Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gevüerlich - gewahen    


gevüerlich Adj. gevuorlich

MWB 2 677,48;

gevüersam Adj. Bed. unklar, zu den Konjekturvorschlägen der textkritisch schwierigen Stelle vgl. Glossar und Anm.z.St.: ein gefürsames wib / were ze der selben stunde / gesessen in der wunde GTroj 11408

MWB 2 677,49; Bearbeiter: Diehl

gevüersamen swV. ‘angenehm machen’ (vgl. Anm.  z.St.): in allem dem tage gnadet er unde entlihet. gefuorsamet [Doppelglossierung zu commodat ] PsWindb 36,26

MWB 2 677,54; Bearbeiter: Diehl

gevügele stN. auch gevogele. Koll. zu vogel , oft bezogen auf einzelne Vogelarten oder in Abgrenzung der Vögel von anderen Klassen im Tierreich: an dem vinften tage [des Jüngsten Gerichts] [...] / so hevet sich daz gevugele, daz e flouch under himele / ufen daz gevilde, iz si zam oder wilde AvaJG 7,2; tier unde wurme, fihe jouch gefugele Gen 712; diz gevogle und wilde tyr Hiob 7441; HvFritzlHl 59,33; doͤnet dú nahtegal, / troͤschel, lerche und kalander / und ander / gefúgel suͤssen schal Marner (W) L4:2,12; allez daz ze dem varndem guote hœret: daz sint schâf unde geize [...] unde gense unde hüener und allez gevügele unde kasten SpdtL 102,4; SchwSp (W) 198,15. 200,2; nu schüll wir sagen von allem gefügel und des êrsten in ainer gemain BdN 164,15; er [der Fuchs] lâget auch allermaist haimleichem [domestiziertem] gefügel, sam hüenren und gensen ebd. 163,27; von dem mer kam / eins gefügels sô vil, / daz sîn zuo dem zil / Stîre daz lant was vol Ottok 96164. – in der Beschreibung eines Seraphims ‘(einzelnes) geflügeltes Wesen’ oder bezogen auf die Menge von Flügeln (?): uz deme hohsten kore / quam ein engel Seraphin / zu im mit sechs vlugeln hin, / den er gesach da halden. / zwene waren gevalden / und obe daz houbt geschrenket; / so waren zwene gelenket / obe ein ander uf den lib. / ey, Francisce, vollentrib / und schowe diz gevugele! / so waren zwene vlugele / gebreitet als uf einen vluc Pass III 530,21

MWB 2 677,58; Bearbeiter: Diehl

gevülle stN. ‘Erfüllung’ do der zit gefulle geschach, / als die heiligen propheten / von Criste geschriben heten, / do wart Jesus Crist geborn HeslNic 2880

MWB 2 678,24; Bearbeiter: Diehl

gevuoc stM. (auch stF. Enik ; stN. KarlGalie ), gevuoge stF. 1 ‘Angemessenheit’
1.1 allg.
1.2 in Wendungen
2 ‘Geschicklichkeit’
   1 ‘Angemessenheit’    1.1 allg.: sie tâten wol, die disen degen / an daz rîche brâhten; / vil wol sie dran gedâhten; / er was dem rîche edel gnuoc / von aller guoten sîten gefuoc EbvErf 168; sîn tugent lêrte in den gefuoc, / daz er mit rehter minne / die werden küniginne / nâch ir willen dô beriet KvWPart 2426; der mensch hat sin herz mit úpiger minne verstriket und kond da von nit komen, wan er wolt gefuͦg suͦchen, da kein gelinpf noch fuͦg zuͦ horte Seuse 370,6; ez sint ouch genuoge / die niht mit der gevuoge / die werlt haben wolten, / als sî von rehte solten Tund 1062; diz lît, daz wir hî wurchen, / daz sult ir rehte merchen. / sîn gevûge [dichterische Ausgefeiltheit] ist vil reht. / iz tihte der phaffe Lambret VAlex 3. – ‘Genüge’ Karlle hadde geldes genoich. / dar mede schoeff hey syn gevoich KarlGalie 10001; dar zu synt sy [ die Coelne ] eindreitich [einträchtig] en bynnen / myt al eren besten synnen / ind haint van spilen al ir gevoich / ind dar zo zein jair genoich HagenChr (G) 799; och dede en keren up de vart / Galyen mynne der junffrawen / de hey mit goden truwen / sere mynde usser der gevoich [über die Maßen] KarlGalie 3966. – ‘Anstand’ obe daz mit gevuoge geschehen mac, / sô wil ich gerne Ysôten sehen / und waz ir sî von mir geschehen UvTürhTr 1454; di reine frouwe gute, / di got in irem mute / alse dugentliche druͦg, / di brahte eins dages ir gefuͦg / in eine kirchen lise Elis 8596; sie bitent unt man gibet in, / sie suochent unde vindent gnuoc, / sie klophent ouch mit gefuoc, / in wirt sân ûf geslozzen, / sie gênt în unverdrozzen EbvErf 4616; Galya antworde eme mit hoescher [d.i. hövescher ] gevoech KarlGalie 3639; ich witzen kunstenloser man / wil miner schonen frawen clug / ein rede hie tichten durch gefug / und clug synne die sie hat Minneb 1610    1.2 in Wendungen: rëhten ~ sagen ‘das Richtige, die Wahrheit sagen’ nû saget rehten gevuoc RvEBarl 10090; ich sage dir rechten gevuc, / wes ich bin worden gar in ein. / min wort ist gegen dir nein, nein / und wil nicht vallen uf ein ia Pass III 113,66. 390,48. ein ~ tuon: nu duͦt doch alle ein gevuͦch / mir vil armem wive, / geft mir den lichem, den ich gedruͦch! MarlbRh 32,37. den ~ trëffen: sus in den schiffen blibin / dî brûdir und ummetribin / vorsûchinde sich ofte gnûc, / ob sî mochtin den gevûc [die passende Gelegenheit] / treffin, daz sî quêmen ûf NvJer 24581. in daz ~ (vgl. MNW 2,1817ff.) ‘in dieser Weise, derart’ als Galia alsus in dat gevoich / gekleidet was ind gezeirt / van orde zo ende geassiniert KarlGalie 10314; deser worde wart da genoich / gesprochen in dat gevoich ebd. 10955. 9050    2 ‘Geschicklichkeit’ Gâwânes sin was manicvalt / und gar listic sîn gevuoc HvFreibTr 2375; ist der leser kluoc, / hât er an kunste die gefuoc, / er lese die houbtbuochstabe / von êrst wan an daz ende herabe, / darmite die verse erhaben sint EbvErf 4454; dô der wirt mit freuden bî sînen gesten saz, / dô kom der varnden einer. mit vlîze kunde er daz, / daz er für si alle [...] / dâ spilte mit gefuoge, daz in werde fürsten muosten schouwen Kudr 51,4; er lêrt ez [Chiron den jungen Achill] schiezen mit dem bogen, / springen, ringen, werfen den stein: / alle gefuog lêrt erz gemein EnikWchr 14558; die tihter sîn bekant / von dem mer hinz an den Rîn, / die lâzen mich irn diener sîn, / wan ich in den gedenken bin, / daz ich die gefuog [Dichtkunst] wil von in / lernen ebd. 106. 99; si wâren witzic unde kluoc. / diu rede mit gefuoc / wart von in an gevangen Ottok 17488; er gap dem helfenbeine / und dâ bî dem gesteine / sîn gevellige stat, / als in diu gevuoge bat Er 7541. – ironisch: di pawren [...] sind zu solcher freud enwicht: / ir spil und ir gefuge / di dausent [tönen, schallen] pey dem pfluge HvNstAp 14987

MWB 2 678,28; Bearbeiter: Diehl

gevuoc- s.a. gevüeg-

MWB 2 679,42;

gevuoc|heit stF. 1 ‘Anmut’
2 ‘Anstand, angemessenes Verhalten’
3 ‘Geschicklichkeit’
   1 ‘Anmut’ ein solich wunder siht / von schœne und von gevuocheit, / als an Îsôte was geleit Tr 8083; so wiltu haben clugheit, / hovieren, zucht, gefugheit / und waz da suberlich ist Minneb 858    2 ‘Anstand, angemessenes Verhalten’ man quam geloufen zu der stat, / da die gevangenen lagen. / zu irre libes plagen / slepte man do uzer tur / ieglichen so hin vur; / ir gevucheit was da kleine Pass III 467,65; ir wissent wol, wer einen richen herren üt bitten wil, der muos in mit gefuegheit ankomen vnd sol ouch bettelich bitten oder im wirt sinre bitte fürzigen PrEls 30,240    3 ‘Geschicklichkeit’ von manheit larte er in vil; / ouch larte er in von spil / gefucheit maniger hande Herb 6295; daz er alle sîne trahte, / [...], / an die gedanke leite, / mit waz gevuocheite / oder mit welhen sinnen / er möhte gewinnen / sîner vrouwen der künigîn / Petitcreiu daz hundelîn Tr 15898; nu ist ez worden ein kluokeit, / behendikeit und gefuokeit, / swer sîn diube kan verheln Renner 7070

MWB 2 679,43; Bearbeiter: Diehl

gevuoclich Adj., Adv. adv. auch -lîchen. 1 ‘angemessen, mit Anstand’
2 ‘geschickt, kunstfertig’
   1 ‘angemessen, mit Anstand’ man sal dich eren wize Crist / hce [l. hie ] in diseme riche / daz stet vns gevohliche Roth 1765; welt ir si sprechen tougen, / daz tuot gefuoclîche Parz 631,15; daz er ez kunne cluglich, / gar heimlichen und gefuglich / getragen in cluger wisheit Minneb 1360; jst, das si swin nvht het, so mag si ire weide virkoͮffen, doch sol si dv ekerene e den dorfluthen veile biethen gevoͤcliche [zu einem angemessenen Preis] UrkCorp (WMU) N306,40. N817,8    2 ‘geschickt, kunstfertig’ etslich tôre was dâ bî / und manege die des gerden, / daz si âne wolten werden / ir sper gefuoclîchen UvZLanz 2861; daz werc daz was kleine, / geworht vil meisterlîche / und was gevuoclîche / gesetzet zwischen die satelbogen Wig 2525; dâvon nemen sie sich doch zu dem mâle, sô sî gefueclicheste mugen, unde tûn ez stillîche unde kurzlîche StatDtOrd 45,7. – hierher oder zu 1?: vil gefuoglîch er [beim Tanz] zispet, / mit ainem fuoz er schupfet unde trîbet SM:Go 2a: 7,5.

MWB 2 679,63; Bearbeiter: Diehl

gevuoclîcheit stF. ‘angemessenes Verhalten’ er lernt in sîner kintheit / tugent und gevuoclîcheit, / singen unde seitenspil / und ouch ander hübscheit vil Wigam (B) 343

MWB 2 680,20; Bearbeiter: Diehl

gevuor- s.a. gevüer-

MWB 2 680,24;

gevuorbære Adj. ‘nützlich’ Joseph einen troͮm habete, uater unde bruͦderen er in sagete. / borlanch ez gestunt e Joseph sach einen troͮm guͦt, / der troͮm was here in allen gefuͦrbære: / selbe chom ers in grozze not, er wart dar umbe uerchoͮffot GenM 74,2

MWB 2 680,25; Bearbeiter: Diehl

gevuorlich Adj. ‘nützlich’ hat ir núwes icht vernomen? / obe iz si an úwer stade, / iz si gefurlich oder schade, / so lat uns, herre, werden kunt / den selben wunderlichen funt Elis 258; ander unser ding [...], daz uns unde unser stat erlich unde geffuͦrlich waz UrkEssl 268,6 (a. 1327)

MWB 2 680,30; Bearbeiter: Diehl

gevurche M. ‘Nachbar (an der Grenzfurche des Ackers)’ (vgl. vurchgenôʒe ): ubirsnitit och ein man din andirin an einir aniwendi edir an den vurin binebin ume, unde wirt iz gini man giware, daz iz ume giscein is. [...], su inwerdin al erist dundir bisceidin. von den luitin die uri beidir givorin sien, binidin unde pobin Mühlh 155,23. 156,9

MWB 2 680,36; Bearbeiter: Diehl

gevürste stN. ‘Weinabgabe’ (vgl. huobwîn ): item vinum rubeum quatuordecim karratarum super censibus vini rubei dicto hubwyn und gefurst UrkEls 2,151 (a. 1335)

MWB 2 680,43; Bearbeiter: Diehl

gewach stM. oder stN. ‘Erwähnung, Erinnerung’ (vgl. MNW 2,1844; vgl. auch gewaht ): sy machden sich balde en wech / over straes ind over stech. / we dem ritter seynt geschach, / des en weis keyn gewach KarlGalie 9775. – häufig in festen Wendungen, v.a. ~ tuon ‘etw. erwähnen, kund tun’ geit zo der herbergen, schicket ur gemaich, / wir sullen dis doin vrunden gewach / ind als wale uns drup beraden, / dat is myn here uns sal genaden HagenChr (G) 4218; here it is ein selich daich, / men sal’s over dusent jair doin gewach ebd. 5091 u.ö.; ouch noch me gewach / wart gedaen vil schere / van eyme paltenere KarlGalie 10162. 10015. wanne dys nu wurt gewach, / so ys komen myns ruwen slach KarlGalie 9670; MorantGalie 257. 2267

MWB 2 680,47; Bearbeiter: Diehl

gewâfen Adj. oder verschriebenes gewâfent zu wâfenen swV. ‘bewaffnet’ alsô daz chint nâch dem site / was wol gewâfen unt geriten, / dô was er ein scôner jungelinc VAlex 366 (vgl. wol gewêfent SAlex 431 )

MWB 2 680,63; Bearbeiter: Diehl

gewæfen stN. auch im Pl. (z.B. Spec 18,30 oder VMos 43,9 ). 1 ‘Gesamtheit der Waffen, Bewaffnung, Rüstung’
2 ‘Waffengang, Kampf’
3 ‘Wappen’
   1 ‘Gesamtheit der Waffen, Bewaffnung, Rüstung’ sine viant ubirwant er mit sinir chvͦnhêit, mit wîclichime gewaffine Spec 63,1; ode dû morgen den tac / in dînem gewæfen soltest gân, / vehten mit ainem alsô kuonem man / so dû wænest daz dû sîst Kchr 4591; si schuten sich uz dem gewaffen: / nach grozer muͦde / wolten si gerne roͮwe Rol 5622; ze dem tor si ûz drungen / mit gewæffen aller hande UvZLanz 1403; swaer den andern anlaufet mit erzogem gewaefen, daz si swaert oder mezzer oder ander gewaefen StRAugsb 113,18; do der [David] solte striten mit Golyas deme risen, do hiez ime der kúnich Saul sin gewæffine an legen PrGeorg (Sch) 1,64; swer [...] mit wâfen sinen friunden ze helfe kummet oder sinen harnesch unde sin gewêfene schicket in sin hûz UrkCorp (WMU) N238A,15 u.ö.; sin wille waͤre, / daz sin sun Pallas [...] gewafine nemen solde [in den Ritterstand aufgenommen werde] En 6241. – bildl.: also haizit úns der edile sanctus Pavlus, daz wir úns wæffinen mit deme geweffine der wishait PrGeorg (Sch) 1,23. 1,24; nieman wol gesigin mac, wan den dú minne hilfit striten. sie ist ain gewefin der hailigen herzin ebd. 10,49; abiciamus ergo opera tenebrarum et induamur arma lucis. wir svln von vns werfen div werch der vinster vnde svln vns an legen div gewæffene des liehtes Spec 18,30; wir enphahent wider den vient dehein gewafen wen dez heiligen gelouben Lucid 79,5    2 ‘Waffengang, Kampf’ wie vil der wære / die ze gwæfene frum wæren / wichaftes livtes / vil flizzech waren si des VMos 43,2; des gewæfens er dô pflac / beide naht unde tac, / daz al diu trügenheit verswant / dâvon des tievels zehant LBarl 15556    3 ‘Wappen’ an sînem schilte was ein / guldîn tavelrunde / geworht daz niemen kunde / ein gewæfen dem gelîche / vinden alsô rîche Wig 5615; sæhe ich verre in dem lande / ein gewæfn daz ich erkande WälGa 13968. 10455

MWB 2 681,4; Bearbeiter: Diehl

gewâfenet Part.-Adj. wâfenen swV.

MWB 2 681,44;

gewage stF. ‘Anordnung’ in dirre siben gewage / segenote got dem sibenten tage SiebenZ 25

MWB 2 681,45; Bearbeiter: Diehl

gewæge Adj. ‘zugeneigt, gewogen’ wa ein apt ist tugentreich / der armer diener guͤtleich phlag, / dem waͤr man gunstig und gewaͤg Teichn 171,26. 256,18. – ‘günstig, passend’ uber die bezzerung [...] hat man gemeinem rat einen gewegen tach genomen uf den nahsten tach nach sant Martins tach UrkCorp (WMU) 482,18

MWB 2 681,47; Bearbeiter: Diehl

1gewæge stN. Koll. zu wâc. ‘Gewoge, Flut’ dem ane wazzir was gegebin / nah genaturtir art sin lebin, / das leit vil gar des todis not / und lac indem gewege [der Sintflut] tot, / lút und vihe, wilt und zam RvEWchr 798; herre sneke, ich [...] mvs mich immer missehaben, / irne helfet mir vber disen graben, nvne mag ich vor dem gewæge. / ja ich bin also træge: / ich enmach geswimmen noch springen. / [...] / nv enlat ivch niht verdriezen / irne helfet mir vber disen wac FabelCorp 19,33

MWB 2 681,54; Bearbeiter: Diehl

2gewæge stN. 1 allg. ‘Gewicht’
2 bezogen auf ein bestimmtes (regionales) Gewichtssystem ‘Gewichtseinheit’
   1 allg. ‘Gewicht’ wann er [Gott] alle dingk mit seiner weißhait mit geleichem gewäg [ equali pondere ] und mit gewisser zal unnd ordenung geordnet hat und gesetztt HvHürnh 18,7; mit gewissem gewage unnd masse als tzimlich ist ebd. 24,8; die sullen rihten über unrehtez mezen dâ man trinken mit gît, unde über elliu mez unde über gewæge, unde swaz man mit wâge wiget SchwSp (W) 4,3; StRReinf 74    2 bezogen auf ein bestimmtes (regionales) Gewichtssystem ‘Gewichtseinheit’ ain phunt wahs Sante Galler gewægs UrkCorp (WMU) 3220,22; wer all margen neusset sibenn gewäg wällscher weinpär, die wol süesß sind, der pedarff im nichtt fürchten von dem schleimigen siechtum HvHürnh 48,5; nim [...] cariofeles unciam. i piper eine vnciam. reoponticum. v pheninge gewage. costes. viii gewage. galgan. v pheninge. lorber alsvile Ipocr 220. – überw. ‘Münzgewicht’ si sprichet. froͤwent iuch mit mir. wan ich han minen phenninch alder min gewêge funden dc ich da hat ferlorn PrSchw 1,50; si gabin im von golde / sibinzig gewege dar, / damit er vil notiger schar / soldierte und manegen frechin man / in sine helfe mit gewan RvEWchr 19020; den gewalt ze messende alle maze wines vnd kornes vnd daz dar zuͦ gehoret, vnd alle gewege goldes vnd silbers RegisterLudw 374; vmb ain vnd zwanzig march guͦtes silbers rehtes geweges der stat ze Wintertur UrkCorp (WMU) 3240,25; verkoufet [...] umbe zweinzig und hundert marche silbers luters und genemes Basiler geweges UrkEidgen 180 (a. 1309); daz ist vmb vnrehtes geloͤt vnd gewæg vnd vmb alle di vnzvht vnd vnvug, di vnder den mvͤnzern geschieht in der mvͤnz UrkCorp (WMU) 2237B,4

MWB 2 682,1; Bearbeiter: Diehl

gewagen swV. gewahen stV.

MWB 2 682,36;

gewahen stV. (VI) , gewähenen swV. auch ge-wahenen, gewehen, gewenen, wmd. auch gewagen (vgl. MNW 2,1854). Das Präs. wird mittels der sw. Formen, das Prät. und Part.Prät. mittels der st. Formen gebildet (vgl. 1 5Ahd. Gr. §327 A.1; §346 A.2); st. Formen außerhalb des Prät./ Part.Prät. nur vereinzelt belegt (Imp. Sg. gewah Rol 1331 [La.]. 1362 [La.] ), ebenso sw. Formen außerhalb des Präs. (Part.Prät. gewahenet Kudr 1637,4 ). 1./3. Sg. Konj. Prät. auch gewege ( Lanc 166,6. 400,20; Erz III 176,345 ); 1. Sg. Ind. Prät. auch gewog ( Lanc 33,35), hier sowie in den geläufigen Prät.-Formen gewuoc, gewuogen besteht Interferenz mit (Neben-)Formen von gewëgen stV. 1 ‘etw. (jmdm.) sagen, jmdn./ etw. erwähnen’
1.1 meist mit Gen.-Obj.
1.2 mit Obj.-Satz
1.3 mit präp. Erg. ( von ) bzw. Präp.-Adv.
1.4 mit Akk.-Obj.
1.5 in der Wendung als jmd./etw. gewuoc häufig unter Ersparung des Obj.
1.6 mit Gen. und ze ‘etw. zu etw. erklären’
2 ‘an etw. denken’
2.1 mit Obj.-Satz
2.2 mit Inf. mit ze ‘gedenken, etw. zu tun’
3 sehr allg. eine näher bestimmte Handlung oder einen Zustand umschreibend
3.1 mit Gerundium im Gen. ‘etw. betreiben, tun’
3.2 mit Gen.- oder Akk.-Obj. ‘mit etw. umgehen, etw. anwenden’
3.3 mit Dat., wohl allg. ‘jmdm. zukommen’ (zu wëgen stV.?)
   1 ‘etw. (jmdm.) sagen, jmdn./ etw. erwähnen’    1.1 meist mit Gen.-Obj.: diz dinc ich sô verborgen / und alsô tougenlichen truoc / daz ich es keime man gewuoc KvWEngelh 6036; mit worten er des niht gewuͦc / zeichen zeigete er genuͦc Albert 1462; und gewehenest du mîn [verrätst du mich] , / ich slahe dir abe daz houbet [...]: / verswîgst ab du die reise, du maht sîn frum gehaben WolfdA 79,2; dit kint [St. Veit] was heilic und hate got lip und hate rechten kristen glouben, des in den gezîten kein mensche getorste gewehen HvFritzlHl 134,19. 21,6; [er] gewenit geystlichis synnis nicht Cranc Uzl 254,29. Uzl 255,27; gewaehne [La. gewah ] dere rede nicht mere Rol 1331; Rennew 33325; si wisten wol die wârheit, / daz im die helde wærn bereit / ze tuonne swes er in gewuoc [was er ihnen befahl] UvZLanz 7305; daz man sîn ze übele im gewuoc [von seinem Lieblingsfürsten Barachias ihm Schlechtes berichtete] RvEBarl 550; do sin [des Vertrauten] gewar wurden da / die lute die mich slugen, / ubel sie sine gewugen [beschimpften sie ihn (?)] Vät 22452; we hord iͤ sulichs wunders gewagen? MarlbRh 54,33; dô der junge, sîner swester sun, / sô kleiner schulde dâ gewuoc [sich bekannte] Wh 67,5; Parz 625,10; SpdtL 222,19. – mit fakultativer präp. Erg. (gegen, wider, zuo): vil dicke er des gein in gewuoc Parz 518,16; Ottok 17958; neheines arges er wider mich gewuog Gen 1953; BuchdKg 12,4; LBarl 8680; nihtes er zu im gewuoc Kchr 7485; RvEBarl 15651    1.2 mit Obj.-Satz: noch en haen ich neit gewagen, / we rechte dogencliche / des Bremundes lude van Affriche / streden ind vochten KarlGalie 2477; Galahot gebot im an die augen, das er nymer anderswo gewege wes bot er were oder ware er wolt Lanc 400,20; an nihte si gewuogen / daz dâ dehein zadel [Mangel] möhte sîn Wh 265,8; Pass III 187,22; StrKD 38,48    1.3 mit präp. Erg. (von) bzw. Präp.-Adv.: eines tages siu im gewuoc / von der âventiure nôt, / die ir veter ûz bôt UvZLanz 1710; dâ von wirt gewahenet nimmer mêre Kudr 1637,4; daz ich ir davon nie nicht gewuog SM:Te 10: 1,7    1.4 mit Akk.-Obj.: niement er [Joseph] doch das gewuͦg, / sin laid er haimlichen truͦg / und enwolt mit kainen mæren / Marien nút beswæren WernhMl 2393    1.5 in der Wendung als jmd./etw. gewuoc häufig unter Ersparung des Obj.: dî [Feinde] quâmen ouch, als er gewûc [wie der Gefangene gesagt hatte] NvJer 24042; als mir dise âventiure gewuoc / und ich her nâch ez mache kunt HvFreibTr 6092; als ih ê gewͦg RvEWchr 24256; als mir dú warheit gewuͦg ebd. 26717; Kröllwitz 1720. 2004; Pass I/II (HSW) 3868    1.6 mit Gen. und ze ‘etw. zu etw. erklären’ dem bâbest wirt diu rede zorn; / si wil volfüeren iren haz. / wand sô der bâbst erhôret daz, / dem tuot niht sô andes [den schmerzt nichts so sehr] , / sô daz si gewehent des landes / ze lêhen von dem rîch Ottok 4946    2 ‘an etw. denken’    2.1 mit Obj.-Satz: den wart von im gedanket vil. / es dûhte in mêre denne genuoc: / durch sîne zuht er nie gewuoc / daz siz tæten umbe reht Parz 12,24    2.2 mit Inf. mit ze ‘gedenken, etw. zu tun’ den vîrden [der wartliute ] sî gewûgen / zu lâzen bî dem lebbene, / ob er mit wârheit ebbene / in sagete, waz mêre / zu Littouwin wêre NvJer 24029; von ir [Marias] oͮgen gieng ain schin / so clar, so schoͤn und also fin / der alles sechen nider schluͦg, / ob iement zesechende si gewuͦg [sie anzuschauen gedachte] WernhMl 2498. – wohl hierher: langer dâ ze wesene ich wæn die frouwen dô iht [nicht] gewüegen [Hs. genüegen ] Kudr 1701,4    3 sehr allg. eine näher bestimmte Handlung oder einen Zustand umschreibend    3.1 mit Gerundium im Gen. ‘etw. betreiben, tun’ ein ritter sich an mir vergaz, / daz er die juncfrouwen sluoc / durch daz si lachens mîn gewuoc Parz 158,26; so die man slafen giengin / und ir ruͦwe ane viengen / und slafennis gewͦugen, / die múse in genuogen / den lip in des sitzis stat [zernagten ihnen das Gesäß] RvEWchr 22307; slâfens man zehant gewuok Nachtigall 148    3.2 mit Gen.- oder Akk.-Obj. ‘mit etw. umgehen, etw. anwenden’ also ret der kune: ‘myn styrck ich nye gewug [meine Stärke habe ich (bisher) nie gezeigt] , / eym noch dem andern geb ich dusenten stryts gnug.’ Alph 396. – offen zu gewahen stv 1 : des grôzen wortes, [...], / Keie dicke dâ gewuoc [Keie machte oft große Worte, war ein Aufschneider] HvFreibTr 2205    3.3 mit Dat., wohl allg. ‘jmdm. zukommen’ (zu wëgen stV.?): ê mâles im kein gewant gewuoc [vorher war Jesus ohne Kleider gewesen] , / dô mit dien geiseln man in sluoc WvRh 9422

MWB 2 682,37; Bearbeiter: Hansen