entwænen
swV.
‘jmdm. eine Vorstellung vermitteln’
–
‘zu verstehen geben, mitteilen’
itweder in dem herzen / leit bitterlichen smertzen. / dekein
torste entwenen / dem andren hie sin senen Daniel
7469.
–
‘in Aussicht stellen’
nie herze wirdeclîcher saz / ûf hôher êren krône / denn minez nâ dem lône / sô
mir ist entwænet Reinfr
3567.
5247
MWB 1 1745,9; Bearbeiterin: Baumgarte
entwanken
swV.
im Prät. nicht zu trennen von →
entwenken
.
‘jmdm./etw. entkommen, entgehen’
eine vrouwe [...] wolde vristen ir leben, / sie wolde
deme tôde entwanken LivlChr
8723;
daz der mensch mac mit nichte nicht / vermyden noch intwanken /
den invlygenden gedanken Hiob
11631;
Vät
20677;
werk, wort, dar zu gedancken / mir
[Christus] mugen nicht entwancken HeslApk
22940
MWB 1 1745,17; Bearbeiterin: Baumgarte
entwarmen
swV.
‘warm werden, sich erwärmen’
want dat herce muͦz aller erist van der minnen intwarmen, / dat si sich uͦver
sinen nesten sal irbarmen Lilie
55,12;
ich liͤz dich in mim lif entwarmen, / nuͥn mande dich min lif
gedruͦch MarlbRh
49,8
MWB 1 1745,26; Bearbeiterin: Baumgarte
en|twarn
swV.
→
ent|wern2
MWB 1 1745,31;
entwæten
swV.
‘enthäuten’ (vgl.
wât
):
zem hirze gienger [Tristan] obene
stân. / dâ begunde er in entwæten Tr
2873
MWB 1 1745,32; Bearbeiterin: Baumgarte
entwëben
stV.
1 tr. ‘etw. abtrennen, loslösen’
2 refl. ‘sich auftrennen, auflösen’
1
tr. ‘etw. abtrennen, loslösen’
daz ich niemer sol entweben / mîn herze von der minne dîn KvWTroj
29376
2
refl. ‘sich auftrennen, auflösen’
Josephus gicht hî bî / der riz sî ergangen / an beiden
vurhangen; / von oben hôhe und gar her ab, / nicht
entwirch [quer] sich daz [Tuch des
Vorhangs] entwab JvFrst
10304
MWB 1 1745,35; Bearbeiterin: Baumgarte
entwecken
swV.
‘jmdn. aufwecken, etw. erwecken’
e er des slafes were entwakt / so sach er hin die leitern zien Pass III
371,38;
JTit
5210,3(La.)
MWB 1 1745,42; Bearbeiterin: Baumgarte
entwegen
swV.
‘jmdm. die Kontrolle über etw. rauben’ (in Bildern der veränderten
Gewichtsverhältnisse am Waagebalken):
der schlaff entwagtte im sin craft GTroj
12588;
er stach sin glen in Lancelots schilt, und Lancelot warff
den schilt von im und entweget im die glene Lanc
572,13
MWB 1 1745,45; Bearbeiterin: Baumgarte
entwëgen
stV.
in unterschiedlichen Bildern der durch eine veränderte Gewichtsverteilung in
Bewegung geratenen Waage
1 tr. ‘das Übergewicht in jmdm. erlangen’ , hier in Passivkonstruktion ‘sich
hinreißen lassen’
2 tr. jmdn. an etw. ~
‘jmdn. einer Sache entfremden’ (dadurch, dass etw. anderes schwerer wiegt) 3 tr. ‘entzweien’
1
tr. ‘das Übergewicht in jmdm. erlangen’, hier in Passivkonstruktion ‘sich
hinreißen lassen’
du solt dich huͤten vor gehem zorn, daz du nút entwegen
werdest mit zornlicher geberde Seuse
414,9
2
tr. jmdn. an etw. ~
‘jmdn. einer Sache entfremden’ (dadurch, dass etw. anderes schwerer
wiegt):
daz hât beswæret mich ein teil / und an mîner vröude entwegen KvWTroj
10363;
ir sint an fröuden sêre entwegen ebd.
7923
3
tr. ‘entzweien’
wan gut der art pfliget / das ez frünt entwiget Hund
24;
nu wurdent sy [die Hunde wegen eines Knochens]
entwegen / [...] / sy gerietten sich schaiden ebd.
15
MWB 1 1745,51; Bearbeiterin: Baumgarte
entweichen
swV.
‘weich machen, erweichen’
die gemain [Akk.] uberal gar /
mochten nicht entweichenn / dise grozzen zaichenn Märt
23823;
swer ouch des [der Taufe] bleib gesundert / und
nicht sich liez erweichen [La. entwiͤchen
] / diz [Nom.] lobeliche zeichen / sunder
als e herte bleib, / den selben man vil balde uz treib MarLegPass
3,267
MWB 1 1746,1; Bearbeiterin: Baumgarte
entweisen
swV.
‘verwaisen’
din rosen rotes muͤndelin / schol daz mir ymmer mer kain wort
/ zu gesprechen, sælden hort? / wie bin ich din entwaiset WhvÖst
5885.
7445
MWB 1 1746,8; Bearbeiterin: Baumgarte
en|twel
stSubst.
‘Zögern, Innehalten’ (vgl.
entwellen
):
wan si do beide gerten siges und ouch gevelles. / mit breiten, scharfen
swerten pflagen si niht vinger breit entwelles JTit
4768,2
MWB 1 1746,12; Bearbeiterin: Baumgarte
ent|wëlgen
stV.
→
erswëlken
swV.
MWB 1 1746,16;
en|twellen
swV.
1 intr. ‘verweilen, innehalten, warten’
2 tr. ‘jmdn./ etw. aufhalten, zurückhalten’
1
intr. ‘verweilen, innehalten, warten’
eine burch diu hiez Effrem. / da entwalt er siben tage
AvaLJ
104,2;
newiht langer si nenthwalten VAlex
807;
HartmKlage
1578;
Karl ein wîle entwalte StrKarl
1307;
‘entwellend herr!’ sprach Paris, / ‘ich han durch aller
frowen pris / ain clainett ze lande brachtt’ GTroj
7115
u.ö.
– subst.:
ir entwellen waz nit lenger da GTroj
21131.
12927.
– auch ‘sich verspäten’ (im Gleichnis von den klugen und törichten
Jungfrauen):
do der brutgoͮm entwalte, das er niht schir chom, do
entslieffen si alle Konr
22,26
(identisch:
PrWack
30,26
);
Spec
128,8.
127,30
2
tr. ‘jmdn./ etw. aufhalten, zurückhalten’
dirr kelten herter last / den chünich vnd sein gesellen entwalt Krone
3321;
als sie [die Botin] nü den sale wolte nidder / geen
zü jrem pferde da / ein ander auentùre sa / kam Artusen, die sie entwalt ebd.
24703.
–
‘jmdm. (durch Innehalten) etw. ersparen’
entwellend, helde, schmertzen / minem senden hertzen /
und lond üns [...] vere von den rotten varn
GTroj
15307
MWB 1 1746,17; Bearbeiterin: Baumgarte
en|twelmen
swV.
‘betäuben’
do er [Noah] des wines gedrank, do wart er
entwelmet davon PrMill
514.
515
MWB 1 1746,38; Bearbeiterin: Baumgarte
en|tweln
swV.
1
‘sich (an einem Ort) aufhalten, verweilen, warten’
2
‘jmdn. (ent)twëln machen’ (vgl.
ertwëln
und
ertweln
) ‘jmdn. der (Lebens)kraft berauben, handlungsunfähig machen, betäuben’
1
‘sich (an einem Ort) aufhalten, verweilen, warten’
swer entwelt, der ruowet / von der müede, die in muowet LvRegSyon
2620.
2616;
dô der arme Heinrich / driu jâr dâ entwelte AHeinr
351;
Er
7233;
dannoch entwelter ze wer / mit einer lützelen
kraft [kleinen Schar]
Iw
3762;
nein mynne, noch ein wille entwelt! / heist uch noch ein rede
sagen Minneb
5004.
483;
Mêdêâ diu sprach aber dô: / ‘lânt hie niht langer mich entweln!’
KvWTroj
10489.
11427.
10076
2
‘jmdn. (ent)twëln machen’ (vgl. →
ertwëln
und →
ertweln
) ‘jmdn. der (Lebens)kraft berauben, handlungsunfähig machen, betäuben’
ouch was er an Dietleiben chomen / mit einem slag,
[...], / da mit er den recken here / entwelt het so
sere, / daz Dietleip von dem slage groz / wol speres lanch von im schoz Dietr
6771.
– mit Gen.:
ze jungest tet erm [dem Drachen] einen stich /
unden, der in sere quelt / von dem er wart der krefte entwelt Heidin III
1528
MWB 1 1746,41; Bearbeiterin: Baumgarte
ent|weltigen
swV.
‘jmdm. die Verfügungsgewalt widerrechtlich entziehen’
– mit Akk.d.P. und Gen.d.S.:
vnd cleite [klagte] vber den bischof vmme sin hus
ze Trimpberg vnd vmme sin erben, daz er in des entwaltiget hete ane reth
UrkCorp (WMU)
N408,2;
unde geweldege sie von gerichtes halven ires gûdes, des se untweldeget was
SSp
42,6.
41,24.
– mit Dat.d.P. und Gen.d.S.:
hette [...] Huͦc von Luzelsteyn siner swester suͦne
Henriche deme vorgenantene von Fleckesteyn oder sinen geswusterden kein irs erbes
entwaltiget miet vnreythe UrkCorp (WMU)
N674,1.
904,44
MWB 1 1746,61; Bearbeiterin: Baumgarte
entwenden
swV.
1
‘etw. abwenden’
1.1 mit Gen.d.S. 1.2 mit Akk.d.S. (und Dat.d.P.) 2
‘etw. wegnehmen, entwenden’
2.1 mit Gen.d. S. 2.2 mit Akk.d.S. (d.P. WhvÖst ) 3
‘jmdn. von etw. abbringen’ mit Akk.d.P. 4 refl. ‘sich verkehren, verrutschen’
1
‘etw. abwenden’
1.1
mit Gen.d.S.:
das wir der suchte [Krankheit] entwenden / wir
wollen gar vollenden / swaz so vns du heizen tars Pass I/II
280,40
1.2
mit Akk.d.S. (und Dat.d.P.):
ô sûzir got vil milde, / intwende dînes zornis strîch NvJer
9141;
alle fraisse und ungemach / wil ich üch entwenden
GTroj
16135
2
‘etw. wegnehmen, entwenden’
2.1
mit Gen.d. S.
und Dat.d.P.:
daz uns des iht entwende / der tiuvel mit den ræten
sin WhvÖst
19530;
diser vier tugende gebot / entwanten in die geiste
HeslApk
12439
2.2
mit Akk.d.S. (d.P. WhvÖst ):
– und mit Dat.d.P.:
si traten her vor gerichte [...] unde haben
mir min gelt oder mine klage damite inttwant StRFreiberg
45,13.
– und mit präp. Erg.:
al dî lant gemeinlîch, / dî sî [...]
irstrîten / mochtin und intwendin / von der heidin hendin NvJer
1948.
–
uns von dem entwende / des flammen uns so haiz tuͦn
WhvÖst
12214
3
‘jmdn. von etw. abbringen’ mit Akk.d.P.:
– und Gen.d.S.:
da sprach er das yn des nymant entwenden kunde
Lanc
402,18.
– und Pron.-Adv.:
da von enkunde man yn nicht licht entwenden
Lanc
36,18
4
refl. ‘sich verkehren, verrutschen’
dem bâbest ist gesetzet ze rihten ze bescheidener zît ûf einem
blankem phärde, und der keiser sol im den stegereif haben, durch daz sich der satel
niht entwende SpdtL
81,11
MWB 1 1747,9; Bearbeiterin: Baumgarte
entwenen
swV.
vgl.
entwonen
.
tr. ‘entwöhnen’ (meist in Passivkonstruktion):
– im engen Sinne ‘ein Kind abstillen’
ê das ir kint wurde entwent / und von der muͦter milh
entspent RvEWchr
21875.
5007;
sô man sie sûgens dan entwent, / daz sie ze redene sint gewent LvRegFr
432;
Albert
96;
übertr.:
alsust solt du [Maria] noch soͤgen
untz an den jungsten tag; so muͦst du ersihen, wan so sint gottes kint und dinú kint
entwenet und vollegewahsen in den ewigen lip Mechth
1: 22,75.
– im weiteren Sinne ‘jmdn./sich an das Getrenntsein (von jmdm./etw.)
gewöhnen’
diz [...] / der brutegoum marcte an ir, / deme si was
nach siner gir / entwenet von der muter e [Glauben]
Pass III
27,25;
mit Gen.d.S.:
des marcgrâven umbevanc / an sîne brust si dicke twanc. / des
was si guote wîle entwent Wh
243,21;
ich sorge des ûf erde, / daz von mir dînen werden lîp / scheide lîhte ein
ander wîp / und mîner minne dich entwene KvWTroj
771;
mit Refl.-Pron. und Gen.d.S.:
nâch den ôren manent ouch die zene / uns alle, daz wir uns süln entwene / der
koste diu unmêzic ist Renner
23796;
leider ich muoz mich entwenen / meniger wunne, der mîn ouge an sach
Walth
117,8;
Eckh
5: 278,7.
– subst. ‘das Entwöhnen’
diuͤ natur und daz entwen Teichn
504,11.
– subst. Part.-Adj. ‘das entwöhnte Kind’
alsam daz intwente uf der mvͦter sin BrZw
7
MWB 1 1747,37; Bearbeiterin: Baumgarte
en|twengen
swV.
‘jmdn. von einer Bedrängnis, einem Zwang befreien’
des endes [zur Burg am Ende der Felsklippe] wold er
riten, daz er der muͤde [...] wurd entwenget JTit
4981,2
MWB 1 1748,1; Bearbeiterin: Baumgarte
entwenken
swV.
im Prät. nicht von
entwanken
zu unterscheiden, deshalb prät. Formen hier.
‘ausweichen, entkommen, entfliehen, abtrünnig werden’
wa hin sin gemute sich lenket, / dan ab ez kaume entwenket
Physiogn
122;
so kumpt dann der strenge tag / von dem nieman entwenken mag
HvNstGZ
6171;
si muosten wider zuo dem tor / entwîchen unde entwenken KvWTroj
25547.
– mit Dat.d.P. oder d.S.:
Antilocus stach dare, / vnde iener
[Emilius] nam des stiches ware / vnde entwencket sime
stiche Herb
12955;
nv lazet in evch niht entwenken, / ir svlt in heizen hengen
ReinFu
K,1853;
allez, des wir uns gedenchen, / des enmach
im [Gott] niht entwenchen StrKD
12,236;
allez trûren, allez krenken / müeste snelle mir entwenken, / ob
si mich ze liebe enpfât SM:HvT
2: 3,9;
sît ich dir nicht entwenken kan, / ich sender man KLD:
GvN
23: 3,9;
Tr
11779;
er enkan den sorgen niemer baz entwenken SM:
UvS
26a: 5,6;
sô wær sîn muot verkrenket / und gote an stæte entwenket
RvEBarl
11960;
Wh
261,24;
ir kunst wirt in entwenken [wird sie im Stich
lassen] , / wand si schaffent an mir nicht, / des sich ir nackeit
[Bosheit] hie versicht Pass III
163,71.
– mit Gen.d.S.:
swaz mir alles leides ist, / dâ für kan ich keinen list, / ichn müeze dran
gedenken: / desn kan ich niht entwenken Freid
65,21;
daz ich dir niht mac / entwenken stæter minne SM:
UvS
12: 5,4;
ich weiz wol, daz er mir niemer des entwenket, / swaz mîn herze vröiden an
sînen lîp gedenket MF:Veld
37:4,1
MWB 1 1748,5; Bearbeiterin: Baumgarte
entwenunge
stF.
‘Entwöhnung’
in der dritten entwenunge / nach dem virzenden iare / sine muter Anne zware /
en [ihn, Samuel] nam und cleinoth damite, / als iz zu dem
mol was site HistAE
1896
MWB 1 1748,35; Bearbeiterin: Baumgarte
en|twër(ch), entwër(ch)es
Adv.
auch entwirch (
JvFrst
10304
), enkwerhez (
UrkCorp (WMU)
1790,13
) und entwerhe (
Reinfr
20432
).
1
‘quer, von der Seite’
2
‘kreuz und quer, hin und her’
1
‘quer, von der Seite’
der riz sî ergangen / an beiden vurhangen [des
Tempels] ; / von oben hôhe und gar her ab, / nicht entwirch sich
daz entwab [auftrennte]
JvFrst
10304;
ûf der heid entwerhe / hatten geschart sich sunder / zwei grôziu her
Reinfr
20432;
ez ist ein eckechter grat [Gräte] , / o we, der sich
leit entwer / als man in wil slinden! Pass III
673,69
u.ö.;
GTroj
17268;
BvgSp
23;
UrkCorp (WMU)
1790,13.
–
‘verquer, verkehrt’
mîn [Terramers] geloube stüend
entwerh, / ob ich geloubte daz der [Jesus] starp / und
in dem tôde leben erwarp Wh
108,4;
künige wâren ê, die niht dahin, daher bekanden: / nu sint
si den list wol komen an intwerhes umben bogen [auf verqueren
Umwegen]
SM:UvS
30: 5,4;
ir schîbe, diu gienc ebene, / diu ist gestrûchet nû entwer Neidh
SL 22:6g,8;
Pass III
402,89.
493,65;
JTit
5636,4
2
‘kreuz und quer, hin und her’
da gingen grosse sleg entwerch / an helm und auff schilte
HvNstAp
9320;
die wolchen [...] loufent hin vnt her / vnt gent
allez entwer Warnung
1978;
untrew, hazz und neid, / lug, hochvart widerstreit / reichsent
inder welt entwer [überall hin] / und wïrt von jar ze jar
yemer Märt
17;
Kreuzf
3159.
4424;
KLD:UvL
25: 0,60;
KvHeimUrst
737.
–
~ über:
do nam ir einer die nadlun mit dem vaden und machet
vornan uf den mantel enzweres úber gar kluͦg stricke Seuse
323,25
MWB 1 1748,39; Bearbeiter: Richter
entwërden
stV.
1
‘entkommen, entgehen’ mit Dat. 2
‘von etw. abkommen, etw. aufgeben’
2.1 mit Gen. 2.2 mit präp. Erg. 2.3 mit abh. Satz 3
‘(jmdm.) vergehen, zunichte werden, abhanden kommen’
1
‘entkommen, entgehen’ mit Dat.:
der hirz den hunden, als ich las, / gar unerloufen entwart
HvFreibTr
2413;
sal ich entwerden jener not / unde zu dir kumen in daz heil
Vät
29688;
uz allen iren huten / er mit klucheit entwart, / und hub sich balde uf die
vart, / als er in wolde entrinnen Pass III
244,3;
NvJer
23720;
Mügeln
318,18
2
‘von etw. abkommen, etw. aufgeben’
2.1
mit Gen.:
so muͦst du an dir selber verwerden und des alten
menschen entwerden Tauler
295,30;
ie wir mêr des unsern
[Willens] entwerden, ie mêr wir in disem
[göttlichen] gewærlîcher werden
Eckh
5: 281,9;
Vät
12258;
Kreuzf
924.
– subst. ‘Freiwerden (von etw.)’
man sol sich selber und mit allem dem sînen in einem
lûtern entwerdenne willen und begerennes legen in den guoten und liebesten
willen gotes Eckh
5: 283,3
2.2
mit präp. Erg.:
das geschicht wanne wir von aller unserheit entwerden
und al verwerdent Tauler
295,22
2.3
mit abh. Satz:
nieman mag ein anders werden, er enmuͤsse denne entwerden
daz er do ist Tauler
68,36
3
‘(jmdm.) vergehen, zunichte werden, abhanden kommen’
wider ir frouwen sie des jach, / ir wær entworden sorgen drô, / ir herze wære
unmâzen frô ErnstD
5275;
Eckh (Pf)
497,24
u.ö.;
wer gewerden wil, der muͦz van not entwerden
Seuse
533,25.
166,6;
PrNvStr
278,14;
got der wirt und entwirt Eckh
4:768,37.
4:773,68.
– Part.-Adj.:
in entwordenr widergebornheit Seuse
186,14.
– subst.:
waz ist eins wolgelassen menschen uͤbunge? daz ist ein
entwerden Seuse
164,11;
Eckh (Pf)
497,24
MWB 1 1749,5; Bearbeiter: Richter
entwërden
swV.
→
entwirden
MWB 1 1749,36; |