e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
enblâsen
stV.
‘anblasen, blasend entfachen’
dar vnder hiezen sie machen / fur
[...]. / do enwolde ez vnden noch obe / brinne
[...]. / sie waren im vil vaste mite, / daz sie ez
enpliesen Herb
15760.
– übertr.:
daz sint die ubelin blasbelge des ubilin smides des tuvelis die entblasin den
zorn PrLpz (L)
140
(Glossar. s.v. blâsbalc)
MWB 1 1600,43; Bearbeiter: Runow
enblecken
swV.
selten Prät. -blahte ( Helbl
4,417).
1 tr. 1.1
‘etw./ jmdn. entblößen, aufdecken’
1.2 mit präp. Erg., hier mit Refl.-Pron. ‘etw. ablegen’
1.3 bildl. 1.4
‘etw. zu erkennen geben, zeigen’
2 refl. ‘sich zeigen, zutage treten’
1
tr.
1.1
‘etw./ jmdn. entblößen, aufdecken’
mit manegem dicken umbevanc / was ir antlütze verdecket
/ und niht ze sehen enblecket Parz
778,30.
818,22;
er enplect daz houbet über al / unde zeigt, dâ er was
kal Ottok
87184;
der den vater decket / do er lag und waz enplecket, / da
sint edel luͤt von worden Teichn
517,18;
owê daz nû der selbe list [das Verhalten der
Aspis, sich die Ohren zu verschließen] / niht mangen herren
decket, / der bœser rede sîn ôre enblecket [sein Ohr öffnet für
…]
KvWLd
25,9;
KvWPant
1605.
– von den Zähnen:
an allen disen dingen sol sich der gaischlich mentsche flisseklich
huͦten [...]: lachen ane zen embleken; sehen ân
ogen steken [starren, fixieren] ; reden ân hende
streken PrGeorg
334,7
als Drohgebärde ‘blecken’
ez ist noch ein bewæret dinc, / sô man den fremden hunt ze vil /
streichen unde triuten wil, / daz er enblecket sînen zan KvWEngelh
3537;
[der Hund] enblaht die zend unde grein
Helbl
4,417;
KLD:Schulm
2:2,11
1.2
mit präp. Erg., hier mit Refl.-Pron. ‘etw. ablegen’
wan er [der Mensch] hât der sunden dorn / alsus
an sich gestecket / und hât sich ouch enblecket / von der wirdekeide
Erlös
500
1.3
bildl.:
diz sint diu goukel hüetelîn / mit den der tiufel unkust bedecket, / die
er doch hin nâch enblecket Renner
4074;
si künnen ir schande wol bedecken / und ein kleine unzuht enblecken / eins
andern und gar wîten ströuwen ebd.
22592.
–
[Der Körper verhüllt die Seele wie eine Wolke die
Sonne] were aber der wolke davon
entplecket [weggezogen] , / so hette die sele
so clar gesichte Pilgerf
6014
1.4
‘etw. zu erkennen geben, zeigen’
daz wolde dir entecken / der alle dinc entplecken / kan
mit siner ceswen hant / die dir waren umbekant Daniel
748;
do wart ir vreud enblecket in sunnen varwer glenze JTit
165,1.
– übertr. ‘etw. bloßstellen, bekanntmachen’
der schilt ist ein dach daz niht schande kan decken. /
sîn blic [Blitzen] læt enblecken an êren die
weichen KLD:UvL
16: 4,4;
swer sines bruder missetat / im zu deheiner smacheit
/ saget unde machet breit / unde sie also enplecket Vät
19675
2
refl. ‘sich zeigen, zutage treten’
ûz der vinster gein dem liehte / het er sich enblecket
Parz
613,13;
wer mac des heizen fiures rôst / verbergen und verdecken? / ez kan sich wol
enblecken / und öugen mit dem glanze sîn KvWTroj
21016;
swâ gegen der sunnen sich enplect / der glast von den helmen
Ottok
30025.
15752
u.ö.
–
also kumt her [Christus] mit
den wunden / vrischen an daz gerichte, / so daz an nimmer nichte / got vater
sich entblecket, / wen in der sun bedecket / mit
angenomener menscheit HeslApk
8947
MWB 1 1600,50; Bearbeiter: Runow
enblenden
swV.
‘blenden’
mîn tumber sin vermîde daz, / daz mîn kunst niht enlêre, / daz
männeglîch sîn vlîz dar zuo kêre, / wie man daz buoch bescheide. / ist daz durch
liebe noch durch leide / noch zorn noch gâbe enblende, / daz man iuch von dem rehten
wende, / swer daz tuot, der verliuset gotes hulde SpdtL
77,7
MWB 1 1601,40; Bearbeiter: Runow
enblenken
swV.
‘etw. enthüllen’
do im Sigun enblenken solt ir lip biz dar sich leit der borte. / daz ander was
verhullet JTit
4159,2
MWB 1 1601,47; Bearbeiter: Runow
enblîben
stV.
1
‘von etw. fern bleiben’ mit Dat.d.S. 2
‘zurückbleiben, übrig bleiben’
1
‘von etw. fern bleiben’ mit Dat.d.S.:
alle menschen die och gerne guͦte menschen weren, beginnent
dis und des und gont alles mit den sinnen umbe und entblibent also der luter worheit
und enkoment in sich selber nút Tauler
236,28;
wie wir der worheit entbliben ebd.
75,26
u.ö.
2
‘zurückbleiben, übrig bleiben’
ja werden si, di do entbliben sin, sich machen uz Jherusalem
Cranc
Jes 37,32;
so sicht der geist [...], obe ime do
út entbliben si Tauler
88,6
MWB 1 1601,50; Bearbeiter: Runow
enblîchen
stV.
‘bleich werden’
man zuckt sy [die in Ohnmacht Gefallene] uff
zehannd: / ir farb was ir enblichen, / ir krafft von ir gewichen FrSchw
7945
MWB 1 1601,60; Bearbeiter: Runow
enblœʒen
swV.
1
‘etw. bloßlegen, frei machen; jmdn. entblößen’
1.1 allg. 1.2 bes. ‘etw./ jmdn. entkleiden’ (überw. in Passivkonstr.) 1.3 von Waffen ‘zücken’
2
‘jmdn./ etw. von etw. befreien’
2.1 mit Gen.-Obj. 2.2 mit präp. Erg. von 3 refl. ‘sich entblößen, entkleiden’
4
‘(jmdm) etw. zu erkennen geben, offenbaren, zeigen’
1
‘etw. bloßlegen, frei machen; jmdn. entblößen’
1.1
allg.:
man snyde von eyme czwige eynis boumis eyn stucke vnd
entplose das stucke, das do blebin ist an dem boume Pelzb
121,14;
enblœzet iwer houbet Parz
746,27;
als wir mit enblœztem antlütze aneschouwen den glanz und die klârheit
gotes Eckh
1:397,3;
dô intblôzetin [deckten ab, öffneten] si daz
dach dô her was, unde machten iz offin und si lîzen nider daz bette in dem der
gichtige lac EvBeh
Mc 2,4;
JTit
5809,1.
– mit präp. Erg.:
er enblôzt imz houbet schier / von helme und von
herssenier Parz
212,27.
748,3
1.2
bes. ‘etw./ jmdn. entkleiden’ (überw. in Passivkonstr.):
ir brüste lûter unde klâr / stuonden ouch endecket, / enblœzet unde
enblecket / ir sîten wâren unde ir lîp KvWSilv
974;
nacket unde enblœzet gar KvWEngelh
3085;
nû wart diu magt enbloezet schier. / an sich dructe sie der degen stolz
und fier Loheng
2364;
GTroj
6439
1.3
von Waffen ‘zücken’
Hen das swert aber entblost myt elenthaffter hant Alph
1204;
jst daz zwen man oder mer in zorn gegeneinander auf wischten, vnd dhein
wer enplosten StRVilsh
86
2
‘jmdn./ etw. von etw. befreien’
2.1
mit Gen.-Obj.:
den herzeric [Luftröhre des erlegten
Wildes] er [Tristan] dô gevienc /
[...] / und enblôztin aller sîner
habe [streifte alles ab, was daran hing]
Tr
2973.
– meist in Passivkonstr.:
dô wart enblœzet sîner habe / vil manec werder
Franzeis KvWTurn
1024;
er wirt enbloͤßet aller wat HvNstGZ
2889;
diu sêle muoz als gar enblœzet werden alles des, daz zuogevallen ist
Eckh
2:549,6.
5: 41,20;
GTroj
20802;
Boner
51,27.
–
wer sein [des
Maulwurfs] pluot streicht an die stat, dâ ainz enplœzt ist
seins hârs [wo einer keine Haare mehr hat] , sô
wehst im daz hâr wider BdN
160,31
2.2
mit präp. Erg. von:
[der Strauß] hât ain sô dick haut, daz in niht
freuset, wenn er von den federn enplœzt wirt BdN
223,29;
daz ertreich enplœzt ist von dem wazzer an den steten, dâ
die läut wonent und andreu tier, die ân luft niht geleben mügent ebd.
100,34;
KvMSph
10,5;
enbloͤs mich von aller unlidekeit Seuse
318,16;
Eckh
3:266,1
3
refl. ‘sich entblößen, entkleiden’
ez sol kain brvͦder pie dem fivr sich vnerlich vnd vngeistlich
nach wertlicher lvte gewonhait enblozen, wan daz zimet niht geistlich lvte
SpitEich
40,8;
als sich div keyserinne habe / enbloͤzet, so suͤlt ir abe /
den slayer tuͦn vnd kuͤssen sie TürlArabel
*R 270,4.
–
sende swære ein sendebære vinden kan, / swenne enblœzet
sich der tan / und die winde stôzent dran KvWLd
5,13.
– mit Gen.-Obj. ‘sich einer Sache entledigen’
jârlanc wil diu heide mit leide / vrîjen unde enblœzen
sich / liehter bluomen wünneclich, / die der süeze meie kunde bringen
KvWLd
17,2
4
‘(jmdm) etw. zu erkennen geben, offenbaren, zeigen’
sîn rôtez bluot er [Christus] uns ze
schaden vor gerihte enblœzet KvWLd
32,35;
wan nichtes nicht ist bedackit daz nicht intblôzet werde, noch vorborgen daz
man niht wizzen werde EvBeh
Mt 10,26.
– übertr.:
do rief er eime knappen dare / vnd enblozzete im gare /
sin leit vnde sine swere Herb
11252;
[wenn] sein [des
Anklägers] botwaren [Verleumdung]
vor dem gerihte enbloͤzzet wirt, dem botwarer sol man div zvnge auz dem halse
sneiden UrkCorp (WMU)
2345,3;
so enbloͤz ich min herz Seuse
174,7.
–
merket gar ebene: der geschrift ist gar rehte, der sie entdecket
[auslegt, erklärt] und sie entblœzen wil
Eckh
2:288,2
MWB 1 1602,1; Bearbeiter: Runow
enblœʒunge
stF.
1
‘Offenbarung’
2
‘Entäußerung, Verzicht’
3
der ~ stat , übers. calvariae locus
‘Schädelstätte’ als lat. Bezeichnung für den Berg Golgatha (pseudoetymol. zu
lat. calvus
‘kahl’ ?)
1
‘Offenbarung’
von der entblœzunge des bildes [Gottes] in dem
menschen sô ist sich der mensche gote glîchende Eckh
2:276,7;
daz bekentnisse entgeistet den geist. diu entgeistunge des geistes ist ein
entblœzunge aller wîse der einekeit, die die persône beslozzen hânt in rehter wîse
Überschall (Pf)
519,39
2
‘Entäußerung, Verzicht’
aller vollekomenheite hœster grât [
lît
] an enplœzunge des geistes von allem anevalle der unglîchnisse unde
von trôste der crêâtiure PrEkkewint
232;
‘unde mîn sêle wart minnelôs’: daz ist diu entplœzunge aller mîner krefte unde
mîner sinne Eckh (Pf)
507,37
3
der ~ stat, übers. calvariae locus
‘Schädelstätte’ als lat. Bezeichnung für den Berg Golgatha (pseudoetymol. zu
lat. calvus
‘kahl’?):
dô si quâmen an di stat di da heizet Golgatâ: daz ist der intplôzunge stat
EvBeh
Mt 27,33.
Mc 15,22
MWB 1 1603,6; Bearbeiter: Runow
enblüejen
swV.
auch ontpluychen.
‘erblühen, aufblühen’ (übertr.):
sîn herze ime enblüete; / wan in dô der Minnen bolz / hât alsô sêre troffen
Virg
1000,6;
daz dirde casteel hies ruychendale; / in dem casteel roecht
also wale. / Amor beguͦnde syn hertz tzontpluychen, / so dedent dair die lieben
ruychen. / nyen roese, fyole noch muͦschaet MinneR 496
231;
von dem werke in gotte vnd von der gebvrt, da der vater gebirt sinen
eingebornen svn, vnd von dem vs flvsse entblvͤget der heiliger geist Eckh
2:456,9;
so ist got die erste sach / on dez wesen nichtz enpluͤt, /
weder rich noch ander guͤt Teichn
581,93
MWB 1 1603,24; Bearbeiter: Runow
enblüemen
swV.
‘entjungfern’ (Lehnübers. zu lat. deflorare):
des legirs der Brûnhavin pflac / mit der magit alvorwâr / volliclîch en ganziz
jâr / alsô îdoch, als sî darnâch / mit geswornem eide jach, / und mit meitlîchim
zeichin, / [...], / sich offinlîch berûmete, / daz er sî nî
intblûmete, / joch nî unkûschlîch angewant NvJer
19071;
doch tet diu schœne dem gelîch, / als ob si leidic wære /
[...], / daz ir enblüemet was der lîp KvWTroj
17059.
–
Partonopier, getriuwer man, / wirde ich keines mannes wîp / für dînen werden
süezen lîp, / sô muoz ich sîn vertüemet, / der mich hât enblüemet / an allen sælden
iemer, / wand ich enwirde niemer / frî noch fröudenhaft als ê: / mir ist nâch dir ze
tôde wê KvWPart
15670
MWB 1 1603,37; Bearbeiter: Runow
enblüemunge
stF.
‘Entjungferung’
das eine [...] heißet geweldikeit, /
das ander der unkuscheit mit sime geslechte deit, / das dritte der jungfrauwen
entblumonge, / das vierde mit eins andern wibe umb gan Pilgerf
10819
MWB 1 1603,52; Bearbeiter: Runow
enbobene
Adv., Präp.
auch enboven, inbofen.
‘oben, oberhalb’
1 Adv. 2 Präp. 2.1 lokal mit Dat. ‘über’
2.2 direktional mit Akk. ‘über … hinaus’
1
Adv.:
dih ruͦme vnde lobe, / herre Crist, hie enboven / al din creatura Glaub
1496;
an dem gewelbe hoch enboben Pass III
280,17;
der heilige geist kummet von inbofen in den menschen
Tauler
38,5;
Eckh
2:161,7.
– in der Verbindung
~ tragen
‘überlegen sein’
gelouben, hoffen, minnen, / die buzen und enbinnen /
glich sin an irme tuene / kegen der gotes suene, / daz ir niekein in gotes loben
/ treit under noch enboben HeslApk
21216
2
Präp.
2.1
lokal mit Dat. ‘über’
du [Maria] bis enboven in
allen, / wand, wiͤ wal si god bevallen, / si muͤzen under dinen vuͤzen sin
MarlbRh
110,35;
vil hôhe enboven der erde En
9394;
ei nu vreut uch alle in gote / der den gescheffeden ist enboben
Pass I/II
98,31
2.2
direktional mit Akk. ‘über … hinaus’
die suͦlen varin wonnen ce Numegin ove da beniedene; in boven
[(flussaufwärts) nach oberhalb von] Numegin
[Neumagen] ensuͦlen si niemer kuͦmin
UrkCorp (WMU)
78,45.
– übertr.:
so suͦlen wir ire schuldich sin ze geldene in boven dat hovet guͦt
hundert malder half weizze inde half rocge UrkCorp (WMU)
N223,33
MWB 1 1603,57; Bearbeiter: Runow
enbor-
→
bor- Präf.
MWB 1 1604,17;
enborbinnen
Adv.
‘oben darin’
des selbin jâris ouch geschach, / [...] / ein
ertbibunge sêre grôz, / dî drîes gab sô harten stôz / mit schutte dem gebuide, / daz
kuime sich dî luide, / dî impor binnen wârn, / mochtin vallis bewarn NvJer
22744
MWB 1 1604,18; Bearbeiter: Runow
enbore
Adv.
‘hoch’
1 lokal ‘oben, in der Höhe’
2 direktional ‘nach oben, in die Höhe’
1
lokal ‘oben, in der Höhe’
nû hienc ein tavel vor dem tor / an zwein ketenen enbor
Iw
300;
Pînel der kurteys, / [...], / den lîp
verlôs, des prîs embor / noch hiut in hôher wirde swebt Wh
45,12;
do die uf der wer enbor / vernament vientlichen krie
RvEWh
1386;
Lucid
45,9;
KvWTurn
40
2
direktional ‘nach oben, in die Höhe’
er sluc, daz daz houbet enbor / flouc Herb
5766;
sîne hende habter enbor / und sach vil tiure hin ze got
Wig
7113;
die lute die da waren vor, / dahten daz ieman enpor / zu im
gestigen were Vät
1398;
Barth
149,4;
Iw
4672.
– bildl.:
ir herze daz vuor rehte enbor, / als ez gevidert wære
Tr
5244;
sîn [des Meißners] adellichez
dœnen, daz dâ klinget hôhe enbor KvWLd
32,294;
witiben und waisen [...] /
trügen ïr gemüt enpor / und nïeten rechter frewden sich Märt
15143;
Parz
649,27;
RvEBarl
2354
MWB 1 1604,23; Bearbeiter: Runow
enbœrec
Adj.
‘aufrührerisch’
swem so der pris enpfalle, daz er fluchticlichen werde enboͤric, / swer dem
git den tot, dem wirt zesolde / der got und ouch der wibe lon JTit
3123,2
MWB 1 1604,41; Bearbeiter: Runow
enbœren
swV.
1
‘etw. in die Höhe heben; etw./sich erheben’
1.1 konkret 1.2 übertr. 1.2.1
‘das Herz/ die Seele zu Gott erheben, auf ihn ausrichten’
1.2.2
‘(jmdm. das Gemüt, die Stimmung) erregen; erfreuen’
1.2.3
‘etw. anheben, beginnen’
2 intr., Bed. unklar 3 mit Refl.-Pron. ‘sich auflehnen, zur Wehr setzen’
1
‘etw. in die Höhe heben; etw./sich erheben’
1.1
konkret:
nu begunde hohe enboͤren / der ander sine stange
Rennew
30652;
der slegel aber enbort / wart WhvÖst
12068;
[ich will] den mînen lîp mit manegem sprunge enbœren
Neidh
SL 20:4,2;
Loheng
5433.
– refl. ‘sich erheben, aufstehen’
des morgens gein der heiden maht / sich daz her
begunde enbœren Wh
316,15;
do er da lac, / [...], / da
er die stimme erhorte; / uf er san enborte / sich sanfte und auch vil lyse
Rennew
5180;
WhvÖst
14476
1.2
übertr.
1.2.1
‘das Herz/ die Seele zu Gott erheben, auf ihn ausrichten’
zetugent si [die Braut auf der Hochzeit
zu Kanaan] emport / dem der si nemmen hoͤret, / lip und
die sel beide SHort
5687;
als sich dc wolchen enboͤret von der êrde, als wil sie der hailige
gaist och enboͤren von allen weltelichen dingen PrSchw
1,33;
daz sich di sele inbore [...], daz si di
irluchtunge der engle muge inphahin Parad
46,19
1.2.2
‘(jmdm. das Gemüt, die Stimmung) erregen; erfreuen’
mir ist [...] daz herze mîn ze vreuden hôch
enboeret Loheng
4703;
des wart Sigune an vreuden hoch enpoͤret JTit
4953,3.
1506,2;
hubscher muot und wâfen / zeinander niht gehôrt. /
hubscher muot enpôrt / den herren solhen gedanc, / dâvon ir trûren wirt
kranc Ottok
730.
– refl. ‘sich freuen, leicht werden’
des sich enpôrte / mîn muot und mîn herze, / daz
der pîn und der smerze / solde sîn zergangen Ottok
44174;
dô ich daz beide gesach und gehôrte, / daz man si hâte sô verre
verguot, / von deme lobe ich mich tumplîch enbôrte, / daz ir diu werlt
alsô güetlîchen tuot KLD:HvSw
14,3;
nie hertze sich enporte / so hoh
SHort
922
1.2.3
‘etw. anheben, beginnen’
von in wart vil rîcher sprüche enboeret Loheng
6886;
dô si die red enpôren / begunden der gemein
Ottok
65958.
17419.
– refl. ‘entstehen, aufkommen’
vil vreuden sich enporte an Elizabel der suͤzen JTit
142,1;
grôzer schal sich enpôrte Ottok
16071.
12309
2
intr., Bed. unklar:
nu was des waldes ouwe / begriffen mit unmuoze, / wan manic vogel suoze / sîn
stimme lie dâ hœren, / wan der meige enbœren / von abrellen wolte [sich
über den April erheben, ihn ablösen (?)]
Reinfr
27516
3
mit Refl.-Pron. ‘sich auflehnen, zur Wehr setzen’
etlich der kleinen dienstman, / die sich
[...] / niht getorsten [...]
offenlich enpœren Ottok
55807.
– mit präp. Erg.:
gen eẃern vinden soͤlt ir úch entpoͤrn / und die uß dem lannd stoͤren
FrSchw
3759;
lose mih uon den uianden minen [...] unde uon den
anboriden an mich lose mich [
ab insurgentibus in me libera me
]
PsTr
58,1
MWB 1 1604,45; Bearbeiter: Runow
enboren
Präp.
‘über’ (mit Dat.):
Chamille div werde [wurde bestattet] : / vil hohe
enboren der erde / bei ir templo an ein stat, / da si sich selbe legen bat En
(Fm)
9394
MWB 1 1605,33; Bearbeiter: Runow
enbraʒieren
swV.
‘jmdn. umarmen’ (aus afrz. enbracier):
si begunden in ze wunder / mit armen enbrazieren, /
höfschlîche salûieren [begrüßen]
Tr
4329
MWB 1 1605,37; Bearbeiter: Runow
enbrëchen
stV.
1 tr. ‘etw. aufbrechen’
2 intr. 2.1
‘hervorbrechen, zutage treten’
2.2
‘freikommen, sich losreißen von etw.’
2.3
‘mangeln, fehlen’ , mit Dat.d.P. 2.4 als Übers. zu lat. deficere
‘schwinden’
2.5 rechtsspr. ‘sich entlasten, der Anklage/ Verantwortung entziehen’ (s.a.
enbrësten
3 ) 3 refl. ‘sich losreißen; weggehen, entkommen’
3.1 mit präp. Erg. 3.2 mit Gen. ‘von jmdm. loskommen’
1
tr. ‘etw. aufbrechen’
die erde man da wit enbrach / mit schufeln, howen und mit spaten, / daz si
doch nindert in zu staten / vunden eines wazzers tran Pass III
663,36.
–
‘etw. losbrechen, entspringen lassen’
barmherzicheit cluge sinne / genade vnd suze minne / da mite vlizzen diese
bach [des Paradieses] / die vnz die minne selbe
enprach / vz dem lebenden brunnen Pass I/II
113,38.
–
‘jmdm. den Weg bahnen’
in sulcher forme quam darna [nach dem
Sündenfall] / die milde barmherzekeit, / als ich da vor habe
geseit, / da ir die minne ir ganc enprach Pass III
4,13
2
intr.
2.1
‘hervorbrechen, zutage treten’
mit gewalt ouch enbrach / her dan von siner tugende / zucht mit schoner
iugende Pass III
355,12
2.2
‘freikommen, sich losreißen von etw.’
dich sloge der selue ualant! / inbreche her uon der
lannin, / din leuent [Leben] were irgangin
Roth
4686
2.3
‘mangeln, fehlen’, mit Dat.d.P.:
– und Gen.d.S.:
swer die tugent wolde lazen
[...], / den liez got gnaden unprechen / da von
siner barmeherzekeit; / der hellen grunt waz in bereit
HeslApk
8644;
ja inpricht nicht deme pristir der e noch deme wysen
ratis noch den propheten rede Cranc
Jer 18,18;
wir willen wol verclagen / hîr nâch wes uns nû enbrechet Crane
767.
– und Akk.d.S.:
da von war im [Gott] nicht
enprochen [hätte er nichts entbehren müssen] ,
/ war all dw werlt zu hell [in der Hölle] beliben
Teichn
337,60.
564,1548
2.4
als Übers. zu lat. deficere
‘schwinden’
entprichet des sneyz Lybani von den steynvlinzen des ackirs [
numquid deficiet de petra agri nix Libani
] ? Cranc
Jer 18,14
2.5
rechtsspr. ‘sich entlasten, der Anklage/ Verantwortung entziehen’ (s.a.
enbrësten
3):
wer sich um einvoltigeu wunden unschuldigen will, der schol selb dritter
enprechen auf dem chreucz StRBrünn
358
3
refl. ‘sich losreißen; weggehen, entkommen’
min iuncvrowe vnd ich / vns hinnen vntbreken Segremors
20,50;
dar nach hiez er balde in vlien / vnde zv lande in wider zien /
[...] / der dyaken sich enprach / vnde quam so hin zu
lande Pass I/II
366,69
3.1
mit präp. Erg.:
von yn er aber sich enbrach, / gebet daz selbe er aber sprach
EvStPaul
4994;
so mag sich der gast enprechen / von dem rauber
Teichn
545,28.
169,31;
Pass III
569,89.
–
dirre furste here, / [...], / kume sich abe
in enbrach Elis
4279
3.2
mit Gen. ‘von jmdm. loskommen’
wie er sich enbrach der Franzoisinne, / des wil ich hie geswîgen
Tit
37,3.
–
‘sich (einer Anklage) entziehen’
dise hêrren [die Beschuldigten] mînen tôt /
[...] / haben gesworn, /
[...] / wen ich hie getriuwen hân, / der helfe
mir sie grîfen an, / unz daz sie sich enprechen / des ich hân ze in ze
sprechen UvEtzAlex
18145
MWB 1 1605,41; Bearbeiter: Runow
enbrëhen
swV.
‘aufleuchten, erstrahlen; strahlend hervortreten’
diu schœne glenzen und enprehen / sach den liehten mânen KvWTroj
8902;
man sach dâ glenzen unde enprehen / vil mangen schilt gesteinet ebd.
30796.
26246;
die oͮgen die mitt liecht enbrechent / und alle ding aͮn mittel
[unmittelbar] sechent, / die wurdend do by stunden /
dir, Jhesus guͦt, verbunden KvHelmsd
1523.
– übertr.:
sîn lop durliuhteclîche enbrehen / muoz von wâren schulden KvWAlex
10
MWB 1 1606,31; Bearbeiter: Runow
enbrennen
swV.
1 intr. 1.1
‘zu brennen anfangen, entzündet werden’ , bildl. 1.2 übertr. ‘leidenschaftlich von etw. ergriffen werden’
1.2.1 mit präp. Erg. 1.2.2 mit Gen. 2 tr. 2.1
‘etw. entzünden, in Brand setzen’
2.2 übertr. ‘jmdn. in Erregung versetzen’ (positiv wie negativ) 3 refl. ‘sich entzünden’
1
intr.
1.1
‘zu brennen anfangen, entzündet werden’, bildl.:
sprech nü ir rosefarber münt / zü mir ein lieplich, fruntlich wort, so
enbrente ich alz ein zünder! JMeissn
B1:52,18;
daz wort in ir [Maria]
entprante, / daz got vater ir dar sante HeslApk
637
1.2
übertr. ‘leidenschaftlich von etw. ergriffen werden’
1.2.1
mit präp. Erg.:
he begoz min herz so ser damide, / dat ich entbrand
an sinem vride MarlbRh
102,18;
Apollonius der guͦte / enprant an minnen gluͦte
Vät
6336.
–
swem sîn herze / gegen liebe minne enbrennet / und
doch herzelieb erkennet, / dâ tuot liebe wol und wê SM:
KvL
3: 3,2.
–
niͤ engeine creatuͥre / so entbrande van der
minnen vuͥre / als min herz MarlbRh
108,20
1.2.2
mit Gen.:
wir sint vleischlicher lieben / entprant in diner
gere, / dar umme uns gewere / dines libes sundir haz! Daniel
7545;
sie sint [...] des heren
geistes nicht entprant HeslApk
2029
2
tr.
2.1
‘etw. entzünden, in Brand setzen’
der [
ammetistôn
] brinnet êwiclîche, / wan der êrst wirt enbrant UvZLanz
(K)
4801;
die schif sie in enbranten Herb
14565.
1014;
dú lieht embranden si zehant / dú si mit in dar truͦgin
RvEWchr
18613;
daz feur wirt enprant oder prinnet, wenn man die kerzen
aufriht, und verlischt, wenne si ze tal kêrt BdN
73,9;
JPhys
27,11.
– mit Ersparung des Obj. (oder ist niht Obj.?)
‘brandschatzen’
der uns nû die Diutschen und die Bêheim bæte, / daz si niht enbranten,
unze man gesæte, / [...] / dâ von wolde ich singen
unde sagen, / und belibe der fride noch stæte Neidh
SL 28:8,2.
– bildl.:
sa wart [
ê würde v. Kraus] enbrant / von mir der Rîn mit
alle [sprichw. für etw. Unmögliches, vgl. TPMA
9,287f.
]
KLD:KvL
2:3,2;
Wartb
Rs 73,10;
der son entprante daz vur / siner gotlichen brunst, /
do got die willige gunst / uns zeigete uf der erden / daz her mensche wolde
werden HeslApk
12846.
1783;
da [bei der Menschwerdung
Gottes] wart des heiles liecht enbrant / dem menschen
Mügeln
123,8
2.2
übertr. ‘jmdn. in Erregung versetzen’ (positiv wie negativ):
he [Gott] wart dir ein druf
[Traube] van Kiperlande, / diͤ bit der vröud din
herz entbrande MarlbRh
45,2;
mit zorne wart er enprant Vät
26436;
[die Frauen] mannes muͦt und hertze enbrennen
Minneb
1352;
muoter der vil schœnen minne, / in der vinster
liuhterinne, / zünde, enbrenne mîne sinne / in der wâren minne gluot SM:
EvS
1: 20,3;
Wartb
Rs 43,10;
Seuse
303,22;
WhvÖst
9192.
– mit präp. Erg. ‘jmdn./ etw. (leidenschaftlich) zu etw. hinreißen,
mit etw. ergreifen’ (in Passivkonstr.):
die tiuschen von den worten / die wurden zallen orten
/ sêr ûf die walhe enbrennet [wurden sehr wütend auf
…]
KvWTurn
977;
zeimal wart er ein teil enprant / in im an einer
hohvart Vät
22572;
alliz daz zustorit was und forkaldit an der sele und an libe, daz
wirdit gesamenit in got und alzumale inprant an gotlicher minne Parad
113,18
3
refl. ‘sich entzünden’
ein fiur sich enbrennet [beim Jüngsten
Gericht] , daz dise werlt verendet AvaJG
17,5.
– bildl.:
ein viur hât enbrennet sich / sô sêre in mînen sinnen, /
daz sîn vil stætez brinnen / an mir niht erwinden wil RvEBarl
1664;
in der naht der sünden mîn / hât sich ein kleiner liehtes
schîn / in mînem muote enbrennet ebd.
13881.
13997
MWB 1 1606,41; Bearbeiter: Runow
enbrësten
stV.
1
‘sich losreißen, entschwinden’
1.1 mit Dat. ‘jmdm./ einer Sache entkommen, entgehen’
1.2 mit präp. Erg. 2
‘entfallen, entgleiten’ (mit Dat.d.P.) 3
‘von etw./ gegenüber jmdm. entlastet, befreit werden’
3.1 mit Dat., allg. 3.2 bes. rechtsspr. ‘sich von einer Anklage entlasten, freikommen’
3.2.1 ohne Obj. 3.2.2 mit Dat.d.P. zur Angabe des Klägers 3.3 Part.-Adj. enbrosten
‘freigesprochen, frei, entlastet von’
4 in der Verbindung eines kindes ~
‘von einem Kind entbunden werden’
5 in der Verbindung ane ein weinen ~
‘in Weinen ausbrechen’
6 mit Gen.-Obj. ‘nicht haben’
7 in unklarem Zusammenhang ( ‘abbrechen’ ?)
1
‘sich losreißen, entschwinden’
der lêrchen lôste er diu bant, / er liez sie fliegen alzehant. / dô daz
vogelîn enbrast, ez flôch dâbî ûf einen ast LBarl
3897
1.1
mit Dat. ‘jmdm./ einer Sache entkommen, entgehen’
Adam [...] wolt die sculde
wellen [abwälzen] ûf sîne gesellen, / er wânt sô
inbrâste [erg. er
] der sculde râche Gen
395;
daz sim [l. si im
] harte kûme enbrast / under des gevallen ronen ast
Parz
282,17;
nieman mohte danne / dem gâhen tôde enbresten
Wig
3724;
selbe ich im kûme enbrast Helmbr
1868;
RvEWchr
30069.
–
‘jmdn. zurücklassen, verabschieden’
mit wiu er denn enprosten / sînem eidem
wære [weshalb er seinen Schwiegersohn im Stich gelassen
hätte] ? Ottok
2070;
er [Artus] kunde wol
enbresten / ieglîchem nâch sîner werdicheit [sich von jedem mit
einer standesgemäßen Gabe verabschieden] ; / sîn guot was
dô der werlt bereit, / als man noch hiute von im seit Wig
1706
1.2
mit präp. Erg.:
[die Frau] pegünd mich an cze vallen / vor den pider
lewten allen / das ich kaum von ir enprast Teichn
632,21
2
‘entfallen, entgleiten’ (mit Dat.d.P.):
er viel daz im daz swert enbrast RvEAlex
2647;
von des grîfen valle daz kindel im enbrast Kudr
72,1.
– übertr. ‘abhanden kommen’
horn, sehen, smekchen, kosten. / im ist aller synn
enprosten, / das er nichts enpfinden chan Teichn
631,14
3
‘von etw./ gegenüber jmdm. entlastet, befreit werden’
3.1
mit Dat., allg.:
ich wære wol enbrosten / der werlt an andern dingen, /
möht ich dem hûse geringen [meinen häuslichen Pflichten gerecht
werden]
Iw
2842;
swer dir daz essen git fúr daz trinken oder daz trinken
fúr daz essen, der ist dir nith enbrosten [ist von seiner
Verpflichtung dir gegenüber nicht frei] , wen si muͦzent beide
sament sin Lucid
106,14
3.2
bes. rechtsspr. ‘sich von einer Anklage entlasten, freikommen’
3.2.1
ohne Obj.:
enbrist er aber vor reht [vor Gericht] , so
ist sein gvͦt ledik UrkCorp (WMU)
3452,43;
wirt der an gechlagt vnd enbrist ze ainem male, der sol
[...] furbaz gervwet beliben ebd.
1100A,35.
1914,13
3.2.2
mit Dat.d.P. zur Angabe des Klägers:
er sol im [dem Richter] niht antwürten ê er
jenem enpristet oder schuldic wirt SchwSp (W)
262,3.
420,3;
do si im enbrosten waren, do gerten die bruder vrtail, wan div sache
vor gerihte gehandelt wære UrkCorp (WMU)
619,1;
‘ir sît mir wol enprosten’, / sprach der herzog
Albreht Ottok
42796;
SpdtL
188,10.
– zusätzlich mit Gen.d.S. oder Obj.-Satz zur Bezeichnung (des
Gegenstands) der Anklage:
vnd enbrasten im vor gerihte die bruder aller siner ansprache mit
vrtail vnd mit volge [Zustimmung]
UrkCorp (WMU)
619,45.
475A,34;
und sol der fürsprech dem clager sîns rehten
[...] mit ainem ayde enbresten, daz er dar
umb niht wizze noch niuts dar umb gehœrt habe, dar umb man dem clager
billîche rihte SchwSp (W)
416,53;
UrkWittelsb
1,340
(a. 1281)
3.3
Part.-Adj. enbrosten
‘freigesprochen, frei, entlastet von’
so ist er enbrosten, in bezivͤge danne iener daz er daz
vih gelazzen hab ouzzerthalb der zoeune als reht ist StRAugsb
36,25;
sehs unde sibenzic pater noster dâ ist ein ieglîcher mensche mit enbrosten
PrBerth
1:255,34.
1:456,26
4
in der Verbindung eines kindes ~
‘von einem Kind entbunden werden’
scol ain wîp zwaier kinde genesen, / dâ muoz wîle
[bestimmte Geburtsstunde] under wesen. / sô si aines
kindes enpristet, / wie ob diu wîle gar erlisket, / ê daz ander werde geborn
Kchr
3621
5
in der Verbindung ane ein weinen ~
‘in Weinen ausbrechen’
dar na enbrast er an ein herzkliches weinen, und danket gote
und siner lieben muͦter ire grossen gnaden Seuse
50,15.
69,31
6
mit Gen.-Obj. ‘nicht haben’
die arm, die als lanngk sind, wann der mensch stat, das der
ennde des mittern fingers nahent zu dem knie gat, ob hallt sein fier finger
enprestent weiß nagel und waich und lieht, chunndet den pessten sin
HvHürnh
76,21.
– mit Dat.d.P. ‘fehlen, mangeln’
si wârn gerüstet wol, / als ich iuch berihten sol, / daz
in nihtes enbrast UvZLanz
8561.
4177;
swaz im dar an enbristet vnt ab get UrkCorp (WMU)
2167,43;
dem wisel ist / [...] / die bin
gehorsam [...], / wie er nicht sticht und im enbrist /
des angels [Stachel]
Mügeln
373,16;
Lanc
428,5
7
in unklarem Zusammenhang ( ‘abbrechen’?):
ain a daz wirt von im gehoͤrt. / da enbristet [
er (?)] in dem wort, / daz er spricht: ‘ich hauns
geschaft. / nuͦr daz a daz wirt verklaft. / also vil schaff ich dir da / also vil
bringen mag ain a.’ Teichn
518,90
MWB 1 1607,42; Bearbeiter: Runow
enbringen
V.
‘jmdn. aus etw. herausbringen, retten’
sî sîn betoubet oder cranc, / en sî wî nâ in sî der tôt [mag
ihnen der Tod auch noch so nahe sein] , / er [der Hl.
Adalbert] enbrenget si ûz aller nôt NvJerAdalb
233
MWB 1 1609,4; Bearbeiter: Runow
enbrinnen
stV.
1 intr. ‘in Brand geraten, zu brennen anfangen, brennen’
1.1 bildl. 1.2 übertr. ‘in Erregung geraten’
2 tr. ‘etw. entzünden, anzünden’ (hierher oder zu
enbrennen
?)
1
intr. ‘in Brand geraten, zu brennen anfangen, brennen’
daz hûs von einem winde vil balde allez enbran
NibB
2111,3;
vil zimiere ist ûf helme von mînes swertes ecke enbrunnen Tit (BH)
H 2,4;
swer in [den cristal
] heldet kein der sunnen, / daz er vil wol enbrunne / und halt dar an
ein zunder: / daz ist ein michel wunder Volmar
186;
rîch arger man der schame sich des muot enheiner tugende gert.
/ er wirt dur guot hie gotes diep, / dar umbe er dort [im Jenseits (in
der Hölle)] enbrinnet KLD:Kzl
16: 17,4;
Minneb
1957;
BdN
377,2.
–
‘heiß werden, sich erhitzen’
wan im diu galle schiere enbrinnet sô starche, daz ir diu
fiuhte niht widerstên mach Barth
128,11
1.1
bildl.:
an dem guoten man / des heilegen geistes viur enbran
RvEBarl
6726.
3023;
Îsôt was, alse ich iezuo las, / des morgens in dem touwe
/ geslichen zuo der ouwe / und was dâ von enbrunnen [erglüht, rot
geworden]
Tr
17575;
von ir beider schîne
enbran [erstrahlte] / der plân und daz gevilde
KvWTurn
732;
subst.:
der sehste nutz, der an unsers herren lîchame lît, daz ist ein entbrinnen
götlîcher minne Eckh (Pf)
377,35.
– bezogen auf die jungfräuliche Empfängnis:
von dînem [Gottes] geiste
enbran / ir [Marias] lîp wunnebære
KvWLd
1,227;
wan du genzelîch enbrunnen / wære von dem wâren sunnen,
/ der von dir ist ûz gerunnen / und uns alle erliuhtet hât SM:
EvS
1: 3,5
1.2
übertr. ‘in Erregung geraten’
sô enzündet mich ir minne, / daz ich von ir liebe enbrinne
MF:Wolfr
8: 4,9;
alrêrste enbran sîn herzegir Tr
1096;
in ungedulte gluͦte / enbrinnest du in kurtzer frist
HvNstGZ
2303;
do er von dem zorne enbran Herb
13007;
Tannh
2,75;
KvWLd
28,4
2
tr. ‘etw. entzünden, anzünden’ (hierher oder zu
enbrennen
?):
wir enprinnen diz opfer anderswa Herb
15819;
miz eín liht einer dumelen lanc. unde inbirn iz an deme
sundage unseres herren zesewen VatGeb
131
MWB 1 1609,9; Bearbeiter: Runow |