Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   êrbærlich - erbebescheit    


êrbærlich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. ‘ehrenhaft, anständig, angemessen’ wir sun uns vrowen der gesellischefte dú ist wunneclich, lobelich und erberlich PrGeorg 307,9; ein gut selik gedechtnisse / dir volget under den luten, / di din lob wol beduten / mit erberlicher sache Hiob 4365; wer da maenleich vechten tuͤt, / daz ist erberleich und guͤt Teichn 433,30. – adv.: und ist er tôt der wirt mîn, / ich solde in nâch den êren sîn / êrbærlîchen hân begraben MarlbGr 107; vil wol füeget der chünigklichen magenkraft und wirdigkait erberlich geklaidet sein HvHürnh 10,5; HvNstAp 13813; Tauler 270,28; UrkCorp 155,32

MWB 1 1785,58; Bearbeiter: Runow

erbarmære stM. ‘der Erbarmen hat’, bezogen auf Gott: du herro got erbarmære [interl. zu miserator ] PsWindb 85,14; si pat got den reinen, / die drî und den einen, / daz er ir genædic wære / in gnâden ein erparmære MargAntioch VI 266; AdamA 232

MWB 1 1786,7; Bearbeiter: Runow

erbarmærinne stF. ‘Barmherzige’, bezogen auf Maria: der [Sünden] enkunde niht so vil uf mir gesin, / dinr erbermde si noch me. genade, erbarmerin Marner (W) 6:9,16

MWB 1 1786,12; Bearbeiter: Runow

erbarmde, erbermde stF. auch erbarmede, erbermede; derbermde ( UvZLanz 2011). ‘Barmherzigkeit, Mitleid’ derbermde was in [den Kämpfenden] tiure UvZLanz 2011; truwe ist der tugent ein bluome / und der erbermede muome Martina 25,54; dc sie dc lant zerstoͤrent vnd die cristenen totent ane erbermede UrkCorp (WMU) 93,14; RvEBarl 4084; PrBerthKl 3,59. den roͮber beroͮbet er [Luzifer] selber und bevilhet in denne sinen gesellen, das si in jagen und schlahen und keine erbermede úber in haben Mechth 3: 21,44. – bezogen auf göttliche Barmherzigkeit gegenüber den Menschen: daz wir got lobin siner grozen erbermede, die er wider uns hete Lucid 79,1; [Gott,] vergibe mir mein misetat, / durch deyne erbærmde unt durch deiner genaden rat GvJudenb 5302; KLD:Kzl 3: 4,1; SHort 7579; von Maria: nu hilf, trut frouwe, mir / unde habe irbarmede uber mich, / des bitte ich armer menniske dich SüklV 277; daz nieman guotir / mach des virlougin, du [Maria] nesiest der irbarmide muotir MarseqM 53; WernhMl 2694

MWB 1 1786,16; Bearbeiter: Runow

erbarme, erberme stF. ‘Erbarmen, Barmherzigkeit’ [der Sultan] vert ane erberme alse ein irzvrnetir low vnd als ein blvͦtender ber UrkCorp (WMU) 93,28. – bes. auf Gott bezogen: got, hât dîn erberme kraft, / al die engele in ir geselleschaft / müezen mîne vlust erkennen Wh 454,15. 1,11; an dîne erbarme manicvalt / sô ist diu zuoversiht gezalt / mîner sêle und ouch gegeben LBarl 16282. 14358; EvStPaul 5808

MWB 1 1786,38; Bearbeiter: Runow

erbarmec, erbermec Adj. ‘barmherzig, mitleidig’ sît getriuwe, erbarmec, milte, / [...] / sô müget ir zuo himelrîch vil wol komen Unverzagt 1:5,8; swer ist erbarmic als er sol, / über den erbarmet sich got wol LBarl 15164; si [Maria] ist kiusche, reine, saelic, dâr zuo lûterlîchen guot, / diemüetec und erbarmec Hardegger 1:5,6; Winsb 10,6; Ottok 1417. – bes. von Gott: herre got [...] / du bist irbermic mit gedult / mit wilkor uber unse schult HeslNic 3565; got der was erbarmic ie Wig 5306; ir wizzet wol daz Christ / [...] / erbärmic und genædic chumt KvHeimUrst 379; Aneg 373

MWB 1 1786,47; Bearbeiter: Runow

erbarmecheit, erbermecheit stF. 1 ‘Barmherzigkeit, Mitleid’
2 ‘etw. Mitleid Erregendes, Erbarmungswürdiges’
   1 ‘Barmherzigkeit, Mitleid’ selig sint die da bermig sint, / wann sie erbarmkeide kint / sint und auch erwerben / barmuͤnge, wann sie sterben HvNstGZ 7231; daz pest an einem herren ist, / daz ist sein erparmchait Teichn 280,67; RvEWchr 36039. – bes. von Gott: herre got, dir sî gegeben / mîn vil zwîvellîchez leben / in dîne grôze erbarmicheit Wig 6858; der sêle helfe got genesen / durch sîne grôze erbarmekeit LivlChr 1221; KLD:RvR 6,65; HeslApk 5220    2 ‘etw. Mitleid Erregendes, Erbarmungswürdiges’ swaz aber Rûal [...] / dem gesinde erbermekeite / von den gelieben seite, / Canêle und Blanschefliure: / elliu diu âventiure / diu was hie wider cleine Tr 4271; daz er in wolte niht enbarn / sîn herze und ouch sîn bilde, / daz was ein wunder wilde / und ein erbarmekeit vil starc KvWAlex 733

MWB 1 1786,59; Bearbeiter: Runow

erbarmeclich, erbermeclich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. 1 ‘barmherzig, mitleidig’
2 ‘Mitleid erregend, erbärmlich’
   1 ‘barmherzig, mitleidig’ do din lip so zarter / wart geoffent von Longin, / da sah er, herre, din / erbærmclich gnade guͦt WhvÖst 10433; dem knappen wart dô niuwe / diu väterlîche triuwe. / sîn erbärmeclîcher sin / bewegete sich dô über in: / er kuste in minneclîche dô RvEBarl 4285; min sel mit erbermklichem mitlidenne bi dir stat Seuse 278,11; PrWack 8,71. – adv.: nu sâhen dise zwêne man / erbermeclîche ein ander an Tr 12850. 15665    2 ‘Mitleid erregend, erbärmlich’ wir selbe ligen tôt, / diu wîb sint verscelchôt [in Knechtschaft geführt] , [...] daz sint erbarmechlîchiu dinch Exod 3142; der [Himmel] ist offen, und ist ir doch laider vil lútzel die drin koment, und daz ist erbaͤrmklich PrGeorg 324,16; nun sol ich aber noch enwil / iuwer ôren niht beswæren / mit zerbermeclîchen mæren Tr 1856; Er 5793; Seuse 88,3. – adv.: disiu werlt [...] betriuget manegen armen, / der wanet, daz er riche si; / er gelit ze jungest der bi / vil harte erbarmiclichen SüklV 378; da begund die frauw erbermclich zu weynen Lanc 17,24; si schrirn erbärmiclîchen KvHeimUrst 1593. 693. KvWTroj 12915

MWB 1 1787,13; Bearbeiter: Runow

erbarmen swV. 1 ‘Mitleid, Erbarmen haben’
1.1 ohne Obj.
1.2 mit Akk.-Obj.
1.3 refl. ‘sich erbarmen’
1.3.1 ohne Obj.
1.3.2 mit Gen.-Obj.
1.3.3 mit präp. Erg.
2 ‘(bei jmdm.) Mitleid, Erbarmen erregen’
2.1 meist mit Akk.-Obj.
2.2 mit Dat.-Obj.
2.3 phras. einen/ einem stein ~ (vgl. TPMA 11,133 )
   1 ‘Mitleid, Erbarmen haben’    1.1 ohne Obj.: du [Gott] riches vnde armis, / du refsis [strafst] vnde irbarmes, / du hebis, legis vnde tregis Litan 160    1.2 mit Akk.-Obj.: got selbi lerti unsich chuschi undi dimuot, / gidult undi wesin widir ubili guot / undi vremidiz leit irbarmin SuTheol 257; Tristan, nû erbarme mînen pîn UvTürhTr 3110    1.3 refl. ‘sich erbarmen’    1.3.1 ohne Obj.: sich erbarmte da [im Kampf] niemen Rol 5552; do [nach dem Sündenfall] erbarmt sich die guͦt des almæchtigen gotes und chom in ditz ellend der sun des ewigen vaters PrOberalt 58,18; wil sich diu liebe nicht erbarmen, / mirst aller guoter fröiden schîn / frömder hiure danne vert SM:Ro 6: 1,8; Mechth 5: 24,28; BdN 171,26    1.3.2 mit Gen.-Obj.: got herro gnædich, erbarme dich min Himmelr 10,16    1.3.3 mit präp. Erg.: herr, erbarm dich uͤber mich armen suͤndær PrOberalt 116,25; daz ir ev meinev chint [...] lat enpholichen sein vnd auch evch vͤber sev erparemt UrkCorp (WMU) 938,15; AvaLJ 65,2; Spec 104,25. ô daz wir sünde müezen tragen. / dar über erbarme sich des kraft, / dem erbarme gît geselleschaft Parz 465,7. durch diner marter ere / erbarme dich umbe die sele Rol 7554    2 ‘(bei jmdm.) Mitleid, Erbarmen erregen’    2.1 meist mit Akk.-Obj.: daz mich diu getriuwe Îsôt, / diu tugenthafte künigîn, / erbarmet in dem herzen mîn Tr 14536; sîne manheit moht erbarmen / daz man in hiez den armen Wh 241,17; ez erbarmet mich, daz si alle jehen, / daz ich anders niht wan kunne klagen MF:Reinm 25: 2,1. hilf, ob ouch dich, minne, erbarme, / wan mir tuot diu herzeliebe in herzen wê SM:KvL 6: 3,2. – in Verbindung mit lâʒen ‘sich jmds./einer Sache erbarmen’ la du [Maria] dich irbarmen / die not, die wir armen / [...] / manege wis verdulden MarldA 244; wol entfengen sie die armen / ande lezzin sich ere not erbarmen Roth 1304; gnâde, frouwe reine! du meine mich armen! / lâ dich mînen smerzen von herzen erbarmen! KvWLd 27,10; SüklU 59; NibB 2162,2    2.2 mit Dat.-Obj.: ditze irbarme dem almahtigem got! Gen 2237; er cheret hohe sinen muot, / er furhtet niht den tot, / im erbarmet niemans not VRechte 109. – in Verbindung mit lâʒen: hêrre markys, / [...] lâze mich dir erbarmen Wh 104,6; chunech aller keisere, / vater aller weisen, / voget aller armen, / nu la mich dir erbarmen, / daz mir min erbe / der tievel wil wergen SüklV 725    2.3 phras. einen/ einem stein ~ (vgl. TPMA 11,133): ir klage maniger leige / mochte erbarmen einen stein Herb 13715; es solt ainem stain erparmet han HvNstAp 15839; Ottok 21823

MWB 1 1787,37; Bearbeiter: Runow

erbarmen stN. ‘Mitleid, Erbarmen’ mittelidne kumet trost / dir von sime [Gottes] irbarmen Daniel 6809. 6400; wê mir armen! âne erbarmen / diene ich ir [der Geliebten] mit triuwen gar SM:KvA 2: 4,7; HeslApk 16675. ze ~ sîn ‘bemitleidens-, erbarmenswert sein’ sît daz wir nu zerbarmen sîn, / ich und der geselle mîn Wh 101,3; dô begundens sô gebâren / daz ez was zerbarmen Wig 5175. 7692. – personif.: Erbarmen, dir muozen alle tugende nigen Rumelant 3,60b

MWB 1 1788,25; Bearbeiter: Runow

erbarmhërze, erbermhërze Adj. ‘barmherzig, mitleidig’ daz got unser herre / im sælde und êre bære / der erbarmherze wære Iw 4856. – von Gott: antlaz und gnâda aller uvver sündon [...] geb iv der erbermherzer got PrWack 17,24; nu sende, erbarmeherzer got, mir des so stæte riuwe, / daz ich der werlte widersage SM:UvS 35: 1,6; ouch lêret uns vürbaz Krist / hân erbärmede, als er ist / erbarmherze an güete RvEBarl 4085. 6219. 15600; PrSchw 1,6

MWB 1 1788,35; Bearbeiter: Runow

erbarmhërze stF. ‘Barmherzigkeit’ herre got, [...] / dir ist niht unmügelich, / wan ân erbarmherze sîn RvEBarl 14405; erbarmherze ist sîn gebot ebd. 14822; daz wir nimmer gezwiviln suln von der gotis barmherzicheit [La. von der rebarmeherze mins trehtinis ] PrLpz 289,13. 388,31

MWB 1 1788,45; Bearbeiter: Runow

erbarmhërzec, erbermhërzec Adj. ‘barmherzig, mitleidig’ als man liset von sant Martin. der waz erbärmhertzig PrWack 45,89; do waz er [David] als erbermherzich dc er ez [Saul schlagen] niht wolte tuͦn PrSchw 1,62; das der künigk gerechtigkait übe und das er erparmhertzig sei HvHürnh 3,20; Mechth 5: 8,26; Seuse 72,9; subst.: die minnere vindent minne dran [an der folgenden Erzählung] , / [...] / die erbarmherzigen claigendes lait, / die manlichen vil manhait RvEWh 115. – bes. als Eigenschaft Gottes, Christi, Marias: erbarmhertziger got, erbarme dich úber mich Tauler 409,26; als erbarmherzig got ist, als gereht ist er oͮch da bi Mechth 7: 3,56; ach, erbarmherzige Cristus Seuse 89,23; luͦg, wie dú muͦter der erbarmherzikeit dú oͮgen, dú milten erbarmherzigen oͮgen hat so milteklich gekeret gegen dir und gegen allen súndern ebd. 243,8. 540,5. 37,11 u.ö.; SHort 11118; WernhMl 5679

MWB 1 1788,51; Bearbeiter: Runow

erbarmhërzecheit stF. ‘Barmherzigkeit, Mitleid’ lieben kint flissent iuch miltekait. erbarmhertzkait. kiunschkait. demuetkait. gedultekait. senftekait. won dise tugent sint alle der selen klait PrWack 48,22; nû daz Pantaleôn gesach / daz kint alsus beswæret [im Würgegriff einer Schlange] , / dô wart an im bewæret / milte unde erbarmeherzekeit KvWPant 293; owe, das man ane súfzen und ane trehene und allerleie erbarmeherzekeit vor den ellenden siechen hine gat, was das geistlichen lúten úbel stat Mechth 5: 22,21. 5: 24,72; Syon 333. – von Gott: sælig sint die erbarmherzigen; / wan in sol werden nit verzigen / dú gottlich erbarmherzigkait SHort 7575; div milte erbermherzekeit / die got von nature treit / vbir sine hantgetat Martina 25,103; gotes grundlosú erbarmherzikeit Seuse 127,10. 214,22; BdN 294,20; als personif. Attribut Gottes: dâ saz Erbarmeherzekeit / frî vor missetæte, / diu Triuwe was dâ wol becleit / und ouch diu glanze Stæte KvWKlage 9,1; PrBerth 1:199,23; Mechth 1: 46,12. – von Maria: du heissest doch dú muͦter, du kúnginne der erbarmherzkeit; eya, zartú muͦter, eya, miltú kúnigin der grundlosen erbarmherzkeit! Seuse 265,1; des erman ich dich, frow, an diss laid / und durch din gross erbarmhertzkaid / das du gen mir guͤtist / gottes zorn KvHelmsd 4354

MWB 1 1789,6; Bearbeiter: Runow

erbarmhërzeclich Adj., Adv. ‘barmherzig, mitleidig’ du [Jesus am Kreuz] ruͦfftest: ‘her erbarmhertzklich, / wem hast du, her, gelassen mich?’ KvHelmsd 4125; do er [Jesus] Jherusalem ersach / und so erbarmhertzenklich sprach: / Hierusalem, dir sy gesait / das du wirst [...] ellentklich zerstoͤret gar ebd. 928; rihte ab mir an miner jungsten hinvart erbarmherzklich Seuse 315,29; HvHürnh 19,2

MWB 1 1789,33; Bearbeiter: Runow

erbarmlich, erbermlich Adj. ‘bemitleidenswert, erbärmlich’ daz du vor mir notdurftik bist, / irbarmlich, arm, blint, nacket HeslApk 6933. 6949; ir gelaz [ihre Gestalt] was irbermelich Vät 23562

MWB 1 1789,42; Bearbeiter: Runow

erbarmunge stF. ‘Barmherzigkeit, Mitleid’ vil reiner, sælden richer man, / sit du gers des shiltes namen, / so soltu [...] / mit gewalte erbarmunge pflegen Rennew 2582; in [Josaphat] dûhte daz iht wære / tiurer unde mære / denne erbarmunge LBarl 14202; daz ich den kinden tuo / milt unde erbarmunge schîn KvWSilv 1165; GTroj 23100. – bes. von Gott: sîne hende habter enbor / und sach vil tiure hin ze got. / er sprach ‘herre, nâch dîm gebot / wil ich sêle unde leben / in dîne erbarmunge geben [...] ’ Wig 7117; dv [hl. Geist] heizis wistumis brunne, / ein sluzil der irbarmunge, / der armen trostere Litan 140 u.ö.; ja weyz ich, das du got bist gutlich und barmherzik, geduldic und von vil irbarmunge und vorgebende di bosheit Cranc Jon 4,2; HeslApk 16361; KvWPart 8857. [am Ende der Welt] wirt gericht an alle erbarmung PrOberalt 172,23; Maria, vil suͤze vrawe, / [...] du bist genant / muͦter der erbarmunge Rennew 9133; Litan 219; Konr 17,4

MWB 1 1789,46; Bearbeiter: Runow

erbarn swV. 1 tr.
1.1 ‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’
1.2 ‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?)
1.3 daʒ swërt ~ ‘zücken’
2 refl. ‘sich zeigen’
   1 tr.    1.1 ‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’ her reit ci Salivelt in Duringe lant. / dâ irbaritimi got diu sîni hant Anno 41,2; das her [Gott] ir [der Menschheit] ouch irbarte / die gnade sines trones / und des ewigen lones HeslApk 7550; wirt si stæte an mir hin zir gewar, / sost mîn hoffenunge daz si liebe mir rebar KLD:GvdF 2:4,6    1.2 ‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?): vmbe gezogen [überfallen] hat er [Joseph] mich [Potifars Frau] gare unbillich / und hiet ich loͮte niht gehart gare hiet er mich erbart / unde hiet mich gehonet GenM 79,11    1.3 daʒ swërt ~ ‘zücken’ div swert sie erbarten, / den grimmen tot sie garten Wernh D 4877; her Egge ain vil guͦt swert erbart, / damit heln unde bruͥnne / vil vor gescroten wart EckenlE2 102,11; Priesterl 515. – subst. ‘das Erscheinen, Ansehen’ etslîche wâpin ôt bewarn / den lîb vor vîentlîchin vârn. / sô ist daz swert nâch sîne urbarn / wol dem werke glîch gezalt, / dâmite der vîent wirt gevalt NvJer 2495    2 refl. ‘sich zeigen’ mit den worten da habent sich mit erpart unde eroffent die dri genende [drei Personen der Trinität] der ainvaltigen gothait Konr (Sch) 116,6; als [...] sich der tac hete erbart [heraufgezogen war] Eracl 4930; ein groz zeichen harte / sich in dem himel irbarte / der menscheite zu wunnen HeslApk 16460

MWB 1 1790,1; Bearbeiter: Runow

erbarwen, erberwen swV. s.a. erbarn . 1 tr. ‘jmdm. etw. zeigen’
2 refl. ‘sich zeigen, offenbaren’
   1 tr. ‘jmdm. etw. zeigen’ schein van deme busche daz fur, / daz meinede, daz vane dir [Maria] / got hie in erden / erberwet solde werden MarldA 55; got irbarwete Adame sînen zorn Glaub 850    2 refl. ‘sich zeigen, offenbaren’ an dem dritten tage / stunt er uf von dem grabe / lebindic von den toten / vnde irbarwete sih den guͦten Glaub 1268. 1331

MWB 1 1790,28; Bearbeiter: Runow

erbe swM. ‘Erbe, Erbberechtigter’ 1 allg.
1.1 theologisch ‘Erbe Gottes’
1.2 übertr. ‘Kind, Nachkomme’
2 in Wendungen
2.1 häufig mit Attributen zur Hervorhebung oder Verdeutlichung der Erbberechtigung (vgl. WMU 1,487f. und DRW 3,49-51), z.B.
2.2 in Verbverbindungen
2.2.1 gewinnen ‘Nachkommen zur Welt bringen’ (vgl. kint gewinnen )
2.2.2 ûf ~ trëten ‘an den/  die Erben fallen’
2.2.3 âne erben stërben (und ähnliche Formulierungen)
2.3 in der Paarformel unde nachkome(linc)
2.4 als Bestandteil von Titeln und Personennamen
2.5 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)
2.5.1 Unrechtes Gut erfreut den dritten Erben nicht (vgl. auch TPMA 4,481f. und 5,310f.)
2.5.2 Den Erben freut der Tod des Erblassers
   1 allg.: swer da sthirbet, von des guͤtte sol diehein mensche doͮdis reht nemin danne sin erbin UrkCorp (WMU) 1653,22. 747,17; sinen erbin odir di he irkuset zu erbin UrkEberb 2,492 (a. 1306); sô wart besetzet in ir hant, / ob si niht erben bære, / daz Tristan erbe wære Tr 12573; do sprachen si: ‘ditz ist der erib, den schuͤln wir erslahen, so haben wir daz erib vrilichen.’ PrOberalt 70,2; dâvon sô heize ich unde bin / sîn erbe gar mit rehte, / wand ime ist von geslehte / nieman sô nâhe sippe als ich KvWSchwanr 521; BenGeb 39; SpdtL 88,15    1.1 theologisch ‘Erbe Gottes’ die da heißent gotes kint, / reht erben sie sint / dez himels allesampt HvNstGZ 7841; daz unsagelich lone in dem himeliscen trone / habent die gotes erben, die danach wolten werben AvaJG 31,5; die sint oͮch nach sinem gehêizze erbin des hîmelriches Spec 16,7; Lucid 157,11. 158,9; Daniel 373; Eckh 1:167,11    1.2 übertr. ‘Kind, Nachkomme’ fatator ist ain vogel, der ist sô girig nâch seiner gepurt, daz er ê der zeit vor dem lenzen airt, ê der winter ain end nem. dar umb wirt er beraubt seiner erben, dâ zuo er vast eilt, wan seineu air verderbent in dem winter BdN 189,13    2 in Wendungen    2.1 häufig mit Attributen zur Hervorhebung oder Verdeutlichung der Erbberechtigung (vgl. WMU 1,487f. und DRW 3,49-51), z.B.: êlicher ~ : ob ich aͦn elich erben stvͤrbe UrkCorp (WMU) 463,19; SchöffIglau 125. (ge)rehter ~ : he sal iz abir alir erist din rechtin erbin bieti Mühlh 141,14; wir inde vnse nakuͦmelinge, die vnse gereithe erven sint UrkCorp (WMU) 70,32. 902,44; dâ wir süne sîn, dâ sîn wir rehte erben Eckh 1:73,3; UrkEnns 6,155 (a. 1335). lîbes/ lîplicher ~ : lant sie aber libes erben, an die sol ez vallen, als reht ist UrkCorp (WMU) 547,12; wer aber daz ich liplich erben liez UrkWürzb 40,109 (a. 1337). næher/ næhster ~ : mugen eninkil, daz sint kindeskint, erbeteil behalden an ires eldervaters gut oder nicht? hat ir eldervater keinen nehern erben den si, so behalden si wol mit rechte StRFreiberg 66,21; Herb 122; JSigen 96,11; ist weder vater noch bruoder dâ, sô nement ez die næhsten erben SpdtL 91,10; Mühlh 144,10; Ottok 2323    2.2 in Verbverbindungen    2.2.1 ~ gewinnen ‘Nachkommen zur Welt bringen’ (vgl. kint gewinnen): Abram kund mit sinnen / dheinen erben gewinnen EnikWchr 3598. 20687; ob si beidiv verscheiden, daz si mit enander erben niht gewinnen UrkCorp (WMU) 652,8; SpdtL 89,5. – vgl. auch: her Pêleus, der briutegoum, / und sîn âmîe Thêtis / bejagent hier (des sint gewis) / gar einen clâren erben, / [...]. / diu vrouwe sol gewinnen / ein kint KvWTroj 4567    2.2.2 ûf ~ trëten ‘an den/  die Erben fallen’ inleibiti [l. enlebete ] dan wedir vatir noch mutir noch suestir, so trittiz uf die neistin erbin Mühlh 143,2. 143,16    2.2.3 âne erben stërben (und ähnliche Formulierungen): Lînier daz schaffen wolde, / ob er ân erben sturbe, / daz sîn guot niht verdurbe UvZLanz 1559; Mühlh 143,11; SpdtL 109,12; unde uirsciede er ane erben / so waneden se irsterben Roth 29; ich schaid von hinnen plosser / an erben, ich hab nicht chindt HvBurg 2191; die sich selben sô verswachent / und ir bœsen bœser machent, / ân erben müezen sî vervarn Walth 23,23; ane kint und ane erbin ih var RvEWchr 4386; ich han ein lehen funden in mines mannes gewalt [...], der an erben tode ist [ sine legitimo herede decedentis 23,41] UrkCorp (WMU) 23,34. ob des [...] Puͦchpergærs hausfrawe den Puͦchpergær uberlebt an erben UrkCorp (WMU) 935,5    2.3 in der Paarformel ~ unde nachkome(linc): unser erben und nachkomen UrkDOKobl 1,399 (a. 1339); das si noch ein chein ir nachchome noch ein chein ir erbe niemer chein ansprach noch vordirvnge sol dran giwinnin UrkCorp (WMU) 767,17. 3307,12; ier erwen und alle ier nachchumling StRBrünn 380    2.4 als Bestandteil von Titeln und Personennamen: wîr Cuͦnrât in romschên kûnc erwelt von der gotes gnade vnde êrbe des kuncrichês ze Jérusalem UrkCorp (WMU) 7,42; wir, Erbe von Schiltenkein ebd. 2501,40; Clawes Friderich, Grôz Erbe, Burchart Pamfile ebd. 2232,38    2.5 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)    2.5.1 Unrechtes Gut erfreut den dritten Erben nicht (vgl. auch TPMA 4,481f. und 5,310f.): der dritte erbe der wirt selten vro unrehtes guͦtes Meissner 17:14,10; und sehent doch valsch guot selten erben / mit sêlden ûf den dritten erben Renner 6446    2.5.2 Den Erben freut der Tod des Erblassers: vil schiere du irstirbis, / san daz alliz erbis [vererbst] / lachendigen erben Glaub 2520; si lânt uns gerne varn umbe daz guot: sus sint geschaffen unser erben sinne SM:JvR 1: 9,13

MWB 1 1790,37; Bearbeiter: Richter

erbe stN., selten sw. ( UrkCorp (WMU) 1107,9. 2456,32 ). Zur detaillierten rechtlichen Differenzierung vgl. DRW 3,40-48. 1 ‘Erbgut, Nachlass, hinterlassenes Gut’
1.1 ‘Erbschaft’ , Gesamtheit eines Nachlasses, häufig nicht scharf von 1.2 zu trennen
1.2 besonders ‘ererbter Grundbesitz, Liegenschaften, Erbland’
1.2.1 in Verbindung mit bzw. in Gegenüberstellung zu anderen Vermögensformen
1.3 übertr. (meist religiös)
2 ‘Erbleihgut, Erblehen’ , in Erbleihe (Erbpacht) gegen Zins vergebenes Gut
3 ‘Erbrecht, Erbanspruch’
4 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)
4.1 Wer auf ein Erbe wartet, stirbt oft vorher
4.2 Man soll um sein Erbe kämpfen
   1 ‘Erbgut, Nachlass, hinterlassenes Gut’    1.1 ‘Erbschaft’, Gesamtheit eines Nachlasses, häufig nicht scharf von 1.2 zu trennen: mit swilcheme gûte der man stirbit, daz heizet allez erbe SSp (W) 1:6,1; swer sô daz erbe nimt, der sal durch recht di schult gelden ebd. 1:6,2; er unterslouf mich ê mînes erbes, same hât er nû getân mînes segines Gen 1203; vor allen dingen muoz ich clagen / das mir min erb wirt vff geslagen [vorenthalten] Gnaistli 248; ditz ist der irbe. chömet töten wir in vnd daz irbe wirt vnser EvAug 107,23; Parz 803,12; SpdtL 229,4; RvEWchr 4387. 19416    1.2 besonders ‘ererbter Grundbesitz, Liegenschaften, Erbland’ terram etiam, que vulgo hêrbe dicitur UrkWürtt 2,140 (a. 1163); iwer vater der hiez Pant. / Genewîs was sîn lant: / daz ist iwer rehtez erbe UvZLanz 4711; wir svln ovch anders erbes niht gern wan des, da vnser vater inne wont DvAPatern 36; PrOberalt 64,15; NibC 711,3; HvNstAp 4117. – ererbtes Gebäude: ain igleich man mag aus seinem erb wol venster machen in gmain gassen, aber in seins nachpaurs hoffe mag er nicht venster machen StRBrünn 402; StRFreiberg 28,27    1.2.1 in Verbindung mit bzw. in Gegenüberstellung zu anderen Vermögensformen: eigen (erworbenes Gut im Gegensatz zum Erbgut): beidi an egini undi an erbi unde och an varndir habi Mühlh 131,12; beide ir erbe unde ir eigen / und dar zuo alle ir varnden habe, / der tet si sich durch got abe / und stifte ein bistuom rîche StrKarl 10422; UrkFreiberg 1:44,1 (a. 1305); hat ein man eigen unde erbe in Vriberc, da he nicht von cinset StRFreiberg 44,1; Tauler 393,21; MarLegPass 20,133. 24,101; WernhMl 1836. (varndeʒ) guot: sîn erbe und ouch sîn varnde guot AHeinr 247; daz sî gût unde erbe [ possessiones ] mugen haben in der gemeinde StatDtOrd 30,4; varende gût unde erbe [ bona mobilia et immobilia ] ebd. 30,10; Lanc 402,14; StRAugsb 140,14. lêhen: mîn erbe und mîn lêhen Eracl 589; da bott Claudas im das lant offzugeben zu lehen und zu erbe Lanc 11,31. 21,22; die von dem gotzhus erb oder lên hant WeistGr 1,1 (Anfang 14. Jh.); UrkErf 2,2 (a. 1321); UrkRapp 335,22 (a. 1335)    1.3 übertr. (meist religiös): daz erbe [Kriegsscharen anzuführen] ist si uon allem adel an chom Rol 7813; der zorn [...] / den mit ir ungehôrsam / Êve, unser muoter, und Âdam / an uns mit erbe brâhten [ → erbesünde ] , / dô si dîn gebot versmâhten KvHeimHinv 905; die juden, kezzer unde heiden in daz swarze abgründe / got Jesus Krist gevluochet hat, daz ist ir erbe Rumelant 3,57b; der vater [Gottvater] wil da erbe geben, / den sun zuͦ vursten machen Reinolt 2:1,11. – oft bezogen auf das Himmelreich als Erbe für die Menschen: hivte [durch Christi Geburt] ist den verellentin menniskin sin êrbe eroffint Spec 14,22. 114,17; ir erbe solt sîn der himelhof Kreuzf 2473; wol ir gotes helede, / uechtet umbe uwir erbe, / daz iu lange geheizen si Rol 3914. 195; BdN 117,34; PrGeorg 146,8    2 ‘Erbleihgut, Erblehen’, in Erbleihe (Erbpacht) gegen Zins vergebenes Gut: vz dem erbe, daz wir haben von den frowen sant Claren ordens ze Nvrenberch, daz ist daz hvs vnd die hofstat [...], daz vnser erbe von in was elliv jar vmbe drizzik phenninge UrkCorp (WMU) 1313,3; hat er aber zinsig erbe, so widerspreche wir daz niht ebd. 1653,15; noch sint ir zwen der selben kint [des Königs Salaphat] , / der erbe lit ze Baldach, / [...] / die zal der guͤlt sag ich auch: / der ist drizzec tusent guldin WhvÖst 6205; Roth 22; StRBrünn 384. – ‘Erbzins, vererbliche Abgabe’ achte morgen wingarten zv Vbstat, da man daz vierteil abe gibet iergelich zv erbe UrkCorp (WMU) 2863,41    3 ‘Erbrecht, Erbanspruch’ daz sin havsfrowe vnde siniv kint iahen eines erbes vf den selben hof vnde wolten daz bringen mit gezivgen UrkCorp (WMU) 1525,25; [ der abbet ] sol antwrten in der selben vrist allen den, die von rehtime erbe dehaine anesprache dar ane hant ebd. 1453ABC,4; sich verzigen hain [...] alles ir rehtis und ir erbes DRW 3,42 (SchrBodensee; a. 1293)    4 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)    4.1 Wer auf ein Erbe wartet, stirbt oft vorher: wir sehen ofte manigen narren / ûf eines andern erbe harren, / der selbe vil ê wirt begraben / denne jener des erbe er wolte haben Renner 6512    4.2 Man soll um sein Erbe kämpfen: si heten wol gelesen / an einem buoche, heizt Cato, / dâ stüende geschriben alsô: / ‘man sol vehten umb daz erbe’ [Disticha Catonis, Sent. 30: irascere ob rem ] Ottok 16099

MWB 1 1792,3; Bearbeiter: Richter

erbe (?) Subst. unklar, vielleicht zu mlat. herba i.S.v. ‘Zauberkraut’ (vgl. Anm.z.St.) oder im übertr. Sinn zu erbe stN. ‘Erbschaft’ ?: si [die Diener des Antichrist] gebent eim [der sich ihnen widersetzt] ir erbe, / daz er dar umb verderbe HvNstGZ 5794

MWB 1 1793,32; Bearbeiter: Richter

erbeacker stM. ‘erbliches Ackerland’ de uno erbacher I denarium UrbNAlteich 361

MWB 1 1793,38; Bearbeiter: Richter

erbe|ahtec Adj. erbehaftec 1

MWB 1 1793,40;

erbebescheit stMN. Bed. unklar, vermutlich ‘erbliches Recht’ cum omnibus bonis, que ipsi Y. competunt vel competere possunt quod vulgariter erfbeschit dicitur DRW 3,35 (CDRhMos.; a. 1311)

MWB 1 1793,41; Bearbeiter: Richter