giftwort
stN.
‘tötendes Wort’ (vgl. FrlWB,126):
ein künigin uz India [...] / nerte mit vergifte / von
kintheit uf ein stolze maget. die gab nach der schrifte / giftwort, ouch sehen uf
gahen tot Frl
5:20,6
MWB 2 785,35; Bearbeiterin: Baumgarte
gigâ
Interj.
lautmalend für das Schnattern einer Gans:
‘bi minem [einer eitlen
Gans] adel ich nimmer bi den gensen ge, / in einem vogelhuse wil ich
singen me.’ / [...] / ‘giga’ sie schrei
Mügeln
58,10
MWB 2 785,39; Bearbeiterin: Baumgarte
gîgant
stM.
‘Riese’
di uns daz lant wereten, / di wâren ummâzlîchen grôz. / owî
wî starke uns der verdrôz, / wandiz wâren gigande SAlex
5075;
der selbe was ein guot kneht, / der langeste gîgant, / der ie
mit wârheit wart bekant UvZLanz
7535;
Wig
7354;
jn dem lande lit Babilonia. die zinberte ein gigant, der hiez
Nemroth Lucid
30,6;
Anno
10,4;
Gen
679.
–
du hast reht als ein gygant / dinen lauf vollebraht
HvNstGZ
4622
MWB 2 785,44; Bearbeiterin: Baumgarte
gîgære
stM.
‘Fidler, Spieler eines Streichinstruments’ (vgl.
gîge
):
ez ist ein lobelîchiu kunst, / der seitenspil zuo rehte kan. / die gîger
vreuwen maniges muot Unverzagt
2:1,3;
man horte manchen kunstenrichen man, / spilman unde gyger, / harpher unde
phifer LaurinA (L)
975;
schirmer, gîger, goukeler / siht man werden vil schuoler, / die guotes vil ze
schuole verzernt / und sich mit loter fuore doch nernt Renner
16507;
PrSchw (St)
6,237;
Helbl
2,1439;
Tannh
5,116;
daz was ein sin [Sinn] kleiner, /
daz er sich sô liez vermæren [berühmt machen/ ins Gespräch
bringen] / mit sînen gîgæren Ottok
282;
UrkCorp
3203,26;
VocClos
Vi34
MWB 2 785,53; Bearbeiterin: Baumgarte
gîge
swF.
1
‘Streichinstrument’ , wohl ‘Rebec’ und/ oder ‘Fidel’ (vgl. MGG 3,434-446. 8,112-119; LexMA 6,697; Eitschberger, Musikinstr., S. 66-84, bes. S. 67-69) 2 übertr. aus dem Bild des Spielmanns, der ‘die Wahrheit geigt’ , tadelt und spottet oder selbst zum allg. Gespött wird (vgl. DWB 4,1,2,2567-78)
1
‘Streichinstrument’, wohl ‘Rebec’ und/ oder ‘Fidel’ (vgl. MGG
3,434-446. 8,112-119; LexMA 6,697; Eitschberger, Musikinstr., S. 66-84, bes. S.
67-69):
menger edlen harpffen doss / ze wunsche in süssekaitt
erklang, / gigen, rotten sunder wank / ze allen zitten man da sach
GTroj
4860.
– oft in Verbindung mit Gesang und Tanz:
vil wol spilete diu
maget [Salome] . / si begunde wol singen,
snellichlichen springen / mit herphin unde mit gigen, mit orgenen unde mit lyren
AvaJo
26,9;
ich sing ouch wol des raien wîse /
[...] / und tanze nâch der gîgen niht ze swinde
SM:Go
2a: 1,11;
sô die voretanzer danne swîgen, / sô sult ir alle sîn gebeten, / daz wir
treten / aber ein hovetänzel nâch der gîgen Neidh
WL 4:3,12.
WL 2:5,5.
–
mit jamer sie sich shieden. / nach gigen joch nach
lieden / nieman da tantzen sach Rennew
33682.
– übers. mlat. fidula und vigella vgl.
VocClos
Fi30.
Vi33.
–
die gîgen richten, wohl ‘die Geigen stimmen’, hier übertr.
‘sich abstimmen, einig werden’
[während des Zwists über einen evtl. Rückzug erfolgt ein
ungarischer Angriff:] von Ôsterrîch dem herren mîn / schad und
laster hie geschiht: / ê daz ir die gîgen geriht, / langst ê die Unger hânt / an
der herberg daz gewant [Ruhe geben?] . / ir muget lange
kaphen [Ausschau halten, warten] , / ê si mit
rotten [Musikinstrumenten] zuo
staphen [in friedlicher Absicht kommen]
Ottok
25439.
–
welsche gîge (Eitschberger vermutet einen ital. Fideltyp, S. 69,
80f.):
sus lie daz kint [Salome] sich
schowen / mit ainer welschen gigen SHort
2843;
di [jene Gruppe von
Jungfrauen] schone sungen, / dise mit den herphen klungen, / dy
mit welischen geygen HvNstAp
13177
2
übertr. aus dem Bild des Spielmanns, der ‘die Wahrheit geigt’, tadelt und
spottet oder selbst zum allg. Gespött wird (vgl. DWB 4,1,2,2567-78):
–
sîne ~ ûf jmdn. heben
‘jmdn. tadeln oder verspotten’
sus [durch die Antwort] was der êrste în getân
[übertr.: gefangen, in seine Schranken gewiesen] ,
/ daz er für guot muoste hân, / obe jener wolde swîgen / ûf den er ê huop sîne
gîgen Bîspel (Pf)
36,36.
– jmdm. die Gumpoltes ~ anehâhen
‘jmdn. zum Narren halten, in die Irre führen’
er [der entlassene Knecht] kunde niht geswîgen
[falsche Glaubenswahrheiten zu verkünden] . / die
Gumpoltes gîgen / wolt er hâhen stæt an mich Helbl
9,142.
– jmds.
~ sîn
‘Gegenstand des Spottes sein’
der arme truhsæze was / ir gîge unde ir
rotte [ein Saiteninstrument] ; / si triben in mit
spotte Tr
11361;
Parz
143,26;
vgl.
diu rotte noch diu gige / nie so mangen spot enpfienc von munde / alsam
die uf der fluhte JTit
4598,2
MWB 2 786,3; Bearbeiterin: Baumgarte
gigel
stMN.
→
giegel
MWB 2 786,55;
gigen
swV.
→
gugen
MWB 2 786,56;
gîgen
V.
meist im Inf. oder subst.; eindeutig sw. belegt nur
Martina
124,100,
st. (Ia) nur
Neidh
WL 4:2,6
(vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 76; DWB 4,1,2,2575).
1
‘ein Streichinstrument spielen’ (vgl.
gîge
) 2 übertr. ausgehend vom Bild des Spielmanns, der zur gîge singt und Nachrichten bringt
1
‘ein Streichinstrument spielen’ (vgl.
gîge
):
harpfen unde gîgen / und allerhande seiten spil, / des kund er
mê danne vil UvZLanz
262.
2678;
Tr
7564;
sî viengn an maneger leige spil, / harpfen, roten, gîgen vil Virg
1092,2;
dâ gesach man schône ridewanzen. / zwêne gigen Neidh
WL 4:2,6
Lucid
151,9;
Seuse
242,13;
so man eine liebe brut hein leitit, so sleht man den sumber vor ir und gigit
unde swegilet und videllet engegen ir PrGeorg (Sch)
21,35.
– mit Gen.d.S.:
gegn starker note gigen sol man die seiten rihten JTit
3513,1
2
übertr. ausgehend vom Bild des Spielmanns, der zur gîge singt und
Nachrichten bringt:
[um die Gefahr zu erkennen] ich wæn, dâ gehôrt niht gîgen
zuo, / wand in spâte unde fruo / der Karlote mande / mit roube und mit brande
Ottok
373;
swaz im [dem Altersschwachen] wirt gegiget
[durch seine Gebrechen angekündigt] / wie clein in
daz frowet / wan der tot in drowet Martina
124,100;
hierher oder zu 1?:
sô gerne hœrt ich gîgen / niht, sam dîniu mære Helbl
15,84
MWB 2 786,57; Bearbeiterin: Baumgarte
gîgendôn
stM.
‘Ton eines Streichinstruments’ (vgl.
gîge
; vgl. TPMA 3,65f.):
die snüere [Saiten] müezen brechen wol / swâ der
esel klenket [erklingen lässt] gîgendœne
Marner
S. 160
MWB 2 787,17; Bearbeiterin: Baumgarte
gîgengarren
swV.
Bed. unklar; wohl bezogen auf das Hervorbringen kreischender oder unartikulierter
Laute, also etwa ‘gicksen und gacksen, stammeln’ u.ä. (vgl.
girregarren
und
gîgen
; DWB 4,1,1,1373f. s.v. garren; anders
Bechstein, HvF., S. 289 ‘geigenpfeifen’):
sînen ganc er [Tristan als
Narr] ouch verkêrte, / sîn houbt begonde er vaste wegen / unde mit den
vüezen schregen. / sus gienc er gîgengarren / glîch einem rechten narren: / gar
tœrisch wâren sîne trite / und nerrisch alle sîne site
HvFreibTr
5169
MWB 2 787,21; Bearbeiterin: Baumgarte
gîgennagel
stM.
Bed. unklar; wohl ‘Wirbel’ zum Spannen der Saiten (vgl.
spannagel
):
phiroma: gigen nagel VocClos
Ph34
MWB 2 787,32; Bearbeiterin: Baumgarte
gîgenslac
stM.
Schlag des Fidlers (mit dem Schwert, vgl. Anm.z.St.):
wie geturret ir [Hunnen, die auf dem Weg zum
Schlafquartier hinderlich sind] den recken für die füeze gân? /
unde welt irs iuch niht mîden, [...] / sô slah’ ich
etelîchem sô swæren gîgen slac, / hât er getriuwen iemen, daz erz beweinen mac
NibB
1821,1
MWB 2 787,35; Bearbeiterin: Baumgarte
gigzen
swV.
→
gëckzen
MWB 2 787,42;
giht
stF.
‘Aussage’ (zu
jëhen
):
ich weiz fuͤr war daz sie des jehent / mit warer
muͦtes gihte Rennew
24247;
ob er mit giht aldâ verlür / in rüemlîcher schulde / die süezen gotes hulde
RvEGer
1006;
Dalimil
3,50.
–
‘Zusage, Zusicherung’ (vgl. das sonst in nl. und nd. Rechtstexten belegte ~
i.S. einer rechtsgültigen Äußerung, DRW 4,868f. und →
gegihte stF.):
si brâhten manigen an die giht, / daz er zdem kunic reit mit
in Ottok
1734
MWB 2 787,43; Bearbeiterin: Baumgarte
giht
stFN.
bezeichnet unterschiedliche Krankheiten, mit (oft anfallartig auftretenden oder
auch chronischen) Schmerzen, Krämpfen, unwillkürlichen Zuckungen oder Lähmungen; oft
‘Schlaganfall’ (vgl. DWB 4,1,4,7274 -87):
paralisis het dy gycht; dat kumt gerne van calden eder von
czornne eder overigeme etene vnde drynkende eder van vnkuschet eder itwanne, da de
aderen vorhowen ader vorterbet syn, alzo dat se de hitte van deme herten,
[...], to deme ghelede nicht bringhen moghen
OvBaierl
89,1;
daz selb öl oder diu salb ist guot
[...] für der füez und der pain giht, daz podagra
haizt, und für der hend giht, daz ciragra haizt BdN
409,34;
nu was ouch alda kumen hin / ein diern [Magd]
verlemt von der gicht Pass I/II (HSW)
23125;
di gicht hatte im sinen licham krump geworgit Köditz
87,9.
– in Verbindung mit
brëchen
‘Schaden zufügen, einen Zusammenbruch bewirken’
di gicht hatte si alse sere gebrochin, daz si von grozin wetagen torecht
wordin was Köditz
81,24;
di brach di gicht also unmezlichen sere, daz si stetes zu bette muste legin
unde wenne si uff einre siten mude gelegin hatte, so muste si sich sturen an eime
seile, daz si uff di andere siten quam ebd.
86,34;
vor zorne sî daz giht brach Mai
69,2;
Mügeln
376,13.
– übertr.:
ist aber daz sy horen nicht, / verstocket in der sunden gycht
Hiob
13478;
daz her [Christus] vortribet die
gicht / der ewiclichen lemden / die von des tuveles gremden / an den geliden sich
irhebet HeslApk
7824
MWB 2 787,52; Bearbeiterin: Baumgarte
gihtboum
stM.
‘(schwarzer) Johannisbeerstrauch’ (vgl. Marzell 3,1368):
casia uirgultum purpureis foliis: gihbon Gl
3:324,45
(BStK556);
cassia lignea: gihboͮm vel cortex cuiusdam arboris VocClos
Ca351
MWB 2 788,18; Bearbeiterin: Baumgarte
gihtbrüchic
Adj.
‘durch eine Krankheit stark beeinträchtigt, die die Beweglichkeit
einschränkt’ (vgl.
giht
stFN.):
von einer gichtbruchigen frouwen Köditz
77,31.
84,14
u.ö.
– subst.:
do tat der milde wundirliche got an [durch] sinem
heiligen funfe unde zwenzig zeichin an blindin, toubin, lamen, stummen,
gichtbruchigen, uzsetzigin unde ouch an andern gebrechlichen luten Köditz
82,25
MWB 2 788,23; Bearbeiterin: Baumgarte
1gihten
swV.
‘jmdn. verhören; jmdn. foltern’ (vgl.
giht
stF.,
gihtigen
und
1gihtic
):
dc vro Anna [...] einen acher ze Wiedinkon,
[...], des si vor uͥns gegicht was, fuͥr
rechtes eigen uͥns und uͥnserm gotzhus ufgab mit ir vogtes hant
UrkZürich
7,60
(a. 1298);
alsô liez er [Jesus] sich villen
[schlagen, quälen] / durch unsern willen. / und lie
sich vaste gihten Aneg
3077
MWB 2 788,31; Bearbeiterin: Baumgarte
2gihten
swV.
‘von der →
giht
(stFN.) befallen, schmerzen, steif sein’
daz herze tummet mir, der rücke gihtet, / diu beine træge worden sint, owê der
nôt! Kolm (B)
70,9
MWB 2 788,39; Bearbeiterin: Baumgarte
gihthûfe
swM.
‘erhöhter Ort des Bekenntnisses’ (Schützeichel/ Meineke, Will., S.
321):
sîe stégerent [steigen
hinauf] îe dóh gérno mít íro
gelôuben. mít gebéte. mit elemosina. unte mit ánderen
uuóletâten ze démo gíth hûffen. id est ad me. also
Galaad [der Berg] uuas aceruus testimonii inter Iacob
et Laban: also bín íh ín apud patrem testis in cęlo
fidelis Will
55,12
MWB 2 788,43; Bearbeiterin: Baumgarte
1gihtic
Adj.
i.d.R. in der Wendung
~ sîn/ wërden
1
‘etw. (Wahres) aussprechend’
1.1 allg. ‘etw. zugebend, jmdm. etw. zuerkennend’
1.2 in rechtlichen Zusammenhängen 2
‘(jmdn.) wahrheitsgetreu beschreibend, die Wahrheit (über jmdn.) offenbar
machend’ (vgl.
gihtigen
)
1
‘etw. (Wahres) aussprechend’
1.1
allg. ‘etw. zugebend, jmdm. etw. zuerkennend’
ain vil loblich gezeltt / wurden sy zway sichttig / und
och bayde gichtig / daz sy schönners heten nie gesechen GTroj
8134;
des wart im hôher êren / vil manec zunge gihtec
KvWTurn
13;
KvWTroj
13918;
KvWPant
638.
–
wê daz in mîn ougen / sîn lîp ie wart ansihtic! / solt mîn herze
gihtic / im holder sinne werden, / ich liez mich in die erden / ê lebendigen
telben [graben]
Reinfr
4760
1.2
in rechtlichen Zusammenhängen:
–
‘eine rechtsgültige Aussage machend’
do wurdin si vor uns allen gihtig, daz siu an selben jucharten nit
andirs hettin, won ir baider lipting werin UrkHeiligkreuztal
154,26
(a. 1329).
–
‘ein Geständnis ablegend’
dô er der diube gichtic wart Renner
7143.
–
‘(jmdm. einen rechtlichen Anspruch) zuerkennend’
dc er ime der pfennige von eime iare gihtig wurde UrkCorp (WMU)
645,8.
–
‘(einen Rechtsakt) anerkennend’
daz er sîn gevangen wære. / dô wart gihtic Valerîn
UvZLanz
5333;
wir sigen ouch gihtig an disem selben brieue, daz wir vnder der selbun
trv̂we vnde dez selben eides stat an hern Ruͦdolfes
[...] hant haben gelobot UrkCorp (WMU)
N373A,20
2
‘(jmdn.) wahrheitsgetreu beschreibend, die Wahrheit (über jmdn.) offenbar
machend’ (vgl.
gihtigen
):
üch wirtt gesenftrett manes mütt / und werden ir sy
sichtig [sobald Ihr sie sehen werdet] , / als ich üch,
herr, gichtig / bin worden von der rainen fruchtt GTroj
7340;
daz fuer [der Hölle] wirt so fyn / und also gar
durchsichtec [durchschaubar machend, alles
durchschauend] , / so vreislich und so gichtec /
[...] des selben fures art / iz [auch das
dunkelste Geheimnis] gemeinlich offenbar / al der werlde
TvKulm
6186
MWB 2 788,51; Bearbeiterin: Baumgarte
2gihtic
Adj.
1
‘an der
giht
(stFN.) erkrankt, d.h. durch Schlaganfall oder
auf Grund von Schmerzen, Krämpfen, Schwellungen oder Gelenkveränderungen gelähmt
oder verkrüppelt; krampfartig zuckend’
2 in der Wendung
~ suht umschreibend für giht stFN.
1
‘an der →
giht
(stFN.) erkrankt, d.h. durch Schlaganfall oder
auf Grund von Schmerzen, Krämpfen, Schwellungen oder Gelenkveränderungen gelähmt
oder verkrüppelt; krampfartig zuckend’
do sprach her [Jesus] czu dem
gichtegen menschen [
paralytico Mt 9,6] :
‘ste uf unde nym dyn bette unde gank in dyn hus’ EvBerl
127,5;
ouch so wurden da vile gychtigir lute und lamir geheilit Apostelgesch
7,8;
der hete ein gichtigez wib, / die ummazen kranken lib / hete an ir durch
ungemach Pass III
556,37;
OvBaierl
89,25.
– auch ‘vor Zorn bebend, wütend, außer sich’
sô zerwirfet unde zersleht etelîcher allez daz umb in ist, oder zerzerret
sîn eigen gewant oder sîner hûsfrouwen oder sîn selbes lîp oder herze, daz ez
gihtic wirt PrBerth
1:466,16;
übel unde gichtig / wurden uff der hayde / die kamff
genossen bayde. / [...] / die unmilten fürsten bald /
tatten do ain andren we GTroj
17582
2
in der Wendung
~ suht umschreibend für giht
stFN.:
er grimmigen lon / entpfienc. diz was ein gichtec sucht [hier:
‘Schlaganfall’
] . / [...] / daz
er viel zuhant herabe Pass III
483,31;
da saz ein siecher an dem wege, / den di gichtige sucht / an siner adern zucht
[unklar, ob: ‘der Fluss in den Adern’ oder ‘Zugvermögen der
Sehnen’
] / verlemte sere und tet im we Pass I/II
(HSW)
24933
MWB 2 789,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gihtigen
swV.
‘jmdn. verhören, veranlassen, eine rechtsgültige Aussage zu machen’ (vgl.
1gihten
und
1gihtic
):
der richter sal den boten bevelen, daz si den wunten gichtigen unde manen
dazu, daz he di wunden rechte lege an die stat, dannen iz im geschen ist
StRFreiberg
191,21;
noch Parmeneis er do sandt, / den hies er gichtigen und fragen, / das er muest
die warhait sagen Seifrit
2851.
– jmdn. mit (dem) kampfe ~
‘jmdn. durch einen Kampf der Lüge überführen’
si lougenôten alle genôte. / der chunich hiez si ir undankes
/ gihtigen mit kampfe Kchr
14652;
ez wirdet dir huite uil lait / daz du wider gote hîe stast /
unt der warhait uerlougint hast. / [...] / ich gichtige
dich mit dem champhe Rol
8856
MWB 2 789,51; Bearbeiterin: Baumgarte
gihtwurze
stF.
Bed. unklar (vgl. Marzell 5, 159f.); aufgrund des lat. Zusatzes nigrum
wohl ‘schwarze Johannisbeere’, die gegen leichte Gliederschmerzen und
rheumatische Beschwerden eingesetzt werden kann:
diptannum nigrum: giht wurze VocClos
Di97
MWB 2 790,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gil
stM.
(?, vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,292)
‘Bruch, Bruchleiden’
ernia: gil Gl
3:439,76
(BStK926)
MWB 2 790,7; Bearbeiterin: Baumgarte |