k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kranecheswurz
F.
‘Schwalbenwurz’ (vgl. Marzell 4,1152 und 1154), wohl in Umdeutung aus
trachenwurz
, Glossenbeleg des 14. Jh. s. AWB 5,379
MWB 3,2 547,18; Bearbeiter: Tao
kranechhals
stM.
‘Kranichhals’
mit kranches hals [La. kranchalse
] kan er wol swigen / unt mit strûzes ougen sehen RvZw
185,9
MWB 3,2 547,21; Bearbeiter: Tao
kranechinne
stF.
‘weiblicher Kranich’
diu kränchinn stêt, wenne si der kranch vogelt
BdN
192,8
MWB 3,2 547,24; Bearbeiter: Tao
kranech-, kraneches-,
kranechensnabel
stM.
Pflanzenname, ‘Reiherschnabel’ (vgl. Marzell 2,298 und 303)
oder ‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647; AWB 5,382):
acus muscata: cranichsnabil Gl
3:534,1.
3:547,64;
alleluia: cranichsnabel ebd.
3:535,10;
reumatica herba: cranichessnabel [Laa. cranechesnabel,
cranchesnabel
]
SummHeinr
2:439,62
u.ö.;
revmatica: cranchensnabel Gl
3:564,41;
s.a. HvBPhys., Reg., S. 196 mit weiteren
Belegen.
MWB 3,2 547,26; Bearbeiter: Tao
kranensnabel
stM.
wie
kranechsnabel
, Glossenbeleg des 14. Jh. s. AWB
5,380
MWB 3,2 547,35; Bearbeiter: Tao
kranewitber
stF.
‘Wacholderbeere’
wizz auch, daz die velscher die cubeben oft velschent mit den
kranwitpern, wan si sint geleich enander BdN
326,32;
und sint sein früht klain gestalt sam die kranwitper ebd.
364,5;
Glossenbeleg des 14. Jh.s s. AWB 5,380
MWB 3,2 547,37; Bearbeiter: Tao
kranewitboum
stM.
‘Wacholderbaum’
von dem kranwitpaum. juniperus haizt ain kranwitpaum und ist
ain kriechisch wort, daz bedäutet sô vil sam ain feurpaum BdN
325,16;
der kranwitpaum haizt in meiner müeterleichen däutsch ain
wechalter ebd.
325,23;
auz dem kranwitpaum macht man öl ebd.
325,31
u.ö.
Glossenbelege des 14. Jh.s s. AWB 5,380
MWB 3,2 547,43; Bearbeiter: Tao
kranewite
stM.
‘Wacholder’ (vgl. Marzell 2,1072 und 1081f.):
der kranwit helf für der glider müeden BdN
326,21;
die kranwit rainigent und öffent die gäng und diu vaz der narung
ebd.
326,23;
reht sam man öl macht auz kranwiten ebd.
409,29;
Glossenbelege des 12. bis 14. Jh.s s. AWB 5,379 s.v.
kranauuitu
MWB 3,2 547,51; Bearbeiter: Tao
kranewitholz
stN.
‘Wacholderholz’
auz dem kranwitpaum macht man öl, alsô. man nimt zwên erein
häfen und setzet si über enander, und der ober hafen schol ain loch hân an dem podem.
den selben obern hafen schol man füllen mit kranwitholz [...]
BdN
326,1
MWB 3,2 547,58; Bearbeiter: Tao
kranewitstûde
swF.
‘Wacholderbusch’
ein kranwitstude was sin tach [
sederet subter
unam iuniperum III Rg 19,4]
RvEWchr
34704;
Glossenbeleg des 14. Jh.s s. AWB 5,380.
MWB 3,2 548,1; Bearbeiter: Tao
kranewitvogel
stM.
‘Wacholderdrossel’ (Suolahti, Vogelnamen, S. 62-64):
man hat auch gesetzet, daz man ain hasen mit palge mit alle sol niht hoher geben
dann umb 24 haller [...] und ain krawitvogel umb 2 haller
NüP
120.
122
MWB 3,2 548,5; Bearbeiter: Tao
krangel
stM.
1 eigentl. wohl ‘Verschlingung der Fäden, Verschränkung an Weinreben’ u.ä.
(vgl. DWB 5,1029, SchweizId 3,831), übertr., formelhaft âne ~
sleht 2
‘Not, Bedrängnis, Mangel’
1
eigentl. wohl ‘Verschlingung der Fäden, Verschränkung an Weinreben’ u.ä.
(vgl. DWB 5,1029, SchweizId 3,831), übertr., formelhaft âne ~
sleht:
sunder valsche naige / wuͦhs ir pris so gar uf reht /
und ane crangel also sleht / mit schoͤne in hohgemuͤte, / mit zuht in
rehter guͦte RvEWh
3804;
sîn wirde ist ân krangel sleht / für allez lop gewahsen Reinfr
11590;
ir triuten und ir minne / was gotlîch ordenlîch und reht, / ân valschen sin,
ân krangel sleht ebd.
10908
2
‘Not, Bedrängnis, Mangel’
daz ich in sol ufrihten an schaden, swas si crengel alder kumbers angat an dem
vorgesetten gel [= gelt oder gehel
Übereinkunft?]
UrkCorp (WMU)
1571,12;
vnd geschehe [...], daz die vorgenemetten vrowa imer
dehan kummer an geviel von dehainer schlate crangel ebd.
2599,31;
sus rîcher koste krangel / ist mînem hûse tiure [Hs.
untiure); "mangel solcher kost ist bei mir häufig" (DWB
5,1029)]
Reinfr
2864.
– meist formelhaft sunder ~
, im Reim mit
mangel:
der armen und der rîchen wart / hie sô keiserlîch gephlegen / daz man
nihtes underwegen / lie dâ sunder krangel Reinfr
10415.
18646.
24991;
er hiez ûf allen strâzen / rüefen unde schrîgen, / ob ritter grâven frîgen
/ ald iemen hette mangel, / dem wolt er sunder krangel / sînen kumber büezen
ebd.
14670
MWB 3,2 548,10; Bearbeiter: Tao
kranich
stM. , kraniche
swM.
→
kranech
MWB 3,2 548,36;
krankeit
stF.
→
krancheit
MWB 3,2 548,37;
kranken
swV.
1
‘schwach sein, werden’
1.1 körperlich 1.2 geistig, seelisch 2
‘gering, zunichte werden’
1
‘schwach sein, werden’
1.1
körperlich:
vor jamer der botscheft / Wildehelmes kreft / sah man da
kranken sere WhvÖst
9407;
der meister krankte an den tagen LivlChr
3578;
ave Marîa! maget, min leben kranket, / min gebeine wanket; / ez ist an der
zit: got wil niht me borgen, / [...] ouwe! todes loz du
bist gevallen! MarGr 10
38,1;
bildl.:
aber walt und ouch diu heide / krankent an ir kleide: /
winter wil si twingen SM:Wi
2: 1,2.
– mit Gen.:
do ich was huffehalz / und des libes krancte HeslNic
2927;
sie wâren mêr danne gnûc /
[...] gecranket der stêten arbeit
Kreuzf
7056.
– im Alter:
dô mir begunde kranken / der lîp in alters ungemach
Helbl
9,33;
so in daz alter uobit [auf ihn einwirkt] , /
balde er danne crankit Martina
124,71;
da Abraham begunde / cranken [vgl. Gn 24,1]
HistAE
668;
Kuchim
100,49
1.2
geistig, seelisch:
ir sin ir herze kranken / vor fröuden wolte
[...], / wan ir nâch geswunden was / in lieplîchem
gufte Reinfr
9392;
dô wart ir hôchvart cranken NvJer
27196;
ich kranke nâch ir [der
Geliebten] danke SM:Wi
3: 2,12;
des muͦs ich [die liebende
Seele] sere kranken, / wan ich mit dir
[Gott] gebunden bin Mechth
2: 25,16;
si [die Seele] slewet an der
minne, si chranchet an dem fleizze der tvgent, si stirbet
DvAPatern
200;
do Thomas also krancte, / des sinnes also toubete / daz
her des nicht geloubete / daz Crist waz irstanden HeslApk
3438;
ouch des houbtis gedanken / begonden sere cranken /
bibende von den sorgen [vgl. Dn 4,2]
Daniel
3532.
– subst. Inf.:
[Christus wollte] unser kranken krenken
[unsere durch den Sündenfall bedingte Schwäche überwinden
(vgl. FrlWB, S. 193)] , wenden in sin hulde
Frl
2:14,5
2
‘gering, zunichte werden’
unminne [unrechte Minne] was ir herzen gast, / diu
mit mislîchen gedanken / ein hôhez lop tuot kranken UvEtzWh
982.
4534
MWB 3,2 548,38; Bearbeiter: Tao
krân-, krâwenvuoz
stM.
‘Krähenfuß’, nur als Bestandteil von Personennamen:
her Cunrat der Kranfuz UrkCorp (WMU)
3263,41;
her Vlrich Chranfvͦz ebd.
3515,34;
vmb hern Vlrichen den Honkhvser, des Crawenfvzes tohterman ebd.
2603,8
MWB 3,2 549,12; Bearbeiter: Tao
kranwurz
stF. , -wurze
swF.
1
‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647), Glossenbelege
des 13. und 14. Jh.s s. AWB 5,380 2
‘Wacholder’
1
‘Storchschnabel’ (vgl. Marzell 2,645 und 647), Glossenbelege
des 13. und 14. Jh.s s. AWB 5,380
2
‘Wacholder’
(bildl.:)
si hat oͮch in irem munde guldin zen, da kúwet
si mitte die himelschen kranwurtzen, das sint der propheten sprúche
Mechth
4: 3,42
MWB 3,2 549,17; Bearbeiter: Tao
kranz
stM.
‘Kranz’, meist aus Blumen oder Zweigen geflochten als Feier- und Festschmuck auf
dem Kopf getragen
1 eigentl. 1.1 allg. 1.2 speziell 1.2.1 als Zeichen des Sieges 1.2.2 als Helmschmuck 1.2.3
dürnîner ~
‘Dornenkrone’
1.2.4
kranz von sternen 1.2.5 Kranz aus Heilkräutern 1.2.6 Kranz aus Laub, als Dekoration für eine Speise 2 in vielfältigen bildl. Ausdrücken 2.1 ohne Gen.-Attr. 2.2 mit Gen.-Attr. zur Hervorhebung eines Begriffs. 3
‘Kranz-, Ringförmiges’
1
eigentl.
1.1
allg.:
zwene cranze geflochten uz uon blumen / di in deme
paradise stunden / grune jemer ane underlaz Litan
1084;
nement, frowe, disen cranz, / [...] sô zieret ir
den tanz / mit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget
Walth
74,20.
75,8;
der sol von rosen einen kranz / / tragen
Tannh
2,76;
der [
rôsen
] sante ich Vriderûnen /
einen wolgetânen kranz Neidh
SL 22:2,8;
ir sult mir einen kranz / von eines boumes rîse / gewinn
Parz
600,20;
si truͦgen alle guldine krenze
Mechth
4: 22,21;
dô muosten aber die vrouwen / mit den rittern tanzen. /
schœniu kint mit kranzen / die giengen wol sô mans dô pflac
UvZLanz
658;
sîner vreuden was er rîch / under sînem kranze Neidh
WL 19:4,5.
– Blumen ze einem kranze brechen, lesen:
der mir hie bevor in mînen anger wuot / und dar inne rôsen zeinem
kranze brach Neidh
WL 34:6,2;
dâ [auf der Heide] si
bluomen zeinem kranze / brichet, den si zuo dem tanze / tragen wil
SM:St
7: 2,5;
Tannh
3,7;
ein wise [...], / dâ mir mîn geselle zeinem
kranze las [gepflückt, näml. Blumen]
Neidh
SL 21:2,5
den ~ brechen:
frouwe, wâ brich ich den kranz
[...] ? Parz
601,15.
603,30;
SM:KvL
1: 1,10
1.2
speziell
1.2.1
als Zeichen des Sieges:
‘ir söllen stritten: / weder an den zitten /
rechten sige fürett hin, / der sol des andren küng sin, / des hoptt wil ich
schone / machen aine crone.’ / [...] von
blümen er ain krentzlin brach, / dem sighaften stiere / zwang er den krantz
vil schiere / vast entzwüschen dü horn GTroj
1782
1.2.2
als Helmschmuck:
dô Gâwân daz rîs gebrach / unt der kranz wart sîns
helmes dach Parz
604,8;
ûf sînem helme der biderbe truoc / ein krantz von gansvedern grôz und
wîz UvLFrd
482,23.
170,27.
485,21;
ein kranz prîslîchen guldîn / gleste ûf des helmes
krône, / dar în gestecket schône / vergulter gîres vedern vil, / dar an
gehangen âne zil / von golde wunnenclîch talier HvFreibJoh
126
1.2.3
dürnîner ~
‘Dornenkrone’
der den dürnînen kranz / ame kriuze ûf hete, den
rûhen huot Wh
357,28
1.2.4
kranz von sternen:
von sternen treit er [Marias himmlicher
Bräutigam] einen kranz. / her Dâvît und her Salomôn / die
herphent dâ den süezen dôn Philipp
983
1.2.5
Kranz aus Heilkräutern:
di viol gerochen oder uf dem huͦbet in cranzes
wise getragen vertribet di trunkenheit Macer
17,4;
swem daz houbt we tuͦt, her mache einen cranz
dar abe [aus Eisenkraut]
ebd.
64,13
1.2.6
Kranz aus Laub, als Dekoration für eine Speise:
einen krantz al druͤmme gestozzen mit laubern
BvgSp
94
2
in vielfältigen bildl. Ausdrücken
2.1
ohne Gen.-Attr.:
der sorgen [part. Gen.] zeime
kranze [sehr viele sorgen (Bartsch/ Marti
z.St.)] / trag ich Parz
418,18;
daz diu riuwe ir scharpfen kranz / mir setzet ûf
werdekeit / die schildes ambet mir erstreit / gein werlîchen handen ebd.
461,18
(vgl. dürnîner ~
Wh
357,28
unter 1.2.3);
nu, vro Rúwe, ist iwer cranz / gevlohten
soͤne [= schône
] worden ganz /
an den von den der welte pris / bluͦte in bluͤndes bluͦmen
wis / nach weltlicher werdekait RvEWh
2095
(vgl.
der rúwen cranz ebd.
1021
);
diu kiuschekeit [...] hât gezieret
dînen kranz SM:EvS
1: 4,4;
daz Berne an êre truoc den kranz WälGa
2447;
ein kranz, den ere geblümet hat, / ein krone tugentlicher tat
[...], daz ist von Mekelenburc her Heinrich
Frl
5:11,13;
sin rede ist als ein blünder kranz ebd.
11:1,12
2.2
mit Gen.-Attr. zur Hervorhebung eines Begriffs.
– meist mit Wörtern positiven Inhalts (êre, kiusche, lop
usw.):
gewalt vert ûf der strâze: / setze ûf wider der êren
kranz KLD: UvL
59: 3,12;
du hâst von kindes jugende / getragen ie der êren
cranz, / dîn sin ist lûter unde ganz / an triuwen ie gein mir gewesen
KvWWelt
141;
HvNstAp
11363;
wîplîcher kiusche lobes kranz / truoc si mit armüete
Parz
260,8;
der megede bleip der kusche kranz
HvNstGZ
1410;
HvBurg
538;
wip, din nam in worte / behelt des hosten lobes kranz
Frl
8:19,18;
man sach [...] slac gên slac und stich gên
stich. / ich wæne ie [nie] sô ritterlich /
würde erworben lobes kranz Reinfr
17377;
daz iwer vil manlich ellen / in dem strite uf
Alytshantz / truͦg vor uns des prises krantz Rennew
7766.
20428;
kom, minnen schüler, dich wil ere in ir tanz! / setze uf den kranz /
der manheit unt der milte! Frl
5:9,2;
allen werden vroͮwen / ist an
im [durch seinen Tod] verhoͮwen / der
vroͮdin schilt, der sælden cranz RvEWh
2045;
ir beider tugent kranz RvEGer
6597;
wârheit, aller tugent ein kranz, / sînem houbet obte
Ottok
12670;
daz die milte / ein kranz ist rechter tugende gar Frl
6:8,2;
und jach des ûf die triuwe mîn, / daz wîp ein krône,
ein bluomenschîn, / [...] und manlîcher vreuden
kranz [...] wære RvEBarl
11814;
dirre lief, jener spranc; / dirre seite, jener sanc; / hie was buhurt,
dort was tanz: / diu ritterschaft truoc vreuden kranz RvEGer
6398;
Rennew
5506;
KLD:UvL
46: 1,3;
wol geblüemet und wol geberlt / ist
sîner [Gottfrieds von Straßburg] blüenden
vünde kranz, / vil reine, lûter unde glanz / ist sîner rîcher künste hort
HvFreibTr
35;
roys Gramoflanz, / der der werdekeite kranz / treit
Parz
632,28;
wie hastu [Gott] dann der
wisheit krantz / besloßen [verschlossen] und die
nuͤtzten kunst / fur den heißen mynnen brunst Minneb
5396.
– seltener mit Wörtern negativen Inhalts (riuwe, schande,
unvuoge):
und sol ich [der Dichter]
der rúwen cranz / mit jamer iendert machen ganz / dekainem werden
wibe / mit clabaͤrem libe? / das tuͦt an den maͤren we
RvEWh
1021
(vgl.
2095
);
da von der teufel kronet dich / mit der schanden krantz
und ouch mich Erz III
6,124;
er treit der unfuoge kranz / unde heizet Meljacanz
Parz
343,25.
– auszeichnend von Personen, ‘(höchster) Inbegriff von etw.
(Gutem)’
si was der êren kranz EnikFb
2331;
got, der eren krantz Erz III
6,685;
Obilôt wirt kranz / aller wîplîchen güete
Parz
394,12;
daz mere wit alumme trat / wie der reine Zozimas /
[...] were er [...]
ein crantz der kuscheit Vät
33666;
man gap eteswâ ze swester mir / ob aller clârheit den
lobes kranz, / ein maget diu nam der sunne ir glanz Wh
292,11;
Tesereiz, der minnen kranz ebd.
86,3;
TürlArabel
*R 71,20;
JTit
1339,1.
3040,1.
3402,4;
HvNstAp
1602;
du selden kranz JTit
1275,2;
man hieß in wol der tugent krantz
HvNstAp
19523;
vrouwe Lârîe, der vreuden kranz Wig
8887;
do sahent die Brabande sa / den wunsch, des wunsches
wunnen cranz [d.i. Amelie]
RvEWh
3719;
Dêîdamîe [...], / diu truoc
ir aller wunne kranz KvWTroj
15341
3
‘Kranz-, Ringförmiges’
swa ez [
gestein
]
ruͤrt der sunnen glantz, / daz ie wirt umm den stain ain crantz, / der hitzet
und glestet WhvÖst
12606
MWB 3,2 549,23; Bearbeiter: Tao
krap|armbrust
stM.
‘Hakenarmbrust’ (Englisch, Ottok., S. 31):
mit kraparmbrusten starc, / dâmit man an die vînde schôz
Ottok
77385;
von erst schol haben ie der man, der an dem rat ist, ein craparmbrust und ein
tartschin BWB (Sch)
1,145
(Bamb. Stadtb.; 1306-1333)
MWB 3,2 551,29; Bearbeiter: Tao
1krapfe
swM.
oder ist krâpfe mit langem -â- anzusetzen? vgl. ahd.
krâpho AWB 5,384-387.
– auch krape.
1
‘(Wider-)Haken, Klammer’
2
‘(kleine) dreizackige Gabel’
1
‘(Wider-)Haken, Klammer’
aspidiscos grece, uncinus latine vel gumfo: krapho, hako
SummHeinr
1:372,418.
2:86,233.
2:168,315.
2:547,01.13;
zô den enden und an den orten [des
Wandteppichs] / wâren tûre borten / und elfenbeinîne crapfen, / di
hangeten an den ricken SAlex
5963;
zuo den schiffen wider dan / grôze ketenen giengen, / dar an
die kraphen hiengen RvEAlex
9112;
bildl.:
glîchsenheit mit gîtikeit / aller sünden krapfen treit Renner
21394;
in einem Vergleich:
hellenbarten [...] : / vorne scharf,
dannoch dar în / en vier enden lange nagele sîn, / gespiz alsam crapfen
[Hs. crapen
]
Kreuzf
5665.
– an einer Waffe:
Walegrape zukte den crauwel so sere zo im, / daz Renoart
[...] of de knie quam: / douch woulter den craphen
van sinre hant nit lan Alischanz
585.
– als Folterwerkzeug:
die iuncvrowe er ufhienc / mit vil grozer ungehabe, / und liez ir vleisch
ir zerren abe / mit starken krapen Pass III
342,91.
391,22;
die vaigen túvel [...] zukent die armen
sel mit krapfen und mit kroͤlen PrGeorg
69,11;
PrWack
27,52.
28,37;
Martina
212,19
2
‘(kleine) dreizackige Gabel’
fuscina vel fuscinula: croͮwil, creul, crapho SummHeinr
2:297,66
MWB 3,2 551,35; Bearbeiter: Tao
2krapfe
swM.
aus semantischen Gründen von
1krapfe
getrennt angesetzt.
‘hakenförmiges Gebäck (mit Füllung), Krapfen’ (vgl. Heyne, Hausaltertümer
2,276f.):
artocrea: krapho SummHeinr
2:40,167;
artocrea: crapho ebd.
2:173,380.1;
artocreę: krephilin, kraphun ebd.
1:336,312;
einen krapfen. so du wilt einen vasten krapfen machen, so nim
nuͤzze vnd stoz sie in einem mörser vnd nim epfele als vil vnd snide sie drin
wuͤrfeleht vnd menge sie mit wuͤrtzen, welherley sie sin, vnd
fuͤlle daz in die krapfen. vnd lege sie in ein pfannen vnd la sie backen
BvgSp
59.
58.
60.
61;
ein Trühendingær phanne / mit kraphen selten dâ erschrei
Parz
184,25.
207,2;
weder krapfe noch daz smalz / von den werden mannen / selten lûte in der pfannen
ErnstD
3548;
us kuͤchel mel / krapfen und bastel, / gefúrriert
mit edelen dingen SHort
4096;
das wælisch ezzen git man nivr zwir in dem iar, an send Johans tag vnd ze
herrenvasnaht, so git man ez des morgens, vnd ze demselben male git man ovch chrapfen
vnd pfadelat UrkGeisf
416
(13. Jh.);
UrkCorp (WMU)
3204,9.
487,14;
StiftZwettl
663;
nû nenne mir [...] dîne gesellen,
[...] die dich daz gelêret haben, / daz dû dem rîchen manne
/ sîne habe nemest danne, / sô er zuo den krâphen izzet brôt Helmbr
1183.
1143;
wan mich hât her Rûmolt / mit kraphen und mit brâten / in strîte alsô berâten /
daz mir diu lide müezen swern Bit
12699.
10615.
– als Bild der Schlemmerei:
mir tuont mîn drî rihte [Gerichte, Speisen] / dâ
heim volliclîch alsô wol, / sam ob ich wære kraphen vol / und manger hand present
Helbl
2,10;
sô trûwet maniger niht, daz er iemer genesen müge, daz er ze allen zîten niht
vol ist als ein krapfe PrBerth
1:103,39;
so sol man des geruchen, / daz ie den hunden [den Jagdhunden vor
der Jagd] sin die krapfen ungesunt Frl
5:64,7
MWB 3,2 551,61; Bearbeiter: Tao
krapfenbacher
stM.
‘Krapfenbäcker’ (vgl. Matzel, Wortschatz, S. 175):
umb Hoͤrdlein den chrapffenpacher UrkRegensb
751
(ca. 1325–1350)
MWB 3,2 552,34; Bearbeiter: Tao
krappelen
swV.
1
‘sich krabbelnd bewegen’
2 viell. ‘zwicken’ (s. Glossar s.v.; vgl. aber auch grappeln DWB 4,1,5, 1892f.), subst.
1
‘sich krabbelnd bewegen’
aber ich wæn, daz si [die Küken]
dick die airschaln mit irn snäbeln öffen und her für krappeln mit dem haupt des
êrsten BdN
193,35;
ich bin mit sußer mynne gewel / so girlich uber krupfet, /
daz mir daz hertze hupfet / innewendig und krabelt Minneb
2367
2
viell. ‘zwicken’ (s. Glossar s.v.; vgl. aber auch grappeln DWB
4,1,5, 1892f.), subst.:
zu hant in siner cloen / vor zorn er
[Adler] mich da uff zucket; / zu samen er die drucket,
/ daz ich vor leide wart zabeln. / sin grymmen und sin crabeln / durch greyf mich
gentzlich in unguͤt Minneb
5268
MWB 3,2 552,37; Bearbeiter: Tao
cras
Adv.
lat. ‘morgen, am folgenden Tag’, hier als Ruf des Raben
(vgl. TPMA 8,244):
ih brestiger habin scherne [l. habinscherbe
‘Topfscherbe’ (vgl. Litan (M) , App. z.St.)] , /
waz ob ih morgen sterbe? / [...] ih spreche jemer same der rabe
cras cras, / daz quit morgen morgen, / so wil ih besorgen / daz ih gote miner sundin
wandel getu. / wir gibit mir frist biz morgen frv, / daz ih hute uf scube?
Litan
488;
sô schrîet der unsælige rappe: ‘cras, cras’, daz ist ein wort in
latîne unde bediutet in tiutsche: ‘morgen’ PrBerth
1:423,15
MWB 3,2 552,49; Bearbeiter: Tao
kraspelen
swV.
‘rascheln’
ist dann daz im [dem Wolf, der auf die eingezäunten
Schafe lauert] ain fuoz rauscht oder kraspelt an dem zaun, sô peizt er
sich selber in den fuoz, sam ob der fuoz dar an schuldig sei BdN
148,11
MWB 3,2 552,60; Bearbeiter: Tao |