gotesleidic
Adj.
→
goteleidic
MWB 2 867,17;
gotesleit
Adj.
→
goteleit
MWB 2 867,18;
goteslîcham
stswM.
→
gotlîcham
MWB 2 867,19;
gotesmilte
Adj.
‘sehr gütig, barmherzig’ (vgl.
got
-, gotes-):
do nam von sime bilde [Vorbild] /
der rein gotes milde / Antonius die lere Vät
2854.
– subst.:
ouch sach der gotes milde / eines menschen bilde / mittene
in dem cruce wesen Vät
36811
MWB 2 867,20; Bearbeiter: Helmich
gotesmordærinne
stF.
hier -morderin.
zur Bezeichnung einer Verleumderin, die einem Geistlichen ein Kind anhängt (vgl.
got
-, gotes-):
so si etwa da her úber get [über eine
Brücke] , so wil ich die gotesmorderin hin ab stossen und wil si
ertrenken Seuse
123,2
MWB 2 867,25; Bearbeiter: Helmich
gotesphenninc
stN.
Unterpfand zur Sicherung der Rechtsgültigkeit von Verträgen, als Almosen
weitergereicht (vgl.
gotegëlt
, s.a. DRW 4,1031-1032, Hwb. dt. Abergl.
3,975):
wa ein kauf geschiht da der gotsphenninch an geben wirt oder
sust litkauf [Gelöbnistrunk, Leitkauf] an getrunchen wirt,
der sol staete sin StRAugsb
204,6;
dyalis: gotz pfennig, scilicet nvmmus datus pro confirmacione vendicionis
VocClos
Di14
MWB 2 867,31; Bearbeiter: Helmich
gotesrëht
stN.
‘kanonisches Recht, Kirchenrecht’
swann ein biderman gestirbet mit geschäft [...],
dazselbe geschäft sol im stät beleiben an allen chrank, es wär dann, daz es die
zwelif des rates [...] nicht billich däuhte, die mügen es
recht und redlichen nach dem gotesrechte legen DRW
4,1033
(LandshutStR.; a. 1346)
MWB 2 867,40; Bearbeiter: Helmich
gotesrîtære, gotesritter
stM.
‘Streiter Gottes’
Abraham, der gotes ritter Vät
32866.
762;
als ein frumer gottesritter Seuse
554,14;
Spec
41,7.
–
‘Glaubenskämpfer’
ô eddeln gotis rittere, / got mûz ûch immer werdin / in himel unde ûf erdin, /
want ûwir ellenthafte hant / zubrochin hât dî leiden bant NvJer
23833;
wirt ein man von dir erslagen, / dar an begestu sunden me, /
der ein gotes ritter bege, / ob er alle tage sluge dri StrKD
4,450.
–
‘Kreuzfahrer’ (?), als Bestandteil von Personennamen:
Otto, Rapodo gotesriter, Rvͦpreth, Vͦdalrich UrkWeltenb
69
(a. 1132-1133/35);
MWB 2 867,47; Bearbeiter: Helmich
gotessældenbære
Adj.
hier subst. ‘von Gott gesegnete Person’
der gottes seldenbër [der heilige
Andreas] / leidet an recht sölich lait. / uns ist bechant sein
heilichait Märt
25746
MWB 2 867,59; Bearbeiter: Helmich
gotesslac
stM.
‘göttliches Urteil, Schicksalsschlag’
nach mitter naht / uber di burc gi der gotes slac / do wurten
si irtrenket VMos
17,22;
so wir sîn aller mindest wanen, so chumet der gotes slach. e
wir sîn iht wizzen, so chumet er Spec
128,17;
daz ich wol makch / verdienenn hie den gottes slakch
Märt
19028;
Litan
1070;
Parz
545,6;
Priesterl
597.
–
‘Jüngstes Gericht’
so chumet der vinfzehente tach, so nahet uns der gotes slach. /
so sculn alle die ersterben, die der ie geborn wurden, / alle gemeine vor dem
urteile AvaJG
17,1;
danne chumet der gotes slach. / so ist dehein burch so veste, /
geworht uzzir listen, / si newerde zerstorot VRechte
113.
118
MWB 2 867,63; Bearbeiter: Helmich
gotestumbe
swM.
‘sehr einfältiger Mensch, großer Dummkopf’ (vgl.
got
-, gotes-):
der gotes tumbe [Helmbrecht]
Helmbr
85
MWB 2 868,13; Bearbeiter: Helmich
gotesunrëht
stN.
‘großes, schreiendes Unrecht’ (vgl.
got
-, gotes-):
ain biscof hiez Albreht, / doch tet man im daz gotes unreht:
/ durch aine luge er gevangen wart, / vur den chunich Ludewîgen brâht, / mit urtaile
wart er gehoubetôt, / âne sculte lac er dâ tôt Kchr
15613.
16127
MWB 2 868,16; Bearbeiter: Helmich
gotesvart
stF.
(s.a.
goteswëc
).
1
‘Pilgerfahrt, Wallfahrt’
2 Weg, Fahrt zu Gott
1
‘Pilgerfahrt, Wallfahrt’
mit senften siten niht ze hêr / gienc dâ rittr und knappen
mêr / mit zühten ûf der gotes vart Parz
446,29;
swelich man in gotes verte varen wil uber mer ze Rome, ze sant
Jacobe oder swar er varen wil StRAugsb
17,29;
die möhten wol himelrîche verdienen unde gewinnen mit almuosen geben, mit
beteverten unde mit gotesverten über mer unde ze sant Jâcobe oder ze Rôme
PrBerth
1:483,29.
1:493,5.
– auch ‘Kreuzzug’
roup unde brant ûf gotes vart KLD:Kzl
16: 8,5
2
Weg, Fahrt zu Gott:
der [Gerechtfertigte, Selige] vert
die heren gotes vart, / so er ie sælich wart, / [...], /
daz er danne muoz sin / immir in gotes mendin! Hochz
767
MWB 2 868,22; Bearbeiter: Helmich
gotesvride
stM.
‘Frieden Gottes’
1 durch Gott bewirkter Zustand des Friedens 2
‘Gottesfriede’ (Pax Dei), ein Sonderfriede, bei dem etw./jmd. unter Schutz
gestellt wird; ab dem 12. Jh. von anderen Formen der Friedenswahrung abgelöst (vgl.
zur Sache 2 HRG 2, 470-473, LexMa 4,1587)
1
durch Gott bewirkter Zustand des Friedens:
‘pax vobis’. er sprach: ‘der gotes frid sei
mit eu’ PrOberalt
89,34;
PrRoth
70.
– übertr.:
hie nach sach ich ein geistlich closter, das was mit
tugenden gebuwen. die eptischin ist die ware minne,
[...] die priorinne die ist der helige gottes vride
Mechth
7: 36,15.
6: 1,53
2
‘Gottesfriede’ (Pax Dei), ein Sonderfriede, bei dem etw./jmd. unter Schutz
gestellt wird; ab dem 12. Jh. von anderen Formen der Friedenswahrung abgelöst (vgl.
zur Sache 2HRG 2, 470-473, LexMa 4,1587):
swer sich ûz der æhte ziehen wil, der sol
[...] danne vride swern, ob ein vride gesworn ist; und
ist dehein vride gesworn, er sol den gotesvride swern SpdtL
188,20;
von deme gotesvride unde von deme burcvride. nieman sal den anderen beclagen
umbe bakkenslege oder umbe scheltwort oder umbe rouffen in deme gotisvride
WeistErf
7
(a. 1289)
MWB 2 868,37; Bearbeiter: Helmich
gotesvriunt
stM.
‘Gottesfreund’ zur Bezeichnung von Menschen, deren Leben in besonderer Weise
Gott gewidmet ist:
da uon [durch ihr Martyrium] wrdin
si gotis uriwent. uon div sint hiute die zewêne vil heilige gotis trûte, Petrus et
Paulus, die gotis vriwent, grozze gêrt [geehrt]
Spec
85,20;
liebir gotes friunt Turpin Rol
6356.
– Bezeichnung für Christen, die eine verstärkte (mystisch ausgerichtete)
Gottesliebe auszeichnet (vgl. LThK 4,910, LexMa 4,1586):
lieber gottes frúnt, disen minneweg han ich dir
geschriben Mechth
1: 44,94.
1: 22,73;
also bezeichent der roͤselohte ring menigvaltikeit dez
lidens, daz die lieben gotesfrúnde muͤssent tragen, die wil
sú noch in der zit mit ritterlicher uͤbung got dienend sind
Seuse
64,14.
34,10;
Tauler
157,32.
17,16;
Stagel
4,7
MWB 2 868,56; Bearbeiter: Helmich
gotes|wâr
stN.
‘reine Wahrheit’ (vgl.
got
-, gotes-):
dannen uber manec iâr / daz ist al daz gotes wâr / Ysaac
altote / daz daz gesuͦne [Sehvermögen] ime
tunchelote VMos
22,17
MWB 2 869,8; Bearbeiter: Helmich
goteswëc
stM.
(s.a.
gotesvart
).
1
‘Pilgerfahrt, Pilgerreise’
2
‘dem Seelenheil dienende Lebensführung’
1
‘Pilgerfahrt, Pilgerreise’
ez sol auch nieman dhein silber da chauffen, denn daz er ze hort legen welle,
oder hintz marcht welle fveren, oder auf dem gotsweg da zern welle, oder ze
chleinoeden wuerchen welle UrbBayJ
529;
swer umb sein geschaeft von der stat arbait oder auf dem
gotzweg ist [...], der mag sein chlag ze gewin und ze flust
aufgeben vor dem rechten swem er wil StRMünch
318,4.
388,26.
–
‘Kreuzzug’
der dritt herzog Fridreich starb auf dem goczweg
EnikWchr
546 Prosa 9,5
2
‘dem Seelenheil dienende Lebensführung’
er [Johannes der Täufer] ebenot uns
den gotes wech VEzzo
144;
[jemand] hie was virvlizzen [eifrig
bedacht] / an dem reinen gotes wege, / den er wanderte zu pflege
Vät
24199
MWB 2 869,12; Bearbeiter: Helmich
goteswërc
stN.
1
‘Gott gefälliges Werk’
2
‘Wirken, Tat Gottes’
1
‘Gott gefälliges Werk’
der [Set] ward ein vil gut chneht, er minnot niht
daz unreht. / der selbe gewan chint dei got hiute liep sint: / daz goteswerch si
lerten, ir muͦt si dar an cherten GenM
26,20;
ein lant, daz was cristenlich. / die gotes werc man da begienc Brandan
1635
2
‘Wirken, Tat Gottes’
diu gotes werch hie in erde suln von ime [dem
Blinden, vgl. Io 9,3] geougent werden AvaLJ
91,6
MWB 2 869,28; Bearbeiter: Helmich
gote|swile (?)
Subst.
ein Geschwür, Geschwulst; evtl. eine Übertragung zu lat. Bezeichnungen wie
bonus malanus, bona ulcera u.a. (vgl. Etymol. Wb. d.Ahd.
4,543; AWB 4,366):
item actraga est apostema [...] et dicitur teuthunice
gotesuile GlPBB
258,55
MWB 2 869,37; Bearbeiter: Helmich
goteswort
stN.
‘Gottes Wort’, die in der Bibel enthaltene Offenbarung:
das ist diu lere der heiligen lerer, die das heilige gotes
wort ze allen ziten der heiligen christenhait predigent Konr
21,33;
alsô hât ez der boten munt / gemachet in der welte kunt. / ir
wort, daz sint diu gotes wort RvEBarl
13093;
der ist ein tor der daz gotes wort nicht hoͤrt
PrOberalt
151,17;
StrKD
108,38;
StatDtOrd
85,29.
– bildl.:
wie man vehten sol mit dem swerte des gottes wortes
Tauler
403,14;
du solt alle tage in das siechhus gan und salben si mit den
troͤstlichen gottes worten und laben si mit irdenischen dingen miltekliche
Mechth
6: 1,35;
PrOberalt
50,33.
– Christus:
wand ’t godswort was uns heilant
MarlbRh
53,36;
daz Krist, daz reine gotes wort, / gevestent habe der himele
kraft RvEBarl
13170;
Spec
75,3
MWB 2 869,42; Bearbeiter: Helmich
goteszam
Adj.
→
gotezam
MWB 2 869,59;
goteweppe
stN.
fein gewebte Oberbekleidung (vgl. detailliert AWB 4,362ff.):
cyclades: goteweppe, hemade SummHeinr
2:207,62;
colobium: gotowebbi ebd.
2:245,02.18.
– Kopftuch, Schleier:
peplum: hoͮbitlachen vel gotewebbi SummHeinr
1:324,122
MWB 2 869,60; Bearbeiter: Helmich
goteweppewurm
stM.
Raupe des Seidenspinners, ‘Seidenraupe’
bombix vermis qui sericum facit: goteweppewrm SummHeinr
2:196,143
MWB 2 870,1; Bearbeiter: Helmich
gotewillekomen
Adj.
Zusammenrückung aus gote willekomen sîn (vgl.
got
1.6.1
); hier ‘sehr, besonders willkommen’
nach Caudyn er sant dan; / der enphie dy poten wol, / als man vor rechte sol /
der den leuten gotwilchömen ist Hawich
3153
MWB 2 870,4; Bearbeiter: Helmich
gotezam, goteszam
Adj.
hier subst. ‘jmd., der Gottes Willen befolgt’
nün warnn auch chomen zesam / mit Silvestro dem gotte czam /
fünf und sibenczik pischolf dar Märt
28298;
Petrus der got zam ebd.
11131;
Apuleius und Marcellus der gotes zam ebd.
11170.
20195
MWB 2 870,9; Bearbeiter: Helmich |