ëberspieʒelîn
stN.
Dimin. zu ëberspieʒ
‘Spieß zum Töten von Wildschweinen, Saufeder’
er treit ein eberspiezelîn Virg
450,7
MWB 1 1481,53; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberswîn
stN.
‘männliches Wildschwein, Keiler’
dô gie er vor den vîenden als ein eberswîn / ze walde tuot
vor hunden NibB
1946,3;
MF:Reinm
63: 3;
Rol
4879
MWB 1 1481,56; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberwurz
stF.
Bezeichnung für unterschiedliche Pflanzen (vgl. Marzell 1,840-47, (847-51),
412-20):
cardopana: ert wurtze oder eberswurtze VocClos
Ca279.
Ca22;
VocBV945
3:479,37;
apri radix: eberwurz VocBV887
3:485,41;
agramen: eberworz VocBV947
3:534,57;
ebera: eber wurtze VocClos
Eb5
MWB 1 1481,60; Bearbeiterin: Baumgarte
ëberzant
stM.
‘Eberzahn; Eckzahn (Hauer) des Wildschweins’
uncomorsus ab unco et dente morsum incurvo: eberzant SummHeinr
2:535,294
MWB 1 1482,3; Bearbeiterin: Baumgarte
ê|beschriben
Adj.
‘oben dargelegt’
mit hern Nyclas [...] insigel,
[...] der auch mit sampt mir vber den ebeschriben chauf
scherm und gwer ist UrkEnns
6,253
(a. 1337)
MWB 1 1482,6; Bearbeiterin: Baumgarte
ebgründe
stN.
→ abegründe
MWB 1 1482,10;
eblich
Adv.
→
ëbenlich
MWB 1 1482,11;
ebor
stM. oder N.
‘Elfenbein’ (zu lat. ebur):
rotir dem ebore drilch [Anm.z.St.: ‘dreimal röter
als Elfenbein’ (Fehler der Vulgata: statt Koralle)]
Daniel
2276
MWB 1 1482,12; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchære
stM.
‘Ehebrecher’
rouber und unrehte lute und ebrecher HlReg
16,12;
unzimlich minne stêt niht wol: / wenne manic êbrechêre / machent fröuden lêre
/ die frouwen Renner
11927
MWB 1 1482,16; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchærinne
stF.
‘Ehebrecherin’
wir haben ouch ofte wol gehôrt / wie Troye mit fiure wart zestôrt, /
[...] / daz kam von einer êbrecherinne, / von hôchferte
und unrehter minne Renner
15867;
welher man well wizen, ob sein fraw ain êprechærinn sei oder
niht, der leg ir den stain [den Magneten] under daz haupt,
wenn si slâf BdN
451,27;
ist aber [...] ein eprecherin, so sol man den man,
der mit jr gesundet hat, pessern vmb xxv lb, ob er nit frid hat von dem man der
frauen StatTrient
122
MWB 1 1482,20; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchec
Adj.
‘ehebrecherisch’
div böse gepvrte vnd eprechigiv [
generatio mala et adultera Mt 12,39] svchet zeichen
EvAug
27,8
MWB 1 1482,30; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchen
stV.
‘Ehebruch begehen’
swelicher der da laet sin husvrawen dann von sache der
vnküscheit vnd ein andriv nimet der eprichet EvAug
45,1;
subst.:
daz er heymelich sine genge / und sin ebrechen vol brenge
Hiob
9714;
was schaden und was súnden beschehent alleine von ebrechende MerswSend
191
MWB 1 1482,33; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrëchunge
stF.
‘Ehebruch’
wer sîne hûsvrowe lêzit und nimet eine andere, der tuͦt eine êbrechunge ubir
sie EvBeh
Mc 10,11
u.ö.;
di sunde der ebrechunge Köditz
21,19
MWB 1 1482,40; Bearbeiterin: Baumgarte
êbrêisch
Adj. , êbrêischen
Adv.
‘hebräisch’
daz er sineme sune gewunne / ein wip uon deme ebreisken chunne
VMos
19,27;
alle arzete die schívheten in, / wen ein ebreis man
TrSilv
53;
daz ist ein ebreisch wort PrOberalt
152,9;
der dritte [...] buchstab e, / des
name clar ist so hel, / bezeichent ebreschen Hemanuel / und bedutet uns den sun
Brun
2252
MWB 1 1482,44; Bearbeiterin: Baumgarte
Êbrêisch
swSubst.
‘das Hebräische’, die hebräische Sprache:
‘sag an, wie hâstû daz vernomen?’ / sprâchen die juden zehant,
/ ‘dir ist ebræisch unbechant.’ KvHeimUrst
370;
ir sprâch was ebraisch genant EnikWchr
27385;
der sprâch under den heiden / was ein und sibenzic bekant /
über al in der heiden lant. / die juden habent ouch eine / und ouch mê deheine: /
ebraisch ist si genant ebd.
3385;
a bezeichent in ebreschen [auf
hebräisch] alma / und bezeichent uns zu dutze sa / eine unbewolne
maget Brun
4560
MWB 1 1482,52; Bearbeiterin: Baumgarte
ebreze
F.
‘Eberraute, Eberreiß’ (Artemisia abrotanum, vgl. Marzell 1,412f., s.a.
ëberwurz
):
abrotanum heiset zu dute ebreze Macer
2,1.
2,9
u.ö.
MWB 1 1482,63; Bearbeiterin: Baumgarte
êbruch
stM.
‘Ehebruch’
ebruch benymt gewisheit noch / des worhaften erbekindes
Hiob
11702;
meister, diz wip ist begriffen an dem e
bruche [Hs. bruche
]
EvBerl
35,2
MWB 1 1483,1; Bearbeiterin: Baumgarte
ecclesie
swF.
‘Kirche’
die gesihte bezeichent uns, daz die ecclesie etteliche rittere
nû sal haben, der begerunge sie der ecclesien vîende mit craft ze vertrîbene
StatDtOrd
24,10
u.ö.;
Spec
133,17;
UrkCorp (WMU)
93,40;
Thomas der erzebischof, / der durch siner ecclesien hof / begriffen wart und
erslagen Pass III
53,2
MWB 1 1483,5; Bearbeiterin: Baumgarte
ech
swM.
ein Seeungeheuer:
echinus [heute fachspr.: ‘Seeigel’
] haizt ain ech. der visch ist halpfüezig,
[...], und ist sô kreftig, daz er ain schef still helt
BdN
251,5;
die echen sint der krebzen geslähtes,
[...], wan si habent auch dorn an der füez stat ebd.
251,21
MWB 1 1483,12; Bearbeiterin: Baumgarte
echisch
Adj.
‘aus Aachen, Aachener’
so sal si nemen echsche penninge, zweilf schillinge vor die marc
UrkCorp (WMU)
255,29
MWB 1 1483,18; Bearbeiterin: Baumgarte
echîtes, etîte
M.
auch achitas (vgl. Suolahti 1,44;
Krone
15713;
Engelen, Edelsteine, S. 187) und
entices [La. echites, ethites
]
HvNstAp
18155;
afrz. echite, lat. echitis; zur Mischung von
echitis und aetites vgl. Rosenqvist 1,101.
ein Edelstein:
Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest,
der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im
BdN
166,32.
445,11;
ein stein ist etîte genant, / [...]
der ist dicke und rôter var. / den hât niwan der adelar / hôhe ûf sîme neste
Volmar
373;
Parz
791,14;
VocOpt
52.038
MWB 1 1483,21; Bearbeiterin: Baumgarte
ëcht
→
êhaft
, →
eht
MWB 1 1483,32;
echtec
Adj.
→
êhaftec
MWB 1 1483,33;
echten
swV.
→
ehten
MWB 1 1483,34;
ecidemôn
stN.
auch zedamon und dezedemon.
ein (Fabel?-)Tier; vor allem bei Wolfram und Texten unter seinem Einfluss;
vermutlich aus ichneumon (eine Schlangen tötende Tierart), vgl. A. Groos,
Wolframs Schlangenliste (‘Parzival’ 481) und Pseudo-Apuleius, in: Licht der
Natur, hg. von J. Domes, 1994, S. 129-148; veraltet ‘Hermelin’
(vgl. J. Siebert, Ecidemôn, ZfdPh 62
(1937) S. 248-264).
1 das Tier 1.1 als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.) 1.2 als Schlangentöter 1.3 als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes. S. 136-139) 2 das Fell des Tieres 2.1 als repräsentativer Fellschmuck 2.2 als das Denken verstärkende Kopfbedeckung
1
das Tier
1.1
als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.):
durch der minne condwier / ecidemôn daz reine tier / het
im ze wâpen gegebn / [...], / diu küngîn Secundille
Parz
741,16;
ezsydemôn, ein tier, dîn pflac, daz was gar sunder galle Loheng
27.
68.
432;
Wartb
Rs 5,7.
– i.d.R. als Wappentier:
ich trage ein ecidemôn / ûf dem schilde, als si mir
gebôt Parz
768,24.
739,16.
756,24;
Tedalûn, / [...] vuorte
ecidemôn daz tier, / des Feyrafîz ze wâppen pflac Wh
379,26.
444,8;
der eren hoch geselle, [...] / von Tasme hat
ein pfelle. dar inne vert gebilde nach dem tiere / ecidemon JTit
3010,3.
3363,3
u.ö.
1.2
als Schlangentöter:
er truog ouch durch prîses lôn / ûf dem helme ein
ecidemôn: / swelhe würm sint eiterhaft, / von des selben tierlînes kraft / hânt
si lebens decheine vrist, / swenn ez von in ersmecket ist Parz
736,10;
(und wohl jünger:
Kolm (B)
Verz. Nr. 616
(¹Bop/1/524a)
vgl. Siebert, S. 250)
1.3
als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes.
S. 136-139):
gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt
mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz
481,8
2
das Fell des Tieres
2.1
als repräsentativer Fellschmuck:
der claider underzug sol sin / vech, zedemon und hermin
GTroj
3786
u.ö.
– adj. (?):
GTroj
24051
2.2
als das Denken verstärkende Kopfbedeckung:
eins dezedemôns hût er umbe bant, / diu gît dem hirne kraft Wartb
(S)
159,7;
er [
Samlon, der wîse man ( V. 827)] satztt
och uff daz hobett sin / ain hüttlin gar über lutt, / daz was ains zedemones
hutt, / die was im gütt für trurekaitt. / suss vand er den underschaid
GTroj
820
MWB 1 1483,35; Bearbeiterin: Baumgarte |