gegenniet
stM. oder stN.
‘das Anstreben gegen etw., Gegenwehr’
manger tjost ein gegenniet / was Parzivâles hôhiu brust
Parz
444,16;
nû tet des valsches gegenniet [Widerpart (gemeint:
Alexander)] , / als im Permêniô ê riet UvEtzAlex
2359.
–
sîn nîgen er gein himel gap, / daz got ir strîtes gegenniet /
des tages von ein ander schiet Parz
393,1
MWB 2 240,17; Bearbeiter: Tao
gegenôte, gegende
stF.
1
‘Gegend, Land, Gebiet’
2
‘Ortschaft’
3
‘Heimat’ , mit Poss.-Pron. 4
‘Lebensraum’
1
‘Gegend, Land, Gebiet’
in der gegenôte / stunt ein burg gûte SAlex
5511;
er [Teufel] zeiget im aver den selben berch und
manigiu lant und gegende [...] und sprach: ‘allez,
daz dû sihest von diser hôhe, daz mache ich dir allez undertân
[...]’ PrStPaul
49,30;
île, wirn suln uns niht sûmen, / ich wil dise gegent rûmen LvRegSyon
3978;
sî vîngin, slûgin, roubitin, / unz sî sô gar betoubitin / dî dît in al den
gegenôtin NvJer
9195;
daz mære dô snellîch erschal / in der gegent über al UvLFrd
542,16;
ähnl.
StrKD
64,47.
145,632;
man sal ouch des hûten, daz under disen weleren daz mêr teil
iht sî von eime lande unde daz minnere teil von eime anderen lande, sunder muge daz
geschên, daz ir igelicher sî von eime sunderlichen lande oder gegende
[
de singulis provinciis
]
StatDtOrd
93,15.
104,8;
ein gegent diu ist rîche, / dâ solt dû sicherlîche / sitzen
und ouch herr inn sîn EnikWchr
10557.
10575;
ir habt mich gebeten manig zît / umb ein gegent, daz was mîn
nît, / daz ich iu der niht lêch EnikFb
1054;
GestRom
80;
die in des dôdes geinde [
in regione umbræ mortis
Is 9,2
] / wâren Erlös
5545.
– mit Namensnennung:
ein burk heizzet Nazaret; / in einer gegent si stet / div
heizzet Galilea Wernh
A 2094;
PassIII
355,55;
NvJer
10064;
LivlChr
9479.
–
in der ~ ze mit Ortsnamen:
an dem gericht in der gegent zuͦ Obirnburch UrkCorp (WMU)
N 312,18;
an dem zehent, den iz [
daz
gotzhows
] hat ze Mompareiz in der gegende ebd.
N 783,14
u.ö.
– bildl.:
ez [das unterernährte Kind] gebart mit munde und
mit ougen / offenbar unde tougen, / sam ez ein gegent wol verzert: / sulch girde
dem hunger ist beschert Jüngl
1145
2
‘Ortschaft’
her [...] sante si [...] in
alle stete und gegenot [
locum
] war her
kuͦnftic was EvBeh
Lc 10,1;
lâz si, daz si gên in di nêhstin dorfere und
gegenet [
vicos
] und koufin en spîse di si ezzin ebd.
Mc 6,36
3
‘Heimat’, mit Poss.-Pron.:
dô ich widir wande / mich kegn mîner gegenôt NvJer
8205;
ist iz abir ein uzman, daz he den dip wil hinwec vuren in sine geinnote unde
wil da richten, so muz he burgen setcen diseme gerichte StRFreiberg
126,21
4
‘Lebensraum’
schaw, wie iesleich gesläht der visch sein besunder lant hât
und sein gegent, und nimt ainr dem andern sein wonung niht BdN
244,9
MWB 2 240,25; Bearbeiter: Tao
gegenphant
stN.
‘Pfand’
daz der vnd sin guͦt solen gegenpfant sin vmb die saghe vnd die
vorderunge, die der vorgenante erzhebischof Gerhart vor vns erclaget hat
UrkCorp (WMU)
1729,39
MWB 2 241,7; Bearbeiter: Tao
gegenpunct
stM.
Ort an der Himmelskugel, der einem Punkt, einem Gestirn diametral
gegenüberliegt:
und der schat [der Erde] ist
unabschaidleich von der sunnen gegenpuncte, wanne er vellt alle zeit geleichs an der
sunnen gegenpunct. der gegenpunct ist niht anders danne ain punct an dem
zaichentrager [der Ekliptik] geleichs uͤber
gegen [gegenüber] der sunnen oder gegen ainem andern
planeten. und haizzen in die sternseher nadyr KvMSph
58,24.
59,1
MWB 2 241,11; Bearbeiter: Tao
gegenrede
stF.
‘Antwort, Entgegnung’
ouch sol iuch niht betrâgen / bedâhter gegenrede, diu gê /
reht als jenes vrâgen stê Parz
171,19;
iren vindet nu decheinen wîs / decheine geinrede an mir
ebd.
255,29.
437,1.
248,2.
766,22;
der gegenrede wart niht gesaget / von sînem edelem munde
Wh
192,20.
138,14.
– in einer Rechtssache, einem Rechtsstreit:
der rehte gegenrede im bôt Wh
112,28;
daz ir von hiute über ein jâr / mir ze
gegenrede [Rechenschaft] stêt / in kampfe
Parz
418,11;
nû hiez ze hove laden / von Rôm der kunic Ruodolf / von
Salzpurc den bischolf / und lie si dâ bêde / komen ze gegenrede Ottok
37923
MWB 2 241,21; Bearbeiter: Tao
gegenreise
stF.
‘das Entgegenziehen (des Heeres)’
sine wurden niht enpfangen / mit strîtes gegenreise
Wh
96,19;
manic schar im volgte uf die heide, / uf strites gegen reise, da von diu wip
gewunnen jamers leide JTit
873,4
MWB 2 241,34; Bearbeiter: Tao
gegen rennen, gegenrennen
swV.
‘(in feindlicher Absicht) gegen jmdn. anrennen’, subst.:
swaz uns die welhischen geste / tuont zuo leide / mit
gegenrennen ûf der heide Ottok
41776;
zwischen in und disen scharn / wart ûf dem plân / manic
gegenrenn getân ebd.
11027
MWB 2 241,39; Bearbeiter: Tao
gegen rîten, gegenrîten
stV.
‘jmdm. entgegenreiten’
Siglint diu schœne Kriemhilde gegenreit / [...] in
einer tageweide, dâ man die geste sach NibA
652,3
(vgl.
engegene NibB
707,3
).
– subst.:
ze Aschalône seit man daz / der hôhe bâruc kæme dar. / des wart manic grôze
schar / bekünbert an den zîten / ûf ein gegenrîten / dem werden Babilône
Reinfr
24274
MWB 2 241,45; Bearbeiter: Tao
gegenrîʒ
stF.
‘Widerhall’
„wie ofte blestu in daz horn? [...]” / er
sprach: „wiltu vmme der horne ruft? / der dvnre widerslet sie in der wolken
luft, / ir kegenriz mvoz alle velse brechen [...]”
Wartb
Rs 61,6
MWB 2 241,53; Bearbeiter: Tao
gegenschouwunge
stF.
‘das Anschauen, Anblicken’
daz si [Engel] nu niemer mere choment von siner
nachwendechait [Gottes Nähe] unde von siner hern
gegenscouwunge Konr(Sch)
232,16;
diu reste [das Allerheiligste] diu bezaichent die
himelschen Jerusalem, da da inne zallen ziten wonende ist ælliu gegenschouwunge
aller gotlichen magencrefte ebd.
64,17
MWB 2 241,58; Bearbeiter: Tao
gegen sëhen, gegensëhen
stV.
‘(einander) ansehen’, subst.:
wie lieblichi gebärd, / wie minickliches gegensechen, / wie fruntliches
ougenbrechen / von jn baiden beschicht Auge
274,94.
– Part.-Adj.: gegensëhende
‘gegenseitig, fürsorglich’
also wir von alter in langer zit mittenander in vruͤntlicher helfe vnd
in gegensehender liebe, schirme vnde stetikeit har sint komen UrkCorp (WMU)
1788AB,6
MWB 2 242,1; Bearbeiter: Tao
gegen senden
swV.
‘(Frauen als Geschenk) zu jmdm. schicken’
vor dir ne wil ih niwit sparen: / ahzic tûsint in einer
scaren / sendih dir gegen frowen SAlex
3632
MWB 2 242,10; Bearbeiter: Tao
gegensetzelich
Adj.
‘entgegengesetzt, gegensätzlich’
dar umbe so müezen zwo gegensast
widertragunge [
relationes oppositas
]
zuo zweien personen behören. aber welhe widertragunge niht
gegensetzelich [
oppositae
] sint, dez
ist notdürftig, daz si zuo der selben personen behören ThvASu
310,33.
312,16
MWB 2 242,14; Bearbeiter: Tao
gegen setzen, gegensetzen
swV.
1
‘gegenüberstellen, entgegensetzen’
2 refl. ‘sich entgegenstellen’
1
‘gegenüberstellen, entgegensetzen’
aber von der rede [
ratione
Wesen] der
widertragunge [
relationis
] ist daz gesihte
[
respectus Beziehung, Verhältnis] zuo
einem andern, nach dem unde etwaz etlichem gegen gesetzet
wirt [
opponitur
] widertreglichen
ThvASu
308,9.
– Part.-Adj.:
dar umbe so müezen zwo gegensast widertragunge zuo zweien
personen behören ThvASu
310,32;
her zuo ist zesagen, daz in den dingen, die wir von der
driveltikeit sprechen, daz wir zwo gegengesast irrunge behüeten sülen ebd.
312,29.
320,2.
2
refl. ‘sich entgegenstellen’
nû wart ein veltstrît gestriten, / an dem sô gar wart verriten
/ der Karlot und sîn her, / sô daz er sich mit wer / gegen niht mêr sazte
Ottok
173
MWB 2 242,21; Bearbeiter: Tao
gegensetzunge
stF.
‘Gegenüberstellung, Entgegensetzung, Gegensatz’
aber von der rede der widertragunge ist daz gesihte zuo einem
andern, nach dem unde etwaz etlichem gegen gesetzet wirt widertreglichen. unde sint
denne daz die widertragung in got
dinklichen [
realiter
] ist,
[...] so muoz daz sin, daz gegensetzunge widertreglich
si. aber die widertreglich gegensetzunge die slüzet in irre rede die underscheidunge
ThvASu
308,11.
310,32.
312,4.
320,13
MWB 2 242,36; Bearbeiter: Tao
gegensidele, -sëdel
stN.
Sitzplatz gegenüber dem Hausherrn: ‘Ehrenplatz’
wir sulin daz geginsidile han Roth
1626;
der kunic wisete daz gegen sidele / eime herren deme iz wole
inzam GrRud
A 7;
an daz gegensidele man Sîfriden sach / mit Kriemhilde sitzen
NibB
617,2;
daz gegensedel gap man der Scham RvZw
261,7;
Parz
309,24
(La.)
MWB 2 242,46; Bearbeiter: Tao
gegensihtic
Adj.
‘sichtbar gegenwärtig’
das macht di gegensichtig not / dw im dort vor augen gat
Teichn
344,34
MWB 2 242,53; Bearbeiter: Tao
gegenslac
stM.
‘Schlag gegen jmdn.’
got, des zornes kegen slac / nach siner rache nymant mac /
widersten noch intwenken / noch criges ken ym gedenken Hiob
3265
MWB 2 242,56; Bearbeiter: Tao
gegenstôʒ
stM.
‘Gegenstoß’
von hurte gegen stoͤze man und ors da dolten groze pine JTit
1712,2;
[Parzival zu Priester Johan, der ihm die Herrschaft
anbietet:] herr, ir sit uf erd uber all die geherten. /
[...] und duhte mich seldenbere, / daz ich
[...] zv rehte wol iwer ingesinde were. / und was ich
iensit mers iedoch gepriset, / nu bin ich wirde sehende, diu mir den muͦt uf
gegenstoz niht wiset ebd.
6318,4.
– übertr. auf das Wortgefecht:
diz disputieren waz so groz / enzwischen disen beiden, / man kond in disen
gegenstoz / in keine wis erleiden HeinzelJoh
15,3
MWB 2 242,60; Bearbeiter: Tao
gegenstrît
stM.
1
‘Gegenwehr’
2
‘Angriff, Kampf’
3
ze gegenstrîte
‘wetteifernd, um die Wette’
1
‘Gegenwehr’
und swâ man ritterschaft dâ gap, /
[...] daz er was gegenstrîtes vrî / vor ieslîchem einem
man Parz
15,22;
wir müezen rîten / in manec lant, daz rîters tât / uns wol ze
gegenstrîte hât ebd.
280,30;
als uns nû vil manec puneiz / ze gegenstrîte dringet
Wh
320,19;
ir gegenstrit wart in swach PassIII
270,64;
lützel iemen daz getohte, / daz er im gæbe gegenstrît
Wh
413,7
2
‘Angriff, Kampf’
nu sul wir hüeten uns vor in, / daz uns ir listege gegenstrît / mit kündekeit
iht ziehe hin / ûz unser wer in ir hamît LvRegSyon
167;
die heidin kamen / uf si gevlohin, an der zit / gabin si in
geginstrit RvEWchr
18697
3
ze gegenstrîte
‘wetteifernd, um die Wette’
vil kerzen unt diu varwe sîn / die gâbn ze gegenstrîte schîn
Parz
243,10
MWB 2 243,8; Bearbeiter: Tao
gegenstuol
stM.
Sitzplatz gegenüber dem Hausherrn: ‘Ehrenplatz’
nâch gegenstuol dâ niemen sprach, / diu gesitz wârn al
gelîche hêr Parz
309,24.
– in unklarem Kontext:
swa dem man gestuͦlet was, / ze hant gieng er sitzen
dar. / Malfer nam vil guͦte war / des da die kuͤnge sazen: / der
gegenstuͦl was in [?] gelazen Rennew
32182
MWB 2 243,24; Bearbeiter: Tao
gegenswanc
stM.
‘das Entgegenlaufen, -gehen’
er herbergt gen der vrouwen tür, / daz si darinne noch davür / getete nimmer
keinen ganc, / er entæt ir einen gegenswanc / daz si im muoste nigen RuprvWü
457
MWB 2 243,31; Bearbeiter: Tao
gegenteil
stMN.
‘Gegenpartei’
wer den andren der ee halb anspricht und uff gaystlichem gricht nit behalt, die
parson sol unnsrem her verfallen sjn zechen pfundt Schaffhuser und sjnem gegenthayl ouch
so vil, dartzu der statt ouch zechen pfundt WeistGr
1,298
(a. 1330 kopial)
MWB 2 243,36; Bearbeiter: Tao
gegentjoste
stF.
‘Gegenstoß mit der Lanze’
Keie sîne tjoste brâhte, / [...]
durchs Wâleis schilt ein venster wît. / im wart vergolten dirre strît. / Keie
[...] / ze gegentjoste wart gevalt Parz
295,18
MWB 2 243,42; Bearbeiter: Tao
gegentraht
stF.
‘Widerstand’
dî engle potestates [...], / dî mit strîtis kegintracht /
vortribin al des tûvils macht NvJer
673
MWB 2 243,46; Bearbeiter: Tao |