k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
knebelîn
stN.
Dimin. zu
knabe
, männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen), ‘(kleiner) Junge’ (s.a.
dëgenkindelîn
,
dëgenkint
,
knëhtchîn
,
knëhtelîn
), vereinzelt ‘junger Mann’
1 vom Säugling und Kleinkind 2 vom Kind 3 vom jungen Erwachsenen
1
vom Säugling und Kleinkind:
dar nâch in kurzer stunde / diu frouwe ein knebelîn gebar
KvWTroj
381;
HvNstAp
7106;
[Herodes] hiez älliu kindelîn, / diu man dâ funde
knäbelîn [die als Knaben erkannt wurden] , / diu zweier
jâre besunder / waeren ald dar under, / daz man diu ze stunde / tôte
WvRh
4121;
SHort
2075;
Lanc
1,6;
BdN
39,19
2
vom Kind:
di kind alle waren / under zehen jaren, / junckfrawen und
knebelein HvNstAp
9489;
hie ligent tôt zewâre / alle die man [alle männlichen
Kinder] in disem jâre / die in disem lande solden sîn / die knehte
und die knebelîn. / swaz hie knaben wirt geborn, / die hânt zehant den lîp verlorn
StrDan
4362;
Ammenh
3195;
Tr
5963
3
vom jungen Erwachsenen:
‘ir sult ew paden. / [...] : / so
wert ir jungk als ain kint / di pey zwaintzig jaren sint.’ /
[...] / yeder man sich under stieß [in den
Jungbrunnen] , / [...] / si wurden alle
wunnikleich / als di jungen knabelein / di in der pluenden jugend solten sein
HvNstAp
13013
MWB 3,1 389,25; Bearbeiterin: Baumgarte
knëht
stM.
auch knet (
Roth
4816;
SpitEich
13,4
), und verschr. (?) kenc [recth:] (
Roth
3322
).
1
‘(junger) Mensch männlichen Geschlechts’ , 1.1 überw. von Knaben, vom Neugeborenen bis zur Pubertät 1.2 auch vom Mann allg. 2
‘Mann in dienender, einem Herren untergeordneter Funktion’ unabhängig vom
Stand; 2.1 von Männern adeliger Herkunft mit und ohne Ritterwürde (dazu s.a.
StrKD
4 , ‘ von zweier hande knehte ’, mit zeitgenössischer
Diskussion des Themas), Pagen und Knappen 2.1.1 von Lehensmännern 2.1.2 von Rittern 2.1.3 von Pagen oder Knappen 2.1.4 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Minneritters zu seiner Dame
(zu eigen vgl. 2.2.1 ) 2.2 von Personen nichtadeliger Herkunft 2.2.1 Diener oder Knecht, auch Handwerksgeselle; (junger) Mann, der Teil der Hausgemeinschaft eines Herren/ Meisters ist 2.2.2 im Gegensatz zum Ritter (vgl. bes. 3 ) 2.3 in der Beschreibung des Verhältnisses eines Christen zu Gott/ Christus 2.4 in Umschreibungen für teuflische, dämonische Wesen 2.5 übertr. zum Ausdruck einer besonderen Hingabe an eine Idee, Tugend u.ä. oder der Unterworfenheit unter eine herrschende Gewalt 3 vom bewaffneten (adeligen wie nichtadeligen) Kämpfer im Gefolge oder Heer eines Herren
1
‘(junger) Mensch männlichen Geschlechts’,
1.1
überw. von Knaben, vom Neugeborenen bis zur Pubertät:
alsus quam ez zu den tagen, / daz di vrouwe gelac / und
vil grobelich erschrac, / wand ez ein schone knecht was, / des si muterlich
genas Pass I/II (HSW)
34545;
sît ich was ein swacher kneht, / sô lebt ich iuwers râtes
ie Wh
146,28;
swa der abe cheret, / der die schuolær leret, / so lernent
unrehte / alle die chnehte VRechte
438;
ich müeste mich sîn iemer schamen, / ob ich ze man kür einen kneht
[den dreizehnjährigen Partonopier (nach einer Liebesnacht mit
der Königin)] , / wan ez ist hie ze lande reht, / daz frouwen
niht getürren haben / zer ê sô kindische knaben, / sam du, vil trût geselle,
bist KvWPart
1903;
Mühlh
177,17.
– auch ‘Sohn’
he [das Kind Jesus] was
gehorsam dim [Marias] gebode, / got was din
knecht, he was din bode MarlbRh
61,27.
– in Wendungen, die alle Menschen als Ganzheit umschreiben:
ez wer man oder frauwe, kneht oder magt, bi dem die
[falschen Gewichte] funden oder begriffen
wuͤrden WüP
79,5.
89,18;
sî mugen ouch lûte, wîp unde man, knehte unde dirnen,
zu êwelicheme rehte besizzen StatDtOrd
30,15
1.2
auch vom Mann allg.:
do waren in den geslahten / zvelefe tuerliche chnechte /
di waren also warhaft / der tugent habeten si di craft VMos
64,27;
is dan daz die mannisnamin urin
[ihren] suestirin rechti wollin mieti vari
[bei der Erbschaft] unde teili, so sulin su uri
herrin [ihren Lehensherren] bite, daz su diz
lein [Lehen] urin suestirin lien
[...] undi un selbin· inwollin iz dan die herrin
niemini lie, dan den kneichtin undi den sunin· so sulin su iz inpha· undi sulin
iz dan urin suestirin widirsazi mit andirimi guti Mühlh
131,22
2
‘Mann in dienender, einem Herren untergeordneter Funktion’ unabhängig vom
Stand;
auffallend häufig in der Verbindung guoter ~
, möglicherweise zur Unterscheidung adeliger Abhängiger von Bediensteten bzw.
einfachen Kämpfern und Kriegsknechten (so Jackson S. 21f.; vgl. z.B.
schiltknëht
), daneben die Verbindung mit edel (vgl.
edelknëht
) und für Dienstboten und Knechte mit eigen (vgl.
eigenknëht
)
2.1
von Männern adeliger Herkunft mit und ohne Ritterwürde (dazu s.a.
StrKD
4, ‘von zweier hande knehte’, mit zeitgenössischer
Diskussion des Themas), Pagen und Knappen
2.1.1
von Lehensmännern:
den guden knecten allent samint / lech he die richen
Scottelant Roth
4825;
dar horde manich got knet / Rotheres lant rech ebd.
3351
2.1.2
von Rittern:
ir [Keie] erzeiget doch
iezuo grôzen haz / disem guoten knehte. / nû tuot ir im unrehte. / ern
gedâhte iuwer nie wan wol, / als ein rîter des andern sol Iw
2513;
daz [der bei der Mantelprobe aufgedeckte
Makel] was dem guoten knehte / swære und âne mâze leit /
und ouch der vrouwen gemeit UvZLanz
5992
2.1.3
von Pagen oder Knappen:
ditz ist von zweier hande knehte phliht; / der eine
wolde ritter werden, der ander niht StrKD
4,1;
so wil ich das du laitest swert / und dise liehten
sumerzit / [...] / mit dienste min ritter sist. /
so du knehtes namen begist / und man dich ritter nemmen sol, / so zimet dir
erst ze dinen wol / nach werder vroͮwen lone RvEWh
5156;
ine wil niht langer sîn ein kneht, / ich sol schildes
ambet hân Parz
154,22;
swer vil kûme wære kneht, / der wil nu rîter werden
Wig
2333
2.1.4
in der Beschreibung des Verhältnisses eines Minneritters zu seiner Dame
(zu eigen vgl. 2.2.1):
sît aber ir geruochent jehen / mîn ze cnehte, sælic
wîp, / sô sol mîn herze und mîn lîp / iu ze dienste sîn bereit
KvWWelt
171;
ich muoz iemer ûf gedinge / sîn ir eigen kneht
SM:HvStr
2: 5,5;
SM:Had
10: 2,11
2.2
von Personen nichtadeliger Herkunft
2.2.1
Diener oder Knecht, auch Handwerksgeselle; (junger) Mann, der Teil der
Hausgemeinschaft eines Herren/ Meisters ist:
man verbuͤtt auch allen hantwerkknehten und fremden
knehten, die nit behuset sint, swert und mezzer bi tage und bi naht
WüP
82,2.
17,3;
StRFreiberg
289,13;
ist er ein wirt, der die notnumpht begangen hat, dem
sol man ze sime huse furgebieten: ist ez ein kneht
[...], so sol man im furgebieten zem ersten
male bi swem er gewaesen ist StRAugsb
88,13.
198,3;
er gestalt [...] ze igelichem vihe einen
chneht der ez tribe GenM
64,13;
diu ross diu zôh man dan / zuo den herbergen; si
heten manegen kneht, / die in mit vlîze wâren z’allem dienste gereht
NibB
1897,3.
99,1;
schweren zimt nur deinen undertanen und deinen chnechten [
subditorum enim est et servorum iurare
]
HvHürnh
22,11;
UvZLanz
778;
VRechte
270;
SpdtL
95,9;
StatDtOrd
39,21;
Hochz
512;
VMos
15,7;
Volmar
158;
RvEBarl
6547.
– übertr.:
diu werc sint des muotes kneht Bîspel (Pf)
37,68.
– mit eigen:
daz sie weren eigen / und solden sich erzeigen /
mit dienstlichem rechte / alsam die eigene knechte Pass I/II
(HSW)
30346;
alse soln tuͦn mit rehte / eigene gecoufte knehte
Glaub
2071;
der sînen eigen kneht slehet ze tôde âne schulde
und âne gerihte [...] unde beklaget man in vor
einem rihter dar umbe, man nimet im sînen lîp billîcher dar umbe, denne
ob er einen fremeden erslagen hete SpdtL
137,1.
– mit gemeine:
unde an swelhen tagen der cristac gevellet, sô
gebe man in gemeiner knehte spîse, wanne man den tach niht mit
vastene begêt durch die wirdekeit der hôgegecît
StatDtOrd
81,29.
81,16.
– in Wendungen, die alle Menschen als Ganzheit umschreiben:
dâ hete der herre und der kneht / so genuoc daz
in niht gebrach Wh
449,6;
ez si herre oder kneht, man oder wib, magt oder
kint WüP
97,8;
ez si pfaffe oder leye, herre oder kneht, frawe
oder magt, rich oder arm ebd.
98,2;
– phras. (?):
da rihtet got mit rehte / dem herren joch dem
chnehte, / der vrouwen joch der diwe Hochz
736;
AvaJG
20,2;
vnde richte nach rechte / herrin vnde knecten
Roth
5077;
er rihte wol ze rehte / dem ritter und dem
knehte, / dem rîchen als dem armen RvEBarl
13684
2.2.2
im Gegensatz zum Ritter (vgl. bes. 3):
wer ist der man? / [...] /
weder ist er ritter oder kneht? Tr
10769;
den ritteren gab man goldgewand, / von seyden nam
sariant, / knechtes knecht von scharlachen HvNstAp
11440;
niun tûsent knehte die lâgen tôt erslagen, / dar über
ritter zwelfe der Dancwartes man NibB
1936,2.
– in Wendungen, die alle an einem Hof versammelten Edlen und
Bediensteten umfassen:
künc Artûs der milte / lief gegen im und enpfienc
in dô. / daz gesinde wart allez vrô; / rîter unde knehte / enpfiengen in
wol von rehte Wig
1142.
682;
dô wart dar für gesuochet vil manic hêrlîch
gewant. / ê daz ez vol ertagete, dô kômen für den sal / vil ritter unde
knehte NibB
807,2.
701,1;
dâ [beim Gral] muoz der
rîter unt der kneht / bewart sîn vor lôsheit Parz
473,2;
sie bat vnde gebot, / daz er geselleschaft neme,
/ die ime wol gezeme. / ez were krump oder recht, / er enwolde ritter
noch knech Herb
18313
2.3
in der Beschreibung des Verhältnisses eines Christen zu Gott/
Christus:
‘Abacuc, gotes chneht’, / sprach der engel wider in
KvHeimHinv
334;
da got die sine chnehte / brahte zuo ir rehte
Hochz
1046;
daz du [Christus] dine sculdigen
knehte / mit ir schepfere versunes Litan
146;
durch die schulde er [Christus]
im erkôs / sô grôze dêmüete, / daz er durch sîne güete / des knehtes bilde an
sich nam / und wart alsô gehôrsam, / daz er sich an daz kriuze bôt / und dar an
leit durch uns den tôt RvEBarl
12879.
12901;
iz waren zwene gotis knechte [Petrus und
Paulus die gotis boten bede, V. 129] . / volge in,
so tvͦstu rechte TrSilv
209;
SüklV
330;
VMos
78,14;
RvEBarl
3997.
15017;
Pass I/II (HSW)
2360.
– auch gegenüber Maria:
schöne muͦder vol edelcheide, / din sün ind dine
knecht geleide MarlbRh
59,10
u.ö.
2.4
in Umschreibungen für teuflische, dämonische Wesen:
so getan gesturme ist michel reht, so des tieveles chneht /
mit gewalte vure gat AvaA
8,1;
irn müezet morgen vehten / mit zwein des tiuvels knehten.
/ die sint alsô manhaft, / und hetet ir sehs manne kraft, / daz wære ein wint
wider in Iw
6338.
6772;
Serv
2953
2.5
übertr. zum Ausdruck einer besonderen Hingabe an eine Idee, Tugend u.ä. oder
der Unterworfenheit unter eine herrschende Gewalt:
[die ‘Kämpfer’ auf Tristans Seite gegen den 4 Männer starken
Morold] daz eine got, daz ander reht, / daz dritte was ir
zweier kneht / und ir gewærer dienestman, / der wol gewære Tristan
Tr
6884;
kneht der milte KvWSilv
1159;
der unsælden kneht ZwBüchl
626;
dat wir der sünden knecht niͤt ’n werden
MarlbRh
59,12;
des todes knehten StrKarl (S)
6495
3
vom bewaffneten (adeligen wie nichtadeligen) Kämpfer im Gefolge oder Heer eines
Herren:
si waren gute knehte / si getorsten wole fehten / si gurten
sich mit sverten VMos
54,27;
zu deme swerte was er ein gut knecht Rol
706.
71.
2643;
do enmoht er wider überkraft / und mit als guoten knehten /
langer niht gevehten UvZLanz
1533.
680;
die burgære satzten sich ze wer / gelîch vil guoten knehten
Eracl
2727;
zem êrsten brâht’ er
[Hagen] übere tûsent ritter hêr, / dar nâch sîne recken.
dannoch was ir mêr. / niun tûsent knehte die fuort’ er an daz lant
NibB
1573,3.
1647,4;
ÄJud
111;
VAlex
1453;
Roth
4067.
4372;
Er
4405;
Iw
6934;
Tr
11036.
– übertr.:
ouch wolde got sineme dienist man / siner arbeite lonan, /
sime turen knechte, / der dicke wole gerechte / truͦc die geistlichen wafen
Ägidius
1573.
– in Wendungen, die das gesamte Heer mit Rittern und Kriegsknechten
umfassen:
vf die ros, vf die phert, / herren vnde knechte, / zv
strite vnde zv fechte Herb
8733;
ez gin da an ein fechten / mit herren vnde mit knechten /
vnde mit den sarianten ebd.
11790.
9001;
er gebôt, daz man swuor / (ez wære rîter oder kneht) /
den herfride Eracl
2719.
– Lit.: W. H. Jackson, Zum Verhältnis von ritter und
kneht im 12. und 13. Jh., FS Stackmann, 1990, S. 19-35;
2HRG 2,1909-11 s.v. Knecht; Kochskämper, Frau u. Mann,
bes. S. 212-245.
MWB 3,1 389,48; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtchîn
stN.
Dimin. zu
knëht
, ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’ (s.a.
knabe
,
knebelîn
,
dëgenkint
, -kindelîn ):
worde iz ein knechtchin, so solde manz in tun zu Rumarsdorf, wordez abir ein
meidichin, so solde manz in tun zu Aldinborg, des ordins der da heizt
Premonstratenses unde haldin di regeln sente Augustins Köditz
53,1
MWB 3,1 392,56; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtelach
stN.
hier -lech; vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 51-55, bes. § S 53.
(abwertendes) Dimin. und Kollektivbildung zu
knëht
, ‘junge Männer, junge Burschen’
sô verwet daz sich, sô gilwet daz sîn gewant, sô hôhvertet daz mit wolsingen,
sô hôhvertet daz von nihte, wan ez diu üppikeit dar zuo bringet. dem volkelîn unde
den diernlech unde den knehtelech den vert daz herze alle zît gôlenzende, unde wirt
manic tûsent menschen von hôhverten verlorn PrBerth
1:83,24
MWB 3,1 392,63; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtelîn
stN.
auch knechtel (
Pass I/II (HSW)
34523;
HvNstAp
9629
).
Dimin. zu
knëht
1 zum Ausdruck des geringen Alters ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’
(s.a.
knëhtchîn
,
knabe
,
knebelîn
,
dëgenkint
, -kindelîn ) 2 zum Ausdruck der geringen Stellung, ‘Knecht, geringer Diener’
1
zum Ausdruck des geringen Alters ‘männliches Kind (im Ggs. zum weiblichen)’
(s.a.
knëhtchîn
,
knabe
,
knebelîn
,
dëgenkint
, -kindelîn ):
swaz knechtelîne wirt geborn, / den sî der tôt von ûch irkorn
NvJer
3871;
Pass I/II (HSW)
34523;
man seite mir für wâr, daz ein diernlîn von ahte jâren mit einem hin wec
gienge! dâ von sult ir [...] sie von einander legen diu
knehtelîn unde diernlîn, wan sie sint gar gezîte schalkeite vol
PrBerth
1:36,2;
RvEWh
5443;
EvBeh
Lc 2,23;
HvNstAp
9629;
LvRegFr
4770.
– in der umschreibenden übertr. von lat. filius Iudaea :
bistu der knechtelin ein / die min vater brachte rein /
gevangen von juden lant? [
tu es Danihel de filiis captivitatis Iudae Dn 5,13]
Daniel
4627
2
zum Ausdruck der geringen Stellung, ‘Knecht, geringer Diener’
vernula: chnehtelin Gl
3:428,6;
[ein gerufener Weiser ist verärgert, weil er seine Klugkeit mit einer
Frau messen soll:] welch ist des kuniges rat, / der also wise
meistere hat / durch ein dirn her gesamt, / sit unser knechtelin diz amt / wol hete
bracht zu dime lobe! Pass III
674,61;
ir lônet dem knehtelîn, daz den acker bûwet: dem gebet ir ein wênic güetelîns
PrBerth
1:358,9
MWB 3,1 393,9; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhten
swV.
‘sich zum knëht machen, sich wie ein Diener verhalten’
swa sich der herre knechtet, da herret sich der knecht Frl
5:68,1
MWB 3,1 393,35; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtheit
stF.
1 Befähigung als Kämpfer, ‘Mut und Kampfgeschick, Tapferkeit’
2 Glosse zu lat. clientela , ‘Gefolge, Gesinde’ (vgl. AWB 5,276)
1
Befähigung als Kämpfer, ‘Mut und Kampfgeschick, Tapferkeit’
nehain frum man sol niemer verzagen, / swâ er mit sînem
swerte / dehain sîn êre sol beherten. / selbe nesol er sih niht vor ruomen der
knehthait, / daz iz im dar nâh iht werde lait Kchr
4605;
da gewan der alte Dietrîch / ainen sun hêrlîch, / den kuonen
Dietmâren, / dem si alle grôzer knehthaite sît jâhen ebd.
13852;
di Baigere han ich selbe erchoren / ze vorderlicher
chnechthaite: / zwaincec tusent er laite. / mit ir scarphen swerten / sculen si den
sige an in erherten Rol
7793
2
Glosse zu lat. clientela, ‘Gefolge, Gesinde’ (vgl. AWB
5,276):
clientela: knetheit SummHeinr
2:18,348
MWB 3,1 393,38; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhthûs
stN.
‘Unterkunft für Dienende’
er trúget sich selber berlich, der den kúnig aller kúnge
wenet setzen in ein gemeines gasthus oder stossen in ein gesundertes knechthus. in
blozer abgescheidenheit aller kreature muͦz er sich halten, der den werden gast reht
wil enphahen Seuse
219,10
MWB 3,1 393,52; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtkint
stN.
‘Knappe, Page’
ich was hofgesint, / herr, von einem knehtkint / bî einem ritter
[von der Zeit des knehtkindes an]
Helbl
4,566
(vgl.
kint
stN. 1.2.1)
MWB 3,1 393,58; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtküchen
stF.
unklar, ob Syntagma.
‘Küche für die Knechte’ (Mhd. Gr. Wortb. § S 367, ohne Beleg)
MWB 3,1 393,62; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtlëben
stN.
hier: adelige Lebensweise ohne die Ritterwürde (dazu vgl. StrKD
4, ‘von zweier hande knehte’, mit zeitgenössischer
Diskussion des Themas; vgl.
knëht
2.1):
do sprach aber der erste kneht: / din rede ist chrumber denne
sleht, / daz du ritter leben druckest / und knecht leben chuckest. / ist er tumb,
der ritter wirt, / und ist er weis, der daz verbirt? StrKD
4,52
MWB 3,1 394,1; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtlich
Adj.
‘wie ein Diener, nach Art eines Dieners, Untergebenen’
die zwene knappen [...] sahen ire
knechte aldort / wol becleidet hine gan, / die vor des waren undertan / in nach
knechtlicher art Pass I/II (HSW)
27063;
wande sint ein leige brûder, der iârbûze tût, alle sunnetage
offenlîche vor deme volke sîne disciplîne entphâhen mûz unde mûz ouch an knehtlichen
werken dienen, sô ubersiet man alsô pheffenlicheme ordene daran,
[...]
StatDtOrd
88,35;
hie sullen wir merken, daz der beschoͮlicher geist sol ân sv̍nde sin, want
‘wer svndet, der ist ein kneht der svnden’[...]. der geist
sol oͮch zvͦ dem andern mal fri sin von begirde vnd sorge aller zitlicher dingen,
daz sint ioch des herten knechlichen dienstes RvBib
51,17;
Pass III
392,17;
TvKulm
771.
– zur Übers. von lat. timor servilis:
dev erst vnd dev niderist wurtz ditz pavmes ist der chnehtleich voricht. so
dev svndig sel got dannoch fürchtet als ein chneht seinen herren
MinnebaumG
456;
Seuse
182,10;
Brun
11266
MWB 3,1 394,9; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtlîche
Adv.
‘kämpferisch, wie ein guter Kämpfer, Ritter’
zehenen he den lîb nam, / [...], / die in slahen
wolden. / knehtlîche er sich werde. / mit dem gûten swerde / slûch her vaste unde
stach, / unze her dar nider lach En
7039;
dû [Judith] hâst uns gevristet bêdû gût unde lîp! /
[...] wande dû hâst sô chnehtlîchen getân, / daz
nemohte nîmêr vur brâht hân dechein man JJud
1743;
sanctus Iohannes hat getichtet, / swer knechtliche
ujchtet [d.i. vichtet
] , / daz er den tuvil an gesiget Litan
28
MWB 3,1 394,29; Bearbeiterin: Baumgarte
knëhtlîcheit
stF.
‘Knechtschaft (unter der Herrschaft irdischer Zwänge)’ (?):
daz vierde ist: alle knehtlicheit vellet im abe, als sanctus Paulus sprichet
unde nennet dise volkomenheit alle vier, dô er sprach ‘in Kristô enist weder wîp
noch man, weder Jude noch Krieche noch kneht noch frîer, sunder sie sint alle ein in
Kristô unde sint süne gotes.’ [Gal 3,28]
Eckh (Pf)
482,2.
482,7;
HvFritzlHl
55,8
MWB 3,1 394,40; Bearbeiterin: Baumgarte
knehts|phrüende
stF.
Unterhalt, der Untergebenen zusteht (?), vgl. DRW 7,1153 ohne Belegzitat
MWB 3,1 394,49; Bearbeiterin: Baumgarte
kneppelîn
stN.
→
knappelîn
MWB 3,1 394,51;
kneppischeit
stF.
‘Knappenschaft, Dasein als →
1knappe
’
manic gebûre sînes suon / in dem Noppenberge wart entwert, /
der wol sîn vater hiet genert / mit kæse machen manige frist, / hiet er der
kneppischeite list [Kunst, den Knappen zu spielen
(Glr.z.St.)] / under wegen gelâzen Ottok
26191.
26419
MWB 3,1 394,52; Bearbeiterin: Wemhöner
kneppischen
Adv.
‘wie ein Knappe, nach Art eines Knappen’
der tiuvel hât mir zuo brâht / mîner hûsgenôz sô vil! / für wâr ich daz
sprechen wil, / swie sie sich kneppischen hân, / den einen sach ich zacker gân / und
den andern rüeben graben. / die muoz ich hînt ze herren haben! Helbl
1,644.
3,103
MWB 3,1 394,59; Bearbeiterin: Wemhöner
knëtærinne
stF.
‘Kneterin, Bäckerin (?)’ (vgl. AWB 5,282 mit weiteren mhd. Belegen):
pistrix: kneterin SummHeinr
2:19,359.
1:286,243
MWB 3,1 395,1; Bearbeiterin: Wemhöner
knëten
stV. (V)
‘(jmdn./etw.) kneten, stoßen’ (meist mit den Händen):
pinso [...], premo id est cnito vel cnvson
SummHeinr
2:414,319.
2:132,54
1
‘kneten’
1.1
‘etw. kneten, (mit etw.) knetend vermengen’
1.2
‘etw. knetend formen’
2 mit den Füßen/ Knien ‘(herum-)stampfen, stoßen’
1
‘kneten’
1.1
‘etw. kneten, (mit etw.) knetend vermengen’
ain rind wol wetten [ins Joch spannen] / ain
taig wol knetten / ain vaden wol zwirnen Irregang (L)
82;
PrGeorg
29,6;
die jungfrauw [...] nam
rockenmel und knat das mit sußer milch Lanc
567,25;
Barth
138,13;
bilsen bleter gestossen unde mit polenta gekneten ist
guͦt vor iesliche swlst [Geschwulst] , als ein plaster
druf geleit Macer
57,4
u.ö.
– übertr.:
er nam vor dem beginne [seiner
geistlichen Laufbahn] / dî stucke gar zu sinne, / daran
ein geistlîch lebin stât, / und dî in sîme herzin knat / hin und her
betrachtinde NvJer
19039;
swen si [die Missgönner] den valsch
geknetent mit ir hende RvZw
151,7;
PrGeorg
30,16
1.2
‘etw. knetend formen’
diu bilde sîn, / diu er von erden letten / zesämen hât geknetten / in
bilde kleiner vogellîn WvRh
5815.
5773;
do hiez der kúnig das nieman me / dannen hin in gebe do
/ deweder hoi, paelle [Stroh] unde stro, / das si in
den lein [Lehm] do tetin / den si ze ziegel knetin
RvEWchr
9733.
9737
2
mit den Füßen/ Knien ‘(herum-)stampfen, stoßen’
mit iren knien si in knat / mit iren fuessen si in trat Zwickauer
(DVN)
H,183.
– mit Ersparung d. Obj.:
tôren arbeit mir behaget / als der mir ofte ein altez mêre saget, / und
als ob einer den virlei trete [tanzt] / und
[dabei] in einem tiefen horwe knete
Renner
18224
MWB 3,1 395,4; Bearbeiterin: Wemhöner
knëtstuol
stM.
hölzernes Gestell, auf dem bei der Teigherstellung der →
knëttroc
abgestellt wird, ‘Knetstuhl’, hier als Bestandteil von Personennamen
(vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 110):
ditze dinges sint gezivge [...], Chvͦnrat knetstvl
[...]
UrkCorp
1360,1.
1285,33
MWB 3,1 395,34; Bearbeiterin: Wemhöner
knëttroc
stM.
auch knëte-.
hölzerner Trog, in dem Teig geknetet wird, ‘Backmulde, Backtrog’
ascia: chnetetroc [La. chnetrôch
]
SummHeinr
2:180,01.87
MWB 3,1 395,40; Bearbeiterin: Wemhöner
knie
stN.
‘Knie’
1 allg. 1.1 vom Menschen 1.2 von Tieren 2 als Bezugspunkt in Maßangaben 3 in der Beschreibung besonderen Gedränges in Kampf und Turnier 4 in Wendungen 4.1 zum Ausdruck von Demutsbezeugungen und Gesten des Flehens (vgl.
kniewen
) 4.1.1
‘(vor jmdm./etw.) auf die Knie fallen, niederknien’
4.1.1.1
ane/ûf diu/ sîniu ~
4.1.1.2
sich ane/ûf diu/ sîniu ~ lân 4.1.1.3 ( vür/ zuo jmdm.) daʒ/ diu ~
4.1.1.4 Einzelnes 4.1.2
‘(vor jmdm./etw.) in kniender Position verharren, knien’
4.1.2.1
ane/ûf (den/ sînen) knien 4.1.2.2 (vor jmdm.) ûf einem ~ /ûf knien dienen 4.2 zur Umschreibung des Fallens 4.2.1
ûf diu ~ gân 4.2.2
ane/ûf diu ~ komen 4.2.3
ane diu/ sîniu ~ strûchen
1
allg.
1.1
vom Menschen:
dâ diu gelider auf ainander stôzent, sam in dem knie
BdN
386,7;
sô deheime menschen wê sî an dem chnie
Barth
140,6;
OvBaierl
164,10;
SummHeinr
1:133,244.
– erotisch konnotiert:
ich endackt ir ir rechtes beyn biß uber ir kny. sie
begunde ußermaßen sere weynen und wert sich Lanc
358,29.
610,28
1.2
von Tieren:
do sint gar schone wize rinder [...]; sy bygin
ouch ir kny wen man si burdit MarcoPolo
8,19;
in der provincien sint slangin groz [...]. dy han
czwey kny bi dem houpte unde lewin vuze unde eyn krumme klawe ebd.
33,19;
der wurm [...] heft sich zwischen
dem chnie und dem huf Albrant
1,24.
3,6;
daz der elephant in der jugent seiniu knie gepiegen müg,
aber in dem alter niht BdN
136,8
2
als Bezugspunkt in Maßangaben:
setze diu bein dar în [in den
Pflanzensud] unze an diu chnie Barth
147,6;
das wasser alle sampt hie / den rossen gie untz an di knie
HvNstAp
10931;
unz ûf sîn [des Pferdes] knie
reicht im diu man Wig
2401;
do hob die magit wolgetan / ir wat lossam / vaste ande kne /
sie nigedachte der zvcht nie Roth
2091;
Tr
6682.
– hyperbolisch in der Beschreibung blutiger Kampfszenen:
helede gûte / wûten in den blûte / vaste biz an di knî
SAlex
2147;
Rol
4151;
das veld ward pluetes also vol / das es den rossen an dy
knie / auff dem praitten velde gie HvNstAp
3803.
– in Rechtstexten (vgl. DRW 7,1154 mit weiteren, späteren Belegen):
der hak, der zwischen dien selben wingarten hin gat
[...], sol alse sin, swenne er nider gedrukket wirt
vnd nider gebunden, das er nit hoher slahen sol denne einem man vntz an sine
knie UrkCorp (WMU)
2389,29;
einen wekken, der alse lang si, das ern mvͤge setcen vffe sinen vvͦs vnde
oberhalb sime knie mvge ime selben abe sniden ein morgenbrot ebd.
N818,32
( →
kniebrôt
und →
knieleip
);
ez sol ouch dehein man deheinen ku̍rzern rock dragen, danne der fu̍r die
knye abe get SpeyrerP
60
3
in der Beschreibung besonderen Gedränges in Kampf und Turnier:
manic knie geswal / von hurte und von gedrenge
Wig
9015;
Heidin III
4330;
die vluht gen allen porten si heten, doch gedrenge / geriet. sie, wæn,
bekorten stoze vil, da von diu knie die lenge / wurden groz JTit
5009,2;
biz in die burc der buhurt gie. / des wart durchstôzen manic knie / in dem
grôzen gedrenge Mai
85,16;
die ritter [im Buhurt] wurden gar / hôch gemuot
dort unde hie. / des wart entrennet manic knie: / von hertem stôzen daz geschach
ebd.
7,24.
239,33;
Ottok
8141;
Parz
263,28;
Wh
78,27
4
in Wendungen
4.1
zum Ausdruck von Demutsbezeugungen und Gesten des Flehens (vgl.
kniewen
)
4.1.1
‘(vor jmdm./etw.) auf die Knie fallen, niederknien’
4.1.1.1
ane/ûf diu/ sîniu ~
:
–
vallen:
do gink zv
im [Jesus] ein mensche der viel vor im
an di chnye EvAug
40,16;
EnikFb
873;
er viel dicke an sîniu knie / mit zäherunden
ougen Eracl
5254;
Salomon der wise man / vroͤliche fúr den
alter gie / und viel dafúr ansinú knie RvEWchr
32812;
Loheng
3061;
sie vielen vür in ûf diu knie
RvEBarl
2847;
sant Peter viel uf sinú knú
Tauler
341,17;
RvEBarl
13204
u.ö.;
do sú das kint gesachent, / und vielent all
uf irú knie WernhMl
4253.
13648;
Wig
7197;
Lanc
280,6.
243,21
u.ö.
–
~ im Sg.:
do er gesach das
kindelin [Jesus] , / wol bekant er den
herren sin / und viel nider uf sin knie WernhMl
5355.
– selten (nider) kniewen:
mit zwelf vanen er daz lant enphie / und kniet
nider ûf diu knie EnikFb
878;
do chniet er auf sineu chnie und bat unsern
herren daz er ins vergæb PrOberalt
20,2
(=
Konr
2 O,32
)
4.1.1.2
sich ane/ûf diu/ sîniu ~ lân:
hiemite sich daz volc lie / gein unserme herren an die knie
Pass III
663,6;
der junge vürst(e) sich dô lie / vür den künig ûf diu knie
Bussard
290;
Jôsaphât sich dô lie / bî dem grabe ûf sîniu knie
RvEBarl
15674.
12336
4.1.1.3
(vür/ zuo jmdm.) daʒ/ diu ~
:
–
biegen:
sî begunden biegen / houbet, herze unde chnie
KvFuss
1271;
grâven, frîen, herzogen / habent mir ir knie
gebogen KvWWelt
208;
StrKD
37,38;
ich búge minú knú zuͦ dem vatter unsers
herren Jhesu Christi Tauler
364,18.
–
~ als Subj.:
dir sich biegent älliu knie / ze himel und ûf
der erde hie RvEBarl
25;
im dienent alle zu aller frist, / sich mußent
bigen alle knie HvNstGZ
1999.
4743;
KvHeimHinv
1169;
Seuse
395,5.
– bildl.:
des biuge ich mînes herzen knie / vür got
RvEBarl
6119.
7433;
RvEGer
1015;
NvJer
60;
nu spricht S. Paulus: ‘ich búge minú knú’
und meinde die innewendigen knú, nút die uswendigen
Tauler
365,15.
–
böugen:
unde alle diner dy boygin das kny MarcoPolo
22,14;
si böugent vür ime al ir kniͤn
MarlbRh
38,26;
EvAug
78,23.
–
brouchen (‘biegen’):
ich broͮche miniv chnie zoͮ gote
Spec
135,30
4.1.1.4
Einzelnes:
mit der rede chusten sie / dem herren hende unde
chnie, / dar zuo genuoge weinten KvHeimUrst
1376;
chnie werdent chrumpent [interl. zu genu
curvantur
]
PsM
H 31,4
4.1.2
‘(vor jmdm./etw.) in kniender Position verharren, knien’
4.1.2.1
ane/ûf (den/ sînen) knien:
–
ligen:
Eraclîus an sînen knien lac / die naht gar
unz an den tac Eracl
4919;
Elsam von Prâbant diu pflac, swenn sie durch gebet an blôzen
kniewen lac, / daz sie ein schellen got ze êren haete
Loheng
302;
mit allen zuchten er gelac / vor dem swerte
uffen knien Pass I/II (HSW)
38197;
vor dem crucz lag ein geistlich man off syn
knyen und betete Lanc
192,17.
416,18.
–
stân:
Thiederich gezoginliche stont / uor ime an den
knien Roth
917;
die andern stuonden ûf ir chnie / mit armen ûf
gerahten KvHeimUrst
1588.
1528;
Iw
5158;
VatGeb
135
4.1.2.2
(vor jmdm.) ûf einem ~ /ûf knien dienen:
auch hant ir und uwer knappen dick vor im
gedienet off uwern knyen Lanc
496,6;
wann wer den luten dienen sol, / uf einem knie beschiht daz wol
Facetus
96
4.2
zur Umschreibung des Fallens
4.2.1
ûf diu ~ gân:
Îdêrs Êrecken sluoc / ûf den helm, daz er gie / von dem slage ûf diu
knie Er
849
4.2.2
ane/ûf diu ~ komen:
sîn slac sich sus gezôch, / daz Parzivâl kom ûf diu
knie Parz
740,25;
er sluoc in daz er an diu knie / kom vor vrouwen
Japhîten Wig
7549;
UvZLanz
2075
4.2.3
ane diu/ sîniu ~ strûchen:
daz [Pferd] strûchte vaste
unz an diu knie, / alsô daz ich den zoum verlie Iw
3669;
NibB
1560,3
MWB 3,1 395,43; Bearbeiterin: Wemhöner
knieâder
F.
Ader, Sehne unter dem Knie? (vgl. EWA 5,643):
varix: kniadere GlAnzfWK
41,23
MWB 3,1 397,40; Bearbeiterin: Wemhöner
kniebein
stN.
‘Unterschenkel’
crus: chniebain Gl
3:439,47
MWB 3,1 397,42; Bearbeiterin: Wemhöner |