erende
stN.
→
ârant
stM.
MWB 1 1860,35;
er|enden
swV.
‘etw. zu Ende bringen, aushalten’
so muͦss denn die lút wundren, so si sehent daz gaischlich lút so vil arbaiten
mugent und geliden an dem libe, wie si daz erenden mugent; so wissent sú niht daz
got ze aller zit in ir hertzen brinnet PrGeorg
25,30
MWB 1 1860,36; Bearbeiter: Tao
êrendiep
stM.
‘Ehrenräuber’
her loterritter, [...] ir eren dieb, / schande ist
uch lieb, / ir zuchte dieb, ich wil uch dieben gelichen Meissner
20:2,12;
der pfennink ist ein eren diep, / [...] er kan ere
rouben unde steln, / unt krenken manigen man. / swer in da hat mit sünden liep, /
den vueret er in die helle Damen
4,8;
vgl.
die lôser sint den hêrren liep, / doch stelent s’ ir êre als ein diep
Freid
49,23;
ein Adam habe sîn Êven liep / unt doch sô liep, daz Êve iht werde sîner êren
diep: / ez mac sich lîhte gevüegen, daz man vrôn Êven manne sprichet ‘phî!’
RvZw
101,5
MWB 1 1860,42; Bearbeiter: Tao
êrengërnde
Part.-Adj.
→
êregërnde
MWB 1 1860,54;
êrengir
Adj.
auch êregir.
‘nach êre begierig, strebend’.
– attr.:
der êregire Tristan Tr
5001;
das man sal syn gar erin gir / und dair an haben keinen
vir [man damit nicht zögern soll]
MinneR 481
627.
– subst.:
unz daz er [Riwalin] aber einer vart
/ durch banekîe in eine wart / und er sich aber ûz reite / mit grôzer rîcheite, /
alsô der êrengire tuot Tr
415;
sluoc der herzoge Samsôn / einen heiden, [...] daz
der selbe êren gîre / des slages wart vil ungemuot StrKarl
6156
MWB 1 1860,55; Bearbeiter: Tao
êrengîtec
Adj.
→
êregîtec
MWB 1 1861,1;
êrengrüeʒec
Adj.
‘durch Gruß Ehre erweisend’
er [der König] süenet unde vridet
[...]. / sîn herze unt ouch sîn muot sint selten
müezec, / sîn munt ist zallen zîten êrengrüezec RvZw
148,8
MWB 1 1861,2; Bearbeiter: Tao
êrenheie
swM.
‘jmd., der die êre hegt und pflegt’
in hât gekrœnet fürsten art, / des milten Fruotes tugende sind an in gespart;
/ in hât gekrœnet Salomôn der wîse, / in hât gekrœnet der vil tugende ê des pflac, /
Artûs, der werde leie. / der drîer lop treit âne scharte unt âne krac / Watzlab, der
êren heie – / daz ist der die krône in Bêheim lande hât Sigeher
8,10
MWB 1 1861,6; Bearbeiter: Tao
êrenhort
stM.
umschreibend für den Inbegriff der êre:
Marîâ [...] dû êren hort, got selbe dich êrte / dô er
ze dir nâch sîner menscheit kêrte Helbl
11,61.
– für Sieg beim Kampf:
daz si nâch êren hort / gestriten heten sêre Bit
12418
MWB 1 1861,14; Bearbeiter: Tao
êrenhüetære
stM.
‘Hüter der êre
’
swâ ein muotmacherinne / und ein êren hüetære / sich mit gelîchem sinne /
gereht vereinent, daz sint liebiu mære Hadam
298,2
MWB 1 1861,19; Bearbeiter: Tao
êrenhüge
stF.
‘respektvolles Erinnern’
er süenet unde vridet unt ist bî liuten wol in êren hüge RvZw
148,6
MWB 1 1861,23; Bearbeiter: Tao
êrenhûsgerüste
stN.
‘Hausgerät, das zur Ehre gereicht’, bildl.:
diu vrouwe min / ist ein erenhusgerüste, / mines herzen muot gelüste / hat mir
got an ir gegeben NeunMänner
A:1,5
MWB 1 1861,26; Bearbeiter: Tao
êrenkempfe
swM.
‘jmd., der nach êre strebt’
her [Markgraf von Brandenburg Otto V.] eren kempfe
unvurzaget, der zucht unde der truwen leitestab in rechter vuͦre Meissner
17:8,4;
erren kampffe, gefürster lib, /
soltu [Paris] nun all hie genessen, / daz müss von
diner manhaitt wesen! GTroj
6676
(vgl. der êren kempfe
8320.
9798.
10675)
MWB 1 1861,30; Bearbeiter: Tao
êrenkleit
stN.
‘Gewand, mit dem jmd. geehrt, ausgezeichnet wird’, meist bildl.:
dîn frône almehtekeit, / starkiu wort mit êweclicher stæte, /
barc sich in êren cleit, / daz wol zierent reiner tugent næte KvWLd
1,179;
ob mir din helfe stiure birt, / [...] so schir
[schneide] ich tumber Cuonrad / ab einvaltigem sinne
/ die rede uz der ich spinne / dir ein richez erenkleit KvWGS
893;
zuht ist ein süeze êrenkleit, / wan ez diu Tugent selbe sneit / weder ze lanc
noch ze wît. / wan man da vor noch sît / nie kleit sach sô wol gestalt Georg
5825;
tugent, guͦte site, zwei eren kleit, / hie an geleit, / machent dich himel
erben Meissner
4:7,15;
als er [der irdische Leib] uns hie ein härsenier
gewesen ist swærer unde versmæhter, daz er uns dort alsô werde ein hôhe êrenkleit
unde ein kristallîn venster DvASchr
381,18;
DvAOff
25;
Damen
3,9;
JTit
4162,4.
–
sô wol dir, hôchgeloptez adel, [...]
du bist ein hôh gewürhter wadel, / mit dem man sich vor laster nert. / du
unversnitenz êrenkleit, / du tugentrîcher schatz KLD:Kzl
16: 1,7;
wip, eren kleit, / din wirde ist breit, / wip, engeles genoz
Frl
8:20,19;
wîp, hôher fröuden êrenkleit / und aller sælekeit ein stam, wîbes lîp und
wîbes nam / wart nie mit êren überzilt Reinfr
10958
MWB 1 1861,37; Bearbeiter: Tao
êrenknolle
swM.
Spottname für einen Sänger:
ich weiz noch zwên ungefüeg, / den Argenhaz, den Lasterrüeg. / und der
Êrenknolle, / wînes der volle! / sin wîp diu Êrenknollin / trinket vil in gotes minn
Helbl
2,1373
MWB 1 1861,62; Bearbeiter: Tao
êrenknollin
stF.
‘Frau des êrenknollen
’
Helbl
2,1375
MWB 1 1862,3; Bearbeiter: Tao
êrenkranz
stM.
‘(Blumen-)Kranz als Kopfschmuck’
was nie von [seit] siner jugent /
hat gehoͤrt was tugent si, / ist daz disem eren crantz bi, / ez muͦz dest werder
wesen, / kan ez mit sin in hertzen lesen / die kostrichen buͦchstaben / die uf dem
krantz warn erhaben WhvÖst
13916.
13991.
14011;
(im Vergleich:)
sîn hant in [den Drachen] werdeclîchen sluoc: / daz
houbet als ein êren kranz / gerœset er von dannen truoc Virg
176,12;
ey, hertzen trut gepriset! / du bluͦm in eren crantz! / du
lieht in tugenden glantz! WhvÖst
7061.
– bildl. umschreibend für êre:
bring ich den schilt sus hinnen ganz, / sô vliust der hof sîn êrenkranz
Georg
1698.
– auszeichnend von einer Person:
des wart der Grahardois unvreudebære, / ob sus von sinen handen der minne
solch erenkranz [gemeint: der im Kampf besiegte Theserat]
verderbet wære JTit
1327,4
MWB 1 1862,5; Bearbeiter: Tao
êrenkreftec
Adj.
‘zu kraftvoller Wahrung der êre imstande’ (FrlWB, S. 88):
die sullen sich hie neigen, / wil ieman erenkreftig / sich niden lazen sin
Frl
12:6,17
MWB 1 1862,23; Bearbeiter: Tao
êrenkrône
F.
1
‘Siegeskranz’
2
‘Krone der Herrlichkeit’ , bildl. von Gott gesagt
1
‘Siegeskranz’
wan da niht streites ist, da ist ovch niht siges, da ist ovch
niht des siges ern chron DvAPatern
317;
oder er setzet sich ze wer wider die svnde mit aller siner
chraft, vnd div chraft ist der sele tvgent, vnd der
sich [Sieg] der sel ern chron ebd.
315
2
‘Krone der Herrlichkeit’, bildl. von Gott gesagt:
an deme tage wirt der herre der engil eyne erencrone und eyn
wunnenzepil [
corona gloriæ et sertum exsultationis
] den obirblewenen sines volkis Cranc
Jes 28,5
MWB 1 1862,27; Bearbeiter: Tao
êrenlôs
Adj.
→
êrelôs
MWB 1 1862,37;
êrenprîs
stM.
‘Ruhm, Lobpreis’
ir lob truc eren pris Vät
38189;
nu dar, vrau Aventuͤr! / gebt sinne, lere, stuͤr, / wie ich
den claren jungen / nu mit getihtes zungen / nach ritterschaft gewis, / da von er
eren pris / gewinnen muͤge tuͤr! WhvÖst
13590;
vernemet hie zu dute [...] von einer
sul, was guldin, / gemachet groz unde fin, / zu eren prise irkant / dem kunge hie
vorgenant Daniel
1169
(vgl. Dn 3,1)
MWB 1 1862,38; Bearbeiter: Tao
êrenrîche
Adj.
1
‘hoch angesehen, ruhmreich’ (von 2 nicht immer scharf zu trennen) 2
‘ehrenhaft, tugendhaft’ ; von Personen 3
‘glorreich, herrlich’
1
‘hoch angesehen, ruhmreich’ (von 2 nicht immer scharf zu
trennen):
der êrenrîche Marke HvFreibTr
2453.
6421.
Kreuzf
27;
Cranc
Jes 13,19.
– subst.:
dorauf [auf das Pferd] do sas der erentreich
[Eckenot] , / er kert gegen her Ditereich
EckenlE7
284,4;
ich wil vor dir geen und di erenrichen der erden wil ich nidirn [
gloriosos terrae humiliabo
]
Cranc
Jes 45,2;
sy werden sehen dy heiden dinen gerechten und alle konige
dinen erenrichen [
inclitum tuum
]
ebd.
Jes 62,2
2
‘ehrenhaft, tugendhaft’; von Personen:
der nimmer tugent noch êre begât, / daz der an guote rîchet, unt daz der
êrenrîch wirt guotes bar. / solt ich in beiden teilen guot, / ich rîchte den
êrenrîchen, der sich vor schanden hât behuot RvZw
163,3. 5;
von Brandenburc margrabe Otte, [...] der ist so eren
riche, / daz ich in zuͦ dem tugenden brunnen wol mit eren geliche Meissner
17:9,9;
disú wort sprichit dú erenriche Maria PrGeorg
153,4 App.;
der süeze, valsches vrîe, / der êrenrîche Tristan
HvFreibTr
5487;
frow raine, gütt, gemaitt, / [...]
erren riche frowe min GTroj
11658;
ach ern richer wips näm, / wie mag dich einer verklagen / der
by allen sinen tagen / dir willeclich gedient hät MinneR 37
209.
– von Lebensführung, Verhalten:
ir wol êrenrîchez leben, / diech dâ minne und mîden muoz, / hât mir sorgen
vil gegeben, / der mir niemer wirdet buoz KLD:RvR
15:3,1;
wie listlich waz ir angesicht, / und sye mit eren richer
pflicht / ir zyt hie haut also vertriben / das sye ist beliben / mit werdem lob
oͮn alles mail MinneR 37
44
3
‘glorreich, herrlich’
ist iz das du [...] nennyst den
sunnabent eynen zarten heiligen und einen erentrichen [
gloriosum
] tag des herren und erest en Cranc
Jes 58,13
u.ö.;
di ‘zesem’ ist der beste teil / des lônes den im
[Jesus Christus] gab ze heil / got vater nâch der
menscheit / in êrenrîcher wirdikeit / aller kreatûren oben JvFrst
5318.
– vom Vogelgefieder ‘prächtig, stattlich’, hier in der geblümten
Beschreibung der Schönheit der Geliebten, die galander (Lerche)
heißt:
solt ich ir lob [l.
lib?] und ir gelider, / ir lobes erenriches gevider
/ mit worten gar behullen Minneb
3442
MWB 1 1862,47; Bearbeiter: Tao
êrenroup
stM.
‘Ehrabschneidung’
aber alle ander minnerin hein suͤssú wort und bitern lon, ire
herzen sint dez todes seginan, ire hend sint isenhalten, ire red gesuͤstú gift, ire
kurzwile erenrob Seuse
14,1
MWB 1 1863,27; Bearbeiter: Tao
êrensælic
Adj.
‘mit êre gesegnet’
swer êren sælic welle sîn / und rîche an hôhem muote, / der sol mit riuwen
guotiu wîp / reht minnen als sîn selbes lîp UvLFrd
423,21
MWB 1 1863,32; Bearbeiter: Tao
êrenschapël
stN.
‘Krone der Herrlichkeit’
und du wirdist eyn erenscheppil [
corona gloriae
] in der hant des herren und eyne crone des richis in der hant unsis
gotis Cranc
Jes 62,3
MWB 1 1863,36; Bearbeiter: Tao |