kupfe, gupfe,
kuppe
swF.
zu mlat. cuppa, ahd. kuppa, kupha AWB 5,534; EWA 5,913; s.a.
Suolahti 1,124.
1
‘Kuppe, Spitze, Gipfel’
2
‘Helmhaube’ (Kopfbedeckung unter dem Helm)
1
‘Kuppe, Spitze, Gipfel’
vmbo: gupf an dem bugler VocOpt
29.070;
hin gein dem âbent er dersach / eins turnes gupfen unt des
dach Parz
161,24;
an deme dritten tage vant man in [den Ochsen]
stênde under der kuppen des berges in eime venstere
[Nische] , und nimant mochte zu ime komen
HvFritzlHl
207,18
2
‘Helmhaube’ (Kopfbedeckung unter dem Helm):
er sluoc sînem anden / daz houbet mit der cuppen abe
Tr
7085.
7052.
9403;
Pariss mit ellend hafter hand / vil der helmes guppffen brach
GTroj
3163.
5529
u.ö.;
vil der helmes kuppen mit kraft sin swert zerspielt WolfdD
2205,1;
die kupfen er abe nam, / der degen ellende
UvZLanz
4208.
2388;
KvWTroj
31461;
Loheng
5765;
KLD:Kzl
3: 1,4
MWB 3,2 760,43; Bearbeiterin: Herbers
kupfen, küpfen
swV.
→
gupfen
MWB 3,2 760,60;
kupfer
stN.
aus lat. cuprum; ahd. kuphar; auch kopf-,
koph-
En , Rumelant , StrAmis ,
Martina ; kopp-
PrHess , Martina .
‘Kupfer, -erz’
1 eigentl. 2 übertr. 2.1 von minderem, geringem Wert 2.2
‘Täuschung, Betrug’
3 als Bestandteil eines Personennamens oder als Berufsbezeichnung (s.a. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 287f.)
1
eigentl.:
cuprum: kupher SummHeinr
1:244,176;
cuprum: cupher VocOpt
14.040;
es eris: chupher Gl
4:214,39;
dô gienk daz volk allez her vure / und vermûrde man die ture / mit kopher und
mit steinen En
9561;
es oder cuprum haizt kupfer BdN
478,26;
mezzink wirt auz kupfer. der haizt ze latein auricalcum
ebd.
479,3;
ir hât mir gegen golde / kupfer unde blî gewegen KvWEngelh
3705;
er sach daz mit golde / kupfers vil gerœtet was. / ein
edel stein und ein glas / gelîchent ein ander dicke Eracl
2103;
glesîn ist diu rinke [Schnalle] , / von kupfer ist
der dorn Neidh (HW)
45,36;
missinc unde kopfer, der daz werket, / der ist ouch ein hamerklopfer
Rumelant (K)
1:8,1;
si brahtin al geliche dar / golt, silber und gesteine, /
riche, edel und reine, / kupfir, er und mezzinc RvEWchr
12444.
534;
ein wagen mit kupher [...]
[entrichtet als Abgabe] vier phenninge UrkCorp
(WMU)
548ABC,14,38.
248AB,38,32.
–
daz viur brennet / uz tem chofer daz golt
HimmlJer
362;
wie man uz kupfer clarez golt gewinnet Wartb (H)
363:8,3;
dein silber das wirt kupfer HvNstAp
875;
vnd diß ertz das ist kupffer; das hat in seiner natur, das es silber
werden mag, vnnd das silber hat in seiner natur, das es gold werdenn mag
Eckh
2:474,10;
ist iu liep, daz ich muoz sterben /
[...] / so wær ze kupfer worden golt SM:
WvK
4: 2,5
2
übertr.
2.1
von minderem, geringem Wert:
der bihte der sint drie: / einiu ist gezalt zuo dem
chuphir unde zuo dem blie; / einiu heizzet silberin
[...]; / diu dritte ist guldin Hochz
619;
ir triuwe wære kopher StrAmis
421
2.2
‘Täuschung, Betrug’
dez wart alda zerstoret / daz alte lanc oppfir / daz valsch was vnd
koppfir Martina
14,78;
werdez gottes opfir / svnder valsch ane kopfer ebd.
163,32;
da vone David / in siner prophecien qvid: / ‘vͦfhebunge diner
hende / sal sin an missewende / zvͦ der vesper zit ein opper / gepurit,
svnder kopper.’ PrHess
43,190;
ez fliuzet manegen liuten vals / âne kupfer durch den hals
Freid
45,5
(s.a. Anm.z.St. und TPMA 7,228)
3
als Bestandteil eines Personennamens oder als Berufsbezeichnung (s.a.
Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 287f.):
B. der kvpher UrkCorp
N349,12
MWB 3,2 760,61; Bearbeiterin: Herbers
kupferboum
stM.
‘Zypresse’
Glossenbelege des 12. Jh.s AWB 5,534
MWB 3,2 761,44; Bearbeiterin: Herbers
kupferîn
Adj.
‘kupfern, aus Kupfer’
1 eigentl. 2 übertr. ‘unecht, unnütz’
1
eigentl.:
in küpferin gesmide / barc sich diu goldes masse
KvWGS
1018;
in kupfereinen oder in erdeinen kezzeln BdN
480,35;
in einem kupherinem vaze BenRez
37;
BdN
480,20;
phenninge kupherin alde bligin Cäc
1388;
dî bôisheit wirdit geoffinbârit in der pîne, und geschihit deme menschin alse
deme kupperen phennige: di wîle daz he in deme fûre nicht inlît, sô schînit he clâir
silberîn. kumit he abir in daz fûir, sô wirdit geoffinbârit daz he kupperen was
Eckh (S)
11,86.88;
do gebôt ime got, daz er einen chupferinen slangen hiezze
wrchen Spec
101,1;
[von dem Standbild im Traum Nebukadnezars (Dn
2,31–33):] de bûch kopf’rîn
[Hs. koͤppherin
]
[
venter et femora ex aere Dn 2,32]
Wizlav
Sp 7,11;
off der porten stunt ein kúpfferin ritter
Lanc
155,25.
213,24
u.ö.
2
übertr. ‘unecht, unnütz’
sô ist dîn riwe chupherîn, / lutzel hilfet dîn bîchte
Erinn
852;
die chuphirinen bihte Hochz
625.
654;
von dir ze sêre ist widerwegen / mîn triuwe lieht karfunkelîn / mit swacher
stæte kupherîn KvWPart
8292;
dâmite ich guldîn adel schiede ûz kupferînem willen!
KvWLd
32,230;
güldîn, silberîn und küpferin / mac doch diu werlt noch wol sîn
Renner
9181.
9492
MWB 3,2 761,46; Bearbeiterin: Herbers
kupfermeil
stN.
‘Kupferfleck’
slan die Franzoise vil tornoise [Silbermünze] / groz
von silbere, [...] / der weiz ich sumelichen valsch: / ich han
daz kopfermeil an im gesen Rumelant (K)
7:5,4
MWB 3,2 762,7; Bearbeiterin: Herbers
kupfermünze
stF.
‘Kupfermünze’
kupfermünze in goldes schîn / machent manigen einveltigen liuten pîn
Renner
13811
MWB 3,2 762,11; Bearbeiterin: Herbers
kupferphenninc
stM.
‘Kupferpfennig’
dennoch wirt unrecht wol bekant, / als ein kuppfer pfennig in der hant, / swenne
im ûz blicket sîn rôte schîn SSp (W)
Reimvorr. 250;
(vgl. phenninge kupherin
Cäc
1388 )
MWB 3,2 762,14; Bearbeiterin: Herbers
kupferrôt
Adj.
‘kupferrot’
Fridebreht der junge [...]
[
treit
] ein misencorden [ein
Messer] lange: / daz [...] ist kopherrôt
Neidh
WL 31:8,5
MWB 3,2 762,19; Bearbeiterin: Herbers
kupferrouch
stM.
‘Kupfersulfat’
du solt nemen ein teil wîzzes ingeber, daz ander teil muscât,
[...] daz achte teil chopherrouch Barth (H)
473;
Glossenbelege des 14. Jh.s AWB 5,533
MWB 3,2 762,22; Bearbeiterin: Herbers
kupferschîn
stM.
‘Kupferfarbe’
ich enruͦch, daz Berner [Veroneser Münzen]
kopfer sin [...]. / die ne bergent nicht ir kopferschin, /
zuͦ koufe engelten sie nicht vil: / ich wene, ir wuͦgen drizich kume ein
unze Rumelant (K)
7:5,11
MWB 3,2 762,26; Bearbeiterin: Herbers
kupfersinter
stM.
‘Kupferschlacke’
möhte er sîns liumuntes golt / ze kupfer sinder mit nîdes zungen / verwandeln, sô
wêr im gelungen Renner
7905
MWB 3,2 762,31; Bearbeiterin: Herbers
kupfersmidinne
swF.
Frau eines Kupferschmieds oder Angehörige einer Familie Kupferschmied:
bi vron Hailun hus der kuphersmidinun UrkCorp (WMU)
1207,5
MWB 3,2 762,35; Bearbeiterin: Herbers
kupfersmit
stM.
‘Kupferschmied’
cuprifaber: cuphersmit VocOpt
14.007;
[
si
] geloubent, daz ein kupfersmit / ûf einen
kezzel herte / sô balde nie geberte / als ûf ir helme wart geslagen
KvWTroj
37250.
– als Bestandteil von Personennamen:
herre Waler, der kvphersmit UrkCorp (WMU)
229,29;
Johans von Friburg, der kvphersmit ebd.
2844,10.
2100,10;
UrkZürich
11,170
(a. 1329)
MWB 3,2 762,39; Bearbeiterin: Herbers
kupfervar
Adj.
auch kopfer-, chopher-.
‘kupferfarben’
her Dietherich hat einen wurm / mit slegen vir gefasset, / der was wol zwenzig
ellen lang / [...], / gros und ungeviͤge gar /
[...], / umbe das höbet kuppfer var VirgH
144,9.
– bezogen auf die geringe Qualität von Kupfer:
din rede ist schone als daz golt, / din triwe ist aber
chopher var StrKD
63,69;
[in einer Ausdeutung der Bestandteile des Standbilds im Traum
Nebukadnezars im Hinblick auf die Weltzeitalter (Dn 2,39):] nû is
se [
de werlt zût
‘die Weltzeit’
] worden kopfervar, / diz ist bî unsen zîten
schên [= geschên
] , / daz klagen kristen,
heiden Wizlav
Sp 7,22
MWB 3,2 762,47; Bearbeiterin: Herbers
kupfervaʒ
stN.
‘Kupferfass’
sô giuz ez [die vermischten
Flüssigkeiten] in ein chophervaz Barth
133,29.
145,5;
nim ein cvphervaz. odir ein heriniz vaz Ipocr
314.
91;
mische iz alliz zu samene in ein kupferuaz SalArz
36,36.
36,54;
Macer
53,3
MWB 3,2 762,60; Bearbeiterin: Herbers
kupfervingerlîn
stN.
‘Ring aus Kupfer’
[eine missetât
] wirt doch rehte wol erkant / als
ein kupfervingerlîn an der hant, / dem ûzblicket sîn rôter schîn, / daz mac niht guot
silber sîn SpdtL
79,17
MWB 3,2 763,1; Bearbeiterin: Herbers
kupfervlinke
swM.
‘(kleine) Kupferplättchen’
geslacht [schön aussehend] quartz mit
kupper vlinken Erz III
56,158
MWB 3,2 763,5; Bearbeiterin: Herbers
kupferwaʒʒer
stN.
‘Kupfersulfat’
item calizenstain, cuppherwasser StRPrag
62
MWB 3,2 763,8; Bearbeiterin: Herbers
kuppe
swF.
→
kupfe
MWB 3,2 763,10;
1kuppel, kupel,
koppel, kopel
stF.
auch MN. Kreuzf , Reinfr ; aus mlat.
cop(p)ula vgl. EWA 5,913ff. s.v. kuppil und kuppula
sowie DWB 5,1785 s.v. koppel.
1
‘Band, Fessel’
1.1 ursprgl. ‘Doppelhalsband’ zur Fesselung und Führung von Tieren 1.2 weitere Arten von Bändern 2 übertr. auf die Bezeichnung für die verbundene oder zusammengedrängte
Schar selbst (Tiere oder Menschen) ‘Menge, Gruppe’
3 übertr. auf das Recht auf Verpflegung von Pferden oder Jagdhunden (s. DRW 7,1295f.)
1
‘Band, Fessel’
1.1
ursprgl. ‘Doppelhalsband’ zur Fesselung und Führung von
Tieren:
gebunden wâren alle [Hunde] samt / an eine
koppel rîch erkant KvWPart
2633.
– übertr. auf die Fesselung von Menschen:
die hæiligen habent sich vf gezogen, / von der chuppel sint si
geflogen / vf zu ir schephære: / hie waren si vmmære
Warnung
1768
1.2
weitere Arten von Bändern:
copula: chuppula Gl
4:49,8;
tuo mir fröide bendic, trûterinne; / dar zuo hôrt niht kupel wan dîn ermel
blanc KLD: Schulm
6:3,4;
got sprach ‘wir machen den menschen nâch unserm bilde.’
[...] sant Augustînus sprichet: dô er daz bilde
suochen wolte in der sêle, dô suochte er ez in dem ûzern menschen; dô vant er
vier gelîchnüsse unde drû kuppel unde zwei gesihte Eckh (Pf)
250,33
2
übertr. auf die Bezeichnung für die verbundene oder zusammengedrängte
Schar selbst (Tiere oder Menschen) ‘Menge, Gruppe’
die alten und die iungen [Hunde] / durch wunder
kament hie und dort / in kluppeln [La.
kuppeln
] zu gedrungen HeinzelJoh
66,6;
unt werdent du cupel der schaf zersprenget [
et dispertur
oues gregis Mt 26,31]
EvPerikZürich
63;
[Schilderung einer Schlacht:] sich flâhten ‘sunder
stricke’ / die rotten in ein kuppel Reinfr
1759;
der heiden diet ein michel
tropel [Truppe] / sich hêten zu hûfe in ein kopel /
gedruct Kreuzf
5748.
1951
3
übertr. auf das Recht auf Verpflegung von Pferden oder Jagdhunden (s.
DRW 7,1295f.):
que potestates vulgariter appelantur. pėllince. grȧscaf.
viltban. cu̇ppelle UrkMittelrhein
1,154
(a. 1222);
uel quod ius illud quod in wlgari chuppel et forstreht sonat
UrkFreisÖst
1,219
(a. 1262);
jus nostrum dictum coppele UrkNiederrh
3,20
(a. 1303)
MWB 3,2 763,11; Bearbeiterin: Herbers
2kuppel
stF.
‘Helmhaube’ (Kopfbedeckung unter dem Helm; s.a. →
koife swF. und Steinhoff, Lanc., S. 839):
[Claudas] schlug Lambegusen mit dem schwert, so das im die
kuppel von dem halßberg in das heubt ging Lanc
101,35.
66,6
MWB 3,2 763,49; Bearbeiterin: Herbers
kuppelen, kupelen,
koppelen, kopelen
swV.
1
‘an die kuppel legen’ , meist von Hunden 2 übertr. ‘(ver)binden, fesseln’
1
‘an die kuppel legen’, meist von Hunden:
copulat: kupullot Gl
4:137,65;
hie mite kêrten die jegere hin / und koppelten ir hunde
Tr
3443;
ein schar von edeln hunden, / gekoppelt und gebunden / zein ander
KvWPart
2562;
swer sô durch den banvorst rîtet, sîn boge und sîn armbrust sal ungespannen
sîn, [...] und sine hunde gekoppelt SSp (W)
2:61,3;
wen der man vint den lewin in dem walde, so hot he sich gewarnet eynis bogin
und geschoz und czweyger hunde gekoppilt MarcoPolo
38,16
2
übertr. ‘(ver)binden, fesseln’
trût, du kupelst alle mîne sinne KLD: Schulm
6:3,1;
ir nit mich chopelt / in sorgen bant Minneb
4660;
div friheit vnser herzin / muoz mit mengem smerzin / uon vns werden bendic /
vz wendic vnd in wendic / gekvppelt vnser wilden gedenke Martina
267,29;
er quelt [La. koppelt
] mîn wilde gedanke
an sîn bant, al mîn sin ist im bendec Tit
116,4;
juden, heiden, valsche cristen, / die der tuvel hat mit
listen / gekopelt hir zu samne, / daz her sie dort vordamne HeslApk
11699;
daz wir garnen chinde diner zale gechupelet werden [
ut
mereamur filiorum tuorum numero copulari
]
PsWindb
81,Oratio.
– sich ~ :
‘vater, daz wil ich dir sagen’, / sprach er, ‘ich wil
topeln / unde mich also kopeln / zur vriheit nach gewinne.
[...]’ Pass III
407,40
MWB 3,2 763,54; Bearbeiterin: Herbers
kuppeler
stM.
‘Kuppler’
diu frawe schol ain vergiftigz kraut legen umb ir haus und umb ir
wonung, daz all aufmacherinne und pœs werberinne oder werber [La.
kuppler
] vliehent BdN
226,12
MWB 3,2 764,17; Bearbeiterin: Herbers
kuppelerin
stF.
‘Kupplerin’
diu frawe schol ain vergiftigz kraut legen umb ir haus und umb ir
wonung, daz all aufmacherinne und pœs werberinne [La.
kupplerin
] oder werber vliehent BdN
226,12
MWB 3,2 764,21; Bearbeiterin: Herbers |