gotesgram
Adj.
→
gotegram
MWB 2 865,22;
goteshûs, gotehûs
stN.
goteshus auch als Syntagma lesbar, jedoch mit eigenen Ableitungen, s.
goteshûs-.
1 meist jüdisch-christlich ‘Gotteshaus, Kirche, Kloster, Stift’
(vgl. A. Masser, Die Bezeichnungen für das christliche Gotteshaus, Berlin 1966, S.
42-53) 1.1 allg. (nicht immer ist klar zwischen Gebäude und zugehöriger Gemeinschaft zu unterscheiden) 1.2 bildl. 2 von heidnischen Sakralbauten ‘Tempel’
1
meist jüdisch-christlich ‘Gotteshaus, Kirche, Kloster, Stift’
(vgl. A. Masser, Die Bezeichnungen für das christliche Gotteshaus, Berlin 1966, S.
42-53)
1.1
allg. (nicht immer ist klar zwischen Gebäude und zugehöriger
Gemeinschaft zu unterscheiden):
der keiser reht ersach / gezierde und grôze rîcheit, / diu an daz gothûs
was geleit RvEGer
226;
in dem gotzhûse, dâ daz sacrament gegenwürtig ist ûf dem altâre
PrNvStr
263,22;
do der kuninc guͦte /
[...] / da hete gestieftit / ein gotis hus uil
mechtic Ägidius
869;
sente Egidius der guͦte /
[...] sines gotehuͦsis sache / so hete
geschaffit / daz iz ane nichte ne missequam ebd.
1559;
alle die, die von dem gotzhus erb oder lên hant WeistGr
1,1
(Ende 13. Jh.);
WhvÖst
446;
UrkCorp (WMU)
150B,42
u.ö.;
BdN
355,23;
Lanc
544,25
1.2
bildl.:
du irweltez gotes hus [Maria] , /
sacrarium sancti spiritus MarldM
94;
werent die kouflúte uzgetriben und der tempel
[gemeint ist der Mensch] gerumet, so
zuͦhant so wurde es und so were es ein bettehus, ein gotzhus, do got inne
wonen solte Tauler
394,31
2
von heidnischen Sakralbauten ‘Tempel’
[Nebukadnezar] wirt inzundin eyn vuer in Egyptin
gotehusirn und wirt sy vorburnyn Cranc
Jer 43,12;
swî sî im gêben vil gût, / sîne mohten im nîht gesenften sînen mût / erne
brêche in ir stete unde ir goteshûs, / ir apgot warf er dar ûz JJud
400
MWB 2 865,23; Bearbeiter: Helmich
goteshûsdienestliute
stM. (Pl.)
‘zu einer geistlichen Herrschaft gehörige Personen’ (s.a.
gothûsdienestman
):
ouch han wir bime eide ervarn an unsern herren den duͦmherren, den
gotzhuͦs dienst luten und den burgern, die ze gezuͥgen an dem selben
brieve stant UrkBasel
3:282,25
(a. 1300)
MWB 2 865,53; Bearbeiter: Helmich
goteshûserære
stM.
hier Pl. ‘Klosterleute, Kirchenmänner’
mîn alter klôsenære, von dem ich dô sanc, / dô uns der êrre bâbest alsô sêre
twanc, / der fürhtet aber der goteshûse [Hss.
goteshvseręre
] , ir meister werden kranc
Walth
10,35
MWB 2 865,59; Bearbeiter: Helmich
goteshûsgëlt
stN.
‘Geld für eine kirchliche Einrichtung’ (vgl.
gotegëlt
):
redditus nostros in G., dictos gotzhusgelt DRW
4,1020
(Gudenus,CDMog.; a. 1315)
MWB 2 866,1; Bearbeiter: Helmich
goteshûsguot
stN.
‘Klostergut, Grundbesitz eines Klosters’
da och das gotzhus guͦt lit, daz der livte erbe ist, die súlnt
daz niht deilen ane mines herren des abbetes botten UrkCorp (WMU)
244A,34;
ein probst von Witnowe sol eim yeklichen gotzhusmann gotzhusgut billicher
lichun den einem fremdun man WeistBa
240
(a. 1344)
MWB 2 866,5; Bearbeiter: Helmich
goteshûsliute
stM. (Pl.)
‘in Abhängigkeit von einem Kloster oder einer Kirche stehende Personen’
swa ein man sin ungenozen nimet, deme sol man vurdagen in dú
drú ding. wirt er da uberzuͤget [...] so sol
er buͤzen ze drin dingen [...] sehcig schillinge
phundiger phenninge mime herren deme abbete vnde deme gotzhus nach der anbahtliute
unde der fúnfschezer unde der gotzhusliute urteile UrkCorp (WMU)
244A,9;
darna sol man dem gotzhus huld thun, alle die uf 19 jar alt sind,
[...], und sol man inen den eid gen mit disen wortun:
wir gotzhuslüte tun huld dem gotzhus ze Witnowe [...], sine
frommun ze fürdern, sin schaden ze wenden WeistBa
235
(a. 1344).
237
(a. 1344)
u.ö.;
WeistGr
1,5
(wohl Mitte 14. Jh.);
UrkWürtt
9,371
(a. 1290);
MWB 2 866,12; Bearbeiter: Helmich
goteshûsman
stM.
Pl. s.a.
goteshûsliute
.
‘in Abhängigkeit von einem Kloster oder einer Kirche stehender Mann’
wenne ein gotzhusman sinen herren verratet [...],
oder ein gotzhusman ein gotzhuswib erslecht ze tode, des lib vnd guͦt ist dem
gotzhus vervallen WeistGr
1,3
(wohl Mitte 14. Jh.);
des gotzhus guͦt sol nieman buwen noch haben wan ein ingesessen
gotzhusman ebd.
1,5
(wohl Mitte 14. Jh.);
ein probst sol auch eim yeclichun gotzhusman, der 20järig ist
[...], gebiettun, ein wib ze nemmen WeistBa
236
(a. 1344);
mit vier gotzhusmannun ebd.
244
(a. 1344)
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
679,19
MWB 2 866,28; Bearbeiter: Helmich
goteshûsrât
stM.
‘Rat, Gremium eines Gotteshauses, einer kirchlichen Körperschaft’
dev taidinch, dev bei meinem sæligem herrem bischolf Fridirichen
[...] nach des gotzhovs rats rat mit mir waren an
gevangen UrkCorp (WMU)
1595,32
MWB 2 866,41; Bearbeiter: Helmich
goteshûsrëht
stN.
‘Rechte eines Klosters’
dez hat er sich dvrch vnsern willen, vnd durch erber leut willen erpiten
lazzen, daz er der vorgenanten vron Gerdrauten gelichen hat, vnd irn chinden, als
das goteshausreht ist UrkKlostern
1,217
(a. 1325)
MWB 2 866,46; Bearbeiter: Helmich
goteshûswartære
stM.
‘Kirchenpfleger’
edilis: gotz hus warter VocClos
Ed13;
MWB 2 866,51; Bearbeiter: Helmich
goteshûswîp
stN.
Pl. s.
goteshûsliute
.
‘in Abhängigkeit von einem Kloster oder einer Kirche stehende Frau’
enkein gozhuswib sol geistlich ald ein begin
[Laienschwester] werdun, ane eines probst urlub und
ane seine munt [Erlaubnis]
WeistBa
236
(a. 1344).
241
(a. 1344);
WeistGr
1,3
(wohl Mitte 14. Jh.)
MWB 2 866,53; Bearbeiter: Helmich
goteskaste
swM.
‘kirchlicher Spendenkasten, Opferstock’
fulle hye der armen sach, / lege in die gotes chasten!
HvBurg
2133
MWB 2 866,60; Bearbeiter: Helmich
goteslêhen
stN.
1 Person, die durch Geburt (nicht durch Lehnrecht oder Übertragung) jmds. Eigentum ist 2 auf Geburt beruhendes Abhängigkeitsverhältnis
1
Person, die durch Geburt (nicht durch Lehnrecht oder Übertragung) jmds. Eigentum
ist:
hominibus nostris, qui dicuntur godeslehen DRW
4,1030
(Gudenus,CDMog.; a. 1300);
dat ich des gesunet [...] byn ase wan eynen manne die
myn godisleyn was ynde by in gestozsyn was UrkEberb
2,786
(a. 1324)
2
auf Geburt beruhendes Abhängigkeitsverhältnis:
wer ir eigen ist [...] vnd hinder der herschaft
sitzet, (daz der) in schuldig ist ze gebende ir mambette
[Kopfsteuer] , velle, bûteil
[Abgaben] vnd andere dienste, alse eigene lûte von
gotteslehen billich vnd von gewonheite tuͦn sûllent UrkCorp (WMU)
1047,4
MWB 2 866,63; Bearbeiter: Helmich
goteslêhenliute
stM. (Pl.)
‘Eigenleute eines Klosters’
geschehe ouch, daz vnser lúte, wo sú sint, ane vnser gotzlehen
lúte, in der stat burgere woltent werden, die sol man enpfahen
UrkCorp (WMU)
3570,43
MWB 2 867,12; Bearbeiter: Helmich
gotesleidic
Adj.
→
goteleidic
MWB 2 867,17;
gotesleit
Adj.
→
goteleit
MWB 2 867,18;
goteslîcham
stswM.
→
gotlîcham
MWB 2 867,19;
gotesmilte
Adj.
‘sehr gütig, barmherzig’ (vgl.
got
-, gotes-):
do nam von sime bilde [Vorbild] /
der rein gotes milde / Antonius die lere Vät
2854.
– subst.:
ouch sach der gotes milde / eines menschen bilde / mittene
in dem cruce wesen Vät
36811
MWB 2 867,20; Bearbeiter: Helmich
gotesmordærinne
stF.
hier -morderin.
zur Bezeichnung einer Verleumderin, die einem Geistlichen ein Kind anhängt (vgl.
got
-, gotes-):
so si etwa da her úber get [über eine
Brücke] , so wil ich die gotesmorderin hin ab stossen und wil si
ertrenken Seuse
123,2
MWB 2 867,25; Bearbeiter: Helmich
gotesphenninc
stN.
Unterpfand zur Sicherung der Rechtsgültigkeit von Verträgen, als Almosen
weitergereicht (vgl.
gotegëlt
, s.a. DRW 4,1031-1032, Hwb. dt. Abergl.
3,975):
wa ein kauf geschiht da der gotsphenninch an geben wirt oder
sust litkauf [Gelöbnistrunk, Leitkauf] an getrunchen wirt,
der sol staete sin StRAugsb
204,6;
dyalis: gotz pfennig, scilicet nvmmus datus pro confirmacione vendicionis
VocClos
Di14
MWB 2 867,31; Bearbeiter: Helmich
gotesrëht
stN.
‘kanonisches Recht, Kirchenrecht’
swann ein biderman gestirbet mit geschäft [...],
dazselbe geschäft sol im stät beleiben an allen chrank, es wär dann, daz es die
zwelif des rates [...] nicht billich däuhte, die mügen es
recht und redlichen nach dem gotesrechte legen DRW
4,1033
(LandshutStR.; a. 1346)
MWB 2 867,40; Bearbeiter: Helmich
gotesrîtære, gotesritter
stM.
‘Streiter Gottes’
Abraham, der gotes ritter Vät
32866.
762;
als ein frumer gottesritter Seuse
554,14;
Spec
41,7.
–
‘Glaubenskämpfer’
ô eddeln gotis rittere, / got mûz ûch immer werdin / in himel unde ûf erdin, /
want ûwir ellenthafte hant / zubrochin hât dî leiden bant NvJer
23833;
wirt ein man von dir erslagen, / dar an begestu sunden me, /
der ein gotes ritter bege, / ob er alle tage sluge dri StrKD
4,450.
–
‘Kreuzfahrer’ (?), als Bestandteil von Personennamen:
Otto, Rapodo gotesriter, Rvͦpreth, Vͦdalrich UrkWeltenb
69
(a. 1132-1133/35);
MWB 2 867,47; Bearbeiter: Helmich
gotessældenbære
Adj.
hier subst. ‘von Gott gesegnete Person’
der gottes seldenbër [der heilige
Andreas] / leidet an recht sölich lait. / uns ist bechant sein
heilichait Märt
25746
MWB 2 867,59; Bearbeiter: Helmich
gotesslac
stM.
‘göttliches Urteil, Schicksalsschlag’
nach mitter naht / uber di burc gi der gotes slac / do wurten
si irtrenket VMos
17,22;
so wir sîn aller mindest wanen, so chumet der gotes slach. e
wir sîn iht wizzen, so chumet er Spec
128,17;
daz ich wol makch / verdienenn hie den gottes slakch
Märt
19028;
Litan
1070;
Parz
545,6;
Priesterl
597.
–
‘Jüngstes Gericht’
so chumet der vinfzehente tach, so nahet uns der gotes slach. /
so sculn alle die ersterben, die der ie geborn wurden, / alle gemeine vor dem
urteile AvaJG
17,1;
danne chumet der gotes slach. / so ist dehein burch so veste, /
geworht uzzir listen, / si newerde zerstorot VRechte
113.
118
MWB 2 867,63; Bearbeiter: Helmich |