32]
BiblMK
299;
EvAug
129,8
MWB 1 1617,15; Bearbeiter: Runow
endeclich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen.
‘endgültig, unwiderruflich, für immer’
Anna div wart oͮch erwelt / unt entikliche gezelt / ze dem
allerbesten wibe / div iender wæ̂re enlibe Wernh
D 962;
im was ein endeclîchez zil / gegeben der zweier dinge, /
leides unde linge [Glück]
Tr
5074.
6938.
18218;
vnd daz wir endichlichen vndersten svͤln, daz niemen der vnseren dem
[...] Dravchbekhen [...]
dehein fuͤderung noch helf tvͤ UrkCorp (WMU)
2404,10.
–
‘sicher, gewiss’
männeclich die sprâche sîn / endeclîche dâ vernam
KvHeimUrst
1187;
si muosen dâ belîben bevollen niwen tage. / des heten
endeclîchen die snellen ritter klage, / daz si niht wider solden rîten in ir lant
NibB
757,2;
Rûal [...] wolte niemer wider komen,
/ ern hæte eteswaz vernomen / endeclîcher [zuverlässiger]
mære, / wâ sîn junchêrre wære Tr
3763.
3103
MWB 1 1617,24; Bearbeiter: Runow
endegen
swV.
‘etw. beenden’
dise zit wurt geendiget an dem ostertage ElsLA
176,21
MWB 1 1617,41; Bearbeiter: Runow
ende|genant
Part.-Adj.
‘zuletzt genannt’ (bezogen auf einen vorher bereits Genannten):
ich vorgenanter Friderich unde mine erben [...] solen
des entgenanten Purchartes unde siner erben [...] geber
versprecher und steter sin UrkRod
11
(a. 1312)
MWB 1 1617,43; Bearbeiter: Runow
endegeriht
stN.
‘letztes Gericht’ (am Welten- bzw. Lebensende), in syntakt. unklarem
Zusammenhang:
[dass niemand, der das Buch zur Kenntnis nimmt oder abschreiben
lässt] gaehes stirbet / noch übels tôdes verdirbet, / und daz er
vor sîm endegeriht / der beidiu wirt riuwe unde bîht WvRh
16162
MWB 1 1617,49; Bearbeiter: Runow |