Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kluternisse - knebel    


kluternisse stF. ‘Fleck, Makel’ der sunder sal des hoffen / daz er [der hl. Geist] czu hant guzze drin / der genadin wider schin, / der gar alle vinsternis / und aller sunde cluternis / dan uz der sele triebet / und si mit tugnt durch schribet TvKulm 5570. – ‘Täuschung’ oder ‘überflüssige Erwägungen’ aber wer an alle crye / wil besen wer Jesus sye / [...] / gar an alle cluternis / mit dem wissagen er sicze / einsam in guter wicze / und czy sich von den luͦten / und von der werlde truten! TvKulm 2884

MWB 3,1 384,17; Bearbeiter: Diehl

kluterspil stN. ‘Täuschung, Gaukelei’ als ouch der tuvel gesach, / wie er also nicht erwarb / und im sin wille verdarb, / do was im harte leide / und erdachte anderweide / ein kluterspil mit dem er quam. / eine forme er an sich nam / als ir man Pass III 322,93. 323,80

MWB 3,1 384,28; Bearbeiter: Diehl

kluterwort stN. oder kliuter- (?; vgl. Anm.z.St. Lexer 1,1641 und kliuter ). unklar, ob ‘Schmeichelwort, unernsthaftes Gerede’ oder ‘üble Nachrede’ daz der guote mensch alle zît sî in einem güetlîchem ernste, [...]. dâ mite enpfliuhet er vil schaden an verlâzenheit, an îteler vreude, an kliuterworten [Laa. klùtter-, chlvͦter-, chluhter- ] , an spotte, an müeziger rede, an unnützen mæren, an urteilen, an kivelworten unde an andern sachen DvASchr 318,4

MWB 3,1 384,34; Bearbeiter: Diehl

klutter stM. klûter

MWB 3,1 384,44;

klutterât stF. kluterât

MWB 3,1 384,45;

klûwen stN. kliuwe

MWB 3,1 384,46;

knabærinne stF. ‘Frau, die sich mit jungen Männern einlässt’ ain schön vnfürig wip / dü mangen stoltzen rainen lib / beckränckte mit ir minne / [...] / dü mezzerly ze lon / nam sy von ir min [d.i. minne ] / susz tett dü knaberin LS 168 24

MWB 3,1 384,47; Bearbeiter: Diehl

knabatze swM. ‘junger Mann’ (vgl. zu Wortbildung und Sache DWB 5,1310 mit Belegen ab dem 15. Jh.); unklar, ob hierher, da nur als Personenname belegt: [in einer Zeugenliste] Mecelin, Knapatz officiati curiae UrkMeissen 2,72 (a. 1206)

MWB 3,1 384,52; Bearbeiter: Diehl

knabe swM. md. auch knave (z.B. NvJer ). ‘Knabe, junger Mann’ (in verschiedenen Positionen (vgl. v.a. 2.3.2 , 2.4 ) offen zu → 1knappe ) 1 ‘Junge’ (noch nicht volljährig, i.d.R. unter 14/15 Jahren)
2 ‘Jüngling, junger Mann’
2.1 allg.
2.2 mit der Konnotation der (jugendlichen) Unbesonnenheit und Wildheit
2.3 unter rechtl. Gesichtspunkten
2.3.1 unverheiratet ‘Junggeselle’
2.3.2 junger Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. z.B. dienestknabe , hoveknabe , küchenknabe , lêreknabe , lërnknabe )
2.4 junger Adeliger, der an einem Hof dient (vgl. edelknappe ), aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer
   1 ‘Junge’ (noch nicht volljährig, i.d.R. unter 14/15 Jahren): si hôrte dâr inne [im Körbchen] weinen / einen wênigen chnaben [Moses] Exod 241; do ez kam zuo dem fünften jâre, / dô wart er ein sô hübscher knabe. / man begunde in die buochstabe / wîsen unde lêren Eracl 397; nu erwachten ouch diu kindelîn, / Kardeiz unt Loherangrîn: / [...]. / Kyôt der zühte rîche / bat die knaben dannen tragn Parz 801,21; wan ich der jâre bin ein knabe / und ich der witze niht enhabe, / daz ich gescheiden müge den strît KvWTroj 1791; wan Ruͤdiger der vorgenande knabe noch ze sinen tagen nicht komen ist, als vorgeschriben stat UrkZürich 11,295 (a. 1331); UrkCorp (WMU) N784,11    2 ‘Jüngling, junger Mann’    2.1 allg.: mit heiliclichin dingen / loste man dú eltesten kint, / dú noh knaben genennet sint / und wahsen solten ze man RvEWchr 10699; ie der man nem in den muot sîne frouwen schœne, / ie der diernen wirt ein knabe, alsust ein jungelinc KLD:UvW Leich 3,114    2.2 mit der Konnotation der (jugendlichen) Unbesonnenheit und Wildheit: in der dörper dicke [Gedränge] / weiz ich ninder zwêne vor, / die mit ebenhiuze [im Wettstreit] / sich zuo zin gelîchen. / inder zwêne knaben Neidh WL 33:5,7; als ein tœrehter knabe / loufet für des küneges tisch HBirne 156. 204; dort ûze hielt ein strenger knabe, / der gerte tjoste reht als ê Parz 290,6. 736,25. – unter diesem Aspekt auch auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der gesellschaftl. Ordnung stehende Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’ [der Löwe] zart im cleit unde brât [Fleisch] / als lanc sô der rücke gât / von den ahseln her abe, / unz daz der michel knabe [der Riese] / als ein ohse erluote Iw 5056; dô der ungevüege knabe [vgl. der rise (V. 5525)] / begunde sîgen [sinken] ûf diu knie Er 5553; im dientte och besunder / starker ryssen wunder, / uss den er vier zechen koss, / die alle schwertt und stangen gross / mitt manhaitt kunden füren. / wenn die knaben rüren / da mit wolten in nott, / der was endlichen tod GTroj 5762; doch was der werde Cyprian / gegen dem ungestalten Kolkan / verr mer gevëre / denn er dem wilde wëre, / dem vil ungenemen knaben [vgl. dreyssig jar alt (V. 4474)] HvNstAp 4599; er kerte zu dem möre / und slug im ains an das ore, / [...] / da pat in der schwartze knabe / das er in liesse leben ebd. 19505; Appolonius zehant / nam im den brieff ab, / Albedacus der alte knab [vgl. der greyse (V. 4845)] / floch von dannen drate ebd. 7046; er [Simon Magus (vgl. Apc 8,9ff.)] hat den sin dar an gewant, / daz er si ein tuvels knabe Pass I/II (HSW) 20591    2.3 unter rechtl. Gesichtspunkten    2.3.1 unverheiratet ‘Junggeselle’ swenne der jungelinc ze vierzehen jâren komen ist, sô nimet er wol êlîch wîp âne sines vater willen. [...], alsô ob si ir vleisch ze ein ander habent gemischet, beidiu der knabe und diu juncvrauwe; und ist des niht geschehen, sô mac man si sundern SpdtL 122,10; vnde wanne wir vnser tochter dem selben cnaben zuͦ legen UrkCorp (WMU) 3381,18    2.3.2 junger Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. z.B. dienestknabe , hoveknabe , küchenknabe , lêreknabe , lërnknabe ): sîn bovel man dort vor [beim Einzug in die Stadt] ersach: / garzûne, koche unde ir knaben / heten sich hin für erhaben Parz 18,23; sîne gesellen und die knaben / die man zer küchen ouch bedarf Wig 8862; der meister, der zukt daz brot her ab. / nu sage furbaz, lieber knab! / dine mere, die sint gut StrKD 58,II 250; ouch ist zu wissende, welre knabe [als Lehrling] huszgenosse werden wil, wer dann das gelt darwürffet für den münszmeister, der sol ouch geben [...] die fünff pfunt eime örtermeister DRW 7,1131 (StraßbMünzg.; um 1330); welich meister einen knaben oder einen knecht daz antwerg lerte UrkStVerf 412 (a. 1352)    2.4 junger Adeliger, der an einem Hof dient (vgl. edelknappe ), aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer: sus wart bevolhen dâ der knabe. / [...] / der fürste fuorte den knappen widr Parz 345,12. 138,9; nu was durch hovezuht gesant / ein werder juncherre dar, / [...] / sîn vater was von Swâben / herzoge vil gewaltec, / [...] / der selbe knabe reine / des tages dâ ze hove gie KvWHvK 60 u.ö.; Wig 1602; der grêve von dem Berge vil / knabin edler slachte / zu ritteren dâ machte NvJer 24698; tûsent erwelde rittêre gût, / manich tûr edel knabe mit in Kreuzf 6399; einer sîner juncherren dâ / im fûrte ein swêre lanzen nâ, / von Ebenleiben, [...], / Albert mit namen, ein edel knabe ebd. 4094; dô kom ritter unde knab / unde viengen di alten zehant EnikWchr 17016; vünfzehen knaben er gewan, / [...] / iegelîches harnasch was guot, / ein panzier und ein îsenhuot / und ein kiule wol beslagen Er 2344 (vgl. zur Sache kipper ); er sante [...] / darzû von brûdren unde knaven [ multis fratribus et armigeris ] / kegn Lîflant ein michil her NvJer 21021; da wart ein michel gedranch / zwisschen den heiden unt den christen. / mit vil ritterlichen listen / bewarten sich die gotes knaben [christl. Kämpfer] StrKarl (S) 5453

MWB 3,1 384,57; Bearbeiter: Diehl

knabelich Adj. ‘im Knabenalter stehend, knabenhaft’ daz was sîn [Jesu] chintheit in der ime die engele dienôten [...] unde dc er die apgot zirstôrte in Egypto, unde sîn chnabelic iugint, dô er betin fvͦr ze Ierusalem TrudHL 24,24

MWB 3,1 386,34; Bearbeiter: Diehl

knaben V. hier nur Part.-Adj. ‘das Knaben-, Knappenalter erreichen’ der [Feirefiz] was noch kleine knabende do hie der strit vol turte, / den werdicheit was habende uf ditz lop. man jach, daz er verschurte / in sturme ritter sam daz loup der hagele JTit 4313,1

MWB 3,1 386,39; Bearbeiter: Diehl

knabenwât stF. ‘Kleidung für Knaben, Pagen am Hof’ si legten frischiu kleider an / sô guot daz nieman kunde hân / bezzer knabenwæte niht Bit 3249

MWB 3,1 386,45; Bearbeiter: Diehl

knaffen swV. ‘knausern, geizen’ en [reichen Kirchenleuten] en kunde neit gehelpen ir knaeffen, / ich en stelen mit mynen lysten, / so we starck sint ere kysten / off ouch ir sloss so vast Karlmeinet 381,29

MWB 3,1 386,49; Bearbeiter: Diehl

knagen stV. nagen

MWB 3,1 386,54;

1knappe swM. auch knape, knap, Gemination und Verhärtung aus knabe (2 5Mhd. Gr. § L 67 und 98). (in verschiedenen Positionen offen zu → knabe ) 1 ‘Jüngling, junger Mann’
2 junger Adeliger, der an einem Hof dient (u.a. Verantwortung für Pferd, Schild, Waffen seines Herrn trägt, vgl. edelknappe , lêreknappe ); aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer (vgl. îsenknappe , spërknappe , reiseknappe oder schiltknëht ), ‘Knappe’
3 (junger) Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. loderknappe , bërcknappe )
4 Einzelnes
4.1 auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der gesellschaftl. Ordnung stehende Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’
4.2 bezogen auf den Läufer beim Schachspiel
   1 ‘Jüngling, junger Mann’ adolescentia ist ein alter des mennisken. inzuisken dere chindiske. unde dere stercheren iungede. daz ist so dem chnappen der bart aller erist beginnit springen PsWindb 118,9(Randgl.); der engel fuͦr hin vmbe / von gotes ordenunge / [...] / in eines knappen bilde Wernh A 636; swen sîn ougen sâhen, / so er dem begunde nâhen, / den gruozte der knappe guoter [ unser tœrscher knabe V. 138,9 ] Parz 138,7; dô sînem vater wart erkant / sîn kunft, dô lief der herre / gên sînem sune verre. / dem knappen wart dô niuwe / diu väterlîche triuwe RvEBarl 4283; SHort 2049; wan dar kumt sô / manig stolziu dirn und knappe, des man dô / wirt frô SM:Had 24: 1,10; daz ist ein hübesch knappe, der weibel SM:Go 2: 3,1    2 junger Adeliger, der an einem Hof dient (u.a. Verantwortung für Pferd, Schild, Waffen seines Herrn trägt, vgl. edelknappe , lêreknappe ); aber auch bezogen auf einfache bewaffnete Kämpfer (vgl. îsenknappe , spërknappe , reiseknappe oder schiltknëht ), ‘Knappe’ die knappen brâhten im balde / ors, harnasch unde sper Wig 1824. 8643; Lanc 327,28; Athis B 19; Parz 19,5; UvZLanz 2770; der gewin was ouch niht kleine, / den sîne knappen nâmen, / sô die ritter nider kâmen, / die ir herre von den rossen stach ebd. 3059; der ritter reit synen weg und der knapp den synen und syn knecht mit im Lanc 143,6; da nam sie mit ir funff knappen und als mengen garzun ebd. 50,24; TürlArabel *R 27,9; junchêrren und die knappen sîn / bevalch er der künegîn Parz 106,27; Lanc 91,14; Gahmuret sprach ave sân / "sehzehen knappen ich hân, / der sehse von îser sint. / dar zuo gebt mir vier kint, / mit guoter zuht, von hôher art Parz 8,2. ein knappe ist hie gesinde, / der sol schiere nemen swert / [...], / wan er kan kunst genuoge / und erkennet manege vuoge / und manege höfschlîchiu dinc Tr 3914; diu hôchzît wart vil lobelîch / dâ der knappe nam daz swert. / er was wol rîterschefte wert Wig 1628; darumb han wir yn bißherre knapp geheißen, wann er nye keyn schwert umbgegurt Lanc 146,35. 129,7. daz knappe nie von höfscheit / und von edeles herzen art / baz noch schôner gedelt wart Tr 2262; sus reit er vür daz bürgetor; / dâ stuonden edel knappen vor, / rîter unde knehte Wig 681; hvndert edel knappen, die swert / enphahen TürlArabel F 476. – nicht klar zu trennen von 3: der truhsæze wart harte frô. / einem knappen rief er dô, / der alles sînes guotes phlac Eracl 828; ein ander knappe treit / dar für tischlachen unde brôt Parz 550,2    3 (junger) Mann in dienender Stellung, Bediensteter (vgl. loderknappe , bërcknappe ): ich gie / und hiez gewinnen von der stat / knappen, schrôter [Schneider] , die ich bat / dem herren snîden guotiu kleit RvEGer 4150; zu der stunt da kam von innen aldar ein ebtißinne und zwo nuͦnnen mit ir und ein kappelan und ein converse und zwen knappen Lanc 14,35; der siechmaister [...] schol auch dem apt dyenen als ein ander chnapp mit allen den diensten der man an in muetet UrkObAltaich 166 (a. 1325); das keyner nicht sal wirken by lichte; welchir das bricht, do sal der herre gebin eyne margk vnde iczlich knappe eyne marg UrkSchles 8,18 (a. 1335); di maister nimmer kain saczunge schullen habn an der knapen wille DRW 7,1134 (BudweisUB; a. 1351)    4 Einzelnes    4.1 auf Riesen, Monster und andere, außerhalb der gesellschaftl. Ordnung stehende Personen bezogen ‘Kerl, Bursche’ do san sie indeme melme gan / einin wnderlichen man / den ne mochte niehein ros getragen / der duchte sie ein selzene knape / der troch eine staline stangin Roth 655    4.2 bezogen auf den Läufer beim Schachspiel: ein meister glîchet dise werlt eime schâfzabele; dâ stân ûffe kunige unde kuniginnen und rittere und knappen und venden HvFritzlHl 164,2. – Lit.: Lutz Fenske, Der Knappe: Erziehung und Funktion, in: J. Fleckenstein (Hg.), Curialitas. Studien zu Grundfragen der höfisch-ritterlichen Kultur, Göttingen 1990, S. 55-127.

MWB 3,1 386,55; Bearbeiter: Diehl

2knappe swM. Bed. unklar, evtl. ‘schlechter, drückender Schuh’ (vgl. Glr.z.St.) oder ‘Knaben-/  Knappenschuh’ (vgl. knappeschuoch und Irsigler, Wirtschaftl. Stellung, S. 226ff.): hie konde schoin machen ind knappen, / hie konde sy solen ind lappen [flicken] HagenChr (G) 3801

MWB 3,1 388,11; Bearbeiter: Diehl

knappelich Adj. ‘nach Art des Knappen’ ûf den hof der knappe reit. / die höfschen prüeveten sîniu kleit / wol nâch knappelîchen siten Parz 648,5

MWB 3,1 388,17; Bearbeiter: Diehl

knappelîn, kneppelîn stN. auch knafelin. Dimin. zu 1knappe , ‘junger, kindlicher Knappe’ allez daz hofgesint, / ritter unde kint, / kneppelîn und juncherren Ottok 35800; ain sin gefuͤges knaͤppelin, / das mit der kinthate sin / im genuͦg gefuͤge was RvEWh 8861; nu hôret vremede mêre / van einer maget hêre / ind er gelîch ein knapelîn [La. knafelin ] , / de von zwelf jâren mohten sîn Crane 2069; Vrian, gudes kneppelin, / lauf balde zuͦ dem herren din PassSpM 1027

MWB 3,1 388,20; Bearbeiter: Diehl

knappenphenninc stM. ‘Abgabe an verschiedenen Rheinzollstätten’ volumus etiam eandem ecclesiam ab illa consuetudine et denariis qui vulgariter chnappen phfeninge vocantur, omnimodis esse liberam et solutam UrkEberb 2,161 (a. 1265) u.ö.; nos Heinricus [...] gratiam [...] facimus [...] ut naves [...] sine thelonei ac denariorum, qui vulgariter knappenpenninge dicuntur, exactione libere [...] transvehantur DRW 7,1136 (WiesbadenStArch.; a. 1332)

MWB 3,1 388,30; Bearbeiter: Diehl

knappenrëht stN. ‘Abgabe eines (zuwandernden oder neuen) Knappen an seine Zunft’ (vgl. DRW 7,1136f. mit jüngeren Belegen): sowe oych van inbuyssen Kolne kuͦympt zuͦ Kolne ze wonin inde ir ampt uͦven, wirken inde verkoyffen wilt, de sal die broderschaf winnen umbe zwa m. desselven payments [...]; inde zuͦ knapenreychte, wie sij dat under [...] in haldent, umbe eyne m. UrkKölnZunft 1:95,8 (a. 1327)

MWB 3,1 388,40; Bearbeiter: Diehl

knappeschaft stF. Verhalten von Knappen (hier negativ, vgl. kneppischeit ): ê daz die knappen wider als ê / ze knehten werden, sô wirt ir wol tûsent oder mê / bestümbelt unt erhangen: daz gît man knappen umb ir knappeschaft. / ich meine der edeln knehte niht, / ich meine, die man stelen, rouben unde brennen siht RvZw 139,3

MWB 3,1 388,49; Bearbeiter: Diehl

knappeschuoch (?) stM. oder kneppe-. als Bestandteil von Personennamen; unklar, ob die Bildung auf den Träger der Schuhe (‘Knaben-/Knappenschuh’, vgl. DWB 5,1325 und SchweizId 8,475) oder den Produktionsprozess (zu knîfen) abzielt (vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez. S. 473, vgl. auch 2knappe ): Godeman Kneppescho UrkCorp N372,5

MWB 3,1 388,56; Bearbeiter: Diehl

knarpelen swV. ‘knirschen, knarzen’ (hier mit den Zähnen): swer di selbin wurme hat, der knarpilt mit den zenen in dem slafe, vnde allir meist so he vil hat gezzin SalArz 52,23

MWB 3,1 389,1; Bearbeiterin: Baumgarte

knarren swV. 1 ‘knarren’
2 ‘knurren’ (eines Hundes)
   1 ‘knarren’ under des knarrete ein bret / an einer want dâ vüre, / des getrat zuo der türe / diu stolze wirtinne RvMunre 468    2 ‘knurren’ (eines Hundes): dâ beiz er [der Hund] în mit grimme / in grêzlîchir stimme / vast allumme gnarrinde / und doch dî wîle zarrinde / des vleischis von dem lîbe gnûc NvJer 18472

MWB 3,1 389,5; Bearbeiterin: Baumgarte

knebel stM. 1 ‘Querholz’ , hier wohl zum Fixieren einer Fesselung (s.a. FWB 8,1184; DRW 7,1140; DWB 5,1374-77)
2 Glosse zu lat. columbar , ‘Halsfessel’ , Teil des Geschirrs von Zugtieren ‘Kummet’ (vgl. MlatWB 2,894f. und AWB 5,271 mit weiteren Belegen)
   1 ‘Querholz’, hier wohl zum Fixieren einer Fesselung (s.a. FWB 8,1184; DRW 7,1140; DWB 5,1374-77): wil he unschuldig werdin [will ein der Wilderei Verdächtiger seine Unschuld beweisen] , so sol man im binden sine hende zu hauf und sal ime einen henen [ hegenîn?] knebel zuschen sine beinen und sinen armen durch stoszin, und sol in werfin in eine meischebodin von dren fudir wassirs WeistGr 6,397 (a. 1338) (= GrimmRA 2,584 )    2 Glosse zu lat. columbar, ‘Halsfessel’, Teil des Geschirrs von Zugtieren ‘Kummet’ (vgl. MlatWB 2,894f. und AWB 5,271 mit weiteren Belegen): SummHeinr 2:216,149. 1:355,124. 2:95,224

MWB 3,1 389,12; Bearbeiterin: Baumgarte