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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
      klüege stF.
      klüegen swV.
      kluft stF.
      kluftic Adj.
      kluftzange F.
      klumpf stM.
      klunc stM.
      klunge F.
      klungeler stF.
      klungelîn stN.
      klungic Adj.
      klunkel stN.
      klunse swstF.
      klünsel stN.
      klunsen swV.
      klünzen swV.
      klunzeren swV.
      kluoc Adj., Adv.
      kluocheit stF.
      kluoclich Adj.
      kluoge stF.
      kluogen, klüegen swV.
      klupf stM.
      klüpfel stM.
      klupfen swV.
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   klüege - klupfen    


klüege stF. kluoge

MWB 3,1 372,29;

klüegen swV. kluogen

MWB 3,1 372,30;

kluft stF. 1 ‘Kluft, Spalt, Höhlung’
1.1 im Erdboden, Gestein
1.2 von Gebäuden und ihren Teilen ‘Gruft, Gewölbe’
1.3 Einzelnes
1.3.1 bei Pflanzen ‘Blütenkelch’
1.3.2 ‘Bauchhöhle, Gebärmutter’
1.3.3 übertr.
2 etw. Gespaltenes
2.1 von Materialien (hier bezogen auf heidn. Götterbilder)
2.2 von zangen- und scherenartigen Werkzeugen (vgl. AWB 5,265 und kluftzange bzw. kluppe )
   1 ‘Kluft, Spalt, Höhlung’    1.1 im Erdboden, Gestein: daz kriuze [an dem Jesus hing] huoben sî dô ûf / und faztens in eins steines kluft Philipp 7247; die erde man sih spalten sah / undir in: dú kluft wart so wit / das si do an der selbin zit / dú erde lebinde virslant RvEWchr 13870; uzer der erden cluften HeslApk 20255. – im Bergbau (vgl. FWB 8,1152f. mit späteren Belegen): do quam ein kluft mit einer letten [Tonschicht] , / die sneit uns abe den ganc so gar / sam er nie were kumen dar Erz III 56,442; das di gruben [...] der [anderen] grube czu dem staine wasser benimt, es gesche durch klufte, di man gesehen mag oder durch risse BgRIglau 439,12. 438,17. 439,3. 434,15    1.2 von Gebäuden und ihren Teilen ‘Gruft, Gewölbe’ sente Pêters gebeine und sente Paulus ligen under dem hôhen alter sente Peters in der kluft, ouch vermûret under deme altâre HvFritzlHl 123,13; lâzit uns welbin eine kluft / mit edilin marmir steine, / mit golde gemuosit [als Mosaik angebracht] reine Athis F 80; Klausner 332. 609. 975; in des kerkeres kluft Pass III 179,51. 591,57. – gemauerter Ofenraum (vgl. ovenkluft ): ein engel quam dar in den coven / mit einer kuͦlen senften luft, / daz sie [die drei Jünglinge] virsengete nie die cluft / noch des vuwers glammen Vät 8754; in di burnenden cluft Pass I/II (HSW) 17745. – bezogen auf ein Gebäude, das in eine Bergwand gebaut ist: dâr ist ein munster einsît / gewahsen in den holen berc: / [...] / sente Michahêle, / [...] / dem ist die selbe kluft gewiet EbvErf 2767. 2782    1.3 Einzelnes:    1.3.1 bei Pflanzen ‘Blütenkelch’ ir bleter und ir blüete kluft / ze fröuden heten sich gestalt KvWTroj 1146; manger lôsen blüete cluft KvWLd 20,4    1.3.2 ‘Bauchhöhle, Gebärmutter’ do der huswirt geweldic wart / der kluft ir reinen wammen HeslApk 3269    1.3.3 übertr.: ir iegelicher truc / die uber groze richeit / menlicher kuscheit / heimlich in des herzen cluft Vät 10365    2 etw. Gespaltenes    2.1 von Materialien (hier bezogen auf heidn. Götterbilder): den steinen hub sich michel not / und ouch des holzes kluften Pass III 660,51    2.2 von zangen- und scherenartigen Werkzeugen (vgl. AWB 5,265 und kluftzange bzw. kluppe ): si a pilo ut forpices, quę sunt tonsorum kluppa (vel) clufta SummHeinr 1:249,275; forcipula: kluf ebd. 2:38,143; emunctorium forceps cum quo adustum luminare purgatur id est zanga / zwanga. emunctoria forcipes quibus adusta luminaria purgantur cluft ebd. 2:280,187; illi, qui aurum ad crematorium deferunt, possunt cum quodam instrumento, quod vulgari chluft dicitur, granula auri in testis querere et, [...], excipere et evellere BgRIglau 483,23

MWB 3,1 372,31; Bearbeiter: Diehl

kluftic Adj. ‘gespalten’ (vgl. AWB 5,265f.): fissilis divisus: cluftiger SummHeinr 2:298,88

MWB 3,1 373,21; Bearbeiter: Diehl

kluftzange F. ‘Zange’ (vgl. AWB 5,266): forceps: cluftzanga Gl 3:629,45

MWB 3,1 373,23; Bearbeiter: Diehl

klumpf stM. klupf

MWB 3,1 373,25;

klunc stM. ‘Klang’ her, wâ ist meister Wildunc? / nû solt wir haben einen klunc / sîner guoten dœne Ottok 678

MWB 3,1 373,26; Bearbeiter: Diehl

klunge F. ‘(Woll-, Garn-)Knäuel’ im Glossenbeleg des 13. Jh.s (vgl. AWB 5,266)

MWB 3,1 373,29; Bearbeiter: Diehl

klungeler stF. glunkeler (Nachtrag)

MWB 3,1 373,31;

klungelîn, knugelîn stN. auch -lî, Dimin. zu klunge . ‘(kleines) Knäuel’ (vgl. AWB 5,266 und kliuwelîn ): globellum: clvwelin, kloͮvilin, klungilin diminutivum a globo SummHeinr 1:327,182. 2:315,88; glomus: klunggelin, klungli VocOpt 17.019; her Jason do gedachte / untz er ze samen brachte / von syden ain vestes klungelin, / [...]. / der held zü dem laboranten [Labyrinth] schraitt GTroj 22011. 21971. – zur Übers. von drachma, dragma (vgl. Lc 15,8-10 mulier habens drachmas decem ...): des merkend ain glich bÿschaft so / in dem hailgen ewangelio / bÿ der frowen die hie vor / von zechen knúglin ains verlor! KvHelmsd 3150; hierher und nicht zu kliuwelîn (mit der Nebenform kniuwelîn ): da sÿ nun ir knúlin fand, / alle ir nachpuren sÿ besant ebd. 3157

MWB 3,1 373,32; Bearbeiter: Diehl

klungic Adj. wolklungic

MWB 3,1 373,48;

klunkel stN. Bed. unklar; ‘Schlückchen’ (Anm.z.St.), ‘Gericht aus Eingeweiden’ (Ehrismann, Germ. 33 [1888], S. 372), Lexer 1,1637 verweist auf klungelîn: herr, ich tet ein munkel; / dar nâch gab mir ein klunkel / iuwer frumer meier, / sehs und drîzec eier, / zwên kæs und ein spenvark Helbl 1,400

MWB 3,1 373,49; Bearbeiter: Diehl

klunse swstF. ‘Spalte, Ritze’ alse der vor der tv́re lvͦgit dvrch die klunsen in den palast DvAStaff 551; dâ sie ligent sam vor einer türe unde kaphent hin in [...] daz sie reht als durch enge klunsen die glitzunge sô grôzes liehtes an sehent DvASchr 396,3; Galiênus spricht, daz daz flaisch dar zuo nütz sei, daz ez die klunsen zwischen den painen und den âdern derfülle und daz ez diu gelider ze samen hab BdN 23,19; er [Alexander d. Gr.] wolde verlîmen in [den Völkern Gog und Magog] die cluns UvEtzAlex 20915

MWB 3,1 373,55; Bearbeiter: Diehl

klünsel stN. Dimin. zu klunse , ‘kleiner Spalt’ an den vespen sint über al klaineu spältel und klünsel, wan si âtement niht und habent niht lungen BdN 291,18; daz öl verschoppet [verstopft] diu klünsel und diu spältel irs [der Bienen] leibes ebd. 291,23

MWB 3,1 374,1; Bearbeiter: Diehl

klunsen swV. ‘schmeicheln, schön tun’ (?; vgl. DWB 5,1300f. s.v. klünseln; La. für lunzen ), hier subst.: sin vil odes clunsen, / daz her in er scotzel [Schoß] dot, / machet mir noch grawen loc Neidh (S) 1,51 O10:5,5

MWB 3,1 374,7; Bearbeiter: Diehl

klünzen swV. ‘schmeicheln’ (?; vgl. DWB 5,1300f. s.v. klünseln): ir einer [meiner Freunde] mir niht wölte / helfen mit zwein ünzen / und sölte ich immer klünzen, / irs guotes gêben si mir niht Renner 17210

MWB 3,1 374,12; Bearbeiter: Diehl

klunzeren, klunzern swV. ‘jammern, klagen’ wölte got, wêr iu als mir, / sô weiz ich wol ân zwîfel daz ir / vil mêre klunzert denne ich tuon Renner 12299; als Variante jüngerer Hss. auch: si klunzert [maunzt] als die klôster katzen, / swenne si mit irn wîzen tatzen / die spîse mit zarte beginnent klûben ebd. 12280(3)

MWB 3,1 374,17; Bearbeiter: Diehl

kluoc Adj., Adv. selten adv. (vgl. 1.1.4 , 1.2.3 ); häufig als Reimwort, z.T. sinnentleert. 1 ursprünglich zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten ‘angemessen, beeindruckend, vortrefflich’ (offen zu 2)
1.1 meist auf Menschen bezogen
1.1.1 allgem.
1.1.2 das Äußere in den Vordergrund stellend (i.d.R. von Mädchen und Frauen) ‘gut aussehend, schön’
1.1.3 bezogen auf situativ angemessenes Verhalten
1.1.4 bezogen auf Fähigkeiten und Fertigkeiten ‘geschickt, kunstfertig’ (vgl. 2.1.3 und listic )
1.2 bezogen auf von Menschen Gefertigtes ‘schön, kostbar, edel, kunstfertig gemacht’
1.2.1 allgem.
1.2.2 Speisen (in der Wendung kluoge spîse - wohl gleichbedeutend mit guote spîse [vgl. guot 8.1 ]) ‘wohlschmeckend’
1.2.3 Gesprochenes und Erzähltes ‘unterhaltend, bemerkenswert, belehrend’
1.3 auf Tiere bezogen
1.4 auf Landschaft (Feld, Berg) bezogen
2 bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat. prudens )
2.1 meist bei Menschen
2.1.1 allg. ‘verständig, klug’
2.1.2 in der Wendung ~ sîn mit Präp. ( ane, in, ûf, ze ) oder mit Gen. ‘sich auf etw. (besonders gut) verstehen’
2.1.3 die Gelehrsamkeit betonend ‘gelehrt, gebildet’ (unter dem Aspekt des Gelernten, des Könnens z.T. offen zu 1.1.4 )
2.1.4 den Aspekt der List einbeziehend
2.2 selten auch bei Tieren
   1 ursprünglich zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten ‘angemessen, beeindruckend, vortrefflich’ (offen zu 2)    1.1 meist auf Menschen bezogen    1.1.1 allgem.: grâven unde dienestman, / herzogen unde frîen gnuoc / und manec rîcher fürste cluoc, / die wâren ûf dem palas KvWSchwanr 218; Grîgorz im sande ritter kluoc, / fünf hundert: ieslîcher truoc / helm ûf houbt gebunden; / die wol mit strîte kunden Parz 210,19; EnikFb 699; der hêrre sande vor hin în / den kluogen meisterknappen sîn Parz 59,30; Wig 10687; HvNstAp 16192; gespilen hövesch unde cluoc KvWKlage 30,3; ez wuohs der junc herre kluoc / an tugent und an dem lîbe Ottok 2654    1.1.2 das Äußere in den Vordergrund stellend (i.d.R. von Mädchen und Frauen) ‘gut aussehend, schön’ ir nase envollen kluoge, / ze rehte hôch, ze rehte lange Heidin III 3800; Helena, frowe minneklich, / das durch dich so manig tegen / müss des libes sich bewegen! / owe, rotter mund so clüg, / das dich din mütter ie getrüg! GTroj 17475; ez wart nie minneclicher wîp / beschouwet ûf der erde. / [...] / diu cleider und diu crône / diu diu selbe frouwe cluoc [Frau Welt] / ûf und an ir lîbe truoc, / diu wâren alsô rîche / daz si sicherlîche / nie man vergelten kunde KvWWelt 95; [man gesellt] knappen kluoge / wol mit fuoge / zuo dien dirnen schœne SM:Had 43: 2,11. – (in geistl. Wertung) ins Negative übergehend: flisz dich, das dine tuͤcher und din gewant nach gemeiner wis slecht und einfeltig si, das niemant da von hab zuͦ reden. es ist ein grosse schant in der warheit einer gaistlichen froͮwen, das man von ir moͤcht sprechen: sie ist ein kluge nun Seuse 482,10; der [ rite ‘das Fieber’ ] doch lange bleip / bî der kluogen [verwöhnten] eptischîn: / des müez er iemer sælig sîn Boner 48,155; ir [der personif. Verführung] spilnden ougen und ir valschez gên und ir trügenlîchez smieren und ir kluogen [gekünstelte (oder zu 2.1.4?)] gebærde PrBerth 1:286,38    1.1.3 bezogen auf situativ angemessenes Verhalten: ich bekenne iuch niht an iuwer hövescheit sô kluogen Neidh WL 16:4,4; mich dunket, swer frowen gern nimt war, / daz der deste hovelîcher var, / daz er gevalle in wol. / daz sol nit sîn unvuoge. / ja suln wir kluoge sîn / dur schœne frowen fîn SM:Had 52: 8,11; ouch bat er si genâden vil. / diu magt sprach als i’u sagen wil. / hêrre, sît ir anders kluoc [wenn ihr sonst klug seid] , / sô mages dunken iuch genuoc Parz 406,1. 413,6; als ob er [der Wirt] / winke, und sprechen welle: ‘wol her! / hie ist guoter spîse und wînes gnuog’, / das betuͤtet, das er hovelich und kluog / mit rede sol gegen den gesten sîn Ammenh 15724; dô si heten gâz genuoc, / die truhsæzen wâren kluoc: / die tische begundens dannen tragen Mai 8,36; Martina 60,92. – attr. in Verbindung mit list, vunt, vuoc: mit ainem cluͦgen funde / stach er den stier in den giel WhvÖst 11796; mit manigem cluͦgen funde / wart da diu zit gekuͤrtzet ebd. 12838. 1896; min kunst vindet wol die wer / und so manigen cluͦgen list ebd. 7145. 10792; mit fuͦgen cluͦgen ebd. 11888    1.1.4 bezogen auf Fähigkeiten und Fertigkeiten ‘geschickt, kunstfertig’ (vgl. 2.1.3 und listic ): wol hundert schuostære / muosten sîn alsô kluoc, / daz si gâben schuoch genuoc / allen den die dar kâmen EnikWchr 12935; er [der Schneider] was so cluc, / daz er uz minen cleidern sneit im cleider an Frl 1:14,8; der lantgrâve, zu strîte clûc, / mit dem schilde vienc den slac Kreuzf 4320; cluͦge wænke [Wendungen im Kampf] kunder, / die im daz leben vristen WhvÖst 12058; birssen, baizzen, ritters spil / triben si und tantzen cluͦc ebd. 18583; vor ir beschæuden / er do ritterlichen rait. / [...], / mit manigem cluͦgen sprunge / daz ros liez er valiern ebd. 9734; MarcoPolo 60,15. – adv.: daz ezzen er dem vater truoc. / daz was bereit alsô kluoc / mit wurzen und mit saffrân, / daz er sô guotes nie gewan EnikWchr 4410; sînen schilt er an dem arm truoc, / der was gegozzen alsô kluoc / und was ze strît alsô starc, / er nam in dô für tûsent marc ebd. 9862    1.2 bezogen auf von Menschen Gefertigtes ‘schön, kostbar, edel, kunstfertig gemacht’    1.2.1 allgem.: er [der Schwan] fuorte in balde ûf sîne vart / in eime schiffelîne cluoc KvWSchwanr 1571; ez ist mit grôzer arbait und mit kluogem gezeug [geeignetem Instrumentarium] in der sternseher kunst funden BdN 106,14; die lúhtenden kluͦgen stein der stat [des himmlischen Jerusalem] Seuse 440,19. – häufig bezogen auf Kleidung, Schmuck, Waffen u.ä.: ez enwart sô tiure / cleit von henden nie genât, / sô disiu kostbærlîchiu wât, / [...] / si was dar zuo vil gar ze cluoc, / daz si trüege ein irdisch man, / si möhte ein glanzer engel an / mit grôzen êren hân geliten KvWTroj 2926; daz er an sînem vinger truoc. / den stein gar edel unde cluoc ebd. 9922. 20200; ir gurtel den sie umb drug, / der waz kosper und kluͦg, / von liehter varwe manigfalt / als der regenboge gestalt HvNstGZ 314; GTroj 7057; daz mezzer daz was kluoc, / schœn und kostlich genuoc, / und was diu klinge lanc Ottok 78176; JTit 1684,2; zwen kluͦg riterschuͦh und endrú kleider, dú riter pflegent ze tragene Seuse 55,23. 323,25    1.2.2 Speisen (in der Wendung kluoge spîse - wohl gleichbedeutend mit guote spîse [vgl. guot 8.1]) ‘wohlschmeckend’ ein kluͦge spise von pflumen BvgSp 9; wilt du ein kluͤge spise machen, slahe einnen duͤnnen teic von eyern vnd von schoͤnem melwe, mache daz dicke mit schoͤnem brote ebd. 43. 6 u.ö.    1.2.3 Gesprochenes und Erzähltes ‘unterhaltend, bemerkenswert, belehrend’ daz mære kluoc [die Geschichte der Martina] / wie ein krankis frovwelin / dirre welte valschin schin / und ir gezierde vbir want Martina 2,84. 30,100; VirgH 514,5; mich wundert zwor etwenne / wo er die clugen rede neme, / die er mit worten kan beschrem [ausdrücken] Minneb 2719; WhvÖst 109; GvJudenb 3304; ir namen ich iu nennen wil, / wand ich si vant mit fuogen / geschriben ûf ein endes zil / mit worten harte cluogen KvWKlage 8,8; Seuse 98,22; vernemt aventuͤre cluͦg! WhvÖst 1295. – adv.: kuͤnd ich rimen cluͤge, / die wolt ich gerne schriben WhvÖst 1502. – subst.: wan es ist us usgesondert gantz, / durchlühtig und durchreinet glantz, / das nie so cluoges wart vollebraht ParzRapp Prolog 13; swaz ôrn ie guots gehôrten, / swaz munt sô kluoges ie gesprach KLD:Kzl 2: 13,13    1.3 auf Tiere bezogen: ey do sach ich einen vogel / under in: der waz so rogel [leicht beschwingt (Glr.z.St.)] , / daz cluger vogel nie enwart. / edel, clug, hubsch und zart / waz er an wider striten Minneb 5175. 5162. 5199; si [die ahnungslosen Mäusejungen] gedâchten: daz [die schlafende Katze] mag gar wol sîn / ein senftez tier, kluog unde zart Boner 43,47    1.4 auf Landschaft (Feld, Berg) bezogen: an dem waszer reit er zū tal, / bisz er vant einen steck, / der einen wonneclichen weg / jn den clugen anger trúg, / der sleht was vnd eben gnuͦg Krone 21346; dar inne [im Land Kandia] berge cluͦc / ligent, die sint also hoch / daz da regen nie gefloch, / [...]. / dar uf ist manic wunder, / die ich alle besunder / iezunt niht mag gezeln WhvÖst 13490    2 bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat. prudens)    2.1 meist bei Menschen    2.1.1 allg. ‘verständig, klug’ sinnerîch gedenke und kluog / muos ieklich mensche haben gnuog, / der ûf ein end durgründen wil / dis selbe schachzabelspil Ammenh 1905; Isôt die küneginne cluoc / den namen [ Peilnetôsî ] widersinnes las; / und waz dar inne verborgen was, / daz wart ir schiere bekant HvFreibTr 5332; EbvErf 4453; ParzRapp 846,20; daz kint [Thomas von Aquin] wart geborn und was klug von jugent ûf. nôch den tagen sînes alders sô enwas ime nimant glîch under anderen kinderen HvFritzlHl 99,13; des sinnes [...] so kluc HeslApk 6792; LvRegSyon 4019; daz er sîn wê und ouch sîn ach, / sîn minniclîchen ungemach / doch sô verborgenlîchen truoc, / daz nieman mohte sîn sô kluoc, / der daz an im erkande, / daz in diu Minne bande HvBer 5413; nû ist er mir ze kluoc / und getar mich niht bestân: / ein kemphen [Kämpfer als Stellvertreter] wil er hân Ottok 62589. – subst.: darumme sprichit der ewangelista: vader himmilriches und ertriches, di dise dinc haist forborgin for den wisin und den clugin [ a sapientibus et prudentibus Lc 10,21] dirre werlinde und hast si geoffinbarit den cleinisten Parad 98,7; EvBerl 14,20; ich sante / nach meistren, die ich kante / zu Babylon vil wise, / daz sie des troumis wise / mich berichten eigenlich. / die clugen quamen vor mich Daniel 3540. 639    2.1.2 in der Wendung ~ sîn mit Präp. (ane, in, ûf, ze) oder mit Gen. ‘sich auf etw. (besonders gut) verstehen’ an werken und an wort / si wâren witzic unde kluoc Ottok 17487; her Wolfram von Eschenbach, / [...], / swie gar er was an tihten kluoc, / er müeste arbeit genuoc / darûf hân geleit ebd. 39198. 13155. 89736; Boner 74,11; die besten vernuͤnft / gewan daz kint in sinen tagen: / tihten, singen und sagen / kund ez und wiser kuͤnst gnuͦc; / ez wart in artibus so cluͦc / und in phylosophie kunst, / daz die maister ire gunst / im gaben in dem lande WhvÖst 646; Frouwenlop meister Heinrich, / der ûf die kunst ist kluoc Ottok 86557; die ûf gewinne wâren kluoc, / die schuofen ir dinc wol ebd. 29367. 34345; ein ritter der hiez Pfelerîn, / der was in beiden [Tristan und Isolde] gar gehaz / und hête in ouch bewîset daz. / her was eins bœsen herzen gnuoc / und was ûf valsche rête kluoc HvFreibTr 5502; hirsbrîn ist ir [der Kärntner] spîs, / daz izzt der jung und der grîs. / [...] / si sint niur zuo dem brîn [Brei] kluoc EnikWchr 27530. si slief dannoch wunniclîch / bî Achillen freudenrîch / und was ze minnen alsô kluoc, / daz si ein kint bî im truoc ebd. 15049. 4792; gen einem wîbe wolgetân, / diu kunde videln und singen / und was ze solhen dingen / hubsch unde kluoc Ottok 86333. 15505. – mit Pron.-Adv.: bî in [dem Volk Israel in der Wüste] was kroten und nâtern vil. / … [Lücke im Text] , mucken ich iu wil / nennen und ander slaht genuoc, / die dar zuo wâren alsô kluoc [eifrig, begierig?] , / daz si den juden tâten leit EnikWchr 8568. – mit Gen.: der smit was sîner künste kluoc, / er konde smidewerkes gnuoc HvFreibTr 6005    2.1.3 die Gelehrsamkeit betonend ‘gelehrt, gebildet’ (unter dem Aspekt des Gelernten, des Könnens z.T. offen zu 1.1.4): daz brot heizet enkaristia [l. eu- ] , / sus schriben uns die pfaffen klug Brun 8179. 4126; da gewan er ainen weisen man, / der was gehaizen Adrian, / der was weis unt chluck / unt chund der pûch genuc GvJudenb 4115. 3492; ein man ze Rôm saz alsus, / der was genant Virgilius. / der was ze Rôm alsô kluoc, / daz er zoubers vant genuoc EnikWchr 23697. 23780    2.1.4 den Aspekt der List einbeziehend: der [Stein] macht seinen tragær kluog oder kündich und fürsihtich [ astutum et providum ] BdN 468,1; die heiden wolte er irren, Albrîch der was kluoc: / der apgote er einen in die burc getruoc OrtnAW 440,3; als der kunic Andrê / ûz Wienen kom sô kluoc, / daz er ein kutten an truoc / in der ahte, als er wære / ein bruoder der Wilhalmære [des Wilhelmitenordens] Ottok 83067; er was ouch dô sô kluoc, / daz er durch ein neigers luoc [Bohrloch] / sach, waz der man tæte, / den er forht sô stæte EnikWchr 17947. – ins Negative weisend (subst.): mit rat der bösen clugen Frl 5:76,19    2.2 selten auch bei Tieren: wenn er gegen im slug, / so was das tier also klug, / es sprang hin dan als ain hunt / und sprang hin wider an der stunt HvNstAp 5022. – Lit.: J. Trier, Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Beginn des 13. Jh., Heidelberg 1931; F. Scheidweiler, kluoc, in: ZfdA 78 (1941), S. 184-233 (mit umfangreichem, stark differenziertem Belegmaterial)

MWB 3,1 374,24; Bearbeiter: Diehl

kluocheit, kluokeit stF. (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 106ff.), auch klucket PrLpz . 1 zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Ideals in seinen materiellen wie ideellen Aspekten
1.1 bezogen auf Menschen und ihr Tun ‘angemessenes, schickliches Verhalten’
1.2 bezogen auf die (außerordentliche) Qualität von Dingen
2 bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat. prudentia ) ‘Klugheit, Verständigkeit, Vernunft’
2.1 überw. von Menschen
2.2 selten bei Tieren (hier nur Hunden)
   1 zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Ideals in seinen materiellen wie ideellen Aspekten    1.1 bezogen auf Menschen und ihr Tun ‘angemessenes, schickliches Verhalten’ mit vil groszer clǔgheit / diente man dirre ritterschaft, / man gab jne aller eren krafft Krone 14735; so wiltu haben clugheit, / hovieren, zucht, gefugheit / und waz da suberlich ist Minneb 857. 896; alle die wise, als wir hie vor in unsern tumben tagen uns flissen, daz wir sunderbar stuͤnden in aller kluͦkheit, daz wir ellú hertzen zuͦ uns zugin Seuse 448,32; Engelmares buͦs duͥ blaip stete, / mit dem lingen fuͦsse er wol in ainen loͤffel trette. / es were niht guͦt, der in der cluͦghait [Geschicklichkeit] uͥberhaben hette Neidh (S) 1,442 B5:7,11; mit den eiern macht man / leder daz man tuͦt an; / hentschuͦhe wizze, / die man treit mit flizze; / wizze stival gemeit, / die man treit durch kluͦkeit [elegantes Auftreten] KgvOdenw 2,128    1.2 bezogen auf die (außerordentliche) Qualität von Dingen: diu sunne schînet durch daz glas und dringet daz wazzer von der [darunter stehenden] rôsen; daz kumet von kluocheit der materie des glases von der berlîchen kraft der sunnen Eckh 1:407,3; wer sich mit hôchvart über treit / dur sis gewandes kluogkeit [gefällige Art] , / der mag zeim esel werden wol Boner 67,58    2 bezogen auf den Intellekt (Übersetzungsäquivalent für lat. prudentia) ‘Klugheit, Verständigkeit, Vernunft’ so bezeichent Jupiter di klucheit, / Venus den geist der mildekeit Brun 1453    2.1 überw. von Menschen: di einen [Tugenden] di gehôren zu der vornunft, daz ist wîsheit, kunst und klugheit, und di in disen sint beslozzen diz heizen vornunftige tugende HvFritzlHl 181,21; nu sal man mirkin daz wisheit dinit der sele, clucheit den sinnen Parad 97,36; mit kluocheit und mit witzen Ottok 59767. 33508; uf daz ander horn des alters soltu setzen prudenciam sive sapienciam, daz ist die klucket oder die wisheit PrLpz 25,41; EvBeh Lc 1,17; BdN 352,23. – ins Negative übergehend ‘Schläue, Hinterlist, Verschlagenheit’ nötte [von Nöten] wil ich wessen fry / daz mich der frowen clüghaitt / icht bringe in lange arbaitt GTroj 5511; mit sulcher clucheit do gewan / Julianus der valsche man, / daz er gewaldec keiser wart Pass I/II (HSW) 38625; sine [des Herodes] clucheit in do larte / - wan er was ouch untugenthaft -, / daz er dran leite groze craft, / wi er Pylatum her abe / mit gelubde und mit habe / brechte von dem lande ebd. 7780. 34615. 7733; bœsiu kluokeit übel tücket / sô man die goukel hüete vür rücket / die nu vil maniger lîhten sache / sint ûf gesazt ze einem obedache Renner 8855; an bœser kluokeit kleiniu kint / vil klüeger denne ir vater sint ebd. 6219. 15353. 7069    2.2 selten bei Tieren (hier nur Hunden): dem hündlîn stât sîn kluogkeit wol, / der esel secke tragen sol Boner 20,57; einr zît ein kleinez hündelîn, / daz gar liep was dem hêrren sîn, / daz was alsô ze lêr geleit, / daz ez kond manig kluogkeit [Kunststückchen] ebd. 20,4 u.ö.

MWB 3,1 378,8; Bearbeiter: Diehl

kluoclich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. 1 zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten
1.1 von Dingen, ‘schön, elegant, kostbar’
1.2 von Handlungen, ‘angemessen, auf richtige Art und Weise, geziemend’
2 auf den Intellekt bezogen ‘vernünftig, verständig’
   1 zur Beschreibung eines den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechenden Idealzustands in seinen materiellen wie ideellen Aspekten    1.1 von Dingen, ‘schön, elegant, kostbar’ einen vil kostlichen palas, / der clüglich wol bestrauwt was Krone 14618; kostlich hiez er machen / von holzwerk eine brucken, / diu was von manigen stucken / kluogelich gevalden Ottok 10868; ez sol ouch dehein man, der niht ist ritter, keinen schuͦch dragen, zerhoͮwen mit loͤubern [wohl ‘mit blattförmigen Durchbrüchen’, vgl. auch loup stN. 2 ] oder mit wehen kluͤglichen snytden, wie die snytde sint, die durch hochvart unde niht durch gesuntheit gemaht sint, ane geverde SpeyrerP 60    1.2 von Handlungen, ‘angemessen, auf richtige Art und Weise, geziemend’ klüegelîchen trit ich dar, / mîn gruoz wirt in kunt getân Helbl 13,108; daz er [der Mann] liep gewinnet / ein wip und sich versinnet, / daz er irs saget cluglich, / gar heimlich und gefuglich, / so daz sie ez wol verstet Minneb 1225; WhvÖst 7096; do der brief geschriben was / und er diu wort uͤber las, / cluͦclich [sorgfältig] er in ze samen want: / mit siner adellichen hant / næt ern in ain sidin tuͦch ebd. 6773; dô der furste het gelesen / sînes sunes botschaft, / mit zorne wart er behaft. / die dâ bî im wâren, / die sâhen in gebâren / ein teil zorniclich. / si erfuoren kluogelich [in geschickter Weise] , / waz diu botschaft wære Ottok 61660    2 auf den Intellekt bezogen ‘vernünftig, verständig’ ouch wart von dirre vrowen [der Königin von Saba] / harte kluclich gevarn. / si wolde sich gein im [König Salomo] bewarn / an maniger tiefen vrage / und dachte mit der lage / ervarn sines herzen grunt, / ob im die wisheit were kunt Pass III 267,79; sin hohe smeckende vernunft / hete also kluclichen sweif [Beweglichkeit] , / daz er mit sinnen ie begreif, / daz ture den anderen was ebd. 415,35; EvBeh Lc 16,8. – bildl.: daz der vernunft sumerlaten / in mir cluglich so uz schießen, / daz ich den sin mug uz gießen Minneb 4273

MWB 3,1 379,7; Bearbeiter: Diehl

kluoge stF. auch kluche [:buche] (Brun ). ‘Verständigkeit, Klugheit’ herre / tu uf mine lippen zu desir stunt, / din lob sal sprechen min munt, / nu gib mir wisliche kluche Brun 1152; swaz er [Ambrosius] ie was gelart / in sines herzen kluge, / daz karte ot uf die vuge, / ob er in mochte entwischen Pass III 242,65 (vgl. sinen listigen sin ebd. 242,75 )

MWB 3,1 379,49; Bearbeiter: Diehl

kluogen, klüegen swV. ‘jmdn./etw. → kluoc machen, schmücken, (ver-)zieren’ swie wol der riche geclüeget / was mit sinem richtvom / unde mit der welte rvom / daz moht im niht erwerbin / er mvoze doch ersterbin Martina 65,78; wan div suoziv gotlichiv lere / het lip vnd sele gefuoget / mit frovden sa gecluoget / die si da habent gemeine ebd. 246,80

MWB 3,1 379,56; Bearbeiter: Diehl

klupf stM. auch chluff BrEng , clumpf HBirne (W) 451(La.). ‘(erregtes) Herzklopfen, Pochen’ (vgl. klopfen 1.4, klupfen und knüpfel ): etwenne ret der geist mit gotte, wenne er mit klu̍pfe vnd wundrunge des gemvͤtes [ cum stupore mentis ] suͦchet vnd schowet michli der goͤtlichen werken RvBib 39,3. 69,22. – bei freudigen Ereignissen: der fröuden klupf ir herze traf KvWPart 14920. – meist ‘Schreck, Erschrecken’ von cluph ir herze ercrahte EckenlE2 179,10; diu wunde, die daz phert erwarp / von des grimmen lewen kraft, / diu machte ez alsô zagehaft / unde ouch alsô vorhtesam, / daz im ein kluph ze herzen kam / und ez begunde vliehen KvWPart 10554; Ginovere liez des klupfes last, / den si dâ vor von leide truoc UvZLanz 5388. 784; dv [der Abt] solt dv cît mit dien cîten mischin. vnde zartunga mit din chluffin [ miscens ... terroribus blandimenta ] BrEng 2; ein rîden [Zittern] grôz al hie / si von klupfe bevie WvRh 9943

MWB 3,1 380,1; Bearbeiter: Diehl

klüpfel, klupfel stM. auch klipfel. ‘Schlagwerkzeug, Knüppel’ (vgl. klepfel ): er [ein Ordensbruder] wart zû den stunden / ûf ein ros gebunden; / sulche martir man im bôt, / mit klupfeln wurfen sie in tôt LivlChr 10706; einen klüpfel [Hs. klupfel ] truog ez [das Standbild aus Erz] in der hant, / der stuont ze swerem zil Wartb (H) 565:10,7. – ‘Glockenklöppel’ diu glocke muoz den klüpfel hân, / sol si grôzen dôn begân Freid 126,15. – für das Ende eines Drachenschwanzes: der zagel was ir lang also wirs vernumen han. / do waz von horne ein kluppfel hinden gewassen an WolfdD 1673,4; do die wirmin den klippfel het verlorn ebd. 1676,1. 1675,4

MWB 3,1 380,21; Bearbeiter: Diehl

klupfen swV. ‘erregt sein’ (vgl. klupf und klopfen 1.4 - hier subst.): daz er den helm abe bant / unde fuort in an der hant. / ân allerslahte klupfen / liez er nider die kupfen [das Hersenier] , / daz der wîcspæhe / deste baz gesæhe, / daz er ze den zîten / mit im niht wolte strîten UvZLanz 2387; ich erschricket, / daz mir wart von klupfen we JvKonstanz 779

MWB 3,1 380,35; Bearbeiter: Diehl