glensten
swV.
mit Rückumlaut.
‘glänzen, leuchten, strahlen’
got selbe erliuhtet die burch [...], /
si nebedarf liehtes des sunnen [...] dere sternen hat si
rat jouch anderre liehtvazze, / von reinem golde glenstet ein ieglich ire gazze
Himmelr
4,6;
ein bilde eins tags fur mich wischt. /
[...] daz waz so uzzermoßen clar; / ez schein, es
brant, es glanst, es gleizz Minneb
5487.
– Part.:
ave, schoner leittestern, / di mit glenstender macht / dem sundere luchtes in
der nacht / in sinen nebel sunden Pass I/II (HSW)
18047
MWB 2 823,46; Bearbeiter: Helmich
glenster
stM.
→
glanster
MWB 2 823,57;
glensteren, glenstern
swV.
vgl.
glansteren
,
glinsteren
.
‘glänzen, leuchten, strahlen’
dar schinet goldin wol der stein, / uz dem die vunken
glenstern, / kegen ir herzen venstern HeslApk
21855;
zu den venstern, / die glich dem vure glenstern ebd.
6334
MWB 2 823,58; Bearbeiter: Helmich
glensterlîn
stN.
Dimin. zu
glanster
stM.
‘Fünkchen’
alle sunde in meinem lohen / sint also schir verblohen, / alz ain clainez
glensterlein / verlischet mitten in dem Rein Syon
453
MWB 2 823,63; Bearbeiter: Helmich
glenzære
stM.
Spottname des Goldschmieds:
goltsmid: glenczer, / [...] /
satler: mach gesmeidig, / kaufman: neydig Teichn
600,9
MWB 2 824,3; Bearbeiter: Helmich
glenze
stF.
vgl.
glanz
stM.
‘Glanz, Schimmer, Leuchten’
er [ein Adler aus Gold] brahte michel fùwre / der
sonnen an irem liehten schin; / als sie sich an die glentze sin / an dem morgen frùw
wand, / so wart in dem land / von liehte sollich wonne, / als ob es mit al brùnne
Krone
15742;
her [Merkur] schînet wol durch sîne
[der Wolken] trüebe. / swen er wil, daz er sich
selben reche, / ûf daz man im wol ze sîner liechten glenze spreche Rumelant
(R)
6:5,11;
sin [des Minnekindes] paniͤr
daz sy frisch und nuͤwe, / mit glentze wol durch stecket
Minneb
2951.
–
dise differentze ist helle und himelriche, / die vinster und di glentze
JTit
2406,2.
– übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit:
mit dirre penitenze was er vil nach erblichen / an siner wirde glenze, doch
was im werdicheit do niht entwichen JTit
4752,2
MWB 2 824,6; Bearbeiter: Helmich
glenze
stNM.
→
gelenze
MWB 2 824,23;
glenzelîn
stN.
Dimin. zu
glenze
stF.
‘Glanz, Schimmer, Leuchten’
trüegen si [die jungen Mädchen] mentel oder hüllen
an, / wie sölten denne die jungen man / ûf den ahseln die schilte gesehen, / der
glenzelîn sol der minner spehen? Renner
418
MWB 2 824,24; Bearbeiter: Helmich
glenzen
swV.
Kausativbildung zu
glinzen
stV.; auch glanzen (z.B.
WhvÖst , SHort ).
1 tr. (auch mit Refl.-Pron.) ‘etw./jmdm. Glanz verleihen, etw./jmdn. glänzend
machen, erleuchten’
2 intr. ‘glänzen, leuchten, schimmern’
2.1 eigentl. 2.2 übertr.
1
tr. (auch mit Refl.-Pron.) ‘etw./jmdm. Glanz verleihen, etw./jmdn. glänzend
machen, erleuchten’
in dir so wart daz ewig leben / tzeitig fuͤr des suͤnder not, /
des glentzet dich der margen rot Suchenw
41,266.
–
‘sich schmücken’
svz vertriben si die stvnt / hie mit springen, da mit
tanzen; / svmelich sich kvnden glanzen / vnd reidez har mit rosen pflanzen
TürlArabel
*A 300,30.
*R 305,30
2
intr. ‘glänzen, leuchten, schimmern’
2.1
eigentl.:
ob tusent, tusent sunnen zeschirben weren gestucket / und also
gluͤnde brunnen sich heten uf ir wapenkleit geflucket, / solch glesten
sach man glenzen, glotzen, glitzen JTit
866,3;
dô flugen banier unde van, / dô glanzten hie spiez, dort der schilt. / mit
scharpfen swerten wart gespilt KvWEngelh
2713;
der munt, des hœr ich jehen, / dar ûz man glenzen
und enbrehen / wîz unde blanke zene sach KvWTroj
3038;
graz / von dem súessen tow naz, / dar in die
sunne glentzen SHort
5375.
6973;
daz gestuͤl von golde, / dar uz manic crisolde /
glantzt WhvÖst
15449.
2311.
–
bî den rôten rôsen / glenzent vîol blâ
KvWLd
7,26;
ein varwe / [...], / diu glenzet unde lachet
/ von dime antlitze güetlich KvWGS
588;
WhvÖst
10127.
– subst.:
nâch disen worten süeze / die lampen und diu glasevaz / erlâschen
alliu, wizzent daz; / ir glenzen unde ir schîn verdarp KvWPant
1247
2.2
übertr.:
triuwe und êre glenzent deste vaster, / daz mein unde
laster / gebent trüeben schîn KvWLd
31,64;
da von din lop so glantzt / neben dem gestirne
WhvÖst
2118.
– Part.-Adj. ‘glänzend, funkelnd’
wie werdent die wunden und dú zeichen so
inbrunstklich glenzende, dú hie von miner minne enphangen sint
Seuse
241,11.
– subst. Part.-Adj. und subst. Inf.:
luͦge, du sihst es nút reht an: daz
glentzent ist in uswert geslagen, aber daz smertzent ist in inwert
Seuse
413,10;
den stain hân ich geleicht unserr frawen glenzen
BdN
464,31
MWB 2 824,30; Bearbeiter: Helmich
glenzezît
stN.
→
gelenzezît
MWB 2 825,6;
glenzic
Adj., Adv.
‘glänzend, strahlend, leuchtend’
man legte im [Jesus] an an der stat
/ ein glenzic kleit, ein wîze wât JvFrst
6592.
– übertr.:
got selb [...] macht sie so gentzig,
/ daz ir lip so glentzig / ist gestellet engel var Minneb
4460;
galander heißet der vogel zart: / nach dem heißet irs namen
sprengel / vin galanderischer engel. / der nam durch spehe litze / erdenket wart ir
glitze; / wann der ist so glentzig clar ebd.
3383
MWB 2 825,7; Bearbeiter: Helmich
glenzieren
swV.
‘glänzen, schimmern, leuchten’
sîn wâpencleit durliuhtic gar / ersach der künec reine / mit
golde und mit gesteine / glenzieren durch des stoubes melm KvWTurn
867;
der lantgrâv ûz Düringen [...] fuorte
ein wâpencleit geslaht / und einen schilt von lâsûr blâ. / darûz sach man glenzieren
dâ / einen löuwen vîentlich ebd.
480.
381
MWB 2 825,16; Bearbeiter: Helmich
gleselîn
stN.
Dimin. zu
glas
.
‘kleines Glasgefäß’
si [Tarsia] trug mit ir ain
glëselein, / da was inne rotter wein HvNstAp
15227;
do nam der iúngeling ein klein gleselin mit wasser und gos uf das
fúr ElsLA
11,12
MWB 2 825,24; Bearbeiter: Helmich
glesîn
Adj.
zu
glas
stN.
‘gläsern’
ouh funden si zwâren / einen sarc glesen SAlex
3554;
da sah Lancelot durch ein glesin venster große flammen in
eim gewelb under der erden Lanc
616,4;
ein glesîn vingerlîn Tr
16870;
allez daz geschirre daz zuͦ dem alter gehorte solte glesin sin
ClosChr
17,11;
nu merchet daz man sumelichiv vaz shephet mit dem atem. als elliv glezeiniv
vaz PrLeys
16,8;
Neidh
WL 9:2,4;
BdN
359,9.
HvNstGZ
658.
–
~
mer (vgl. mare vitreum PL 26,19C-20A):
die offinbârunge fûrit în blicze und dunreslege und siben geiste durch
loufinde, und daz glêsine mer EvBeh
6.
–
~
gelücke:
ê daz wir âne swaere sîn des lîbes und des herzen, / wan vindet ê daz glesîn
glücke, / daz hât kranke veste. / swanne ez uns under diu ougen spilt und schînet
aller beste, / sô brichet ez vil lîhte in klein stücke MF:Gottfr
1:2,9
(vgl. A. Götze, Zu Gottfrieds Spruch vom gläsernen Glück, in: PBB 60
(1937), S. 186f.).
MWB 2 825,29; Bearbeiter: Helmich
gleste
stF.
swF. ( KLD:WvB ); s.a.
glenste
stF., (vgl. auch
glast
stM.,
glanst
stM.).
‘Glanz, Schein, Schimmer’
ez taget unmâzen schône, / diu naht muoz abe ir thrône, /
[...] / der tac wil in besitzen nuo. / der trîbet abe
ir vesten / die naht mit sîner glesten KLD:WvB
3:1,6;
got [...] hat versuchet mynen mut, /
recht als eyn golt in heyzer glut / versucht wirt hin uf diz leste / und in mancher
glute gleste Hiob
9404;
der ougen gleste Mügeln
204,10;
KLD:Namenlos
a,46,27;
KvMSph
1,22;
diu sunnebernde vensterlîn, / diu habent mir in daz herze mîn
/ ir gleste dicke gesant Tr
17135;
HvNstAp
13346.
– übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit:
wen si wenen sitzen veste / in der richen salden gleste
Hiob
1830
MWB 2 825,48; Bearbeiter: Helmich
glesten
swV.
vgl.
glasten
.
1 intr. ‘glänzen, strahlen, leuchten’
1.1 allg. 1.2 übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit 1.3 unklar, ob hierher 2 tr. ‘etw. zum Strahlen, Leuchten, Glänzen bringen’
1
intr. ‘glänzen, strahlen, leuchten’
1.1
allg.:
ich sihe den morgen-sternen glesten KvWLd
15,1;
ich sihe in [den Tag] durch diu wolken glesten
[...] diu naht ist gar dâ hin gescheiden
KLD:BvL
2:1,3;
daz ist der feurein himel, dar umb, daz er glestent
[l. glestet?] und scheint mit
wunderleichem grôzem glast BdN
55,13;
der schein der glest gegen dem tag, / daz iz allez sichtig was
Suchenw
11,62;
vil manic liehter schîn / von viure gegen im glaste
Wig
6679.
7176;
von der sunnen / ein cleinez stræmelîn dar în, / daz
glestir ûf ir hiufelîn, / ûf ir kinne und ûf ir munt Tr
17578;
schol ich daz viur / iht fuͤrhten und entsitzen /
daz da mit glantzen glitzen / glestet uz dem schilde WhvÖst
4827.
– von himmlischem Leuchten:
diu gotheit kan lûter sîn, / si glestet durch der
vinster want Parz
466,21;
dô die engel quâmen / und den stein abe nâmen, / dâ
schein ein lieht vaste, / daz uns in diu ougen glaste
KvHeimUrst
912;
WernhMl
6788.
– von leuchtenden Farben und glänzenden Materialien:
sît ich êrst gesach ir mundes rœte glesten / sam
die bluot ûz esten SM:Ro
4: 2,9;
ûz rœte rôt dâ glestet, / in brûner brûne purpervar der meie
sich nu gestet KLD:HvW
5:1,7;
KLD:KvH
3:4,3;
von Rivelanze Ardân / brâhte manegen ritter snel. / er kêrte, dâ daz
pantel / gleste ûz hern Gârels vanen PleierGar
14823;
Parz
792,27.
– Part.:
ez wart ein truͤbe, vinster, dick. / manig
sere glestendir blick / durh die riehinde dicke
[...] schein RvEWchr
4475;
ein phellel glestende als ein viur Wh
360,16.
– subst.:
biz daz der lûter morgenrôt / sîn glesten wünniclîche bôt
KvWPart
2186;
des helmes glesten nu zergat Suchenw
10,252;
Parz
196,11;
Daniel
6593;
JvFrst
9890
1.2
übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit:
die geste / stuonden für si diu dâ gleste, / diu Orgelûse
was genant Parz
630,10;
si bat mich ir tschantieren / von der linden esten / und
von des meien glesten Tannh
3,71;
du solt in êren glesten SM:Pf
1: 2,14;
KLD:BvH
11: 5,1.
– subst.:
diu wîse und diu klâre [die Herzogin] /
mangem herzen was ze vâre, / daz twanc ir liuhtic glesten UvEtzWh
4339.
– sprichw. (?):
tugent sol glesten / den friunden und den gesten
KLD:BvH
13: 4,8
1.3
unklar, ob hierher:
swie selten [...] si ir vil sconen lip gepadet
oder gedwuͦge unde swie ubel ir gewasken ware ode gelest Konr
(Sch)
259,16
2
tr. ‘etw. zum Strahlen, Leuchten, Glänzen bringen’
dar nah waz ie der vrowen vliz, / die sih wolten gesten / und ir varwe glesten
OsterSpM
3,68;
MWB 2 825,63; Bearbeiter: Helmich
glestic
Adj.
‘schimmernd, glänzend, leuchtend’
wa lit glestic rubin richer güte? Frl
3:30,6;
do wart ich [...] gefuͤret in ein gar
zuͦ mole schoͤnes liehtes minnencliches hvs, vnd daz was inwendig also
gar glestig von liehte, das ich den schin kvmme erliden moͤhte MerswZM
12,12;
uf di [
allen mein geminten freunden
]
schein ich mit dem glestigen glaste meiner gotheit AdelhLangm
42,17;
EvAug
97,25.
– übertr. ‘prächtig, glanzvoll’
ez was glestic und nindert blîch / an ir
[
Pâlînâ
] , swaz wîplich wirde mac, /
erliuhtend für den klâren tac HvBer
6437
MWB 2 826,49; Bearbeiter: Helmich
glêt
stM.
‘Hütte, Schuppen, Scheune’ (vgl. DWB 4,1,4,8335):
sine habent hoͮs noch heimuͦt, alle glet dunchent si
guͦt, / daz lant si durchstrichent GenM
36,19;
wie si ir vunt sô bræhten dar [...]
vür daz hûs in sînen glêt, / den er dâ geziunet hêt Wig
5484
u.ö.;
er vil unreine, / er brach mir ûf mînen glêt / und nam daz ich dâ inne hêt
Helmbr
1847;
so er vor den herren stet / reht als ein undersetzter
[abgestützter] glet, / den der wint hat geneiget
Jüngl
660;
swer vor kein kost verborgen hêt / in gewelben, kamern hiusern oder glêt, /
daz wart nû volliclîch her vür genumen Loheng
4189;
EnikWchr
21446;
HvNstAp
1413;
HvNstGZ
6101
MWB 2 826,61; Bearbeiter: Helmich
glete
stF.
‘Glätte’
div gleti ime den swanc nam. / umbe / den sturz er niht
enlie, / an den / kniwin er wider gie ReinFu
S2,810;
die glete im aber den slag verkerte ebd.
K,813
MWB 2 827,10; Bearbeiter: Helmich
gleten
swV.
‘etw. glatt machen, glätten’
[der hl. Hippolytus] ist einre der wol pollieret oder
geglettet ist, also er in sinre martil wol glestende vnd schinber wart ElsLA
522,8
MWB 2 827,14; Bearbeiter: Helmich
glêtphenninc
stM.
‘Abgabe für eine Hütte, Scheune’
item xiii denarios cletphenning UrbNAlteich
495;
insuper dantur xiiii gledphenning ebd.
495
MWB 2 827,18; Bearbeiter: Helmich
glêtstat
stF.
auch glestat.
‘Stelle, auf der eine Hütte steht’
item duo gletstet solvunt iiii denarios UrkFreisÖst
3,568
(a. 1296);
man dient von einer glestat mitten in dem dorffe drei phfenning
UrkWSchott
127
(a. 1307)
MWB 2 827,21; Bearbeiter: Helmich
glettunge
stF.
Bed. unklar (vgl. DWB 4,1,4,7760 s.v. Glättung); ‘Speichel,
Schleim’ (?):
saliua: geyfer oder glettunge VocClos
Sa72
MWB 2 827,26; Bearbeiter: Helmich
glêve, glêvie,
glevîne, glevenie
stF.
→
glavîn
MWB 2 827,29;
glîchsen
swV.
→
gelîchesen
MWB 2 827,30; |