kubêbenkorn
stN.
einzelne Frucht des Kubebenpfeffers:
soͤ ist daz eyn kobenie koren [l. kobebenkoren,
vgl. Hartl, Textkritisches, ZfdA 74
(1937), S. 221] , / wellich
mayt er [ihr] maytum hat vorloren, / und
verschlunder [l. verschlunde
] nuͤne alle
morgen, / helfe er got, soͤ [sie] mochte an dem ersten
erworgen OsterSpI
718
MWB 3,2 659,47; Bearbeiter: Tao
kubêblîn
stN.
Dimin. zu
kubêbe
(Rosenqvist 2,333).
‘Kubebenpfeffer’
cubebe: cubebli, gubebli VocOpt
49.037
MWB 3,2 659,54; Bearbeiter: Tao
kübel
stM.
auch entrundet kibel.
– ahd. kubilo swM. (AWB 5,451f.); zu mlat.
cūpellus m. ‘kleine Kufe’ (EWA 5,848ff.).
–
‘Kübel’
ein chra die dvrste vbele. / do vlovch si ze einem chvbele. / da vant si wazer
innen FabelCorp
25,2;
dannocht hot er [wer arm heiratet] weder
scheffer [Pl. von schaf
] noch kibell
Hausgeschirr
21;
KgvOdenw
13,17;
von bluote wart diu erde rôt, / daz man vergôz in kübels wîs
KvWPart
16177;
daz man fieren ie ze samen / hirsz in ainen kübel
richt [anrichtete]
Bauernh
149;
situla: cubil Gl
3,327,57
(BStK 556; 14. Jh.).
– als Maß:
man sol merchen daz maz, daz obengeschriben ist, daz da chvͤbel
haizzent, der machent ie sehs chvͤbel einen hofmvtte UrbBayS
4,50.
4,48.
4,49;
ein chubel chorns UrkEnns
4,391
(a. 1301);
s.a. DRW 8,18 mit 2 weiteren Belegen.
– als Bestandteil eines Personennamens (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
529):
Ruͦdolf Kv̓bel UrkCorp
3018,27
MWB 3,2 659,57; Bearbeiter: Tao
kübeler
stM.
‘Bötticher, Küfer’ (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 522f.), nur als
Personenname belegt :
einen acher ze Wiedinkon, den da búweta der alte kv̓bler
UrkCorp (WMU)
3092,27;
fro Margaretha Chuͦnrates seligen wip des kubelers in der Brunnegassen
UrkCorp
2393,8.
2416,22.
3486,38.
3487,24;
ein brediger hiez der Kübeler SprMyst (Pf)
229a,35
MWB 3,2 660,12; Bearbeiter: Tao
kübelîn
stN.
Dimin. zu
kübel
.
‘kleiner Kübel’
vas quod dicitur chubli DRW
8,19
(SteirLArch.; a. 1185)
MWB 3,2 660,20; Bearbeiter: Tao
kûch
stM.
vgl. →
kûchen swV. und DWB 5,305f.
–
‘das Hauchen, Keuchen’, bildl.:
die singer künste [Gen.] rûch. / niht
wan ein snabelsnappen / zeigt mir ir storchen kûch KLD: Kzl
1: 5,16
(vgl.
[Der Storch habe ] kain stimm
[...] denne daz er cläpper mit dem snabel
BdN
175,8
)
MWB 3,2 660,23; Bearbeiter: Tao
kuchel
stF. oder stN.
Nebenform zu →
küchen
(vgl. DWB 5,2493f.);
oder ist eine alte Diminutivbildung küchel stN. anzusetzen (vgl. EWA
5,854)?
–
‘Küche’
popina vel culina: chvchil, chuchin Gl
3:630,2
MWB 3,2 660,29; Bearbeiter: Tao
küchel
stN.
→
kiuchel
MWB 3,2 660,33;
kuchelen
swV.
‘keimen’
dô îczunt der ketzere sâmen kuͦcheldin EvBeh
5
(vgl. Glossar z.St.: pullulare)
MWB 3,2 660,34; Bearbeiter: Tao
kuchelîn, kuchel
stN.
‘Küken, das Junge eines Vogels’
di henne, / [...] di ir kuchelin kan
bewarn / vor den wien und den arn Brun
3782;
alsam andere vogelin, / di ire eyger wol bewachen / und ire
cuchelin besachen Hiob
14490;
die vogel tragen [übertragen, schenken] uf ir
kuchel dan / mit fröiden leben [Akk.-Obj.]
Wartb (H)
563:7,13.
– hierher oder zu →
kiuchel
, küchel stN.:
der [Hahn] get vil der hennin an / und let die
kuchil rennin / alleine mit der hennin PfzdHech
188,28
MWB 3,2 660,37; Bearbeiter: Tao
kuchelmeister
stM.
→
kuchenmeister
MWB 3,2 660,47;
kuchelstiure
st.F.
→
kuchenstiure
MWB 3,2 660,48;
kuchen, kiuchen
stN.
Ansatz unsicher.
‘Küken, das Junge eines Vogels’, nur Pl. belegt:
wî dicke wolde ich samenen dîne sune alse ein henne sament ire
kuͦchin [
pullos suos
] undir ire
vetiche EvBeh
Mt 23,37;
Marîâ brâchte ouch ir opfer: zwei turteltûben und zwei kuchin
[vgl. duos pullos columbarum Lc 2,24]
HvFritzlHl
81,5;
‘schui, wie [= wîe
‘Weihe’
] , schui!’ sus rufen die kint, ‘verderbe
uns nicht die kiuchen.’ Frl
5:35,12
MWB 3,2 660,49; Bearbeiter: Tao
küchen, kuchen,
küche, kuche,
kuchîn
stF. , kuchene
swstF.
kuchein:
BdN
196,28.
197,3.
197,19;
NüP
185;
kuchene (kuchine), swF.:
SAlex
4044;
BrHoh
35.
53;
BrEb
35;
stF.:
BrHoh
46;
Mechth
6: 1,41.
– aus vulgärlat. cocīna (EWA 5, 855f.).
–
‘Küche’
von den wocchinarin der kuchi [
de
septimanariis coquinae
]
BrZw
35.
46;
ze sîner cuchenen man ouh gab, /
[...] zehen sumersâzen / veiz unde grôzen, / und dar zô
drîzich rinder / mêrre unde minder, / und dar zô hundrit wedere SAlex
4044;
hey waz man des zer kuchen des küneges
ingesinde [Dat.] truoc! NibB
943,4.
965,2.
959,1;
dane was gesoten noch gebrâten, / unt ir küchen unberâten
Parz
486,12;
so gruͤsset er si [Gott die
Seele] mit der hovesprache, die man in dirre kuchin nút
vernimet Mechth
1: 2,10;
das ich wider krieche als ein gesclagen hunt in die
kúchin ebd.
5: 33,11;
do ist hochgezit, do
rúchet [duftet] die kuchin so wol der edelen
guͦten spise die do wurt angerichtet Tauler
98,16;
der schultheizen butil sol die kuchen berihte mit heuen, mit pfeffere
vn̄ mit salze UrkCorp (WMU)
29,14.
3575,26.
126,6.
1912,45;
WüP
50,5.
85,11;
Macer
Gewürzvorr. 3;
Er
3088;
Wh
188,8.
188,16.
198,21
u.ö.;
Wig
8863;
Tannh
14,50;
Krone
9851;
RvZw
198,6;
EnikWchr
12963.
13050.
28569;
EnikFb
2503.
1426;
HvNstAp
18018;
PrBerth
1:403,5;
Pass III
32,79;
PrGeorg
339,19;
HvBurg
5584;
Köditz
20,6.
– humoristisch:
ich [Trevrizent] mac uns selben
niht gespîsen, / esne welle uns got bewîsen. / mîn küche riuchet selten
Parz
485,7;
Kudr
99,4;
des herren küche [...] / ein vil lützel riuhet, / der
koch ab wec fliuhet Helbl
15,384;
die Unger selten erblent / von ir kuchen der rouch: / ein
wagen voller knobelouch, / dâ hât lenger zezzen an / von Ungern kunic Wêlân / denn
ir an tûsent bachen Ottok
6932.
–
des tiufels ~
, umschreibend für die Hölle:
Sobna der schreiber wirt über gefüert als ain cappân. eiâ, wâ
hin? treun, an kain ander stat danne in des teufels kuchein BdN
197,3;
dar umb sint si [die pflichtvergessenen
Priester] zuo nihtiu nütz dann in des teufels kuchein ebd.
197,19
MWB 3,2 660,58; Bearbeiter: Tao
kûchen
swV.
vgl. →
kûch
stM.,
kîchen
swV. und
1hûchen
swV.
–
‘hauchen, keuchen’
dû blæsest [La. der kuchet
] kalt unt
hûchest [La. der blaset
] warm / ûz eines mannes
munde: stæter triuwen bistû arm RvZw
61,4
(vgl. Anm.z.St.
);
die höchsten, die zer werlte solten rechtes pflegen, / die lazen
sie [die Mâze
] in krankem wesen kuchen
Frl
9:11,4.
– auch keuchen durch Kontamination mit kîchen (FrlWB, S.
197 und Kluge, S. 485):
man kennet nicht des affen keuchen Frl
8:25,10(App.)
MWB 3,2 661,36; Bearbeiter: Tao
kuchenære
stM.
‘jmd., der den Wochendienst in der Küche leistet’
dar nah so ezze er mit den kvchenerin vnd mit den dienerin
[
cum coquinae ebdomadariis et
servitoribus
]
BrHoh
38
MWB 3,2 661,46; Bearbeiter: Tao
kuchenbanc
stF.
‘Küchenbank’
slafen vf einer kuͦchen pank / des in groze not betwank
Wh
282,26a(App.)
MWB 3,2 661,50; Bearbeiter: Bohnert
kuchenbüebelîn
stN.
‘Küchenjunge’
ain armes kuchenbueblin HvNördlBrf
35,9
MWB 3,2 661,53; Bearbeiter: Bohnert
kuchen-, kuchi|dienest
stM.
‘(Verpflichtung zur) Arbeit in der Küche’
die brvͦdra svn ein andren dienon. vnde sol incheine
dis chvchi dienstis werdin irlazin [
nullus excusetur a coquinae
officio
]
BrEng
35.
35
MWB 3,2 661,55; Bearbeiter: Bohnert
küchen-, kuchi|dierne
swF.
‘Küchenmagd’
als ob ein edle kúng sin kuchidirnen sasti
úber sin frowen Seuse
376,12.
448,24;
bildl.:
[Menschen, die an irdischen Bildern für Gott
festhalten,] di sint alle kúchin dirnen, und den ist dis joch
bitter Tauler
26,22
MWB 3,2 661,60; Bearbeiter: Bohnert
kuchengarzûn
stM.
‘Küchenjunge, -knecht’
alsam ein kuchengarzûn [
quasi garcio in coquina
exsistens
]
LvRegFr
925
MWB 3,2 662,1; Bearbeiter: Bohnert
kuchengerihte
stN.
‘Zukost (die zum Hauptgericht hinzugegeben wird)’
swaz von koste möht gesîn, / ez wære brôt oder wîn, /
wiltpræt, fleisch oder visch, / kuchengerihte [Hss.
kúchen gerát, chuchel gerecht
] oder
tisch Ottok
69389
(s. Glossar z.St.)
MWB 3,2 662,4; Bearbeiter: Bohnert
küchenknabe
swM.
‘Küchenjunge, -knecht’
e ich gescheh ze vüern / iv vnder iwer chvchen knaben [bevor es
dazu kommt, dass ihr mich ... führt (zur Konstr. vgl.
2
5Mhd. Gr. § S 34 Anm. 1 und
OrtnAW
335,4 mit Anm.)]
Krone
9868
MWB 3,2 662,9; Bearbeiter: Bohnert
kuchenknëht
stM.
‘Küchenjunge, -knecht’
ir köche und ir kuchen knehte Renner
639;
diu bœsten hemde / diu ie küchenkneht getruoc
Iw
4923;
bœser ~
Herb
1580;
Ottok
66878;
HvNstAp
8640;
(bildl.:)
des [Leibes] küchen kneht ist mîn her Slunt
Renner
9645;
Cruselere deme kuchenknechte eine marc UrkCorp (WMU)
566,12;
hey waz er kuchenknehte von dem fiwer schiet!
NibB
959,2;
Rennew
3553;
Wildon
3,349;
Pass III
143,96
(vgl. LA (H) 1:430,13 qui coquinam faciebat);
HvNstAp
11433;
Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 5,455
MWB 3,2 662,14; Bearbeiter: Bohnert
kuchenlêhen, kuchilêhen
stM.
‘Lehnsgut, dessen Ertrag an die herrschaftliche Küche geliefert
wird’
(vgl.
Chuͦnrades lehen von Puͤhel [...]
gehoͤrt in deu chuchen UrbSonnenb
114
):
Vlricus cocus habet i chuchnlehen UrbNAlteich
351;
von dem chûchenlehen [...] cedunt nobis duo manipuli
TradSchäftl
461
(vor 1250);
proprietatem sive iurisdictionem curie site in Schaͤmmern nuncupate
kuchilehin UrkWürtt
8,*373
(a. 1283)
MWB 3,2 662,26; Bearbeiter: Bohnert |