grennen
swV.
→
grannen
MWB 2 915,19;
grensinc
stM.
auch grensich ( VocClos
).
übers. unterschiedliche lat. Pflanzenbez. (vgl. bes. Marzell 3,999 s.v. Potentilla
anserina; s.a. ebd. 3,355 s.v. Nymphaea alba):
potentilla: grensinc Gl
3:482,54
(BStK945);
VocClos
Po139;
nimphea: grênsinc Gl
3:482,27
(BStK461);
nimphea vel mater herclania vel digitus vel clavus veneris: grensinc
SummHeinr
1:191,263;
vgl.
limphea VocClos
Li84;
mathere clama ebd.
Ma219;
ercularis ebd.
Er6;
clavus veneris ebd.
Cl20;
SummHeinr
2:51:320;
rosmarinum herba nimphea id est grensinc ebd.
2:445,153;
VocClos
Ro27
MWB 2 915,20; Bearbeiterin: Baumgarte
grentsboem
stM.
→
grenizboum
MWB 2 915,32;
gres|chen
stN.
hier md./nd. gresken.
Dimin. zu
gras
‘kleine Grasfläche’
sus ginc ich hin durch geweide [durchs
Weideland] . / da was is alczu suberlich, / ich sach her und daer
om mich, / bis das ich ein ordelich gresgen vant; / da viel ich neder alczu hant
MinneR 497
855
MWB 2 915,33; Bearbeiterin: Baumgarte
greselîn, greslî,
gresel
stN.
Dimin. zu
gras
:
holtz vnnd stein vnnd beyn vnd alle graͤßly, die habenn alle samen da
ein gewesen in der erstekeit Eckh
2:475,1.
– vom Futter des Pferdes:
pey weyle er von rosse saß, / untz das es ain gräsel geaß
HvNstAp
9939.
8550.
– bezogen auf das Spiel des Halmziehens (vgl. DWB
4,1,5,1984):
so spilent zway dort in aim brett / umb ain guldin vingerlin. / ritter und
junckfröwelin / sicht man dez gräßlins spilen MinneR 439
201
MWB 2 915,39; Bearbeiterin: Baumgarte
gretetuoch
stN.
‘Wundpflaster’
emplastrum: gretetvͦch SummHeinr
2:290,01.16
MWB 2 915,49; Bearbeiterin: Baumgarte
grêve
swM.
→
grâve
MWB 2 915,51;
greʒel
stM.
‘Leinfink, Flachsfink’ (zu
graʒ
stN.; vgl. Anm.z.St. und Suolahti, Vogelnamen,
S. 123):
ez muz den lerer betragen [verdrießen] , / wenne der
junge so putschisen tut [sich unverschämt benimmt] / und
hat so gewischen [l. göuwischen
‘rüpelhaften’
] mut. / er kranch, er storch, er elbiz, / er
eul, er gouch, er gibiz, / er wergel, er grezel, er widehopf! Jüngl
259
MWB 2 915,52; Bearbeiterin: Baumgarte
greʒen
swV.
→
grâʒen
MWB 2 915,60;
greʒenach
stN.
Koll. zu
graʒ
stN. ‘eine Menge Tannen- oder
Kiefernsprossen, Schößlinge’ (vgl.
graʒʒach
):
sarmentum: grezenach Gl
3:327,45
(BStK556)
MWB 2 915,61; Bearbeiterin: Baumgarte
gribellure
Subst.
ein kleines Zelt (vgl. Rosenqvist 2,255):
hutten, die dâ heizent gribellure [
parvas
tentas, que vocantur gribellure
]
StatDtOrd
103,20
MWB 2 916,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gricke
Subst.
‘Überreste des getrockneten Augensekrets (Augenbutter), Schlafsand’ (s.a. DWB
4,1,6,2 s.v. greck):
der melancolie werbunge [Wirkung]
is da tzu den ougen vnde sint di griken, di man des morgens vindet an den ougen
SalArz
5,27
MWB 2 916,4; Bearbeiterin: Baumgarte
grickic
Adj.
‘voll von Sekret, schleimig’ (von Augen):
sô sint diu ougen rôt unde heiz unde griekech unde gênt die
schüze vaste dar în Barth
145,34
MWB 2 916,10; Bearbeiterin: Baumgarte
griebe
swM.
Reste von ausgelassenen Speckwürfeln, ‘Griebe’
mangen buog [Fleischstücke aus der
Schulter] / gib in, darzuo guote grieben, / des in lieben herbest
muoz SM:Had
20: 3,9;
do sus bereit was die glut / und daz pech darobe sot, / in die grimmige not /
warf man die zwei gelieben / und wolde alsam die grieben / ir leben da versmelzen
Pass III
498,72.
– im Bild für jmdn., der dürr und ausgelaugt ist:
er smilzit als ein griebe Martina
133,70;
ich bin durre worden alse ein grive HvFritzlHl
53,29;
zuͦ eren dime zarten erdorreten libe, der an dem
crútze dorrete alsam eine griebe Seuse
491,20;
MarlbRh
27,29;
Pass I/II (HSW)
7018;
Minneb
2516.
– übers. mlat. cremium:
bein miniv als die grivpen [interl. zu
cremium
] sint erdorret PsM
101,4;
cremium: griebo SummHeinr
2:244,02.2
MWB 2 916,14; Bearbeiterin: Baumgarte
griekech
Adj.
→
grickic
MWB 2 916,31;
grien
stM.,
auch N. ( Seuse )
‘Sand, Kies’ (vgl.
grieʒ
):
mac ich ir bringen von dem se / des grienes, da diu sunne get
/ ze reste, so wil si mich wern Tannh
10,9;
ich weiz wol, wenne mîn ármùot ein ende haben sol: / swenne
[...] der Swarzwalt wirt verbrant / únd daz mer
gevüllet ist mit griene Boppe
4:1,8.
– meist vom sandigen, steinigen Grund bzw. Erdboden:
ûf dem griene er dô gelac, / sam der niht mêr geleben mac KvWPart
9245.
9387;
vil manic brunne lûterlich / qual ûz des herten grienes kise
KvWTroj
6913;
der grien alsam ein lösche [Leder]
rôt / von bluote wart geverwet ebd.
12316
u.ö.;
uf des ertriches grien KvWGS
917.
1008;
Martina
23,79;
WhvÖst
971.
– bildl. für eine große, unüberschaubare Menge:
alse vil [...] als loubes unde grases unde grienes an
dem mer PrNvStr
271,4;
lob [Laub] und graz dez ertrichs und
daz unzallich grien in dem mere Seuse
28,7.
453,5;
PrHess
70,926
MWB 2 916,32; Bearbeiter: Richter
grienen
swV.
von Empfindungen im Herzen (vgl. Beckmann, WhvÖst., S. 74)
‘wüten, rasen’ oder ‘knirschen’ (s.
grînen
oder
grimmen
und
grinnen
stV.):
ir quale vaste hat gegrient / in minem hertzen, daz ez is /
vor zorn herter denne ain kis / umm ir leben uzerkorn WhvÖst
4738;
owe Minne! wie du grienst / manigem in dem hertzen / daz er
des todes smertzen / durch dich ahtet claine! ebd.
8500;
min hertz nah im grienet, / daz ez in mir wallet ebd.
12470.
10380.
16381
MWB 2 916,51; Bearbeiter: Richter
grienic
Adj.
‘sandig’, in der Verbindung
~ mer
‘Wüste, Sandmeer’
Alexander sî [
Gog und Magog
] beslôz /
mit berge und mit mûren grôz / und ouch mit dem grienigen mer / daz âne wazzer
sunder wer / fliuzet stæteclîche Reinfr
19553
MWB 2 916,61; Bearbeiter: Richter
grieʒ
stMN.
auch grez (
Brun
1083
); sw. Nom. Pl. griezen (
JTit
1273,1
).
1
‘Sandkorn, Sand, Kies’ (vgl.
grien
) 1.1 allg. 1.2 vom Grund bzw. Erdboden 1.3
‘Strand, Ufer’
1.4 bildl. für eine große, unüberschaubare Menge (vgl. ‘wie Sand am
Meer’ ) 1.5 bildl. zum Ausdruck von Geringfügigkeit (s.a.
grûʒ
) 2
‘Körnchen’
3 übertr. ‘Samen, Nachkommen’ (vgl. Anm.z.St.)
1
‘Sandkorn, Sand, Kies’ (vgl.
grien
)
1.1
allg.:
der brunn uf dringet sunder mies / us dem velsen dur daz
gries / kúele, stat, raine. / reht als dú berlen clain, / sant
und kis von grunde / us wallent alle stunde SHort
6750;
uf des strandis grieze Daniel
7328;
vf dem gefilde / wart zv tretet daz gras, / daz ein teil
entsprozzen was, / beide sant vnd griez Herb
8765;
welchem der sant [in der libyschen Wüste] kam
in den munt, / des griezes hitze in sô verwunt, / daz er in mit bluote verdöute
UvEtzAlex
9806;
KvFuss
2721;
Renner
2368.
8398;
HvNstAp
6607;
KvWTroj
25221.
–
‘Erdkrumen’
viur, wazzer, luft unde erden griez Frl
5:120G,14.
– übertr.:
undankes grieß / mit erge mies / vertemmet gotes
milde fließ Mügeln
368,13
1.2
vom Grund bzw. Erdboden:
e do was min lob vil tuft [tief] , / nu ist es
worden sihte [seicht] , / und das man kuͥse wol
das gries EckenlE2
144,11;
do zogtens aber furbas / und chamen da ain waser was, / das lautter was
und nicht ze gros / und uber ainen gries flos Seifrit
6618;
Rennew
9712;
in kurzem zil / der griez wart wazzers blôz, / dâ
Eufrates der grôz / was ê gerunnen Ottok
53017;
Set stiez daz ris uf sines [Adams] grabes griez
Frl
2:15,11;
Damen
3,10.
– vom sandigen Boden des Kampfplatzes:
dâ mite stach er den môr / hinderz ors ûfen griez
Parz
41,25.
68,13;
er treip den schaft vurbaz / vnd stach in, daz er
besaz, / e er in liezze / vf deme griezze Herb
6800;
Krone
12178
1.3
‘Strand, Ufer’
[sie warteten] biz daz mer wider kæme / unde der kiel
genæme / den vluz und die vlieze, / wan er lac an dem grieze Tr
13274;
dâ wart sô michel dringen / von den schiffen an daz
griez, / daz dirre den ze tôde stiez / und jener disen valte nider
KvWTroj
25333;
beidenthalp des wazzers staden / der griez gefullet und
geladen / was mit tôten Ottok
17294;
da niden an dem griezz StRMünch
406,20;
VMos
68,14;
Kchr
12046;
UrkCorp (WMU)
2631,6.
– übertr.:
die hochfart segelt stet uf spottes fließe, / sie
gründet hie noch dort mit tugende sprieße. / uf solches leides grieße, / du
wiser man, din schiffen laß Mügeln
211,11.
– in Kudr meist Pl.:
nu was künic Ludewîc und ouch her Hartmuot / mit ir landes volke bî
des meres fluot / beliben durch ir ruowe ûf den wilden griezen Kudr
847,3;
wâ sint iuwer kint, / [...] / daz si iuch
eine lâzent waschen an den griezen? ebd.
1253,3.
424,3
u.ö.
– als Bestandteil von Personennamen:
herre Johannes an dem Grieze UrkCorp (WMU)
528,3.
753,40
1.4
bildl. für eine große, unüberschaubare Menge (vgl. ‘wie Sand am
Meer’):
nû wil ich dînes lîbes sâmen den sternen ebenmâzen / und
deme grîzze den daz mere uber vliezze: / sam michel werde dîn chunne daz von dir
enrinne Gen
944;
din volk wirt sin als der gryis des meris
Cranc
Jes 10,22;
PrSchw
1,113;
RvEBarl
2162;
an die [Marias magetheit
] got selbe
hat geleit / mer sælden unde güete / dann in des meres flüete / si griezes unde
sandes KvWGS
1745;
ein lant haizit Cythia: / der
staine [Smaragde] vindet men da / also vile so der
grieze HimmlJer
215;
daz mê engel sint dan griez oder gras und loubes Eckh
3:457,2;
RvEWchr
7453.
16708;
Wernh
516;
Herb
2245.
– vom Zählen des ~ :
die selbe kuͤnst
[
Arismetica
] hat die wal / daz
sie pfliget aller zal. / sternen und dez meres griz / zelet sie an wider
driz [ohne Verdruss]
HvNstGZ
849;
kanstu die regens tropfen zeln, / so zel ich dir loub, gras und allen
griez Frl
7:41G,6;
Marner
14,175;
Wartb
Fl 23,11;
Teichn
281,6
1.5
bildl. zum Ausdruck von Geringfügigkeit (s.a.
grûʒ
):
so clain wart nie mer griez, / ez wuͤrde Ryales
lait / noch clainr und sin vræude brait WhvÖst
1756;
noch ringer wan ein griez / wigent an ir [der
zange, mit der Gott Himmel und Erde hält] aller
wunder bunt Damen
5,2
2
‘Körnchen’
in swelcheme harne grozer griez lit an dem bodeme. der
bezeichent einen harn stein in den lenden. ist aber der griez wiz. so bezeichent er
einen harn stein in der blater SalArz
115,40.
77,34;
geistlicher mensch, dv maht des griezzes [hier
bildl. für lässliche Sünden] als vil vf daz schef legen, daz ez
alles vol werde, da ez als wol von vnder get als von grozzen
mulstæinen [Todsünden]
PrBerthKl
3,52;
da bi [am Fluss Gediz
(Hermos)] vindet man guldine griese Lucid
32,2;
BdN
485,12;
Seifrit
6236
3
übertr. ‘Samen, Nachkommen’ (vgl. Anm.z.St.):
so du iemer gruene werdes, onde so dien griez iemer kume zu
anderme grieze, onde so din griez iemer kume in den barn Abrahames
PfJud
30
MWB 2 917,1; Bearbeiter: Richter
grieʒelach
stN.
Koll. zu
grieʒ
‘Samenkörner, Krumen’
swenne alle vogel die luͥte schadegont dc si dc korn ezzent unde ander
fruht diu ûf der erde stât, so izzet si [die Taube]
niuwen griezzelach PrSchw
1,32;
so ist diu tûbe der nature, dc si nieman ûf dem velde an sinem korne als ander
vogel kainen schaden tuͦt, wan dc si niuwan griezelach unde ander semelach
[Samenkörner] izzet ebd.
1,33
MWB 2 918,28; Bearbeiter: Richter
grieʒeleht
Adj.
‘körnig’ (vgl.
grûʒelot
):
daz holz [der Esche] hât mêr
rinden oder röck umb sich dann áinen rock, und ist zwischen zwain röcken ain
kriezlohteu materi, diu ist gnuog mürb oder mar, aber si ist gar hert
BdN
324,21
MWB 2 918,36; Bearbeiter: Richter
grieʒelîn
stN.
Dimin. zu
grieʒ
‘Sandkörnchen’
vnde wære daz mugilich, daz ain mensche also lange leben mehti, vnz daz ain
tube dez meris griez uͦz gefuͤrti vnde ie ze tvsint iaren ain griezili
dannen fuͤrti, du iar solti der mensche in arbaitin lebin, dar umbe daz er
got gesæhi undir sinen oͮgen PrGeorg (Sch)
3,23
MWB 2 918,41; Bearbeiter: Richter
grieʒen
V.
‘zerkleinern’
den [Meistern der Künste] gib ich mich hie uff ir
muln, / daz sie mich sullen machen / vil cleine, malen, gerwen unde griessen, / also
daz mins gesanges mel die wisen mogent niessen Ehrenbote (R)
319,10
MWB 2 918,48; Bearbeiter: Richter
grieʒic
Adj.
‘grießig, Körnchen enthaltend’
ist das harn griezich unde daz diu flekelîn
[Stückchen] schînent dâ inne, sô lît der harnstain in
den lanchen Barth
130,10
MWB 2 918,53; Bearbeiter: Richter
grieʒklîe
swF.
‘Kleie, Stückchen von Fruchtschalen’
siliqua: griesklyen oder linsenboͮm vel quarta pars scrupuli
VocClos
Si47
MWB 2 918,57; Bearbeiter: Richter |