ellenthaftec
Adj.
‘kühn, entschlossen’
di dritte schrift nâch irem riz / genant ist triumphalis /
und dût werdes siges punt / den ellenthaftic mûtes vunt / erworben hât nâch êren
JvFrst
9086
MWB 1 1584,33; Bearbeiter: Diehl
ellentheit
stF.
‘Kühnheit, Entschlossenheit’
îdoch sô inwart nicht tum / von der werke vreidikeit [Übermut der
Belagerer] / zuhant der brûdre ellintheit, / dî des hûses wîldin
NvJer
12316
MWB 1 1584,37; Bearbeiter: Diehl
1ellentlich
Adj., Adv.
‘mutig, entschlossen’
die edlen und die zieren / mitt vil ellentlichen sitten / gar
frölichen ze samen ritten GTroj
10659;
daz det sin ellentlicher muͦt Elis
3227.
– präd.:
sin kobertüre dü waz rich, / selbe waz er ellentlich
GTroj
8316.
– adv.:
daz sy mitt wigenlicher craft / erre und ritterschaft /
gerüchend ellentlich bejagen / und an trüwen nitt verzagen GTroj
13375;
daz ich hie altersaine / muͦz vehten ellentlich
WhvÖst
3689;
dô irhûbin sî ouch sich / kegn den vîendin ellintlîch / und trâfin zusamin /
mit in NvJer
8416
MWB 1 1584,41; Bearbeiter: Diehl
2ellentlich
Adj., Adv.
zu
ellende
stN.
‘bedauernswert, jammervoll’
diz bouch uiench ane mit ainir chunichlicken mandunge. iz
endet sich mit aineme ellentlichen âmere TrudHL
145,8;
o allersuͤzste, ellentliche, / wiͤ siͤn ich dich
[Christus] sus jemerliche / gebunden ind gevangen!
MarlbRh
25,29;
nieman gesach von wibe / so ellentliche blicke / als si an in
tet dicke WhvÖst
18453;
gott gar ferre ist von ir / geflochen mit sines hertzen gir / und hat sÿ
ellentlich gelaͮssen, / ain witwen gar verwassen KvHelmsd
4689;
dar vmb gieng er ellentleich sauͤftzend chlagend vnd wainend GestRom
170
MWB 1 1584,52; Bearbeiter: Diehl
ellentrîche
Adj.
‘mutig, kühn’ (vgl.
ellensrîche
):
sie truogen ellentrîchen muot, / die ellenthaften helde guot
/ sach man schône zogende varn RvEAlex
12215;
die Persen und Mêdî / kâmen ouch mit kreften dar / mit manger
ellentrîcher schar ebd.
12500;
er gab und gab und gab et dar / mit ellentrîchen handen. / ez
wart in Engellanden / sô kürlich ritter nie geborn KvWTurn
87.
147;
KvWTroj
12320;
und sag mir, tegen ellentrich, / wa du suss habest gesumptt
dich? GTroj
5321;
KvWTroj
12183;
das si dem ellent richen / mit flúthen muͤsent wichen
RvEWchr
11302;
ErnstB (W)
1726
MWB 1 1585,1; Bearbeiter: Diehl
ellentuom
stMN.
‘Fremde’ (geläufiger ahd., vgl. AWB 3,262f.):
si [Josephs Brüder in
Ägypten] wâren in ellentuome Gen
2176;
dar nach fuͦr er [Christus]
zehimele unte leitte die menniskeit in ellenttuͦm JPhys
26,19
MWB 1 1585,13; Bearbeiter: Diehl
ellenunge
stF.
‘Übereifer’
ích hábe gisúndôt in nîde, [...], in ellinunge, in
áller bittirgheite BambGlB
144,9
MWB 1 1585,18; Bearbeiter: Diehl
ellenvëhte
swM.
‘mutiger Kämpfer’
er ist unter gattelingen gar ein ellenfechte Neidh (S)
2,187 c100:7,7
MWB 1 1585,21; Bearbeiter: Diehl
ellich
Adj., Adv.
→
allich
MWB 1 1585,23;
ellicheit
stF.
→
allecheit
MWB 1 1585,24;
ëllinsîn
Adj.
zu ahd. illintisin (vgl. – auch zur Sache – AWB 4,1488).
‘vom Iltis, iltisartig’ (zu
iêna
, vgl. auch
ëlnte
):
hieninum: ellinsin VocBV926
3:626,45
MWB 1 1585,25; Bearbeiter: Diehl
ëlm, ëlmene
F.
‘Ulme’ (vgl. Marzell 4,901ff.):
vlmus: ilmene VocBV947
3:546,4;
ulmus: ilme Volucr (L)
173
MWB 1 1585,29; Bearbeiter: Diehl
ëlmboum
stM.
‘Ulme’
ulmus: elmboͮm SummHeinr
1:179,128;
VocBV926
3:40,52;
ulmus haizt ain ulmpaum oder ain ilmpaum. der hât die art,
sam Isidorus spricht, daz er gar gern grüenet BdN
353,26
MWB 1 1585,32; Bearbeiter: Diehl
ëlmene
F.
→
ëlm
MWB 1 1585,37;
elmëʒ
stN.
→
ellenmëʒ
MWB 1 1585,38;
elne, elle
stswF.
auch elen, elin.
‘Elle’
1 Unterarmknochen (nur i.d. Glossenüberlieferung in dieser Bedeutung, vgl. Stackmann, FrlBilanz., S. 55ff. und AWB 3,263f.) 2 meist übertr. 2.1 als Messgerät 2.2 als Maßeinheit
1
Unterarmknochen (nur i.d. Glossenüberlieferung in dieser Bedeutung, vgl.
Stackmann, FrlBilanz., S. 55ff. und AWB 3,263f.):
cubitus elin a cubando SummHeinr
1:129,185
u.ö.
2
meist übertr.
2.1
als Messgerät:
ouch sint des bischofs [...] alle wage, mazze,
elne und gelœte RbBasel
3,1;
guet, das man mit der elin snidit UrkBresl
115
(a. 1327).
– in der Wendung bî/ mit der ellen
‘in kleineren Mengen’
daz niemen kain gewant sniden sol bi der ellen mit in
[den Augsburger Bürgern] wan der ze gademe
oder ze offem kaelr stat StRAugsb
41,12;
di div selben tuͦch wurchent, di mvgen si verchovffen bi dem loden
[per Ballen] oder bi der ellen UrkCorp
(WMU)
614A,34;
versneiden bei der ellen DRW
2,1515
(Carinthia; a. 1346);
deheine tuͦch mitt der ellen verchovffen UrkCorp (WMU)
614A,30.
–
wo ein mensch mit unrechten meczen und unrechter ellen wegriffen wiert
StRBrünn
362;
si enbreche unde velle / mit tugentlicher elle / allerhande sunden
bant MarLegPass
23,166
2.2
als Maßeinheit:
– überw. in Verbindung mit Numeralia:
vnd mugent haben zwen besclozen rokke bairisches
tvohes, aso daz div elle geste zehen phennige SpitEich
6,6;
anderhalb hvndert eln grawis tvchiz
UrbBayÄ
19;
vier vnde zwiencich ellene lange Roth
657;
die sint nith wen zwegir elin lanc
Lucid
21,14;
auch was das roß durch die rippe geschroten wol
einer elen lang Lanc
475,5;
mit klainen läuten, die sint kaum ainer eln lang und
haizent pigmêi BdN
192,2;
der flammen schur er uß dem oven sante / lang vierzig
eln Mügeln
246,10.
– in Verbindung mit Raumadj. auf dem Weg zur Lexikalisierung (vgl.
ellenlanc
):
sîn antlütze was wol ellen breit Iw
437;
Wig
5030;
Wate der alte [...] / mit schînenden ougen,
mit ellenbreitem barte Kudr
1508,3;
sin stil ist wol ellen lanch SalArz
85,53;
GTroj
15978;
Er
5513;
ellen tief in einer molte JTit
2170,3;
elen weit was im sein har Neidh (S)
2,6 c1:4,9
MWB 1 1585,39; Bearbeiter: Diehl
ëlnte
F.
in direkter Übersetzung ‘Hyäne’ (vgl.
iêna
), aber auch als ‘Iltis’ aufgefasst (vgl. AWB 4,1488):
hiena: elnte Volucr (L)
65;
hiena: elentes VocBV342
3:36,5.
– als pseudoetymologische Entstellung hierher wohl auch:
hiena: elintesel VocBV927
3:355,33
MWB 1 1586,15; Bearbeiter: Diehl
elojieren
swV.
‘Gold mit einem geringerwertigen Metall mischen’ (aus afrz. aloier,
mnl. aloyeren, alogieren):
ingein broder in sal ingeme joden gult birnen noch slan noch schickin noch
elogigeren noch over golt silver schaven UrkKölnZunft
1:73,13
(Anfang 14. Jh.)
MWB 1 1586,21; Bearbeiter: Diehl
êlôs
Adj.
‘außerhalb des Gesetzes stehend’, oft in Verbindung mit rëhtlôs
(vgl.
ehtlôs
):
qui fuit exlex, quod vulgariter dicitur elôsh UrkWürtt
1,272
(a. 1054);
also swer es breche, das der si meineide, rechtlos, elos, eron vnd seildon ane
UrkCorp (WMU)
151,3;
alle die unêlîche geborn sint oder die sich êlôs gemachet
habent an ir reht mit untât SpdtL
138,23;
der selbe belîbet êlôs unde rehtlôs ebd.
203,6;
ze banne getuon unde dar nâch in die âhte tuon unde dar nâch êlôs unde
rehtelôs sagen und dar nâch den lîp nemen PrBerth
1:364,11
MWB 1 1586,27; Bearbeiter: Diehl
elre
swF.
→
erle
MWB 1 1586,38;
els
swF.
→
erle
MWB 1 1586,39;
elseʒʒer
stM.
‘Wein aus dem Elsass’
von welischem wine, elsezzer, neckerwin oder byer
WüP
14,1.
14,4
MWB 1 1586,40; Bearbeiter: Diehl
elster
stF.
→
agelster
MWB 1 1586,42;
elte
stF.
‘Alter’
die gotes muͦre zimberte er wider / vnd der stete die geuallen
nider / waren von des fivers kraft / und uon der elte Albert
359;
wande aber nv der briefe eiltvͥ dv́ schrift, dv́ dar stat, verboͤst, da von
sint disiv selben reht an disen nv́wen brief geschriben UrkCorp (WMU)
1797AB,3;
anilitas altin ab anu dicta SummHeinr
2:8,163
MWB 1 1586,43; Bearbeiter: Diehl
elten
swV.
→
alten
MWB 1 1586,50; |