gehabe, gehebe
stF.
1
‘Art, die Zügel zu halten’
2
‘Gebaren, Gebärde’
3
‘Befinden; Lebensweise’
4
‘Haltung, Einstellung’
5
‘Besitz’
1
‘Art, die Zügel zu halten’
sô liez ich die schenkel vliegen: / [...] neben der
mane vlugen diu bein, / ob des sateles ich schein / als ich wære gemâlet dar
[...]. / mit guoter gehabe ich reit / âne des lîbes
arbeit Greg
1609
2
‘Gebaren, Gebärde’
minneklichú reinú muͦter, biz húte ermant der
kleglichen gehab, die du hattest, do sú din toͮtes kint von dinem herzen
brachen Seuse
322,8.
–
‘Aussehen, Gestalt’
sin schöne begund er decken / mit so eiszlicher gehebe, / jch wone, daz
icht lebe, / das so vngestalt were Krone
13018
3
‘Befinden; Lebensweise’
saget mir mines uatir mæhte, / ob er indir wol lebe ode welch sint sin gehebe
GenM
98,24;
ir herze vant da manigen rat, / wie si gewerben mochte, / ob ir ein clus
tochte / mit einsamer gehebe, / oder ob si sich begebe / zu vrowenklostere
PassIII
622,67
4
‘Haltung, Einstellung’
den [Papst] er mit allem vlize bat, / daz er ein
regele im gebe, / mit steter gunst gehebe PassIII
358,70
5
‘Besitz’
alliv des klosters vas. vnd alle geheb sol er beschowen alsam
div heiligen vas des alters [...]. er sol sih der gitekeit
niht vleizzen vnd ouh nith zerhaft sin oder ein storær des klosters geheb
[
stipator substantiae monasterii
]
BrAsb
31
MWB 2 253,51; Bearbeiter: Tao
gehabede, gehebede
stF.
1
‘Besitz’
2
‘Gebaren, Verhalten’
3
‘Halt, Festigkeit, Hoffnung’
4
‘Dasein, Lebensdauer’
1
‘Besitz’
got dich gesegene in [
mit
GenM
50,27
] aller dîner gehebide Gen
1166.
1532;
possessionem: gehabede PsM
77,48.
103,24.
104,21;
wilt du denne durnehtich sin, so laz alle dine gehæbide vnde volge mir nah
PrGeorg(Sch)
4,42.
–
div gotheit ist ein geistlich gehebede so vnmezlicher shoene vnt so grozer
svͦze daz die engel [...] emzzichlichen an in
gernt ze sehen PrLeys
5,23
2
‘Gebaren, Verhalten’
do gi er ire ingegene / mit frolicher gehebede
VMos
21,10;
unde ube wir linde unde senfte sîn in unsereme gehebede
TrudHL
37,3;
sô si eimmin [jemand] ruͦret
widir ir willen, sô wirt ir gehebede ubellich, sô wirt ir gesûne vortliche ebd.
59,15;
gedigenhait unde tugentliche gehebede ebd.
146,30.
49,20;
mit ungeberden und mit unsitiger gehabd Seuse
126,23
3
‘Halt, Festigkeit, Hoffnung’
substantia: gehæbde PsM
38,8
4
‘Dasein, Lebensdauer’
substantia: gehabde PsM
38,6;
substantia: gehæbede ebd.
88,48
MWB 2 254,12; Bearbeiter: Tao
gehaben
stN.
‘Gebaren, Gebärde’
und also mit kleglichem gehabene und guͤtlichem
troͤstene erweichte er si, daz si guͦten willen gewan, sich schier
wider in gehorsami ze gebene Seuse
73,30
MWB 2 254,32; Bearbeiter: Tao
gehæbide
stF.
→
gehabede
MWB 2 254,36;
gehac, gehege
stN.
1
‘dichtes Gebüsch, Gesträuch, Wald’
2
‘Einfriedung; eingefriedetes Gebiet’
3 militär. ‘Verhau, Palisadenwerk’ ,
1
‘dichtes Gebüsch, Gesträuch, Wald’
ain gemöß und ain gehag HvNstAp
8912;
durch den wald und durch das gehag ebd.
11164.
5272;
also rait ich [...], / daz ich kom
uͦzz rechten phaden / und verait in wildez gehag Teichn
531,127;
untz daz ich chom in ein gehag, / do manik pluͤd auf doͤrn lag
Suchenw
24,84
2
‘Einfriedung; eingefriedetes Gebiet’
daz ich [...] han verchouft
[...] dem ersamen herren pischolfen Heinrichen
[...] minen boumgarten [...]
vnd die ækkhær, die dar an ligent, als daz wazzer vnd daz gehag
seit [anzeigt]
UrkCorp (WMU)
2939,3;
quod nullus infra limites dicte piscationis impedimentum, quod gehege dicitur,
faciat vel usurpet UrkMerseb
521
(a. 1308).
– eingefriedetes Jagdrevier (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 76a):
so muͦzz er
[Jäger] lauffen immer me / und haut arbeit in dem
gehag Teichn
487,87
(oder zu
1?)
3
militär. ‘Verhau, Palisadenwerk’,
bildl.:
der hiez [...] dishalp dem gehac, /
daz da von den tôten lac [durch die Leichenhaufen
entstand] , / wurken [...] durch die erden
einen schaht / langen unde tiefen Ottok
49163.
– übertr. für ‘Verteidigung’, in der Wendung
dehein gehege hân
‘nicht standhalten (können)’
der Crichen lac da vil erslagen. / sie waren vil na
verzagen, / wen sie hetten dehein gehege. / sine kvnden irre slege / lenger niht
erliden. / sie fluhen in ir hamiden Herb
14549;
sie hetten lenger dehein gehege: / in wart zv vil der
slege, / die sie bloz enphingen ebd.
13601.
13024.
14895;
wan ich bin sat und al zu vol / unsalden und grozer
slege, / daz ich han keyn gehege Hiob
3914
MWB 2 254,37; Bearbeiter: Tao
gehalt
stM.
kontrahiert auch kalt.
1
‘Behälter’
2
‘Haft, Gefängnis’
1
‘Behälter’
ein wab ist das megdlich wachs, das vil stetten vnd gehaltes hat, die honges
vol sint RvBib
2,12;
der officiale sich umb gewant hait / und auch die salben mit
yme bracht / und die gar wol in gehalt getan Pilgerf
674
2
‘Haft, Gefängnis’
ich enpha uch in dyͤ cristenheyt, / ich neme uch uz dez tufels kalt /
und gebe uch in gotes gewalt MarSp
474
MWB 2 255,5; Bearbeiter: Tao
gehaltære
stM.
1
‘Besitzer’
2
‘der für jmdn. etw. aufbewahrt, Verwahrer’
3
‘Sachwalter’
1
‘Besitzer’
sit varnde gut / ieslichem gehaltere tut / an siner sele
sulchen schaden, / [...]
StrKD
4,394
2
‘der für jmdn. etw. aufbewahrt, Verwahrer’
ob [...] ein dieb [...] die
duͤpstâl gar verhilt / und das ding etswenne [l.
etsweme
] ze behaltenne [La.
gehaltende
] gît, / und darnâch denne ze einer zît /
zuo dem selben [La. gehalter
] mügen mit
einander komen / der dieb und dem ers hat genomen, / und vordrent das ding gelîch
[...]
Ammenh
14131.
– wohl auch hierher:
noch ist ein ander missetat, / die manich
[geiziger] pfaffe hat: / ob er sin gut vil gar
verzert, / so wil er sich des han erwert, / daz er ein gehalter niht si, / und
wil der schulde wesen fri, / daz in niemen sul schelten. / noch sol er des
engelten, / ob er allez sin varnde guͦt / so rehte boslich
vertuͦt, / daz im sin got nimmer danc saget, / noch der lut gunst niht
beiaget. / der ist als wandelbære / sam ein boser gehaltære StrKD
111,95
3
‘Sachwalter’
jch, her Hartman von Baldeke, ein gehalter dez heiligen richez vnd bvrchgrave
ze Rinvelden UrkCorp (WMU)
684,37
MWB 2 255,13; Bearbeiter: Tao
gehaltærin
stF.
‘Bewahrerin’
wan si [sc. die gedultechait
] ist ain
schrîn und ain gehalterin aller guͦtait PrSchw
1,123
MWB 2 255,35; Bearbeiter: Tao
gehalten
stN.
‘Aufenthalt’
dô enphiengen in [den vertriebenen Fürsten
Strâsagoras
] güetlîche / die burger muotes rîche /
und buten im gehalten dô / gein Alexander alsô / daz er im durch die geschiht /
dorfte entsitzen niemer niht RvEAlex
3595
MWB 2 255,38; Bearbeiter: Tao
gehaltenlich
Adj.
in dem Ausdruck die gehaltenliche tage als Wiedergabe des lat.
dies observabiles für die Fastenzeit vom Sonntag Septuagesima bis
Ostern:
dies absoluti praetereunt, dies observabiles redeunt
[...]. die verlazenliche tage die sint vervarn, die
gihaltenliche tage die sint uns komen PrHoff
93,11
MWB 2 255,44; Bearbeiter: Tao
gehancnisse, -henc-,
-hencnissede
stFN.
1
‘Zustimmung, Wille’ ; 2
‘Neigung’
1
‘Zustimmung, Wille’;
mit mit (bit), von:
bit willen inde bit gehenknisse vnsis capitteles inde vnsir priore van
Kolne UrkCorp (WMU)
255,35;
UrkEberb
2,492
(a. 1306);
mit [...] willen, wissen unde gehangnisse des
commendures UrkFrankf
2,107
(a. 1319);
daz Herman von Ovinbach, [...] mit gehangnisse
[...] sines eydemes, [...]
siner elichen wirten [...] hat virkouft der zehen mark
geldes achtehalbe UrkFrankf(B)
457
(a. 1321);
mit der ebdissen orlaube vnd mit irme gehengnisse BrEb
43;
mit dime willen noch mit dime gantzen gehengnisse
Tauler
419,19;
und want wir dit gedan hain von willen, rade und gehenknisse unses
capitels UrkMosel
1:1424,4
(a. 1328);
UrkCorp (WMU)
43B,7.
– mit wider:
wider alle gehengnisse Tauler
128,33.
– als Obj. von geben:
ellú dú vorgeschribenen dinch vnd die gift gelob ich
[...] stete ze haltenne noh niemer da wider ze
tuͦne, noh gehenknust noh gunst ze gebenne ieman, der da wider
teͣte UrkFürstenb
5,329
(a. 1316);
UrkWittelsb
2,373
(a. 1340)
2
‘Neigung’
die nút in in [sich] vindent einen
gunst und eine minne und gehengnisse [...] zuͦ dem
minnesten zuͦ allem dem das guͦt und goͤtlich ist
Tauler
63,4
MWB 2 255,51; Bearbeiter: Tao
gehâr
Adj.
‘behaart’,
als ein tier und als ein swin / sint si
[...] / ruch und geburst und vil gehar
RvEWchr
1649.
5466;
von wunderlîchem liute, / die sam die rindes hiute / an allen vieren gânt
gehâr Reinfr
19691;
man sol oͮch nemen [als Zoll erheben] von
ainer geharer hvte [ungegerbten Tierhaut] , dv́ vúnf
schilling werd ist oder dar v́ber, ainen pfenning UrkCorp (WMU)
2521,18
MWB 2 256,12; Bearbeiter: Tao
gehære
stN.
Koll. zu
hâr
stN.
‘die Haare’
dô dûhte si sich unsælic genuoc. / zuo den brüsten si sich sluoc / und brach
ûz ir schœne hâr [La. und brach ir schon geher bei K.
Lachmann zum V. 2315 seiner Ausgabe in ZfdA 5 (1845), S. 56]
Greg
2487
MWB 2 256,20; Bearbeiter: Tao
gehâret
Adj.
‘behaart’
dô gesach er [...] zwên alte wallære
[...] : / getaget unde gejâret, / gebartet unde
gehâret, / alsô diu wâren gotes kint / und wallære dicke sint Tr
2626;
ir [der Fledermäuse] pluot macht
hârplôz, wâ ez an die gehærten haut kümt BdN
227,8
MWB 2 256,25; Bearbeiter: Tao
geharnascht
Adj.
‘mit einer Rüstung versehen, gerüstet’
nû was er geharnascht wol, / als ein ritter von rehte wesen sol
Wigam(B)
W 1444
MWB 2 256,31; Bearbeiter: Tao
geharre
stN.
‘Warterei’
er dünket mich ein narre, / swer disen ougest hie bestât. / ez wær mîn rât, /
lieze er siech geharre / und vüer hin wider über sê Neidh
SL 11:11,4
MWB 2 256,34; Bearbeiter: Tao
geharsten
swV.
‘hart werden, verkrusten’, von Wunden:
wenne ich minen lichamen alsus verwundete, so nam ich denne saltz vnd reip es
denne in die frischen wunden, daz es mich vaste smerzen vnd bissen solte, vnd nam
denne daz herin hemmede vnd det es v́ber den verwundeten lichammen, daz es in den
wunden geharsten solte, das eht mime lichamen vollen we beschehe MerswZM
8,18
MWB 2 256,38; Bearbeiter: Tao
gehaʒ
Adj.
‘hassend, feindselig, zornig’, nur präd. mit
sîn/werden und Dat. (meist d. Pers.):
1 mit Dat.d.P. 2 mit Dat.d.S. 3 Komp. ohne Vergleichsgröße, wohl in der Funktion eines Elativs
1
mit Dat.d.P.:
dô was diu gotinne Jûnô / Ênêase vil gehaz / unde tetez umbe daz
[...] dorch den apphel von golde, / den Pâris froun
Vênûse gab En
157.
305.
5495;
in sach vil lützel iemen, der im wære gehaz
NibB
129,4;
ir vînde spriche ich umbe daz: / si was im dannoch gehaz
Tr
11402;
ich hæte schulde hin ziu vil, / der ich doch nu niht haben
wil, / daz ich iu solte sîn gehaz ebd.
14867;
si sündent âne vorhte, dar umbe ist in got gehaz Walth
33,34;
wie wirde ich gehaz / ir vil rôsevarwen munde, / des ich noch
niender vergaz! MF:Mor
27: 2,1;
gîtekeit diu schicket daz, / daz vriunt vriunde wirt gehaz Boner
9,31;
PassIII
43,50;
PrEls
29,238.
– in Verbindung mit nîdec, vîent u.ä.:
sîne bruoder, die mir ie / wâren nîdec und gehaz
Iw
4113;
ein krefterichir heidin [...]
was bi disin zitin / den Israheliten / so vient unde so gehaz / das
[...]
RvEWchr
22913;
GvJudenb
1350;
Kreuzf
778;
die Bêheim under in / wurden gehaz und abholt / dem
bischolfe Arnolt Ottok
22384;
gehaz unde gram ebd.
27883.
– mit näherer Bestimmung:
daz ich die sô sêre minne / diu mir zem tôde ist gehaz
Iw
1613.
1543;
die selben tievel sint mir leit; / [...] von
herzen bin ich in gehaz LBarl
9740;
ich was ir âne schult gehaz Iw
2032;
Wildon
3,414.
– mit refl. Dat.:
vreude und guot gemüete / daz zæme mîner vrouwen baz / dan
dazs ir selber ist gehaz Iw
1664;
ein wîp, diu wider ir lîbe tuot, / diu sô gesetzet ir
muot, / daz si ir selber ist gehaz, / wer sol die minnen über daz?
Tr
18027;
als ouch daz geschach, / daz [...] Thomas
endelich vernam, / [...] wie im was entsliffen / die
lune der gerechtekeit / durch einer kleiner vorchte leit, / do wart er selber im
gehaz PassIII
55,71;
GTroj
17978
2
mit Dat.d.S.:
den schilten wâren sî gehaz Iw
7133;
und wiste ich es gewisheit, / [...]
daz ir mir woltet vremeden daz, / dem ich wære gehaz, / sô erkandich an dem mære, /
daz ich iu liep wære Tr
14182;
den tac miner geburt, / dem ich gram byn und gehaz
Hiob
1283;
als er [der Teufel] unsern sâlden
ist gehaz Kreuzf
7893;
die [...] mîner lêre sint gehaz SSp(W)
Reimvorr. 31;
TannhHofz
18;
Suchenw
21,45
3
Komp. ohne Vergleichsgröße, wohl in der Funktion eines Elativs:
des wart im vil gehezzer / des rîchen küniges tohter HBirne
92;
des wurdent im gehasser / der juden kint SHort
2193.
– ohne Dat.d.P., von gegenseitigem Verhalten:
dar umb wurden sy gehaͤsser / und wurden vechten
ungefuͤg Teichn
586,96
MWB 2 256,47; Bearbeiter: Tao
gehæʒe
stN.
‘Kleidung’, bildl. von den Blumen des Monats Mai:
also ist vnser baider / vermügen [...] vngeleich. /
vil guͦter käs bist du [Mai] reich, / doch grosser
gaͮb hast du nicht, / die man mich [August] reylich
geben sicht Hätzl
2:60,172
MWB 2 257,34; Bearbeiter: Tao
gehaʒʒic
Adj.
meist -hezz-.
‘hassend, feindselig’, präd. mit sîn/werden und Dat.
(meist d.P.):
uns kan nieman vor genesen / dem wir gehazzec woͤllen
wesen Rennew
27240;
gehezzic unde gram / wart in wîp und man
Ottok
47878;
wann er im was gehessig gar Märt
965;
pligestu doch ein lage / ze legen deinem eben christ, / durch
das du im gehessech bist? HvBurg
670;
Neidhc
12:8,7.
– mit einander:
des in sul wie [wir] nicht deste gehessiger si ein
ander UrkCorp (WMU)
1727,28.
– mit Dat.d.S.:
an ezzen, trinchen maͤzzich, / untugenden gar gehezzich / waz er tzu
allen stunden Suchenw
19,52
MWB 2 257,39; Bearbeiter: Tao
gêhe
Adj.
→
gæhe
Adj.
MWB 2 257,52;
gêhe
stF.
→
gæhe
stF.
MWB 2 257,53;
gehebe
Adj., Adv.
1
‘großen Raum, viel Platz bietend, geräumig’
2
‘reichlich’ (?) 3
‘fest, dicht’ , präd. 4
‘trefflich’ , von Personen 5
‘genau, in jeder Hinsicht’ ; synonym. zu ganz
1
‘großen Raum, viel Platz bietend, geräumig’
sin hus was so gehebe, / daz bi im maniger nachtes bleib PassIII
321,78;
üm nît und haz strâfe wir die alten / und habe wir gar gehêbe
valten [ Behälter; hier bildl. für Gedächtnis] , / in
den wir alten kriec behalten / des kristen liute niht sölten walten: / der valten
ist aber gar geswigen, / in den alte guottête sölten ligen Renner
14247
2
‘reichlich’ (?):
er gebe / dir lebindes waszer gar gehebe [fehlt Io 4,10
(dedisset tibi aquam vivam)]
EvStPaul
11406
3
‘fest, dicht’, präd.:
daz antwerg [der kuͤffer soll]
dem burcgraven sine vaz gehebe machen und binden, die er zuͦ sinen reben
bedarf UrkStraßb
4,2:208,13
(Mitte 14. Jh.);
er [Küfer] sol och die vasse gehebe binden, da der
herren pfrundewin inne sol ligen UrkEls
2,166
(a. 1339)
4
‘trefflich’, von Personen:
die edele, die gehebe, / bevalch gote ir armez leben PassIII
642,22;
seht do bat die edele dirn, / die schone und die gehebe, / daz er ir vrist
gebe ebd.
687,89.
557,68;
der edele helt gehebe / zoch an sich ritterlich gewant
Vät
32708;
der einre was geheve / von Brandinburc der marcgrêve, / der quam in Prûzinlant
gevarn NvJer
9175
5
‘genau, in jeder Hinsicht’; synonym. zu ganz:
daz gezugnisse ich gegebe / ganz der warheide und auch gehebe
[vgl. ut testimonium perhibeam veritati
Io 18,37
]
EvStPaul
14231
(oder ist gehebe vom Verb gehaben?).
– in der Verbindung mit wol, unsicher, ob hierher oder
‘sich richtig verhaltend’
die rede din si wol gehebe / behalden hant [fehlt Io 17,6
(sermonem tuum servaverunt)]
EvStPaul
13973
MWB 2 257,54; Bearbeiter: Tao
gehebe
stF.
→
gehabe
MWB 2 258,22;
gehebede
stF.
→
gehabede
MWB 2 258,23; |