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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kelbelîn - këller    


kelbelîn, kelbel stN. Dimin. zu kalp . ‘(kleines, junges) Kalb’ din vater hat getötet ein gemestez chelblein EvAug 178,23; des kälbleins flaisch, daz in der muoter leib getœt ist, ist guot für vergift und hailt der slangen piz an dem menschen BdN 130,3. 131,15; únser herre tuͦt in reht als ain rich man sim kaͤlblin: daz lat er gan spilend und mit grosser vroͤde uf der haide, und swenn er wil so schleht er es an daz hobet daz es tod lit PrGeorg 69,4; Renner 12492; Loheng 436; Seuse 420,8. des hirzs kälbel, sô daz gevangen wirt von ainem menschen und wirt ain klain gefüert in panden, sô volgt ez dâ nâch dem menschen ungepunden BdN 131,10. 129,33. – im Sprichwort: eines hat bewîset mich / ein spruch, der dik gesprochen wirt: / das ein bluomoht kuo vil dik gebirt / ein vlekehtes kelbelîn Ammenh 3883. – als Bestandteil von Personennamen: Cvͦnrat kælbelin UrkCorp (WMU) 1360,1. N511,2

MWB 3,1 186,20; Bearbeiter: Luxner

kelberbein stN. ‘Knochen von Kälbern’ gegen des menschen biz vrumet kelber bein so si gebrant werden vnde gepuluert SalArz 75,53

MWB 3,1 186,39; Bearbeiter: Luxner

kelberbûch stM. ‘Bauch von Kälbern’ ez sol auch niemen cheinen chelberbuch noch cheinen lemberbuch noch chein chitzin erschieben [(mit etw.) voll stopfen] wande mit dem netze [Bauchfell oder Fettnetz] daz davon chomen ist StRAugsb 200,15

MWB 3,1 186,42; Bearbeiter: Luxner

kelberhërre swM. wohl jemand, der die Abgabe für Kälber bezieht oder für die Eintreibung derselben verantwortlich ist; evtl. auch ein reicher Viehstandsbesitzer (vgl. DRW 6,721), hier als Bestandteil eines Personennamens: Otto dictus Kelberherre DRW 6,721 (Scheffler,ANürnbNB.; a. 1263)

MWB 3,1 186,48; Bearbeiter: Luxner

kelberîn Adj. ‘vom Kalb, kälbern’ vitulinum: chelbiriniz Gl 3:668,11 (BStK287); kelberin uleisch ist wol getempirt. vnde machit gut blut SalArz 16,52; ein gugel man obene drûfe vant. / al frisch rûch kelberîn Parz 127,7; HvHürnh 38,9; EnikFb 1041. sanctus Lvcas nam angenge uon dem opphere des heiligen Christes. da uon ist er gescriben mit chelberimme antlvzze Spec 118,21

MWB 3,1 186,55; Bearbeiter: Luxner

kelberschîe (?) Subst. Bed. unklar; falls Zweitglied zu → schîe (vgl. Lexer 2,723), dann wohl Bez. für einen sog. Kälberstall für Jungwild (zur Sache vgl. Riesenthal, Jagd, S. 304f.); hier wohl bildl. von weiter Kleidung: wie suͤmlich tragent gelencket [mit einer Taille versehen] / ir gewant nach dem nuͤwen schnit / etlicher nach dem alten sit / dem wont ain langer mantel by / recht als er sy ein kaͤlberschy MinneR 368 48

MWB 3,1 186,63; Bearbeiter: Luxner

kelbervël stN. ‘Kalbsfell, -haut’ (vgl. kalpvël ): ir kleider waren kelber fel HvNstGZ 794

MWB 3,1 187,8; Bearbeiter: Luxner

kelch, kelich stM. ‘Kelch’ (i. d. R. für den Abendmahlskelch): calix: kelch VocOpt 12.034; dâ der kelch mit wîne stêt / und diu oblat lît dâvor LvRegSyon 3136; ich pringe die chirichtur / [...] / und den alter plossen, / den kelich und das kirichgewant / und was man in der kirichen fand HvBurg 5641; mit in sûlen sî ouch zu deme sîchen vûren eine reinecliche stôlen unde einen cinninen kelch unde eine wîze twêlen StatDtOrd 73,24; Litan 1445; Rol 258. – übertr. (mit Bezug auf Mt 26,39 bzw. Mc 14,36): als Matheus [...] / beschribet gantz mit warer tat: / e got Crist zur martyr trat, / er bat und sprach: ‘ey, vater min, / der kelch ge vur mich, mac iz syn!’ Hiob 1124; daz ich ze der stunde den kelch miner bitteren marter allein litte vúr ellú menschen Seuse 260,26

MWB 3,1 187,10; Bearbeiter: Luxner

këlch stM. ‘angeschwollener, dicker Hals; Kropf’ (vgl. AWB 5,75f.): struma: chelch Gl 3:438,70 (BStK926); SummHeinr 2:484,408

MWB 3,1 187,26; Bearbeiter: Luxner

këlcheht Adj. hier -aht. ‘mit einer Geschwulst behaftet’, hier von Bäumen wohl ‘mit Maserknollen, Wucherungen behaftet’ (vgl. Ganslmayer, Adjektivderivation, S. 285f.; anders WMU 2,988): als der grabe gêt von dem berig entriht fvͤr die chelchahten pvͦchen vntz in die Saltzah immer mer ze tal UrkRait 401 (a. 1299)

MWB 3,1 187,29; Bearbeiter: Luxner

kelchvaʒ stN. ‘Kelch’ ouch nam er daz kelchvaz / dâ der wîn inne was JvFrst 1583

MWB 3,1 187,36; Bearbeiter: Luxner

kële, kël swF. Sg. z. T. auch st. flekt. ‘Hals, Kehle’ 1 bei Mensch und Tier
1.1 die Außenseite betreffend
1.2 die Innenseite betreffend auch ‘Rachen’
2 Kehlstück am Pelz (als Schmuck an Kleidung und Rüstung; bes. auch rotfarbige Kehlstücke in der Heraldik (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,90 und Brüggen, Kleidung, S. 229)
3 übertr. ‘Dach- oder Regenrinne’ (vgl. FWB 8,777 und SchweizId 3,198f.)
   1 bei Mensch und Tier    1.1 die Außenseite betreffend: guttur: kel VocOpt 1.079; seht an ir kele wîz und prüevent ir munt MF:Mor 25: 2,2; ez muose ein collier ouch hân, / daz sich gein der kel zesamene vienc Wh 406,13; ir sült die kel ouch jucken niht, / so ir ezzt, mit blozer hant TannhHofz 109; iedoch hât er [der Stör] ain klain loch under der keln und daz öffent er wenn er wil BdN 257,9; Physiogn 273; Wig 927; KLD:GvN 14: 5,11; Tr 17602. – bezogen auf Strafanwendung: ir mußt alle darumb hangen mit der kelen! Lanc 444,26. – von Froschkehlen als Speise in einer Rezeptparodie (vgl. BvgSp , Einl. S. 9): so mache zvͦm iuͤngesten ein klein lecker koͤstelin von stichelinges magin vnd mucken fuͤzze vnd lovinken zvngen, meysen beyn vnd froͤsche an der keln BvgSp 53    1.2 die Innenseite betreffend auch ‘Rachen’ ir [der Quitten] kern sint guot dem menschen, dem diu kel und diu zung rauch sint oder scharpf BdN 320,18; etwenne wirt in der kelen ein gesver daz den adem irret SalArz 42,54; daz cruͦt [...], vertribet den huͦsten unde subert den wec, der von der lungen in di kele geit Macer 68,4; OvBaierl 4,9. – Sitz des Kehlkopfs: diu kel hât oben ain pain ze mitelst durchhölert an der stat, dâ daz haupt veraint ist mit dem hals BdN 18,21 u. ö. – das Schlucken betreffend: die zeni chliubint daz man in den munt sciubit, / [...] diu chela iz slintit [schluckt] Gen 2816; in die kelen im dar abe / kam von geschihte ein starkez bein KvWSilv 398; vom Teufel: die enphliehent des tîefales chelen nieht JPhys 15,9; sprichwörtl. (?): swaz dem wolf chome in die cheln, / daz si allez verlorn FabelCorp 11,38; iz waren ander græte, di ern in vreuden keln het gestecket JTit 2453,2. – als Sitz der Stimme: sie [die Götzen] hant kele ane stimme TrSilv 450; weder mvnt noch kel / gesprichet dir nimmer wort me Herb 2029; von keln er oͮch so suͤze sanc RvEWh 3929; Lanc 271,2; Mechth 2: 25,133    2 Kehlstück am Pelz (als Schmuck an Kleidung und Rüstung; bes. auch rotfarbige Kehlstücke in der Heraldik (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,90 und Brüggen, Kleidung, S. 229): ir belliz der was hermîn, / wîz unde vile gût; / die kelen rôt alse ein blût; / die ermel wol ze mâzen wît, / dar ûffe ein grûner samît / nâch ir lîbe wol gesniten En 1704; beide sabel [Zobel] vn kelen / [...] / dar mite ziret er die riter sin Roth 153. 1838; den schilt ein rant al umbevie / von kelen rôt geverwet KvWTurn 675 u. ö.; Wig 3899; Lanc 159,12. – hierher oder auch zu 1.1: die kele was im wiz als ein sne ReinFu K,367. K,378    3 übertr. ‘Dach- oder Regenrinne’ (vgl. FWB 8,777 und SchweizId 3,198f.): vnd ist der selbe gebel gemeine [...] vnd ist aber, das der ander hoher wil buuen, zo sol ime der giner den dritten pheninc zuͤ deme selben gebel geben vnd die kelle mit den wasser vur sich gen UrkCorp (WMU) N346,26; darumbe stûnd ein dolde / von posten und viôlen, / wintburgelîn [Wimperg] , gargôlen [Wasserspeier] / gesimse darunder, / die alle glîch besunder / ir swellen [Grundbalken] hatten unde keln Erlös 445

MWB 3,1 187,38; Bearbeiter: Luxner

këlebrât stN. , këlebrâte swM. auch kel-. ‘Fleisch-, Bratenstück am Hals’ (vgl. AWB 5,75 s.v. kelabrâto und 5,78 s.v. kelebrât): decallo: kelebrat Gl 3:356,30 (BStK927); ruma: kelbrat ebd. 3:353,40 (BStK927); decallo: kelebrato SummHeinr 2:91,83. 1:337,327

MWB 3,1 188,37; Bearbeiter: Luxner

këlgir stF. ‘Gefräßigkeit, Völlerei, Schlemmerei’ die danne chelgîr her mein vertreib [interl. zu quos inde castrimargie huc illecebra depulit ] PsM H 59,2

MWB 3,1 188,43; Bearbeiter: Luxner

këlgiric Adj. ‘gefräßig, Essen und Trinken zugetan’ so ist denne dv vierdeslahte mvnchon die heizent lantswefferre. die [...] sint alzan witsweͥfe noch incheinest stete. vnde ir eignen willon vnde chelgirigir wolluste anhebende [ et propriis voluntatibus et gulae inlecebris servientes ] BrEng 1

MWB 3,1 188,47; Bearbeiter: Luxner

këlgîte stF. ‘Gefräßigkeit, Völlerei, Schlemmerei’ der furste bezeichent die gelûste unsers fleisches, chelgîte unde allir slahte gierscheit Spec 40,10; sô strîtit unser chelegîte [...] mit unserre enthebede [Enthaltsamkeit] TrudHL 105,5; so wirfet er [der Teufel] sie an ubermut, so den die girscheit, so den die kelgit, den die ungehorsam PrMill (S) 36,29. 25,27

MWB 3,1 188,53; Bearbeiter: Luxner

këlgîticheit stF. ‘Gefräßigkeit, Völlerei, Schlemmerei’ in der selben wuoste / bechort in der tievel alrêste / mit der chelgîticheit, / dô er sô lange meit, / daz er niht âz noch entranc Aneg 2999. 3022. 3029; [Adam,] der aller manne chunne hat / irworven michel arbeit / mit siner chelgitechheit SüklV 75

MWB 3,1 188,61; Bearbeiter: Luxner

këlhalde stswF. (Berg-)Abhang mit Vertiefung; hier als Bez. eines Flurstücks (vgl. këlacker ): das jch [...] hatte ein kriͤch mit der eptischin vnd dem gotshûse on Olsperch vmbe ein accher, der lit in dem banholze an kelhalden gerute [vgl. Anm. WMU 2,988] UrkCorp (WMU) 804,19. – als Bestandteil von Personennamen: Cvͦnrat kelhalde UrkCorp (WMU) N157,3. N128,22

MWB 3,1 189,4; Bearbeiter: Luxner

kelich stM. kelch

MWB 3,1 189,12;

kelken swV. ‘tünchen, weißen’, hier als Part.-Adj.: ungerechte lude lerent die selve lerunge, die Moyses lerede; volget iren worden, niet iren werken; want si sint alse die gekelkede graber [ similes [...] sepulchris dealbatis ] , inbuzen wiz, inbinnen vol unreinicheide [vgl. Mt 23,27f.] Lilie 8,11

MWB 3,1 189,13; Bearbeiter: Luxner

këllære stM. von mlat. cellarius; auch kelherre (UrbHabsb 1,2:323,20). Verwalter bes. der Vorräte einer Haus- und Hofwirtschaft sowohl als grundherrlicher Inhaber des Kelleramtes als auch als niederer Verwalter einer weltl. oder geistl. Herrschaft, verantwortlich für die leibliche Versorgung, ‘Kellermeister, (Keller-)Verwalter’ (vgl. differenzierter DRW 7,718-721 sowie WMU 2,988f.; zur Sache vgl. ferner 2HRG 2,1696-1699, s. auch këlnære ): die zelle ze Walbach git dem keller dri schilling und dru phunt und eins und drissig ymin habern gestunket und ein fuder holtzes und ein hun UrkEls 2,166 (a. 1339); der kilchen kelherren jetwedere sol der herschaft pfleger je ze vierzenhen tagen einest einen imbis geben, so er da rihten wil mit 3 pferiden UrbHabsb 1,2:323,20; der keller des gotshuses soll zu gericht sitzen im fron-baumgarten an sant Andreas abend DRW 7,719 (LuzernRQ; a. 1274); UrkCorp (WMU) 2623,6 u. ö.; WeistGr 5,86 (a. 1343). grôʒer ~ Hauptverwalter eines Klosters (vgl. grôʒkeller ): brvͦder Hainrich der grozze keller von Isenin UrkHohenb 120 (a. 1295); har an was bruͦder Heinrich, der groze keller von Thennibach UrkCorp (WMU) 659,43 u. ö. – unklarer Ausdruck mêrer ~ wohl für einen dem Hauptverwalter eines Klosters unterstellten Verwalter (vgl. mittelkëllære sowie WMU 2,1246 und DRW 9,404 s.v. mehr II,2): dise vrteilde [...] offenote jch [...] jn der phaffan hof ze Friburg vor abbit Heinriche von Tennibach vnd vor brvͦder Azkinde, vor dem merin keller UrkCorp (WMU) 271,22. – in der Bez. eines Gutes: v́ber daz guͦt, das da heizet des kelrs guͦt UrkCorp (WMU) 3152,10. – als Bestandteil von Personennamen: Haînrich der keller der ivnger UrkCorp (WMU) 1738,25 u. ö.

MWB 3,1 189,19; Bearbeiter: Luxner

këllærinne stF. Verwalterin einer Wirtschaft, ‘Kellermeisterin, Haushälterin, Wirtschafterin’, hier in einem Kloster: vnd swenne dem closter daz selbe gvͦt ledic wirt, so sol man ez dvr enhein not verkoͮfen noch versezen, vnd sol man ez enphelhen allv́ iar selv́ den priolin alde kellerin ist UrkCorp (WMU) 1515,30. N104,15; waer och, daz uͤber ain pfunt geltez da von wrdi, daz sol man ainer kellerin antwrten UrkHeiligkreuztal 282,2 (a. 1348) u. ö.; UrkUlm 1,306 (a. 1310); Mechth 7: 36,32. – übertr.: wie dú ganze drivaltekeit ist der volle kopf [Becher] und minne dú gewaltige kellerin Mechth 2: 24,22

MWB 3,1 189,54; Bearbeiter: Luxner

1kelle stswF. ‘Kelle’ trulla (trubela vel) kella quod trudit et detrudit SummHeinr 1:251,299. 2:39,156; Gl 3:678,8 (BStK287); stoz diz alzvͦ male vnd ebenez oben mit einer kellen vnd deckez mit einer schuͤzzeln BvgSp 11. – als Maurerkelle: bi der kellen / damit man phlit zcu wellen / den kalc zcwischin di steine PfzdHech 274,21; Gl 3:639,8 (BStK926). – wohl als Schaufel oder Schürhaken: vatillum: kella SummHeinr 2:548,02.3

MWB 3,1 190,3; Bearbeiter: Luxner

2kelle stswF. Zusammenhang mit lat. cella? hier ‘Hütte, Verschlag für Hunde’ (vgl. Felder, Krone, S. 524 sowie huntkelle ): da ving jne Gawein sa / vnd warff jne in die kelle, / das er der hunde geselle / dorch die vnzuht were Krone 19457; vnd muͦste vil vnschon, / so er ymmer begriffen wart, / vmb dise vnmeszige hochfart / jn der kellen sin verspart ebd. 19427 u. ö.

MWB 3,1 190,12; Bearbeiter: Luxner

këller stM. auch kelr(e), selten kerr-, kerl ( Lanc 560,3. 569,23 u.ö. ). zu lat. cellarium; ursprünglich oberirdisch angelegtes Gebäude, später unterster, i. d. R. unterirdischer Teil eines Gebäudes ‘Keller’ (zur Sache vgl. Heyne, Hausaltertümer 1,205-207 sowie LexMA 5,1097) 1 allg.
2 bes. zur Aufbewahrung von Vorräten als Vorratsspeicher, -kammer
3 in weiterer Nutzung
4 als Bestandteil von Eigennamen
   1 allg.: iagt aber einer den andern in eins mannes hus oder in sinen kaelr ane gewaefente hant StRAugsb 119,12; wol hundert man in waffen / sich verborgen hâten / in keler und in kemnâten Ottok 81051; sie dete ein thúr off und ging in einen kelre der under der erden gemacht was Lanc 317,9; EnikWchr 25193; UrkCorp (WMU) 1600AB,10 u. ö.    2 bes. zur Aufbewahrung von Vorräten als Vorratsspeicher, -kammer: cellarium: kelr VocOpt 5.177; spîshûs und keller hâten / guoten tranc und kost überal ErnstD 2268; mercket di raben di niht enseent [säen] noch sneident. den selben ist niht chelre noch stadel [ quibus non est cellarium neque horreum Lc 12,24] vnd got spiset si EvAug 167,4; Konr 15,61; PsM 143,13. – bes. zur Lagerung von Wein u. ä. ‘Weinkeller’ (vgl. auch 3): dine chorenstadele gen allenthalben ubere, / die chellær dine ubiruliezzen uon wine, / diniv uaz sin uol zallen stunden uon ole GenM 50,33; dar umb vallent die läut nider in den kelern, dâ möst inne gerent BdN 8,30; ein man, hât er wîn in sînem keller und enhæte er sîn niht getrunken noch versuochet, sô enweiz er niht, daz er guot ist Eckh 1:164,7; Pelzb 138,29; Seuse 384,5; bildl.: in einem lûterem muote / ruowet dicke ein reiner geist / von der genâden volleist, / die der heilig geist den schenket, / die er mit dem wîne trenket, / der in sînem kelre lît LvRegSyon 2638. – in Wendungen mit kaste 2, bes. in der Paarformel kaste unde ~ : kasten und keller vol / hab wir dannoch volliclîch / vor dem rœmischen rîch Helbl 4,60; bî sîner zît wâren sô vol / kesten unde keller Ottok 18617. 23334; vgl. ferner Verbindungen mit kamere : jch sol auch [...] dem capitel ze Salzburch mit cheller vnd mit chamer vnd mit allem gemach warten UrkCorp (WMU) 1436,31. 2876,10; WeistGr 1,9 (a. 1338). – übertr.: bi in solt auch mit helfe sin / von Hangæu, von Gelre, / bi in der eren kelre, / des frides grave von Luͤtzelburck, / der an ern nie wart murck [befleckt] WhvÖst 16880    3 in weiterer Nutzung: – als Handelsstätte, Verkaufsraum: bringet ein burger gewant her der weder ze gademe noch ze kaelr stat der sol des niht sniden StRAugsb 40,25. 41,24. – als Schenke: daz sie in den zwein husen vnde kelren zume Steynenhus bi der kirchen vnd zume Zigelhove, [...], beslozzen eime kelre, in dem andern iren win schenken vnde verkeyfen one vngelt vnd ander hindernisse UrkOtterb 270 (a. 1306); es ensol oͧch kein win nach deme andern eins tages in eime kelre oder in einre tauernen vmbe glich gelt vercoͧft werden UrkCorp (WMU) N238AB,10. – als Handwerksraum: alle, di undene sten in den kelren unde gewant sniden, die sullen geben uz dem kelre anderhalben virdunc alle iar zu rechte StRFreiberg 251,31. – als Kerker, Gefängnis: er hatt gehalten me dann dru jare des konigs Bohortes kinde zwey von Gaune in eim kelre underm großen thorn Lanc 23,8. – als Gerichtsort: es sollen [...] alle amtmänner, die man nennt die hausgenossen, vor dem keller sein an st. Martins tag in dem bruderhof DRW 7,718 (ArchUFrk.; a. 1312)    4 als Bestandteil von Eigennamen: – von Hofnamen: vnser teil an der houestat in der burch zu Assinheim, dî da heysset der alde kelre UrkCorp (WMU) 368AB,14. – von Personennamen: Conrat auph dem chælre UrkCorp (WMU) 300,34 u. ö.

MWB 3,1 190,20; Bearbeiter: Luxner