Künzelîn
stN.
Dimin. zu →
Kunze swM.
– hier Appellativname für eine dienende Person (s.a. Wackernagel,
Appellativnamen 3,331):
[Gespräch zweier Diener:] daz Heinzelîn sprach zem
Küenzlîn dô von zorne SM:Ta
4: 2,6.
4: 1,1.
4: 3,1;
‘Sîfrit, dû redest ze lût’, / sprichet Kunzel Unkrût
Helbl
13,144
MWB 3,2 757,48; Bearbeiterin: Herbers
kuo
stF.
auch kuow; Dat.Sg. kuoge
WeistGr ;
Pl. flexionslos oder küeje, kuoge/ chuoge,
kuwe/ chuwe.
‘Kuh’
dô giengen ûz der ahe siben chuo rade, / feizte unte scône
Gen
2026;
vierzich chuo ebd.
1514.
1491;
ohsen und chuͦge VMos
28,2;
scâf unde chuͦge, / der rosse genuͦge Exod
1641;
ReinFu
S2,923;
ein ku wart ouch da hinebracht / zu opfere Pass I/II
(HSW)
30165;
ich brachte vch dannen daz korn / vnde kvwe vnde swin / vnde
fleisch vnde win Herb
16626;
zwuͦ chuͤ veizt unde wol getan
RvEWchr
22371;
waz sol der küeje lüejen Boppe
3:2,7;
KvWLd
2,45;
[Abgabe] von einer kuge die ein kalb het, ii
[Pfennig]
WeistGr
1,313
(a. 1344);
der sol geben von der kuͤwe 60
[Pfennig]
WüP
50,3;
ein kuwe WeistBa
213
(a. 1343);
achte melche [Milch gebende] kvͤie
UrkCorp (WMU)
681,38;
drîe küeje Eckh
2:234,7.
– in Vergleichen:
verfluochter bœswiht, der ez tuo, / der sinn ein gans, der züht ein
kuo! Helbl
2,386;
wan ir ist vil under uns meistern, die die geschrift drizic jâr oder mêr nû
geüebet hânt unde verstênt sî dannoch in einunge alse wênig als ein kuo oder ein ros
Eckh (Pf)
353,28;
das weyb pegunde lutten: / als ainer küe was ir stymme
HvNstAp
9573.
– als Schimpfwort:
Metz sprach: ‘du volle kuo [...].’
MeierBetz
97.
– sprichwörtl. (Friedrich, PhrasWB, 258, TPMA 9,333):
eines hat bewîset mich / ein spruch, der dik gesprochen wirt: / das ein
bluomoht kuo vil dik gebirt / ein vlekehtes kelbelîn. / es gelîchet ouch dem vater
sîn / der sun dik, als man ouch hât / gehoͤret: ‘grîs nâch grâwem
slât.’ Ammenh
3882;
er sprichet, wenn man teilen sol: / ‘ich gan dir dînes teiles wol, / hab
dir daz kalp, lâ mir die kuo; / wilt du des nicht, sô var ich zuo / und nim die kuo
zesamt dem kalb.’ Boner
8,41
MWB 3,2 757,55; Bearbeiterin: Herbers
kuoche
swM.
‘Backwerk, Fladen’
torta: kuͦche VocOpt
13.205;
in mînem hûs ich gebôt / ûf ze tragen kuoch unde brôt Helbl
4,538;
wir azen e den kuochen derp KvWGS
1466;
wie uns der kuoche [= brôt V.
42] werden sol Boner
74,34;
diz heizzent heidenisse kuͦchen. man sol nemen einen teyc
vnd sol den duͤnne breiten BvgSp
5a;
ein gefuͤlten kuͦchen ebd.
13.
66
u.ö.;
kuchin odir plecze Pelzb
133,11.
133,10
MWB 3,2 758,27; Bearbeiterin: Herbers
kuochelech
stN.
Dimin. zu →
kuoche
swM.; zur Wortbildung s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S
53.
‘kleines Backwerk’
wem man auch [...] kuchelech sinen
kinden mit dem broͤte bringet, waz die wegen, als vil sol dem pfister abegen an
dem gewihte WüP
92,18
MWB 3,2 758,36; Bearbeiterin: Herbers
kuofe
swF.
zu mlat. cōpa (EWA 5, 902f.).
‘Fass, Gefäß, Kufe’
cupus: kuͦfa vel cupa vel tunna SummHeinr
2:92,121;
cupa: cvͦfa ebd.
2:241,01.28;
tunna: chvͦfa ebd.
2:516,01.11
(vgl. →
tunne
F.);
[Diogenes] in der kuofen blôz saz Eckh
5: 300,2;
auch haben wir in in geentwuͤrt vazze vnd kuffen UrkWürzb
40,309
(a. 1340).
40,310
(a. 1340);
daz holz, da vone man machit legiln, kvphin vnd bodiche vnd allirleige holwerc
UrkCorp (WMU)
1161AB,31,27;
sechtzehen chuffen weites saltzs UrkHeil
2,130
(a. 1330);
UrbBayÄ
930;
UrkEnns
5,296
(a. 1321).
– bildl.:
iedoch enmogen sie den mvnt / nit vf gedun en druwen, / daz sie mit deme ruwen
/ vz ieris herzen kvfen / got mogen an gervfen PrHess
15,237.
70,898.
– für bestimmte Zwecke:
–
‘Weinfass’
ein chuffen wein UrkHeil
2,180
(a. 1342);
‘wollet ir trinken win?’, / sprach Reinhart,
‘des geb ich vch vil.’/ [...] / zv der kvfen
fvrte sie Reinhart, / Ysengrin da trvnken wart ReinFu
K,509.
–
‘Wasserfass’
auch sol iederman ein kuffen oder ein vaz mit wasser in seinem hawse haben
NürnbChr
1:175,35.
–
‘Badezuber’
der junge werde süeze man / gienc sitzen in die kuofen sân
Parz
166,30;
ir harnasch legten sie von in / und giengen unverzaget hin / in die guldînen
kuofen / [...] und badeten frœlîche
ErnstD
2501
MWB 3,2 758,42; Bearbeiterin: Herbers
kuofelech
Subst.
Dimin. zu →
kuofe
swF.; zur Wortbildung s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S
53.
‘kleines Fass’
man hat auch gemacht kueffelech, beslagen mit yseninn reiffen
WüP
103,2
MWB 3,2 759,4; Bearbeiterin: Herbers
kuofelîn
stN.
Dimin. zu →
kuofe swF.
‘kleines Fass, kleine Kufe’
tunniles : cuͦfelen Gl
3:373,39;
swer saltz fveret, [...] von dem pfunde chvefflein xii
pfenning UrbBayJ
480;
ain halb phunt chlainer chufflein UrkHeil
2,130
(a. 1330)
MWB 3,2 759,8; Bearbeiterin: Herbers
kuofkar
stN.
‘Trichter’ (?) (vgl. DWB 5,2533 s.v. Küferkar und Alanne, Weinbau, S.
143):
ouch sullent si haben von [...] gelten und stangen und
kuofkar genuog StRMeran
422
MWB 3,2 759,13; Bearbeiterin: Herbers
kuoîn
Adj.
‘von der Kuh (stammend)’
trinche choͮgine milch Ipocr
136
MWB 3,2 759,17; Bearbeiterin: Herbers
kuole
Adv.
→
küele
Adj.
MWB 3,2 759,19;
kuolêhen
stN.
‘Kuhlehen’ (Lehen, dessen Abgabe in Kühen besteht):
item Cvnradus Pomerel gener dicti Her[manni] recepit feodum dictum kuelehen
UrbWürzb
1501
MWB 3,2 759,20; Bearbeiterin: Herbers
kuolen
swV.
aus ahd. kuolên.
‘kühl werden, abkühlen’, intr. (zur tr. Verwendung ‘kühl machen, kühlen’
aus ahd. kuolen
→
küelen
):
in der hizze wolde er chûlen / er uant einen povm uil
gruͦnen VMos
30,27;
mir kuolent sô die ringe [der Panzer]
NibB
1849,1.
599,2;
liebe armet unde altet, / si kuolet unde kaltet, /
swâs [= swâ si
] ir viures niene hât
Tr
13064;
dô kuolten nu die winde. / ez was gên âbunde Kudr
518,3;
so nym is [Kirschenmus] von dem vugir
vnd los is kulin Pelzb
133,19.
134,5;
laz ez sieden, [...] vnd laz ez denne
kuͤln BvgSp
47;
BdN
377,8.
– subst. Inf.:
[
er hat
] den heln her ab gebunden / durch
kuͦlen gen dem lufte RvEWh
6437.
– bildl.:
so beginnet si [die Seele in der hitze der
langen minne
]
[...] ze kuͦlende Mechth
5: 4,30
MWB 3,2 759,24; Bearbeiterin: Herbers
kuolhûs
stN.
‘Kühlkammer’ (als Teil der Badeanlage):
die tîvel mit fiurîn chlâwen / schuoffen in solhes weters sous, /
entriwen, daz ist ein ubel chuelhous! Erinn
950
(zur abweichenden Übersetzung ‘Eiskeller’ s. Bein u.a., HvMelk
z.St.);
auch ist vnserm vetter hern Ruͤdotten geuallen der tail an dem haus ze
prukk [...] vnd waz vor dem turlen leit, gaͤrttel vnd
das chuͤlhaus UrkWSchott
252
(a. 1346);
swenne [...] ein vogt gebiut abe ze
brechen ubergecimber oder graben ze rumen, so hat er kein reht iemen ze phenden
[...] umb kein kuͦlhus vor den baden
StRAugsb
136,18
MWB 3,2 759,39; Bearbeiterin: Herbers
kuolmantel
stM.
‘Sommermantel’ (Glossenbeleg des 13. Jhs., s. AWB 5,530):
spenula: choͮlmantil Gl
3:663,40
MWB 3,2 759,51; Bearbeiterin: Herbers
kuomilch
stF.
‘Kuhmilch’
schaf milch hat di mitter maze zcwischin kumilch vnde geiziner
milch SalArz
18,53
MWB 3,2 759,54; Bearbeiterin: Herbers
kuonezorn
Adj.
‘auf kühne Weise zornig’ (möglich ist auch kopulative Lesart ‘kühn und
zornig’, s. Mhd. Gr. (KSW) 3 § A 220):
[das Einhorn] ist chuonezorn und hat niwan ein horn / an dem
houbet den oren nahen MillPhys
27,2
MWB 3,2 759,57; Bearbeiterin: Herbers
kuonheit
stF.
‘Kühnheit, Tapferkeit’
Lavîne hât mir gegeben / kûnheit unde sin, / daz ich zehenstunt sterker bin / und
kûner danne ich ê was En
11335.
8059;
sine viant ubirwant er mit sinir chvͦnhêit, mit wîclichime
gewaffine Spec
63,1;
Judith irs herzen kuͤnheit MarlbRh
14,22;
uns ist in alten mæren wunders vil geseit, / von helden lobebæren, von grôzer
kuonheit, / von fröuden hôchgezîten NibA
1,2;
daz ist die kvnheit vnde die manheit, daz dv kvne vnde menlich wesen salt wider
dinen vient SalHaus
53,13;
dô quam ein recke, gar ein helt, / der was zu kuonheit ûzerwelt Heidin
IV
588;
mannez chunhait und frawenczuht Syon
91;
Tr
4941;
ParzRapp
756,10;
UrkCorp (WMU)
93,12;
Mechth
1: 46,18;
Tauler
272,8
MWB 3,2 759,62; Bearbeiterin: Herbers
kuonrîch
Adj.
‘sehr kühn’, subst. als Name:
dâ hiez der dritte Kuonrich. / der was der manheit gar ein helt, / zu den besten
wart er gezelt Heidin IV
600
MWB 3,2 760,13; Bearbeiterin: Herbers
kuoricke
swM.
‘Kuhgehege’
wa ich iv erwete [übergebe] chvrichen un̄ chûzal
/ als ic en swabe herschepte han Trauformel
14
MWB 3,2 760,17; Bearbeiterin: Herbers
kuosërtærinnesun
stM.
ein Schimpfwort ‘Sohn einer Kuhschänderin’ (vgl. ausführlich Schmeller, BWB
2,327f.):
swer den andern ein zôhensun haizzet oder er hab einen hunt gesortten oder ein
chuo oder er sei ein chuoserttinne sun, deu dreu dinch haizzent scheltwart
RbRupr
318;
er hab in geheizzen einen chùsertinn sun OberBairLdr
61
MWB 3,2 760,20; Bearbeiterin: Herbers
kuo|smër
stN.
‘Butterschmalz’
nim zvei mez des honeges. ein teil des chvsmerwes
Ipocr
123
MWB 3,2 760,27; Bearbeiterin: Herbers
kuostal
stM.
‘Kuhstall’
bostar: kuͤstal VocOpt
11.021;
[der Höfling] solt niht neisen [als
Plage] riten / in islichen chue stal StrKD
146,281
MWB 3,2 760,29; Bearbeiterin: Herbers
kuozagel
stM.
‘Kuhschwanz’
dâ was ein loch geboret dür, / dâ was ein kuosweif [La. ku
zagel
] în geslagen Boner
99,33
MWB 3,2 760,32; Bearbeiterin: Herbers
kuozal
stF.
‘Kuhbestand’
wa ich iv erwete [übergebe] chvrichen un̄ chûzal
/ als ic en swabe herschepte han Trauformel
14
MWB 3,2 760,35; Bearbeiterin: Herbers
kupen
swV.
Bedeutung unklar (gupfen
‘stoßen’ oder nd. für koufen? s. Glr.):
di menge boser lute, / di sint sam tuvels schupen, / mit den er
wol kan kupen / und sy leiten sunder wan / da sy snode ding began Hiob
15160
MWB 3,2 760,38; Bearbeiterin: Herbers |