k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kuchen-, küchenmeister,
kuchelmeister,
kuchimeister
stM.
kuchel-
PrBerth
2:244,17.
2:245,21;
UrkCorp (WMU)
2297,28
u.ö.;
kuchi-
ebd.
197,32
u.ö.;
Kuchim
29,16;
küchi-
ebd.
96,149;
‘Küchenmeister, Oberkoch’
1 allg. 2 als fürstlicher Bediensteter, Inhaber eines Hofamtes 3 als Bestandteil von Personennamen
1
allg.:
archimagirus: princeps cocorum, chuͤchenmeister
SummHeinr
1:286,245;
swer chuchenmaister [
magister coquine
]
ist UrkGeisf
434
(13. Jh.);
der küchenmeister lac dâ tôt; / die anderen koche dolten nôt
Wh
202,1.
286,1
(entspr.
koch ebd.
286,8
);
(Pl.:)
die kuchenmeister wurben / daz man sæze ezzen Mantel
401;
her Cvͦnrat, der herren [= der minnern brvder
ordens
] kvchenmeister UrkCorp (WMU)
2293,42;
er were ein meister coch [...], si machten in kuchen
meister und bewulen ime genug dez closterez dingez HlReg
49,8;
Parz
637,2.
– bildl. von Gott:
ich wil ein wênic sagen von dem kuchenmeister oben ûf in dem himele, wie der
spîse machen kan PrBerth
2:244,3
2
als fürstlicher Bediensteter, Inhaber eines Hofamtes:
die amptlevt: hofmaister, chamermaister, marschalch, chelner, spiser,
chvchenmeister UrkWittelsb
2,56.57
=
UrkLandsh
92
(a. 1294 kopial);
Rûmolt der kuchenmeister, ein ûz erwelter degen
NibB
10,1.
1288,2.
1465,1;
NibC
1550,1;
des herzogen kuchenmeister gie / zuo der kuchen
EnikFb
1429;
daz wir [Erzbischof von Salzburg]
[...] Chvͦnen von Teisinge, vnserm chuchelmaister,
ein huͦbe [...] verlihen haben UrkCorp
(WMU)
2297,28.
2430,26;
UrkKlostern
1,89
(a. 1303);
UrkWSchott
236
(a. 1342);
Bit
10633.
10569;
Anteloye
398;
HvNstAp
18052.
– scherzhaft auf 1 bezogen:
Rûmolt der kuchenmeister, wie wol er rihte sît / die
sînen undertânen, vil manigen kezzel wît, / häven unde pfannen
NibB
777,1;
in grôzer wer wart funden / der Gunthêres ambetman [d.i.
Rûmolt
] , / vil lützel prîs im an gewan / Heime
der wîgant: / von des kuchenmeisters hant / wart er wol berâten. / er gap dâ für
die brâten / die verchtiefen wunden Bit
10562.
10609
3
als Bestandteil von Personennamen:
uvir Vͦlrich dir chvchimeister von Basel, ein rither UrkCorp
(WMU)
197,32;
her Lvpolt, der alte chvchenmeister von Nortenberch ebd.
258,15;
her Heinrich der chvchimeister, ein tvͦmhere von Basil ebd.
880,39;
Hainr̄ der chuchelmaister, burger ze Gurk ebd.
2935,13;
Cristâns des kuchimaisters Kuchim
29,16;
Cuͦnrat küchimaister ebd.
96,149
MWB 3,2 662,35; Bearbeiter: Bohnert
kuchenmeisterin, kuchi-,
küchimeisterin
stF.
‘Küchenmeisterin, Oberköchin’
daz ich [die personif. Hoffnung] in gotez kuchen
pin / oberste kuchenmaisterin Syon
238;
im Nonnenkloster:
welle frowe von dem convent underkelnerin und chuͥhimaistrin ist
UrkHeiligkreuztal
136,7
(a. 1323).
– als Bestandteil von Personennamen?
(vgl. Ring, Substantivderivation S. 286):
vro Anginesa, der chvchimeistiron swestir UrkCorp (WMU)
880,27;
zwischent hern Huge Stvͥbenwege vnd der kuchinmeisterin hus ebd.
N511,25
MWB 3,2 663,18; Bearbeiter: Bohnert
kuchenschrîber, kucheschrîber
stM.
frnhd. küchenschreiber (FWB 8,1750, bereits
MGHConst
10:527,4
[a. 1352]).
‘für die Verwaltung der Küche zuständiger
Hofbediensteter’
(entspr. lat. notarius/ scriba/ scriptor
coquine):
Vlrich, der weilen chvchen schreiber was des hertzogen Albrehtes von Oesterich
UrkCorp (WMU)
N414,20;
cucheschriber RechBTirol
1,105
u.ö.;
DRW
8,35
(Szaivert, TirolKanzleibuch; a. 1310)
MWB 3,2 663,29; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, küchen-,
kuchi|spîse
stF.
1
‘in der Küche zubereitete Speise’
2
‘Vorrat für die Küche’
1
‘in der Küche zubereitete Speise’
ein knappe [...] rief
[...] : / ‘holâ, holâ küchenspîse!’/ sô
rief aber einer: ‘holâ tranc!’ HvFreibTr
590;
[Nießbrauchvorbehalt eines Seelgerätstifters:] swan ich
ze Tirnstein pin, daz ich hab chuchenspeise von dem selben guet, di weil ich lebe
UrkCorp (WMU)
N428,10;
so sal man ume unn sinen luten gebe bier unn brot unn kuchchenspise
UrkErf
1,400
(a. 1311)
=
ebd.
2,30.72
und
UrkMühlh
339
(a. 1326-1330);
[am Jahrtag des Seelgerätstifters soll man] den herren in
dem refent die grozz herrenphruͤndt weyns geben vnd von chuechenspeys dester
vleizzer phlegen mit visch oder mit vleisch UrkWSchott
264
(a. 1350);
der gemeinen knehte kuchen spîse StatDtOrd
81,16.
– übertr. auf körperliche Plagen, die jmdm. bereitet
werden:
mit urluge hie besezzin / wir trinken alder ezzin [vgl. Gn
3,19]
[...]. / dise herten kuchi spise / machet uns der
[zur Sünde geneigten menschlichen] nature koch
Martina
130,56;
[der Teufel] git kuchi spise / mit steckin nit mit
rise ebd.
122,61
2
‘Vorrat für die Küche’
der nunnen ein genæmez rint / gap si ze kuchenspîse Helmbr
119;
so hete ouch der koning wise / des tages zu kuchenspise /
zehen ochsen veize / gemestet wol mit weize Brun
A 3,10;
ein halb malter weizzes ze kuchenspize UrkWürzb
40,310
(a. 1340);
Köditz
43,2
MWB 3,2 663,38; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchel-,
kuchi|stiure
stF.
chuchel-
UrkSalzb
3,603
(a. 1244);
UrkCorp (WMU)
2419,13;
cuchi-
UrbSonnenb
31.
–
‘Abgabe für die Küche’
(entspr. lat. stiura coquine/ coquinalis/
coquinaria):
so der winter ane gie, / chain jar sy das verlie, / man must
ir chuchen stewer geben [...], / der den ochsen, der dew
chue HvBurg
5709;
langizstiure [Abgabe im Frühling
(lenze)] und chuchinstiure UrbSonnenb
4;
vmb die chuchenstiwer des guͦtes der Augstburger chirchen geit Seifrid
von sand Peter: 2 pfunt UrbTirol
121;
25 schill. ze chuchenstiur UrbSonnenb
77;
wie vil fell man iedem pfründer allen iar geit ze der cuchinstür ebd.
120.
4-8.
24-53
u.ö.;
UrbBayS
4,123
MWB 3,2 664,1; Bearbeiter: Bohnert
küchen-,
kuchi|swëster
F.
‘Laienschwester, die in der Küche arbeitet’
ein stillú senftmuͤtikeit, nút allein
gen den prelaten, oͮch gegen den minnesten kuchischwestran
Seuse
422,1
MWB 3,2 664,15; Bearbeiter: Bohnert
kuchentopf
stM.
‘Küchentopf’
die [Seele] hant sie mir gevnerit, / mit svnden
maculerit / wil swerzer dan ein kvchen dob PrHess
51,197
MWB 3,2 664,19; Bearbeiter: Bohnert
küchenvar
Adj.
‘nach der Küche aussehend, durch die Küchenarbeit fleckig, rußig, schmutzig
geworden’
Rennewart der küchenvar Wh
189,1;
daz küchenvar gewant ebd.
190,24;
mit küchenvarwem velle ebd.
201,24
MWB 3,2 664,22; Bearbeiter: Bohnert
küchenvarwe
stF.
Ansatz unsicher, auch ein Syntagma ist möglich.
‘Aussehen nach der Küche’, auf fleckige oder rußige Kleidung
bezogen:
ouch gap nâch küchen varwe schîn / sîn
[Rennewarts] swach gewant und ouch sîn har
Wh
188,16
MWB 3,2 664,27; Bearbeiter: Bohnert
kuchenviurære
stM.
‘jmd., der in der Küche das Feuer unterhält’
davon git man [...] zwein lantnærn zwen wek, vnd
dem chuchenvivrær [
fivrærio coquine
] einn
wek, vnd zwein haitzærn zwen wek UrkGeisf
422.
420
(13. Jh.)
MWB 3,2 664,32; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchelvrischinc
stM.
‘in die herrschaftliche Küche abzuliefernder
vrischinc’
Marutayra geit [...] 1 faisten frischin und 1 chuchen
frischin UrbSonnenb
23.
34;
DRW
8,27;
ain kuchelfrisching ebd.
8,21
(beide Belege in: BeitrSteirG.; 1. H. 14.
Jh.)
MWB 3,2 664,37; Bearbeiter: Bohnert
kuder
Subst.
→
kulter
MWB 3,2 664,43;
kuderwan
stNM.
→
kurdewân
MWB 3,2 664,44;
küechelîn
stN.
Dimin. zu →
kuoche
.
1 eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494) 2 übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
1
eigentl., ein Backwerk aus Mehl (s.a. DWB 5,2494):
prante chuchel aus semelmel UrkKlostern
1, Einl. 45 Anm. 8
(14. Jh.);
da von [einer Handvoll Mehl] wil /
ich machen ein kuchelin / mir und deme sune min / bi zwen
spenen [Brennholzstücken; III Rg 17,12]
Daniel
2521.
– in Glossen (Näheres zur Bed. s. AWB 5,525 s.v. kuohhil,
kuohhilîn); für lat. frixile:
kuochelin, cuchiliu SummHeinr
1:336,312.
2:90,72;
für lat. pastillus, -um:
chvͦchelin vel phanzelt ebd.
2:425,01.34;
cuͤchli, kuͤchli VocOpt
13.207.
13.208
2
übertr., Pl., ‘Kindbettschmaus’
darzuͦ ist verbotten, das kain froͧw ze den kuͤchlin noch
zuͦ den kintbetten nit gan sol StRStGall
83,6.9
MWB 3,2 664,45; Bearbeiter: Bohnert
küechelmël
stN.
Mehl für
küechelîn
:
du hast gepraten und gesotten / visch, vlaisch, wild und zam,
/ [...] und us kuͤchel mel / krapfen und bastel, /
gefúrriert mit edelen dingen SHort
4095;
wa buͦch ich dir ie min kuͤchel mel? ebd.
4108
MWB 3,2 664,59; Bearbeiter: Bohnert
küefelære
stM.
‘Küfer, Fassbinder’
(Matzel, Wortschatz S. 181):
Heinr. der muͤltzzer chneht von dem heiligen chrauts schol t.
[d.i. totslach
] umb Perhttolden den
chuͤffler UrkRegensb
734
(a. 1325–1350)
(oder zu →
köufelære
?)
MWB 3,2 665,1; Bearbeiter: Bohnert
küefer
stM.
zu →
kuofe
.
‘Fassbinder, Küfer, Böttcher’ (s.a. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S.
523f.):
[der Burggraf] sol setzen meister uber alle die anbaht in
der stat, uber di sateler [...], die kufere
[
eorum qui faciunt vasa vinaria
] , die
bechherere, [...]
StRStrassb
59,44;
die koufere [
cuparii
]
ebd.
77,113;
kuͤffer UrkStraßb
1:395,8
(a. 1263, kopial 1304).
– als Personenname bzw. Bestandteil von Personennamen:
jtem ein halb zweiteil v́ber das tâl bi deme Kuͤffere
UrkCorp (WMU)
N410,35;
jch Heinrich der Kvͦffer von Morswilre ebd.
N524,33;
Seyfrit dez chuͤffers sun UrkRegensb
733
(a. 1325– 1350);
Vlrich Chvͦfer SchenkRegensb
215
(undat., „Circa annum 1168” nach Th. Ried, Codex
chronologico-diplomaticus, Bd. 1, Regensburg 1816, S. 270, kopial 13. Jh.
nach Einl. S. 152);
TradRegensb
533
(a. 1219?);
UrkStraßb
3:173,10
(a. 1305);
s.a. Matzel, Wortschatz S. 179 mit weiteren Belegen aus
UrkRegensb
731–763
MWB 3,2 665,6; Bearbeiter: Bohnert
küeferknëht
stM.
‘Geselle eines Fassbinders’
Örtel fronpot schol ein w. [d.i. wunden
]
fuͤr Ch. den chuͤfferchneht UrkRegensb
732
(a. 1325–1350).
738
(a. 1325–1350);
UrkFreiburg (Sch)
2,144
(Mitte 14. Jh.)
MWB 3,2 665,25; Bearbeiter: Bohnert
küefermeister
stM.
‘Fassbindermeister’
und der koufer meister [
magister autem
cupariorum
] der git daz holtz [für den
becherere
]
StRStrassb
77,112;
und di chuffar meister schulen ie der meister zwei schaͤffel
[...] vertigen UrkRegensb
727
(um 1320)
MWB 3,2 665,30; Bearbeiter: Bohnert
küelde, küeldene
stF.
vgl. mnd. kölde, auch küldene (MNDWB 2,612).
‘Kühle’
do nazzete ouch daz gras, / die wile daz die kvlde was
Herb
7890;
der mittir tac zugienc / und die kuolde ane gevienc
Athis
C* 4;
were aber dy erde alleyne [wäre sie das einzige
Element] , so eyn mochte vor groze dorde vnde kulden nycht
gewaszen, so man wol suͤt in deme wyntere, alz et kalt yst, vnde yn deme
somere, alz ez heyz yst ader czu dorre OvBaierl
2,7;
wan et [
daz mensche
] eyn
wennig to kalt [i.S. der Humoralpathologie] yst, so mag
man eme eyn wenig warmez geben, dat en hilpet, vnde dy kuldene vortrybet ebd.
3,15
MWB 3,2 665,36; Bearbeiter: Bohnert
küele
Adj. , kuole
Adv.
‘kühl, kalt’
1 eigentl. 2 übertr.
1
eigentl.:
ein vrischer küeler brunne Tr
16739.
9081;
der brunne der was küele, lûter unde guot NibB
979,1;
swer badit in kaldeme wazzere [...].
des lip wirt kule vnde vuchte SalArz
25,57;
ein chvler lufft Warnung
1974;
diu [vom Tau] küele prâerîe
Tr
17151;
mit einer küelen salben / lât iu daz houbet bestrîchen, / sô
muoz iu diu hitze entwîchen Eracl
3118;
den küelen schaten Walth
94,25;
man schol die pirpaum [...] setzen
an küel stet, sô wachsent si gern, wan si sint küeler nâtûr BdN
341,18;
abir di stat, do man di vrucht sal legin, di sal syn ane wynt
vnd meslichin kule Pelzb
132,26;
so die [
sunne
] ie tiefer
nider schinet in daz tal, so sie ie heizer ist. so sie ie hoher ist, so si ie
kuͦler ist Lucid
40,5;
die winde wâren von ir [der
Linde] schate / süeze, linde, küele Tr
17177;
die küelen scharphen winde KvWLd
13,7;
küel [...] sam der nordenwint
BdN
466,28.
–
der küele winder Neidh
SL 21:1,1;
eines kulen meien blute Brun
1066;
chuler abent StrKD
29,20;
die küelen morgen SM:Had
23: 1,3;
wê uns küeler stunden! ebd.
18: 4,11.
–
eteslîchen von gedrange was niht küel Loheng
2085;
und ist mir deste kúler Lanc
388,29.
– Adv.:
daz fiur bran vil grimme: / dâ saz diu maget inne / als sî kuole badete
MargAntioch II
389;
(bildl.:)
[Minne bewirkt] daz er [der
minnære
] brinnet als ein strô
[...] / und machet daz er dar nâch stât / sunder
mâze kuole [: schuole
]
Flore (P)
741;
nim ein verkelin [...] vnd
bruͤ daz kuͤle [nicht zu heiß (F. Bech, Germ.
27 [1882], S.
162)] vnd zvͤhe im daz har allez
abe BvgSp
8
2
übertr.:
mit mæzlîcher nôt, / mit küelem herzeleide
Tr
16625;
küller mütt GTroj
11623.
– mit Gen.d.S.:
die sele des gerechten / [...]
wirt nimmer kul / der waren gotes minnen HeslApk
7764;
die wisheit [...], / die nimmer
wirt gedanken kuel ebd.
13599
MWB 3,2 665,49; Bearbeiter: Bohnert
küele
stF.
auch swF. (Lucid ; BdN ).
‘Kühle, Kälte’
algor: chvͦle SummHeinr
2:179,01.47;
gelu et frigus: chuͦle und frost PsM
C 7,69;
des wazzers kule Pass III
401,81;
ain edliu kuͤl / und suͤzzer smak
WhvÖst
4930;
(bildl.:)
[das Hohe Lied] ist ein koͮli der muͦdin.
iz ist ein mandunge der rôwenton TrudHL
6,16;
die [Heiligen] bringent
in [den Seelen im Fegefeuer]
[...] etwenne die kuͦlin Lucid
67,2;
sô gibt si [die Lunge] dem herzen
ain küeln, daz ez iht erstick von seiner aigen hitz BdN
26,14;
eine küele vân UvZLanz
3127;
der [Melancholiker] hat der kule
mere vnde der trukene an siner complexionem SalArz
6,48;
gein abent an der kuͤl WhvÖst
9906;
ane der werlde küele, ir werme unde ouch ir labe / kein mensche leben niht
gemac FvSonnenburg
2,6;
manic guldin tuͦch durch kuͤl / fuͤr
sunnen schin gespannen was WhvÖst
10138;
in ainer küelen zwischen haiz und kalt BdN
166,24;
einen tropfen sende [Lazarus] / ze küele mîner
zungen [
ut refrigeret linguam meam Lc 16,24]
LBarl
3517;
Rol
4456;
Tr
18144;
RvEWh
3664;
PrGeorg
70,19.
321,37
MWB 3,2 666,22; Bearbeiter: Bohnert
küelen
swV.
1 tr., ‘kühl machen, kühlen’
1.1 eigentl. 1.2 übertr., sînen muot/ zorn ~
2 refl., ‘sich abkühlen’
2.1 eigentl. 2.2 übertr.
1
tr., ‘kühl machen, kühlen’
1.1
eigentl.:
ein brunne da [...] enspranc, /
beide clar vnd kalt [...]. / da kulte ich mine zvngen
Herb
2190;
ain tuoch, daz geküelt sei in wazzer BdN
417,34;
zuhant sie unfursunnen lag [...]. / ich labte sie
und kuͤlte / mit tauwe, zwar ich fuͤlte, / daz sie zehant wart
mundir Baldem
339;
diu [
ros
] hêten sich verstanden.
Wate hiez si küelen [mit Wasser übergießen]
Kudr
1149,4;
linin gewant [...] kulet den lip
SalArz
22,39;
wîn ~
StrKD
62,38;
der môn küelt der sunnen hitz BdN
66,24.
5,28.
347,24;
SalArz
47,42.
71,25.
– mit Dat.d.P.:
der ofen, der da gluote, / den chuldestu den chinden
SüklV
679;
der tou [...], / der küelet
in ir vüeze Tr
17392;
kule deme sichen daz antlize mit wazzer
SalArz
47,2.
70,23;
PrOberalt
118,35.
– mit Ersparung des Obj.:
du [Gott] wermis vnde kulis,
/ du fuhtes vnde dirres Litan
148.
68;
er kan beide krefteklichen brennen und trostlichen
kuͤlen Mechth
1: 44,76;
[
krässelkraut
] ist guot für der lebern
überhitz und küelt gar vast BdN
412,11;
die aicheln küelent mêr wan die kesten ebd.
343,28
u.ö.;
DvAStaff
271;
SalArz
71,18
1.2
übertr., sînen muot/ zorn ~
:
swenne Mâbûz erzürnet wart / und im iht leides wart
getân, / sô hiez er einen man erslân. / alsus kuolt er sînen muot
UvZLanz
3563;
Herb
10296;
sie kvlten irn zorn ebd.
7492;
so went yr an myr rechen [...]des Wolffings ende
und uwer selbest zorn, / so wollet yr sanffte kulen uwer hertzenleyt
Alph
618;
PrLpz (L)
76,14.
– mit Präp. (an, mit):
und küele ich dannoch mînen muot / an im zewâre reht, / swie ich wil
UvLFrd
544,22;
dô kuolten mit den wunden die geste wol ir muot
NibB
2133,3;
KvHeimUrst
1018;
Daniel
7132
2
refl., ‘sich abkühlen’
2.1
eigentl.:
die wolden sich dâ küelen unde badeten ir lîp
NibB
1533,4;
als ich mich kvulte alsus Herb
2193;
und twuoc sîne hende / und kuolt sich undern ougen
UvZLanz
4211;
her Gwîgâlois [...] / kuolte
sich und ruowet dâ [unter einer Linde]
Wig
4077;
Eilh
R,1677;
Er
4512;
NibB
2058,2
2.2
übertr.:
ez [das Wild, d.h. die Geliebte] mac sich
küelen [erfrischen, erholen] in geselleschefte, / sô
mac mich troesten niemen / wan ez allein Hadam
223,5;
[Gott spricht zur liebenden Seele:] din suͤsses
jagen machet mich so muͤde, / das ich begere, das ich mich kuͤle /
in der reinen sele din Mechth
2: 25,46
MWB 3,2 666,44; Bearbeiter: Bohnert
küelîn
stN.
‘kleine Kuh’
dune habest mir [...] / min einigez
chuelin genomen, / da ez allez von solte chomen, / des ich armiu solte leben
StrKD
126,187
MWB 3,2 667,27; Bearbeiter: Bohnert
küelnisse
stF.
‘Kühle’
platanus [...] hat breite blater. /
di blater schaten uzwenig / und geben kulnisse innewenig Brun
5934
MWB 3,2 667,30; Bearbeiter: Bohnert |