e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ecke, egge
stswF., stN. (z.B.
HvNstAp
19570
s.u. 3 und
HvNstGZ
131
), eck
stN.
(stM. WeistÖ s.u. 2.1)
Aufgrund der Vieldeutigkeit des Wortes bleibt die Zuordnung und Deutung
zahlreicher Belege diskussionsbedürftig (vgl.
1.2
,
2.3
,
3
,
4.2
).
1
‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1 häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den
Epitheta → scharpf und
brûn
; vgl. aber auch 2.2 ) 1.2 hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von
crepido ) oder zu 2.1
‘Ecke’
2 spitzer/ hervorstehender Teil von etw. 2.1
‘Ecke’ , aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
2.2
‘Spitze’
2.3
‘Gipfel’ , übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
2.4 hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
3 zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und
2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId 1,156f.]) 4 in Wendungen 4.1
an allen ecken
‘überall’
4.2
über ecke(n) : unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras.
‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke
[erst frnhd.] gesichert) 4.2.1 bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB
61 und Seelbach, Helmbr., S. 74) 4.2.2 im Helmbr wohl ‘querfeldein’
1
‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1
häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den
Epitheta → scharpf und →
brûn
; vgl. aber auch 2.2):
speres ort, swert bare / wurden da gevrbort, / daz in
beide ecke vnd ort, / [...], / entweder in dem libe
blieben / oder, [...], / des mannes lip namen /
Herb
6702;
Wig
7356;
einen gêr vil scharpfen, [...] /
der ze sînen ecken harte vreislîchen sneit NibB
440,4;
Rol
3310;
Er
9259.
– auch für das ganze Schwert:
dô griffen di recken / zô den scarfin ecken / und
vohten mit nîde SAlex
3273
1.2
hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von
crepido) oder zu 2.1
‘Ecke’
die tavel [der Tafelrunde]
houbt noch ende / hât nicht weder hie noch dort, / nindert ecke noch kein
ort [nirgendwo Seitenkanten (?) noch Ecken]
HvFreibTr
1342;
der tigel hat dri ecke, / die gar ein
fletze [Boden] han [die Öffnung ist
ein gleichseitiges Dreieck]
Mügeln
343,1;
umbe den wurf der sorgen / wart getoppelt [
‘gewürfelt’ oder ‘ein Pasch geworfen’ (Bartsch/ Marti, Parz.
u. Tit. z.St.)] , do er den grâl vant, / mit sînen ougen, âne
hant / und âne würfels ecke Parz
248,13
(würfels ecke pars pro toto [Bartsch/ Marti, Parz. u.
Tit. z.St.]; vgl. das frnhd. Kompositum eckenwürfel [Tauber,
Würfelspiel, S. 75];
s.u.
2.3
)
2
spitzer/ hervorstehender Teil von etw.
2.1
‘Ecke’, aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
wüehse das spitze egge, dâ das A stêt, êweklich, es enwurde niemer alsô
grôs als das stumpfe egge, das hinder im stât dâ das B stât, wand dis wêre
allezît spiz wie sêre es wüehse unde genes stumpf Vorsmak
1,445;
KvMSph
13,2;
ain ekke der gruntueste daz ist diu diemuͦt die wir habin
sulen umbe den lîp TrudHL
49,17;
RvEWchr
1282;
di sewl hette acht ecken HvNstAp
12000.
18000;
HvNstGZ
131.
– z.T. übertr. Teil eines Raumes/ Gebietes (auch mit dem Nebensinn der
Abgeschiedenheit) :
dâ het er bî im einen kruoc, / den er von ecken ze ecken truoc / in
der zelle hin und her Renner
22920;
da saß einer in eym eck, der het gesellenn nit Alph
306;
dô er die schrift gelas in einer ecken Wartb
Rs 16,6;
Lanc
235,9;
vnd in ainem ekk der stat was gepawn der turn, der hies Babel
Schachzb
113,37;
[des Erzbischofs Holz] des 7 eck
sind [sieben turnusmäßig wechselnde Waldgebiete zum
Holzschlag] , daz churtz eck,
[...], Haimbuͦchech
[...] daz si ie zuͦ dem jar einen ekk abnemen
WeistÖ
9,384 Anm.
(a. 1331).
–
‘Straßenecke’ (?):
her Eberhart der schvlthaiz von Rotwil, [...]
her Hainrich der wirt ander egge UrkCorp
N178,19
2.2
‘Spitze’
sumeliche namen [...] krumme isen /
[...] / in sinen lib si slugen / die scharfe ecken
überal Pass III
122,69.
– im Ggs. zu snîde:
jglicher sin swert gewan / von der scheiden; mit nijde / das eck vnd
die snijde / jglicher sinem gesellen bot Krone
15512
2.3
‘Gipfel’, übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
da im sin [des Berges Oreb
] egge allir nehste lag, / da nieman ufe weidennes pflag / durh
der wilde ungeleginheit; / [...] / er
[Moses] treip zuͦ dem berge dar / nahir
RvEWchr
9398.
– höchster Stand des Schicksalsrades:
wene daz geding in eren gatt / und an der höchsten
egken stat, / daz ist uns dik worden kund, / es weltzett gern hin in den
grund GTroj
24774.
– hierher (?) ‘höchste Punktzahl der ougen auf den Würfeln
bei einem Wurf, der höchste Wurf (bei mehreren mögl. Würfen)’
ir [Frau Minne] habt mir
mangel vor gezilt / und mîner ougen ecke alsô verspilt / daz ich iu niht
getrûwen mac Parz
292,10
(andere Deutungen zu 292,10: ecke als
‘Würfelspiel’ [BMZ 2,2:507b,34ff.] und ‘Wurf’ [Bartsch/
Marti, Parz. u. Tit. z. St.]).
–
‘höchste Punktzahl, gewinnender Punktestand’ vielleicht auch
Parz
248,13;
(s.o. 1.2), dann etwa ‘‘ohne dass jmd. (die) Würfel in
die Hand genommen hätte und ohne einen guten Wurf’’)
2.4
hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
zwêne man sint nû dâ / an eine tür gegangen / und tragent
eine stangen / alles twerches [quer] vor in / und
koment doch nimmer dar in, / si kêren danne ein ecke für SpdtL
106,22;
sînen tribelwegge [des Böttchers Schlegel
(euphemistisch)] den nam si in die hant / mit sîner slehten
egge KLD:GvN
39: 4,3;
die vier ecke an deme crúce betútent die geloͮbe vnde die
zuͦuersiht vnde die ware minne vnde verendunge guͦter werke Lucid
112,10
3
zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und
2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und
Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId
1,156f.]):
den steik hin bis an daz ekke der wuesthub UrkCorp (WMU)
462,4;
ein acher an Sêhaltv̂n, ligent an dem velde vnd an der egge ze Horgen ebd.
395,27;
zwo hvͦbe am langen ekke ebd.
2328A,16;
von sime guͦte, daz da lit an Buͦcholter egge ebd.
1120,29,22
u.ö.;
mir ist der tewrist man erslagen /
[...] / das det ain ungetrewer man: / er habt auff dem
ecke dort HvNstAp
19570
4
in Wendungen
4.1
an allen ecken
‘überall’
vnd swer vnreht wirbit / ane libe an sele stirbit / vnselic an allen eggen
Martina
108,29
4.2
über ecke(n): unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras.
‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke
[erst frnhd.] gesichert)
4.2.1
bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB
61 und Seelbach, Helmbr., S. 74):
wol gezieret stât diu grüene heide: / daz loub uber
eggen / kiuset man bî den tolden wunneklîche SM:Go
3: 1,2;
jârlang gruonet loup über egge / vil schône ze walde
ebd.
2a: 3,1
4.2.2
im Helmbr wohl ‘querfeldein’
über velt [La. vber ecke
] wil ich draven / âne angest mînes verhes / und alle welt
dwerhes Helmbr
416;
ez müezen rinder vor mir lüen / die ich über ecke trîbe ebd.
367;
daz ich niht ensnurre / mit den andern über ecke / und die gebûren
durch die hecke / niht enfüere bî dem hâre, / daz ist mir leit zewâre ebd.
371
(vgl. auch ‘kreuz und quer’ [2DWB 7:45,45], ‘hin und
her’ [Seelbach, Helmbr., S. 74], ‘beiseite, davon’ [Lambel,
Helmbr. Anm.z. St., so auch Übers. Tschirch])
MWB 1 1484,12; Bearbeiterin: Baumgarte
eckeht
Adj.
1
‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1 ) 2
‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2 )
1
‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1):
die stain ir gestalt in der erden nemen nâch der stete
schickung, [...], sei aber diu stat ekkot, sô werd der
stain auch ekkot BdN
427,24.
428,1;
doch ist daz gersten korn / alumme eckecht, unde vorn / spitz
Daniel
2320;
die wunden waren vrisch und bluͦtig, und etlich waren sinwel
und etlich eggeht Seuse
199,5
2
‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2):
ez ist ein eckechter grat [Fischgräte] , / o we, der
sich leit entwer / als man in wil slinden! Pass III
673,68
MWB 1 1486,10; Bearbeiterin: Baumgarte
eckehûs
stN.
‘Eckhaus’
swer von des Schoͤnnecgaeris eckehaus untz an daz Taltor uf dem marcte lat
[...] mist oder holtz ligen StRMünch
278,12;
einen rechten myst an eyme eckehuͤse Pilgerf
10800
MWB 1 1486,20; Bearbeiterin: Baumgarte
eckel
stM.
‘Stahl’
nâch lêr der meister wîsen / wart er [der
Rammbock] beslagen mit îsen / und an dem orte über al / mit
wehsem [scharfem] eckel unde stâl Ottok
31185;
von dem hvndert echkels V pfenn[ing] UrbBayJ
480;
wann man das wasser auf silber geusset, / so wirt es hertter an der frist /
dann stachl oder ekchel ist Seifrit
4974;
ErnstB
3676;
Teichn
10,91.
– auch für das Schwert:
dâ liezen sie vil drâte / die liehten ekkel schînen. / den künic mit den sînen
/ valten sie mit swerten ErnstB
3443
MWB 1 1486,25; Bearbeiterin: Baumgarte
eckelîn
stN.
Dimin. zu
ecke
1
‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1 ) 2
‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4 ) 3 Geländemerkmal (vgl. ecke 3 )
1
‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1):
von dem schrenken komen ungleicheu und schilhendeu winkelein
oder eklein [
angulos impares et obliquos
]
KvMSph
29,9.
51,28
2
‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4):
und sament sich alliu eklein des widerprechends in ain dicke
des scheins zuo ainem stuck ains kraizes BdN
98,20
3
Geländemerkmal (vgl. ecke 3):
von sime guͦte, daz da lit hinder dem egglin UrkCorp (WMU)
1120,26
MWB 1 1486,36; Bearbeiterin: Baumgarte
eckeln
swV.
‘stählen’
er meint sîn zunge. nû hüet iu / vor dem swert
[...] / daz gehertet und geeckelt ist / mit valscheit
und mit untriwen Ottok
77083
MWB 1 1486,46; Bearbeiterin: Baumgarte
1ecken
swV.
eine Reihe (z.T. okkasioneller?) verbaler Ableitungen zu →
ecke
1 zu ecke 1.2
‘schärfen’
2 zu ecke 2
2.1
‘eckig machen’ (vgl. ecke 2.1 ) 2.2
‘jmdn. mit etw. Spitzem verletzen’ (vgl. ecke 2.2 )
1
zu ecke 1.2
‘schärfen’
keiner hande ecken / kan si [die Sinne] so scharf
gesliͤfen / daz si da icht begriͤfen / waz mugen ader inphaen, / sint sich di sinne
nahen / czu im [Christus] nicht mugn gemachen
TvKulm
5088
2
zu ecke 2
2.1
‘eckig machen’ (vgl. ecke 2.1):
wanne under allen leiben, [...]
ist die sinbel form aller uͤmbgreiffigst, als du maht versuchen an ainem
wehseinem vazz, daz von ersten sinbel ist, ob du ez darnach ekest
KvMSph
12,18
2.2
‘jmdn. mit etw. Spitzem verletzen’ (vgl. ecke 2.2):
do wart her [Christus] geecket
an vumf hu [Hieben (5 Wunden Christi, vgl. Gl.z.St.)]
Brun
1257
MWB 1 1486,49; Bearbeiterin: Baumgarte
2ecken
swV.
zu ecke 1 (Schärfe) oder von anderer Herkunft? (vgl. 2DWB
7:48,70ff.
2ecken).
‘stinken, unangenehm (beißend, scharf ?) riechen’
er hât ouch zwâr eins gîres muot, / dem der smac sô sanfte tuot, / der von den
fûlen âsen ecket, / daz er in harte verre smecket LvRegSyon
2314.
– wohl hierher (es geht um einen Backenzahn) oder ‘eckig oder spitz
hervorstehen’ (
1ecken):
owe, truter man, / dir ecket lasterlich ein zan, / des dich nieman mac erliden
Zahn
64
MWB 1 1486,63; Bearbeiterin: Baumgarte
ecker, ecker(e)n
stM.
→
ackeram
MWB 1 1487,9;
eckerich
N.
→
ackerach
MWB 1 1487,10;
eckerlîn
stN.
→
äckerlîn
MWB 1 1487,11;
eckern
swV.
‘(Schweine) zur Mast mit Eicheln und Bucheckern in die Wälder treiben’ (vgl.
ackeram):
das ein iegelicher [...] burger oder inwoner zuͦ
Sletzstatt die swine [...] mag slahen und eckeran
StRSchlettst
7
MWB 1 1487,12; Bearbeiterin: Baumgarte
eckestein
stM.
‘Eckstein’ (kantig gearbeiteter Stein für Gebäude- und Mauerecken, mit
stützender oder strukturgebender Funktion):
unt mûrit danne dar ûf. dar zû hôrit danne mortere unt
vullesteine unt ekkesteine PrMd (J)
352,17;
HvNstAp
11987.
– übers. biblisches caput anguli und lapis angularis (vgl.
Ps 117,22; Is 28,16; Mt 21,42; Eph 2,20; I Pt 2, 4.8) bzw. nimmt Bezug auf diese
Stellen:
den steyn den dy muwerere vorsmeten der ist gemachet czu eyme
eckesteyne EvBerl
28,27;
ich wil senken in di gruntvesten Syon eynen vorsucheten
tuwirn ecksteyn, gevestet in di gruntvesten Cranc
Jes 28,16.
Jer 51,26.
–
si [die Apostel] sint die zwelf
eckesteine, die sante Iohannes in deme gotes rîche an der gruntueste der himelisscen
Ierusalem geleit sach Spec
124,17;
EnikWchr
12108;
Tauler
95,32.
– in bildl. Übertragung der Stützfunktion:
alsô soltû fliehen ze einem eksteine, daz ist der almehtige got PrBerth
1:558,21;
er [Roland] was ein rechter ecke
stain, / want in wafen nehain / in der werlt nie geseret Rol
5175;
her was [...]ein ekkestein der êren En
12621;
aller tugend ein eckestein EbvErf
3247.
– für die innere Ecke eines Bauwerks:
dô nu der liehte morgen schein / in des sales eckestein Bit
9634
MWB 1 1487,17; Bearbeiterin: Baumgarte
eckewëc (?)
stM.
→
eggewëc
MWB 1 1487,42;
edekouwen
swV.
→
itekouwen
MWB 1 1487,43;
edel
stN.
durch Apokopierung mögliche Überschneidungen mit
edele
stF.
‘Adel, hohe Abstammung’ (vgl.
adel
):
an edel und an leybe / ist sy ain kunigin genoß
HvNstAp
12922;
du vellest wurtzen unde stam / des edels bernder fruͤchte Suchenw
6,39;
Er
4455;
diu geswister teilent niht mit im [dem Geistlichen
bei der Erbschaft] daz varnde guot. wie vil er gülte sülle hân von
geistlîcher gâbe, dâ sol man an des mannes edel sehen und an sîn êrbærkeit
SpdtL
86,14.
– edle innere Haltung (?) (vgl.
edele
3.1):
der lewe des zornz gar vergaz, / sin edel geriet im daz, / daz er ir
[der Maus] vergap FabelCorp
3,28
MWB 1 1487,44; Bearbeiterin: Baumgarte
edelarm
Adj.
– überw. in der Verbindung von attr. edel mit subst. arm (vgl.
z.B.
Freid
40,16;
RvEBarl
14453;
Er
432
).
‘von Geburt und/ oder innerer Haltung edel, aber arm’
du solt dich alle zîte / von herzen lân erbarmen / den frumen edelarmen, / der
dîner helfe ruoche KvWPart
2888;
aber nu ist manig edel arm mensche der dis nút enhet
Tauler
31,8
MWB 1 1487,57; Bearbeiterin: Baumgarte
edelbrôt (?)
stN.
Lexemstatus unklar, attr.
edele
2 (?).
‘feingemahlenes Brot, Weißbrot’ (vgl. schœneʒ
→
brôt
1.2 und →
derpbrôt
, d.i. ‘ungesäuertes Brot’):
da ist der aller peste wein / der auff erden mag gesein, /
obs vil und edelprott: / da enleydet nieman hungers not HvNstAp
8872;
Melchisadech, [...]der bracht in dem opfer sin / daz
edel brot und och den win / dem patriarch Abraham KvHelmsd
1116
MWB 1 1488,1; Bearbeiterin: Baumgarte
edele
Adj.
1
‘adelig, von hoher Abstammung’ (auch von der göttlichen Abstammung Christi);
übergehend zu ‘von hohem Rang, hoch angesehen’ (vgl. auch DRW 2,1190-93 und WMU 1,416f.; Lit. s. Ehrismann, Ehre und Mut, S. 64) 1.1 in der Anrede, auch übergehend zur höflichen Floskel 1.2 bezogen auf die legitime, eheliche Abstammung (vgl. auch
adelkint
) 1.3 typische Kollokationen sind vrî und rîche sowie
hêr , das mit e. in allen Verwendungen kombiniert wird 2 von idealtypischer Beschaffenheit 3 bezogen auf Seelen- und Verstandeskräfte ‘edelmütig, untadelig, feinsinnig’
(s.a. TPMA 1,34-38) 3.1
‘von edler, von ethischen Werten geleiteter, innere Haltung’
3.2
~ sêle 3.3
~ muot 3.4
~ hërze , programmatische Wendung im Tr
1
‘adelig, von hoher Abstammung’ (auch von der göttlichen Abstammung Christi);
übergehend zu ‘von hohem Rang, hoch angesehen’ (vgl. auch DRW 2,1190-93 und WMU
1,416f.; Lit. s. Ehrismann, Ehre und Mut, S. 64):
ouch nante her in [er ihnen] daz
sin lant / vnd sagete in daz sin geslechte: / daz was edile vnd mechtec
Ägidius
604;
einem edelme manne, hern Chvͦnen von Rv́milingen, eim rittere UrkCorp
(WMU)
1783,45;
daz sú nach edeler lúten sitte vnd reht lehen suln enpfahen vnd haben vnd
ander belehennen nach lehens reht ebd.
2596,33
u.ö.;
Parz
419,17;
NibB
28,2.
103,2.
1806,2;
also tet únser herre, do er wider siner edelen art in eime
vihestalle also herte gebettet wart Mechth
5: 23,62;
Galilea daz ist ein teil des lantes, da waren diu edeln
geslæcht diu von Juda geborn waren PrOberalt
156,30;
der in [den Amethyst] treit, der wirt
geminnet von den edelen vrowen unte wirdet fersmahet von den
diuwen [Mägden]
PrüllS
12,3;
dem erwærn vnd dem edeln herren, meinem liben herren dem apt von Alderspach
UrkCorp (WMU)
N267,39;
dô was ze den selben stunden / ze Rôme ein vil rîcher man, / dâ
von ich wol gesagen kan, / ein edel burgære Eracl
167;
NibB
1036,4.
–
daz er [der Adler] der edelst
vogel sei und sei ain küng aller vogel BdN
166,7.
–
wir wellen, liebiu swester [sagt
Gunther] , tragen guot gewant. / daz sol helfen prüeven iuwer
edeliu hant NibB
357,2
1.1
in der Anrede, auch übergehend zur höflichen Floskel:
dir, edeler got, sich nie kein ding entseite SM:
JvR
1: 3,13;
o wol du keiser edele Rol
733;
ir sult in lân genesen, / edeliu küneginne
NibB
2355,2;
nu zieren helde, edelen rittere von tivtscheme lande, gedenkent, dc vch
der sige behalten ist UrkCorp (WMU)
93,19;
edeler schribere ReinFu
K,2203;
waz nv, Agomennon, / vil edel richtere
Herb
7731.
11533;
ach edel vatter, heißet dißen ritter nit dot slagen!
Lanc
399,1.
–
ich gebiute dir, edeliu wurz verbena, in nomine patris
et filii et spiritus sancti [...], daz dû neheine
tugende in dirre erde verlâzest Barth
150,17
1.2
bezogen auf die legitime, eheliche Abstammung (vgl. auch
adelkint
):
bi miner devwe [Magd] ich
in [Ismael] han / ich han lange gegert /
[...] daz mir min wip Sâra / einen edelen sun
gebare VMos
18,14;
die bruder alle gemeine, / groz vnd kleine, / ez were der
basthart / oder von der edeln art Herb
6730
1.3
typische Kollokationen sind vrî und rîche sowie
hêr, das mit e. in allen Verwendungen kombiniert
wird:
– (vgl.
edelvrîe
):
vnd waͤz da gegenwertj der eͤdele vrige herre Walther von Esschi
UrkCorp (WMU)
295,1;
der ritter edel unde frî KvWWelt
242;
vröw dich, vrowe, rein Marie, / edel vrowe, maget
vrie MarlbRh
47,14;
Gen
767;
VMos
14,27;
Mechth
2: 19,22.
–
ein kvnic, der hiez Peleas, / edel vnde riche
Herb
101;
vil edel unde rîche / was er ie bî sînen tagen
RvEBarl
5500;
PrOberalt
83,32;
UvZLanz
1392;
Iw
3170.
3357.
–
der ritter edel unde hêr KvWSchwanr
1590;
er hiz werdin viurin eingili, / geisti heri joch vil
edili SuTheol
38;
martirære / edil unde here Hochz
1057;
fröide ist also tiure / und als edel und so hêre
SM:KvL
17: 4,2
2
von idealtypischer Beschaffenheit:
lavf nach mir, ich laz dich sehen /
edele [besonders hohe] sprvnge ReinFu
K,347;
Libanus der edil berch [der erhabene
Berg] der bezêchenôt got TrudHL
88,22;
uz dem vischære der nie von menschen lere puchstab gelerent,
auz dem machet er [der Hl. Geist] einen edeln predigær
PrOberalt
113,20.
–
‘erlesen, kostbar’, oft von wertvollen Dingen und Tieren zur Repräsentation
adeligen Reichtums:
sie brâhten im [...] einen mantel
alsô edele, / sô chunich under dieseme himele / von phelel noch von gimme / nie
neheinen mohte gewinnen VAlex
629;
im was sîn edel kocher vil guoter strâle vol
NibB
956,2;
der esterich der muose sîn / lûter von cristallen / und
von edelen kôrallen UvZLanz
4122.
3896;
Parz
790,19.
–
ein hac, / des man mit edelen boumen pflac. / vîgen boum,
grânât, / öle, wîn und ander rât, / des wuohs dâ ganziu rîcheit
Parz
508,10.
483,17;
SAlex
5250;
eins edelen valken ougen brûn SM:Wi
9: 6,1;
Eracl
4971;
im Sprichw. (?):
ie edeler hunt ie vester halsbant! Mechth
3: 1,173.
–
‘von besonders hochwertiger Qualität’
vil der edelen spîse si von ir müede sciet
NibB
37,2;
merke daz boum ole, win, vnde honic, also uil si edeler
sint, also uil sint si bezzer zu der ercenie SalArz
27,37;
BdN
284,14;
Barth
146,9;
Iw
3475.
– übertr.: ein hohes Gut bezeichnend ‘hochgeachtet, kostbar’
si gap ir edelen magetuom / und ir magtuomlîchen ruom /
dem wîsen wîgande RvEAlex
18449;
daz Cristus dye marter hat geleden [...] und
gegossen sin edele blut vil tuͤre MarSp
462.
–
‘hervorgehoben, außergewöhnlich’
ich vroͤwe mich des, das du komen wilt in also edeler
wise, das ein magt din muͦter wesen sol Mechth
5: 23,16;
der slange wart verwandelôt / in eine gerte,
[...] / daz was ein zeichen edele Exod
718.
–
vnde mugent ir [der
Edelsteine] die swin doch deheinen nuz haben, wen si wissent
der edelen tugent [besonderen Eigenschaften] niht, die
an den steinen ligent Lucid
76,3;
der stern hât aht edel aigenchait BdN
62,26.
– in Reihung mit anderen Adj. (oder Komposita ?):
edil groze pfert MarcoPolo
12,5;
nu zogt ûz, ritter edel guot UvLFrd
82,11;
edel rîch gesteine KLD:WvB
3:2,12;
ein edel süeze wîp Er
4176
3
bezogen auf Seelen- und Verstandeskräfte ‘edelmütig, untadelig, feinsinnig’
(s.a. TPMA 1,34-38)
3.1
‘von edler, von ethischen Werten geleiteter, innere Haltung’
– in Bezug gesetzt zu adeliger Abstammung:
er sî eigen oder vrî / der von geburt niht edel sî / der sol sich edel
machen / mit tugentlîchen sachen Freid
54,9;
hie bî möht ir merken wol / daz niemen edel heizen sol / niwan der der
rehte tuot WälGa
3902.
3924;
ûf disem huse [...] ein brûdir was /
[...] / edil an geburt irkant, / noch edilre an
mûte NvJer
13184;
Helmbr
501;
RvZw
81,8;
Mechth
3: 24,14.
– in Bezug auf tugent:
sol ich den edel heizen / der niender tugende pfligt?
KLD:Kzl
1: 2,11;
ein Hademar / an tvgenden auh edel gar StiftZwettl
11;
Herb
166.
–
‘feinsinnig’ (s.u. 3.4):
der edele senedære / der minnet senediu mære
Tr
121;
swem ist mit edlem [s.o. 2
] sange wol, / des herze ist vol gar edler sinne SM:
Had
8: 3,1
3.2
~ sêle:
die mit in selben fehtent daz si sich unrehtes geloubent,
/ daz sint chunige an der sêle edele Gen
2901;
also er da ze Ierusalem die êdelin herren sluͦch, sâm
derbit ubirâzze unde ubirtrunchenheit ûnser edele sêle Spec
40,14;
Will
103,6;
Eckh
5: 119,5;
Mechth
1: 22,47.
5: 23,71
3.3
~ muot:
an der an gebornen wât, / diu von des herzen kamere gât,
/ die si dâ heizent edelen muot Tr
4995.
201;
milte zieret edeln muot KvWLd
18,1;
KvWTurn
80.
69;
KvWHerzm
558;
KvWHvK
96
3.4
~ hërze, programmatische Wendung im Tr :
ich hân mir eine unmüezekeit / der werlt ze liebe vür
geleit / und edelen herzen zeiner hage, / den herzen, den ich herze trage
Tr
47;
ir triuwe, ir triuwen reinekeit, / ir herzeliep, ir
herzeleit, / deist aller edelen herzen brôt ebd.
233.
1074
u.ö.
–
wîplîch güete, schœne und êre, / dâ bî reinen muot, /
diz gewant treit diu vil hêre; / daz ir edelem herzen sanfte tuot
KLD:GvN
38: 1,8;
der junge reine gotes kneht, / begie dô sîner zühte
reht, / als ie diu edeln herzen tuont RvEBarl
13381;
KvWHerzm
588;
Mügeln
55,10.
55,14;
Lanc
488,15
MWB 1 1488,10; Bearbeiterin: Baumgarte
edele
stF.
durch Apokopierung mögliche Überschneidungen mit
edel
stN.
1
‘adelige Abstammung, Zugehörigkeit zu einem angesehenen Geschlecht’ (vgl.
edele
Adj. 1 ) 2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen’
1
‘adelige Abstammung, Zugehörigkeit zu einem angesehenen Geschlecht’ (vgl.
edele
Adj. 1):
ir waz vil, die sine genoz / wol an der edel hiezen. / ich
beginne iu noch entsliezen / ir namen und ir witiu lant Rennew
21757;
diu edele ist ein hôher nam; / wol im, der si behaltet sunder lasterlîche
scham RvZw
79,1;
ime got mit gewalte / hête behalten / edele und urîtuͦm Exod
1219.
–
‘edle Art, Gattung’
dem leibe er ez [die duftende Pflanze] nahen
leit, / durch seine edel er ez treit, / daz gut smac von im ge, / swa er sitze
oder ste Warnung
1944;
des vunftin dagis beginnint sich leichin / an den veldin daz gevugele, /
iegelichis nach siner edile LAntichr
902
(vgl. Petrus Damiani: omnia volatilia celi contionabuntur in campis,
unumquodque genus in ordine suo [FünfzZeich
Einl. S. 62]);
Kchr
5782
2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen’
dô der bœse engel mit sînen genôzen geviel von der übermüete die er hête von
sîner edel DvASchr
380,39;
dar ane [durch die Gott nachgebildeten
Verstandeskräfte] ist der mensche vor aller der welte creaturen
geedelt an der sele vnde sol ŏch her nach geedilt werden an deme libe, ob si ir
edele niht ze vnwerde verswechet mit den sv́nden DvAStaff
476
MWB 1 1490,31; Bearbeiterin: Baumgarte
edele
swM.
‘Adeliger’
mit frovde si fuͦren / di edelen unde di herren
VMos
68,18;
von edelen und von bûren, / als man den herren tuon sol, /
wart er enphangen wol Ottok
55626;
vnd súln der selben ivngesten viervndzweinzig
[Ratsmitglieder] ehtv́we
[acht] sin von den edeln vnd ehtv́we von den
koͮflv́ten vnd ehtv́we von den antwerklv́ten UrkCorp (WMU)
1797AB,47.
– auch als Titel:
Burchart, de edele van Meynershem UrkCorp (WMU)
379,33
MWB 1 1490,58; Bearbeiterin: Baumgarte
edelec
Adj.
‘edel’
vnd dit allit duch dat leyven vnd lyden vns heren Ihesu Christi; ey
[d.i. ie
] eideliger dardurch, ey hoire vnd weyselicher in der wairheyt
Tauler (C)
1:126,28
MWB 1 1491,3; Bearbeiterin: Baumgarte
edelecheit, edelkeit
stF.
meist edelkeit; auch edelcheit, vereinzelt
edelecheit (
Roth
2401,
Demantin
4500(La.)
) und edelicheit;
Roth
1868,
GrRud
A 5
); vgl.
adelecheit
und
edelheit
.
1
‘Adel, Würde’
1.1
‘Zugehörigkeit zum Adelsstand, adelige Abstammung, edles Geschlecht’
1.2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen, Würde’
2
‘Kostbarkeit, Erlesenheit, hohe Qualität’
3 als innere Haltung (vgl.
edele
3.1 ), meist im Ggs. zum ererbten Adel
1
‘Adel, Würde’
1.1
‘Zugehörigkeit zum Adelsstand, adelige Abstammung, edles Geschlecht’
wande die riterschaft die ne merit noch ne minrit des mannis edilcheit,
sundir daz len daz hogerit des mannis riterschaft RbGörlitz
122;
ir neweder was nâch arde erzogen: / des was ir edelkeit
betrogen Wh
271,26.
241,19.
1,9;
ein herre von Britanje, / der einer grâfschefte wielt, /
mit lobe sîne stat behielt / und sîner edelkeite reht KvWTurn
593;
RvEAlex
15027;
RvEBarl
5768;
Tr
6047.
5027;
im gebôt der senâtus, / daz er aine frowen von Rôme næme,
/ diu sîner edelkait wol gezæme Kchr
4334.
– als Titel oder Anrede:
vnd da von bitte ich vnd vlehe iwer hochgelobte edelkeit
UrkCorp (WMU)
536,40;
unser edelkeit [
celsitudini nostre
] hat auch gevallen, daz [...]
StRBrünn
354
1.2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen, Würde’
ir [Junos, des guotes gotinne
] rîcheit unde ir edelkeit / wâren nâch der welte bereit
RvEBarl
10317.
9340;
RvEAlex
2412;
die edelkeit der pine machet úns wirdig, die gnade gottes
ze enpfahende Mechth
5: 2,24;
von der edelkeit mines ordens mohte mich nie kein túfel
beruͤren ebd.
3: 17,18;
sus von des wortes edelkait / gelichet wart der gothait /
von sant Johans do daz wort SHort
7211.
– innerhalb von Rangfolgen:
de vünfte chor [der Engel] ,
des edelcheit / dis viͤr chore üvergeit, / alein hat he der vürsten namen /
ind ouch diͤ edelcheit alsamen MarlbRh
57,25;
dú stat was an edelkeit / dú richir, und an herschaft
/ diú mindir dannoh an ir kraft RvEWchr
3767
2
‘Kostbarkeit, Erlesenheit, hohe Qualität’
daz golt hat an im edelkeit, / schone und da bi werdekeit
Brun
2123;
Wh
188,25;
ein valke ûf eime stricke wart gevangen durch sîn edelkeit
KLD:Kzl
16: 21,2;
de nuͥnde stein, de din gekleide / ser ziͤrt bit siner
edelcheide, / is ein smaragdus MarlbRh
117,32;
hie bî ûf disem velde sâ / sach er vil wünneclîche stân / sô
rîchiu bette wolgetân, / daz ir vil rîchiu edelkeit / der welte rîcheit ist verseit
RvEBarl
12383;
dú gerste swechir ist irchorn / an edelkeit dan ander chorn
RvEWchr
18531;
merc die edelkeit
[Vortrefflichkeit] der creaturen, ir schoͤni und ir
nutz, da wil ich got inne meinen Mechth
6: 5,10.
–
‘hervorragende Eigenschaft, Qualität’
tugent ist ein edelkeit / diu alles lobes krône treit
RvEAlex
1519;
nach des mannes edelkeit / darf nieman vragen vurbaz. / er
zeiget ane vrage daz, / da mit er wol bedeutet, / was im sin
art [seine natürliche Veranlagung] gebeutet
StrKD
2,132
3
als innere Haltung (vgl.
edele
3.1), meist im Ggs. zum ererbten Adel:
ein edelkeit von tugenden unde ein edelkeit von künne, / swer
die bî einander treit / âne wandels gunterfeit, / der hât aller êren houbetwünne
KvWLd
18,17;
dem [...] leit ist, das er ahtber
wirt, und alle irdensche ere fúr ein grosse bekorunge enpfahet, der mag des nit
gelassen von rehter edelkeit sines geistlichen geistes Mechth
5: 24,59;
dise siben cronen sint alle gezieret sunderlich mit dem
schapel der edelkeit der luteren heren kúscheit ebd.
2: 20,25;
RvEBarl
1715.
– phras. (?):
won wa gütter wille ze tische gatt, / der gast da von in
fröden statt: / gütter will und wirttes edelkaitt / vil dike wirttschaft
übertraitt [übertrifft die Qualität der Speisen]
GTroj
3295
MWB 1 1491,7; Bearbeiterin: Baumgarte
edeleclich
Adj.
‘adelig, aus hohem Geschlecht’ (vgl.
edele
Adj. 1):
[David] si beteilte mildeclich / als ein vurste edelclich
HistAE
2106
MWB 1 1492,12; Bearbeiterin: Baumgarte
edelgeborn (?)
Adj.
‘aus adeligem Geschlecht’
von Ôsterrîch der edelgeborn, / ez hete wol gesworn / der
furste Albreht Ottok
66313
MWB 1 1492,15; Bearbeiterin: Baumgarte |