g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gedigen
Part.-Adj.
zu
dîhen
stV. und
gedîhen
stV.
bezogen auf Gegenstände und Sachen ‘fest, stark’
die schilde wâren sô gedigen Parz
541,15.
335,12;
grôz und gedigen was der schaft Er
794;
ein gedigene swêre lanzen hart / begreif der edele Burchart
Kreuzf
5605.
5630;
Ottok
77728.
– bezogen auf Menschen ‘tüchtig, klug’
guotiu unde gedigeniu mennisken TrudHL
72,2;
Galba, en gedegen man, wart de seste keiser SächsWchr
98,27.
–
‘ausgezehrt’ mit Gen.:
ich armez lant Ôsterrîch, / seht, man iuch [König
Rudolf] des, daz ir vier jâr / ab mir nâmt die iuwern nar. / sîn
bin ich jæmerlîch gedigen Helbl
5,9
MWB 2 205,45; Bearbeiterin: Herbers
1gedigene
stN.
F. nur
UrkCorp (WMU)
3272,44;
vereinzelt sw. flekt. (
ClosChr
122,1
). – Koll. zu
dëgen
.
‘Gefolgschaft’
1
‘(ritterliches) Gefolge, Dienstmannschaft, Ritterschaft’
2
daz himelische
‘die himmlischen Heerscharen, die Engel’
3
‘nichtadlige Einwohnerschaft, Volk’
1
‘(ritterliches) Gefolge, Dienstmannschaft, Ritterschaft’
daz er [Jakob] trût wâre des
chuniges, meister alles sînes gedigenes Gen
2501;
daz herste gedigene, / daz man ze Tungeren vant Serv
1442.
1932;
under al disem gedigene sô ist dehein bote niht sô guoter Kudr
1154,4;
so muͦsz u̍ch dienen dis gedigen, / was hie in dem land ist
Krone
20872.
13635;
die [
hantveste
] ir [der
Stadt] von vnsirm gidigine vnd von keisirn vnd kvnigin gigebin vnd
giuestint warin UrkCorp (WMU)
173,2;
Roth
774.
3772;
NibB
1442,3;
TrudHL
42,27;
JTit
5786,4;
Hawich
17;
Ottok
70743.
–
‘Söhne’
herzog Bernhartes gedigen Ottok
8368.
–
siv [die Tochter
Constantins] luchit vz deme gedigene / so daz gesterne tvͦt
uvndeme himele Roth
71
2
daz himelische
~
‘die himmlischen Heerscharen, die Engel’
daz himelische gedigene / dem chünic Charle hilfe bot Serv
2124;
lob dem himelschen gedigene Konr(Sch)
109,22;
wê dir, armchlîchiu gotes gischaft, / uber die dîn schephære
wirt chlaghaft / allem himelischem gedigene Priesterl
349
3
‘nichtadlige Einwohnerschaft, Volk’
nv was daz romsche gedigen / komen zvo dem tempel gar Martina
223,86;
daz menschelich gedigen [Menschheit]
ebd.
255,75.
–
‘Bürgerschaft’
der rat, die zunftmeister vnd gimeinlich daz gidigen von Basil tuͦn
kunt UrkCorp (WMU)
189,13
u.ö.;
daz gedigene [die Gläubigen, Gemeinde] gegen
dem stuole dranc / vrölich wart der antvanch / gegen dem bischofe milten
Serv
437;
do geschach ein gescholle zwischent den edeln und dem gediegenen
zuͦ Strosburg, und gesigetent die edeln, daz sü des gedigenen 16
erschlugent ClosChr
122,1;
UrkAltenb
135
(a. 1314).
–
‘Gotteshausleute’ (die in Abhängigkeit von einem Kloster oder
einer Kirche Stehenden):
darna sol man dien gestun zem erst rihtun, darna dien frowen, darna dem
gedigun WeistGr
1,311
(a. 1344)
MWB 2 205,58; Bearbeiterin: Herbers
2gedigene
stN.
wohl zu gedîhen stV.
‘Gewohnheit, Rechtstradition’
daz der chvntschaft wol gewizzen ist von altem gedigen her [von
alters her]
UrkCorp (WMU)
2120,24
MWB 2 206,34; Bearbeiterin: Herbers
gedigenheit
stF.
1
‘Vollkommenheit, Reife’
2
‘Tüchtigkeit’
1
‘Vollkommenheit, Reife’
got aine treit die segense, dâ die iungen mitte ze der
gedigenhait gemêt werdent TrudHL
123,8.
125,1.
146,30
2
‘Tüchtigkeit’
daz sol doh mit dimutikeit vn̄ gedigenheit vn̄ uorhten
tvͦn. dem ez der abte gebivtet BrAsb
47.
42
u.ö.;
MWB 2 206,38; Bearbeiterin: Herbers
gedigenicheit
stF.
zu
gedigen
Part.-Adj.
‘Tüchtigkeit’
vnt daz di gebezerit werden di iz da horint. daz tvͦ man mit demvte vnd mit
gedignicheite vnt mit forte BrHoh
47.
42
u.ö.
MWB 2 206,44; Bearbeiterin: Herbers
gedigenlich
Adj.
‘fest, stark’
diu [die Reue] sol uns leren, wie wir
got sulen phlegen. / dannen chomet (uns) diemuot unde gedigenlichez muot
AvaLJ
211,5
MWB 2 206,48; Bearbeiterin: Herbers
gedigenlîchen
Adv.
zu digen swV.
‘im Gebet, betend’
also der herre Salemon vil gedigenlichen des almahtigen gotes hulde suchunde
sprach PrKlostern
37
MWB 2 206,52; Bearbeiterin: Herbers
gedîhe
stF.
‘Heil, Rettung’
daz von gotes willen und von kraft des heiligen geistes gemachet wart diu edel
menscheit und der edel lîchame ze menschlîcher gedîhe in unser vrouwen lîbe
Eckh
2:439,6.
–
‘Gesundung’
daz he arcztie [Arznei gebe] / den siechin zcu
gedie PfzdHech
311,37.
338,6
MWB 2 206,56; Bearbeiterin: Herbers
gedîhe
Adj., Adv.
‘vollkommen’
cynnama heizet cynemin. der ist drierhande. under den ist di
beste di cleinste unde gedihste unde der suͦzeste unde der baz zengert unde
bisset an der zungen Macer
84,3;
wer dir sin gut lihe, / da gilt im gar gedihe; / wann wer ungern giltet, / vil
dicke man in schiltet Facetus
152
MWB 2 206,62; Bearbeiter: Bohnert
gedîhen
stV.
auch gedîen (z.B.
Walth
95,2;
En
4499;
MarlbRh
7,36;
gedigen HlReg
11,28
).
1
‘wachsen, gedeihen’
1.1 eigentl., von Kindern, Pflanzen 1.2 übertr.; 2
‘jmdm. in best. Weise ergehen, in best. Weise verlaufen, vonstatten
gehen, ausschlagen’ , oft mit wol/übele/sô u.ä. 2.1 ohne Dat. 2.2 mit Dat. 3
‘(in eine schlechte Lage) geraten, kommen;
herunterkommen’ ; 4 wohin ‘kommen, gelangen’ , mit Präp. 4.1 eigentl. 4.2 übertr., unpers. 5
‘zu etw. werden’ , mit Präp. ze , auch
an/in 6 (jmdm.) ze spotte/klage ~
‘(für jmdn.) zum Gegenstand des Spottes/der Klage werden’ u.ä.
1
‘wachsen, gedeihen’
1.1
eigentl., von Kindern, Pflanzen:
er gedeih baz in drîn tagen / dan alle andere kint, / sô si
drîer mânede alt sint SAlex
142;
eyn iclich boum, der do wirt gepfropt
[...] an sente Lambrechtis tage, der gedigit
Pelzb
122,35.
128,4.
– hier anzuschließen? mit Dat.d.S. ‘für etw. auf-,
heranwachsen, reif werden’, verblasst:
her [ein Mensch] gedech dem
vure / der grundelosen helle HeslApk
11546
1.2
übertr.;
‘wachsen, größer werden, sich vermehren’
vor Kunst ich [die
Milte
] guotes niht enspar, / swie kûme ez doch
gedîhet KvWKlage
20,6;
daz ir lop dâ bî wahse und vol gedîhe
MF:Reinm
68: 1,3.
–
‘etw. (ein Gefühl) erwächst, entsteht jmdm., wird jmdm.
zuteil’
dâ von gedêch mir dirre pîn Parz
673,24;
daz dir gedihe dar uz scham Minneb
4985;
Wh
152,10
2
‘jmdm. in best. Weise ergehen, in best. Weise verlaufen, vonstatten
gehen, ausschlagen’, oft mit wol/übele/sô u.ä.
2.1
ohne Dat.:
sô dankent [...] gote, / daz ir
sît sus wol gedigen UvZLanz
4703;
ich wil mit in [den Trojanern] strîten / sô daz
sis schande gewinnen. [...] / si soln
[...] / vil ubile gedîen En
4499;
doch liez in got gedîhen / vil übel an dem lîbe
Ottok
206;
Roth
36;
Neidh(S)
1,504 C284:5,4;
Helbl
5,9;
Virg
590,8.
–
daz alle krâ gedîen, / als ich in des gunne! Walth
95,2;
ach, ûz erweltiu ritterschaft / von Troye, wie bist
dû gedigen [wie weit ist es mit dir gekommen] ! /
wie siht man dich zerhouwen ligen KvWTroj
13191;
SM:Tu
2:3,2;
KvWEngelh
5735.
–
wand sin [Isaaks] herce
minte got / und leiste gerne sin gebot, / das ze selden im gedech
[zum Glück ausschlug]
RvEWchr
5614.
– mit sô und Konsekutivsatz:
sîn strît der gedêch alsô, / daz herter strît nie wart gesehen
UvTürhTr
3252;
Parz
578,24.
644,7.
667,16
2.2
mit Dat.:
gerne wolden si sich im [Gott mit Opfern]
genahen / daz in deste baz gedige swaz er in hiete uerlihen GenM
24,8;
so wil ich [Isaak] dich
[Esau] wihen daz dir alliv diniv dinch wol
gedihen ebd.
49,5.
–
wie dem helde Abimalech
[...] gedech / sin tumplich
vrevil [welche Folgen er für ihn zeitigte]
RvEWchr
28808.
– unpers.:
wiez Ermrich [Dat.] ist gedigen
Dietr
9827
3
‘(in eine schlechte Lage) geraten, kommen;
herunterkommen’;
mit Präp. ze:
ob ein man oder ein wip [...] ze soͤlher
armvt gedeihen, daz si durch notdurft ir erbe mvͦzzen verchauffen
UrkCorp (WMU)
2345,35;
sô muost dû [...] ze bôsheite gedîhen unde zem
almuosen [dahin kommen, dass du von Almosen leben
musst]
PrBerth
1:191,21;
ze fremder hêrschaft / gedêch daz selbe lant
Ottok
15141;
Greg
2341(La.);
DvASchr
356,3;
mit dar zuo und Konsekutivsatz:
von klagen si dar zuo gedêch, / daz ir vil kûm bestuont der lîp
KlageD
78;
KlageB
4201;
Warnung
17269.
– mit Präp. in:
die getouften in den kumber sint gedigen, / daz si wol mugen verderben
RvZw
170,5;
sô gedîhent iure lant / in der Swâben hant
Ottok
14459
4
wohin ‘kommen, gelangen’, mit Präp.
4.1
eigentl.:
der poynder was gedigen / [...]
gein der porten Wh
114,24;
wie im [Joseph] got do uerlech daz er in
Egiptum gedech GenM
100,27;
Wh
135,23;
KvWGS
1291;
der strît gedêch wider ûf den plân Wh
42,29
4.2
übertr., unpers.:
eins tages gedêhez an die stat / daz si der junge künec
bat / nâch sîme dienste minne Parz
345,27;
ez gedech uf einin strit [kam zum
Kampf]
RvEWchr
20229;
HeslApk
3673;
wohl auch unpers.:
des wordin die radlude zweynde und [es] gedeich
an den obirman, der gab uns sine sprache beschriben UrkWetzl
1,481
(a. 1331)
5
‘zu etw. werden’, mit Präp. ze, auch
an/in:
daz die kristen und die heiden gar / gedigen alle zeiner
schar, / [...] als ob si in einer presse / zesamne wæren
getwungen Wh
391,16.
187,28;
der ritterlîche turnei / gedêch nu zeime strîte KvWPart
15431;
das ir volkomene craft / ze solher swacheit gediech
RvEWchr
18158;
alle tungede ane besheindenheit werden zu nichte eder gedigen zu
untuͦgenden HlReg
11,28.
69,31;
wohl auch hierher:
des chlag ich [...] den vil werden, / der laider ist
der [l. zer
] erden / gedigen Suchenw
15,191.
–
der strît was sô ergangen: [...]
/ sîniu zweinzec tûsent wâren gedigen / unz an vierzehen Wh
50,12;
Parz
190,28;
sin grimmer muͦt der was gedigen / in eine vil
reine guͤte Rennew
25620;
UvTürhTr
3539
6
(jmdm.) ze spotte/klage ~
‘(für jmdn.) zum Gegenstand des Spottes/der Klage werden’
u.ä.:
daz wir den hellegeisten / ze spotte niht gedihen KvWGS
1559;
PassIII
483,79;
die [ungebeichteten Sünden] sind tze iamer dir
gedigen [am Jüngsten Tag]
Suchenw
42,130.
7,47;
RvEWchr
21989;
mit Ersparung des Dat.:
swes in hete vor [vor seiner Bekehrung] beducht /
von manigen valschen abgote, / daz gedech nu gar zu spote PassIII
549,50
– anders:
dem richter wuchs ein michel pin, / wand im [d.h. zu seinem
Verdruss] maniger werder got
[Götze] / alhie gedêch uf einen spot
[zum Gespött wurde]
PassIII
173,8
MWB 2 207,5; Bearbeiter: Bohnert
gedîhenusse
stF.
‘Wachstum, Entwicklung’
durch ir [der jungen Mitbürger] gedeinusse willen
StRPrag
14
MWB 2 208,41; Bearbeiterin: Herbers
gedîhte
Adv.
gediche Daniel
6053.
5734.
6877.
7247,
nur im Reim (auf rîche und gelîche) und als Füllwort, im
Glossar als Kontamination mit dicke erklärt.
‘häufig’
wir [...]sculen vil gedihte mit war diumuotiger bihte /
in daz gotes hus gan MillPhys
86,2;
da dich [Gott] gedihte erhevent mit
sange jouch mit lobe / dine engile here Himmelr
3,10.
12,2;
ez gesluoc nie kein bischof / sundære sô gedîhte / mit besmen an der bîhte, / sô
sî mich mit dem schîte sluoc BFrau
547;
strichen wirt er von dannen / vrolich mit sinen mannen / durch
lybiam gediche, / ouch durch der moren riche Daniel
7247;
Gnaistli
885;
Martina
167,101;
TvKulm
1503.
–
ie
~
‘ununterbrochen’
do sein michel hæilichæit erschal, / der er phlac ie gedeihte, / ze briester
man in weihte Serv
279;
gelieben [Liebende]
[...] die dicke und ie gedîhte / ein ander mugen gewesen bî
Tr
13050;
ez wâren ie gedîhte / die engel bî ir herren KvFuss
1204;
LvRegFr
2256
MWB 2 208,44; Bearbeiterin: Herbers
gedîhticlîche
Adv.
‘dicht, häufig, beständig’
iugiter ueremur: gedihtichliche wir furhten PsWindb
100,Oratio;
ir [Blanscheflur] ougen über wielen, /
die heizen trehene vielen / gedîhteclîche und ange / über ir vil liehtiu wange
Tr
1211;
dô [...] ir [den Gefährten
Lanzelots] ein niwe wünne / gedîhteclîche und ebene pflac /
[...] dô reit über ein breide / gegen einer wegescheide /
Wâlwein UvZLanz
2361
MWB 2 208,63; Bearbeiterin: Herbers
gedille
stN.
→
getülle
MWB 2 209,8;
gedinchof
stM.
‘Gerichtshof’
unnser gnediger her [...] hatt ain gedinkhoff ze
Nüwkilch, in denselbigen dinkhoff hörend zwingbennlütt
[...] und gut und gericht WeistGr
1,292
(a. 1330)
MWB 2 209,9; Bearbeiter: Bohnert
gedinclich
Adj.
‘rechtsverbindlich, rechtsgültig’
so hen ich [...] gedinget mit gedinchklichen worten
UrkCorp (WMU)
3297,28
MWB 2 209,13; Bearbeiter: Bohnert
gedincliute
stM. (Pl.)
‘Urteilsberechtigte bei Gericht’
daz geziuget ein man [...] mit deme richtere vnd mit
den schephenen. sint aber im die schephenen vor gestuͦrben, so tuͦt
her iz mit den gedingliuten UrkCorp (WMU)
51,27
MWB 2 209,16; Bearbeiter: Bohnert
gedincwërc
stN.
‘vereinbarungsgemäß übernommene Arbeit, Akkordarbeit’
waͤr ôch, das su̍ ains gedinges mit enander in ain
kaͤmint umb ain werkk [...] uff ain zil, das haisset
ain gedinkwerkk StRFeldk
164
MWB 2 209,21; Bearbeiter: Bohnert
gedinge
swM.
‘Gerichtshelfer, Zeuge’
[er] huet seiner zungen vor unrechter vrag, ob er ein
richter sei, darnach so huet sich vor unrechter volig, ob er ein geding sei, darnach
var valscher urtail, ob er ein vorsprech sei StRWien
Prolog 2;
es mag auch niemant widertreiben gedingen aus der schrann ebd.
110
MWB 2 209,26; Bearbeiter: Bohnert
gedinge
swM. stNMF. , gedinc
stM.
überw. swM. oder stN., seltener stM. (gedinge:
Kchr
984.
8547;
NibA
279,3;
Ottok
47366.
5652;
ThvASu
164,4,
gedinc:
Ottok
18480
u.ö.
) oder stF. (
RvEAlex
5120;
RvEBarl
4849
u.ö.;
Vät
2935
).
1
‘Hoffnung, Zuversicht’
1.1 allg. 1.2 in best. Verbverbindungen bzw. Wendungen 1.3 mit Bez. der erhofften Sache; 1.4
ûf gedinge(n)
‘auf die Hoffnung hin; aufgrund der Hoffnung’
1.5
gedinge(n) hân
‘hoffen’
1.5.1
‘etw. (selten jmdn.) erhoffen, erwarten, damit
rechnen’ ; 1.5.2
‘seine Hoffnung (im Bezug auf etw.) in jmdn./sich/etw.
setzen’ , mit Präp. an/gegen/in/ze 2
‘Anwartschaft (auf ein Lehen)’
1
‘Hoffnung, Zuversicht’
1.1
allg.:
gedinge ist aller werlde trôst, / daz sie von sorgen werde erlôst. /
gedinge fröuwet manegen man, / der doch nie herzeliep gewan Freid
134,24;
dem armen ist niht mê gegeben / wan guot gedinge und übel leben ebd.
43,13;
ain zuversicht unt ain minne, / aín geloube unt ain
gedinge, / ain truͦwe was in allen Rol
3460;
sein gedinge was ze gote guot Serv
1634;
die fürsten [...] sâhen wol daz er
[Alexander] was frô, / daz was ir guot gedinge dô
[gab ihnen Zuversicht, freute sie] , / wann sie in
vorhten sêre UvEtzAlex
19150.
–
ez heizet eteswâ gedinge, eteswâ zuoversiht, eteswâ hoffenunge, ez
heizet in latîne spes PrBerth
1:46,14.
1:165,20;
der hat rethen gedingen oder reht hofenvmb
SpitEich
43,16.
– unterschieden von wân (s.a. Götz, Leitwörter S.
164ff.):
mîn gedinge ist, der ich bin / holt mit rehten triuwen, daz si ouch
mir daz selbe sî. / triuget dar an mich mîn sin, / sô ist mînem wâne leider
lützel fröiden bî Walth
14,14
(s.a. 1.3);
ichn hân gedingen noch wân Iw
7864;
guot gedinge der ist vil guot, / lieber wân noch sanfter tuot
UvLFrd
340,25;
daz dû des solt gedingen hân / sunder zwîvellîchen
wân RvEBarl
3981
(s.a. 1.5);
Freid
134,23;
KLD:GvN
35:2,7;
KLD:Obernb
4:2,2
1.2
in best. Verbverbindungen bzw. Wendungen:
di fursten uon Karlingen / fluren allen ir gedingen
Rol
8880;
unser gedinge der ist hin Tr
9395;
RvEBarl
4849.
13315.
–
[David zu Goliath:] din gedinge ist an der
sterchke din, / so lit der gedinge min / an gotis namen
RvEWchr
24207;
Erinn
4;
man sol allen gedingen an got legen
SpitEich
39,24;
óbe dú dîn gedínge ánne míh sezzest
Will
43,16;
Spec
51,13;
Wernh
D 4141;
RvEAlex
5120
1.3
mit Bez. der erhofften Sache;
mit Gen.:
unsir herri Crist [...] hat
uns erzeigit den gedingin der hêrn urstende Spec
72,30;
die hilig schrift [...]
geringet alle werltlich angest mit dem gedingen der ewigen genaden
PrOberalt
40,8;
SuTheol
190.
– mit präp. Attr.:
mich fröit gedinge ûf lieben trôst KLD:Obernb
4:2,7;
von sînem hazze ich nâch versanc, / und ouch versunken wære, / des
half mir, daz ich niht ertranc, / gedinge ûf liebiu mære HartmKlage
1718;
SEzzo
72.
– mit abh. Satz:
dô was er des gedingen niht gar in herzen vrî, / im
müese von ir schulden liebes vil geschehen NibB
625,2;
wan daz si der trôst labete / und der gedinge ûf
habete [aufrecht hielt] , / daz sin binamen
wolte sehen, / swie sôz möhte geschehen Tr
1188;
HvFreibTr
6542;
Walth
14,14;
KLD:UvL
19:2,4;
SM:KvL
17:3,1
1.4
ûf gedinge(n)
‘auf die Hoffnung hin; aufgrund der Hoffnung’
ach ungelückes âkust, / wie dû dich erzeigen muost; / wan dû dicke liebe
tuost / manegem ûf gedinge, / swenn im dar nâch misselinge, / daz sîn clage sî
deste merre Flore
1173;
ich wil aber singen / der lieben ûf gedingen
KLD:GvN
20: 2,6;
doch bin ich ûf gedinge frô: / unz ich gedinge, so lebe ich
hô SM:Gl
1: 14,1;
KvHeimUrst
576;
SM:HvStr
2:5,4.
–
ûf den gedingen/daʒ gedinge, daʒ/obe ...
‘in der Hoffnung, dass ...’
und suohte her unde hin / ûf den gedingen, ob er in /
iender hæte vunden Tr
9178.
19060;
ûf den gedingen kom er dar / daz si im würde âne
strît Wig
7328;
RvEWh
4306;
RvEBarl
16075;
Ottok
22118;
Seuse
47,19;
ähnl.:
ûf solhen gedingen ich her ze hove reit, / daz du mir
holt wærest NibB
2102,2
1.5
gedinge(n) hân
‘hoffen’
1.5.1
‘etw. (selten jmdn.) erhoffen, erwarten, damit
rechnen’;
mit Gen.d.S.:
wir hân des niht gedingen NibB
115,1;
ir sult iz lâzen stân / des ir dâ habet gedingen,
ja’n mag es niht ergân ebd.
635,2
u.ö.;
RvEBarl
3981.
– mit Präp. ze:
sône hete er ze sîner genist / dehein gedingen [Hss.
gedinge
] mêre AHeinr
241;
sît wir ze herverte haben guot gedinge Kudr
945,3;
wand vns got erben hat beroubet vnd zvͦ andern erben niht
gedingen haben UrkCorp (WMU)
N377,23;
SM:KvL
19:3,1.
– mit abh. Satz:
sô haben wir doh gedinge / daz wir ze jungest
ernern unser sêle Kchr
984.
8547;
ich hân gedingen daz mir werde ein süezer umbevanc
KLD:GvN
15: 1,9
u.ö.;
sô heter gedingen unde wân, / im möhte niemer
missegân Eracl
1905;
Will
53,5;
HvNstAp
15860;
Dalimil
32,33;
Seuse
377,28
1.5.2
‘seine Hoffnung (im Bezug auf etw.) in jmdn./sich/etw.
setzen’, mit Präp. an/gegen/in/ze:
dîe guoton sêla, dîe der
[...] nechêin gedínge ne hând an ín sélbon
[...], neuuâre ókkeret in gótes gnâdon
Will
52,42;
daz der mensche verzwîvel unde daz gedinge lâze, daz ein ieglich
mensche gegen gote haben sol PrBerth
1:46,10;
daz er ze got gedingen het Ottok
15713;
diu Minne wol gevüegen kan / liep unde leit, die [denen,
die] zuo ir habent gedingen RvZw
30,12;
SuTheol
261;
PrLpz
134,36.
– mit gedinge erläuterndem abh. Satz:
íh uuíl ióh dén gedíngon an ín [ihn
(Christus)] hában. daz íh mîne mûoter Synagogam
[...] ze sînemo gelôuben brínge
Will
48,39;
nû haben wir alle ze gote gedingen, / ir
[Seele] werde ze jungest guot rât
Kchr
6080
2
‘Anwartschaft (auf ein Lehen)’
daz kint [...] bricht [hebt auf, setzt
außer Kraft] al gedinge [anderer möglicher
Erben] in des vater lêne, wan [wenn] ez
lebete nâh des vater tôde SSp(W)
1:33;
SpdtL
115,17;
lên bî ires mannes lîbe ist ir gedinge; nâh ires mannes tôde ist ez ir rechte
lên SSp(W)
3:75,2
MWB 2 209,33; Bearbeiter: Bohnert
gedinge
stN. stswFM.
überw. stN.; F. häufig in Urkk. (s. WMU s.v. gedinge st.(sw.)F.),
sonst selten (
Lucid
74,3;
Flore(S)
1607.
7303;
RvEAlex
7073
); swM. in Urkk. (s. WMU s.v. gedinge sw.M.); stM.
PsM
Per 10,21.
– s.a. DRW 3,1347-1366 s.v.
1Geding(e) mit zahlreichen
mhd. Belegen.
1
‘Gericht, Gerichtstag, -sitzung, -verhandlung’
1.1 allg. 1.2
‘Jahrding’ (zu best. Zeit, meist dreimal im Jahr, gehaltenes Gericht) 2
‘rechtl. Vereinbarung, Übereinkunft, Vertrag; vertragliche
(Einzel-)Bestimmung’
2.1 allg. 2.2 in bestimmten Verbverbindungen 2.3 auf Kaufhandel bezogen (vgl. 3.1 ) 2.4
‘Dienstvertrag’
3
‘(Vertrags-)Bedingung, Voraussetzung, Zusicherung, Angebot’
3.1 allg. 3.2 auf eine Vergütung, Zahlung bezogen (vgl. 2.3 ) 3.3
‘Unterwerfungs-, Kapitulationsangebot’ (teilw. kaum gegen
2.1 abzugrenzen) 3.4 in bestimmten Wendungen 3.4.1
mit (dem/disem/sôgetânem/solichem) gedinge(n)
‘mit/unter der (vertraglich festgesetzten)
Bedingung’ ; 3.4.2
ûf daz/die gedinge
‘auf diese Bedingung, Zusicherung hin’
3.4.3
âne alle(z)/allerslahte ~
‘bedingungslos, ohne Vorbehalt’
4
‘(Nutzungs-)Recht’
1
‘Gericht, Gerichtstag, -sitzung, -verhandlung’
1.1
allg.:
[niemand soll] demi andirin vurigibieti, den he
biclagi wil, he inhabin zu zuein gidingin biclagit, unde sal umi dan zu mi
dirtin dingi lazi vurigibieti Mühlh
134,19;
jst aber, daz einem armem mensche vber dehainen sinen gebrechen gedinges
nôt geschiht, der sol vnd makh des wol gedingen
[appellieren] an den voit UrkCorp (WMU)
1100AB, 25.
51,44.
51,29;
da warent zu gedinge in dem hofe zu Haslahe dise scheffele
[...] und sprachent rechte bi irme eide
UrkEls
2,155
(a. 1336);
Trauformel
26;
UrbHabsb
1:109,18
1.2
‘Jahrding’ (zu best. Zeit, meist dreimal im Jahr,
gehaltenes Gericht):
vnd sol dristunt in dem iare da gedinge sin, vnde sol der abbet da sizzen
ze gerihte [...] vnd der vogt nebent im
UrkCorp (WMU)
3242,7;
die lúte, die ze Mvre hoͤrent [...], die
svn vúr den abbet gan ze gedinge zwirunt in deme iare ebd.
6,25.
383,46.
606,46;
daz jerliche und degelichs gedinge UrkMoselQ
97,9
(a. 1291).
– Pl.:
es gent [= gebent
] oͧch
die luͥte, die in den selben dinghof gant, ze zwein gedingen in dem
jare jetweders gedinges 9 ß d UrbHabsb
1:156,4
2
‘rechtl. Vereinbarung, Übereinkunft, Vertrag; vertragliche
(Einzel-)Bestimmung’
2.1
allg.:
mit aller nôt daz geschach / daz in der künic vride sprach / und liez sie
ze gedinge [Friedensschluss, Vertrag] komen
UvEtzAlex
21797;
dô wart gelôset Lengewîn / [...] von den vrûnden
sîn. / alsus wart ir gedinge: / vumfhundert ôseringe [Münzen oder
Einheiten eines Münzgewichts] / gâben sie vor in
LivlChr
3071.
6869.
6877;
sîn benantez gîsel was der tôt, / und anders kein gedinge
[einen anderen Vertrag als diesen Bürgschaftsvertrag gab es
nicht (Bartsch/Marti, Parz. u. Tit. z.St.)]
Parz
410,9;
ditz gedinges sint gezvge UrkCorp (WMU)
603,16
u.ö. (s. WMU s.v. gedinge st.N., gedinge st.(sw.)F.,
gedinge sw.M.);
Anno
18,17.
–
abe deme bûman er niweht innam / mit unrehteme
gedinge [durch einen unbilligen Vertrag] noh mit
neheinem gedwenge, / newâr sîn reht dienest [seine schuldige
Abgabe]
Gen
1857;
die burc si mit
gedinge [vertraglich] liez / ir truhsæzen
Azzadac Wig
8852;
dc ich mich mit gedinge des gebunden han gegin dem comendv́r vń den
brvͦdern des hûz von Clingenowe, daz [...]
UrkCorp (WMU)
N124,32.
2915,24.
126,5;
[der Erblasser] gît sîner wirtinn ir guot wider
unde sînes guotes als vil, als si mit gedinge zesamen kômen. âne gedinge sô
teilet er gelîche under kint unde under wîp SchwSp(W)
142,5.
144,9;
SchwSp
78a;
Boner
72,11.
93,13.
– eindeutig auf Einzelbestimmungen bezogen:
dc aber dir koͮf stete vń veste blibe, so han ich mich enzigen
[...] helfe alles rechtes
[...], da mit dir kof genzlich oder an deheine
gedinge muͦchte [...] widerzogen werden
UrkCorp (WMU)
2915,33;
bes. im Pl. zur Bez. der im Vorhergehenden/Folgenden aufgeführten
Einzelbestimmungen:
vń hant sich gebunden [...] ze dien gedingen,
dú da vor geshriben sint ebd.
506,39;
darumbe han wir eine suͦne genomen
[...] mit den gedingen, die hie nach geschriben
stant ebd.
1619,24.
3054,16
2.2
in bestimmten Verbverbindungen:
wir tuon mit got ein gedinge, / daz uns so sere dwinget
Vateruns
159;
so ain brvder [...] wertlichen
personen des spitals gvͦt lihet oder mit in darvber ain gedinge tven oder
[...], den sol man [...]
von dem spital verstozen SpitEich
23,13.
31,3;
SuTheol
110;
daz gedinge was getân, / dô scieden sich die zwêne man Exod
1577;
diz gedinge geschah an dem zistac [...] ze
Shafvsin vf vnsirre loͮbvn UrkCorp (WMU)
103,21;
vnde taten wir dez niht oder brachen wir in daz vor gescriben gedinge, so
sun siv varn, swar siv wen ebd.
781,16;
daz gedinge sol stete sin, ez si danne verendert mit der erben willen
SchwSp
80a;
UrkCorp (WMU)
1519,30;
her Wate hiez gedinges des landes herren biten Kudr
295,1.
– sprichw.:
geding pricht lantrecht und stat recht RbRupr
272;
Pl.:
gedinge brechent lantrecht Boner
72,48
(TPMA 12,226)
2.3
auf Kaufhandel bezogen (vgl. 3.1):
der einer im gelten solde / vür driu ros phenninge, / nâch ir beider
gedinge Tund
210;
daz sî [die Prûzin
] koufin mit
gedinge / ire wîb umme pfenninge NvJer
4197;
sus chomen si ze gedinge do: / um driezic phenninge
verchouft er [Judas] dich, suͤzer Christ
GvJudenb
1126;
Rol
1930;
StRMünch(A)
11
2.4
‘Dienstvertrag’
so ain kneht dienet an [ohne]
gedinge, vnd an vrlawe hinget, so er widerkvmet, so bezzer [=
bezzere er
] , daz er getan hat
SpitEich
27,18;
wir fúrbieten, das vndir inen ieman des andirn kneth dinge
[einstelle] , ê daz sin zil vnd sin gidinge uz
komet UrkCorp (WMU)
155,11;
und her machte ein gedinge mit den werclûten umme einen tegelîchen
pfenning und her sante si in den wîngarten EvBeh
Mt 20,2
3
‘(Vertrags-)Bedingung, Voraussetzung, Zusicherung, Angebot’
3.1
allg.:
der kaiser [...] nam uon
Tirriche / drizec gisel [...] / in dem selben gedinge
[unter derselben (zuvor genannten) Bedingung]
Rol
8871;
swelher slahte gedinge / er dar umbe wolte, / wi gerne si
daz frumen wolten Kchr
4916;
dô entfiengen si daz gedinge / und wurden alle undertân /
deme hêren von Macedonian SAlex
4737
3.2
auf eine Vergütung, Zahlung bezogen (vgl. 2.3):
[Simonie wird begangen] mit dem schazze oder mit der
gedinge der zungen Lucid
74,3;
[Apollonius verkauft Getreide:] yeden mautt
[Scheffel] nem der man, / als ich sie
[...] gekauft han, / zu gutem gedinge / umb acht
gut pfennynge HvNstAp
1141.
–
‘das Versprochene, Angebotene’
si behiezen ime [Judas] dô /
drîzic phenninge. / daz arme gedinge, / daz dienete er vil tiure
KvHeimUrst
140;
ach welich ein krank gedinge, / da Judas Jhesum umb
gab! HvNstGZ
2284
3.3
‘Unterwerfungs-, Kapitulationsangebot’ (teilw. kaum gegen
2.1 abzugrenzen):
den liuten was gedinges nôt, / daz sis niht alle sluogen tôt Bit
1649;
her Kay yme einen stich stah [...], / das er da
von dot hin / viel in dem ringe / one alles gedinge Krone
27145;
daz man sîn gedinge næme / und daz er von dannen kæme
Ottok
28746;
ErnstD
4950;
Kchr
Anhang I,v. 57
(oder zu 3.4?); Pl.:
die burgær [der eroberten
Stadt] man sach / gegen dem kunic darnâch ringen, / daz si
beliben [am Leben blieben] mit gedingen
Ottok
77745
3.4
in bestimmten Wendungen
3.4.1
mit (dem/disem/sôgetânem/solichem) gedinge(n)
‘mit/unter der (vertraglich festgesetzten)
Bedingung’;
meist mit abh. Satz
(daʒ; obe
Iw
4597
):
si [...] seite imz mit gedinge / daz er
ir daz gehieze / daz erz âne zorn lieze Er
3047;
unz sich der künic und diu stat ergap an sine genade mit solchem
gedinge, daz der künic gap vierzic gisele PKchr
163,48;
leichstu dein guet [...]
mit gedinge / das man dier gab pringe? HvBurg
655;
unde sint dâ kint diu ûz gestiuret sint mit gedinge
[La. gedingede
] , daz si sich
verzigen hânt ir vater guotes [...], sô hânt si
niht rehtes dar an, wan daz er in gerne gît SchwSp(W)
144,3;
Flore(S)
7303;
ClosChr
46,15;
UrkCorp (WMU)
1022,36.
1047,1.
N327AB,12,11
u.ö. (s. WMU s.v. gedinge st.N. und gedinge
st.(sw.)F.);
Pl.:
mit solhen gedingen Ottok
92601;
auch mit Präp. in:
das siu das selbe teil haben sollent zuͦ eime rehten
lehenne [...] in solicher gedinge, obe ir einre
stirbet vnder in ane lehens erben, das des teil
[...] vns dar vnbe sol lidig niht werden
UrkCorp (WMU)
N266,33.10;
ähnl.:
so sol ich ims ze koͮfenne geben
[...] in dem gedinge, als ich ims ê
gebunden waz ebd.
2021,43.
– mit folgendem Hauptsatz:
ich gibe iuz [Gaweins Pferd] mit
gedingen: / ir sult ez wider bringen / dem herren Gâweine von mir
Er
4808;
dis geschach mit solichem gedinge: swele vnder in stvrbe an libe
erben, so vallet alles [...] an das closter
UrkCorp (WMU)
2561,12
3.4.2
ûf daz/die gedinge
‘auf diese Bedingung, Zusicherung hin’
tuotz ûf daz gedinge, / ob mir alsô gelinge / daz mir der sige belîbe,
/ sô nim ich si ze wîbe Er
512;
swer aber hilfet mir gesign, / der wizze wærlîche /
daz ich in iemer rîche [...]. / ûf die gedinge
helfet mir RvEAlex
7073;
dâ von gehiezens im [die Göttinnen dem
Paris] enstrît / Jûnô schatz und rîchtuom, / Pallas witze
und wîstuom, / Vênus die gotinne / Helenam die küniginne. / die hâte Pârîs
holde, / und gap den apfel von golde / ûf die gedinge Venerî Flore(S)
1607
3.4.3
âne alle(z)/allerslahte ~
‘bedingungslos, ohne Vorbehalt’
dc wir [...] dem prouincial der minren
bruͦdere antwúrten solen bruͦder Burgharten
[...] friliche ane alle gedinge
UrkCorp (WMU)
2130,25;
daz graue Ruͦdolf daz ledic lie an allerslahte gedinge ebd.
6,16.
2361,21
4
‘(Nutzungs-)Recht’
dirre vier vnd zwencig marke wurdent [...] vier marc
der Swebinne vur ir gedinge, die sie anme huse hette UrkCorp (WMU)
N198,21;
wellent oͧch die houesezen den bu vnd ire gedinge vf der houestat
verkoufen [...], so sol mens von erst deme houeherren
bieten ebd.
2459A,35;
vnde eine gedinge von vier vnd zwentsik aggeren maten in deme ban zuͦ
Kagenheim, die siv hant koͮft ebd.
N150,20.
–
‘Leibgeding’
daz wir [...] hant verluhen vnde gesezet mit
namen vier huͦben vnde drie vierteil landes
[...] Hunge deme Hieden vnde sinen kinden zeme
rehten gedinge dv wile daz si lebent UrkCorp (WMU)
N106,23
MWB 2 211,15; Bearbeiter: Bohnert
gedingede
stNF.
stF. selten, in Urkk.
1
‘rechtl. Vereinbarung, vertragl. (Einzel-)Bestimmung, Bedingung’
1.1 allg. 1.2
in/mit (dem/solhem/sôgetânem) ~
‘mit der Abrede/Zusicherung, unter der (vertragl. festgelegten)
Bedingung’ ; 1.3
âne (alliu) ~
‘bedingungslos, ohne Vorbehalt’
2
‘Ausbedingung’ (bedingte Verleihung/ Überantwortung eines Gutes oder Lehens)
1
‘rechtl. Vereinbarung, vertragl. (Einzel-)Bestimmung, Bedingung’
1.1
allg.:
vnd daz div gedingede vnd der kavf aller dinge steit blibe, dar vmbe ist
dirre brief verinsigilt UrkCorp (WMU)
N210,29;
diz gedingedes vnd diz almvsens ist gezvͦch her Rvͦdolf
Hasenzagel ebd.
2761,32;
den selbin zehendin zi Gachingin koft er siner elichin wirtinni
[...] svndirbar mit svnderlichim gidingidi ebd.
3245,30;
so sol ich zwene ersame rittere dar antwurten in der selber gedingede
[unter/zu derselben Bedingung] , rehte alse ich
selbe da were ebd.
N15,27.
1345,3.
2607,17.
–
mit ~
‘vertragsmäßig, -gemäß’
div sol vns mit gedingede geben iægelich [l.
iær-
] zehen malter rocken vnd eilfw dinkels
UrkCorp (WMU)
1085,12.
2245,44;
swaz er [der Ehemann] varendes guotes hât,
daz gît er dem wîbe gar, ob er wil, [...]; ez sî
danne mit gedinge [La. gedingede
] dar
komen SchwSp(W)
144,9.
– auf Simonie bezogen:
unde swer dehein guot drumbe [für die Verwaltung der
Sakramente] næme mit gedingede, der wære êwiclîche verlorn
PrBerth
1:293,38
1.2
in/mit (dem/solhem/sôgetânem) ~
‘mit der Abrede/Zusicherung, unter der (vertragl. festgelegten)
Bedingung’;
meist mit daʒ-Satz:
unde sint dâ kint diu ûz gestiuret sint mit gedinge [La.
gedingede
] , daz si sich verzigen hânt ir
vater guotes [...], sô hânt si niht rehtes dar an
SchwSp(W)
144,3;
in dem gedingede, dc sie v́ndern bvrgern ein michel tore machen
niderthalp der ziegelmv́lj UrkCorp (WMU)
347,33;
vnd aber also vnd mit solhem gedingede, daz ich die vorgenanten
gvͤt sol inne haben vnd nizen, die wil ich lebe ebd.
2129,7.
2056,42.
N208,28;
UrkWürzb
41,426
(a. 1350);
StRAugsb
136,10.
– mit folgendem Hauptsatz:
vnd ist diz lihen mit svzlichem gedingde beschehen: swelr der
vorgeschriben sv́bene stirbet, des teil wahset den andern vnd vallet an die
lebenden UrkCorp (WMU)
N157(3),24,18,30.
2913,20
1.3
âne (alliu) ~
‘bedingungslos, ohne Vorbehalt’
daz vns die bruͦder des heiligen spitalis von Ierusalem
[...] inphangen hant [...]
in den ordin, da siv inne sint, rehte vnd redilich ane alliv gidingedi
[...] ze rehten bruͦdern UrkCorp (WMU)
164,25;
StRAugsb
50,28
2
‘Ausbedingung’ (bedingte Verleihung/ Überantwortung eines
Gutes oder Lehens):
lihet ein herre wibe vnd man mit ein ander ein gedingede an eim gvͦte
SchwSp
200b;
stirbet der herre [...] in der iarzal, so ein man sin
gvͦt [als Lehen] von im enphahen sol
[...], er [der
man
] volge sinem gvͦte vnd vnderwinde sich des,
nit fvr ein gedingede, wan fvr ein reht lehen ebd.
201a;
stirbet ein man in der wile vnd sin wip kint treit, vnd hat er sin lehen einem
man [d.h. einem Dritten] gedinget mit des herren willen
[...], der man sol sich des gvͦtes mit rehte
vnderwinden, vnz div frowe des kindes genist. vnd ist ez ein svn, so ist daz
gedingede zerbrochen ebd.
216a.
223a
MWB 2 214,13; Bearbeiter: Bohnert
1gedingen
swV.
→
dingen1
‘fest und sicher glauben, hoffen, erwarten’.
1 mit Bez. der erhofften/erwarteten Sache 1.1 wie
1dingen
1.2 mit Inf. (mit oder ohne ze ) 2 mit Bez. der Pers. ( an jmdn., selten an jmdm.), von der etw.
erhofft/erwartet wird, (und der Sache), ‘(etw.) von jmdm. sicher erwarten,
sein Vertrauen in jmdn. setzen’
2.1 wie
1dingen
2.2 mit Akk.d.S. 3 ohne weitere Erg. 4 subst. Inf.
1
mit Bez. der erhofften/erwarteten Sache
1.1
wie →
1dingen
1 (z.B.
Vateruns
235;
Erinn
171;
ArnoltSieb
2,15
), 2 (z.B.
Wernh
D 2588;
Iw
4540;
SM:Ro
6:2,7
), 3.3 (z.B.
Herb
8688;
MF:Reinm
62:2,1
) und 3.4.1 (
MF:Reinm
39:4,7
)
1.2
mit Inf. (mit oder ohne ze):
daz si gedingen umbe ir arbeite daz ewige lon zenphahenne
Spec
136,24;
wir solten wol gedingen / dort in ir
snüeren [in ihrem Lager] ringen, / wan
Poydiconjunzes kraft Parz
356,13;
des gedinget sy geniessen HvBurg
5965
2
mit Bez. der Pers. (an jmdn., selten an jmdm.), von der etw.
erhofft/erwartet wird, (und der Sache), ‘(etw.) von jmdm. sicher erwarten,
sein Vertrauen in jmdn. setzen’
2.1
wie →
1dingen
3.1.2 (z.B.
MvHeilFr
11;
PsM
Per 15,12;
HartmKlage
1864
), 4.1 (z.B.
Glaub
26;
SM:UvS
33:1,7
) und 4.2 (z.B.
Rol
8378;
RvEBarl
1647
)
2.2
mit Akk.d.S.:
daz wil ich an dich gedingen Kchr
8293.
9641;
Rol
3960
3
ohne weitere Erg.:
daz sint, als ich gedinge, / die uil heren namen drie
Wernh
D 3568;
tuo mir, als ich gedinge, / und hüete mîner sinne / stæte in
dîner minne RvEBarl
15024;
unz ich gedinge, so lebe ich hô SM:Gl
1: 14,2.
–
wol ~
:
wol gedingen und iedoch niht volle wol geleben, / so vürhte
ich vil lîhte ein ende nemen SM:UvS
1: 2,1;
Herb
16265;
hierher oder mit Bezug auf das Jüngste Gericht zu
2gedingen
2.2?:
wie kumt daz nû der mennisch baz / danne der engel
gedinget? Wh
308,17;
nu hat sin urstende erworben / uns ein urstende. / der
fluch hat ein ende: / wir mogen bas gedingen HvNstGZ
3617
4
subst. Inf.:
daz er uns uerlihe rehtis gloͮbin, saliges gedingin,
warre minne Spec
66,23;
gelouben und gedingen / müezen die rehten wîsheit bringen LvRegSyon
2864;
da ist weder hilf noch rat / noch chein gedingen
HvBurg
1213;
AHeinr
194(La.);
Rennew
30266
MWB 2 215,7; Bearbeiter: Bohnert
2gedingen
swV.
→
dingen2
.
1
‘einen Verhandlungstermin festsetzen’ , mit Dat.d.P. (vgl.
→
2dingen
1.7 ) 2
‘(mit jmdm.) Vereinbarungen treffen, einen Vertrag schließen, (mit jmdm.)
etw. aushandeln’ (vgl. →
2dingen
2.1 , 2.3 ) 2.1 intr. 2.1.1 mit modaler Best. ( alsô, sô, swie ) 2.1.2
mit einer Sache 2.1.3
umbe jmdn.
‘mit jmdm. handeln, feilschen’ (vgl.
2dingen
2.8 ) 2.2 tr., mit Angabe des Gegenstandes der Vereinbarung 3 refl., sich in sîn reht ~
‘sein Recht durchsetzen’ , in Kölner Urkk. 4
(wol)/übele ~
‘in gute/schlechte Lage kommen oder darin bleiben; günstige Bedingungen
bekommen’
1
‘einen Verhandlungstermin festsetzen’, mit Dat.d.P. (vgl.
→
2dingen
1.7):
gedingt der herr seinen man ze lehenreht [d.h. lädt d. H. s. M.
zum Lehengericht] , im selben er selbe, von munde ze munde vnd mit
vrtail seiner man SchwSpM
369
(Hs. Wr; vgl.
degedinget och die herre sînen manne zu lênrechte SSp
200,6
);
SpdtL(E)
Lnr 49
2
‘(mit jmdm.) Vereinbarungen treffen, einen Vertrag schließen, (mit jmdm.)
etw. aushandeln’ (vgl. →
2dingen
2.1, 2.3)
2.1
intr.
2.1.1
mit modaler Best. (alsô, sô, swie):
daz die wagenere [...], so si gedingent
[...] iergilich mit din probiste
[...], howen moͮgint swes si bidorfint
nvͦwe wagene ze machinde, vnde nehein andir holz UrkCorp
20,30;
der gibt auch mir den sælben zins oder swi man gedinget
UrkCorp (WMU)
2518,26;
ob ich so mac gedingen PassIII
146,79;
Wartb
Rs 21,7.
–
mit/wider jmdm.:
dô liez man Hartmuoten die mâze als im gezam / gedingen mit den
vînden Kudr
1687,3;
er lœset mich / als ich gedinge wider
dich [so (zu den Bedingungen), wie ich es dir gegenüber
(mit dir) aushandele]
Parz
266,28.
– verblasst:
ia ne suͦche ich nicht mere / wan daz wir
so gedingen [verhandeln, verfahren] , / daz wir
gotes hulde gewinnen Rol
909
2.1.2
mit einer Sache:
der [im Kampf Unterlegene] mohte mit niht
gedingen, / wenn mit dem haubt eine [er konnte seine
Unterwerfung zu keiner anderen Bedingung als dem Einsatz seines Kopfes
aushandeln] / (ander sicherung keyne / nam er), das slug
er ab Krone
13333
2.1.3
umbe jmdn. ~
‘mit jmdm. handeln, feilschen’ (vgl.
2dingen
2.8):
lîhte ir megt gedingen / um mich: swaz ich veiles
hân, / daz ist iu gar [...] undertân
Parz
563,30
2.2
tr., mit Angabe des Gegenstandes der Vereinbarung:
ein ding wil ich gedingen, / ob ir mich des wellet
entwern, / [...] so sit ir ungenern
Rennew
12084;
jch gedingete oͮch daz mit nammen: wie sú mir
[...] nuͤt verzinsent vnd verrihtent den
[...] agker [...], so sol
daz selbe guͦt lidic sin UrkCorp (WMU)
N689,21.
1825,35;
Ammenh
17921
3
refl., sich in sîn reht ~
‘sein Recht durchsetzen’, in Kölner Urkk.:
mugin si [
die burgere die man spriggit dat si vzzir irme
rette sin gedan
] dan vor unsin
[...] edillin mannin inde dinstmannim mit reidte jn ir
reid sig gedingin, des sule wir in wale guͦnnin UrkCorp
62,41;
vort die gude luͦde, die uzer irme amtte worden gedain inde die
vnbedinget sint, die suͦlen wider in ir amtte kuͦmen
[...] inde die anderen, die bedinget sint, so wanne si
sich in ir recht gedingint, so suͦlen si des seluen rechtes gebrugen
UrkCorp (WMU)
61,9
4
(wol)/übele ~
‘in gute/schlechte Lage kommen oder darin bleiben; günstige Bedingungen
bekommen’
er [Pharao] hiez
in [den gefangenen Mundschenken] ime bringen, dô muose
er wole gedingen. / er chod daz er ime alle sîne sculde vergâbe Gen
1984;
uber drî tage [in drei Tagen] dû
gedingest: / der chunig [...] verchiuset dîn sculde ebd.
1955.
2183;
VMos
32,18;
Kchr
11947.
15300;
so wilih iuh ratin das / ir kleinoͤdiz eteswas / dem
herren mit iuh bringent, / das ir deste bas gedingent RvEWchr
7643;
Eilh
R,1615.
–
alle sine chuͦnege / gedingent huíte uil
uͦbele; / derne chuͦmet niemir nehainer widere Rol
7672;
von Parises mannen / wart er
[
Ayax
] vmbe ringet. / er hette vbel
gedinget, / wen daz in sin vater Thelamon / loste vnd Agomennon
Herb
13990.
10322.
– mit Präp.-Gruppe:
ob er mit dem lîbe wolte gedingen [mit dem
Leben davonkommen]
Kchr
6287
MWB 2 215,45; Bearbeiter: Bohnert
gedingenisse
stF.
vgl. mnd. geding(e)nisse (MNDWB 2,35).
‘gerichtl. Verhandlung, Entscheidung’ oder ‘rechtl.
Vereinbarung’
die gedingnisse sal man richtegen mit uͦrdeil der sceffenen
UrkMoselQ
97,13.15
(a. 1291);
bit gedinkenisse, uͤrkuͤnde oder ervuͦlkenisse ebd.
522,25.35
(a. 1344);
KlKsr
2,117 (S. 164, La.)
MWB 2 216,51; Bearbeiter: Bohnert |