g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
grüeten
swV.
‘grün sein’
jan ruochte ich ob der boume gruot / niemer mêre grüete, / dun gnâdest mir und
sîst mir guot / durch wîplîche güete HartmKlage
1792
MWB 2 966,7; Bearbeiter: Tao
grüeʒen
swV.
auch grützen
PrWack
46,157;
gir-/ger-
Gen
2753.
1447.
1742;
Himmelr
9,10.
1
‘jmdn. bedrängen, (mit einer Waffe) angreifen’
2 von Bedürfnissen, Krankheit, Alter, Sorgen: ‘jmdn. befallen, peinigen’
3
‘ein Tier antreiben, hetzen’
4
‘jmdn. ansprechen, anreden, anrufen’
4.1
‘jmdn. in Bezug auf etw. ansprechen, in bestimmter Weise anreden’
4.2
‘(Gott, Götzen) anrufen, anbeten, verehren’
4.3
‘jmdn. (zum Kampf) herausfordern’
4.4
‘jmdn. anklagen, zur Rede stellen’
4.5
‘jmdn. (mit Worten, Gebärden) grüßen, begrüßen’ , bei Begegnung und
Zusammentreffen als Ausdruck der Höflichkeit, Ehrerbietung oder des
Wohlwollens 4.5.1 allg. 4.5.2
‘jmdn. (bei seiner Ankunft) mit einem Gruß empfangen, willkommen
heißen’
4.5.3 in Grußformeln (vgl. Bolhöfer, Gruß) 4.5.3.1
gegrüezest sîst dû u.ä.:
4.5.3.2
got grüeze iuch u.ä. ‘Gott sei dir gnädig’
4.6
‘jmdm. (beim Abschied) Wohlergehen wünschen’
4.7
‘jmdm. jmds. Gruß übermitteln, jmdn. von jmdm. grüßen’
5
‘jmdm. freundlich begegnen, jmdn. wohlwollend behandeln’ , teilweise auch als
übertr. von 4.5 auffassbar
1
‘jmdn. bedrängen, (mit einer Waffe) angreifen’
alsô den lewen oder die lêwinnen iemen getar wekchen, / sôs
er ligit ruowen [...], / same giturrin vîante dîn iuweht
dich giruozen. / / sô dû bist fridelîchin in dînen rîchin, / sô dû lîst, slâffest
[...] : / si firbernt dich gare Gen
2753
(vgl. Gn 49,9);
disen hie, dort ienen / gruzter mit grozzen slegen
Herb
8813;
das [Ungeheuer] pegund er grussen /
mit herten slegen auff den kragen HvNstAp
5120;
ich vürhte niht dîn zürnen noch dîne drô. / ich wil dich hiute grüezen mit dem
swerte mîn RosengD
512,3;
ich wil dich grüezen baz, / sît du mir hie bist komen ûf des strîtes vart
ebd.
370,4;
er hête ir vil gegrüezet des lîbes [abh. von
zil
] an ein zil [bis zum den
Tod] , / die von sînen handen vor im zerhouwen lâgen Kudr
1429,2;
biz manic kuͤnc do sich / unminnenclichen
gruͦst, / der stich mit slage wuͦst [zunichte
machte]
WhvÖst
8123.
–
in gruͦzet hiute min swert, / ich pringe in in not
Rol
6179;
RosengD
513,3
2
von Bedürfnissen, Krankheit, Alter, Sorgen: ‘jmdn. befallen, peinigen’
ich wæne, ie dere durften [Gen. Pl.
Fem.] deheiniu geruozze [keines der (irdischen)
Bedürfnisse bedrängt (die Seligen im Himmel)]
Himmelr
9,10;
sô in diu suht grüeze Barth
151,9;
swer danne hat behalten / sine sunde ungebuzet, / unz in daz
alter so gruzet, / der stirbet danne vil lihte / ane riwe und ane bihte
StrKD
132,144;
mich grüezent iemer sorgen / zem êrsten an dem morgen Freid
58,23.
– von Gott, ‘mit Krankheit heimsuchen’
ein abt was dike gewonlich siech, vnd eines iares vermeid in der siechtag.
do weind er vnd sprach: herre got, hest dv mich verlassen, das dv mich in disem
iare nv́t woltest grvͤssen? VitasPatr
242,26
3
‘ein Tier antreiben, hetzen’
dô gruoztern [Iwein den Löwen)] als
einn suochhunt Iw
3894;
daz her [der Jäger] nicht en blâse noch die hunde
nicht en grûze SSp (W)
2:61,4;
SchwSp
108a;
WhvÖst
3448.
3421;
daz ich in [Jagdhund] mit jagen solde grüezen
Hadam
385,7;
daz ros begunde er grüezen / ze beiden sîten mit den sporn StrKarl
6112.
–
‘auf etw. (Wild) Jagd machen’
mit valkchen und mit plafuessen / sach mans auf raiger
paissen [La. grussen
]
Seifrit
7998
4
‘jmdn. ansprechen, anreden, anrufen’
4.1
‘jmdn. in Bezug auf etw. ansprechen, in bestimmter Weise anreden’
únser suéster íst nóh
wênag [...]. wáz tûo wírs nú:
só síu hîrates scál gegrûozet uuerdan?
Will
141,3
(Ct 8,8);
maniger grüezet mich alsô [...]: /
‘Hartman, gên wir schouwen / ritterlîche vrouwen’ MF:Hartm
15:1,2;
keyne suster in muz die andere mit namen gruzzen
[
appellare
] wan die obersten
sollen ir iungeren heiszen suster, vnd die iungen sollen ir obersten heizzen
nunnen BrEb
63;
si grûzten in alse einen kuninc. / er sprach, wes si
gedêhten, / daz si ime kuninges namen ane lehten, / sô er kunincrîches nit ne
hête SAlex
433
4.2
‘(Gott, Götzen) anrufen, anbeten, verehren’
so dich [Gott] dinere gnaden
bitent die zwir zwelf herren [24 Ältesten (Apc
4,4ff.)] , / [...] unde dir dar umbe
ire coronas ze eren versellent / unde bietent sich dir diemuoticliche ze
fuozzen, / daz si dich mit eren lobeliche gruozzen / umbe unser ewigiz heil
Himmelr
12,22;
do wolde er nicht bvzzen / vnt got mit nichte grvzzen Warnung
3082;
wiltu, daz wir gruzen / dine gote und opfern in, / so la sie brengen
aldort hin, / bi daz wazzer vollen na Pass III
172,76
4.3
‘jmdn. (zum Kampf) herausfordern’
dô hôrter daz geriten kam / des selben waldes herre. / der
gruozt in harte verre / als vîent sînen vîent sol Iw
1002;
swer iuch dar umbe grüeze, / dem ir vil lasters hât
getân, / der woltez doch durch vorhte lân Parz
89,24.
– gerichtl. zum Zweikampf:
grûzet man einen man zu kamphe SSp (W)
2:3,2;
SchwSp (W)
404,48;
ab her in zu rechte [dem Recht entsprechend]
gegrûzet hât SSp (W)
1:63,2;
swer kamphlîche grûzen wil einen genôz ebd.
1:63,1.
3:35,2;
StRGörlitz
458;
weitere Belege s. WMU 1,763
4.4
‘jmdn. anklagen, zur Rede stellen’
ne mach hers niht gebûzen, / daz ir in welt grûzen, /
[...] sô [...]
En
5452;
miner missetat, [...] der ich mus
vor dem gerichte mit angest zu antworte stan, da nimant mac vorsprechen han,
[...] da mancher unsanfte wirt gegruset
Macer
Reimvorr. 26
4.5
‘jmdn. (mit Worten, Gebärden) grüßen, begrüßen’, bei Begegnung und
Zusammentreffen als Ausdruck der Höflichkeit, Ehrerbietung oder des
Wohlwollens
4.5.1
allg.:
mit guotem willen gruozter sî Iw
7953;
kêrt mir ze grüezen iweren muot, / lât mich in iwern
hulden sîn Parz
89,18;
swenn er die state hæte, / sô gruozte ouch er mit
ougen dar Tr
1101;
sit ich des guotes niht enhan, so grüezent si mich
trage [überhaupt nicht]
Tannh
12,4;
swer wirde und fröide erwerben wil, / der gediene guotes wîbes gruoz.
/ swen sî mit willen grüezen muoz, / der hât mit fröiden wirde vil
Walth
96,17.
56,29.
49,15;
swen frouwen munt wol grüezet, /
[...] sîn fröide ist im gesüezet KLD:
UvL
38: 3,3;
schiere kam er da er sie vant: / er erbeizte und
gruozte sie zehant / und bôt in guoten morgen Eracl
1980;
sie gruzten sich mit worten, / die darzv gehorten
Herb
18030;
KvHeimHinv
414.
– in Grußworten, die an die Adressaten einer Schrift gerichtet
sind:
wir Heinrich [...] pischof
ze Eysten grvzen vnser liebiv kint SpitEich
1,2;
alle, die disen brief gesehent, gruͤzit graue Egene von
Vriburch vnd kvͥndet in die warheit, diu an disem brieve stat
UrkCorp (WMU)
159,12
u.ö.;
dem ersamen man [mit Dat. st. Akk.] ,
bruder Conrade von Hornecke, [...] gruzen ich,
bruder Ditmar von Gemunden, mit allin truwin in gote UrkDOHess
2:1,7
(um 1300);
an dem briefe stuont alsô: ‘dich grüezet der
künic als er sol [...] ’
BuchdKg
46,18
4.5.2
‘jmdn. (bei seiner Ankunft) mit einem Gruß empfangen, willkommen
heißen’
dô grûztin Pallas En
6109;
der gruozte si [die Boten]
vil scône, er sprach: ‘sît willekomen [...]
‘ NibB
142,1;
der [Hausherr] gruozt in
unde vuort in dan / ûf daz hûs an guot gemach Iw
4382;
her künec, [...] / sol ich
die geste enpfâhen oder sol ich grüezen si verdagen? NibB
510,4;
dô sach er engegen im gân / rîter unde knehte, / die
in nâch sînem rehte / enpfiengen unde gruozten Iw
5595;
UvZLanz
777.
9150;
Tr
9774.
11151;
salûieren unde grüezen ebd.
5206.
– übertr.:
[die Vögel] gruozten ie genôte / Tristanden
unde Îsôte: / diu wilden waltvogelîn / hiezen si willekomen sîn / vil
suoze in ir latîne Tr
17357;
ouch gruozte si her unde hin / der tou mit sîner
süeze ebd.
17390;
in dem tal / hebt sich aber der vogele schal: / wan si grüezent
alle nû den meien Neidh
6:1,3;
dâ sun wir den meien grüezzen SM:
KvA
2: 1,5;
KvWLd
16,10
4.5.3
in Grußformeln (vgl. Bolhöfer, Gruß)
4.5.3.1
gegrüezest sîst dû u.ä.:
ave gratia plena, gegruozzet wis du, Maria!
AvaJo
6,6;
dar umb sprach der engel: gegrüezt pist dû voller
genâden BdN
61,28;
gegruͤsset siest du, lebender got
Mechth
5: 17,2;
und sang [...] also:
gegruͤzet sist du, hymelscher meye der ewigen wisheit
Seuse
33,8.
–
junc man, sint gegrüezet Virg
330,3
4.5.3.2
got grüeze iuch u.ä. ‘Gott sei dir gnädig’
got grvͤz vch, gevater min
ReinFu
K,178;
sînen huot nam er ab, / guoten morgen ez
[
twerc
] im gap, / ez
sprach: ‘Wilhalm, got grüeze dich!’ Ottok
62562;
UvLFrd
293,16;
Martina
33,97;
HvNstAp
900.
16326;
ParzRapp
35,26.
95,25;
mit Umschreibungen von got:
nu gruͦze dich der himiliske herre / unt
gefriste alle din ere Rol
2859;
KvWEngelh
498;
ParzRapp
35,32.
– in Briefen:
sin briefflin [beginnt] : / got
gruͤz dich, liebe frowe min, / got gruͤz dich, aller
selden schrin JvKonstanz
1399f.;
der brief stuont geschriben sô: / mîn vriunt, got gruez’
dich tûsent stunt HeroLeander
119;
ErnstD
223;
EnikWchr
A II,951.
– als englischer Gruß:
nu horet wie er sie grûzte: / aue, got
gruzzet dih Marie [...]
Wernh
D 2417;
do der engel zuo ir kam und si gruoste und sprach: got gruetze
dich vol der gnaden PrWack
46,157;
Konr
8,9
4.6
‘jmdm. (beim Abschied) Wohlergehen wünschen’
daz er sîniu chint und ire barn ê
nemuose [nicht konnte] geruozzen / ê si von ime
skieden Gen
1447
(vgl. Gn 31,28);
do gruͦzte in dev guͦte / mit trurigeme
muͦte / si beualch in gote / mit deme inneren gebete / do shiden si sich
mit sêre VMos
24,15
4.7
‘jmdm. jmds. Gruß übermitteln, jmdn. von jmdm. grüßen’
und kêre balde wider heim; / grüeze mînen œheim /
und sage im daz, daz ich noch lebe Tr
7444.
– mit von:
durch ir zuht gebôt si mir daz ich iuch gruozte von ir Er
37;
künec Artûs, mich hât gesant / mîn vrouwe her in
iuwer lant: / unde daz gebôt sî mir / daz ich iuch gruozte von ir
Iw
3114;
Tr
14544;
herre, zuo dem rîtent ir / unde grüezent in von mir
Iw
5114.
– Eingang eines Liebesbriefs:
des wunsches trvt, got gruͤze dich / von mir, liep
JvKonstanz
1539
5
‘jmdm. freundlich begegnen, jmdn. wohlwollend behandeln’, teilweise auch als
übertr. von 4.5 auffassbar:
du [Gott] uehes [=
vêhest
] vnde gruzis, / du uerlogenis vnde iehes, /
du bist blint vnde gesehes Litan
80;
zehen versagen sint bezzer danne ein liegen. / geheize minre unde grüeze baz
Walth
80,15;
wie si ellende gruͤzen wolten milteclich,
[...] der witwen und der weisen / wolten si clagen
stillen, darzuͦ di armen beschirmen gar vor vreisen JTit
5074,2;
ich wolde in grüezen minneclîch / als ein guot wîp ir lieben man UvLFrd
360,18;
swer mit dem andren izzet vnd trinket vnde in gvͤtlich grvͤzet,
sleht er in ane schulde, daz ist ein mort SchwSp
83b;
swer den andern rovbet an widerbot, den er vor wol gegruͦzet hat
[...], dem sol man di hant ab slahen UrkCorp
(WMU)
475AB,32,10.
–
mit etw.:
der schulde macht er im [der habgierige
Priester seinem Beichtkind] harte vil, / untz in jener mit dem
guote grûzzet; / sô ist diu sunde gibûzzet Priesterl
677;
si mac den armen grüezen / mit guote und mit muote
[...]. / gebristet ir des guotes, / so enhât si
niht wans muotes Greg
606
MWB 2 966,11; Bearbeiter: Tao
grüeʒen
stN.
‘Grüßen, Begrüßung, Gruß’
von in beiden dâ geschach / ein grüezen harte minneclich
KvHeimHinv
377;
hütet ivch vor den schribern di da wellent in den scolen wandeln
vnd daz grüzzen [gegrüßt werden salutari Mc 12,38]
in dem marchte EvAug
110,5.
194,10
(Lc 20,36);
dîn wîplîch friundes grüezen, / dîn küssen und dîn umbevanc, / kan
sich sô lieplîch süezen KLD:UvL
36: 2,1;
hêrre, ir welt gewalt nu tuon, / sît ir mir grüezen widersagt
Parz
300,25.
– in Verbindung mit bieten, sprechen, tuon:
waz hilfet uns daz grüezen, daz uns der künec enbôt?
NibB
2113,2;
des tages wider morgen grüezen man in bôt / mit hertem
urliuge ebd.
2128,1;
swem ir munt ein grüezen bôt, / der brâhte sælde unz an den
tôt Wh
155,11;
Gâwân sîn grüezen sprach / zuo dem krâmer Parz
563,13.
649,4;
dâ wart ein schône grüezen ein teil mit werken
[mit Worten und Gesten] getân NibB
503,4;
dâ wart vil michel grüezen die lieben geste getân ebd.
786,4;
Parz
163,27.
– der englische Gruß:
er [Gabriel] sprach zuo ir
[Maria] : ‘âvê’, daz minneklîch grüezen
Walth
36,35;
ich mane dich, trut [Maria] , an Gabrieles grüzen
Frl
5:2,3.
– brieflich übermittelter Gruß:
einen brief gaber im in die hant, / dar an der hêrre grüezen
vant Parz
76,16
MWB 2 969,18; Bearbeiter: Tao
grüeʒenlîche
Adv.
‘in grüßender Weise’
dô sprach er grüezenlîche dar / ze Parzivâl
Parz
300,11
MWB 2 969,44; Bearbeiter: Tao
grüeʒer
stM.
‘einer, der grüßt’
vil menigen gruͦs si [Maria]
von in [Seraphim] nan, / dannan ir erster
gruͤsser [Gabriel] kan WernhMl
14526
MWB 2 969,46; Bearbeiter: Tao
grüeʒic
Adj.
‘(gerne) grüßend’, präd.:
ir fürsten, nu sit grüzig, / den fromen kummerbüzig Frl
9:9,7;
der fürst solt wesen grüezec: / nû tuonts in sô unmüezec, / daz ein nîgen kûm
ergêt / gên dem, der dort in êren stêt Helbl
15,437;
wolt er in nicht gutez geben, / so solt er doch gruezzig
wesen Teichn
196,15.
– mit Dat.d.P.:
so daz er vrowen gruͤzic wart JTit
2238,2;
einem edel man und reich / wol gezimpt
[...], / daz er gein dem arm diet / gruezzig sey und
naig sich in Teichn
47,51.
189,60
MWB 2 969,49; Bearbeiter: Tao
grüeʒunge
stF.
‘Begrüßung, Gruß’
dy gruzunge uf dem markte EvBerl
115,20
(Lc 11,43).
26,17
(Mt 23,7);
EvAug
56,8.
164,11;
dô si [Maria] diz [den englischen
Gruß] hôrte, dô [...] gedâchte
[
si
] wî getân dise gruͦzunge
wêre EvBeh
Lc 1,29;
EvAug
124,6;
Maria [...] gink in in daz hus
Zacharie vnd grüzzet Elizabethen. vnd [...] do Elizabeth
gehört het di grüzzvnge Marie, do spranck vz daz chint in irm leib ebd.
124,24
(Lc 1,41)
MWB 2 969,60; Bearbeiter: Tao
grüffelîn
stN.
→
griffelîn
MWB 2 970,5;
gruft, kruft
stF.
Abstraktbildung zu graben stV. oder Entlehnung aus lat.
crypta, vgl. AWB 5,433f., Kluge, S. 376.
– sw.:
JTit
6110,4.
1
‘unterirdischer Gang, Mine’
2
‘Grube’
3
‘Gruft, Grab(kammer)’
4 oberer Teil eines Gebäudes: ‘Gewölbe, Dach’ o.ä. 5
‘Höhle, Höhlung’
6
‘tiefer Schlund, tiefer Grund, Tiefe (der Erde, des
Meeres)’
6.1 allg. 6.2 übertr. 6.3
‘Abgrund, Hölle’
7 umschreibend 8
‘Luftsack einer Sackpfeife’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 235ff.)
1
‘unterirdischer Gang, Mine’
die heiden gruoben ein furch / in die erden niht enge, /
vierzic klâfter nâch der lenge / diu selbe gruft het Ottok
49111;
die dâ wurden erslagen / in der erden gruft ebd.
49133
2
‘Grube’
wer den ban / breche, den solde man lan / vallen gar an allen
wan / nider in der lewin gruft [
lacum leonum Dn
6,12]
Daniel
5347.
5111.
5393;
ez trat / [...] neben die gruft der
kunic ebd.
8139
(vgl. Dn 14,39).
3
‘Gruft, Grab(kammer)’
dô man die gruft [La. kruft
] engrûb / und
den stein ûf hûb En
8401;
sie [Maria Magdalena] kante nit uf
erden / dann den reinen werden / Jhesum [...] den sie
suͦchte bi der kruͤft HvNstGZ
3836;
Mügeln
39,6.
– Krypta einer Kirche:
do man die gruͦft [
(ecclesie)
criptam
] machete wider Albert
502.
1020.
1016
u.ö.;
der sælige bâbst gienc dô / von oben eine grêden abe / in die gruft zuo
dem grabe LvRegFr
4992;
er [...] ging under die erden
in ein krufft; da stunt ein grab und lag ein mermerin sarck daroff
Lanc
566,21.
– hier anzuschließen: kellerartige Anlage einer
Burg:
sust quâmin sî her abe / in einin kelre gegân, / dâ
vundin sî inne stân / einin wol beslagnin schrîn, /
[...] darinne stûnt ein houbit
[Reliquie der hl. Barbara] fîn, /
[...] sî [...] trûgin iz
hin ûz der gruft NvJer
6450
4
oberer Teil eines Gebäudes: ‘Gewölbe, Dach’ o.ä.:
ein tube [...] heuet sih ze der
grufte / vnd swinget sih in die lufte Wernh
D 1755
(vgl.
[die Taube] swebte bey dem swipogen, / daz si in alle
sahen ebd.
A 1680
)
5
‘Höhle, Höhlung’
dô leite mih mit sinne / di rîche kuninginne / heimlîche in
ir behalt, / in eine cruft, di was alt SAlex
6398;
der wirt in fuorte in eine gruft Parz
459,5.
459,21;
mîn her Schŷron / wont in des steines krüfte
KvWTroj
5909;
vlieht, mîn êrsæligez volc [Zwerge] / in starke
berges krüfte Virg
393,8.
– als Ruheplatz von Tieren:
daz wilde ist in des berges gruft / und in dem wald WälGa
2630;
wildiu tier in velsen krüften [Kompos.?]
Renner
6452.
– bezogen auf eine eiternde Wunde:
durch sîner [des Anfortas]
sûren wunden gruft Parz
491,8
6
‘tiefer Schlund, tiefer Grund, Tiefe (der Erde, des
Meeres)’
6.1
allg.:
ich pruef an grozzer wazzer flut, / dw sind von ersten
vrisch und gut, / wann ez fleusset aus der gruft Teichn
462,3.
435,73;
als nebel und boͤser luft / der uff
recht [aufsteigt] von erden gruft ebd.
585,64;
der bradem, der in der erden gruft beslossen ist
Mügeln
33,1;
was hilfet mich der fisch, / der in des meres grüfte wart
alles angels fri? ebd.
404,5;
den vogel jaget durch den luft / kein visch, nie
[...] besaz des wages gruft / tierlach
[Landgetier]
Frl
8:23,5;
daz er [Gott] waere / von dem aller hôhesten
luft / unz in die understen gruft / gewaldec, swes er wolde KlageB
1000
6.2
übertr.
– bezogen auf Gott:
[Gott ist] aller tiufe ein tiefe gruft
Meissner
13:4,7;
süezer got, [...] du volle gruft der gnâden
unde aller güete Rumelant (R)
9:1,3.
–
~
des herzen, muotes, der sêle, der sorgen:
zuht und ere / bluot uz sines herzen gruft Frauenlist
59;
in ir herzen gruft het sie [die Minne] sich
sô gestempfet / alsô mit volliclîcher kraft, / dáz sie an in beiden
wart sô sigehaft Loheng
1797.
3030.
3958;
Mügeln
116,12.
314,7;
gruft der sele ebd.
127,9;
der sorgen gruft Loheng
3713
6.3
‘Abgrund, Hölle’
daz si [Maria] uns
[...] phlege / dâ sich scheident die wege: / einer
gein dem lufte, / der ander gein der grufte / dâ der vâlant inne lît
Wernh
5716;
sus wil ich [Gott Sohn] selbe an lîbe / wesen
daz gewihte, / daz die wâgen rihte / ûz der dûfen in die luft, / in den himel ûz
der kruft / der wâren vinsterkeide Erlös
1020;
des er in gruft fiel immer wernder klage
Mügeln
21,6;
der himel kor, der helle gruft KvWGS
696;
in der helle gruften JTit
6110,4;
RvEWchr
2345;
Teichn
3,35;
Mügeln
245,12
7
umschreibend:
die elementen viere [...] :
[...] wazzer [...]
fuͤr; [...] luft; [...] der
erden kruͦft HvNstGZ
204;
der scher
[Maulwurf]
[...] lebt
[von] der erden gruft / und ist tod, chumpt er an luft
Teichn
320,133
(vgl.
der scher sich niht wan erden nert Freid
109,18
);
daz er [Christus] zuo dem leben /
sî mit sigenuft / erstanden ûz des tôdes gruft Ottok
47574;
Mügeln
334,5
8
‘Luftsack einer Sackpfeife’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S.
235ff.):
wo in der blater [d.i.
blâterphîfe
] grüfte / und in dem ror von meisterlicher
hende / gebrochen wirt die lüfte, / da sachet
sich [entsteht] ein phifen Mügeln
316,9
MWB 2 970,6; Bearbeiter: Tao
grüllen
swV.
wohl ‘gegen jmdn. murren’
sô man in dâ von [
von der unkiusche
]
prediget, sô winket einer ûf den andern unde grüllet ûf in (jâ wâ wil dîn sêle hin?)
unde trîbent alsô ir gespötte PrBerth
1:82,24
MWB 2 971,32; Bearbeiter: Tao
grumat
stN.
Kompositum aus grüene
‘frisch’ und mât
‘die Mahd, das Mähen’ (vgl. Kluge s.v. Grummet).
‘Grummet’ (zweiter Schnitt des Heus):
swer heu oder grumad hereinfuͤret, daz er verkaufen wil, swaz danne von heu
oder grumad auf dem wagen ligt oder daran hanget, [...] swenne
er daz verkauft, so sol ez allez dez sein, der daz heu oder grumad gekauft hat
NüP
119;
item terciam partem feni secundi, quod vocatur grvmat UrbNAlteich
440
(a. 1279).
441
(a. 1275);
ad fenum secundum quod gruemat dicitur WeistÖ
8:428,13(Anm.)
(a. 1258)
MWB 2 971,37; Bearbeiterin: Herbers
grumatwise
stF.
‘Grummetwiese’
pratum dictum grumatwise UrbBayS
3,589
MWB 2 971,49; Bearbeiterin: Herbers
grundel
stM.
kleiner, am Grund des Gewässers lebender Fisch: ‘Gründel, Gründling’
der see trug güt vische: / [...]
salmen [...], / hechten [...], /
der klainen grundel vil HvNstAp
18053
MWB 2 971,51; Bearbeiter: Tao
gründel
stN.
‘kleine Vertiefung’, hier wohl ‘Grübchen’
zwei gründel [Hs.:
mündel
] stânt ir wengelînen baz: / die hât si doch ze
stiure, wem si lachet SM:Wi
9: 9,3
MWB 2 971,55; Bearbeiter: Tao
grundelôs, gruntlôs
Adj.
1 eigentl. und bildl., ohne grunt , ‘bodenlos, unergründlich
tief’
2 übertr. 2.1
‘aus tiefstem Inneren heraufkommend’
2.2
‘unergründlich, unbegreiflich’
2.3
‘grenzenlos, unermesslich, unendlich’
1
eigentl. und bildl., ohne grunt, ‘bodenlos, unergründlich
tief’
ain grundlos mer KvHelmsd
4339;
si [Liebe] vert
[...] / ûf einem grundelôsen sê KvWTroj
22141;
grundeloser brunne Mechth
1: 8,3;
WeistGr
2,523f.
(a. 1345);
[...] gedruket in einen grundelosen sumpf, da vinde ich
keinen grunt Mechth
6: 19,8;
daz grundelôse tal [die Hölle]
LvRegFr
239
(ähnl.
Helbl
2,202
);
diu helle ist grundelos Meissner
2:12,3;
StrKarl
9012;
[Gott ist] der grundelosen tiefe ein bodem
FvSonnenburg
11,6;
von des himels abgrunt [Überschr.] .
man siht auch oft des nahtes, als ob ain gruntlôs tiefen gê in den himel
BdN
78,31;
daz der mensche [...] übergange alle geschaffenheit
und alle zîtlicheit und allez wesen und gange in den grunt, der gruntlôs ist
Eckh
2:309,5;
LobGesMar
65,6;
Mechth
6: 31,29;
TvKulm
3055
2
übertr.
2.1
‘aus tiefstem Inneren heraufkommend’
si [...] liess einen grundlosen
súfzen Seuse
138,1;
so liess er die grundlosen erholten súfzen ebd.
126,26
u.ö.
2.2
‘unergründlich, unbegreiflich’
des menschen herz ist gruntlos [
imperscrutabile Jr
17,9] , wer möhtez ergrunden [...]?
PrBerth
2:682,42;
got, / wie grundeloz ist din gebot!
HvNstGZ
4198;
grundelose wisheit ebd.
3;
Eckh
2:486,6;
das ist grundelos, das got den súnder ansihet
fúr einen bekerten menschen Mechth
6: 17,3;
Erlös
1843;
WernhMl
14817
2.3
‘grenzenlos, unermesslich, unendlich’
nû ist ez [von Gott zu reden] sô tief und sô
vremde / und sô gar grundelôs [...], / daz ich ez
[...] / niemer mac verenden Aneg
283;
âne mâz unde ungezalt / ist dîn grundelôser rât Erlös
1141;
daz wir [...] überwinden / die
grundelôsen herzenôt Tr
9363;
sîn wunne diu wart grundelôs KvWTroj
22936;
fon der unbegriflichkeit sines grundelosin lichtis heizit he
[Gott] ein vinsternisse Parad
33,15;
ach wie ist es ein so edel grundelos luter guͦt,
kunnen sterben! Tauler
121,12;
Gnadenl
3:O1,151;
ReinFu
K,1612;
KvWTroj
20752
MWB 2 971,59; Bearbeiter: Bohnert
grundelôselich
Adj., Adv. , -lîchen
Adv.
1
‘bodenlos’
2
‘unergründlich’
1
‘bodenlos’
denne enwart dem menschen nie so not eins tieffen versinkens
in den grunt der demuͤtkeit in rechter gelossenheit. so der underval ie
tieffer und grundeloslicher ist, so sich got des menschen und aller siner werke
innerlicher und richlicher underwint Tauler
214,16;
ach, das were eyn wünnigklich dyng, in allem leyden, in
aller gelassenheit, in aller weisen sich zu grunde kunnen lassen, wie der lieber
herr sich so grundlöszlich liesz! Seuse
523,11
2
‘unergründlich’
ie me wir siner [Gottes] wege irkennen, ie
grundelosilicher und ie manicvaldiclicher si uns zu bekennene werdin Parad
80,28;
disen menschen, der gotte alsus gevoͤlgig ist
[...], dem muͦs der herre mit im selber
antwúrten und zúhet disen menschen also grundeloslichen in sich
selber und in sins selbes selikeit Tauler
169,22;
keren wir unser oͮgen wider in daz minnekliche liep
[...] ! und luͦge,
[...] wie suͤsse und wie grundloselich
guͦt es ist zuͦ minnende Seuse
456,23
MWB 2 972,35; Bearbeiter: Tao
grundelôsicheit, grundelôskeit
stF.
‘Unergründlichkeit’
vernünfticheit nimet got, als er in ir bekant ist; dâ enkan si in niemer
begrîfen in dem mer sîner gruntlôsicheit Eckh
1:123,3;
dise tieffe die wirt geborn us dem abgrúnde der
grundeloskeit gotz, die alle verstentnisse engel und menschen mit núte
erlangen noch ervolgen enmúgent Tauler
368,13
MWB 2 972,55; Bearbeiter: Tao
grundelôsiclîche, -lich
Adv.
1
‘(unergründlich) tief’
2
‘unergründlich’
3
‘über alle Maßen’
1
‘(unergründlich) tief’
wie grundelosecliche fúnde er sich in dem
súntlichen gebresten und [...] wie one mosse sine
nature in disem gebresten stot Tauler
322,26;
so man aller lútselikeit, gezierde, schonheit ie
grundlosklicher na gedenken kan, so man es ie úberswenklicher in
dir [Gott] , zartes lieb, vindet Seuse
378,9.
–
‘aus tiefstem Innern’
do ersúfzet aber er als grundlosklich und sprach
Seuse
121,28
2
‘unergründlich’
daz er
[Gott]
[...] grundlosklich
úbertrifet alles ander guͦt Seuse
179,20
3
‘über alle Maßen’
wie man got grundlosklich alle stunde loben sol
Seuse
304,2.
325,15
MWB 2 972,63; Bearbeiter: Tao
gründen
swV.
1
‘(tiefen) Grund haben’ , bildl. 2
‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’
2.1 intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’
2.2 tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’ , bildl., übergehend zu
3 3
‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’
4
‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’
5
‘jmdm. etw. gründlich erklären’
1
‘(tiefen) Grund haben’, bildl.:
daz [die Ketzerei] ist ein sünde, diu sô tiefe
gründet, / daz si mit sünden nieman übersündet RvZw
88,7
2
‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’
2.1
intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’
ob ich niht gründe, / so enweiz ich wie ich über [den
Fluss] sol Bit
3542;
dâ diu Muor grôz / in der breite flôz, / daz
si [Pelikane] mohten gegrunden / vor der tiefe
unden Ottok
96198;
hie inn [in dem so verstandenen Sinne des
Schriftwortes] so mag man watten, vnd man mag hie inn gründen
Eckh
2:468,4;
in deme mere inconden si nit gegrundin TundN
431;
[das Schiff] gat mit sweren ünden, / ir
[der Seefahrer] anker niendert gründen Frl
9:15,2;
wie got in dem indewendigen grunde der selen
gegrúndet het und verborgen und bedecket lit Tauler
25,25
2.2
tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’, bildl., übergehend zu
3:
bach diner tugent grunte / nie sinnes maß
Mügeln
155,11
3
‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’
Johannes schreif, dat he da sach, / dat ’n gein sin
envollen gegründen mach MarlbRh
84,12;
ich las niuwelîche in einem buoche - der ez gegründen künde! -, daz got die
werlt iezuo machet als an dem êrsten tage, dô er die werlt geschuof Eckh
2:232,2.
2:467,5.
2:467,7;
wêre iht in gote, daz crêatûre gründen möhte, sô nême êwekeit ende unde hôrte
himelrîche ûf Eckh (Pf)
648,32;
Tauler
367,31;
Parad
122,19.
27,32;
HvFritzlHl
200,22
4
‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’
kinder, die frucht und der nutz der dannan
von [von der Befolgung dieser Ordensregel] kumet, das
enkoͤnde nieman bekennen noch gegrúnden Tauler
269,31;
der mordige schade der dannan ab kumet, der ist nút
ze grúndende ebd.
297,23;
und also unmessig vegfúr liden das enkein herze
gegrúnden enmag ebd.
337,25
5
‘jmdm. etw. gründlich erklären’
was konste kristen adir heiden / ie gemachten, der wil ich
bescheiden / si wol [...]; / ich gronden en auch die seben
konste MinneR 481
826.
– wohl auch hierher:
ich wil dir ie die rehten wârheit gründen Loheng
1086;
nycht vuorbaz ich dirz grvnde Wartb
Anh 8,10
MWB 2 973,12; Bearbeiter: Tao
grunderëbe
F.
→
gunderëbe
MWB 2 973,56;
gründic
Adj.
‘auf den Grund, in die Tiefe gehend’
so grundec und so vollen tief / was von gotelicher gift /
sin [Augustinus’] wise herze in der schrift
Pass III
438,81
MWB 2 973,57; Bearbeiter: Tao
grunt
stM.
selten stF. (
Rumelant (R)
6:3,5;
Vät
37206;
LivlChr
9483;
NvJer
24220;
s.a. hellegrunt), vgl. mnd. grunt F., auch M. (MNDWB
2,178).
1
‘Grund, Boden, unterer Bereich eines Gewässers, Gefäßes, Hohlraumes’
1.1 bezogen auf Gewässer o.ä., bes. das Meer 1.1.1 allg. 1.1.2 als Ankergrund 1.1.3 als trockengefallener Flussgrund, ‘Sandbank, Strand’
1.2 bezogen auf Gefäße 1.3 bezogen auf ein Grab, die Hölle 1.4 bezogen auf den Magen, den Bauch 1.5 bezogen auf Wunden, auch bildl. 1.6
‘Grundfläche, Basis (eines Kegels, einer Pyramide)’
2
‘Grund (des Herzens)’ , bezogen auf das Herz als Sitz der Gefühle, des Willens, Quelle der Tränen 3
‘Tal, Niederung, Schlucht’
4
‘Erdboden’
5
‘Grundstück’
6
‘Grundfeste, Fundament’
6.1 eigentl. 6.2 übertr., ‘Ursprung, Ursache’
7
‘Tiefe, Abgrund’
8 als zentrales Wort der Mystik Meister Eckharts und seiner Nachfolger, ‘das
Tiefste, Innerste’
9 in speziellen adv. Präpositionalausdrücken 9.1
von grunde (ûf) , (hin) ze grunde u.ä. ‘gründlich; ganz
und gar, durch und durch’
9.2 etw. unz ûf den grunt, von/ ze grunde
‘gründlich, vollständig’ erzählen, wissen u.ä.
1
‘Grund, Boden, unterer Bereich eines Gewässers, Gefäßes, Hohlraumes’
1.1
bezogen auf Gewässer o.ä., bes. das Meer
1.1.1
allg.:
tief ist des wilden meres grunt LobGesMar
65,1;
an daz mere sluͦc er [Moses] di
ruten. / der grunt sich inbarte VMos
46,12.
68,7;
[...] gedruket in einen grundelosen sumpf, da vinde
ich keinen grunt Mechth
6: 19,9;
der schiffe slûch er [Wind]
ze grunde / vile, daz si versunken SAlex
1064;
diu
[
bruke
] versanc
[...] in des Rînes grunde Kchr
391;
slahem wir den selben hunt
[Joseph] und werfen in in dirre zisternen
grunt! Gen
1793;
der wág vûrt in [Alexander in dem
Glasgefäß] in demo grunte [des
Meeres]
Anno
15,3.
14,16;
dû weist daz mer unz ûf den grunt LobGesMar
56,11;
daz sich beweget der grunt / [...] und hebet
sich ûf von grunde ein wint HartmKlage
357;
Herb
2884;
NibB
1562,3.
1578,4;
KLD:UvL
55: 7,1;
BdN
113,18.
– bildl.:
ir schœne was sô bodenlôs, / daz man niht
grundes drinne sach KvWTroj
19721
1.1.2
als Ankergrund:
swâ der rotte anker hêten grunt, / daz tet ir banier
schône kunt Wh
438,9.
– bildl.:
z’eim endelôsen pflûme, / dar inne ein berc
versünke wol, / gelîchen man diz mære sol, / des ich mit rede beginne. /
wil ich den grunt dar inne / mit worten undergrîfen, / sô muoz ich balde
slîfen / hie mîner zungen enker KvWTroj
226;
trûren mit gewalte hât gankert in mîns herzen
grunt KLD:BvH
9: 3,2;
Parz
461,15
1.1.3
als trockengefallener Flussgrund, ‘Sandbank, Strand’
die [...] vischwaid mit allem das sich darinn
machet und von newn dingen erhebt, es sein awn, grünt, schüt oder newschut
WeistÖ
7,968(Anm.)
(a. 1306);
dî brûdre [auf dem gestrandeten
Schiff] von der grunt / sich intbrâchin
NvJer
24220
1.2
bezogen auf Gefäße:
köpfe und schüzzel wirt von mir untz an den grunt
erlochen [geleert]
SM:St
1: 3,8;
ist daz harn an dem grunde lieht unde louter
[...] unde ist obernthalbe dicke unde truobe
Barth
130,1.
131,11;
so bestrichet er [Giftmischer]
daz vaz ze oberist mit dem hoͤnig, ze niderist da giuzzet er daz
toͤtlich eitter in den grunt PrOberalt
139,28;
rure is [den Inhalt eines
Kessels] stetlichin vs deme grunde, das is icht an burne
Pelzb
133,17;
Kchr
7511;
Pass III
156,64;
Pelzb
137,16.
140,32
u.ö.
1.3
bezogen auf ein Grab, die Hölle:
ein lilie wuchs uz sime grabe, [...]. / des nam
die bruder wunder / und gruben alhin under. / do sie quamen uf den grunt,
[...]
Pass I/II (HSW)
14663.
–
hat die helle grunt? Lucid
7,14;
dú helle hat weder grunt noch ende
Mechth
3: 21,62;
Lucifer [...] ist gar an dem grunde der helle
PrBerth
1:203,27
1.4
bezogen auf den Magen, den Bauch:
der grunt des magens ist haisser unnd stercker ze
däenn [= döuwen
]
HvHürnh
31,4.
31,4;
swenne der mage di spie uon grunde uf wirfet
[...] da uon daz sin nider teil kreftiger ist denne
daz ober SalArz
48,58;
das buch wirt, so du iz vrisses,
[...] / bitter in des buches grunde
HeslApk
15388
1.5
bezogen auf Wunden, auch bildl.:
ouch inist nicht kein salbe besser zu trockene trorige
wunden unde ouch zu heilen von grunde [von unten auf (und nicht nur
oberflächlich)]
Macer
16,9;
daz niemer sêle wirt gesunt, / diu mit der sünden swert ist wunt, / sin
habe von grunde heiles funt Walth
6,16.
74,17;
Segremors
7,110;
daz er [
wolves zant
] mich iht
verwunde: / sîn bîzen swirt von grunde KLD:Namenlos
h 11,9
1.6
‘Grundfläche, Basis (eines Kegels, einer Pyramide)’
alles, daz wir sehen, daz sehe wir in ainer form aines
kegels, dez spitz in unser aug ruͤrt und dez grunt ruͤrt an daz
dinch, daz wir sehen KvMSph
14,1.
26,3
2
‘Grund (des Herzens)’, bezogen auf das Herz als Sitz der Gefühle, des
Willens, Quelle der Tränen:
so nimit er [reuiger Sünder] von des herzzen grunde
daz soͮften mit dem munde GenM
17,14;
ich [...] siufte ûf von grunde /
[...] und truobent mir diu ougen. /
[...] wan deiz unmanlich wære, / weinen ich niht
verbære HartmKlage
371;
swaz er in dâ spiles getete [...], /
dazn gie niht von grunde: / daz herze dazn was niht dermite Tr
7528;
got enheine sünde lât, / die niht geriuwent [...] /
hin abe unz ûf des herzen grunt Walth
6,12;
Litan
1166.
–
ir ougen [...] dringent in mîns
herzen grunt MF:Wolfr
8: 4,7;
Walth
27,26;
swenne sî ûz herzen grunde [...] ein lieblich
lachen tuot ebd.
27,36;
sie zerstâchen manegen schaft. / ieder man ûz herzen grunde versuochte
sîne kraft RosengD
619,2.
– ähnl.:
diu mir daz herze hat verwunt / vaste unz uf der minne
grunt Tannh
3,125;
Virg
972,11
3
‘Tal, Niederung, Schlucht’
in einem grunde vil tief, / da ein bach lief Pilatus
2,89;
dâ zwischen was ein cleiner grunt LivlChr
9985.
5086.
9483;
die crichen [...] hetten vur die
stat bracht / an den grunden vnde an der hoe / mangen vnde
ebenhoe [Belagerungswaffen]
Herb
14137;
sus reit der werde degen [...] durch
einen grunt Parz
339,17;
rît ze einer lîten, dâbî in einen grunt RosengD
478,3.
481,4;
wer in di grunde sewet [sät] , / der snidet unde
mewet / daz da mit vollen dihet Elis
3099;
Kchr
13303;
Helbl
4,437;
HvNstAp
19583.
– formelhaft
~ und grât, auch Pl., ‘Niederung(en) und
Höhe(n)’, daher übertr. ‘der gesamte Grundbesitz’
min huobe, min schuopose, [...], getwing und ban
und grund und grete DRW
4,1157
(Geschfrd.; a. 1306);
grund und grad, lib und gut, lebend und tod ist des gotzhus WeistGr
1,311
(a. 1344).
1,166
(a. 1303?);
verkouffend [...] unseren hoff ze Genines mit
grund und mit grate [in ganzer Ausdehnung] , mit wunne
und mit waide UrkGraub (M)
2,169
(a. 1301);
UrkBern
5,156
(a. 1320)
4
‘Erdboden’
getriben ûf von grunde / ûz eines lewen munde / fliuzet der
brunne in ein vaz UvZLanz
3893.
–
die bvrc er an den grvnt brach ReinFu
K,1264;
wann Tyrum die gross stat / er in den grundt zestoret hat Seifrit
2246;
LivlChr
11074.
11340;
übertr.:
nym eyn gloyndich ysern vnde berne se [die
Hämorrhoiden] vf den grunt OvBaierl
121,8
5
‘Grundstück’
[...] haben wir [...] demselben
gotzhaus [...] geben vnd geaygent den grunt, da ez stat,
vnd darzü des vvaldes mit dem grunt UrkNAltaich
1,289
(a. 1241);
daz Johans Herweger [und Angehörige]
[...] daz holz in Oͤtersberch
[...] ze koͧffen hant gegeben mit grunde und mit
allem dem, so derzuͦ gehoͤrt UrkZürich
8,253
(a. 1309);
weitere Belege s. WMU 1,763f. und DRW 4,1161
6
‘Grundfeste, Fundament’
6.1
eigentl.:
ich sach under Lucifer der helle grunt, das ist ein hart
swarz vlinsstein; der sol tragen das werk iemer mere Mechth
3: 21,61;
firmamentum, daz ist der vest himel, dar umb, daz er ain
vest und ain grunt ist aller gesteckten stern BdN
55,22;
daz [Messopfer (Akk.)] sal itenuwe
[erneuern] / mit geistlicheme gebuwe / alle tage
di cristenheit, / di wile daz di werlt steit [...], /
gefundet in den vesten grunt. / Crist er ist der vullemunt Glaub
1059;
Pass I/II (HSW)
10716;
TvKulm
6164
6.2
übertr., ‘Ursprung, Ursache’
du [Gott] bist der elementen
gruͦnt HvNstGZ
11;
[jmd. ist] ain wirt in der helle
[...], / ain grunt aller ubele Rol
5861;
daz diu leber ain grunt ist und ain ursprinch des pluotes
BdN
37,5;
diu versuochende kraft der sêl [d.h. der
Geschmackssinn] und daz gerüerd habent irn grunt in dem herzen;
aber die andern drei sinn sitzent in dem haupt ebd.
13,6
7
‘Tiefe, Abgrund’
ie der grunt tiefer ist [...], ie
ouch diu erhœhunge und diu hœhe hœher
[...] ist Eckh
5: 293,6;
nv vindest dv die hoehe vnd ouch die grúnde Wartb
Rs 85,6;
des abysses ~ , der grundelôse ~
‘die Hölle’
HeslApk
6895.
15282.
19306.
– bes. der helle ~
u.ä. (vgl.
hellegrunt):
der tiefen helle grunt Kchr
2033;
in der helle gründen / muoz ich ân ende quelnde sîn
KvWLd
32,269;
[Christus] lost uns von der helle grunt
Wahrh
34;
Spec
60,32;
MF:Mor
27: 2,9;
WälGa
11867;
RvEBarl
3538
8
als zentrales Wort der Mystik Meister Eckharts und seiner Nachfolger, ‘das
Tiefste, Innerste’
(vgl. McGinn, Mysticism 4,86-90 mit Lit.):
daz der mensche durchgange und übergange alle geschaffenheit und alle
zîtlicheit und allez wesen und gange in den grunt, der gruntlôs ist Eckh
2:309,5;
Tauler
370,6;
dy sele wil er versencken in den grunt ane grunt PBB
114(1992),S. 494;
dû geluogtest nie in disen einvaltigen grunt einen ougenblik Eckh
1:88,4;
ie man die wurzel und den kernen und den grunt der gotheit mê erkennet ein, ie
man mê erkennet alliu dinc ebd.
2:560,6;
suln wir iemer komen in den grunt gotes und in sîn innerstez, sô müezen wir ze
dem êrsten komen in unsern eigenen grunt und in unser innerstez ebd.
2:551,1;
in dem grund der sele, da gottes grund vnd der sele grund ain grund ist ebd.
1:253,5;
Katrei
375,20;
Eckh
1:90,8.11;
Seuse
124,24.
157,24.
165,25;
Tauler
39,33.
149,34
9
in speziellen adv. Präpositionalausdrücken
9.1
von grunde (ûf), (hin) ze grunde u.ä. ‘gründlich; ganz
und gar, durch und durch’
uͥr herzen suln van grund erbiven!
MarlbRh
34,26;
dur waz hâst du die sêle mîn / betrübet hin ze grunde KvWAlex
1049;
HartmKlage
1658;
KvWPart
3209.
–
des herzen schrîn / wirt vreuden vol von grunde LobGesMar
63,14;
dâ von fröit ez mich von grunde KLD:
UvL
48: 3,3;
des vröuwe ich mich ze grunde Virg
747,3.
199,10;
KLD:Rub
14:1,2.
–
er was uon grunde vf geborin / zo deme aller
truvistin man, / den ie sichein kuninc gewan Roth
5087;
diu schœne diu bran unde wiel / von minnen
gar ze grunde KvWTroj
22917;
die bôsen unde die ungeloubigen lûte
[...] vertiligeten sî biz ûf von grunde
[
funditus exterminaverunt
]
StatDtOrd
24,19
9.2
etw. unz ûf den grunt, von/ ze grunde
‘gründlich, vollständig’ erzählen, wissen u.ä.:
er seit ime daz mære / von obene hin ze grunde
[bis zu Ende, gründlich]
Tr
8235;
Îsôt tet ouch Brangænen kunt / ir beider rede unz ûf den
grunt ebd.
14148;
[Christi] marterlichen tôt / entsliuz
[...] von grunde mir KvWSilv
4335;
daz wizze wir of von grunde HeslApk
3418;
Walth
13,1;
Tr
14017.
10743;
HvFritzlHl
44,16.
– einer Sache (Gen.) ze grunde komen
‘etw. gründlich, vollständig verstehen’
daz ich mit dem gedanke mîn / der reinen gotheite
[...] / ze grunde und zeinem ende kome
KvWSilv
2653
MWB 2 973,61; Bearbeiter: Bohnert
gruntâder
F.
ein bestimmtes Blutgefäß:
diu ander [Ader kommt] von der leber,
deu haizt ze latein epatica. aber als daz puoch spricht haizet si basilica, daz ist
gesprochen diu gruntâder, dar umb, daz diu leber ain grunt ist und ain ursprinch des
pluotes BdN
37,5
MWB 2 977,10; Bearbeiter: Tao
gruntbœse
Adj.
‘von Grund auf schlecht, sehr schlecht’
[ein] schefman, / der nie tugent gewan / und sprichet
grundbœser wart [= wort
] / vil ûf sîner
nouvart [Fahrt stromabwärts]
Helbl
7,811;
welhes augen an der rœten dem feur geleichent, daz ist
ain gruntpœsez mensch und gar widerprüchig oder ungevölgig BdN
44,5.
44,17
MWB 2 977,16; Bearbeiter: Tao
gruntbœsewiht
stM.
‘Erzbösewicht’
[diese Strafe] hat der grundboͤswicht wol
verschuldet Seuse
77,23
MWB 2 977,23; Bearbeiter: Tao |