Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gediutnisse - gedröulich    


gediutnisse stFN. ‘Symbol; symbol. Bedeutung’ der lewe dutet [...] Marken [...]. / Lucas [...] des kalbes stat / mit gedutnisse heldet HeslApk 8427; sin [des Steins krisoparus ] gedutnis ist gevallen / uf sie die gote grune sint, / der werlde tummer dan ein kint ebd. 21982. 20943

MWB 2 218,13; Bearbeiter: Bohnert

gedoldikeit stF. gedulticheit

MWB 2 218,19;

gedolt stF. gedult

MWB 2 218,20;

gedolunge stF. ‘Mitleid’ gedolung: deines nahsten trvbsal sol ze hertzen dir gen als dein selber smertzen UvLil 261r 47

MWB 2 218,21; Bearbeiter: Bohnert

gedon Adj., Adv. gedône Exod 1487. – von → gedon stSubst. mit ganz verblasstem Substantivcharakter (immer ohne Attr. und artikellos; Ottok 91839 mit Gradadv., s. unter 3.1). 1 ‘eilig’ (vgl. gedon stSubst.);
2 jmdm. wirt ~ ‘jmd. erfährt Gewalt, Beschwerliches’
3 tuon ‘hart zusetzen, Gewalt antun, bedrängen’ ; jmd./ein Tier/etw. tuot jmdm./sich/einem Tier/einer Sache gedon
3.1 allg.
3.2 mit ( und) folgendem Konsekutivsatz
3.3 mit Präp. mit zur Angabe des Mittels
3.4 vereinzelt in anderen Verbindungen;
   1 ‘eilig’ (vgl. → gedon stSubst.); jmdm. ist ~ ‘jmd. hat es eilig’, mit Präp. (nâch, zuo): im was nâch vehten sô gedon Ottok 33072; den amtliuten was gedon / zuo dem âbentmâle ebd. 68136. – adv.: den sach man vil gedon / daz lant datz Stîre rûmen Ottok 13750; ouch kômen dar gedon / die von Ortenburc mit der vart ebd. 96817; hin durch den Kanol / fuor algedon / der patriarch Ottobon ebd. 93591. 17132    2 jmdm. wirt ~ ‘jmd. erfährt Gewalt, Beschwerliches’ dem wart gedon, / wand er grimmigen lon / entpfienc PassIII 483,29    3 ~ tuon ‘hart zusetzen, Gewalt antun, bedrängen’; jmd./ein Tier/etw. tuot jmdm./sich/einem Tier/einer Sache gedon    3.1 allg.: si [die hundesfliegen ] tâten uil gedône / beidiu ze uelde unde ze houe / der heidinisken diete Exod 1487; Polixinart dâ sêre vaht / und tet Troiæren vil gedon KvWTroj 36757; daz [l. des ] tuot mir trûren vil gedon ebd. 13529; sîn râche tuot iu niht gedon ebd. 24289. 15084; dâ [vor Graz] legt er sich nider / und tet der stat gedon Ottok 14001; im tæt diu kuniginne / mit den werken der minne / al ze gedon ebd. 91839; unz im [dem mülrossel ] der wolf sô nâhent kêrt, / daz er im tuot gedon ebd. 14791; Neidh WL 22:6,11; Vät 24195; Martina 35,98; UvEtzAlex 22941    3.2 mit ( und) folgendem Konsekutivsatz: predige, lêre unde rât, / swer diu driu dicke hât, / dem mugen sie tuon sô gedon, / daz sîn herze sich dâvon / [...] tempert unde leichet LvRegSyon 1738. 1402; der val tet im sô gedon, / daz er schiere starp dâvon Ottok 77380; den tâten diu wîp / mit steinen sô gedon, / daz si sturben dâvon ebd. 51135. 13438. 95626    3.3 mit Präp. mit zur Angabe des Mittels: er tuot den widersachen / mit hôher crefte vil gedon KvWTroj 27033. 4084. 6161; mit slahen und mit stechen / tet man im vil gedon Ottok 825. 29847; mit sparen [Sporen] tet man in [Pferden] gedon Suchenw 4,480; Krone 6685; UvEtzAlex 15404; vereinzelt ohne Dat.: dô man si tac und naht / mit ungemach an vaht / und mit sturme tet gedon Ottok 28816. – refl.: daz der soldan selp genas, / daz kom allermeist dâvon, / daz er im selbe tet gedon [sich anstrengte] / mit der fluht Ottok 44726    3.4 vereinzelt in anderen Verbindungen; mit Präp. nâch: ein iungelinc do nach ir [der hl. Agnes] warb, [...]. / sin herze wart gedon im tun / nach dirre iuncvrowen PassIII 111,48. – mit ze und Inf.: man tet im [...] gedon / ze varen sîne vart Ottok 31693

MWB 2 218,24; Bearbeiter: Bohnert

gedon stSubst. vgl. → gedon Adj., Adv. mit ~ ‘eilig’ wand si heten vernomen, / daz mit gedon / der patriarch Ottobon / was ouch nû komen dar / von Aglei Ottok 93545

MWB 2 219,12; Bearbeiter: Bohnert

gedœne stN. Koll. zu dôn. 1 ‘Gesang, Melodie’ , überw. von menschl. und Vogelgesang
2 ‘Klang, Schall von Musikinstrumenten (überw. Schellen, Glocken)’
3 ‘Getön, Laut, Schall’
   1 ‘Gesang, Melodie’, überw. von menschl. und Vogelgesang: nieman gelernen kan red und gedœne singen KvWLd 32,305; SM:Ta 4:1,6; Renner 4194; er [...] sang mit geischlichem stillen gedoͤne, daz der mund gie und es doch nieman horte Seuse 29,22; schœne gedœne singent vogellîn als ê KvWLd 16,4; ir gedœne seltsæn unde wilde / sanc diu liebe nahtegal ebd. 12,9. 8,7; HvNstGZ 7525. daz si [ sinnelôse giegen ] den künsterîchen stelnt ir rede und ir gedœne KvWLd 32,185. 19,5; waz toug ze sange ein trüebez klagen, / ein siufteberndez liet, ein fröidelôs gedœne? SM:Te 6: 3,8; dô huop man an sâ zehant / mit lûtem gedœne / ein messe Ottok 67937; Renner 1201. 22240; diu lerche lüftet ir gedœne, / daz ir schal ûf dur diu wolken dringet KLD:KvK 1:1,3; Renner 9384. – auch vom Gesang der Sirenen: das si [ syrenen ] [...] ligen indem mer / und die lúte [...] / mit ir gedoͤne irtrenchen RvEWchr 26667; KvWLd 1,132. – iron. vom Geschrei des Esels: der esel [...] sanc ein hügeliet [Freudenlied] [...]. / zem gedœne balde kam gegangen Isengrîn Marner 15,131    2 ‘Klang, Schall von Musikinstrumenten (überw. Schellen, Glocken)’ sîne schellen gâbn gedœne Parz 39,21; durch süez gedœne hiengen dran / guldîne schellen RvEAlex 5372; Wig 9196; Renner 23070; PassIII 460,22; alle ir horn nâmen / und hürneten vil schône / mit ime [Tristan] in sîme dône [...] : / diu burc diu wart gedœnes vol Tr 3222; KvWTroj 12203; kumt aber ieman mit swegeln dar / oder mit seiten spils gedœne Renner 20213; Wig 9452. ein man [ psaltes, Rg IV 3,15] / der suͤssen [l. -ez ] gedon machen kan RvEWchr 35954; EvBeh Lc 15,25; gedone ane wort daz ist ein toder galm Meissner 10:1,7    3 ‘Getön, Laut, Schall’ das or empfacht das gethoͤn vnd die zung den geschmack Eckh 2:472,2; daz ein pînlich gedœne mînen ôren als lustic sî als ein süezez seitenspil, daz erkriege [erreiche] ich niemer ebd. 3:491,19. allez [...] sprach her [Gott] al zu mâle in deme worte; nicht mit gedône noch mit stimme, sunder mit swîgene HvFritzlHl 179,30; die wunderschön / macht clein gedön / vnd hiesz den wachter peitten Hätzl 1:27,353; ich han gesehen [...] / sie [Tobsüchtige, Akk.Pl.] schrien, glien, gellen / gar úbel sich gehabende / an sant Johans abende. / von non hin ze non / si triben das gedon SHort 2966; Rennew 16695; Echo: gebirge stein unde walt / begunde [...] / zwîvalt gedœne bringen RvEAlex 7038. suͤlch gedoͤne von den swerten gie, / div mit kraft die kristen sluͦgen TürlArabel *R 46,24; der gemeine schal [der Angreifer] mit wuof gap sulîch gedœne Loheng 2817; KvWTroj 39197

MWB 2 219,16; Bearbeiter: Bohnert

gedœnelich, gedœniclich Adj. ‘Töne betreffend’ sin ander sun hiz Iubal / der mit gedone glichen [La. gedônelîchem, s. Schröder, ChristhChr. S. 168] schal / vnd rechtir wise maze uant ChristhChr 2822

MWB 2 220,6; Bearbeiter: Bohnert

gedonre stN. ‘das Donnern, Gedonner’ des sint och iriu [der Apostel Jacobus und Johannes] wort [...] gebenmazet zuo den donerslegen. der regen der von ir zwair gedonre chomen ist, daz ist der ir vil groze wistuom Konr(Sch) 200,34; grien unde plân erwageten / dur daz gedœne [Laa. gedorne, gedunre ‘donnernden Lärm’] , daz sich huop, / dô man dur manic herze gruop / lanzen und mit arembrust KvWTroj 39197 (s.a. Bartsch, Troj. z.St.)

MWB 2 220,11; Bearbeiter: Bohnert

gedotzen swV. getotzen

MWB 2 220,21;

gedôʒ, gedœʒe stN. 1 ‘Getöse, Lärm’ ;
2 ‘Wasserfall’
   1 ‘Getöse, Lärm’; als Naturgeräusch: die scharfen wintstôze / unt allez ir gedôze / daz erkante sînen meister [Christus, Mt 14,22ff. ] Wernh 5506; so wirt daz getoͤze so dicke, da daz mer uellit durch die scrunden, daz die schiflúte dez dunket, daz die hunde bellen in dem wassere Lucid 44,6; PrLpz(L) 61,23; AdelhLangm 57,23. – vom Schreien, Lärmen Verängstigter, Wütender: ir [der zum Tode Verurteilten] gescrei und ir gedôz / daz wart michel unde grôz, / dô man si zeinen galgen / zouch SAlex 3954; der tuͦuil [...] machete michel gruͦwesal vffeme kirchove vnd groz gedoze in den wortin [in der Absicht] , daz er den armen man von dannen vortriebe PrLpz(L) 72,18; Himmel 56; Brun 6695. – als Kriegs-, Kampfeslärm, Lärmen eines lagernden Heeres: dô hûb sih dâ ein sturm hart. / dâ wart michel gedôz. / dâ was der strît vil grôz SAlex 1163; dar zuo von liut unt rossen solch gedœze Loheng 5046. 2030; dar was so michel gedoys / van dem her dat do lach KarlGalie 6574; op dat hey en geyn gedoys / en machte ebd. 11602. – als Schall bestimmter Musikinstrumente: nû hôrt man busûnen snar und von tampûr gedœze Loheng 6187; de horn vaste clungen / kleyne ind groesse. / do schal vs dem gedose / dat horn Olyuandes dat helle Karlmeinet 480,49; WhvÖst 6475. – sprichwörtl. (TPMA 8,259): niht guot ist ze gîgen / in der müle gedœze Helbl 3,193    2 ‘Wasserfall’ allez daz guͦt, dc uns an hoͤret in dem tal zu Noppenowe [...] von dem gedoͤsse hin hinder [vom Wasserfall aufwärts] UrkCorp (WMU) 3003,19

MWB 2 220,22; Bearbeiter: Bohnert

gedraht stF. getraht

MWB 2 220,54;

gedranc stNM. vereinzelt Pl. ( Seuse 116,3 ); Nom. Sg. gedrange [: lobesange ] WernhMl 14470. 1 ‘das Drängen, Drücken’
2 ‘das Zusammenpressen, -ziehen der Stirn’
3 ‘Bedrängung, Bedrängnis’
4 ‘Gedränge’ , bes. im Kampf,
   1 ‘das Drängen, Drücken’ des [eines Riesen] sterke ich gemerken kan / [...] bî sîner stange: / mit michelm gedrange / erhebent si kûme zwêne man UvZLanz 1730; der ertpidem kümt dâ von, daz in der erden [...] vil erdischer dünst gesament werdent, [...] daz der dunst für sich scheubt die erden mit ainem gedrang und widerstœzt, sam dâ ain mensch den andern dringt BdN 108,10; ich mvͦs nv her vs gon min notdvrft tvͦn [...]. do gie ich [...] in gar groseme getrange der natvren MerswZM 36,34    2 ‘das Zusammenpressen, -ziehen der Stirn’ ir stirne was getwanges [La. getranges ] frî [...], / kein runze dar an oucte sich WvRh 1387    3 ‘Bedrängung, Bedrängnis’ wazzir sint gegangen an min sele mit gedrange MillPhys 63,2; berc und tal gezieret stânt gar wunneclîche, / die der kalde winter mit gedrange / hiure jæmerlîchen twanc KLD:Püller 1:1,5; darumb mir synn vnd muͦts geprist / vnd leb auch mit gedrange Hätzl 1:53,9. 2:63,20; EvBerl 71,3; Pl.: do begunde er ime vil úbel fúrten [...] und gie, als er dik pflag ze tuͦn in sinen gedrangen, hin uf uf den berg Seuse 116,3    4 ‘Gedränge’, bes. im Kampf, häufig grôz/michel/stark ~ ; vereinzelt übertr. auf Pflanzen, Tiere, Haarlocken ( EnikWchr 5552; Georg 3079; KvWTroj 34249; Neidh(S) 1,138 C120:3,3 ): die heiden vluhen zu der burch. [...] / uil michel wart daz gedranc Rol 863; dâ was spil unde sank, / buhurt unde gedrank En 13160; diu leute sêre zogten zuo: / umb mich wart ein vil grôz gedranc UvLFrd 164,31. 261,25; ouch macht er rûm dâ was gedranc Wh 114,2; Parz 153,19. – in Verbindung mit best. Verben: dô huop sich von den liuten vil michel der gedranc NibB 33,2; Roth 276; Parz 648,10; Wig 9488; daz iudelin do war nam, / war umme der gedranc geschach MarLegPass 25,181; daz daz grôz gedranc / die fursten betwanc / von einander ze scheiden Ottok 44527; KvWTroj 33922. – mit präp. Richtungsangabe (ûf, zuo): sich huop dâ bî der zîte / ûf den herzogen grôz gedranc KvWTroj 31521; zuo dem tisch was manic gedranc EnikWchr 26568; die phaffen îlent hin zer helle; / die leien [...] wellent dringen vür: / ez ist grôz gedranc zer tür WälGa 8446. – mit Präp.: her machete eine strâze / enalmitten dorchz gedrank En 7779; si [...] schrîeten Munschoye, / in gedrange als ob ein boye / von îser wære umb si gesmit Wh 397,22; WhvÖst 14852; ze rücke gâhter ûf die schar / und hurte vaste in den gedranc RvEAlex 7407; Neidh WL 31:8,8; des sich die rotten wurren / zesamene mit gedrange KvWTroj 12235; di bluomen mit gedrange / stuonden ûf dem veld EnikWchr 5552; Neidh(S) 1,138 C120:3,3; KLD:  BvH 1:2,1; WälGa 5523; swer dâ wider oder füer / rîten oder gên wolde, / von gedrange der dolde / michel nôt und arbeit Ottok 8031; hey waz rîcher buckelen vor gedrange lûte erdôz! NibB 585,4. – mit Bez. des Agens durch ein gen./adj. Attr.: im [einem Mann] sol werven sîn gedanc, / sîn rede, sîn werc daz gedranc / der engel WälGa 5538; etswâ smæhlîch gedranc [Zudrang von smæhen ‘verachtenswerten Leuten’] / unt etswâ werdez dringen Parz 297,22; sich huop dâ hurteclich gedranc [Gedränge der zum Stoß Anrennenden] KvWPart 21720; RvEWh 5799

MWB 2 220,55; Bearbeiter: Bohnert

gedrancnisse, gedrencnisse stN. ‘Bedrängung’ so sullent sie lidig sin [...] aller hande getrangnisze von uns unde allen unsern pflegern UrkStraßb 2:475,7 (a. 1330); das [...] der keyner vnsir ampleut vff das selbe guet keynerley gebot, notbete, stewer noch andirs keynerley gedrencknis setze sollen DRW 3,1376 (WasungenUB.; a. 1348, kopial)

MWB 2 221,58; Bearbeiter: Bohnert

gedrange Adj., Adv. 1 ‘von Drang erfüllt’
2 ‘bedrängend’
3 ‘bedrängt’
   1 ‘von Drang erfüllt’ wer hat hie die gedrenger [drangvolleren, offensiveren] / rosse? der schol wesen der spitz [Spitze des Heeres, Vorhut] WhvÖst 7970. – Adv.: daz Elle an dem tanze niht springet gedrange Tannh 4,130    2 ‘bedrängend’ kein sichtum wart nie so gedrang [: lange ] Minneb 5378. – Adv.: minne klemmet rechte alsam ein zange. / swens an kumt gidrange, / den kümbirt ungemüete SM:Had 17: 3,8. – bes. jmdm. ~ tuon ‘jmdn. bedrängen, ihm zusetzen’ und dotent [taten] in so getrange daz sie mustent fliehen ClosChr 80,23. 49,16; sendiu nôt tuot mir gedrange SM:Had 11: 3,10; der winter tuͦtt getrange / vil manigem hertzen guͦt Hätzl 1:118,3    3 ‘bedrängt’ di muren [Jerusalems] werden widir gebuwet in gedranger zit [ in angustia temporum ] Cranc Dan 9,25

MWB 2 222,1; Bearbeiter: Bohnert

gedrâte Adv. ‘schnell, eilig’ dez huses wirt sie manten / daz [...] daz eßen schiere wurde bereit. / der wirt schuͦff daz gar getrat HvNstGZ 4349; daz dritte dar umb si [die Menschen] wachen sont, daz ist daz si in [Christus] gedrate in lâssent, swenn er kumet PrGeorg 99,11; heim gie do der tumbe man / geswind und ouch gedrate Kerbelkraut 243; Floyris 91; RvEWchr 4203. 22317; JvKonstanz 622 u.ö.; KvHelmsd 322 u.ö.

MWB 2 222,18; Bearbeiter: Bohnert

gedrebe stN. auch gedehnt -træbe (s. Wilmanns, HvMelk S. 10). – zu draben swV. oder drap stM. ‘Tumult’ daz sich von dem volke iht hebe / ein grûsen unde ein gedrebe [ ne forte tumultus fieret in populo Mt 26,5 ] Erlös 4550; sô die liut die vîent [die Teufel, Subj.] chestent, / sie [die pflichtvergessenen Priester] ziehent sich ûz dem gitræbe [: gæbe ] Priesterl 57

MWB 2 222,27; Bearbeiter: Bohnert

gedrebede stFN. ‘Tumult, Aufregung’ in dirre not getrebede / kam och zvo der begrebede [Jesu] / der ivden furste Nicodemus Martina 39,91

MWB 2 222,35; Bearbeiter: Bohnert

gedrencnisse stNF. gedrancnisse

MWB 2 222,38;

gedrenge stN. 1 ‘Bedrängung, Bedrängnis’
2 ‘Gedränge’ , bes. im Kampf,
3 ‘beengter, zugewachsener Weg; Dickicht’
   1 ‘Bedrängung, Bedrängnis’ [er trank] sô vil [...], / daz sich daz hemde zarte. [...] / er [legte einen Brustpanzer an und] sprach: des wînes gedrenge / lât mich nu ungezerret Weinschwelg 408; mit wormen han ich [Leib eines Toten] gedrenge HvNstVis 394; dez selben zites hat er sunderlich gedrenge von swerem liden Seuse 10,14; dass er in grossem getrenge und we stunde und in trurikeit Tauler 76,30. 19,5; EvBeh Lc 21,23.25. Io 16,21    2 ‘Gedränge’, bes. im Kampf, häufig grôz/michel ~ ; vereinzelt übertr. auf Sachen ( Parz 760,29; ErnstB(W) 4398; Mechth 7:55,41 ): swa gedrenge was, dâ machter rûn Parz 77,28; daz gadem was ze enge. / des wart dâ gedrenge / harte michel vor der tur KvFuss 1058; dô wart ein samenunge starc / unde ein grôz gedrenge KvWPant 1441; Rol 4107; Minneb 1334. – in Verbindung mit best. Verben: des tôdes gedrenge / huop sich mit den swerten dâ Wig 11145; di kammere was ir zu enge: / des leit si groz gedrenge, / si unde ir ingesinde Elis 4974; got der enlîdet kein gedrenge [will allein und ungedrängt sein] Eckh 2:295,3; Roth 1842; Parz 417,14; RvZw 47,8; KvWTroj 19563; auf die sich Drängenden bezogen: nu begunden dar gâhen [...] / die liute [um das Jesuskind zu sehen] [...], / unz si [Maria] daz gedrenge vertreip KvFuss 1052. – mit Präp.: an der dicke erz machte dünne, / und rûm ame gedrenge, / und wît swenne erz vant enge Wh 40,15; dâ wærn gestanden sehs gezelt / âne gedrenge der snüere [ohne dass die Zeltseile zu dicht aneinandergekommen wären] Parz 760,29; in strîts gedrenge man in sach ebd. 339,7; RvEAlex 7473; sie quamen [...] / in daz grozze gedrenge Herb 5187; du solt den tanz al durh daz gedrenge füeren SM:Go 2: 6,4; Loheng 2735; das waszer durch den berg schosz / zu eynem loch, das was enge. / mit groszem gedrenge / es durch den berg ran ErnstB  (W) 4398; ich bin iz gerne lobende, ob ich belibe sunder solch gedrenge JTit 4109,4; da was von gedrenge / daz wite velt zv enge Herb 6865. – mit Bez. des Agens durch ein attr. Adj.: ich vorht unkunt gedrenge [das Zudrängen von Unbekannten] Parz 216,30; sich huop von ritterlicher wer / vil hurticlich gedrenge [Gedränge von zum Stoß Anrennenden] KvWTurn 781    3 ‘beengter, zugewachsener Weg; Dickicht’ der [ stîc ] wart vil rûch und enge: / durch dorne und durch gedrenge / sô vuor ich allen den tac Iw 268. 1078; wan er sein örs het verlorn, / des enmoht er gedreng vnd dorn / ze fuozen niht erstreichen Krone 2105; Wig 2062. 6433; untz daz ich chom in ein gehag, / do manik pluͤd auf doͤrn lag, / do ward iz all so enge, / do mŭst ich in gedrenge / mich winden unde slauffen Suchenw 24,87

MWB 2 222,39; Bearbeiter: Bohnert

gedriesch stN. ‘Geschwätz’ Bêheim wart daz swære / und het ez wan für ein gedriesch, / daz er [König Stephan] sô frevellichen iesch / sîn verloren guot an in Ottok 10290

MWB 2 223,30; Bearbeiterin: Herbers

gedringe stN. wie gedrenge. ‘Gedränge’ diu junkvrouw’ rante dar zuo [in einem tjoste ] , / [...] mit hurten und mit gedringe, / daz man wunder an ir sach Frauenturnier 240

MWB 2 223,34; Bearbeiterin: Herbers

gedrol Adj. zu gedrollen Part.Prät. von drillen stV. (s.a. Schiller/Lübben 1, S. 565 dral, Adj.). ‘gerundet’ er was klein an dem lîbe, wol geschaffen über al, / gedrol als ein kerze über die hüffe hin ze tal WolfdB 2,2. 338,2

MWB 2 223,38; Bearbeiterin: Herbers

gedrosch, gedrusche stN. ‘Schar, Menge’ (vgl. AWB 2,695 s.v. githruski): ich sag iu, lieber herre mîn, / suln sie alle dienstman sîn, / ir wirt ein michel gedrosch [: frosch ] Helbl 8,529; cohors (militum) : gedrusche GlHerrad 352

MWB 2 223,43; Bearbeiterin: Herbers

gedröulich Adj. ‘gefährlich’ truoc mich [Wolfhart] der tiuvel in diz lant / in sô gedröulîch strâzen? Virg 691,10

MWB 2 223,48; Bearbeiterin: Herbers