Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   kreisten - krepfelîn    


kreisten swV. ‘stöhnen machen, wehtun’ (kaus. zu → krîsten stV.): zwuschen minen zwen bresten, / mich enmak keine leide kresten Brun 7466; vgl. Fischer, Brun, S. 53.

MWB 3,2 571,32; Bearbeiter: Plate

1kreiʒ stM. 1 ‘Kreislinie’ (besonders als Grenze)
2 ‘Ring (um etw.)’
3 ‘kreisende Bewegung’
4 der werlte, der erden ~ (formelhaft auch im Pl.) ‘Erdkreis’
5 ‘Umkreis, Umgebung’
6 ‘Gebiet, Gegend (von)’ (auch im Pl.)
7 ‘(Herrschafts-)Gebiet, Bereich, Bezirk’ (vgl. DRW s.v. Kreis , Bd. 7, 1420ff. unter III.1)
8 ‘abgegrenzter Platz für den Zweikampf (gerichtl., im Turnier oder Krieg)’
9 ‘kreisförmig zusammenstehende Herde; Kreis von Personen’
10 übertr., der Tugend, Ehre
   1 ‘Kreislinie’ (besonders als Grenze): und [er] setze in [Häftling] uffe einen stûl [...] und sol einen creizze umme den stûle criezzen, dâ er sich inne di twere und di lenge gestreken muge StRZwick 192; da hatte ein maget wunneclich / uzer schar gebrochen sich / uber den gesazten [gesteckten] kreiz Elis 7789; der machet dem tiufel einen kreiz, / über den er muoz mit listen kumen Renner 3974; vor angst was im heiz. / er umbreiz sich in einem kreiz / unde ruoft dem tiufel dar EnikWchr 22352; daz er [der Hirsch] kainen kraiz überge, der umbfüert sei mit ainer angezünten pfâwenfedern BdN 129,25; sô zeuht er [der Löwe] mit seinem sterz ainen grôzen kraiz auf der erden [...] und getar kain ander tier über den kraiz komen ebd. 143,30; HeslApk 14937; der esel kleine vorhte hât, / zes lewen kreize, swâ der gât Freid 140,16; do machet er dar na im selb mit gedenken drie kreiss, hinder die er sich in geischlich huͦt hate beschlossen. der erst kreiss waz sin celle, sin capell und der kor Seuse 103,5. halber ~ ‘Halbkreis’ sô streckt er [der Pfau] seinen zagel auf in ains halben kraizes weis BdN 213,10; der regenpoge scheint alzeit sam ain halber kraiz oder sam ain stuck ains kraizes ebd. 98,5; wir sehen oft an dem himel ainen praiten halben kraiz weiz und klâr reht sam ain klâreu strâz [die Milchstraße] ebd. 78,15    2 ‘Ring (um etw.)’ wer mit einem sweren stein enmiten in ein still stendes wasser vast wurfi, da wurdi ein ring in dem wasser, und der ring von siner kraft macheti ain andern, und der aber ein andern, und na vermúgentheit dez ersten wurfes werdent och die kreiss wit und breit Seuse 191,19; sus was diu himelspêre [...] an daz tevellîn ergrabn. / drîe kreize stuonden dran RvEAlex 595. 604; man siht oft ainen plaichen kraiz umb die sunnen oder umb den mônen und haizent in die laien der sunnen oder des mônen hof BdN 96,19; [Harnbeschau:] der sol daz merchen bî dem chreize, der umbe daz harn gêt Barth 129,2; SalArz 112,3    3 ‘kreisende Bewegung’ ez si daz mer [zwischen Skylla und Charybdis] ane grunt. / in eime creizze ez vmbe gat Herb 17724; si suochten wilde crümbe / und wunderlîche creize [Bewegungen im Schwertkampf] KvWSchwanr 1155; kund ich in den vier schîben [Rädern] walzen, / die Ezechiel sach umbe gên [Ez 1,15 ff.] kæme ich mitten in ir kreiz, / die wîl die schîben umbe liefen LvRegSyon 2695; diu ors vor müede wurden heiz: / si versuochten manegen niwen kreiz. / si bêde ab orsen sprungen: / alrêrst diu swert erklungen Parz 739,20    4 der werlte, der erden ~ (formelhaft auch im Pl.) ‘Erdkreis’ ein gebot vzgink von dem cheiser Augusto, daz beschriben würd aller der werlt chreiz [ universus orbis Lc 2,1] EvAug 127,7; sold ich [...] der welt kreiz unde drum / umbevaren gar Ottok 35243; in der werlde creize Pass I/II (HSW) 1517; in al der welte kreizen / lepte ein schœner maget niht KvWTroj 13908; in dirre wîten werlde creizen KvWLd 2,39. in dem kraiss diser erden KvHelmsd 482; diser breiten erden kreis Minneb 3386. – auch ~ allein: swer allen den kreiz erfüer, / nieman sô wîsez erkür. / in rœmischem rîche / ist nindert dîn gelîche EnikWchr 20779    5 ‘Umkreis, Umgebung’ den riemen si dar ane bant, / si nam in an dem ende / selbe mit ir hende, / dâ mite sie dô umbe gienk; / mit deme riemen sie bevienk [bei der Landnahme] / einen kreiz wîten En 337; in einer halben mîle kreizen Ottok 39320; ez hete der künec umbe den sê / wol zwô mîle oder mê / des waldes în gevangen / und mit mûre umbegangen mit mûre was der selbe kreiz [...] gelîche endriu gescheiden Er 7138; si dûht, wie daz fiur heiz / brunn einen wîten kreiz / umb di stat, diu Troy hiez EnikWchr 13522; si hiwen [mit Schwerthieben] in ain witen chraiz [auf dem Schlachtfeld] Rol 8313    6 ‘Gebiet, Gegend (von)’ (auch im Pl.): zuo der riviere kreizen [als Ort eines großen Festes] / wâren si dur schallen / ûz den bîlanden allen / gestrichen und gekêret KvWTroj 19462; ir seit komen in ainen kraiz [Weltgegend] , der eu unkunt ist KvMSph 46,16. bœser ~ ‘karges Gebiet’, scherzhaft: [Daniel] hêt zwâr / drî tag und drî naht gar / gevastet, daz er niht enbeiz. / des bout er einen bœsen kreiz [in der Löwengrube] EnikWchr 17646    7 ‘(Herrschafts-)Gebiet, Bereich, Bezirk’ (vgl. DRW s.v. Kreis, Bd. 7, 1420ff. unter III.1): daz wir im die (gvlte) svln erstatten vnd ervollen von vnserem gvͦte, swa wir iz aller peste haben in dem chraizze vmb Rosenowe UrkCorp (WMU) N331,24; zwischen Pvdiebrukke vnd Mvlbacher chlovse in dem chreiz ebd. 3339,10; die chuͦnige uon den landen, / [...] der sint nuͦne in deme kreize; / swaz ich si tun heize, / so chument si mir in drizech tagen Rol 2329; man mac ze vil der wârheit sagen. / seit ich allez, daz ich weiz, / sô müeste ich bûwen fremden kreiz Freid 75,1; sît er nû wær in irn kreizen, / daz si in liezen in die stat Ottok 9017; wer burger ist vnd enweg wil züchen, des lib vnd guͦt sol sicher gleit haben mit verhengnis des herren bis en mitten vff den Rin vnd durch allen kreiß, das er ze bieten hat UrkAargau 1,1:26,18 (a.1309); StRBern 3:149,2. – formelhaft landes ~ (auch im Pl.), umschreibend für ‘Land’ seht, herre, disiu mære / enbietent in ir landes kreiz KvWTroj 17941. 3707; KvWEngelh 4616; in des landes kreize Pass III 13,14; ez lebete niender sîn gelîch / in manger lande creizen KvWTurn 7; dô ich ûz der lande kreiz / schiet von Ôsterrîch Ottok 14380; die dâ fursten sint geheizen / in tiutscher lande kreizen ebd. 73024; in aller lande kreizen ebd. 95526; KvWTroj 51; KvWEngelh 1534    8 ‘abgegrenzter Platz für den Zweikampf (gerichtl., im Turnier oder Krieg)’ der uersuͦche sin ellen, / trete gegen mir in den chraiz: / mit champhe berede ich ín gotewaiz Rol 8803. 8919; dô hiez der kunech Latînûs / den kreiz bereiten En 11647; er enwolde strit noch creiz / schuhen Herb 13936; wen hat man gesehen / also dicke zv kreizze, / mit blute vnde mit sweizze / berunnen vnde begozzen ebd. 12283; mit grozme gereizze / quamen sie zv kreizze ebd. 8750. 10299. 12677. 11694; ir ietweder rûmde / dem andern sînen puneiz / von im vaste unz an den kreiz: / der was wol rosseloufes wît Iw 6986; nîtlîchen si spilten / ein wîle in dem kreize UvZLanz 2043; dâ wær von mînen handen / in kreize bestanden / Gâwân der ellenthafte degen Parz 418,2; der grâve doch den rîter sluoc / unz an des kreizes ende Wig 3046; ein kreiz dâ bestoubet wart [...] dâ si solden în gên / und an ein ander bestên EnikWchr 9978; mit triwen ich vride geheize / ûzerhalp des kampfes kreize Parz 324,28; na deme, daz deme kreize vriede geboten ist, so suͦlen si [die Kämpfer beim gerichtl. Zweikampf] des kreizes zvͦ rechte geren. den sal in die richtere zvͦ rechte urlouben UrkCorp (WMU) 51,45; ich bescheide uch beidersit in den creiz StRFreiberg 163,16. 150,22; diz muzen si triben also lange, biz ir einer sigelos wirdet oder getotet wirdet in dem creize ebd. 166,16; der kreiz waz wit geringet, / kampfes reht gedinget HvNstGZ 2205. kreizes zil, umschreibend: der meister gêt in kreizes zil Wartb Fl 1,5; stet uf, lat mich in kreizes zil, / ich wil mit lobe vehten / die Brandenburger vürsten vür Damen 4,4    9 ‘kreisförmig zusammenstehende Herde; Kreis von Personen’ er gestalte ze chreizze zweihundert geizze, / bokche zehenzik an den selben rinch Gen 1510 ( ze einem chreizze GenM 64,7 ); uride si iv geheizzen in allem disem chreizze [allen in dieser Runde] GenM 94,9; ‘Hofversammlung’ dô hiez der künic Gîvreiz / sîn vriundîn treten in den kreiz [der Hofgesellschaft] UvZLanz 6018; Frl 5:18,9    10 übertr., ~ der Tugend, Ehre: trete ûz der tugent kreize niht, / swaz halt in der werlde geschiht WälGa 1791; das er mit flisse si in den creis / der eren hait gestellet MinneR 481 238; die gerne weren in eren kreis / getreden us den schanden ebd. 288

MWB 3,2 571,36; Bearbeiter: Plate

2kreiʒ stM. ‘Geschrei, Brüllen’ swenne her sine zit weiz, / [...] machet [der Löwe] einen creiz, / dar lutet her so grimme / daz von siner stimme / werdent lebene sine kint HeslApk 8396. 10997; sust mangem ist min sprechen kreiz [Konj., Hs. heiz ] / und claffet als ein hamerslag Frl 13:26,3

MWB 3,2 574,3; Bearbeiter: Plate

kreiʒbringer stM. gerichtlich ‘jmd., der einen Zweikämpfer in den Kampfkreis führt’ [...] daz sine vrundichin mit im [...] herin gehn, sin creizbrenger, sin stultreger unde andere sine vrunt [...] StRFreiberg 164,5

MWB 3,2 574,9; Bearbeiter: Plate

kreiʒelîn stN. Dimin. zu kreiʒ stM. ‘kleiner Kreis’ [der Bart] tahte des kinnebeines zil, / und was ûf dien lespen sîn / des bartes ein halp kreizelîn / unde bouc sich her dan, / dâ im des kinnes bart bekan WvRh 6333; panthera ist ain tier mangerlai varb an dem leib, sam Solînus spricht, und ist gar schœn, reht sam ez [Fell] gemâlt sei mit klainem kraizlein BdN 156,27. – Landkreis (zu → kreiz 7): diu enhabent niht sô manegen hiuzen dorefman, / als ein kreizlîn / wol in œsterrîche hât Neidh WL32:6,5

MWB 3,2 574,14; Bearbeiter: Plate

kreiʒeln swV. ‘kreisförmig machen’ und allerzierleichst sint die praunen überprâwe an den frawen, wenn si clain gekraizelt sint, reht als si ain mâler gepinselt hab BdN 10,28

MWB 3,2 574,25; Bearbeiter: Plate

1kreiʒen swV. ‘sich kreisförmig bewegen, schweifen, streifen’ siv birsent vnde beizent / dur mangen walt si kreizent Martina 127,16; übertr.: nu muoz ich aber vürbaz kreizen / und sagen von grillen und âmeizen Renner 20039; daz ander alter puericia heizet / daz von siben iaren kreizet Martina 264,4

MWB 3,2 574,29; Bearbeiter: Plate

2kreiʒen swV. ‘ärgern, reizen’ al widermuͤde kreizde mich, / dat ich deste me minde dich MarlbRh 103,39

MWB 3,2 574,36; Bearbeiter: Plate

kreiʒeswîse Adv. ‘kreisförmig, zurück zum Ausgangspunkt’ wenn der gestimt luft sich widerstôzt an paumen oder an häusern [...] sô lauft er [als Echo] kreizesweise wider zuo dem tier, daz die êrsten stimm macht, und bringt im ain geleich stimm wider BdN 16,17

MWB 3,2 574,39; Bearbeiter: Plate

kreiʒgengel stM. Übersetzung von mlat. gyrovagus. ‘Gyrovage, Wandermönch’ daz uierde munich geslæhte ist genant chraizgengil· di allez ir leben in manigen landen dri oder vier tag zehuse sint in mislichen cellen vnd wallent zaller zit· vnd wernt nimmer stæt BrAsb 1; BrAdm 1

MWB 3,2 574,45; Bearbeiter: Plate

kreiʒlingen Adv. ‘im Kreis herum’ ain slang, diu hât zwai haupt, ainz an der rehten hauptstat, daz ander hinden an dem swanz oder an dem zagel und daz selb haupt machet, daz diu slang kraizlingen lauft und hin und her zeuht BdN 263,10

MWB 3,2 574,51; Bearbeiter: Plate

kreiʒlot Adj. Adv. – Adj. ‘kreisförmig’ die pfedem [Melonen] sint gel und kraizlot an der rinden BdN 391,8; kraizlot in ainer krôn weis ebd. 301,24. 382,4. 348,14. – Adv. ‘im Kreis’ und füert ainer den [magnetischen] adamanten mit der hant auzwendig umb daz vaz, dâ diu nâdel inn ist; dem volgt diu nâdelspitz inwendig, alsô daz si in dem vaz auch kraizlot umbgêt BdN 433,31

MWB 3,2 574,56; Bearbeiter: Plate

krempfen swV. ‘sich krampfartig zusammenziehen’ lützel ieman rügtte / ir baider schnelles kempffen. / sich begunden krempffen / ze samen gar der helden sin GTroj 9990

MWB 3,2 575,1; Bearbeiter: Plate

krên stM. ‘Kren, Merrettich’ diu wurz, diu etswâ merretich haizt und anderswâ kren BdN 418,29; swer kalt vnde vnuordeuwet vuchte hat in deme magin. der lege chren in honic vnde in ezzic dri tage vnde nacht. vnde ezze im des selbin gnuc SalArz 13,11; uon gepuluerten crene ebd. 62,56. 8,3. 13,7. – sauer, scharf wie Kren: sin saf was ime svre, sam ein chren Bîspel (G) 252,11; JTit 5980,4; gegen dîner süeze ein krêne MarGr 18 196; noch scherfer danne kren oder kressen JTit 4566,2. – übertr.: ir senfte wart ein krene JTit 4251,1. – phras.: do wart der win zechrene [da wurde es ungemütlich] StrKD 136,93

MWB 3,2 575,5; Bearbeiter: Plate

krenke stF. zu → kranc Adj. 1 ‘Schwäche’
2 ‘Schwächung, Zunichtemachen’ (zu kranc 1.2.3 , krenken 4 )
3 ‘Taille’ der Frau (zu → kranc Adj. 2 ‘schmal’ )
   1 ‘Schwäche’ dich [Joseph] hilfet div chrenche [Altersschwäche] niht Wernh A 1727; daz Orilus die krenke gewan, daz im an kraft nu misselungen / was JTit 4933,2. won mencilicher sin von krenki der nature bloͤde ist vn̄ virgessilich UrkCorp (WMU) 3220,13; lœs uns in zît / von allem übel, süezer Krist, sît dû weist unser krenke KLD: Kzl 18: 0,18. zwîvel mînes lônes und der werltfreude krenke / diu zwei diu machent, daz ich mînes sanges wil verpflegen Neidh WL 21:6,1    2 ‘Schwächung, Zunichtemachen’ (zu kranc 1.2.3, krenken 4): minnen kraft mit freuden krenke / frumt in bleich Parz 810,29    3 ‘Taille’ der Frau (zu → kranc Adj. 2 ‘schmal’): ein gürtel brâht von Lunders [...] dâ mit was diu gehiure / umbevangen an der krenke Wh 155,1; mit zwein gürteln an der krenke, / ob der hüffe ame gelenke Parz 232,29; si was an der krenke / mit einem gurtel umbevangen Ottok 7941; TürlArabel *R 285,1. *A 280,1; UvEtzAlex 14567. 23913; UvEtzWh 1645; Brun 271 u.ö.

MWB 3,2 575,18; Bearbeiter: Plate

krenken swV. Prät. i.d.R. mit Rückuml., aber krenkte z.B. UvTürhTr 3583 (La.); Krone 28951; NvJer 8806. 1 tr. kranc machen
1.1 (körperlich, seelisch, intellektuell) ‘kraftlos, schwach machen’
1.1.1 mit Akk.d.S.
1.1.2 mit Akk.d.P.
1.2 übertr. zu 1.1.1
1.3 ‘schädigen, beeinträchtigen, mindern’ usw.
1.3.1 mit Akk.d.S. (häufig jmds. Ansehen, Seelenheil)
1.3.2 jmdn. an (hinsichtlich) etw. (häufig an êren )
1.3.3 mit Akk.d.P.
1.4 ‘zunichte machen’ (zu kranc 1.2.3 )
1.4.1 mit Akk.d.S.
1.5 ‘jmdn. einer Sache berauben, von etw. befreien’ ;
1.6 ‘besorgt, traurig machen, betrüben’
2 refl.
2.1 ‘kraftlos, schwach werden’ (vgl. 1.1 )
2.2 übertr. zu 2.1
2.2.1 von der Kampfkraft des Heers
2.2.2 von einer schwächer werdenden Hufspur
2.3 ‘Schaden nehmen, sich verschlechtern’ usw. (vgl. 1.3. )
2.4 ‘zunichte werden’ (vgl. 1.4 )
2.5 ‘betrübt werden’ (vgl. 1.6 )
   1 tr. kranc machen    1.1 (körperlich, seelisch, intellektuell) ‘kraftlos, schwach machen’    1.1.1 mit Akk.d.S.: den kranken glidern, diu daz paralis [Lähmung] gekrenkt hât BdN 140,13; wenn man si [Muskatnuss] ze vil nützet, sô krenkt si daz hirn ebd. 372,8; der tille [Dill] stetecliche getrunken crenket daz gesichte Macer 59,9; daz ist abir aigenliche widir sich selbun gesúndot, [...] der sime libe der notdúrfte gebristit alde swa mit der mentsche sinen lip krenkit, daz er got deste minre gedienon mac PrGeorg (Sch) 17,225; uncheusche chrenchet starchen leib HvBurg 438; daz krenket och ir varwe ein teil [lässt ihren Teint vollkommen verblassen] , / daz man si sach sô selten geil Parz 811,27; wan nâch des selben alters zil / menschlich natûre etevil / gekrenket wirt und abe nimt JvFrst 8421. gedanke nâch der künegin / begunden krenken im den sin: / den müeser gar verloren hân, / wærz niht ein herzehafter man Parz 224,16; ougen lûter, klâr, / minneklichiu tinne / hât si, diu mir krenket leben unde lîp SM:HvR 1: 2,5; got hât dir gegeben / vernunst unde wîsez leben: / daz hâst dû gar von sîner kraft. / [...] daz des dîn muot niht wizzen wil, / dâ krenkestû die witze dîn RvEBarl 8771; di trunkenheit crenket di sinne vnde den lip, di gehugede vnde di vorstandenisse SalArz 33,39; in dir strident de ruͥ ind diͤ minne, / he krenkt ind si sterkt din sinne MarlbRh 23,38. – bezogen auf kraft, sterke selbst: swer der minne mere pflit denne he sal. der krenket sine craft SalArz 24,4; ez sint die veigen [Feigen] in dem land India [...] auzlendigen läuten gar schad und krenkent ir sterk und ir kraft BdN 322,10; wizz, daz dû dein kraft, dein schœne, dein leben dâ mit [Unkeuschheit] krenkest ebd. 189,30    1.1.2 mit Akk.d.P.: hatte jne so notvesten / mannheit niht gemaht, / jne hette so verswachet / der gebrest vnd die arbeit, / das er müste sin verzeit. / doch krenckte es jne gnŭg Krone 28951; din kraft ist dir ze nihte guͦt, / won dich vil sere krenket / die wundan und das bluͦt EckenlE2 130,12; sô was gekrenket unser hêre, / daz er des krûzes râfen swêre / ertragen nicht enmochte JvFrst 8015. 8043; von dem begonde sente Vͦlrich [...] mit vastenne sich sere krenchen Albert 998; dô begund in krenken / der tôt Ottok 8629. sælic ist der bestêt [im Glauben] , / daz er niht enwenket! / leider ir wirt vil gekrenket LvRegFr 3872; swel mentsch únsern herren unwirdeklich enphahet in sin hertze, daz vol ist alasters und untugend, daz wirt me gekrenket denn gesterket PrGeorg 84,6    1.2 übertr. zu 1.1.1: got selbe ist der sunne, / ist der tak, ist div wnne, / die nehein trube chrenket Wernh D 2939    1.3 ‘schädigen, beeinträchtigen, mindern’ usw.    1.3.1 mit Akk.d.S. (häufig jmds. Ansehen, Seelenheil): ir habt [...] von im gesagt daz iweren prîs / krenket, sint die liute wîs Parz 322,30; UvTürhTr 762; ob ez mir nimmer wurde leit, / ez krenket doch iur werdekeit Parz 524,8; UvLFrd 353,31; frouwe, ez krenkt mir mîne zuht, / [...] suln dise frouwen vor mir stên: / gebiet in daz si sitzen gên Parz 582,11; daz er sîn êre krenke Eracl 4854; swenne ich ir êre krancte, / sô missetæte ich an mir / vil mêre danne an ir ZwBüchl 268; du krenkest dîn süezen namen, / sît daz du minne bist genant / und doch gegen mir hâst gewant / sô gar unminneclîche site: / dâ krenkest du dîn êre mite UvLFrd 142,26; und wurde alsô gekrenket / sîn lûnt JvFrst 8259; rîter unt frowen / der leben sul wir lâzzen schowen / daz got vil widerwertic ist [...] dâ mit sint si die sêle chrenchen Erinn 294; so we dir, pfaffe, daz du dich las nach dem scatze dürsten, / der dine sele krenket dort Wartb (H) 421:3,8    1.3.2 jmdn. an (hinsichtlich) etw. (häufig an êren): sweder ir dâ wurde erslagen / od gekrenket an den êren Iw 7281; daz ir daz nit schaden tuot, / noch an êren krenket SM:Te 10: 2,5; sît sî [Unmäßigkeit im Trinken] den man an lîb, an guot und an den êren krenket. / si schât ouch an der sêle Walth 29,27; UvTürhTr 3583; KvHeimUrst 1250. ban schadet ze der sêle unde nimet doch nieman den lîp [...] noch krenket nieman an lantrehte noch an lêhenrehte da envolge des küniges æhte mite SpdtL 225,15. daz kein úwer schefli gekrenket werde an siner sele Seuse 381,26. 463,4    1.3.3 mit Akk.d.P.: lêre krenket kintheit / unt nimet in fröude unde kraft AlexiusF 126; swa ez mich niht süle krenken, / da geschehe iu allez des ir gert Iw 7462; kunnet ir niht fürsten schônen, / wir krenken ouch die krônen Parz 415,22; [Jakobs] tochter Dina vrut / Sichem, der vurste hochgemut, / crenkte und ir tet gewalt [vgl. Gn 34,1f.] HistAE 787; man sol in alsô krenken [erniedrigen] / und an daz krûze henken JvFrst 6941; ein durftiger sô gekrenket ebd. 7941; das sie an im [Gott] niht wanctin / und sich gein im niht cranctin [unwürdig machten] , / so das si sine hulde verlurn RvEWchr 17101; hey [Heidenkönig] sal sy [Christin] offenbare / nemen zo eyme wyve / ind krencken sich mit yrme lyve KarlGalie 10755; ich vürhte, dîn wirdikheit / wære dâ von [Inzest mit der Tochter] entnihtet / und dîn êre entrihtet. / daz solt dû bedenken / und solt dich sô niht krenken Mai 24,10. man muoz unde sol / des biderben wol gedenken, / den bœsen mit rede krenken ErnstD 5230; niemen sols mit worten krenken: / wan ir lop kan nimmer werden kranc KLD: UvL 52: 2,5    1.4 ‘zunichte machen’ (zu kranc 1.2.3):    1.4.1 mit Akk.d.S. – Freude, Kummer: diu minneclîche frouwe mîn, / diu mir wil fröide krenken KLD: FvL 2,11; daz krenket mîner wunne spil / und ist an vröuden mir ein slac KvWTroj 29084; meie trûren crenket KvWLd 4,17; wîbes minne trûren krenket KLD: Kzl 8: 3,1; KLD:BvH 4: 3,11; SM:KvL 17: 3,10; Bussard 318; sorge krenken MF:Fenis 3:1,1; starken kumber krenken KLD: BvH 11: 3,2. – Recht, Unrecht: daz er reht sterke, unde unreht krenke SchwSp (W) 102,2; daz wir daz gebot iht krenken [übertreten] EnikWchr 1833. – Wahrheit, Lüge: Silvester / wil uns überwinden hie / und velschet offenliche die / gelübde sîn mit worten: / er krenket zallen orten / die wâhrheit sîn KvWSilv 3930; diz kunde wol bedenchen / und velsche lúge krenchen [Salomon als Richter] / der edil gotis degin wert RvEWchr 32266. – Macht, Herrschaft: durch die ungehorsam der unndertane wirt gekrenncket der gewalt des herschendenn [...] und weginnent die unndertan ze herschen HvHürnh 3,15; du has gekrenkt sin böse macht, / sin mechtich bosheit is nider gelacht MarlbRh 59,7. – Glauben, Heiligkeit: du krenkest und schendest den heligen cristanen geloͮben Mechth 6: 21,4; sô wære got niht ein rehter rihter [...] dâ mite wære rehte der kristengloube gekrenket PrBerth 1:491,35; er wolde gerne krenken / an im sin heiligez leben Pass III 219,24    1.5 ‘jmdn. einer Sache berauben, von etw. befreien’; mit Gen.d.S.: doch mac mîn hêr Gâwân / der minn des niht entwenken, / sine welle in freude krenken Parz 534,4; er wil unsen hêren / aller sîner êren / verstôzen oder crenken SAlex 1637. an etw.: ez sî wîb oder man, / die krenket herzeminne / vil dicke an hôhem sinne Parz 365,9; wie manigen wîs si wenchent / und sich an sælden chrenchent KvHeimUrst 716; das du [...] dine viende bekerest und krenkest an irre bosheit Mechth 6: 37,47    1.6 ‘besorgt, traurig machen, betrüben’ den phistir und den schenchen begunde ein troͮm chrenchen GenM 80,28; [Maria] wart gros jamer krenken WernhMl 10732; vil sêre wârn betrûbit / der meistir und dî brûdre al, / want sî crenkte dirre val / vil sêre, dî dâ lâgin tôt NvJer 8806; sô muoz mich wol krenken / sorge âne trôst KLD: UvL 10: 3,1; din suͤze herze krenkt de ruͥe MarlbRh 24,3; so in sin tobesuht keme an / und in krenchen begunde RvEWchr 23893. – oft im Minnesang, durch Gunstentzug: ir vremeden krenket mir daz herze mîn MF: Mor 5: 3,3; MF:Wolfr 8: 5,7; sâ begunde sî mich krenken, / wan si nam ir fröide mir KLD: BvH 6: 2,7; mich lât mîs herzen küniginne / trûren unde krenket mir die sinne SM:JvW 5: 1,2; sît sî mich alsô krenket, / daz sî [...] hôhen muot sô tiefe in sorclîch trûren mir versenket KLD: BvH 5: 2,8; jâ si denket (daz mich krenket vil der tage) / daz ich ir niht dienen müge KLD: GvN 34: 5,5; sô lîde ich nôt von einem reinen wîbe; / diu mac mich wol heilen unde krenken KLD: MOvB 5:3,5    2 refl.    2.1 ‘kraftlos, schwach werden’ (vgl. 1.1): so beginnent sich diu wort krenken / und erstummet im der munt LvRegSyon 3584; des menschen stimm sterkt sich von dem vierzehenden jâr unz an daz alter; sô krenkt si sich dann BdN 16,28; sîner tohter schîn / sich ouch vor jâmer krenken mac Parz 189,29. des kumt uns dicke in den gedanc / eteswaz, dâvon wir werden kranc. / dâ sul wir uns doch hüeten vür, / daz unser frîe willekür / sich iemêr sô gekrenke, / daz sie von gote wenke / in einen boesen willen LvRegSyon 2214; wie solt ich armez wîp [...] / alsolher nôt [in solchem Leid] bî sinne sîn? / etswenn sich krenket ouch der mîn [= mîn sin] Parz 616,30    2.2 übertr. zu 2.1:    2.2.1 von der Kampfkraft des Heers: dâ mite [durch Abzug von Rittern] krenket sich mîn wer Parz 286,9; und daz sie gesigeten nie / und begunden tegelich / an wer, an kreften krenken sich RvEAlex 17950    2.2.2 von einer schwächer werdenden Hufspur: do begunde krenken sich ir spor: / sich schieden [sie teilten sich] die dâ riten vor. / ir slâ wart smal, diu ê was breit Parz 249,5    2.3 ‘Schaden nehmen, sich verschlechtern’ usw. (vgl. 1.3.): sô krenket sich mîn minne Parz 619,19; dâ von sich krenk diu êre mîn UvLFrd 124,24; dâ von sich krenket unser art [nimmt unsere Familie Schaden] , / dar an sint beide unbewart / ir werdekeit und dîn prîs Wh 157,17; diu werlt ist leider al gemeine valsches unde untriuwen vol / [...] diu werlt hat sich gekrenket sere nu bi minen tagen FvSonnenburg 22,5    2.4 ‘zunichte werden’ (vgl. 1.4): waz ob sich krenket [scheitert] al mîn werben? Wh 139,5; wê der vertânen hende, / diu nâch dem lône wirbet, / dâ von ir kraft verdirbet / und ir gewalt sich krenket KvWTroj 19319    2.5 ‘betrübt werden’ (vgl. 1.6): du solt dich niht krenken / dar umb und niht betruben Minneb 4402 subst.: allez trûren, allez krenken / müeste snelle mir entwenken, / ob si mich ze liebe enpfât SM:HvT 2: 3,8

MWB 3,2 575,39; Bearbeiter: Plate

krenkene stF. ‘Schwäche’ wider die wollust und krenkine menschlicher sinne Mechth 5: 22,34 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 3,2 578,55; Bearbeiter: Plate

krenkenus stF. ‘Beeinträchtigung’ (rechtl.): vnde der kriech [...] sol beliben vnde stan gvͤtelich an ietweders schaden vnde kraͤnkenust sines rehtes UrkCorp (WMU) 844,26

MWB 3,2 578,58; Bearbeiter: Plate

krenkern swV. ‘beeinträchtigen, schwächen’ (rechtl.): vn̄ enzihe mich alles rehtes vn̄ gewonheit dez landes, da mit ich oder min erben diz vorgenanten gelúbde wider ziehen moͤhten oder krenkeron deheinen weg UrkCorp (WMU) 3505,12

MWB 3,2 578,62; Bearbeiter: Plate

krenkunge stF. ‘Beeinträchtigung, Schwächung, Minderung’ (rechtl.): vnd allez, daz ich dar an gegeben mochte ane chrenkunge des rechtes, daz min herre [...] dar an hat UrkCorp (WMU) 1564,19

MWB 3,2 579,3; Bearbeiter: Plate

krenzeleite stF. ‘Kranztragen’ ? (vgl. Komm.z.St.): leider habent sî [Blumen] der krefte niht: / sî mac brechen swer der wil. / dâ von ist der krenze leider [La. krenzeleite ] vil / dâ man bî dem krenze unfuoge siht KLD: WvMezze 9:11

MWB 3,2 579,7; Bearbeiter: Plate

krenzelîn, krenzel, krenzlî stN. auch kranzel; Dimin. zu → kranz stM. ‘kleiner Kranz’ 1 vom Blumenkranz, als Haarschmuck (häufig im Reim auf → swenzelîn ‘Schleppe am Kleid’ )
2 vom Rosenkranzgebet (Rosarium Marias, vgl. rôsenkranz stM., rôsenkrenzelîn stN.)
   1 vom Blumenkranz, als Haarschmuck (häufig im Reim auf → swenzelîn ‘Schleppe am Kleid’): ir sult iuwer swenzel / krispen, dirne guot / (êst erne zît!), krenzel / machen ouch ûf die vîrtage SM:Had 24: 1,3; séht, wìe sich vréut bóum ùnde wíse! / dár àb ich mír híuwèr gelíse / von den gelfen bluomen / ein kränzel, daz ich trage / alle vîretage Neidh SL 16:3,4. SL 17:7,9; swa si get an dem tanze / mit ir rosenkranze, / dar obe ein ander krenzel Tannh 4,67; kindlin [...] liebiln al den rosen zu / bi dem touwe morgens vru, / zwickent die an ir crentzil Daniel 1977; ir fúrnemes sumerliches krentzli Seuse 447,9; Virg 135,8; Pass III 137,28; PrBerth 2:379,34; si treit der megde kranzil / [und] den lilien wizen swanzil / den si mit kivschi erworben hat Martina 5,69    2 vom Rosenkranzgebet (Rosarium Marias, vgl. → rôsenkranz stM., → rôsenkrenzelîn stN.): da hin karte er sich balde / [...] durch sin gebet, / daz er al darinne ouch tet / mit harte grozer andacht. / in di gehugde wart im bracht, / daz der vrouwen crenzelin / noch ungesprochen was gesin; / daz hub er vrolichen an Pass I/II (HSW) 15721

MWB 3,2 579,12; Bearbeiter: Plate

krenzelkrispen stN. spöttisch für aufwändiges Frisieren (zu krispen ‘kräuseln’): ist aber er [Ehemann] ein nascher, sô hilfet ez niht allez dîn [Ehefrau] krenzelkrispen und allez dîn krespelkrispen niht PrBerth 1:414,35

MWB 3,2 579,37; Bearbeiter: Plate

krenzen swV. ‘bekränzen, jmdn. mit einem Kranz schmücken’, übertr., ‘jmdn. ehrenvoll auszeichnen’ her kront mich unde krantzte / mit truwenrichir erin solt Baldem 252; Frl 5:87,5

MWB 3,2 579,42; Bearbeiter: Plate

krepfelîn stN. Dimin. zu → 2krapfe . zur ahd. / frmhd. Glossenüberlieferung (u.a. SummHeinr und GlHvB ) vgl. AWB 5,383 s.v. krâphilîn. – ‘kleiner Krapfen, Kräppel’ ein guͦt gebackenz. rib kese, menge den mit eyern vnd scharbe gesoten spec dar zvͦ, mache ein schoͤnen derben teyc vnd fuͤlle den kese vnd die eyer dor in vnd mache krepfelin vnd backe sie in butern oder in smaltze noch der zit vnd gib sie warm hin BvgSp 44; krepfelin und bastede / macht man uz eyern bede KgvOdenw 2,131; phankuchen und krepfelin ebd. 9,39

MWB 3,2 579,46; Bearbeiter: Plate