gîtesen
swV.
‘habgierig, geizig sein’
gîtset [Hs. gizet
] er [der
Papst] , si gîtsent [Hs.
gizent
] mit im alle, / liuget er, sie liegent alle
Walth
33,16
MWB 2 806,54; Bearbeiter: Helmich
gîtic, gîzic
Adj.
ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch gîzic ( HeslApk ;
NvJer s.u. 1), vgl.
gît
und
gîtesen
(Kluge, S. 341).
‘gierig, unmäßig’
1
‘heftig oder übertrieben (nach etw.) verlangend, auf etw. aus
sein’ (mit Gen.d.S. oder präp. Erg. mit ûf , ze ) 2
‘habgierig, geizig’
1
‘heftig oder übertrieben (nach etw.) verlangend, auf etw. aus
sein’ (mit Gen.d.S. oder präp. Erg. mit ûf, ze):
dâ sult ir iuch hüeten wol vor enem tœrschen knehte: /
[...] / der ist lanc und ahselwît, / gîtic übeler dinge
Neidh
WL 31:7,7.
– nach Nahrung ‘gefräßig, unersättlich’
ein grimmer löuwe noch ein ber / nie wurden alsô gîtic /
noch ûf ein vihe sô strîtic, / sô si der hunger sêre twanc
KvWTroj
12765;
glich den gizigen hunden, / di nimmer truwen werden sat
HeslApk
22974;
Plinius spricht, daz die unbehender und unvindiger sein,
die grôz geitig päuch haben BdN
31,30;
bildl.:
mohte der gîtige tôt / mit guoten rittern werden sat StrKarl
6646.
– nach Kampf:
ir beider lîp was unverzaget / und z’eime kampfe
gîtic KvWTroj
9883;
die burger wâren ûf den strît / sô gîtic, daz si fuoren
hin ebd.
12357.
– unklar, ob hierher (vgl. Pfeiffer, NvJer., S. 166 und
HeslApk Glr., S. 370) oder gieʒic (vgl.
Johansson, NvJer., S. 132):
dô lîf ouch zû dî gerûte dît / und vîentlîch dô nidir schrît /
cristinsblûtis gîzic / ân einen brûdir drîzic / und darzû manchin cristin
NvJer
25114;
her ist gizic menschen blutes / und giert uf al sulchen
mort, / daz her sie vorslinde dort HeslApk
10826
2
‘habgierig, geizig’
er ist [...] geitich und übernemend,
alsô daz er sich mêr ding underwint wann er volmag BdN
52,30.
207,2;
ein gîtic herze niemen mac / erfüllen Freid
112,9;
UrkCorp (WMU)
2583,1.
– spez. bezogen auf die Todsünde
avaritia:
hochvart, unchauͤsch, geitig sein, / dar zu hat
er [der Fürst] sich gelait / und hat mich
[Weisheit] von im verjait, / dem mich gab der
vater mein Teichn
397,86;
sus hete in [Jesus] ûf der erden / der arge
tiuvel ungeslaht / vil gerne gîtic dô gemaht KvWSilv
3872;
die arm muͤgent niht hochvertich gesein, so gitich
und so ungedultich sint aver si PrOberalt
82,29.
– subst.:
diebe, lugener, meineider, schelter, rouber, gitige. die
daran werdint funden, die varent ze hellen Lucid
130,7;
den gitigen frisset
er [Lucifer] , wan er iemer wolte haben mer
Mechth
3: 21,50.
– sprichw. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 166):
swer gîtic ist und erge hât, / daz ist wurzel aller missetât Renner
7547;
man sprichet, daz der gîtic man / genuoc hât guotes nimmer niht / denn
êrst, sô man in sterben siht HvBer
6363;
das weder gîtig wîp noch man / niemer gnuog gewinnen kan Ammenh
13149
MWB 2 806,57; Bearbeiter: Helmich
gîticheit, gîzicheit
stF.
auch githscait (
BrZw
57
); ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch gîzicheit (
giczekeit Pelzb
135,33
), vgl.
gît
und
gîtesen
(Kluge, S. 341).
‘Gier, Unmäßigkeit’
1
‘heftiges oder übertriebenes Verlangen’ (hier nach Nahrung oder Trank) 2
‘Habgier, Geiz’
1
‘heftiges oder übertriebenes Verlangen’ (hier nach Nahrung oder
Trank):
wenne nu der jung gauch an dem nest sitzt mit den grasmuken,
sô zuckt er mit seiner geitichait der alten grasmuken alle zeit daz ezzen vor den
andern BdN
178,22;
maniger trinket durch gîtikeit Renner
10105
2
‘Habgier, Geiz’
ir muot / an habe gewant und an daz guot / und was daz gar ir
wünne, / wie sie des vil gewünne, [...] daz ist bœse
und heizet gîtecheit Eracl
2003;
der im [dem Geizhals] zesamen schütte / weizes
tûsent mütte [Scheffel] / an einen grôzen houfen, / und
trüeg man im ein goufen [eine Handvoll] / desselben
weizes hin dan, / er wænte sîn gar zergân / von sîner grôzen gîtikeit Helbl
2,582;
diu kerge tugenden vil verirt, / diu kerge ist nîdes gîtekeit
/ ein uberflüzzic vaz KLD:Kzl
16: 19,3;
dc ist der lv́ten vnsteitekeit, dv́ zi gitekeit gineiget ist vnd
dvr gvͦtes giwin nîth vnd mengerhande vntrv́we brv́wet
UrkCorp (WMU)
N503,27;
RvEBarl
5397;
HvHürnh
5,2.
– spez. bezogen auf die Todsünde
avaritia:
Lucifer begieng zemale drie hoͮbetsúnde:
has, hofart und gitekeit Mechth
3: 1,60;
hôchfart viel von himelrîch, / nît treip den menschen jêmerlîch / von
sînem erbe [...] / dô brâhte in frâz und gîtikeit / und
unkiusche sît in manic leit Renner
7781
u.ö.;
BrZw
31.
57.
–
‘Missgunst’
si hat nit und gitecheit, / ir ist daz swære und leit, /
daz si dehein wip horet loben. / ir herce muz vor leide toben, / so man deheiner
fur si gert StrKD
31,119.
– im Sprichw. (I Tim 6,10; vgl. Friedrich, PhrasWB, S.
166):
swer gîtekeit und erge hât, / deist gruntvest aller missetât Freid
91,2;
Renner
7267
MWB 2 807,43; Bearbeiter: Helmich
gîticlich, gîziclich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen; ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch
gîziclich (gytzeclich
Hiob
1772
), vgl.
gît
und
gîtesen
(Kluge, S. 341).
‘gierig, unmäßig’
1
‘heftig oder übertrieben verlangend’
2
‘habgierig, geizig’
1
‘heftig oder übertrieben verlangend’
du sollt nach vollgenn nichtt den pegirdenn an essenn, an
trinncken, an gelüsst unnd an geyttigklichem
[übermäßigem] schlaffe [
sompno
diuturno
]
HvHürnh
13,6;
swen sô verhaget der welte hac, / der rihtet kûme sich von ir
/ und von ir gîteclîchen gir RvEBarl
5404;
Parz
463,25;
der guote / daz swert vermezzenlichen zôch / und sluog ez ûf den grâven hôch /
sô gîteclîche enrihte, / daz im [...] / diu klinge ûz sîner
hende enphuor KvWPart
5943
2
‘habgierig, geizig’
swer denne sô gîticlîchen lebet, / daz tac und naht sîn herze strebet / nâch
allem dem daz er gesiht Renner
10053.
7587;
daz ander ist, daz dû dîn guot niht ze gîticlichen haltest und daz dû ez armen
liuten mite teilen solt PrBerth
2:199,36;
wann er ain dinch besitzen tuͤt / des er lange gert
in seim muͤt, / wie ers praͤcht in seinn gewalt
[...] er gert in seinem mut / geitichleichen nacht und
tag Teichn
564,2251;
StrKD
166,151
MWB 2 808,16; Bearbeiter: Helmich
gîtigære
stM.
‘Gieriger, Habsüchtiger, Geiziger’ (vgl.
gîtesære
,
gîtischære
):
in [den Freigebigen] muz dunchen
zevil / der gabe und ienes gitecheit, / [...]. / swie gerne
er milde wære, / in machent die gitegære / an guten willen so schart, /
[dass er nichts mehr gibt]
StrKD
73,38;
sô süln noch kumen glîchsener, / hôchfertiger und gîtiger,
[...] lügener, / smeicher, valsche prediger / und aller
untugent nâchvolger Renner
17028.
4681.
10810
MWB 2 808,39; Bearbeiter: Helmich
gîtige
stF.
‘Habgier’
daz [in Bezug auf die Verkaufspreise von
Handwerksprodukten des Klosters] inhein gitigi si an dim
werde [
in ipsis autem pretiis non subripiat avaritiae
malum
]
BrEng
57
MWB 2 808,48; Bearbeiter: Helmich
gîtlich, gîzlich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen; ab der 1. Hälfte des 14. Jh. md. auch
gîzlich (gytzlich
TvKulm , Hiob ), vgl.
gît
und
gîtesen
(Kluge, S. 341).
‘gierig’
1
‘heftig oder übertrieben (nach Nahrung, Trank) verlangend’
2
‘habgierig’
1
‘heftig oder übertrieben (nach Nahrung, Trank) verlangend’
den kopf [Becher] er gitlichen nam.
/ den satzet er an sinen munt / und trank in einer kurzen stunt, / swaz er da wines
innen vant StrKD
5,212.
8,32;
mit drîn dingen wart der êrste man Adam uberwunden: mit gîtlichem vrâze, mit
ubermuot, mit uppiger êre PrStPaul
50,8;
TvKulm
532
2
‘habgierig’
dô sprach der
künic [
Avenier
] , ‘wer sint
die [
zwêne vînde
] ?’ / ‘daz
wil ich [
der râtgebe
] dir sagen hie: / zorn
und gîtlîch âkust’ RvEBarl
323;
wan er wyt zu samne gelas / des er gytzlich begernde was, /
der riche sunder gytzes vol Hiob
8150
MWB 2 808,52; Bearbeiter: Helmich
gîtsac
stM.
‘Sack, der nicht voll werden will’
– bildl. für ‘Habgier’
der iu [Ärzten und Juristen] zuo trüege / arken
[Kisten] ungefüege / silber unde goldes vol, /
dannoch dunket mich wol / daz iuwer wîter gîtsac / stüende offen allen tac
BuchdRügen
721;
wer mohte gar geschriben / was div miete
[Bestechungsgeld] wunders kan /
[...] / der gitsack zvhit als ein
kranpf [l. krampf
] / zesamen menge zvngen /
dem alten als den iungen Martina
18,93.
– bildl. für ‘Habgieriger, Unersättlicher’
swi vil ieder man nu bring / ze sament, ich armer gitsak, /
so mag mir doch ir aller smak / niht die begird setten SHort
4315;
wande er [personif. gîtekeit (als junchêrre
des Teufels)] sô grôzen gewalt hât der gîtsak, sô ist er ouch der
siben houbetlaster einz PrBerth
1:529,23;
diu menege hât dehein zal, / starc was der ir val, / diu dâ stuont unde lac /
umbe den selben gîtsac [den Teufel]
Tund
1344
MWB 2 809,4; Bearbeiter: Helmich
gîtslündic
Adj.
‘gierig hinunterschlingend, gefräßig’
Wolf ist gîtslündec, / sô ist Fuhs viel kündec Helbl
4,419
MWB 2 809,23; Bearbeiter: Helmich
gîtunge
stF.
‘Begierde, Verlangen’
ambitum: gitungi Gl
1:698,24
(BStK681)
MWB 2 809,26; Bearbeiter: Helmich
giuchart
stN.
→
jiuchart
MWB 2 809,28;
giudære
stM.
auch gauder.
‘Angeber, Prahler, Verschwender’
wellicher chünig unmässigklich aus geüsst dez reiches guet
oder unnotturfftigklichen den unwirdigenn und den, die sein nit wedürffenn, der ist
ain rauber und wirt ungewalltig des reichs; da von wirt er gehaissen ain geüder
HvHürnh
4,15;
Von gaudern. mich wundert ains dings vil: / wa man
gauͤt und gauden wil, / yeder man von seinem ding, / so gicht chainer an dem
ring / daz ez im uͤbel sei gegangen Teichn
315,Überschrift.
134,10.
– als Bestandteil von Personennamen:
Albreht vnd Bertold die Gúder UrkCorp (WMU)
1992,41
MWB 2 809,29; Bearbeiter: Helmich
giude
stF.
1
‘Überfluss, Verschwendung’
2
‘Annehmlichkeit, Genuss’
3
‘ausgelassene Freude, übermütige Heiterkeit’
1
‘Überfluss, Verschwendung’
si wolde sich erbarmen / me gein den godes armen / dan ir bevolhen were; / wi
in die lobebere / gabe uzen handen lengete, / obe si des ieman drengete: / an dirre
almuͦsen gude / si bede ir ander lude / di almusen reichen dar Elis
7957
2
‘Annehmlichkeit, Genuss’
er [der Leichnam] gab wunneclichen ruch, / der
suͤzekeide keinen bruch, / wene alle froude hette, / der al zu male
begette [verschaffte] / sinne unde ouch gemuͤde
/ wollust unde alle gude Elis
9422
3
‘ausgelassene Freude, übermütige Heiterkeit’
daz mit hoher froide, / mit wunneclicher goide / an der frouden richen vart /
min sele ieso begozzen wart Elis
5196.
4377.
6399;
gar schentlich nider vellet / ouch dis glysseres vreude, /
der er sich in rechter geude / vrewet Hiob
7970;
die brutlauft vnde ir geude / die vnzalichen fravde PrHess
65,65;
ich wart ir aller göude Virg
402,6.
eins tages ich in vröuden saz, / dâ vil schœner vrouwen was. / die
bâten mich in sagen / von âventiure, ich kunde ir niht: / ich wart ir aller göude
1014,8.
– Name eines allegorischen Hundes:
Göud ist ein hunt ungenge, / er machet mangen affen, / swâ er hin jeit die
lenge Hadam
389,1;
ebd.
9422
MWB 2 809,42; Bearbeiter: Helmich
giudel
stM.
‘Angeber, Prahler, Verschwender’
mich machet basz frödenrich / wann sich min minicklich lieb / zu mir verstilt
recht als ain dieb / vnd mich vz rottem munt / grüsset ze aller stunt / so wart nie
kaiser min genosz / so bistu güdel eren plosz MinneR 418
32;
der hoch und der riche wan / den ich vff gut geding han / der git mir fröden
richen zol / so bistu güdel wines vol / vnd lebest in ludrie [l.
luoderîe
]
ebd.
84.
– als Bestandteil von Personennamen:
Walther Gudel von Oberndorf UrkCorp (WMU)
1687,16
MWB 2 810,3; Bearbeiter: Helmich
giuden
swV.
auch gauden; häufig subst.
1
‘prahlen, großtun, sich wichtigmachen, angeben’
2
‘(vor Freude, Übermut, Hybris o.ä.) laut sein, schreien; übermütig, ausgelassen
sein’ (nicht immer eindeutig von 1 abzugrenzen) 3
‘Verschwendung treiben, vergeuden’
1
‘prahlen, großtun, sich wichtigmachen, angeben’
schallen und geuden sint mir swære: / man seit des phlegen tavernære
WälGa
304
u.ö. (vgl. gesamtes Kapitel);
die wip entuͦnt nit alz di man, / der mit worten manger guͤdet
MinneR 410
165;
geuden giengen sî gelîch / hiwer an einem tanze Neidh
WL 19:4,1;
PrBerth
1:83,35.
–
wir mugen wol alle stille swîgen dâ hêr Liutolt sprechen wil: / ez darf
mit sange nieman giuden wider in KLD:RdF
3:1,8
subst.:
wâ nû, ein junger degen? / wie ist dîn grôz giuden hie sô balde gelegen!
RosengD
419,4.
535,2;
dins giudens mich gar sere bevilt Frl
5:116G,17;
Hadam
341,3;
Er
9066.
2386.
– mit Präp. von bzw. Pron.-Adv. dârvon bei
Teichn und Suchenw
‘von etw./ jmdm. überschwänglich, rühmend sprechen; mit etw.
angeben’
so mŭg wir von dir [Maria] gewden / dein
sun dir ist mit frewden / geporn, des hab immer danch Suchenw
41,925;
mich gruest oft ein czuchtig man, / der betwingt mit
seinem gruez / daz ich von im gauͤden muez Teichn
47,98.
der hat schoner vrawn gruez, / daz man von im gauden
muez / untz an den urtaegleichen tag ebd.
377,18;
der leicht nie bejait chain er, / der gauͤt aller
maist der van ebd.
316,33.
587,105
u.ö.
2
‘(vor Freude, Übermut, Hybris o.ä.) laut sein, schreien; übermütig, ausgelassen
sein’ (nicht immer eindeutig von 1 abzugrenzen):
daz si an vroudin wurdin laz, / daz si icht dorftin goudin / mit ummegezigin
vroudin PfzdHech
316,33;
mit den [Rittern] er wolde wesin geil / unde in
wirtschaft goidin NvJer
7867.
– Part.-Adj.:
nû kômen zuo im sâ / die bêheimherren alle, / mit
geudundem schalle Ottok
91054.
– refl.:
ir wellet euch gaͤwden [
exultate Ps
31,11]
PsMb
30 (Glossar).
– subst.:
von Herzelauden der werde was gescheiden, / die sunder vreude gauden dar
umbe sit erstarp von herze leiden JTit
6002,2;
von disen mæren viengen sie / sô grôze fröude, daz
nieman / grœzer fröude nie gewan, / [...]. / an
berge und in die welde erhal / ir giuden unde ir grôz gebraht
KvWTroj
49151.
8576;
sich huob dô giuden unde braht / in den herbergen überal.
/ si triben hovelichen schal KvWTurn
242;
mit geuden und mit schrîen / tribens al ze grôzen braht.
/ si kômen bî tac und bî naht / in daz lant gestrichen / und wuosten freislichen
Ottok
4434
u.ö.
3
‘Verschwendung treiben, vergeuden’
daz gelt man ir zu mal verbot. / si hatte loube doch an brot / zu gebene armen
luden. / hi mide si nu guden / glicher wise alse e began Elis
8030;
swer niht hât wan der hiute, / der giudet mêr dann ein man,
/ der tûsent marc geleisten kan EnikWchr
27513.
– subst.:
ainem ieglichem ist ring [fällt
leicht] geuden und geitigkait ze üben und schwär ze
wehabenn [behalten] und zewehalltenn milltigkait
HvHürnh
4,7;
der frouwen er [
meister Cunrat
] zu
male verbot / beide penninge unde brot / zu gebene armen luden, / daz si nu
leize ir guden Elis
8046
MWB 2 810,14; Bearbeiter: Helmich
giudenlich
Adj.
auch geudlich.
‘prahlerisch, überschwenglich, großspurig’
dô diu zît hin geswant, / ûf die der tac was benant, / dô
sûmten si sich niht, / si kômen algeriht / hinz Frankenfurte alle. / mit geudlichem
schalle Ottok
95709.
12327;
durch göudenlîchez iagen / find ich vol weideliute, / die ich hôt schône sagen
/ von tagalt, und doch stellent nâch der hiute Hadam (Sch)
609,1
MWB 2 811,10; Bearbeiter: Helmich
giuderede
stF.
‘Prahlrede’
spæher geudrede vil / gegen einander si begiengen
Ottok
43326
MWB 2 811,18; Bearbeiter: Helmich
giudic
Adj.
‘verschwenderisch’
der vatter im begund sagen: / ‘kint, du bist all zit bi
mir. / min guͦt sol allez dinen dir [...] ’ /
sus ich der knab gúdig / bin SHort
4291;
in der stat, da er ze hûse saz, / dâ het er rîcheit manigen hort, / den im sîn
giudic sin zerstôrt HvBer
8657.
–
prodigus: gu̍diger, zuͦ fu̇l milter VocClos
Pr146
MWB 2 811,20; Bearbeiter: Helmich
giudiclich
Adj., Adv.
‘prahlerisch, großspurig’
bi numerdume namen! / wer hat des mordes samen / so giudiglich geworfen in der
fürsten rat, / die sich nu wider daz riche valsches ramen [die Untreue
gegen das riche planen] ? Frl
9:17,3;
in geudiclichem schalle / wolde sich der bischolf rechen. /
daz hûs hiez er nider brechen Ottok
28829
MWB 2 811,27; Bearbeiter: Helmich
giudunge
stF.
1
‘Prahlerei’
2
‘Verschwendung’
1
‘Prahlerei’
gevdung: swester, gvffen [prahlen] vnde gevden /
scholt dv vast mit grazzen vreuden UvLil
260 v 11
2
‘Verschwendung’
so sage ich dir aber das vermeidung geüdunge und geitigkait
und gewinnunge milltigkait ain ere ist der chünigk [
declinatio
prodigalitatis et avaritie et adquisitio largitatis est gloria
regnum
]
HvHürnh
5,2.
4,17
MWB 2 811,34; Bearbeiter: Helmich
giuse (?)
stF.
Bedeutung unklar, hier zum Ausdruck der Geringfügigkeit (Olt übers. hingegen im
Anschluss an frnhd. güsel
‘Abfall (vom Dreschen)’):
sie [die Magd] spilte [vergnügte
sich] lieber umbe brimel [Mehl für
Brei] , / dan sie spilte umbe bonen: / wen sie wil der zene
schonen. / sie enhat ir niht die güse: / zwo katzen und zwo müse / möhten sich nit
mite ernern KgvOdenw
13,123
MWB 2 811,42; Bearbeiter: Helmich
gîversal
stN.
vgl.
geifer
stM.
‘Erguss von Geifer’
ir speichel unde ir giversal / unde ouch ir nasen unflat Elis
3570
MWB 2 811,50; Bearbeiter: Helmich
giwen
swV.
auch gewen.
1
‘(mit offenem Maul) gierig nach etw. verlangen’
2
‘gähnen, den Mund aufsperren’
1
‘(mit offenem Maul) gierig nach etw. verlangen’
– Part.-Adj.:
ein grab offen. giwentez ist chela ire [interl. zu
sepulchrum patens est guttur eorum
]
PsWindb
13,3.
– subst.:
Exod
160 dâ nedorfte der rabe / bluͦtigen snabel haben, / dâ mahten
die gîre / verliesen ire gîwen [da fanden die Geier nichts zu
verschlingen]
2
‘gähnen, den Mund aufsperren’
swa ein mor sinen vinger nam / unde
[...] den leite in sinen [eines Mönchs im
Konvent] munt, / so gewete jener sa zu stunt. / zu slafene er in
vurte Vät
12400;
wan man gewete sô sal der mensche ein krûze machen vor dem munde
HvFritzlHl
103,11;
wan der mensche gewete oder nois sô vur ime di sêle enwec ebd.
103,7
MWB 2 811,53; Bearbeiter: Helmich
giwezen(?)
swV.
→
gewzen
MWB 2 812,4;
gîz(-)
→
gît(-)
MWB 2 812,5; |