Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kleckel - kleiderlîn    


kleckel, klechel stM. ‘Klöppel, Glockenschwengel’ zwo glocken waren druz gedræt mit kunste, / di cleckel drin von golde, / der richeit zeiner vollekomen gunste JTit 434,4; der ein in die glocken sach / und sach, daz ein nâter lanc / sich an den klechel swanc; / dâ von muost diu glock klingen EnikWchr 26456. 26467; Ottok 66580. 66584. – bildl.: dins mundes klechel stürmet sere uf iren schaden Frl 5:119G,7

MWB 3,1 326,40; Bearbeiter: Richter

klecken swV. auch klechen, klæchen. Prät. auch klackte. 1 ‘knallen, krachen’ (s.a. krecken )
2 ‘(Schlamm-)Kleckse machen’ oder ‘(knallend, klatschend) schlagen’ (?)
3 ‘Aufmerksamkeit erregen’ , ‘ein bestimmtes Maß/  Ergebnis erreichen’
4 ‘jmdm. genügen, ausreichen’
5 in umgekehrter Perspektive zu 4 ‘Genüge haben, gedeihen (an etw.)’
   1 ‘knallen, krachen’ (s.a. krecken ): do wrden donre groze / mit manegem grozen doze / kleckende und schellende, / chrachende und hellende RvEWchr 11558. – subst.: von dem grimmen klecken der egstlichen [schrecklichen] hamerschlege Seuse 545,15    2 ‘(Schlamm-)Kleckse machen’ oder ‘(knallend, klatschend) schlagen’ (?): dô wart sî [die Angegriffene] ouch in zorne heiz / und allumme taste / unde schutte vaste / des mottis [Schlamm] dem vorschertin tôrn / in munt, in nase und in ôrn / und ûf [adv., oder l. ûf in ] sô lange clekte, / unz sî in gar vorstekte [erstickte] NvJer 14781    3 ‘Aufmerksamkeit erregen’, ‘ein bestimmtes Maß/  Ergebnis erreichen’ so vil suozer er smacte, / daz dawider unhohe [(zu) wenig] chlacte / aller edelen würce smac [er (der Leichnam) roch so lieblich, dass alle edlen Wohlgerüche dahinter zurückblieben] Serv 2220    4 ‘jmdm. genügen, ausreichen’ dir enclec och nit das das du armen luͥten gist din guͦt durch goͮt PrSchw 1,88; zwayger hundert phenninge wert brôtez klechent in niht. dc iegelichem ain wenich werde ebd. 2,107. 2,13; der wein manigem chlechet / das er zu hant entekchet / sein laster und sein schande HvBurg 233    5 in umgekehrter Perspektive zu 4 ‘Genüge haben, gedeihen (an etw.)’ got nu selber nam [Marias Mutterbrust] / fúr alles das er ie gewan, / und sú mit wirdi prisen kan, / wahsen, klæchen wolt dar an WernhMl 1054

MWB 3,1 326,49; Bearbeiter: Richter

kleffærinne stF. klaffærinne

MWB 3,1 327,15;

kleffel stM. klepfel

MWB 3,1 327,16;

kleffelen swV. ‘klappern’ beide schüsseln und leffeln / hoͤrt man wenig bi mir kleffeln / so selten umbe minen hert KgvOdenw 13,22

MWB 3,1 327,17; Bearbeiter: Richter

kleffen swV. klaffen

MWB 3,1 327,20;

kleffic, kleftic Adj. auch klaffic. ‘geschwätzig’ dv bist Agathon der klaffige hinder reder [Verleumder] VitasPatr 322,26; nút gæche, nút klæffig, nút balt, nút los, / nút hinderredig, nút verlogen WernhMl 5900; wes augen groß sind, die sind träg, [...] dem si hoch sind unnd weit offenn, der ist ain unkeüscher mensch und kläfftig HvHürnh 46,14; man chlafiger [interl. zu vir linguosus ] PsM 139,12; BrAlt 7; Bihteb 32. 40; BdN 51,34

MWB 3,1 327,21; Bearbeiter: Richter

kleffisch Adj. auch clefs ( Pass I/II (HSW) 22999 ). ‘geschwätzig’ (s.a. kleppisch ): we und we dem herzen, / daz eine clefsche zunge hat, / [...] ! / di zunge im selden nider lit, / des ist daz herze sunder ru Pass I/II (HSW) 10811 u.ö.; Vät 23351; diern und knehte unnütze sint, / kleffisch und freidic [trotzig, übermütig] sint nu diu kint Renner 6204; der cleffesche man wirt nit berichtet off der erden BrEb 7; HlReg 54,33; Hiob 4065; garrulus haizt ain heher, und ist ze latein als vil gesprochen als ain klaffer, sam Isidorus spricht, wan er ist kläffischer dan kain ander vogel und hât ain unmæzig stimm BdN 199,9

MWB 3,1 327,30; Bearbeiter: Richter

klefse F. kafse

MWB 3,1 327,43;

klefte stN. ‘leeres Geschwätz’ swer da cechirchen wil stan / und læt sin herce unmuze han / mit werltlichem geschæfte, / so ist daz gebet ein chlæfte StrKD 105,20; sie irrents ir geschefte / mit unnützem klefte Helbl 2,1390

MWB 3,1 327,44; Bearbeiter: Richter

kleftic Adj. kleffic

MWB 3,1 327,49;

klegede stF. ‘Klage’ (vgl. klage ) 1 ‘Wehklage, Äußerung von Leid’
2 rechtl. ‘Beschwerde, (An-)klage’
   1 ‘Wehklage, Äußerung von Leid’ sú clagent michel clegede: / kumber ist in gangen in die hant VirgH 535,10; ê man beginne suochen in mit lasterlicher clegde KvWLd 32,342    2 rechtl. ‘Beschwerde, (An-)klage’ spart er die clage iar vnd tag, die clegide sol man danach nvmme hoͤren UrkCorp (WMU) N238A,15; uwer burgere [...] haben uns verchundiget und gesagt, daz sie vor eu von etzlichen iuden beclagt sin [...], als die iuden ir clegede vor uch bracht han UrkMühlh 487 (a. 1346); UrkBern 5,822 (a. 1331)

MWB 3,1 327,50; Bearbeiter: Richter

klegel stM. ‘Kläger’ (vgl. klagære 2): da nah sol der schultheize mit zweîn der vier vnde zweinzigon mit rehtîr urteilde ze hûs vnde zu houe gan vnd sol mit sinem gvͦt, ob er ût vindit, dem klægil geltin da UrkCorp (WMU) 248B,22

MWB 3,1 327,62; Bearbeiter: Richter

klegelich Adj., Adv. klagelich

MWB 3,1 328,3;

klegerse F. ‘Klägerin’ is eyn man doit bleven ind is syn wijff cleigerse, so spricht der vurspreecher UrkKöln (St) 1:577,20a (14. Jh., kopial) = UrkKöln 1,181

MWB 3,1 328,4; Bearbeiter: Richter

klêgrüene Adj. ‘grün wie Klee’ klêgrüene was ir van, / von einem samît rîche Bit 9802

MWB 3,1 328,8; Bearbeiter: Richter

kleibasche (?) swSubst. Ansatz und Bed. unklar, wohl eine breiartige Speise (vgl. Anm.z.St.): si ezzent [in der Wetterau] kleybaschen / und gênt umb naschen / und leckent daz koch [Gekochte] ab der want [Wand eines Gefäßes] EnikWchr 27429

MWB 3,1 328,10; Bearbeiter: Richter

kleiben swV. Part.Prät. auch ohne ge- ( UrkCorp (WMU) N79,39 ). 1 intr. ‘(zusammen)kleben’
2 ‘etw./sich (an etw.) kleben, schmieren, anbringen’ (mit ane/  in ; s.a. klëben und klîben )
2.1 tr.
2.2 refl.
2.3 Part.Prät./ Part.-Adj.
   1 intr. ‘(zusammen)kleben’ swanne im in der zit der munt / cleibete unde in der durst twanc, / so satzete er ie vor sich den tranc Vät 15557    2 ‘etw./sich (an etw.) kleben, schmieren, anbringen’ (mit ane/  in; s.a. klëben und klîben )    2.1 tr.: [die Weißgerber] habent daz reht gen den laederern, daz si kain lo an diu vael klaiben suln, noh kain vael an daz ander heften [...], man sule si besunder lazzen StRAugsb 44,18. 72,7; gekleibet und gevelzet / wart in sîn [des Herkules] verch diu veige wât [das Nessoshemd voller Gift] / und în gedrücket dur daz brât / biz ûf daz bein ze grunde KvWTroj 38436; wâ man den aschen hin klaibt, der auz dem unk geprant wirt, dâ mag kain spinn ir netz geweben BdN 264,20    2.2 refl.: daz sunt ir wizen, daz div súnde sich klaibit an die sele, daz si von der súnde ir schoͮni virliuret PrGeorg (Sch) 32,12; vier ketten, die mit flize zuo den ankern warn geworht, / die selben nimt in nu der stein. / si fuorn zuo zir angesihte hin über des kieles bort / und kleibten sich hin an des velses want / in hoher luft, / daz menschen hant / niht mohte gereichen zuo der selben kruft Wartb (H) 568:15,13; wilt du sú [die Nattern im eigenen Herzen] allein an dem sweif ruren, so kleibent sú sich dest vester und bissent dest wirs Seuse 371,27. 460,25    2.3 Part.Prät./ Part.-Adj.: do solt du es in der minnen haben, in dime grunde, in der worheit, nút gekleibet, sunder in der lutern worheit Tauler 408,29; daz er uffe die hof stat niht buͤwen sol want eine cleibete want [mit Lehm gebaute Wand] , div zehen schiuͤhe hoch si UrkCorp (WMU) N79,39

MWB 3,1 328,16; Bearbeiter: Richter

kleiber stM. ‘Lehmarbeiter; Handwerker, der Lehmwände macht’ dem claiber, der maister ist, sol man niht mer geben denne 14 hallere NüP 171; umb sulchen lon, als sie gesetzt haben zimerleuten, stainmaisseln, maurern, dekkern, tuͤnchern, klaibern und auch allen andern tagwerkern ebd. 289

MWB 3,1 328,50; Bearbeiter: Richter

kleibermeister stM. ‘Zunftmeister der Lehmarbeiter’ [man gibt] ainem murer maister des tags zwen und zwaintzig pfenning, ainem murer knecht achtzehen pfenning, [...] ainem klaibermaister sechtzehen pfenning StRRavensb 248,8

MWB 3,1 328,57; Bearbeiter: Richter

kleibetuoch stN. ‘Flicken’, in einer Glosse des 13. Jh.s, vgl. AWB 5,235

MWB 3,1 328,62; Bearbeiter: Richter

kleiden swV. Prät. kleidete, kleite, Part.Prät. gekleidet, gekleit; Präs. auch gekleiden (Tauler ). 1 ‘jmdn./ sich ankleiden, anziehen’ ( mite etw., seltener in/  von etw.)
1.1 mit Akk.d.P.
1.2 mit Refl.-Pron.
1.3 mit Poss.-Pron. und lîp anstelle eines Akk.d.P.
1.4 von einem einzelnen Körperteil, hier passivisch
1.5 bildl., von Seele/  Geist
1.6 Part.-Adj.
1.7 übertr. (s.a. unten 4.1.3 )
2 ‘einkleiden, mit Kleidung ausstatten, versorgen’
2.1 mit Akk.d.P. (nicht immer klar von 1.1 zu trennen)
2.2 mit Dat.d.P. ‘jmdm. Kleidung geben’
2.3 intr.
3 etw. ane jmdn./sich ‘etw. anlegen, anziehen, um sich hüllen’ (bildl.)
4 ‘ausstatten, einhüllen, bedecken’ , auch ‘schmücken, zieren’
4.1 tr.
4.1.1 allg. (mit Akk.d.S.)
4.1.2 von Natur, meist vom Pflanzenwuchs (mit Akk.d.S. oder Refl.-Pron.)
4.1.3 bildl. (mit Akk.d.S. oder d.P.)
4.2 intr.
5 (von Kleidung als Subj., auch übertr.) ‘jmdn. zieren’
   1 ‘jmdn./ sich ankleiden, anziehen’ (mite etw., seltener in/  von etw.)    1.1 mit Akk.d.P.: die hailigen mægt [...] / nament Marien zarten lip / und klaitent si mit flisse wol / [...]. / sú laitent ir an das gewant / das ir von hymel was gesant WernhMl 13821; mit rôtem samît gekleit / was diu maget wol getân Wig 9276; Lanc 128,24; der was gekleidet mit armen lininen tuͦchen als ein arbeitende man Mechth 7: 11,3; er kleite den mûrære / als er ein bischolf wære StrAmis 1703; Eckh 1:153,7; NibB 417,1; Tr 4067; Parz 273,23; Wig 4113; MarlbRh 22,25    1.2 mit Refl.-Pron.: sus kleite sich der küene man. / zwô scharlaches hosen streich er an / mit grôzem vlîze an diu bein Wig 4087; nu kleidet iuch, mîne meide NibB 831,1. 347,3; die herren sich kleitten / von svlchem gewanden, / so sie in krichen landen / vunden daz beste Herb 474; der kúng [...] klait sich in aines knechtes schin KvHelmsd 2030; bi siner hut sol er sich kleiden mit hertem gewande wider die manige suͤssekeit Mechth 6: 2,22; Eilh St,7450; SalArz 55,2; SM:JvR 1: 1,4; KvHeimHinv 1148    1.3 mit Poss.-Pron. und lîp anstelle eines Akk.d.P.: sie begunden ir lîp zieren, / strîchen und zimieren / und kleiden mit gewande Eracl 1825; ouch was nâch vollem werde / ir lîp gecleidet schône KvWWelt 93    1.4 von einem einzelnen Körperteil, hier passivisch: die hant was wiß als ein schne, und der arm was mit rotem samid gecleidet Lanc 507,27    1.5 bildl., von Seele/  Geist: wil er [der seine Seele durch Sünde entblößt hat] die wider kleiden LvRegFr 4186; sin bluͦt gôss er [Christus] ôch dar umbe daz er die selen klaidete PrGeorg 26,23; die cleider sin die toufe, / damite wir cleiden unsen geist, / die beschirment uns allermeist HeslApk 4645    1.6 Part.-Adj.: er fuor sô wol gekleidet sam eines edeln ritters brût NibB 1885,4; si machet mich gar sorgen bar, / swenn ich si sihe gekleidet stân / und alsô schœne vor mir gân / alsam ein engel wol getân KLD:UvL 1: 1,5; und fand yn uff sim bette siczende gecleit und geschucht Lanc 612,8; Kreuzf 2640; Iw 308; Eckh 5: 41,5    1.7 übertr. (s.a. unten 4.1.3 ): al mîn fröide ist gunterfeit, / welt ir, frowe, mich niht kleiden / schiere in fröiderîchiu kleit SM:WvK 1: 4,6; daz er anderweide / uns kleitte mit dem kleide / der unbewollenen luterkeit Pass III 84,89; wand sunderlich quam in din [Marias] lif / godes sun, allerreinste wif, / inde kleid sich bit dem kleide / dines vleischs vol reinicheide MarlbRh 87,17; KLD:UvL 51: 2,3    2 ‘einkleiden, mit Kleidung ausstatten, versorgen’    2.1 mit Akk.d.P. (nicht immer klar von 1.1 zu trennen): myn herre der konig [...] cleyt manigen ritter herlich und gab herlich gaben. ich [...] kam zu spate, das alle die cleyder waren gegeben ee ich zu hofe kem Lanc 45,14; er cleite arme lút und schucht sie [gab ihnen Schuhe] ebd. 544,24; ich waz nacket unde ir cleydetet mich EvBerl 21,14; wie unde wâmite man die brûdere mac cleiden unde waz zu ir bettegewande gehôret StatDtOrd 38,17; KvHelmsd 667; Eracl 1330; Iw 6847; HeslApk 5113. – im Zusammenhang mit der Aufnahme in einen geistl. Orden/ ein Kloster: wir wollen ouch, daz man dekein kint cleide oder entphâhe in disen orden, ê danne ez kume zu der zal sîner vîrzehen iâre StatDtOrd 51,25; wir wollen dise jungen kinder di dâ nûwens gekleidet sint her uber gên lâzen beten, ob her [der Teufel, der einen hofeman besessen hatte] von irme gebete rûmen wolde HvFritzlHl 77,2. – wohl hierher ‘(mit Kleidung?) ausstatten, ausrüsten’ swanne ez sumeret von des winters zîten, / sô sî wir gekleidet und suln aber her ze hove rîten Kudr 260,4    2.2 mit Dat.d.P. ‘jmdm. Kleidung geben’ do wart der magit Gayte / gegin der hochgecite / gecleidit so nie magit baz / an irn brutestuol gesaz Athis C* 7    2.3 intr.: got also chleidet [ deus sic vestit Mt 6,30] EvAug 12,23. 167,11; das lamp spiset vnd kleidet Eckh 1:225,17    3 etw. ane jmdn./sich ~ ‘etw. anlegen, anziehen, um sich hüllen’ (bildl.): die menschliche wat / die got an sich gecleidet hat HeslApk 14696. 16463 u.ö.; wa lieplich liep bi herzenliebe luzet [im Verborgenen liegt] , / die minne alsam ein vederspil sich muzet [wechselt die Federn] : / sie reret [mausert, lässt fallen] leit unt kleidet an sich lieplich gevider JMeissn A4:2,3; wizze got und wizzen tu / ouch ander lute al dar zu / myn eynvalt, myne reynekeit, / dy got wol weyz an mich gecleit! Hiob 11624; Meissner 5:4,15    4 ‘ausstatten, einhüllen, bedecken’, auch ‘schmücken, zieren’    4.1 tr.    4.1.1 allg. (mit Akk.d.S.): entrinde eyn czwik eynis aldin appilboumis odir eynis birboumis [...]. vnd kleyde das gebloste teyl mit eyner ryndin eynis vremdin boumis Pelzb 121,2; cleide in [den Aal] mit einen duͤnnen teige BvgSp 37. 8; he kleid den thron, als he solde, / bit dem allerpurstem golde MarlbRh 62,23; ein munster liez er machen, / daz man wol ordenierte / unde vrielichen zierte, / wand er vil hete gutes / und was ouch sulches mutes, / daz er ez erlich kleitte Pass III 258,39; UvLFrd 209,2; HagenChr (G) 777. – übertr.: angezogen und gecleit / ist min vleisch mit vulekeit, / und mine hut ist verderret Hiob 2417    4.1.2 von Natur, meist vom Pflanzenwuchs (mit Akk.d.S. oder Refl.-Pron.): nû siht man die heide breit wol beschœnet mit den liehten bluomen manicvalt: / meie hât si schôn gekleit KLD:GvN 34: 1,3; wert diz holtz versniten zwar, / iz brenget zwyge anderweyt / und wirt mit loube schon gecleit Hiob 5432; Rabanus spricht, daz sich der paum ê mit plüeten klaid dann kain ander paum BdN 315,20; dâbî cleidet sich der walt: / der hât der loube ein wunder KvWLd 4,7; Walth 51,31; EnikWchr 2680; SM:Ta 1: 1,6; KLD:UvL 28: 1,2. 31: 2,2. – subst.: sumerwunne, / nîg dem süezzen meijen / dur sîn kleiden, / wan er birt uns mange bluot, / rôte rôsen, / vîolvar die gleijen / und ûf heiden / mangerleije wunne fruot SM:Wi 6: 1,3. – vom Winter: seht, wie der winter die werlt gekleidet hât! SM:KvL 1: 1,11    4.1.3 bildl. (mit Akk.d.S. oder d.P.): wiltû kleiden dîne jugent, / daz si ze hove in êren gê, / snît an dich zuht und reine tugent Winsb 22,1; bî der wünne wol mit êren / sol sich cleiden mannes lîp, / daz im künne fröude mêren / ein bescheiden sælec wîp KvWLd 20,9. 13,18; SM:KvA 2: 5,8; EnikWchr 9774; du kleidest dich mit der sele min / und du bist oͮch ir nehstes cleit Mechth 2: 5,7. 6: 1,115; er sol sin gekleidet mit den tugenden unsers herren Jhesu Christi Tauler 311,13; si was gekleidet mit der sterke ze widerstânne aller unvolkomenheit, und was gezieret mit der wârheit Eckh 2:146,5; die sicherheit [die der vürgedanc bringt] verwegenen mut kan cleiden Frl 11:3,7; Seuse 440,2; HeslApk 7058    4.2 intr.: treit ein rein wîp niht guoter kleider an, / sô kleidet doch ir tugent MF:Sperv 1:17,2; wie diu Sælde kleiden kan, / daz si mir gît kumber unde hôhen muot Walth 43,1    5 (von Kleidung als Subj., auch übertr.) ‘jmdn. zieren’ diz edel guot gewæte / vil baz ein herren kleidet / dan samît pfellol purpur golt KLD:Kzl 2: 6,15; muot und zuht ist in gewant: / swen si cleident mit ir reinen muote, / guot und edel daz gewant / ist KvWLd 13,31; sô scheidet gote allez daz abe, daz in kleidende ist, und nemet in blôz in dem kleithûse, dâ er entdecket und blôz in im ist Eckh 2:274,5; ave Maria, magt süverlich! / liljen ind rosen kleident dich MarlbRh 112,38. 106,34

MWB 3,1 329,1; Bearbeiter: Richter

kleiderchîn stN. ‘(ärmliche) Kleidung’ (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 218): und von der trîbunge des heiligen geistes und mit der jungvrowen willen stunt her [Alexius] ûf des nachtes und nam silbers unde goldes vile und gap daz armen lûten al zu mâle und nam bôse kleiderchîne ane daz in nimant irkente, unde saz in ein schif und vur in Ceciljen und ginc dô umme brôt in eines betelers wîse HvFritzlHl 162,3

MWB 3,1 331,23; Bearbeiter: Richter

kleideren, kleidern swV. ‘jmdn./sich kleiden’ swie gern ich kamerære / dâ gewesen wære, / dâ man die minniclichen / kleidert heimelichen / in die næhsten wât Ottok 7891. 40323; die Beier kleiderten sich / mit dem pantel und mit dem wîzen strich [Wappenzeichen] ebd. 37010

MWB 3,1 331,32; Bearbeiter: Richter

kleiderlîn stN. ‘(ärmliche) Kleidung’ (vgl. Mhd. Gr. (KSW) 3 § S 218): so gab in aber stu̍re / di reine unde die gehu̍re, / cleiderlin unde alte wat, / wi man si dicke veile hat, / uz ir selbes henden Elis 3755; der juden kint ouch quâmen, / ir kleiderlîn sie nâmen, / fur daz nôz [den Esel, auf dem Jesus saß] sie wurfen dar Erlös 4630

MWB 3,1 331,38; Bearbeiter: Richter