Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gehabe - gehebede    


gehabe, gehebe stF. 1 ‘Art, die Zügel zu halten’
2 ‘Gebaren, Gebärde’
3 ‘Befinden; Lebensweise’
4 ‘Haltung, Einstellung’
5 ‘Besitz’
   1 ‘Art, die Zügel zu halten’ sô liez ich die schenkel vliegen: / [...] neben der mane vlugen diu bein, / ob des sateles ich schein / als ich wære gemâlet dar [...]. / mit guoter gehabe ich reit / âne des lîbes arbeit Greg 1609    2 ‘Gebaren, Gebärde’ minneklichú reinú muͦter, biz húte ermant der kleglichen gehab, die du hattest, do sú din toͮtes kint von dinem herzen brachen Seuse 322,8. – ‘Aussehen, Gestalt’ sin schöne begund er decken / mit so eiszlicher gehebe, / jch wone, daz icht lebe, / das so vngestalt were Krone 13018    3 ‘Befinden; Lebensweise’ saget mir mines uatir mæhte, / ob er indir wol lebe ode welch sint sin gehebe GenM 98,24; ir herze vant da manigen rat, / wie si gewerben mochte, / ob ir ein clus tochte / mit einsamer gehebe, / oder ob si sich begebe / zu vrowenklostere PassIII 622,67    4 ‘Haltung, Einstellung’ den [Papst] er mit allem vlize bat, / daz er ein regele im gebe, / mit steter gunst gehebe PassIII 358,70    5 ‘Besitz’ alliv des klosters vas. vnd alle geheb sol er beschowen alsam div heiligen vas des alters [...]. er sol sih der gitekeit niht vleizzen vnd ouh nith zerhaft sin oder ein storær des klosters geheb [ stipator substantiae monasterii ] BrAsb 31

MWB 2 253,51; Bearbeiter: Tao

gehabede, gehebede stF. 1 ‘Besitz’
2 ‘Gebaren, Verhalten’
3 ‘Halt, Festigkeit, Hoffnung’
4 ‘Dasein, Lebensdauer’
   1 ‘Besitz’ got dich gesegene in [ mit GenM 50,27 ] aller dîner gehebide Gen 1166. 1532; possessionem: gehabede PsM 77,48. 103,24. 104,21; wilt du denne durnehtich sin, so laz alle dine gehæbide vnde volge mir nah PrGeorg(Sch) 4,42. div gotheit ist ein geistlich gehebede so vnmezlicher shoene vnt so grozer svͦze daz die engel [...] emzzichlichen an in gernt ze sehen PrLeys 5,23    2 ‘Gebaren, Verhalten’ do gi er ire ingegene / mit frolicher gehebede VMos 21,10; unde ube wir linde unde senfte sîn in unsereme gehebede TrudHL 37,3; sô si eimmin [jemand] ruͦret widir ir willen, sô wirt ir gehebede ubellich, sô wirt ir gesûne vortliche ebd. 59,15; gedigenhait unde tugentliche gehebede ebd. 146,30. 49,20; mit ungeberden und mit unsitiger gehabd Seuse 126,23    3 ‘Halt, Festigkeit, Hoffnung’ substantia: gehæbde PsM 38,8    4 ‘Dasein, Lebensdauer’ substantia: gehabde PsM 38,6; substantia: gehæbede ebd. 88,48

MWB 2 254,12; Bearbeiter: Tao

gehaben stN. ‘Gebaren, Gebärde’ und also mit kleglichem gehabene und guͤtlichem troͤstene erweichte er si, daz si guͦten willen gewan, sich schier wider in gehorsami ze gebene Seuse 73,30

MWB 2 254,32; Bearbeiter: Tao

gehæbide stF. gehabede

MWB 2 254,36;

gehac, gehege stN. 1 ‘dichtes Gebüsch, Gesträuch, Wald’
2 ‘Einfriedung; eingefriedetes Gebiet’
3 militär. ‘Verhau, Palisadenwerk’ ,
   1 ‘dichtes Gebüsch, Gesträuch, Wald’ ain gemöß und ain gehag HvNstAp 8912; durch den wald und durch das gehag ebd. 11164. 5272; also rait ich [...], / daz ich kom uͦzz rechten phaden / und verait in wildez gehag Teichn 531,127; untz daz ich chom in ein gehag, / do manik pluͤd auf doͤrn lag Suchenw 24,84    2 ‘Einfriedung; eingefriedetes Gebiet’ daz ich [...] han verchouft [...] dem ersamen herren pischolfen Heinrichen [...] minen boumgarten [...] vnd die ækkhær, die dar an ligent, als daz wazzer vnd daz gehag seit [anzeigt] UrkCorp (WMU) 2939,3; quod nullus infra limites dicte piscationis impedimentum, quod gehege dicitur, faciat vel usurpet UrkMerseb 521 (a. 1308). – eingefriedetes Jagdrevier (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 76a): so muͦzz er [Jäger] lauffen immer me / und haut arbeit in dem gehag Teichn 487,87 (oder zu 1?)    3 militär. ‘Verhau, Palisadenwerk’, bildl.: der hiez [...] dishalp dem gehac, / daz da von den tôten lac [durch die Leichenhaufen entstand] , / wurken [...] durch die erden einen schaht / langen unde tiefen Ottok 49163. – übertr. für ‘Verteidigung’, in der Wendung dehein gehege hân ‘nicht standhalten (können)’ der Crichen lac da vil erslagen. / sie waren vil na verzagen, / wen sie hetten dehein gehege. / sine kvnden irre slege / lenger niht erliden. / sie fluhen in ir hamiden Herb 14549; sie hetten lenger dehein gehege: / in wart zv vil der slege, / die sie bloz enphingen ebd. 13601. 13024. 14895; wan ich bin sat und al zu vol / unsalden und grozer slege, / daz ich han keyn gehege Hiob 3914

MWB 2 254,37; Bearbeiter: Tao

gehalt stM. kontrahiert auch kalt. 1 ‘Behälter’
2 ‘Haft, Gefängnis’
   1 ‘Behälter’ ein wab ist das megdlich wachs, das vil stetten vnd gehaltes hat, die honges vol sint RvBib 2,12; der officiale sich umb gewant hait / und auch die salben mit yme bracht / und die gar wol in gehalt getan Pilgerf 674    2 ‘Haft, Gefängnis’ ich enpha uch in dyͤ cristenheyt, / ich neme uch uz dez tufels kalt / und gebe uch in gotes gewalt MarSp 474

MWB 2 255,5; Bearbeiter: Tao

gehaltære stM. 1 ‘Besitzer’
2 ‘der für jmdn. etw. aufbewahrt, Verwahrer’
3 ‘Sachwalter’
   1 ‘Besitzer’ sit varnde gut / ieslichem gehaltere tut / an siner sele sulchen schaden, / [...] StrKD 4,394    2 ‘der für jmdn. etw. aufbewahrt, Verwahrer’ ob [...] ein dieb [...] die duͤpstâl gar verhilt / und das ding etswenne [l. etsweme ] ze behaltenne [La. gehaltende ] gît, / und darnâch denne ze einer zît / zuo dem selben [La. gehalter ] mügen mit einander komen / der dieb und dem ers hat genomen, / und vordrent das ding gelîch [...] Ammenh 14131. – wohl auch hierher: noch ist ein ander missetat, / die manich [geiziger] pfaffe hat: / ob er sin gut vil gar verzert, / so wil er sich des han erwert, / daz er ein gehalter niht si, / und wil der schulde wesen fri, / daz in niemen sul schelten. / noch sol er des engelten, / ob er allez sin varnde guͦt / so rehte boslich vertuͦt, / daz im sin got nimmer danc saget, / noch der lut gunst niht beiaget. / der ist als wandelbære / sam ein boser gehaltære StrKD 111,95    3 ‘Sachwalter’ jch, her Hartman von Baldeke, ein gehalter dez heiligen richez vnd bvrchgrave ze Rinvelden UrkCorp (WMU) 684,37

MWB 2 255,13; Bearbeiter: Tao

gehaltærin stF. ‘Bewahrerin’ wan si [sc. die gedultechait ] ist ain schrîn und ain gehalterin aller guͦtait PrSchw 1,123

MWB 2 255,35; Bearbeiter: Tao

gehalten stN. ‘Aufenthalt’ dô enphiengen in [den vertriebenen Fürsten Strâsagoras ] güetlîche / die burger muotes rîche / und buten im gehalten dô / gein Alexander alsô / daz er im durch die geschiht / dorfte entsitzen niemer niht RvEAlex 3595

MWB 2 255,38; Bearbeiter: Tao

gehaltenlich Adj. in dem Ausdruck die gehaltenliche tage als Wiedergabe des lat. dies observabiles für die Fastenzeit vom Sonntag Septuagesima bis Ostern: dies absoluti praetereunt, dies observabiles redeunt [...]. die verlazenliche tage die sint vervarn, die gihaltenliche tage die sint uns komen PrHoff 93,11

MWB 2 255,44; Bearbeiter: Tao

gehancnisse, -henc-, -hencnissede stFN. 1 ‘Zustimmung, Wille’ ;
2 ‘Neigung’
   1 ‘Zustimmung, Wille’; mit mit (bit), von: bit willen inde bit gehenknisse vnsis capitteles inde vnsir priore van Kolne UrkCorp (WMU) 255,35; UrkEberb 2,492 (a. 1306); mit [...] willen, wissen unde gehangnisse des commendures UrkFrankf 2,107 (a. 1319); daz Herman von Ovinbach, [...] mit gehangnisse [...] sines eydemes, [...] siner elichen wirten [...] hat virkouft der zehen mark geldes achtehalbe UrkFrankf(B) 457 (a. 1321); mit der ebdissen orlaube vnd mit irme gehengnisse BrEb 43; mit dime willen noch mit dime gantzen gehengnisse Tauler 419,19; und want wir dit gedan hain von willen, rade und gehenknisse unses capitels UrkMosel 1:1424,4 (a. 1328); UrkCorp (WMU) 43B,7. – mit wider: wider alle gehengnisse Tauler 128,33. – als Obj. von geben: ellú dú vorgeschribenen dinch vnd die gift gelob ich [...] stete ze haltenne noh niemer da wider ze tuͦne, noh gehenknust noh gunst ze gebenne ieman, der da wider teͣte UrkFürstenb 5,329 (a. 1316); UrkWittelsb 2,373 (a. 1340)    2 ‘Neigung’ die nút in in [sich] vindent einen gunst und eine minne und gehengnisse [...] zuͦ dem minnesten zuͦ allem dem das guͦt und goͤtlich ist Tauler 63,4

MWB 2 255,51; Bearbeiter: Tao

gehâr Adj. ‘behaart’, als ein tier und als ein swin / sint si [...] / ruch und geburst und vil gehar RvEWchr 1649. 5466; von wunderlîchem liute, / die sam die rindes hiute / an allen vieren gânt gehâr Reinfr 19691; man sol oͮch nemen [als Zoll erheben] von ainer geharer hvte [ungegerbten Tierhaut] , dv́ vúnf schilling werd ist oder dar v́ber, ainen pfenning UrkCorp (WMU) 2521,18

MWB 2 256,12; Bearbeiter: Tao

gehære stN. Koll. zu hâr stN. ‘die Haare’ dô dûhte si sich unsælic genuoc. / zuo den brüsten si sich sluoc / und brach ûz ir schœne hâr [La. und brach ir schon geher bei K. Lachmann zum V. 2315 seiner Ausgabe in ZfdA 5 (1845), S. 56] Greg 2487

MWB 2 256,20; Bearbeiter: Tao

gehâret Adj. ‘behaart’ dô gesach er [...] zwên alte wallære [...] : / getaget unde gejâret, / gebartet unde gehâret, / alsô diu wâren gotes kint / und wallære dicke sint Tr 2626; ir [der Fledermäuse] pluot macht hârplôz, wâ ez an die gehærten haut kümt BdN 227,8

MWB 2 256,25; Bearbeiter: Tao

geharnascht Adj. ‘mit einer Rüstung versehen, gerüstet’ nû was er geharnascht wol, / als ein ritter von rehte wesen sol Wigam(B) W 1444

MWB 2 256,31; Bearbeiter: Tao

geharre stN. ‘Warterei’ er dünket mich ein narre, / swer disen ougest hie bestât. / ez wær mîn rât, / lieze er siech geharre / und vüer hin wider über sê Neidh SL 11:11,4

MWB 2 256,34; Bearbeiter: Tao

geharsten swV. ‘hart werden, verkrusten’, von Wunden: wenne ich minen lichamen alsus verwundete, so nam ich denne saltz vnd reip es denne in die frischen wunden, daz es mich vaste smerzen vnd bissen solte, vnd nam denne daz herin hemmede vnd det es v́ber den verwundeten lichammen, daz es in den wunden geharsten solte, das eht mime lichamen vollen we beschehe MerswZM 8,18

MWB 2 256,38; Bearbeiter: Tao

gehaʒ Adj. ‘hassend, feindselig, zornig’, nur präd. mit sîn/werden und Dat. (meist d. Pers.): 1 mit Dat.d.P.
2 mit Dat.d.S.
3 Komp. ohne Vergleichsgröße, wohl in der Funktion eines Elativs
   1 mit Dat.d.P.: dô was diu gotinne Jûnô / Ênêase vil gehaz / unde tetez umbe daz [...] dorch den apphel von golde, / den Pâris froun Vênûse gab En 157. 305. 5495; in sach vil lützel iemen, der im wære gehaz NibB 129,4; ir vînde spriche ich umbe daz: / si was im dannoch gehaz Tr 11402; ich hæte schulde hin ziu vil, / der ich doch nu niht haben wil, / daz ich iu solte sîn gehaz ebd. 14867; si sündent âne vorhte, dar umbe ist in got gehaz Walth 33,34; wie wirde ich gehaz / ir vil rôsevarwen munde, / des ich noch niender vergaz! MF:Mor 27: 2,1; gîtekeit diu schicket daz, / daz vriunt vriunde wirt gehaz Boner 9,31; PassIII 43,50; PrEls 29,238. – in Verbindung mit nîdec, vîent u.ä.: sîne bruoder, die mir ie / wâren nîdec und gehaz Iw 4113; ein krefterichir heidin [...] was bi disin zitin / den Israheliten / so vient unde so gehaz / das [...] RvEWchr 22913; GvJudenb 1350; Kreuzf 778; die Bêheim under in / wurden gehaz und abholt / dem bischolfe Arnolt Ottok 22384; gehaz unde gram ebd. 27883. – mit näherer Bestimmung: daz ich die sô sêre minne / diu mir zem tôde ist gehaz Iw 1613. 1543; die selben tievel sint mir leit; / [...] von herzen bin ich in gehaz LBarl 9740; ich was ir âne schult gehaz Iw 2032; Wildon 3,414. – mit refl. Dat.: vreude und guot gemüete / daz zæme mîner vrouwen baz / dan dazs ir selber ist gehaz Iw 1664; ein wîp, diu wider ir lîbe tuot, / diu sô gesetzet ir muot, / daz si ir selber ist gehaz, / wer sol die minnen über daz? Tr 18027; als ouch daz geschach, / daz [...] Thomas endelich vernam, / [...] wie im was entsliffen / die lune der gerechtekeit / durch einer kleiner vorchte leit, / do wart er selber im gehaz PassIII 55,71; GTroj 17978    2 mit Dat.d.S.: den schilten wâren sî gehaz Iw 7133; und wiste ich es gewisheit, / [...] daz ir mir woltet vremeden daz, / dem ich wære gehaz, / sô erkandich an dem mære, / daz ich iu liep wære Tr 14182; den tac miner geburt, / dem ich gram byn und gehaz Hiob 1283; als er [der Teufel] unsern sâlden ist gehaz Kreuzf 7893; die [...] mîner lêre sint gehaz SSp(W) Reimvorr. 31; TannhHofz 18; Suchenw 21,45    3 Komp. ohne Vergleichsgröße, wohl in der Funktion eines Elativs: des wart im vil gehezzer / des rîchen küniges tohter HBirne 92; des wurdent im gehasser / der juden kint SHort 2193. – ohne Dat.d.P., von gegenseitigem Verhalten: dar umb wurden sy gehaͤsser / und wurden vechten ungefuͤg Teichn 586,96

MWB 2 256,47; Bearbeiter: Tao

gehæʒe stN. ‘Kleidung’, bildl. von den Blumen des Monats Mai: also ist vnser baider / vermügen [...] vngeleich. / vil guͦter käs bist du [Mai] reich, / doch grosser gaͮb hast du nicht, / die man mich [August] reylich geben sicht Hätzl 2:60,172

MWB 2 257,34; Bearbeiter: Tao

gehaʒʒic Adj. meist -hezz-. ‘hassend, feindselig’, präd. mit sîn/werden und Dat. (meist d.P.): uns kan nieman vor genesen / dem wir gehazzec woͤllen wesen Rennew 27240; gehezzic unde gram / wart in wîp und man Ottok 47878; wann er im was gehessig gar Märt 965; pligestu doch ein lage / ze legen deinem eben christ, / durch das du im gehessech bist? HvBurg 670; Neidhc 12:8,7. – mit einander: des in sul wie [wir] nicht deste gehessiger si ein ander UrkCorp (WMU) 1727,28. – mit Dat.d.S.: an ezzen, trinchen maͤzzich, / untugenden gar gehezzich / waz er tzu allen stunden Suchenw 19,52

MWB 2 257,39; Bearbeiter: Tao

gêhe Adj. gæhe Adj.

MWB 2 257,52;

gêhe stF. gæhe stF.

MWB 2 257,53;

gehebe Adj., Adv. 1 ‘großen Raum, viel Platz bietend, geräumig’
2 ‘reichlich’ (?)
3 ‘fest, dicht’ , präd.
4 ‘trefflich’ , von Personen
5 ‘genau, in jeder Hinsicht’ ; synonym. zu ganz
   1 ‘großen Raum, viel Platz bietend, geräumig’ sin hus was so gehebe, / daz bi im maniger nachtes bleib PassIII 321,78; üm nît und haz strâfe wir die alten / und habe wir gar gehêbe valten [ Behälter; hier bildl. für Gedächtnis] , / in den wir alten kriec behalten / des kristen liute niht sölten walten: / der valten ist aber gar geswigen, / in den alte guottête sölten ligen Renner 14247    2 ‘reichlich’ (?): er gebe / dir lebindes waszer gar gehebe [fehlt Io 4,10 (dedisset tibi aquam vivam)] EvStPaul 11406    3 ‘fest, dicht’, präd.: daz antwerg [der kuͤffer soll] dem burcgraven sine vaz gehebe machen und binden, die er zuͦ sinen reben bedarf UrkStraßb 4,2:208,13 (Mitte 14. Jh.); er [Küfer] sol och die vasse gehebe binden, da der herren pfrundewin inne sol ligen UrkEls 2,166 (a. 1339)    4 ‘trefflich’, von Personen: die edele, die gehebe, / bevalch gote ir armez leben PassIII 642,22; seht do bat die edele dirn, / die schone und die gehebe, / daz er ir vrist gebe ebd. 687,89. 557,68; der edele helt gehebe / zoch an sich ritterlich gewant Vät 32708; der einre was geheve / von Brandinburc der marcgrêve, / der quam in Prûzinlant gevarn NvJer 9175    5 ‘genau, in jeder Hinsicht’; synonym. zu ganz: daz gezugnisse ich gegebe / ganz der warheide und auch gehebe [vgl. ut testimonium perhibeam veritati Io 18,37 ] EvStPaul 14231 (oder ist gehebe vom Verb gehaben?). – in der Verbindung mit wol, unsicher, ob hierher oder ‘sich richtig verhaltend’ die rede din si wol gehebe / behalden hant [fehlt Io 17,6 (sermonem tuum servaverunt)] EvStPaul 13973

MWB 2 257,54; Bearbeiter: Tao

gehebe stF. gehabe

MWB 2 258,22;

gehebede stF. gehabede

MWB 2 258,23;