Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
küniginne stF. (3041 Belege) MWB Lexer Lexer-Nachtr. BMZ Findeb.
| got. Do nam ſi der biſcholf vnd brahte ſi der chvniginne, des lopte ſi den almehtigen got, vnd cʒiert ſi mit | |
| ſi ſi inleite. Die iuden, die vertreib do div heiligiu chvniginne. Dem heiligen biſcholf gap vnſer herre ſo getane genade, das | |
| vnd allen ſiechtům an den liuten heilite. Helena, div heilige chvniginne, do ſi got wol gedienot, do ſchiet ſi von diſem | |
| groʒʒe ʒůverſiht haben, wande vnſer froͮwe ſant Maria, diu iſt chuniginne himeles vnd erde. Si iſt ʒůverſiht vnd troſt vnd hilfe | |
| ſult hiute ane růfen vnſer froͮwen ſant Marien, die himeliſchen chuniginne, der tach ir hiute beget, wande ſi iſt ein můter | |
| dem dienent ſi alle. Der poͮm der iſt diu here chuniginne, vnſer froͮwe ſant Marie, der tach ir hiute beget. Ir | |
| herlich geſecʒet an ſine cʒeſwen vnd gechronet ʒeiner vil heren chvniginne vber himel vnd erde vnd vber alle diſe werlte. Nv | |
| furste werde/ nâch liebe ir begerde:/ sie was ein edele kunigin,/ ouch liep het sie von herzen in,/ und doch deheiner | |
| siten/ haben, wunnic dar uf gesniten/ Saphis ir bilde, der kunigin,/ ouch inwart geworht dar în/ ir bilde lustigez gar;/ mit | |
| rîche gar,/ waz sie brâht hêten dar./ Arfax, zû der kunigin/ und uf prîses gewin/ er wolde da ûben ritterschaft;/ des | |
| gesiges du an im, sô ist dîn/ Saphis die schône kunigin.»/ in dem gehugede lebende,/ den lieben trôst im gebende,/ der | |
| vorwâr/ daz sagen der frouwen mîn,/ sie ist ein edel kunigin,/ daz dirre furste wese ein helt?»–/ «ir mugt iz vorwâr, | |
| gegen dînem antvange/ gevreuwet und bereitet hân./ dâ solt dû chüniginne stân/ in dem obristen trône/ mit zepter und mit chrône/ | |
| tuis.»/ dâ machet er uns des gewis/ daz dûz diu chüniginne bist,/ diu dâ sô wol gechleidet ist;/ von golde glîzet | |
| âne chradem/ wol geruoweten für daz gadem/ dâ der engel chünigîn/ was, und bat sich lâzen în./ als er sich dô | |
| weistû iht/ war umbe wir hie gesament sîn?’/ ‘jâ, der engel chünigîn/ sol über drî tage vervarn,/ ir bivilde sul wir bewarn./ | |
| în geleit,/ dâ wart mit grôzer schœnheit/ bestatet der engel chünigin/ und wol bewahtet unz an in,/ als in gebôt unde | |
| dir wol,/ swâ der chünic gechrœnet sî,/ daz im diu chüniginne bî/ gezieret mit der chrône gê,/ neben im sitze unde | |
| gê,/ neben im sitze unde stê/ ze himel dâ si chüniginne ist/ und dû cheiser aller chünige bist,/ daz si dâ | |
| und sach wünne überchraft,/ dô diu himelischiu herschaft/ der engel chüniginne enphie./ dise gürtel si ir enphallen lie,/ dâ mite ich | |
| ein sælic man.”/ der künic sprach: “nu sagt mir,/ meister, waz künste kunnet ir?”/ “dâ kan ich malen alsô wol/ daz | |
| uns verlorn/ die ſtrengen marterunge ſin./ du biſt diu frone künegin,/ von der uns ſeit der ſalter,/ daz du mit manecvalter/ | |
| in diner bruſt/ unʒ uf den grunt der ſinne./ erweltiu küneginne,/ davon ich dich gelichen ſol/ dem trone der gemachet wol/ | |
| herzeclichem flîze./ Dâ saz ân alle missetât/ ouch bî der küniginne/ Wârheit und ir vil hôher rât/ und ouch gerehtiu Minne./ | |
| hæte dô/ mit ir <vil> scharpfen strâle./ hin für die küniginne unfrô/ gienc si zuo dem mâle/ und huop ir rede | |
| rede hin zir alsô/ mit zühten sunder twâle:/ ‘Vil ûzerweltiu künigîn,/ ich suoche an dir gerihte./ dur die vil hôhen êre | |
| si kunnen/ vil wunnen/ mit hôchgemüete bringen./ /Vênus, vil werdiu künigîn,/ wache, ein frouwe, êst an der zît!/ dîn sun Amûr | |
| wil schande $s in manger hande/ lande $s vollekomen sîn/ künigîn;/ êren schîn/ blîchet als ein baldekîn/ daz vernetzet wîn;/ tugende | |
| $s zaller stunt./ ungewinne/ sint mir inne $s worden kunt./ küniginne,/ mîne sinne $s tuo gesunt!/ hôher fröuden funt/ sende in | |
| wîte erkennet/ ir namen und îr hohen prîs./ diu selbe küniginne wîs/ wart eines kindes swanger,/ daʒ ûf der Eren anger/ | |
| in des rîches lande/ lieʒ eine stütze niht bestân./ der küniginne wol getân/ was dirre troum vil swære/ und seit in | |
| troum gezüge/ ûf daʒ kint ân alle trüge,/ daʒ diu küniginne truoc./ dâ von sîn riuwic herze gnuoc/ beswæret wart von | |
| fröude heln./ sô Pârîs mohte sich versteln/ ze sînes herzen künigîn/ von der geselleschefte sîn,/ sô wart im inneclichen wol./ ir | |
| aller frouwe sîn,/ wan si was dâ wirtinne./ der boume küniginne,/ die Drŷades noch sint genant,/ die wâren ouch dâ hin | |
| mit sîme fluʒʒe kalt/ fröut ôren unde sinne./ der bluomen küniginne/ geheiʒen Amadrŷades/ ze hove wielten eteswes,/ daʒ den ougen nütze | |
| rîlîche dâ bekleit/ und gap durchliuhteclichen schîn./ Vênus, der minne künigin,/ diu beidiu schœne und edel schein,/ diu was diu dritte | |
| daʒ ich hie mit êren/ die sigenuft gewinne./ diu selbe küniginne/ ist aller vrouwen crône;/ si lebt in êren schône/ und | |
| streit derwider Pallas/ mit herzen und mit sinne./ der minne küniginne/ was ir zweiger lîp gehaʒ,/ dâ von si beide muote | |
| mînen eit/ und die vil hôhen sælde mîn.’/ ‘genâde, werdiu künigin,’/ sprach aber dô Pârîs zehant,/ ‘iu sol von rehte manic | |
| stunden/ mit leide ûf sîn gestüele wider./ nû kam diu küniginne sider/ vür in dar gegangen/ und hete dâ gevangen/ Pârîsen | |
| erslagen./ Daʒ selbe kint von hôher art,/ mit dem diu küniginne wart/ begriffen dâ zer hôchgezît,/ seht, daʒ gebar diu vrouwe | |
| stât dervor/ und stœʒet dran ein vinster holz./ Thêtis, diu küniginne stolz,/ diu kam durch daʒ gevilde/ zuo dirre clûsen wilde/ | |
| liebe kunde wegen./ der hôchgeborne junge degen/ spürt an der küniginne,/ daʒ im ir süeʒe minne/ wol unde rehte fuogete./ daʒ | |
| was ertumbet als ein kint/ von herzesüeʒer minne./ diu werde küniginne/ begunde sprechen aber dô:/ ‘wie tuon ich, tumbiu maget, sô?/ | |
| bette wunneclich;/ des vröute dô vil harte sich/ diu werde küniginne./ si rief ir meisterinne,/ der al ir tougenheit was kunt,/ | |
| als ein gestirne bran/ von golde und von gesteine./ diu küniginne reine/ ir ougen hete zuo getân,/ sam si geslâfen solte | |
| lîbe und mit dem guote.’/ ûf stuont diu wol gemuote/ küniginne dâ ze stunt./ ein rîlich belz, vêch unde bunt,/ wart | |
| beid under ein,/ als eʒ gezam der minne./ diu werde küniginne/ schiet von ir magetuome./ ir kiuscheite bluome/ wart nâch ir | |
| dar zuo/ mit kreften und mit sinne.’/ sus wart diu küniginne/ verholne des ze râte,/ daʒ si dem künige drâte/ sîn | |
| z’einer wegescheiden/ gienc si für wildeʒ holz./ dâ treip diu küniginne stolz/ ir künste lâchenîe./ si wolte zouberîe/ dâ briuwen unde | |
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