k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kriechisch
stsw.Subst.
kontrahiert chriesch (Macer ).
‘das Griechische’
ich vernæme kriechisch als wol Greg
1630;
in kriechish gescriben Herb
58.
64;
in chriechisch verchêret, / dar nâch in latîne brâht
KvHeimHinv
60;
si wâren ûzer mâzen / gar wol gelêret alle / und sprâchen nâch gevalle /
kriechisch und latîn vil wol KvWSilv
2713;
vone diu heizzis du in chriechisken alfa et o
Himmelr
1,25;
nepita zu latine, calamentum in chrieschen, biminze zu
dute [Katzenminze]
Macer
11,1.
19,1;
EvAug
269,3;
BdN
262,15
MWB 3,2 589,38; Bearbeiterin: Herbers
krieclich
Adj. , kriec-,
kriegelîche
Adv.
‘streitsüchtig, kämpferisch’
nah der selbin tage zit / hate einen kintlichen strit /
Ismahel [...] / und das ê kint Ysaag. / warumbe der
kriecliche bac / geschehe undir in? RvEWchr
5029;
die gellin [die beiden rivalisierenden Frauen
von Elkana, I Sm 1,2] hatin undir in / vil ofte krieclichen nit
ebd.
21771.
5434.
27083;
die meister swigen an der zît. / sie liezen den krieclîchen
strît RvEBarl
9648;
wir ensúllen nút krieglich sin noch
nút zúrnen Tauler
209,2;
NvJer
9962;
Frl
7:14,7.
–
sus vertribens menge stunt / mit krieglichem schalle Ammenh
1257;
nu sprichit ouh vil lihte ein man, / der mit chrieclichin
worten kan / gein dén meren chriegin RvEWchr
25912;
so kiesint dih lúte und lant / ze kúnege
ubir sih zehant / an allin krieclichin don [Lärm]
ebd.
29769.
– Adv.:
alsô gar criegelich / und sô ubergirlich / der lantgrâve in
jagete nâch Kreuzf
7419;
die Cristen. sie bereiten / an die stat zu sturme sich, / die
mit craft criegelich / [...] / der lantgrâve ane vaht /
alle stunde âne underlâz ebd.
7548
MWB 3,2 589,49; Bearbeiterin: Herbers
krieclicheit
stF.
‘Streitsucht’
daz sint anhebende lúte, [...] in
in stont vil gebresten, hochfart, geswindekeit, bitterkeit, eigenwillekeit,
kriegelicheit und manig disem glich Tauler
30,1
MWB 3,2 590,7; Bearbeiterin: Herbers
kriecmacher
stM.
‘Kriegsführer’
oppfer nimt die heilig kirch niht von offenparn chrieg machern, vnd von offenparn
raubern vnd wuͦchrern RechtssA
O 3,4;
RechtssB
O 3,4
MWB 3,2 590,11; Bearbeiterin: Herbers
kriege
Adj.
‘kriegerisch, streitbar’
nu sulen wir niht langer sparn / die kriegen vruht von
Narbôn [Willehalm]
Wh
43,17;
ich hœre wol daz du von natûr / bist als ein krieger vilzgebûr
Renner
5968;
er merkte wol des knappen nôt, / daz er mit gedanken ranc, / daz in sîn kriegez
herze twanc UvEtzAlex
1334;
sît nicht sô chrieges muͦtes, / ez zimt nicht guͦten wîben
MinneR 30
634,1;
Krone
12261;
vrowe, ir sit ze kriec ein teil Mai
80,5;
swie chriege ir an dem strîte weset, / ir wizzet wol daz Christ /
[...] / erbärmic und genædic chumt
KvHeimUrst
376;
RvZw
132,7;
Kreuzf
7611;
Ottok
60892
MWB 3,2 590,15; Bearbeiterin: Herbers
kriege
stF.
Bedeutung unklar, ‘Stirn’ (Brun , Glossar) oder ‘das
Emporstehen’ zu →
krîgen
swV. (s. F. Bech in ZfdA 40 (1896), S. 73)?:
als ein vil ture harsnor / bindet daz har vor der krige
Brun
2955
MWB 3,2 590,28; Bearbeiterin: Herbers
kriege
Subst.
aus poln. krąg, Pl. kręgi (s. Anm.z.St.).
‘Kreis, Scheibe’
die priestre in dem temple me / niht opferten gote als e, / ab wurden sie davon
lazen / von allen gotlichen sazen, / larten rangen unde vehten / spilen uf den platzen
slehten, / sie zugen sich zu den kriegen [
in exercitiis disci II
Mcc 4,14] / zu bosheit ir leben biegen / unde volgeten vaste hie / den
bosen werken Jasoni Macc
7995
MWB 3,2 590,32; Bearbeiterin: Herbers
kriegel
Adj.
wie →
kriege
Adj. ‘kriegerisch, streitbar’
dû himelischer spiegel, / wer wulde wesen kriegel / gein dîner wîsen lêre?
Erlös
816;
koment sie [zwei gute Kämpfer] ze banden / mîner
frouwen ze den handen, / diu ist sô kriegel im gerihte, / so ernert man sie mit nihte
UvEtzWh
6295
MWB 3,2 590,41; Bearbeiterin: Herbers
kriegelîn
stN.
Dimin. zu kriec stM.
‘kleiner Streit’
Isôt die künegîn / huob ein cleinez kriegelîn / mit dem künege
umb daz spil HvFreibTr
4182;
dîn / bruoder hât ein kriegelîn / gein dir Renner
4299;
lege daz kriegelîn ê dernider ebd.
4302
MWB 3,2 590,47; Bearbeiterin: Herbers
kriegen
swV.
teilweise nicht von →
krîgen
stV. zu unterscheiden (vgl. DWB 5,2223; Pfeifer,
EtymWB, 734); md. auch krîgen.
1 (mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’
1.1 häufig mit Präp. oder Präp.-Erg. 1.2 mit Gen. ‘einer Sache nachstreben’
1.3 ohne Erg. 2
‘streiten, eine Auseinandersetzung haben’
2.1 allg. 2.2 mit Worten 2.3 handgreiflich 2.4 in einem Wettstreit 2.5 in einem Rechtsstreit 3
‘kämpfen, Krieg führen’
3.1 ohne Erg. 3.2 mit präp. Ergänzung zur Bezeichnung des Gegners oder der Streitsache 3.3 mit Akk. ‘jmdn. bekämpfen’
3.4 subst.
1
(mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’
1.1
häufig mit Präp. oder Präp.-Erg.:
heim zu lande / urloup zum kunige nâmen die, / der sie niht
gerne von im lie, / er mûste sie lân, sie criegten hin Kreuzf
49;
des glîche tuot daz viur: daz krieget ûfwert, und ein ieglîchiu crêatûre
suochet ir natiurlîche stat Eckh
3:27,6;
er wolde ein bistuom stiften dâ; / mit vlîze krîgete er darnâ
EbvErf
1016.
4080;
nochdenne krieget der himel nâch dem werke, daz got in im selben würket
Eckh
2:328,3;
swer dâ kriegt nâch fremder habe UvEtzWh
6539;
daz ist also daz der mentsche sol nach gotte kriegend gedenken, daz ist
reht contemplieren PrGeorg
33,5;
Tit
168,3;
die zwelfe lebten bruͦderlich. / sie kriegten umb
daz himel rich HvNstGZ
4919;
er criegte zû dem herren dar Kreuzf
2274.
4136;
do kriegete ich doch zuͦ dir
[Gott] mit minen ellenden sinnen
Mechth
3: 12,4;
alle dinc [...] crigin zu dem
ende Parad
44,31;
dem steine enwirt diu bewegunge niemer benomen, die wîle er ûf der erde
niht enliget, er enkriege iemer ze der erde Eckh
3:27,5;
VitasPatr
249,5.
– mit gegen oder wider etw./jmdn./jmdm. ~
‘widerstreben, andringen’
nu hœret, wie der fürste var! / er kriegete gein der vînde
schar ErnstD
844;
[
die
] gegen im krigeten in der zit
Pass III
39,61;
Wh
293,5;
ich sprach: ‘dû bœswiht, nein ich! / daz dû sô kriegest
wider mich, / daz ich dir niht vertragen mac.’ Helbl
3,116;
want danne alle ûsflüsse kriegent wider iren gespring
PrEkkewint
234;
wider sînem willen crieget er Tr
11749;
kein vogel kan ûz allen landen wider
in [den Adler] nû gecriegen
KvWLd
32,327;
daz vünkelîn der sêle, [...] daz dâ ist
kriegende alwege wider allem dem, daz götlich niht enist Eckh
1:333,1.
– bezogen auf die gegengesetzte Rotation der sieben Planeten zwischen
Erde und Fixsternhimmel (s.a. Heinzle, Wh., S. 818 zu 2,2-4):
nû sage mir, hâst dû meisterschaft, / wie daz firmamentum mit sô hôher
kraft / gein den siben plânêten müge kriegen, / oder wie der Pôlus articus /
stê und der hôhe meisterstern Antarticus? Loheng
133;
derz firmamentum an liez / unt die siben plânêten
hiez / gein des himels snelheit kriegen, / sîn wâge kan niht triegen
Wh
216,11
1.2
mit Gen. ‘einer Sache nachstreben’
swie ich mich anemâze / ze tihten, des ich lutzel kan, / wan daz ich vil
tumber man / doch noch tihtens krîge. / jâ mohte ich wol geswîge, / dâr guote
meister sprechent, / die guot getihte zechent
[schaffen]
EbvErf
4499
1.3
ohne Erg.:
– Part.-Adj.:
hoffenunge klebet in der kriegenden kraft, diu alle zît ûfkriegende
ist in daz hœhste und in daz lûterste: in die wârheit
Eckh
2:168,1.
– subst.:
sîn [des Jägers] chriegen
machet tieres val KvHeimHinv
8;
die meister sprechent: daz lieht ist sô natiurlich, daz ez iemermê ein
kriegen hât, und heizet sinderesis und lûtet als vil als ein zuobinden und
ein abekêren Eckh
1:333,5
2
‘streiten, eine Auseinandersetzung haben’
2.1
allg.:
Effrem hies ein abt, zvͦ dem gieng ein boͤs wip vnd wolt in
han in vnkúschekeit oder in zorn gevellet, wan in gesach nie
mv́nsche gezúrnen noch kriegen VitasPatr
323,15;
und criegent an mir starke / beidiu tôt unde leben
Tr
18542;
Ottok
15910.
– subst.:
ain paum an aim stain [abgebildet auf
einem Edelstein] , an des rehter seiten ain fraw ist und an
der lenken ain man, der macht ainträhtigung zwischen den êläuten und
versœnt die kriegenden BdN
471,14
2.2
mit Worten:
–
‘diskutieren’
wan ez kriegent die meister von Parîs etewenne, welich heilige der
hôhste in dem himelrîche sî unde von welhen tugenden einer hœher sî
danne der ander PrBerth
1:537,15.
1:538,14;
si kriegten welhez under in / von êrst dô solte kêren hin / ze dem
junkherren ûz genomen KvWPant
1471;
si sâzen kriegend alle drî [Juno, Pallas,
Venus] / und triben des vil unde gnuoc. / swaz wirde ir
iegelîchiu truoc, / diu wart besunder dâ geseit KvWTroj
2578;
ir
[
Discordiâ
] sâme wirt noch hiute /
geworfen under manigen lîp. / si füeget, daz man unde wîp / vil ofte
kriegent umbe niht ebd.
1497;
maniger sprichet, ich heize in liegen / swenne er liuget, und wil ouch
kriegen, / sprêche ich daz er habe gelogen Renner
15356;
seit dir ieman von schrift, oder von anderen sachen, kriege mit im
nv́t VitasPatr
248,27;
Frl
9:16,1;
EvBerl
119,15;
SpitEich
25,2.
–
‘Meinung vertreten, behaupten’
kein vrouwe kriege wider
mich [Juno] , / daz si wunneclicher sî
KvWTroj
1936.
– mit Dat.d.P. ‘im Streit nicht gewachsen sein’
ich han dir niht gekriegen. / du kanst dine rede gebiegen / so
meisterlichen hin und her HeinzelRitt
345.
– subst.:
sus gie daz criegen under in / umbe ir eit her unde
hin Tr
15693;
nû die götinne beide [Juno und
Pallas] / mit rede ân underscheide / striten hövelîche
alsus, / dô sprach diu vrouwe Vênus : / ‘ir mügent iuwer kriegen lân,
/ ich wil den apfel selbe hân, / wan er ist mîn von rehte
[...].’ KvWTroj
2099;
dîner schrift geloube nû / und lâ dîn valschez kriegen abe
KvWSilv
3283;
nu waz ir [der Jünger]
criegen vnderwegen [
inter se in via disputaverant Mc
9,33] , / wer vnder yn den hosten segen / hede an gewalde,
ere vnd geniez EvStPaul
3948.
10100
2.3
handgreiflich:
sus kriegtens gein einander als zwên hanne Loheng
5556;
[Rebekka] wart swanger zwaigir kinde
[Jakob und Esau] , vnde dú kint kriegeton
in der muͦtir mit ain andir [
conlidebantur Gn
25,22]
PrGeorg (Sch)
2,187.
– subst.:
der Wâleys tet im einen slac, / daz er zuo der erde mit tôde vallens
pflac. / nû lât in ligen, ez het ein ende sîn kriegen Loheng
2750
2.4
in einem Wettstreit:
liehte bluomen, grüene gras, / mit den diu pleine
erliuhtet was, / diu criegeten vil suoze in ein Tr
16747;
ein lûter klingen bechelîn / vliuzet, dâ die bluomen kriegent umb ir schîn
Loheng
6135.
– subst.:
‘ir wellet hern / den alten meister Erewin, / der funt, der was
da vor ouch sin.’ / ob ouch wol die sprache ist min, / so treit er
doch daz kriegen hin Frl
13:5,8
2.5
in einem Rechtsstreit:
vnd daz vnser herre, [...] an behapt hette mit
reht vor rehtem gerihte. vnd des wir darnach chriegten reht
UrkKlostern
1,155
(a. 1317).
– mit präp. Ergänzung zur Bezeichnung des Streitgegenstandes oder des
Streitgegners:
swer mit dir ze gerihte var / kriegen umbe dîn
gewant, / dem solt dûz lâzen zehant [vgl. Mt 5,40]
RvEBarl
4109;
ez kriegten zwêne rîche man / mit einander umbe guot. / der krieg wert
lang Boner
95,4.
76,57;
swo zwen chriegent mit einander umb einen chauf
StRMünch
313,12;
din mage hant dich schiͤr verclagt: / so man in
dinen dot sagt, / sie kriegent sere umb daz guͦt
HvNstVis
127;
swa zwene, ez si herre oder arm man, criegen vmme guͦt vor
gerithe UrkCorp (WMU)
N408,12;
wo zwen mit einander kriegent umb ainen aigen man
UrkÖsterrErbl
60,16
(a. 1237);
SchöffIglau
71;
daz daz selb tail, daz da wider chriegt, von allem sinem reht
gæntzlich gevallen si UrkCorp (WMU)
1966,5;
wær iemen, der her nach chriegen wolte nah dem selben lehen ebd.
3051,5.
–
der mit dir chriegen wil in dem
gerihte [
vult tecum iudicio contendere Mt
5,40]
EvAug
9,25;
Tauler
289,7;
swer die rehten gewer an einem guͦte hat. vnd krieget mit im
ieman dar an. wen sol im gezivge erteilen. vnde ienem nvͦt. der ir
darbet SchwSp
192a;
swenne burger kriegent vnder ein andirn UrkCorp (WMU)
248AB,10,24;
herre apt Chvenrat von Seiteinsteten chriegt mit vron Chunegvnden
Otachers havsvrawen von Stille vmbe ein wis in dem Reintal
UrkEnns
3,525
(a. 1280);
EvBerl
122,17.
–
helfen ~
jmdn. in einer Streitsache unterstützen:
daz ich minem brvͦdere [...] helfe
criegen [...], vnz ime die stat wider wirt
UrkCorp (WMU)
177,31
3
‘kämpfen, Krieg führen’
3.1
ohne Erg.:
er sprach zer meide wol gevar / "war kriegt der
herzoginne schar, / sus manec rîter ûz erkorn? / wer hât ir hulde verlorn?"
Parz
632,24;
swer kriegen wil und kriegen sol, / der bedarf guoter friunde wol
Renner
1549;
wer spitzig dünneu naslöcher hât, der ist ain krieger und
kriegt gern BdN
45,24.
143,26;
JvFrst
1182;
kleiniu vogellîn selten kriegent, / diu schareht mit einander fliegent
Renner
21329
3.2
mit präp. Ergänzung zur Bezeichnung des Gegners oder der Streitsache:
da chriegt chaiser Hainreich sun mit seinem vater und
uͤberwant in im andern jar EnikWchr
542 Prosa 9,20.
543 Prosa 2,2;
dô kom der künec Vergulaht. / der sach die strîteclîchen
maht / gegen Gâwâne kriegen Parz
410,15.
275,29;
umb ein lant grôz / mit einander wir kriegen
Ottok
62576;
[die Elefanten] kriegent niht umb iriu weip, wan si
prechent ir ê niht BdN
135,10.
–
mit dem tode ~
‘im Sterben liegen’
wenne wir [...] mit dem tode
vaste krigen [...], / so kumpt der prister
[...] / und brenget eine salbe so / gemachet uz
oli und balsamo Brun
5768
3.3
mit Akk. ‘jmdn. bekämpfen’
die wischten uf in die luft / und huben an mit stolzer guft / daz volc
kriegen durch beiac Pass III
331,63
3.4
subst.:
dâ ergienc von in beiden / hurteclîchez kriegen. / si
liezen gêre vliegen / mit anderem ir geschôze Wh
431,7;
si wolte der edelen vruht uz Katelangen / der strangen so niht lazen
sunder kriegen JTit
1942,3
MWB 3,2 590,52; Bearbeiterin: Herbers
krieger
stM.
erst im späteren Mhd. belegt.
‘Kämpfer, Streiter’
ez waren allis crieger / lugener vnd trieger Martina
218,61;
wer spitzig dünneu naslöcher hât, der ist ain krieger und kriegt
gern BdN
45,23;
Renner
8779;
WhvÖst
194
(La.);
swer ainen ierret, der krieger und zúrner schaiden will, der riht der stat
zehen schilling StRÜberl
3;
heft sich ein chrig czwischen leuten um selgeret und um gescheft, so schullen di
chriger paider seitten ainen erbern man chiesen StRBrünn
386;
DRW
7,1529
(HagenauStatB; a. 1348)
MWB 3,2 593,45; Bearbeiterin: Herbers
kriegic
Adj.
1
‘streitsüchtig’
2
‘streitig, strittig’
1
‘streitsüchtig’
aber ib kainer kriegiger
[
contentiosus
] wirt wunden er werde
rafsut [getadelt] . BrZw
71;
welhes stirn sleht ist und niht gerunzelt, der ist kriegik
und macht gern krieg BdN
45,30;
daz icht ein widerstôz / von dem volke wurde grôz / und ouch
sô den juden / entstûnde ein krîgic ludem [Geschrei]
JvFrst
714;
Lanc
341,3
2
‘streitig, strittig’
swaz man kriegiger dinge nach wiser livte rate rihtet, daz div ir ewigen craft
behaben UrkCorp (WMU)
333,15;
daz die beidenthalben gewalt haben solten, taidinck vnd tage ze machen
uͤber alle sache, die chriegick wæren ebd.
1131,2.
1285,21;
swaz zwischen vns vnd vnsern vorgeschriben herren den hertzogen oder zwischen
vnsern dienern yetwerthalben chriiͤgik vnd vnuerrihtet wær
UrkWittelsb
2,150
(a. 1308);
di chriegig tayding, di siv gegen einander gehabt habent
UrkHeil
2,185
(a. 1343)
MWB 3,2 593,56; Bearbeiterin: Herbers
kriegisch
Adj.
wie →
kriegic
.
‘streitsüchtig’
des grûwet mir daz jungiu kint / sô traz und nu sô kriegisch sint
Renner
14832;
wy das kumpt, sehent dy scheppen, das verworren lewt vnd krygische lewt der
haymlichen gesprech vil machen SchöffIglau
106
MWB 3,2 594,10; Bearbeiterin: Herbers
kriegôt
stMN.
‘Rechtsstreit’
vnd [
daz
] ovch der selbe criget anderost von
den selben herrun [...] fur vns gezogen wart UrkCorp
(WMU)
980,32;
daz wir habin lazzin vz dem tæile, do wir mit ein ander teiltent burger,
lvͦte und’ gvͦt, alle ansprache vnd elliv krigvͦt ebd.
377,36
(oder dieser Beleg zu kriecguot
‘streitiges Gut’? s. DWB 5,2258)
MWB 3,2 594,16; Bearbeiterin: Herbers
kriegunge
stF.
‘Anstrengung’
dô her was in des tôdis krîgunge [
agonia
‘Todeskampf’
] , dô bette her deste lengir EvBeh
Lc 22,43
MWB 3,2 594,23; Bearbeiterin: Herbers
krîen
stV. (Ib)
auch sw. (
WhvÖst
14440,
Wh
391,5
);
auch krein (HvNstAp ); zum Pl.Prät. kriren (
Helbl ) s. Weinhold, Bair. Gr. § 268;
aus afrz. crier (Suolahti 1,132, Rosenqvist 1,140).
‘laut schreien; den Schlachtruf ( →
krîe) erheben’
wan er sin wapen fuͦrte, er krey ouch sine krie JTit
4766,1.
4926,1
u.ö.;
‘Rîchersdorf!’ sie kriren [:
schriren
]
Helbl
15,353;
der uz zog wart beschriet: / manic wapen knappe kriet / dem erz
gunde, sinen krie WhvÖst
14440;
dâ mit strîte ê sêre was gekriget [La.
gekrîet, wo man kämpfend laut geschrien hatte]
Wh
391,5
(s. Heinzle, Wh. Anm.z.St.);
TürlArabel
*A 44,4;
Virg
1040,3.
1047,1;
BraunschwRchr
3366.
2110
u.ö.;
– subst.:
doch hôrte der herre ir krîen: / ofte sie dâ schrîen
Kreuzf
4103.
2213;
nu hub sich ain krein, / ain wain und ain schrein, /
[...] von dem gesinde uber all HvNstAp
2459;
wie manger hande krien hal uz ir aller sprachen JTit
870,1.
4171,1;
do hup sich ein gekrien / von der minneclichen maget, / daz nie so sere wart
geklaget SchülerB
370;
WhvÖst
10266
MWB 3,2 594,26; Bearbeiterin: Herbers
krîer
stM.
→
kroijierære
MWB 3,2 594,47;
krîf
Subst.
Bedeutung unklar:
daz ist ûf die meinung getân, / daz daz povel [Volk]
niht anders tuo, / dann daz ez emziclîchen zuo / sînem hantwerk grîfe / mit ernste und
mit krîfe HvBer
9595
MWB 3,2 594,48; Bearbeiterin: Herbers
kriffen
swV.
→
gripfen
MWB 3,2 594,52;
krîgen
stV. (Ia)
teilweise nicht von →
kriegen
swV. zu unterscheiden (vgl. DWB 5,2223; Pfeifer,
EtymWB, 734).
1 (mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’ , meist mit Präp.-Erg. 2
‘etw. bekommen, erreichen’
3
‘mit jmdm. streiten, kämpfen’
1
(mit körperlicher oder geistiger Anstrengung) ‘streben, trachten’, meist
mit Präp.-Erg.:
daz mir icht geschege als dem arn, / der do kegen der sonnen
kriget, / wen her also ho gestiget Brun
2407.
9091;
daz sprichet zu dute hemelstigen, / di alle hin zu hemele
krigen / und sin irdische libe vri ebd.
5620.
8590;
ein man, der nâch den esten [eines Baumes] kreic, /
dar an er vaste ze berge steic UvEtzAlex
25961.
22636;
der wirt dô mit vlîze kreik, / daz er die sueze minne / verstæle
RvMunre
1126;
wie si zuo dem tôde kreik [Selbstmord verüben
wollte]
Frauentrost
185;
wir wollen [...] dar nach immer
crigen / alhi uf der erden, / wi wir gehohet werden / bi unserm herren aldort
Pass I/II (HSW)
37330;
wand si hat wider mich gecrigen / und mine botschaft dir
verswigen ebd.
40591;
dar vmbe so sol der mensche tvgent minnen vnd in leben vnd nach in krigen als
armuͦt vnd diemuͦt RvBib
13,5;
HvFritzlHl
125,12;
NvJer
18403.
12702.
11580
2
‘etw. bekommen, erreichen’
nu wolde er [Augustinus] ouch an eren vrumen
[wachsen] , / ein teil uf baz stigen, / und also daz
gekrigen / zu Rome in der houbtstat Pass III
417,84
3
‘mit jmdm. streiten, kämpfen’
die sich heten angenumen / mit im zu sprechene von kunst, / die vunden sulche
vernunst, / die Stephanus der gute man / liez under sie mit witzen gan, / daz ein
ieglicher gesweic / und nicht vurbaz mit im kreic; / und musten im gar den sig lan
Pass III
38,44;
und wan der leydeger ouch
creyk [
disceptaret Iob 34,19] / mit dem
armen und uf in steyk, / daz siet alles sin tyfer rat, / wan si sint sine hantgetat
Hiob
12875
MWB 3,2 594,53; Bearbeiterin: Herbers
krîieren
swV.
→
kroijieren
MWB 3,2 595,24;
krîirer
stM.
→
kroijierære
MWB 3,2 595,25;
krim (?)
stM.
→
grim
stM. 1.2
MWB 3,2 595,26;
krimme
swMF.
auch grimme.
‘Bauchschmerz, Bauchkrampf, Kolik’
Aristotiles spricht, daz des wolfes pluot und auch sein mist
guot sein für den grimmen in dem leib, den man haizt die permuoter und haizt ze
latein colica BdN
147,20;
du salt merken, dat harne rot wert itzwanne von groter suke,
alz in der bermoter eder von grozer grymmen, daz doch nicht hitte bedudet
OvBaierl
36,15;
yliaca: grim, krimme [Laa. grim,
krimmen
]
VocOpt
43.075
MWB 3,2 595,27; Bearbeiterin: Herbers
krimmen, grimmen
stV. (IIIa)
zur Vermischung der beiden Wortfamilien s. DWB 5,2307-2310;
gran
Wigam (B)
1478.
1
‘krümmen, krumm machen’
2
‘(jmdn./etw.) (mit gekrümmten Klauen/ Fingern, gekrümmtem Schnabel)
packen, verwunden, kratzen, kneifen’
2.1 von Tieren 2.2 von Menschen 3
‘jmdn. drücken, zwicken; schmerzen’
1
‘krümmen, krumm machen’
er vederspil, / daz grimmet und doch niht vahen wil Jüngl
922.
– refl.:
ez tete ir an im sô wê, / daz si sich gram Mai
227,4;
wie tier sich grimmen, wie vische fliezen Renner
11102.
– übertr. auf (gekrümmte) Fortbewegung ‘kriechen,
krabbeln’
die geiste, die dâ mit ir scharn / in wazzere unde in luften varn, /
kriechen unde krimmen, / loufen oder swimmen, / swie sie got geschaffen hât
Kröllwitz
1047.
1009
2
‘(jmdn./etw.) (mit gekrümmten Klauen/ Fingern, gekrümmtem Schnabel)
packen, verwunden, kratzen, kneifen’
2.1
von Tieren:
diu taub reizt niht noch grimmt mit irm snabel und ist ân
gallen BdN
179,27;
der adlar [...] beiz unde gram Wigam
(B)
1469.
1478;
do div chra die rede vernam, / vor zorn si in den ast gram
FabelCorp
22,44;
dâvor sol er dem raben decken / ougen nasen unde munt, / daz im das âs iht
werde kunt / daz in der werlde swimmet, / wand er mit der klâ grimmet / und
bîzet mit dem snabel drin LvRegSyon
2404;
KvWTurn
560;
Dulcifl (N)
447.
–
nû begund der gîr und der ar / einander bîzen unde grimmen
Wigam (B)
1474;
die [Krähen] woltt er
[Falke] nitt verbaren / und gram sy mitt
schalle / do ze tod alle GTroj
8395;
waz arn ez sy, der mich da grymme
Minneb
5104.
5313;
PrBerth
1:484,16.
– Part.Präs.:
ouch tar keyn koufman odir hantwerkis man haldin eyn hunt odir eyn
krymmenden vogil MarcoPolo
25,18
2.2
von Menschen:
der lantgrâve Kyngrimursel / gram durch swarten unt durch
vel Parz
411,8;
[als Trauergeste:] hende unde vuezze / grimmen er
began Rab
893,2;
die zwêne kampfgeverten / sich beide vaste werten. / nu bîzâ, bîz! nu
limmâ, lim! / nu kratzâ, kratz! nu krimmâ, krim! Schrätel
258;
[wird den vier Bannwarten bei einer Pfändung Widerstand
geleistet,] sont die viere krimmen und kratzen daz in ein
pfant werde UrbEls
360.
–
ir muter Ecuba [...] beiz
vnde cram / allez, daz ir zv quam, / zv handen oder zv mvnde
Herb
16486;
ein tuvel in den menschen quam / so, daz er beiz unde gram / sich
selben Pass III
482,18;
so vechten si denne vor sich hin. si stechen oder slahen sich, si
bizen oder crimmen sich StRFreiberg
166,8;
StrKarl
7101
(La.);
Schrätel
260.
232;
Hiob
11527.
– subst.:
sin grymmen und sin crabeln / durch greyf mich
gentzlich in unguͤt Minneb
5268.
– bildl.:
mit den sinen er durchbrach / die haiden
[...] / man hort die banier snurren, /
oͤrsh und man da kurren, / die der tot so grimt WhvÖst
17693
3
‘jmdn. drücken, zwicken; schmerzen’
wie manic angst, wie manic smerze / dich grimmet, twinget tac und naht / den
du niht wol entrinnen maht! Renner
8019;
ich bin siech und ungesunt; / ez grimmet mich zem herzen / und lide grozen
smerzen Reiher
289;
mich grimmet unde zwirget / daz jâmer in dem sinne Reinfr
9226;
en sere krymmet in deme lyue na deme dranke
OvBaierl
24,12.
43,18.
– ohne Akk.:
daz saf gesote mit getruckentin winbern hilfet genutzet
wider dem, daz in dem buche grimmet Macer
52,9.
7,3.
– subst.:
daz selbe pulver mit ezsege genutzet vertribet daz grimmen
unde daz curren in dem buche Macer
32,6.
48,11
MWB 3,2 595,37; Bearbeiterin: Herbers |