Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
gân V. (4315 Belege) MWB Lexer Lexer-Nachtr. BMZ Findeb.
| sî,/ daz im diu chüniginne bî/ gezieret mit der chrône gê,/ neben im sitze unde stê/ ze himel dâ si chüniginne | |
| vil jæmerlîchen gestânt/ hie vor, sô die andern hin în gânt/ die solher witze waltent/ daz si sich wol behaltent./ Nû | |
| dir bûwet,/ der dir wol getrûwet/ und von sînem tische gâst,/ daz dû den verchoufet hâst!/ Noch lebet dîn ungetriuwer rât,/ | |
| genuoge erchanden in/ und ouch Cayfas der bischof./ âne angest gienc er an den hof/ und hiez ouch in dar în | |
| den hof/ und hiez ouch in dar în verlân./ sus giengens zuo dem fiure stân/ und wermten sich, wan ez was | |
| fiure stân,/ diu ougen si im verhiengen,/ zeinzigen si dar giengen,/ ûf den hals in ieglîcher sluoc./ wie güetlîche er daz | |
| des noch niht siben tage sint,/ daz si im engegen giengen,/ alsus mit gesange enphiengen:/ «chünic der Israhêle,/ trôst lîbes und | |
| er hiez mich schône ûf stân,/ mîn bette nemen unde gân/ ze mînem hûse; daz tete ich.’/ dô sprach ein wîp: | |
| mich hinder ein tür/ und dâhte, swenne er dâ für/ gât, sône nimt des nieman war,/ sô rüer ich tougenlîchen dar/ | |
| man sach die tôten ûf stân,/ in der stat offenlîche gân./ diu sunne ir liehten schîn verchôs,/ der tac ouch sîn | |
| sach./ dirre wider den sprach:/ ‘hic homo iustus erat.’/ sus giengens redende in der stat:/ ‘dirre mensche was reht.’/ Pylâtus sprach: | |
| wil über drî tage erstân/ und in Galylêa für iu gân.»/ nû heizet uns daz grap bewarn./ wir sorgen daz si | |
| jene, ‘und sît gar/ âne angest, wir entuon alsô.’/ si giengen hin mit grôzer drô./ swaz si dâ liute funden/ die | |
| niuwan sîn gewant,/ dar în in Jôsêp tôten want./ dô giengen si weinende dan./ dar nâch quâmen zwêne man,/ die luogten | |
| funden nihtes mê/ wan daz diu wîp funden ê./ die giengen ouch ir strâze/ und weinten âne mâze.’/ ‘war umbe vienget ir | |
| ‘wir gedâhten, und tæte wir ieman iht/ der âne wer gienge,/ daz manz uns vervienge/ für übel und niht ze guote./ | |
| si hêten hin geleit/ Jôsêben ir gevangen,/ dar quâmen si gegangen./ die tor si balde hiezen,/ rigel und tür entsliezen./ daz | |
| funden unverschart,/ ûf stiezen si die tür./ si sprâchen: ‘vriunt, gât her für!/ ir habet genuoc dâ gelegen./ wir wellen iuwer | |
| vor in ernern./ uns wähset arbeit von in./ dâ mit gê männeclich hin/ ze sînem hûse – ez ist naht –,/ | |
| swâ die juden sâzen/ an râte oder an gerihte,/ den giengen si ze angesihte/ und strâftens under ir ougen./ nû was | |
| daz er in gerne sach./ er bat die juden heim gân,/ sînen müeden gast ruowen lân,/ und fruo hin wider quæmen,/ | |
| beidiu luft unde gras,/ schate und schœne sidel was,/ dar giengen si sitzen./ mit güetlîchen witzen/ hêten si sich berâten./ Cayphas | |
| hiez mich güetlîche ûf stân/ und sprach: «dû solt her gân,/ lieber vriunt, und chüsse mich.»/ vil chûme erbaldete ich,/ daz | |
| sône chan daz niemen understân/ iuwer strît enmüeze für sich gân.’/ Ez stuont unlange dar nâch,/ – wan den christen was | |
| vater/ sîn chraft benam, dô bater/ mich ze dem paradîse gân/ und seite mir daz dâ solde stân/ ein boum der | |
| der boum der barmunge stât./ des öles des dar ûz gât,/ des solde ich im bringen.’/ ‘dû enmaht ez niht erringen’,/ | |
| alsô wurden ouch enspart/ des tempels rigel unde tür,/ und giengen mit der rede her für./ die vor der tür beiten,/ | |
| der hafen als dike wer piz an den himel; e geng daz wazzer ze perge. Auch kain leichenam, der vor umbsliezzend | |
| perinne haizzen oder den himelwagen. Wer nu, daz ain mensch genge $f:(6rb)$f. von dem himelwagen gegen mittemtag, ez moht so verre | |
| wahsen, mit den unvernuͤnftigen $t tyren an bekennen und an gen von ainer stat zu der andern. Wanne nu der mensch | |
| sache und da beleibt. Also tut der erst himellauf. Der get von der sunnen aufgank an der sunnen undergank und kert | |
| pruͤfen sehs kraizz aufgen durch dez tyrkraizzes spitzen und auch gen durch die anvenge der zwelf himelzaichen. Und die sehs kraizze | |
| ebenneht hast du in disen reimen: Der krebs die sunwenden geit/ #;eUmb dez heiligen Veits zeit./ Der stainpok ain ander trag/ | |
| stainpok ain ander trag/ Umb sant Lucien tag./ Der wider geit ain ebennaht/ Umb sand Gedruden praht./ Der swester geit uns | |
| wider geit ain ebennaht/ Umb sand Gedruden praht./ Der swester geit uns deu wag/ #;eUmb sand Matheen tag./ @n:DER MERIDIAN.@n. Noch | |
| TAG- UND NACHTLÄNGE.@n. Du scholt auch pruͤfen, wenne deu sunne get von dem ersten puncte des stainpoks durch den wider piz | |
| dem gestirn des krebs als lange, piz daz der schuͤtzze gent wirt. Aber deu andern zaichen werden schelch geporn und absteigent | |
| mir gesîn/ und ich bî dir nâch mîner ger./ nu genc, vil lieber herre, her,/ enpfâch von mir diz vingerlîn:/ dâ | |
| was gar bereitet,/ dô wart niht mê gebeitet;/ der wirt gienc ezzen über tisch/ und hiez tragen alsô frisch/ die trahte | |
| nâch sô werder spîse guot/ in mich kein swachiu trahte gê./ enbîzen sol ich niemer mê/ dekeiner slahte dinges,/ wan des | |
| aleine./ der selbe knabe reine/ des tages dâ ze hove gie/ vor den tischen unde lie/ dar ûf die blanken hende | |
| an sich genam/ und ein teil gebrach dar abe,/ dô gienc aldâ mit sîme stabe/ des keisers truhsæze/ und schihte daz | |
| mit maneger nôt/ vil sêre winken dâ began,/ daz si giengen alhindan./ /Daz wart getân und diz geschach./ zuo dem keiser | |
| als er ûf gestanden/ was von dem esteriche wider,/ dô gieng er aber sitzen nider/ ûf sînen stuol von rîcher art;/ | |
| mit ir <vil> scharpfen strâle./ hin für die küniginne unfrô/ gienc si zuo dem mâle/ und huop ir rede hin zir | |
| sprach aber Kunst diu slehte,/ ‘wan wîlent dô ir nâhen gie/ mîn fröudenrîch gebrehte./ nu lât si mich versmâhen die/ hôch$/ | |
| von hôher kür/ die tugende algemeine./ ‘frou Wârheit, nû sô gât herfür,/ und ouch frou Stæte reine,/ und helfet mir daz | |
| tôde sluoc/ mit dem süezen trôre,/ der von im dâ gienc/ und den slangen vienc./ /Daz pantier ist dir gelîch,/ daz | |
| unde spilt./ swen ir berndez minnezwî/ niht ergeilen künne,/ der gê sterben unde sî/ lebender fröude ûf erde frî!/ wîp hânt | |
| ûz dem mer/ gewalteclichen giezent/ und drîn aber fliezent:/ alsô gat des milten zer/ wider heim aldurch daz jâr./ diu rede | |
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