gras(e)bletelîn
stN.
‘Grashalm’
hie seind alle graß bletlein vnd holtz vnd stein vnd alle ding ein Eckh
2:470,6
MWB 2 899,43; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)garte
swM.
‘eingefriedeter, grasbewachsener Platz’ o.ä. (s.a.
grashof
,
grashei
):
auch twanc des ir witze / kreftige hitze, / daz sie [die Greife,
die Alexander durch die Luft trugen] sich mit dem werden / liezen
ze der erden / ûf ein castel [...], / in einen grasegarten
UvEtzAlex
24751
MWB 2 899,46; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)grüene
Adj.
‘grün wie Gras, grasgrün’
in Idumea, chwit man, ouh si ein aha [Fluss] / diu
wantele die varawa des jares vier werba: / dri manot ist si truoba, dri ist si
grasegruona, dri pluotvara, dri ist si lutter alagaro Merig
33,3;
von smâragden wol getân / ein grasegrüener papigân
[Papagei]
KvWTroj
31682;
der grasegrüene klê KvWPart
20645;
KvWLd
16,17;
[von den Rittern mit Anker und Drachen im Wappen:] gen
dem anker wiz in grasegruͤne / sol des tracken roͤte streben
JTit
3884,3
u.ö.;
Rab
488,1
MWB 2 899,52; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)hei
stN.
‘eingefriedeter (s.a. hege), grasbewachsener Platz’ (s.a.
grasgarte
):
unam hubam in Hage et unum grashei aput fluvium Wilach UrbBayJ
180
MWB 2 899,63; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)heie
swM.
‘Grashüter’, hier für ‘Mai’
[wer den grünen Ritter (Tschinotulander) ansieht] der
sihet den grasheien, als er mit meien loubes gruͤnem walde / si bekleit,
alsus ist er gecleidet, / er selbe, ors, helm unde schilt JTit
1373,2
MWB 2 900,3; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)hof
stM.
‘eingefriedeter, mit Gras bewachsener Platz’ (s.a.
grasgarte
):
einen grasehof si hate / in deme daz bilde lange was Pass III
336,88;
in einen grasehof also / quam ich, der was vil schone ebd.
536,44
MWB 2 900,8; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)kæse
stM.
‘Käse als Abgabe für Grasnutzung’
1 chitze und 9 graschaese DRW
4,1075
(Stolz, Schwaighöfe.; a. 1288)
MWB 2 900,13; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)lêhen
stN.
‘Wiesen- oder Weidepachtland’
in dem selben dorf git man von deme mvln lehen sehzic
pfenninge. graslehn anderhalp hvndert kæse UrbBayÄ
1500.
1466,a;
de uno graslehen ccc casei UrbBayJ
144
MWB 2 900,16; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)louche
N. oder M.
Bed. unklar, wohl ‘Schnittlauch’, (vgl. Marzell 1,206-10; Etymol.Wb.d.Ahd.
4,597):
brandana: grasloͮche Gl
3:550,28
(BStK285)
MWB 2 900,21; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)löufel
stM.
Bed. unklar; vielleicht i.S.v. ‘Weidegänger; Jungtier, das anfängt, sich von
Gras zu ernähren’ (hier wohl bezogen auf ein junges Pferd; vgl.
grasvrischinc
und DWB 4,1,5,1938 s.v.
grasläufer):
item XIII equos plaustrales [Zugpferde] . item III
graslæufel UrkScheyern
3,100
(a. 1347)
MWB 2 900,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)marschalcambet
stM.
Bed. unklar ‘Amt des Aufsehers über die Grasnutzung’ (?):
item Brunwardus, Heroldus et Volkerus dicti Huͤzelin fratres receperunt
officium grasemarschalcampt ecclesie Herbipolensis UrbWürzb
2092;
grasmarschalkambt ebd.
3074.
3471
MWB 2 900,31; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)mucke
swF.
auch -mugge.
eine Vogelart, ‘Grasmücke’
er [der Kuckuck] legt sein air in
ains andern vögelleins nest, daz haizt ain grasmuk BdN
178,14;
du vil kleine grasemugge, / wa wilt du huppen hin / us dem neste? Neidh
(S)
1,504 C280:3,5;
grasemugga GlHvB
404,34;
pfî iu armen grasmucken, / daz ir iuch ofte müezet smucken, / swenne ir des
schimeligen schatzes hüetet / und fremden göuchen ir eier brüetet Renner
7609.
– übers. mlat. felocena, curruca, curricalus
und diomeredoe vgl.
Volucr (L)
51;
VocClos
Cu90.
Cu83.
Di84
MWB 2 900,37; Bearbeiterin: Baumgarte
1grasen
swV.
1
‘Gras fressen’
2
‘Gras schneiden’ (um Tiere damit zu füttern)
1
‘Gras fressen’
[das Pferd] was [...] so dùrre
vnd vndare. / [...] vil kume es so vil gegrast / mit den
zenen, das es sich hernert Krone
19819
2
‘Gras schneiden’ (um Tiere damit zu füttern):
man sol och des abbetes phert instellen und sol man im grasen UrkEls
2,164
(a. 1339).
– subst.:
geselle, lâ dîn grasen sîn Wig
5328
(vgl.
nâch grase wolde er ûz gân ebd.
5319
)
MWB 2 900,49; Bearbeiterin: Baumgarte
2grasen
swV.
→
grâʒen
MWB 2 900,57;
gras(e)phenninc
stM.
‘Abgabe für Wiesennutzung’
jz geltent auch dev gvͤt nivn Mvnicher chavfmvt
[...] fvͤr swein vnd grasphenninge zwei phvnt
vnd siben phennig UrkCorp (WMU)
801,38;
UrkNAltaich
1,55
(a. 1257);
de Pædling xiii grasphenning UrbNAlteich
316
u.ö.
MWB 2 900,58; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)spier
stN.
‘Grashalm’
dô sprach ich: wie alle / grasspier sô glîch sîn, das ist noch wunderlîcher
Eckh
1:384,4
MWB 2 901,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)spinne
stF.
‘Grasspinne’ wohl irrtümlich für
grasspier
:
ob ich gevrâget würde, wie ein ieglich grasspier [Hs.
grasspinnen, vgl. Anm.z.St.] dem andern sô unglîch
wære Eckh
1:384,2
MWB 2 901,4; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)sprinkelîn
stN.
→
gras(e)sprüngelîn
MWB 2 901,8;
gras(e)sprüngelîn
stN.
‘Grasspross, Grashalm’ (vgl. springen in der Bed.
‘sprießen’):
es enist niergent so klein bluͤmlin noch ein bletlin
noch enkein gras sprúnglin [La. gras
sprúnkelin
] , der grosse himel, die sternen, die
sunne und mone, es enwúrke alles darin, und vor allen dingen got mit im
selber Tauler
157,1
MWB 2 901,9; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)var
Adj.
‘wie Gras aussehend, grasgrün’
si [die Buchstaben der Inschrift auf dem
Paris-Apfel] glizzen rôt, gel unde blâ / verr ûz der lîsten
[Borte] grasevar KvWTroj
1451
MWB 2 901,16; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)vinke
stM.
‘Grasfink’ (?) oder ‘Grasmücke’ (?) (vgl. Suolahti, Vogelnamen, S. 70;
Etymol.Wb.d.Ahd. 4,597):
filocena: grasvink Gl
3:30,50
(BStK285)
MWB 2 901,20; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)vrischinc
stM.
Bed. unklar, wohl ‘Jungtier, das sich schon durch Weiden ernährt’ (?):
grasfrisching dimidium valentem vi denarios UrbBayJ
209;
de Winleinsrevt in festo s. Georii xv denarios pro grasfrisching
UrbNAlteich
560
MWB 2 901,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)warte (?)
swM.
Bed. unklar, ‘Aufseher über die Grasnutzung’ (?):
officiales vero sunt, prepositus, causidicus, cellerarius, forestarius,
grasewatio UrkEls
1,332
(a. 1216)
MWB 2 901,29; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)wëc
stM.
‘mit Gras bewachsener Weg’
jtem ein acker oben amme grasewege UrkCorp (WMU)
3037,35;
zwene ackere nebent deme grasewege ebd.
N101,27.
– übertr. für ‘Irrweg’ (s.a.
grasic
):
daz mir sin wisheit si ein stech [
stîc
‘Pfad’
] , / so vare ich nicht an den grasewech
Brun
6992
MWB 2 901,33; Bearbeiterin: Baumgarte
gras(e)wurm
stM.
‘Raupe’
eruca ab erodendo: grasewrm SummHeinr
1:155,573.
2:62,160;
VocClos
Do14.
Er29;
eruca: graswurn [La. graswrm
]
VocOpt
46.038
MWB 2 901,39; Bearbeiterin: Baumgarte |