e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ër
stswM.
→
ër
Pron. 2.8
MWB 1 1777,43;
êr, ê
Adv., Adj., Konj., Präp.
überw. ê; auch eb hier verbucht, s. 5.
1 Adv. ‘früher, vorher, eher’
1.1 temporal 1.2 mit abgeschwächter temporaler Bed., tendenziell modal ‘eher, lieber’
1.3 in der Wendung wîlen ~
1.4 in disjunktiven Formeln zusammen mit sît, sîder, sint, nâch 1.5 etw. in einem Text vorher Erwähntes wieder aufnehmend 2 adj. als Komparativ flektierend ‘früher, vorig’
3 Konj. ‘bevor, ehe’
3.1 einen Temporalsatz einleitend 3.2 modal (mit abgeschwächter temporaler Bed.), die Möglichkeit oder Gültigkeit
der übergeordneten Aussage einschränkend ‘ehe dass’
3.3 korrelierend mit adv. ê im übergeordneten Satz (vgl.
1.2 ) 3.4 in Verbindung mit einer weiteren Konj. 3.4.1
ê danne (s.a. 1.2 ) 3.4.2
ê daʒ 4 Präp. ‘vor’
4.1 mit Gen. 4.1.1 in der Verbindung ê(r) dës 4.1.2 in der Verbindung ê mâles (
êmâles
) 4.2 mit Dat. 4.3 bei Fem. meist nicht entscheidbar, ob mit Gen. oder Dat. 4.4 vereinzelt mit Akk. 5 als Konj. (vgl. 3.1 ) in der Form eb(e) ; unklar, ob hierher
(vgl. 2 DWB 7,2 : entweder ê mit labialem
Übergangslaut oder aus der frnhd. bezeugten Verbindung ê ob
‘bevor’ entstanden)
1
Adv. ‘früher, vorher, eher’
1.1
temporal:
dizze sageten uns e / di alten prophete
VEzzo
311;
der ê hochvertich was, der ist nu diemutic worden
Konr
21,61;
mir ist vil unsanfter nu dan ê MF:Reinm
29: 1,3;
sô werdent die früht dester êr zeitig BdN
337,19;
Iw
2943.
7170.
–
vor sibenzehen jâren ê Greg
3299;
vor einem jâre / oder ê Tr
4437.
–
diu driu enhabent geleites niht, diu zwei enwerden ê gesunt
Walth
8,27;
daz mac nicht sîn, / zwâr ir müezet enbîzen ê
HvFreibTr
5943.
–
sus sint diu alten wâpen mîn / ê dicke und aber
[früher oftmals und jetzt wieder] worden schîn
Parz
689,2
1.2
mit abgeschwächter temporaler Bed., tendenziell modal ‘eher, lieber’
dich [Maria] horet got e dan mich
MarHimmelf
884.
– korrelierend mit einem durch ê (Konj.) oder
danne eingeleiteten abh. Satz (vgl. 3.3):
dem tiefen sê / bevel ich ê / mîn houbet und mînen
fuoz, / ê ich der frowen mîn / iemer guoten hulden enbære SM:
Gl
1: 6,6;
do sprachen si [...], sie liezein in ê die
helse ab stozen [...], ê si dc iemer getetin
UrkCorp (WMU)
902,19;
NibB
1155,1;
ich ließ mir ee myn heubt abeslagen dann ichs uch
sagte Lanc
259,25.
– in der Wendung dëste(r) ê:
ich han es also viel dester ee gethan
Lanc
161,30;
dvr dc er [...] des kvniges vnd der hertzogin
hvlde dest e irwerbe UrkCorp (WMU)
920,34
1.3
in der Wendung wîlen ~
:
dere geslehte dare quam wîlin êre / von Armenie der hêrin Anno
20,15;
ezn stât nu niht als wîlent ê Tr
19479.
16689;
warumbe ich swîge und nit ensinge als wîlent ê SM:
Te
6: 1,3;
Walth
120,9
1.4
in disjunktiven Formeln zusammen mit sît, sîder, sint, nâch:
die schœnesten ouwe, / die keines ougen schouwe / ie
überlûhte ê oder sît Tr
545.
2092.
– v.a. negiert (wëder) ê noch sît u.ä. ‘niemals’
ern erkunte sît noch ê / âne sîn selbes wîp / nie
süezer rede noch schœnern lîp Iw
6514;
grœzer êre erbôt man nie, / weder ê noch sît,
deheinem man Wig
4288;
weder sit noch er Roth
4874;
Rol
3236.
–
deweder e noch sint / enwart er nie me so fro
Herb
17939;
weder e noch sider / wart da grozzer ruwe ebd.
13268.
12386.
–
deweder nach noch e / quam ir zv samne nie me
Herb
3419.
14646
1.5
etw. in einem Text vorher Erwähntes wieder aufnehmend:
als ê geschriben ist UrkCorp (WMU)
1800A,26.
– in der Verbindung ê genant ( →
êgenant
; s.a.
êgedâht
):
die selben segs, die e genant sin, die tailten des tags alle die hab
UrkCorp (WMU)
2694,20
2
adj. als Komparativ flektierend ‘früher, vorig’
ezn wac ir erriu rîterschaft / engegen dirre niht ein strô
Iw
7256;
wie iz des errin tagis irgienc Ägidius
439;
[Christus] lâite dannin die geuangin [die in
der Erbsünde gefangene Menschheit] wider in den êrrn vritvͦm
Spec
59,1.
15,26.
– subst.:
Heimrîches marschalc kom gevarn, / zuo den vor komenden
scharn / leit er sînen herren, / die kumenden zuo den êrren Wh
238,14;
er was mit mir der êrre / hiute morgen ebd.
273,28;
KvHeimUrst
838
3
Konj. ‘bevor, ehe’
3.1
einen Temporalsatz einleitend:
dez morgens, e di sunne uf ge Macer
30,11;
diu tischlachen wâren ab genomn / ê si inz poulûn wære
komn Parz
83,6;
daz wort ist vleisch worden, / daz got in siner minne /
vor dem ersten beginne / gebar in siner vorbesicht, / er da wurde geschaffen
icht / und er der himel wurde HeslApk
544;
VAlex
497;
Spec
110,5.
– brachylogisch zur Anknüpfung eines Satzgliedes:
koment sie her, e wir dar, / so entshumpfiernt sie
uns gar Rennew
29957;
kumd it och also, dat wir sterven ê de grievinne UrkCorp
(WMU)
59,16
3.2
modal (mit abgeschwächter temporaler Bed.), die Möglichkeit oder Gültigkeit
der übergeordneten Aussage einschränkend ‘ehe dass’
si wolten sich ertrenchen / in daz mer versenchen / ê si
daz dulten wolten / daz si in dienen solten VMos
45,12;
si wolten den grimmigen tot dolen, / e si haim wolten
chom / ane sige unt ane ere Rol
5460.
7326;
ê ich dîn abe gestê, / jâ enist in der welte sô guotes
niht, / ich enversprechez ê MF:Reinm
41: 2,7;
Iw
2328;
Rennew
24292
3.3
korrelierend mit adv. ê im übergeordneten Satz (vgl.
1.2):
ê si den knappen rîten lieze, / si vrâgte in ê wie er
hieze Parz
140,3;
ee ich uch hinweg laß geen, ee wil ich uch allen mynen
willen sagen Lanc
54,25.
588,7;
dem tiefen sê / bevel ich ê / mîn houbet und mînen fuoz, /
ê ich der frowen mîn / iemer guoten hulden enbære SM:Gl
1: 6,8
3.4
in Verbindung mit einer weiteren Konj.
3.4.1
ê danne (s.a. 1.2):
e denne sie sich liezzen vertriben, / wolten sie
gefangen bliben Herb
4617;
wand er [Gott] übel unde
guot / erkennet ê dan ez geschiht Wig
5153;
unde als die muter hie gebar / lutter sunder vlecken
gar / daz gemischete gotes wort, / also gebar iz der vater dort / in
eweclicher vorbesicht / er dan wurde geschaffen icht HeslApk
702;
MNat
2,13.
–
Johannes baptista wart drîe mânden geheiliget in sîner muter lîbe
vore êr danne her geborn wart HvFritzlHl
144,5
3.4.2
ê daʒ:
e daz ir trinkt, so wischt den munt
TannhHofz
93;
ê daz ich mîn ritterlîche stæte bræche an guoten
wîben, / ich wolde ê immer valscher wîbe hulde frî belîben KLD:
UvL
25,67;
ez vrâgent vil liute: waz tete got, ê daz er
himelrîche und ertrîche beschuof Eckh
5: 418,2;
NibB
311,2;
SM:Had
35: 5,5.
–
ê danne daʒ:
ein mensche [...], der
[...] als edel was als Adam und als
vollekomen, ê danne daz er die sünde begie PrBerth
1:291,37
4
Präp. ‘vor’
4.1
mit Gen.:
swaz ich die ziͤt mit dem gvt geschaft han ê mines gevertes minen chinden
UrkCorp (WMU)
898,40;
KlageB
3625.
– in der Wendung ê tages u.ä. ‘vorzeitig, zu früh’
der tot der wil uns twingen, / daz wir sterben e
tages Rennew
25917;
den tugendelôsen wolt ich swache spîsen, / daz er ê sîner tage müeste
grîsen RvZw
163,8;
nu welt ir [...] mich tœten ê
mînes zils BuchdKg
20,13
4.1.1
in der Verbindung ê(r) dës:
– als Adv. ‘vormals, früher’ (vgl.
êdës
):
iz [das Glas] is alinc
unde luter sint, als iz e des was MarldA
19;
als ir mich êrdes hôrt sage [l. sagen
]
Kröllwitz
2161;
PrOberalt
63,6.
– korrelierend mit einem mit ê eingeleiteten abh.
Temporalsatz:
die ê des, ê si den hiligen gelauben enphiengen,
die hunte waren, do si gelaubich wurden, do wurden si diu chint
gehaizzen PrOberalt
63,4.
– als Konj.:
ê des niht ensüle geschehen, / ich lâze mir ê
nemen den lîp Iw
2230
4.1.2
in der Verbindung ê mâles ( →
êmâles
):
ich [...] kam vil vridelîche
/ her in disiu rîche, / als ich ê mâles hân getân Tr
6399
4.2
mit Dat.:
mit dem selben bejage / huop er sich danne ê tage StrAmis
1028;
e mitten tage Herb
7933;
si bat ir herren kusses e irme ende Stolle
17,10;
des blizzens schuz, / wie sich der e dem dunre rege Damen
5,4;
MfrkReimb
396;
Rumelant
2,367b
4.3
bei Fem. meist nicht entscheidbar, ob mit Gen. oder Dat.:
e der widerkare / ir werdet baz enphangen
Herb
1398;
ich kume her wider noch vor naht [La. e nacht
]
Eracl
3600;
off jhener burg, die morn ee vesperzytt uwer sol syn
Lanc
159,24.
– in der Wendung ê (der) zît
‘vorzeitig’
hailiger gaist, des bewar mich, / daz ich ê zît /
iemen haize benemen den lîp Kchr
13405;
daz ich erfürhte werden grâ / ê zît KLD:RdSchr
1:1,7;
muoz der mensch oder daz tier ê der zeit sterben und
gar unkreftig werden BdN
139,26.
–
gewinnet si [die Frau] kint
ê ir rehten zîte SpdtL
117,1
4.4
vereinzelt mit Akk.:
ich sende uweren geslechten / Elyam den propheten, / den
uwer vordern heten / an libe bi den erren, / er den tac unses herren
HeslApk
18416
5
als Konj. (vgl. 3.1) in der Form eb(e); unklar, ob hierher
(vgl. 2DWB 7,2: entweder ê mit labialem
Übergangslaut oder aus der frnhd. bezeugten Verbindung ê ob
‘bevor’ entstanden):
also er [Christus] uns vorgegangen
ist drú und drissig jor durch manigvaltig gros liden, ebe er wider zuͦ dem vatter
kummen moͤhte Tauler
80,23;
var hin wider, Sathanas, und nim ze helfe
[...] die meistere von den juden und lere si, wie si
in [Jesus] toͤten in siner kintheit, eb das er in die
schuͦle gat Mechth
5: 23,99
MWB 1 1777,44; Bearbeiter: Runow
êr
stN.
‘Erz, Metall (bes. Bronze, Kupfer, Messing)’ (s.a.
ërze
):
die gloken uon starkem ere Lucid
85,14;
er sach, daz er daz êr / verschrôten niht enkunde KvWTroj
9720;
wære ein werc gegozzen / von êre oder von golde, / ezn dorfte
noch ensolde / niemer baz gevüeget sîn Tr
18209;
swaz von ere oder von kupher oder von ysen oder von blie oder
von zin gemaht ist StRAugsb
151,12;
dâ ist ein man von êre / ûf dem pfîlære gegozzen Flore (S)
4256;
der [Altar]
[...] waz mit êri uzzan und innan besclagen PrSchw
2,118;
VMos
62,10;
Kchr
218;
Wig
7074
MWB 1 1780,13; Bearbeiter: Runow
eraffen
swV.
‘zum Affen werden, sich lächerlich machen’
der alte vil geclaffet / da von er eraffet Martina
125,52;
gein dez [Gottes] hohin liste / elliv wisheit
eraffet ebd.
120,77
MWB 1 1780,25; Bearbeiter: Runow
erahten
swV.
1
‘etw. (nach Zahl und Maß) bestimmen, ermessen’
2
‘jmdm. etw. bestimmen, zuteil werden lassen’
1
‘etw. (nach Zahl und Maß) bestimmen, ermessen’
got hiez in [Abraham] oͮf sehen an den himil und
hiez in zelen / die sterne [...] / unde also uil so erz
mohte getoͮn, daz als uil ieman [...] / moht erahten den
samen der uon sînem libe chome GenM
35,11;
ein man sol erahten niht / wie lange im ze leben geschiht WälGa
5457;
valscher werk und valscher ræte / die Unger habent sô vil, /
daz ez niemen ûf ein zil / mac erahten noch erzeln Ottok
31334;
Wh
256,3;
Georg
5424.
–
niemen die genâde erahten chan / die got an mir begangen
hât KvHeimUrst
2074.
2036;
ir smerze wart so wehe, / daz daz nimant kunde irachten
Brun
6016
2
‘jmdm. etw. bestimmen, zuteil werden lassen’
herre, mir hât ez eht niwan got erahtet: ez kunde mir anders niht geschehen
sîn PrBerth
1:348,30;
ez ist hie din mâck Raguel. der hât niuwen ain tohter un diu ist dier erahtot
mit allem iers vaters guͦt PrSchw
2,18;
ist iu daz erbe sin eraht, / so sit ir sælig her komen
WhvÖst
4118
MWB 1 1780,29; Bearbeiter: Runow
eralde
swM.
→
heralt
MWB 1 1780,49;
eralten
swV.
st. Part. Prät. eralten
Konr (Sch)
159,21.
‘alt werden’
dô Ysaac eraltôte daz
gesûne [Sehkraft] ime tunchlôte Gen
1115;
iraltet [interl. zu inveteraverunt
] sint div gebæine min PsM
31,3;
so diu lacerta eraltet. so erblintet si in beiden ougen
JPhys
12,3;
also ist der mensch eralltet / und auch erwynttert und
verlan Teichn
714,62;
Spec
9,18;
Priesterl
577;
WälGa
12873.
– übertr. ‘ermüden, nachlassen’
joch enwil ich niemer des eralten, / swenne ich si sîhe, mir ensî von herzen
wol MF:Mor
11b:5,7.
– phras. in sünden ~
:
und alle die alsô eraltent unde versteinent in den sünden PrBerth
1:205,1;
vil treip des dô Theodas, / der in den sünden eraltet was LBarl
13125.
–
induite novum hominem. [ Eph 4,24] der selbe sin
der ist nu leider vil harte eralten unde ervernt in den alten sunden, den sult ir nu
wider niwen Konr (Sch)
159,21
MWB 1 1780,50; Bearbeiter: Runow
eraltenen
swV.
1 intr. ‘alt werden’
2 tr. ‘etw. alt machen, alt werden lassen’
1
intr. ‘alt werden’
do Ysaac eraltenote und im dei oͮgen tunchiloten GenM
48,25;
sint eraltenet / eraltenoten [Doppelglossierung zu lat.
inveteraverunt
] gebeine miniu PsWindb
31,3;
also wir selbe sehen wie sich diu werlt genaiget hat ze dem
valle, wie si eraltent ist PrOberalt
9,23.
9,26
2
tr. ‘etw. alt machen, alt werden lassen’
[Gott] sein selbes bilde an dem menschen erniuet daz der
tiufel an im eraltent und vertunchelt het PrOberalt
4,25
MWB 1 1781,4; Bearbeiter: Runow
erarbeiten
swV.
‘etw. (durch Mühe, Anstrengung) erwerben, erreichen’
ein iclich man demi sin huisvrowi stirbit· undi umi kindir
leizit· [...] die sal sine kindiri mit demi gute zie, daz
umi sien huisvroiwe gilazin heit· unde he mit uri irerbeitit heit
Mühlh
140,20;
swaz sie [die armen Arbeitenden] derarbeiten, daz
gêt den gîtigen hin hein PrBerth
1:258,3;
wo mit hast du so grozz guͦt gewunn, oder wo mit hast du ez er arbait
GestRom
39;
vnser zwen weingarten, die wir mit ein ander erarbeitet haben, vnd die vns von
dehainem vnserm freunte nicht anerstarben sint UrkHeil
2,142
(a. 1331);
SchwSp (W)
15,10;
BdN
302,28.
–
ob wir daz vor unser broͤde niht eraribeiten muͤgen, daz wir
denn erschinen in der schar der heiligen PrOberalt
172,37;
Seuse
98,20
MWB 1 1781,14; Bearbeiter: Runow
erargen
swV.
‘bösartig, geizig werden’
die hêrren sint erarget. / swer dâ heime niht enhât, / wie maneger guoter
dinge der darbet MF:Her
2:4,5
MWB 1 1781,30; Bearbeiter: Runow
erarmen
swV.
‘arm werden, verarmen’
ob sîn dinc unhäiles ergât, / daz er nâch rîchtûm erarmet
Erinn
279;
ditz lant ist sô erarmet, / daz ez mir erbarmet Helbl
15,733;
im wârn versliffen gar die soln / und daz gewant erarmet Schlegel
281;
Ottok
66155.
– übertr. auf geistige Verarmung:
der got also vergisset, [...] gar verflvchet / seint
si van gotes zorne, [...] er ist reich ob allen kvnigen,
swer nicht in solher aremut erarmet JTit
Regenb. 7,4
MWB 1 1781,33; Bearbeiter: Runow
erarnede
F.
‘Verdienst’
wolle wir mit im [Christus] erben /
sinen turen gekouften tron, / dar manlich nimet sin lon / siner erarneten inne
HeslApk
9639;
so daz wir von dem valle / zuen gnaden wider alle / von
irworben irarnten sin komen ebd.
16333
u.ö.
MWB 1 1781,42; Bearbeiter: Runow
erarnen
swV.
1
‘(sich) etw. (durch Anstrengung) verdienen, etw. erlangen’
2
‘jmdn./ etw. an sich bringen’
2.1
‘jmdn. befreien, retten’
2.2 als Part.-Adj. 3
‘für etw. büßen, bestraft werden; etw. wiedergutmachen’ (mit Akk.d.S.) 4 phras. etw. tiure/ sûr/ harte ~
1
‘(sich) etw. (durch Anstrengung) verdienen, etw. erlangen’
swaz du [Adam] hinnefur gizzest, uil harte du daz
erarnest, / du muͦst mit arbeiten dinen lip leiten [Gn
3,17-19]
GenM
19,6;
mich hât lieber wân in die fröide brâht, daz ich wânde sîn /
lôn erarnen gar KLD:GvN
25: 4,4;
ich wæne der muoter diu kint / lieber denne dem vater sint, / durh daz wan
siez erarnet harte LvRegFr
792;
StatDtOrd
25,27;
Eckh
5: 298,11.
– bezogen auf Lohn oder Strafe im Jenseits:
si [die Barmherzigen] erarnent,
daz sie got gesehent Vateruns
132;
swer im selben tuot den tôt, / der hât der mit erarnôt, /
daz diu arme sêle / brinnet in der helle iemer mêre Kchr
2676;
daz er [Gott] irwinde / sulhes
zornis, alsih wider sinen hulden irarnit han Litan
1209;
LBarl
4255;
Spec
26,24.
– subst.:
unse irarnen lit an wirkine, und daz ist cleine und enge, und darumme
inhait he unse lon nicht geleit in wirkin, mer in lidin Parad
93,24
2
‘jmdn./ etw. an sich bringen’
ey Gyburc, süeze wîp, / mit schaden erarnet wart dîn lîp
Wh
14,30
2.1
‘jmdn. befreien, retten’
din [Eleander] vil hoche
wirdekaitt / und din usser welter lib / hatt er arnett mich armes
wib [Amolita] , / des ich gedanken nit enkan
GTroj
21280.
– bezogen auf Christus, der die Menschheit vor dem Teufel rettet:
wir gelouben an die trinitât / und daz er
[Christus] uns mit dem tôde erarnet hât
Loheng
3705;
der mant uns, wî er uns habe erarnet PrStPaul
54,15
2.2
als Part.-Adj.:
daz ist sine [Gottes] erarnete
menscheit [menschliche Natur, die er angenommen
hat] , / durch die der sun ans cruce schreit
HeslApk
7641
3
‘für etw. büßen, bestraft werden; etw. wiedergutmachen’ (mit Akk.d.S.):
ez muoz erarnen Hagene, daz er iu hât getân
NibB
1909,3;
kumich ze wer, ez muoz sîn lîp erarnen, / der mich mit strîte
niht verbirt KLD:UvL
40: 4,6;
swaz al iuwerem here geschiht, / daz welt ir haben doch vür
niht. / ir liget hie ungewarnet; / daz ir noch hiute erarnet Wh
334,22;
Rol
4556;
SM:Had
14: 3,5;
TannhBu
33.
– mit Obj.-Satz:
si erarnent mit dem tôde, daz in diu küneginne gît
NibB
2075,4
4
phras. etw. tiure/ sûr/ harte ~
:
sin selde manig faltt / und sin frow vil wol gestaltt / hett
er erarnett [verdient] gnüg sur GTroj
24897;
er het ez sô tiuwer / erarnet in dem fiuwer, / daz er wære al gar verbrant
UvLFrd
146,1;
HvNstAp
19607;
Seuse
217,17.
–
mein [Jesu] menschait sy [die
Sünder] vil tewr hat / an dem chreucz erarnet
[freigekauft, gerettet]
Hawich
187;
das er [Jesus] vergossen hat sin bluͦt / und
uns erarnet hat hert sure KvHelmsd
3539.
3569;
Seuse
121,17.
–
er muoz sîn sêre engelten / swen der tôt vindet
ungewarnet. / ôwê wie harte erz erarnet [büßen] / âne
zwîvel und âne wân! Eracl
520;
daz tugentlich guͦt werk muͦste er vil sur erarnen mit
marterlichem lidene Seuse
117,25
MWB 1 1781,47; Bearbeiter: Runow
erarnunge
stF.
‘Verdienst’
unde hat gedacht an di erarnunge unde an daz togintliche lebin sines getruwen
diners unde knechtis Köditz
75,23;
ouch ist iz kuntlich daz vel besezzene menschin zu dem grabe des lieben
heiligen bracht sin unde von gotis gnadin unde erarnunge des edeln lantgravin von
den bosin geistin erlost sin ebd.
72,18
u.ö.
MWB 1 1782,40; Bearbeiter: Runow
erbâgen
swV.
‘sich einer Sache rühmen, mit etw. prahlen’
wer sol iz allez erpagen? / ez muz den lerer betragen, / wenne der junge so
putschisen tut [sich unverschämt beträgt (vgl.
Anm.z.St.)]
Jüngl
253
MWB 1 1782,47; Bearbeiter: Runow
erbalden
swV.
1
‘kühn werden, seinen Mut zusammen nehmen’
1.1 intr. 1.1.1 mit präp. Erg. ‘den Mut in Bezug auf etw. zusammen nehmen, sich ein Herz
zu etw. fassen’
1.1.2 mit Inf. ‘sich etw. herausnehmen’
1.2 refl. 2 tr. 2.1
‘etw. kühn in Angriff nehmen’
2.2
‘jmdn./etw. bestärken, ermutigen’
1
‘kühn werden, seinen Mut zusammen nehmen’
1.1
intr.:
ze jungest gwan er den muot, / daz er gie gein der gluot,
/ er erbaldete und gewan den sin, / daz er enalmitten gie dar in
Eracl
1267;
ze jungist erbalte der alte man, / die rede huob er alsus
an Kchr
3045;
ez ist vil manic man, der niemer getörste erbalden unde gewâgen in einem
wilden walde ze sînne PrBerth
1:542,25;
Ottok
3186;
Vät
36843.
–
[eine Stimme spricht:] ‘dû solt her gân, / lieber
vriunt, und chüsse mich.’/ vil chûme erbaldete ich, / daz ich gerne dar sach
KvHeimUrst
1442
1.1.1
mit präp. Erg. ‘den Mut in Bezug auf etw. zusammen nehmen, sich ein Herz
zu etw. fassen’
ich negetar nach deme geiste
erbalden [fragend vorzudringen ?] me baz, /
zerluogenne sine suntergenge bin ich leider vile laz Himmelr
5,1;
[nach der Aufforderung, dass nur treue Ehefrauen ein Opfer
geben sollen:] dô begunden die vrouwen
[...] mit opher zuo dringen. / die da tougen
heten man, / die erbalten dar an / und wurden die aller êrsten dar
StrAmis
394;
UvZLanz
1012;
si begonden sere erbalden / gegen den guten alden Pass III
87,65
1.1.2
mit Inf. ‘sich etw. herausnehmen’
ez ist ce behvtene daz mit decheiner vrsage ieman irbalde [
praesumat
] den anderin mvnich besirme [l.
beschirmen
]
BrHoh
69;
daz niht erbalde mere zerheuen sich der mennisk uf der erde PsM
9,39
1.2
refl.:
Genelun erbalte sich do Rol
1757;
noh insol sich inchein irbalden daz ir mit sim apte in dim
chlostre old v̂zirhalp frevlich chriegeie BrEng
3.
33;
Agly do, diu wol gestalt, / erbalt sich und zwincte, /
mit augen si do wincte / Wildhelm WhvÖst
9445;
Seuse
117,2.
5,12.
– wohl hierher:
hey reyt van heyden zo heyden / ind heysch sy sich wael gehalden / ind
mennelich an dem stryde ervalden [sich im Kampf zu
behaupten]
KarlGalie
12666
2
tr.
2.1
‘etw. kühn in Angriff nehmen’
daz ist daz sieden, in dem wir sieden muzzen ê wir mit got veraint werden.
von disen sieden wer noch vil cze reden und auz der mâzzen suzzew red, denn daz
ich ez niht getar erpalden MvHeilFr
42
2.2
‘jmdn./etw. bestärken, ermutigen’
ein wîser herr sol einen man / erbalden der im rætet, wan / ob er mit
vorhten râten sol, / sô mac er selten râten wol WälGa
13142;
von dem gedingen sîner [Gottes] liebe, dâ von
wirt si [
minne
] erbaltet DvASchr
392,3
MWB 1 1782,51; Bearbeiter: Runow
erbaltnisse
stF.
‘Dreistigkeit, Vermessenheit’
presumptio: erbaltnisse vel geturst SummHeinr
2:427,01.101
MWB 1 1783,34; Bearbeiter: Runow
erbangen
swV.
‘Angst, Sorge bekommen’
got vater, got sun und got geist, / der die cristenheit sach
allermeist / in dem beginne irbangen / von kumftigen getwangen
HeslApk
197
MWB 1 1783,36; Bearbeiter: Runow
erbarbe
Subst.
eine Pflanze:
aller pfat voreinet was dirre walt [...] verhulzet
und versteinet [...] mit verbene verwahsen und erbarbe
JTit
300,4
MWB 1 1783,40; Bearbeiter: Runow
erbære
stM.
‘Erbe, Erbberechtigter’
er [...] wolte ouch durch den willen mîn / êlîches
wîbes âne sîn, / daz ich sîn erbære / nâch sînem tôde wære Tr (M)
10567
MWB 1 1783,43; Bearbeiter: Runow
êrbære
Adj.
auch êrebære ( SM:St
2:1,3), êrenbêre (
HvFreibTr
5825
).
‘ehrbar, geachtet, unbescholten, ehrwürdig’
1 bezogen auf Standeszugehörigkeit und vorbildliches Verhalten von Personen 1.1 allg. 1.2 häufig rechtsspr. (s.a. WMU 1,485f. und DRW 2,1257-1261 mit weiterer Differenzierung) 2 bezogen auf (geistl.) Institutionen 3 von Sachen/ Abstrakta ‘ehrwürdig; Ehrfurcht gebietend; angemessen, gut’
1
bezogen auf Standeszugehörigkeit und vorbildliches Verhalten von Personen
1.1
allg.:
ir sit biderbe und gewære, / getriu und erbære, /
gefuge, milte und guͦt, / bescheiden, stæte, wolgemuͦt StrKD
145,430;
wie höfsch und wie êrbære / der junge künic wære
Tr
421;
diu [Dame] ist schœne und
êrebære, / daz ir tugentlicher lîb / hœhet mînen senden muot SM:
St
2: 1,3;
die helde als êrenbêre HvFreibTr
5825;
durch gemein nutz und fride der erbern lute
WüP
62,3;
Iw
116;
UvZLanz
7173;
GvJudenb
4424.
– subst.:
daz verdient der êrbære / mit triuwen als ein hübsch
man UvZLanz
5984
u.ö.;
die gute und die erbere HvNstAp
2065
1.2
häufig rechtsspr. (s.a. WMU 1,485f. und DRW 2,1257-1261
mit weiterer Differenzierung):
– zur Betonung der besonderen Würde, bei Amts- oder
Standesbezeichnungen:
der êrbere patriarche von Jherusalem
StatDtOrd
22,24;
dem erbern rither an dem lantdage ze Winphin ænbieten wir
[...] vnsern dinst UrkCorp (WMU)
952,17;
mid deme eirbern heren herren Baldewyne dem erzebischoeve van Tryren
MGHConst
5:400,41
(a. 1318).
– zur Betonung des guten Leumundes:
daz disiu stat ze Auspurch ze allen ziten einen
gesworn rat sol haben von zwelf erbaeren mannen der besten unde der
witzegsten die hie sin StRAugsb
11,10;
v.a. bei der Nennung von Zeugen:
und daz man daz beziugen mac selbe dritte êrber liute
SpdtL
225,8;
daz su das selbe gedinge durch gezugnisz zweyer erberer man meͦgent
bewysen MGHConst
3:145,16
(a. 1277);
mit den zeugen, die hie geschriben vnt wenant sint
[...] vnt anderr ereberer leut genveg
UrkCorp (WMU)
2085,8
u.ö.
2
bezogen auf (geistl.) Institutionen:
vnd [...] setzzen vns des vorgenanten guetes dem
erbern conuent vnd Wernharten von Liligenueld [...] ze
scherm UrkCorp (WMU)
864,24;
daz erber capitel von Salzburch ebd.
N397,16.
1921,44
3
von Sachen/ Abstrakta ‘ehrwürdig; Ehrfurcht gebietend; angemessen, gut’
ez ist reht daz ich iu lône / der êrbæren krône / die ich von
iuwern schulden truoc Iw
4248;
meyster Albret, keysyr Frederichis smyt
[...] der hat dyse const gar unde gancz worsucht an den
yrbaryn rossen, dy ym der keysir bewolen hatte Albrant
3,Überschr.;
ain erber hûs UrkCorp (WMU)
1435:1,26.
2216,21;
EnikWchr
1760;
Ottok
86492.
–
die juden [...] bereiten
ime [Joseph] dô / einen êrbæren antvanc
KvHeimUrst
1293;
daz vnseriv wort nvtzze sin vnd notvrftich vnd erbare
PrBerthKl
8,21.
4,68;
vnd in da erberlich bestatten mit opphir vnd mit lîethe vnd andir erberer
giwonheit UrkCorp (WMU)
155,33;
daz ir mich mit triwen meinet, / daz habt ir mir
bescheinet / mit iwer êrbæren kunft Ottok
14161
u.ö.;
UvZLanz
8328;
Eckh
5: 264,1.
–
die herren [...] giengen sich beraten, / als
Artus der chünic bat, / [...] vnd vunden, daz im wære /
niht also erbære, / so daz er seins tages bit Krone
10337
MWB 1 1783,47; Bearbeiter: Runow
êrbære
stF.
‘angemessenes, ehrenhaftes Verhalten’
die brâhten si ze hûse / dem künige Artûse, / daz siu sîn
gesinde wære / durch ir êrbære, / wan siu was ein wîsiu maget UvZLanz
7680;
dunket es uch ain erbare sin, so dunket es aber mich ain hôfart PrGeorg
21,16.
86,8
MWB 1 1784,43; Bearbeiter: Runow
êrbærec
Adj.
auch erwærig, erwerg.
‘ehrbar, geachtet, unbescholten’
1 bezogen auf Standeszugehörigkeit und vorbildliches Verhalten von Personen 1.1 allg. 1.2 rechtsspr., bezogen auf guten Leumund, bes. von Zeugen 2 bezogen auf (geistl.) Institutionen 3 auf Sachen/ Abstrakta bezogen ‘anständig, gut’
1
bezogen auf Standeszugehörigkeit und vorbildliches Verhalten von Personen
1.1
allg.:
er ist ain erberger und weschaidener man
HvHürnh
Vorr. 21;
die guten læut und die erwærigen die verlaitet er
[der Antichrist] mit den zaichen
PrOberalt
13,37;
die êrbærigen frawen des paumes
[Mönchspfeffer] pleter in ir häuser sträuten hie
vor, daz si und ir man dester käuscher lebten BdN
311,26;
StatTrient
121.
–
dvrch vnsers lieben herren, des erwergen bischof Wernharts von Pazzawe
UrkWittelsb
2,173
(a. 1311);
küng Johannes von Pehaim
[...] und vil êrbæriger ritterschaft
BdN
76,18
1.2
rechtsspr., bezogen auf guten Leumund, bes. von Zeugen:
ez ensei danne daz derselbe, der den totslach hat getan, mit im selbe
dritten erbæriger læute vnd gelaubhaftiger læute sich da von genemen mvͤg
UrkWittelsb
1,417
(a. 1287);
dirre sache sint gezivch [...] Seifrid vnd
Chvnrat vnser schreiber vnd ander erberig zivch UrkCorp (WMU)
1474,17;
StRMünch
373,12.
– subst.:
geschæch avch daz, daz der geisel einer oder mer niht enwær ê wir
vnsers silbers wurden gewert, so sol vns der vor genant hertzog von
Oͤsterrich ein andern als erwergen an des selben stat setzen in einem moneid
UrkCorp
2934,8
2
bezogen auf (geistl.) Institutionen:
der gaistlichen vnd der erwærigen samnvng der vrowen ze Pettendorf
UrkCorp (WMU)
3014,55
3
auf Sachen/ Abstrakta bezogen ‘anständig, gut’
ir habt erbaͤrig sit Teichn
464,523;
gar ain schön und ain erwergk ding ist das an dem chünigk das
er sich enthabde vor vil rede HvHürnh
11,1.
29,1
MWB 1 1784,49; Bearbeiter: Runow
êrbærecheit, êrbærkeit
stF.
1
‘Ansehen, Würde’ , bezogen auf Stellung oder Verhalten 2
‘Obrigkeit, höherer Stand’
3
‘Ehrfurcht, Respekt’
1
‘Ansehen, Würde’, bezogen auf Stellung oder Verhalten:
wie vil er [der Erbe] gülte sülle
hân von geistlîcher gâbe, dâ sol man an des mannes edel sehen und an sîn êrbærkeit
SpdtL
86,14;
als sy [die Königin] ist den andern vor an
wirdichait, also sol sy sein vor den andern an käwsch vnd an erberchait
Schachzb
37,38;
alle [...], / die von der mägde
[Maria] heilecheit / ald von ir lebens êrbaerecheit /
[...] wisten WvRh
1750;
Teichn
441,75;
Secret
939.
–
zu nutze vnde zu erberkeit des heilgen riches UrkCorp (WMU)
2785A,20.
–
der got unserer vetere der hat mit erberkeit clar gemachit synen son
Jhesum Apostelgesch
3,13.
– hierher? Bed. unklar; vielleicht ‘ehrbar scheinende Routine’
wie werin sú so billich ze weinen, den die gewonheit ze
einer billichi und die billichi zuͦ einer erberkeit worden ist!
Seuse
456,7.
222,5
2
‘Obrigkeit, höherer Stand’
swes sich furstelich erberkeyt bedenket und tut mit rate, das sal gancz stete
blyben unvorrucket ebeclich ymmir me UrkBresl
120
(a. 1327)
3
‘Ehrfurcht, Respekt’
uf stunden ken mir di alden / und mir irbuten erberkeit
Hiob
11097;
die jungeren swigen alle âne Pêtrus. [...]
[manche sagen,] iz wêre von êrbêrikeit, daz si nicht
intorsten unseme herren antwerten HvFritzlHl
92,12;
HistAE
5054;
ditz [Fasten] pflege wir nicht bî
unsern tagen / von nôtdurft der heilikeit, / nur durch ein êrbêrekeit
JvFrst
2930;
BrAsb
52;
Eckh
5: 264,3.
–
dem menschen blibet, daz er hat / ir worben vor mit
vrumer tat, / da man syner by gedenket / und hindennach im schenket / mit gutem
gedechnisse / vil erberkeit [ehrerbietiges Gedenken]
gewisse, / dy er by lebene hat bejayt Hiob
4348
MWB 1 1785,18; Bearbeiter: Runow
êrbæreclich
Adj.
‘ehrbar, ehrwürdig’, bezogen auf Personen von Stand, hier subst.:
allewege vor dem tissche vnd nach sol man ieslichem siechem
erwerclichen, az [l. als (?)] den herren erlich
ist [,] wazer gewen, daz si die hende waschen
SpitEich
40,27
MWB 1 1785,52; Bearbeiter: Runow |