kërnelkrût
stN.
→
kërvelkrût
MWB 3,1 218,10;
kërnen, kirnen
swV.
‘entsprießen, Früchte/ Samen tragen’ (vgl.
kërne
):
daz swert bedarf wol segens wort: / ich fürht diu habestu
lâzen dort: / hâts aber dîn munt gelernet, / sô wehset unde kernet / immer sælden
kraft bî dir Parz
254,18;
und weren miner synnen geister / so wise als Alanus waz / und
auch dar zu Ypocras, / dannoch kuͤnde ich volloben nitt / daz aller mynste und
cleinste gelitt, / daz uz ir ist gekirnet Minneb
3363
MWB 3,1 218,11; Bearbeiterin: Baumgarte
kërnengëlt
stN.
Naturalabgabe in Form von Getreidekörnern oder Geldzahlung zur Abgeltung dieser
Naturalabgabe, ‘Korngülte, Getreidezins’ (vgl. WMU 2,996 und DRW 7,772f. mit
weiteren Belegen):
zehen mút kernen geltes vf vnsern ackeren die bi der stat ze Arowe ligent
UrkEidgen
184
(a. 1310);
daz ich verkoͮffet habe [...] deme maister
[...] dez armen spittals von Rotwil
[...] vierdehalben scheffol kernen geltes
UrkCorp (WMU)
3407,37
u.ö.
MWB 3,1 218,20; Bearbeiter: Hansen
kërnenvierteil
stN.
ein Hohlmaß für Getreidekörner (vgl.
vierteil
):
man sol oͮch nemen von ainem malter vesen ain imi [ein
Getreidemaß] , von ainem malter habern ain imi, vnde swas bi dem
kernen viertel gemessen wirt: von zwain maltern ain imi UrkCorp (WMU)
2521,23;
DRW
7,774
(KonstanzBistUrb.; a. 1302/05)
MWB 3,1 218,30; Bearbeiter: Hansen
kërnenzins
stM.
Naturalabgabe in Form von Getreidekörnern, ‘Korngülte’
das ich dem abte vnd dem conuent von Wettingen han verkoͮfet
[...] ein vogteiga ze Heredingen, die
[...] dem conuent von Wettingen ierlich giltet sechs
viertel kernen cins von rechter eigenschaft UrkCorp (WMU)
1219,41
MWB 3,1 218,37; Bearbeiter: Hansen
kërn|gerste
swF.
eine Getreideart, ‘Zweizeilige Gerste’ (vgl. AWB 5,134):
hordeum distitum vel cantitum [d. i. cantherinum
] : kerngersta SummHeinr
2:56,455
MWB 3,1 218,43; Bearbeiter: Hansen
kërnîn
Adj.
‘aus Korn, körnern’ (vgl.
kërne
), hier in der Wendung
~ brôt:
so man daz korn ab dem velde fueret, so sol der keller [s.
këllære
] von ie der wagenleisen [Fuhre] ein garben
nemen; och sol man dar vs zeren [verzehren] kernin brot
vnd zigern [Quark] essen WeistGr
4,373
=
WeistGr
1,167
(a. 1303?)
MWB 3,1 218,47; Bearbeiterin: Baumgarte
kërnobeʒ
stN.
‘Kernobst’
daz dreilay chernobs sey marillen cherssen vnd weisel Barth (H)
556
MWB 3,1 218,54; Bearbeiter: Hansen
kërnvar
Adj.
im Farbton Getreide bzw. Weizen ähnlich, ‘getreidefarben, weizenfarben’
ir [Marias] vel was lûter unde clâr / und dâ bî
schône kornvar [La. kernvar, übers. triticei
coloris (vgl. App.z.St.)] / reht als milch unde bluot, /
sô man diu ze sämen tuot WvRh
1304
MWB 3,1 218,56; Bearbeiter: Hansen
kërp
stM.
Stock, Span oder Stab aus Holz, in den (zur späteren Rechnungslegung) best.
Zeichen eingekerbt werden, ‘Kerbholz’ (vgl. LexMa 5,1115, 2HRG
2,701ff.): – hier bildl.:
jo der man uf sinen kerp [wohl ‘auf eigene Rechnung’
] / vil baz berichtit sin gewerp / wen daz he dem vremdin / hulfe in
sinen gremdin [in seiner Not]
PfzdHech
213,21
MWB 3,1 218,62; Bearbeiter: Hansen
kerrât
stF.
(vierzigtägiges) Bußfasten (vgl.
kerrîne
):
vnd was ein solcher mensch damit abpüszt so er ein kerrat get als vil wirt im
dort pen nachgelassen und so man gibt ain kerrat so wirt im als vil nachgelassen als
so er ain kerrat gegangen hiet und als vil er damit hiet abpüsset als vil erlangt er
ablas der pen durch den antlas BWB (Sch)
1,1280
(Ald. 111; a. 1250)
MWB 3,1 219,6; Bearbeiter: Hansen
kerren
swV.
auch querren; Prät. karte.
‘(jmdn. oder etw.) peinigen, quälen’ (faktitive Bildung zu
kërren
stV.):
ein vogel den andern zerret, / ein tier daz ander querret
Renner
7984;
sit daz so swere kerret / der mynnen glut und auch ir hitze,
/ daz man synn und auch die witze / verluset alle da von gar Minneb
5420;
tivel [...] / die di sel charten
GvJudenb
3746
MWB 3,1 219,14; Bearbeiter: Hansen
kërren
stV. (IIIb)
auch gërren (3.Pl. Prät. gurren
Erlös
144
).
‘ein (grelles) Geräusch von sich geben’
1 von Tieren 1.1 von Pferden 1.2 von Schweinen 1.3 von Mäusen 1.4 vom Gesang der Vögel 2 von sich bewegenden Gegenständen 3 von Naturereignissen (hier im Vergleich) 4 von Menschen, ‘schreien, brüllen, klagen’
1
von Tieren
1.1
von Pferden:
dô grâzten unde kurren / ir ros, wan si sich fröuten
KvWEngelh
2706;
di roß triben auf di melm [wirbelten Staub
auf] : / dise waygeten [wieherten] ,
ene kurren, / di dort mit den fussen schurren, / dise roß hie sprungen
HvNstAp
6265.
7437.
– meist als Schmerzenslaut beschrieben:
er slug di roß, das si churren HvNstAp
9433;
diu ors von den stichen sere chuͤrren Rab
688,6.
741,4;
daz [Pferd] beiz daz
keisers pfert gar / durch die manen, daz ez kar EnikWchr
27815;
Parz
69,12;
EnikFb
3335;
subst.:
des wart da vil gewundert / von den, die sanfte lebten und dirre
vreise waren uz gesundert, / niht wan von luͤte wuͦf
[Klage] und orse kerren JTit
4107,3.
1714,4(La.)
1.2
von Schweinen:
ein hane sol kren, [...] kerren ein swin
Frl
5:34,1;
do machete der tuͦuil in dem kirchoue maniger hande stimme. da huͦltin
wolve. da brummen also bern. da ruͦhletin [brüllten]
alse lewin. da kuͦrrin alse swein. und luͦttetin alse die esele PrLpz
(L)
72,25;
als in einem sake ein swîn, / daz vert unde kirret
SM:Had
17: 3,3;
subst.:
daz ir ritet sam die frazze / in deheinen hof, da chue
stant, / und diu swin ir cherren niht lant StrKD
146,270;
Frl
8:25,15
1.3
von Mäusen:
die mäus kerrent wenn der môn vol ist [
mures voces edunt luna plena
]
BdN
153,8
1.4
vom Gesang der Vögel:
embor die vogel swungen, / sie gurren unde sungen / ieglîcher sîne wîse
Erlös
144
2
von sich bewegenden Gegenständen:
des wazzers muͦchte lichte, daz ein rat wol brechte kerren Rumelant
(K)
4:4,1;
subst.:
er [der Löwe] fürht auch der reder
schoteln [Zittern, Rütteln] und ir kerren an dem wagen
BdN
143,16;
von sînem [des Rades] kerren daz ez
tet / der rîter spranc ûf an der stet / von einem herten troume Wig
6891.
– bildl. und im Vergleich:
o we, dv cherrender wagen PrBerthKl
5,33;
er klaffendez hufisen! / owe, er karrende tur! / er kirret wider unde fur
/ als in slaf ein blenkende lin [wie ein klapperndes Fenster (vgl.
Anm.z.St.)]
Jüngl
918;
der berschrecken [Heuschrecken]
fitche lut / die luten also grimme: / sam der wagene stimme, / so sie so lute
kerren [vgl. vox alarum earum sicut vox curruum Apc
9,9]
HeslApk
14169
3
von Naturereignissen (hier im Vergleich):
dâ wart von starken slünden / ein sturm, daz von den ünden / diu drozze wart
ze enge, / daz sich von dem wâcgedrenge / diu güsse begunde werren, / blôdern
[rauschen] unde kerren / als ein windesprût
[Wirbelsturm] ûf dem mere Weinschwelg
140
4
von Menschen, ‘schreien, brüllen, klagen’
do lag sy schrient vnd kar / her ich sagen für war Sibote l
843;
sî lac under im und kar: / jâ, hêrre, daz ist daz mir war
Sibote
710.
– subst.:
vil manic betler gein im krôch / mit kinden vil, und bâten gâp mit kerren
Loheng
3066.
– bildl.:
in siner clvse der iamer kirt Martina
72,16;
Renner
10268.
– in der Wendung wider etw. ~
‘gegen etw. anarbeiten, etw. bekämpfen’
swaz der kunic guotes tête, / des vergunde er [sein
Bruder] ime stête. / er was der wider [d.i.
drwider
] kerrende / und al sîn tuon bewerrende
[behindernd]
EbvErf
1637;
bildl.:
ez ist dehein arbeit, diu ez wirret, niwan daz herze, daz der wider kirret
Trost
48.
– im Vergleich oder im Zusammenhang mit Tierlauten (vgl.
1
):
ir ungenemen Saracein / kurren als die zucht schwein
HvNstAp
3800;
oͤrsh und man da kurren, / die der tot so grimt
WhvÖst
17692;
sy lifen mit gescreyge dar, / recht als dy hungerygen
swin / kerren wen man sy trybet in / eycheln oder in dis ecker
Hiob
11300
MWB 3,1 219,22; Bearbeiter: Hansen
kerrînære
stM.
jmd., der sich einem (vierzigtägigen) Bußfasten unterzieht (zu
kerrîne
stswF., vgl. mlat. carinarius MlatWB 2,285):
vier bischolf zuo trâten, / die die kerrînære / und ander
büezære / in die kirchen beleiten Ottok
28300
MWB 3,1 220,31; Bearbeiter: Hansen
kerrîne, karrîne
stswF.
‘(vierzigtägiges) Bußfasten’ (aus mlat. carina, vgl. MlatWB
2,284f. s.v. 2. carina mit Lit.):
hoͮbthafte sunde heizzint die, da charrîne unde iâruasten nach
hôrent, also sint manslahte, uberhuor, sippehuͦr Spec
5,23;
gnuoge enpfâhent kerrîn, / unt vastent vür die missetât
TeufelsÄchtung
294;
si legete irme libe ane gar herte und strenge karinen mit vastene, mit wachene
und mit swere erbeite HlReg
29,15;
gebet, messen, gottes wort, guͦter lúte leben, vasten unde
carrinen loͤsen die selen von dem vegefúr Mechth
6: 10,1.
6: 10,4;
Brun
8804;
Kchr
12692.
– Ablass von bestimmter Höhe (vgl. MlatWb 2,284):
di enphahent ablaz irr sunde von den byssoffen, hundert kerrin vnd funf iar
totlicher sunde, ob si ir sunde werlichen rewen vnd si gebihtet habent
UrkCorp (WMU)
3581,35
MWB 3,1 220,36; Bearbeiter: Hansen
kerschlich
Adj.
‘munter, aufgeweckt, verständig’ (hier ironisierend; wohl zu mnd.
karsch
‘munter, frisch’ Schiller/ Lübben 2,431f., vgl. Glr.z.St.; oder l.
kerclicher ? vgl.
kerclich
1):
[Elegast und Karl wollen Eckerich bestehlen:] Ellegast
mit den czeyln [Schwänzen] sy [die
Wachhunde] czuͦ houffe bant / vnd hinck sy hoch an dy steynen
want. / der keyßer sprach vff ein nuwe: / ‘bint vff! [binde (sie)
los!] sy sint oͤrem heren getruwe.’ / Ellegast sprach: ‘ist dy der
hunde hanngen nicht lyep, / wz stylestu den, ein kerschlicher dyep!’
KarlElegast
485
MWB 3,1 220,53; Bearbeiter: Hansen
kërse
F.
auch kirse, kirs (vgl. aber auch
2krësse
swMF.), alem. kriesi, kries (StBZürich ,
VocOpt ).
Frucht des Kirschbaums, ‘Kirsche’
der kersen nam sie guoten war, / ob ir deheiniu sô töhte, /
daz man sie gezzen möhte Eracl
3466
u.ö.;
von den kirsen SalArz
8,23;
der kersen saf ebd.
94,50.
14,24;
cerusa: kries, kriesi VocOpt
48.099;
alle die, so kriesuͥ und kêfen [Zuckerschoten] feil
habent StBZürich
144;
BdN
347,23;
Pelzb
118,3
u.ö.
– verschiedene Sorten unterscheidend:
von den suren kirsen, daz sint
wiseln [Weichselkirschen]
BvgSp
83;
so nim suwer kirsen saf SalArz
94,48;
di kirsin heysin vngerisch Pelzb
122,26.
– im Vergleich,
bezogen auf rote Farbe:
da hub Banin syn heubt off und schampt sich vil me dann er da
vor gethan hett und wart röter under synen augen dann ein kirß Lanc
115,35;
si wart noch grüener dan ein gras / und dar nâch als ein kirse
HBirne
454;
als etwas Geringes (hier zur Verstärkung einer Verneinung, vgl. ähnl.
ei
stN. 3.3 u.a.):
niht gen einer kirse erkanten si noch er die penitente, / diu dran gen hohen
selden was ein kerne / von grozer kraft der wurtze JTit
4942,2.
– phras. ëʒ ist niht guot mit hërren ~ ëʒʒen i.S.v.
‘Höhergestellte begegnen Untertanen nicht auf Augenhöhe’ (vgl. Friedrich,
PhrasWB, S. 246):
ez ist nicht guot / mit hêrren kirsen ezzen. / si hânt sich des vermezzen, /
wer mit in kirsen ezzen wil, / dem werfent sie der kirsen stil / in diu ougen
Boner
8,33
MWB 3,1 221,1; Bearbeiter: Hansen
kërseboum
stM.
auch kirs(e)-, kerze-, kezere-, alem. kries- (
VocOpt ).
‘Kirschbaum’
sie hete kersboume ein teil / in ir garten gezogen
Eracl
3460;
wer ainen kerspaum ze mittelst durchport und stœzt ainen
weidenast dar ein, alsô daz er daz loch füll über al, der paum pringt kersen ân kern
BdN
347,21;
der kirsboum wil habin kalde luft vnd vucht ertriche, sundir
sumeliche kirsboume wollin syn in gebirge vnd in der hoe Pelzb
126,21
u.ö.;
cerasus: kriesboͮn VocOpt
48.098;
cerasus: kersboum Gl
3:352,71.
3:38,19.
– bildl. (phras.?):
dehein man suochen solde / ûf eim kerspoum birn WälGa
3800.
– in Orts- und Hofbezeichnungen:
et primo bi dem kezereboͮme bi den bluͥwelen an den nuͥflenzen vineta quedam
[...] 5 1 / 2 hofstette UrbTennenb
170.
171;
daz ich [...] leh Arnolde dem Muren von Múlnhvsen
daz hvs vnd die hofstat, dem man sprichet zem kirseboͮme UrkCorp
(WMU)
2796,11
MWB 3,1 221,31; Bearbeiter: Hansen
kërsegarte
swM.
hier kirse-.
Nutzgarten mit Kirschbäumen, ‘Kirschgarten’
alles daz gvͦt, daz si dri hatten ze Binningen in dem dorfe
[...], ane [...] den
kirsegarten nebent dem wiger UrkCorp (WMU)
3349,19
MWB 3,1 221,50; Bearbeiter: Hansen
kërsenmuos
stN.
‘Kirschenmus’
der denne woͤlle machen ein kirsen muͦs, der breche die stile
abe vnd siede sie mit ein wenic wins vnd slahe sie denne durch ein tuͦch
BvgSp
82.
9
MWB 3,1 221,55; Bearbeiterin: Baumgarte
kërsenzëhende
stswM.
‘Kirschenzehnt’
decima: krisenzehenden SchwäbWB
4,420
(Buck; a. 1315);
wir geloben ouch lassen ze volgen den kirsen zenhenden vnd die lantgarbe der
kirsen vmb die stat ze Rotenburg UrkHohenb
503
(a. 1361)
MWB 3,1 221,59; Bearbeiterin: Baumgarte
kërsestein
stM.
hier kir-.
‘Kirschkern’
der erste [Kirschbaum] wirt
gepflanczt mit deme kirsteyne oder mit deme kerne in octobre, odir in nouembre
Pelzb
127,31
MWB 3,1 222,1; Bearbeiter: Hansen
kêr|snuor
stF.
im Buch als Lesezeichen dienende Schnur:
registrum: kersnuͦr [vgl. ebd. die Erläuterung (Hs. 15. Jh.):
registrum [...] est zona vel multitudo zonarum
interposita foliis quaternorum, ut scriptura, que queritur, cercius
inveniatur et facilius inveniri posset
]
VocOpt
23.049
MWB 3,1 222,5; Bearbeiter: Hansen
kerubîn
stM.
auch -îm; aus mlat. cherubim, cherubin, wie dieses als Pl.
wie auch als Sg. verstanden.
1 Engelswesen (vgl. LThK 5,1405f.) 2 als Name eines Erzengels: 3 ein Engelchor in der obersten Hierarchie der neun Engelchöre
1
Engelswesen (vgl. LThK 5,1405f.):
– Pl. ‘Cherubim’
hoch úber alle engel schar, / da ewenklich die cherubin / dir muͤssend
under taͤnig sin KvHelmsd
4553;
so koment die cherubin mit irre clarheit unde
erlúchtent disen grunt mit irme gotvarwen liechte Tauler
376,7.
368,18;
den engelen geliche, / di da heizent cherubin Glaub
3188;
LobGesMar
40,12;
RvEWchr
11938.
– Sg. ‘Cherub’
daz in gener ouch behage, / der uf dem cherubim sitzet
Brun
1132;
der eine cherubin sundir rum / bezeichent Marien magetum
ebd.
4471.
4154.
4469;
von Maria:
vrowe, Cherubin in erden, / laz uns dine gesellen werden
MarlbRh
74,33
2
als Name eines Erzengels: :
einen engel er dô hiez, / der was geheizen Cherubîn, / daz er si
[Adam und Eva] dar [ins
Paradies] wider în / deheinen wîs iht lieze Aneg
1488;
der erzengel Cherubîn Wh
49,11
u.ö.;
der engel Cherubin / der kan wol wisen mich die wege
Rennew
30276
u.ö.;
Gen
517;
VMos
9,26.
10,16
3
ein Engelchor in der obersten Hierarchie der neun Engelchöre:
do geschuͦf er dri chore / in der oberisten hohe / der eine
heizet Trôn / [...] der andere heizet Cherubin /
[...] der dritte heizet Seraphym VMos
3,13;
de echt [achte] chor is, des
lutercheit / al andre chore üvergeit. / [...] im is
offenbar gods heimlicheit, / drümb he Cherubin den namen entfeit
MarlbRh
70,6;
sus quam ich zu dem achten [Chor] ;
/ Cherubin ist er genant Pass I/II (HSW)
18631
u.ö.;
HvNstGZ
8003;
Hawich
2577
MWB 3,1 222,11; Bearbeiter: Hansen
kêrunge
stF.
auch chorunge.
1
‘Kehrtwendung’
2
‘Hinwendung’ , hier i.S.v. ‘Heimsuchung, Versuchung’
3
‘Bekehrung’ , in der Bez. des Festtages ‘Pauli Bekehrung’ (25. Januar)
1
‘Kehrtwendung’
Gawein auf dem velde nam, / do er über di bruk cham, / vil manig cherunge
Krone
7444
2
‘Hinwendung’, hier i.S.v. ‘Heimsuchung, Versuchung’
also schiere so si [reuige
Sünder] denne ein chorunge des leidigin tieuilis begriffet, leidir, daz
si ê da geriwestin [bereuten] , daz viragezzint si danne
unde chêrint widere zvͦ den suntin Spec
74,2
3
‘Bekehrung’, in der Bez. des Festtages ‘Pauli Bekehrung’ (25.
Januar):
daz ist geschehen ze Salzpvrch [...] an sand Pauls
tag ze der chervng UrkCorp (WMU)
3196,26
MWB 3,1 222,43; Bearbeiter: Hansen |