g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gevüeg-
s.a.
gevuoc
-
MWB 2 674,40;
gevüege
Adj., Adv. , gevuoc
Adj. , gevuoge
Adv.
1
‘passend, angemessen’
1.1 bezogen auf Personen und ihr Verhalten 1.2 bezogen auf Sachen und Abstrakta 1.3 bezogen auf Handlungen 2
‘geschickt, kunstvoll’
3
‘zierlich, anmutig’
1
‘passend, angemessen’
1.1
bezogen auf Personen und ihr Verhalten:
dô sprach der vil gefüege / und der getriuwe jungelinc
KvWHerzm
378;
ungefüeges mannes werben / muoz für wâr gar verderben, /
sô dem gefüegen wirt gelônet hô KLD:UvL
49: 1,7;
MF:Reinm
36b: 3,6;
Tr
13134.
–
swer hüfsch wil sîn unde gevuoc WälGa
153;
si tanzten unde sungen, / si reiten unde sprungen. /
si wârn ân mâzen gefuoc EnikWchr
18013;
it’n wart niͤ engeine creatuͥre /
also schöne, rein ind duͥre, / diͤ darzuͦ als
gevuͤge were MarlbRh
3,19;
Minneb
1618.
– mit präp. Erg.:
mich dûhte an dir gefüege, / daz dû soltest sîn ein
man KvWTroj
16142.
– subst.:
der lôse wille in gar vermeit. / doch wânde der
gefüege, / daz niemen krône trüege, / künec, keiser, keiserîn, / des
messenîe er wolde sîn, / wan eines Parz
13,9.
124,25;
Tr
10365;
do enwolte der gefüege / dem eltern niht entwîchen
UvZLanz
4466
1.2
bezogen auf Sachen und Abstrakta:
gefuͤlte hechede sol man also machen: man neme
gefuͤge hechede vnd schuͤpe die BvgSp
17;
Pelzb
130,22;
daz sie gewalt hant, eine gevvͤge tv̂r ze machende
UrkCorp (WMU)
347,32;
hiemite wart daz wetter gut, / gevuge unde ouch linde Pass III
48,79;
Ebron daz velt die erden truoc, / dâ got nam erden ûz gevuoc
[geeignet] , / dâ von machte her Adâmen
Rumelant (R)
11:1,2;
Maria nate irme kinde Jhesu einen rok mit also
gevoͤger [kunstvollen] nat, wenne im der rok
wurde kurz und enge, das si in moͤhte witern und lengern
Mechth
5: 23,148.
–
[er] was in stæter trahte, / mit wie gevüeger ahte
/ er urloup genæme / und ûz den sorgen kæme Tr
8150;
diu rede und der rât dunket mich / gevüege unde
gevallesam ebd.
15421;
der uns fröide wider bræhte, / diu rehte und gefüege wære Walth
65,2;
laßt du dich nennen kint und wilt nicht heißen wirt? /
der nam wer diner wirde baß gefüge Mügeln
46,6;
wolte aber der clager der buzze niht naemen diu
redelich unde gefuͤge waere, so sol iener fur die ratgaeben gen
StRAugsb
114,24.
– in Verbindung mit wort
‘verbindlich, sicher’
wand ich sach, du begundes arebeiden, / wiͤ du
gevuͤge wort möchts haven, / dat ich üver Seraphin si erhaven
MarlbRh
109,9;
ein gevüegez wort RvEAlex
21599.
– in der Wendung (wol) ~ sîn (z.T. mit
Nebensatz):
so wer it recht, it wer gevuͦch
MarlbRh
44,18;
swer den frumen nîde, / dem geschehe alsam, daz ist
gefüege KvWLd
31,95;
wære daz gevüege, / daz ich zwelf zungen trüege / in
mîn eines munde Tr
4607.
8547.
12475;
daz ist wol gevûge, daz die, die daz nûwe nement,
widergeben daz alde StatDtOrd
39,19.
107,6;
zû den fursten sûchter des rât, /
[...] / ob ez gefûge mohte sîn, / als im enpôt
Salatîn Kreuzf
7793.
–
‘gefügig, sich anpassend’
der gnâde werk ist, daz si die sêle snel machet und gevüege ze allen
götlîchen werken Eckh
2:152,4;
dar zuo wil dû ir den lîp, [...], wider geben
ze der wünneclîchen urstende liehter danne diu sunne,
[...], gevüeger danne der luft DvASchr
385,18
1.3
bezogen auf Handlungen:
den chunich bat Joseph des er in niht uerzech, / daz er uil gefuͦge
sinen uater da heime begruͦbe GenM
115,25;
nû dûhte si gefüege / daz ez Paulus tæte
KvHeimHinv
586;
toren werch und toren lon, / die stent gefuge ein ander
bî StrKD
29,85;
genuoc gevuoge rüeret mich / disiu rede
RvEBarl
6101;
daz tæte er gerner sô er gevüegiste möhte DvASchr
335,18;
das sol si helfen liden vnd tragen, als zimilich vnd gefvͤge ist
UrkCorp (WMU)
1416,21;
als hern Vͦl. Lestin spitals halb vnd Cvͦnr.
[...] der vroͮwin halb
[...] zimlich vnd gefvͦg dvncht ebd.
629,29.
– mit Dat.:
wî wêr mir daz gevûge, / daz ich mich undirslûge NvJer
1161
2
‘geschickt, kunstvoll’
dar nach heizzet ein tier panthere, mit mislicher varwe. / scone ist ez
genuoch, dar zuo listich unde gefuoch MillPhys
10,2;
Vlixes was kleine, / doch was ir [der
Griechen] deheine / also gefuge in allen wis Herb
3023;
ein schilt der wart ouch dar besant; / an dem hæt ein
gevüegiu hant / gewendet allen ir vlîz Tr
6606;
gefüeges mannes dœnen Walth
104,2;
er was gefüege der in sneit Bit
9842;
EnikFb
3339;
MinneR 36
91.
– mit Präp.:
du wêre vil milde, / gevôge zô
[mit] dînem schilde, / getrûwe unde wârhaft, /
hubisch unde êrhaft SAlex
3805;
zv dem gelubede stete, / zv rechter gebe milde, / gefuge zv
dem schilde Herb
148.
–
Gâwân des künec Lôtes kint / schreib gefuoge mit der hant
Parz
625,15;
er engap ir niht ze cleine, / der sî geschuof schœne unde reine. /
der diu zwei zesemme slôz, / wie gevuoge er kunde sliezen! Walth
45,24;
sinen site vil lobebere / solder in ane bringen: / den
schaft schiezen unde springen, / gevuge behurdiren mit deme schilde
GrRud
#g+g#g-b 18;
er schein starck und kúne und wolgefúge
an redenne und an antwurt Lanc
376,35
3
‘zierlich, anmutig’
si spranch alse ein spilwip, vil gevuoge was ir lip
AvaJo
20,7;
mit cleinin golt spangin / geuvogin, nicht zuͦ langin
Athis
D 166;
vnder dem mandel / da was si svnder wandel, / ze den prüsten gevüege
Krone
8215.
–
‘klein, gering’
wenne manz [das Zelt] zesamene
vielt, / sô wart ez sô gefüege, / daz ez lîhte trüege / ein juncvrowe in ir
handen UvZLanz
4899;
Parz
826,17;
daz ist ein sô gevüeger schade, / den ich vür al die welt
gerne lîde MF:Reinm
1: 1,8;
wil ieman râten, waz daz sî? / êst lîhter danne ein loup unt ist noch
swærer danne ein blî, / êst grœzer danne ein berc, gevüeger danne ein
cleinez muggelîn RvZw
220,3;
swie mîn nôt gevüeger waere, / sô gewunne ich liep nâch leide / unde
vröide manicvalde, / wan ich weiz vil liebiu maere MF:Veld
3:2,1;
die des êrsten her randen, / der was doch
gefuoc [wenig] ; / ir wart aber genuoc, / ir kom ie
mêre unde mêre Ottok
25470;
sy benam im gor das lachen / und begund im das essen /
vil gefuege [knapp] messen HvBurg
4686
MWB 2 674,41; Bearbeiter: Diehl
gevüege
stN.
‘Gefüge, Verbindung’
dáz gecnúpfe [La.
gefûoge (iuncturas femorum)] dînero
dîeho Will
112,1
MWB 2 676,31; Bearbeiter: Diehl
gevüegede
stF.
‘Gefüge, Verbindung’
dáz gecnúpfe [La. dîe
gefûogede (iuncturas femorum)] dînero dîeho
Will
112,1
MWB 2 676,34; Bearbeiter: Diehl
gevüegelich
Adv.
‘passend, geschickt’
er ist an dem tanze ein rehter treibel: / gefüeglîch er zispet,
/ mit dem fuozze erz walket unde rîbet SM:Go
2: 3,5;
sîner rede er began / gar gevüegelich alsus UvEtzWh
2615;
daz dete er, so er aller gefuͤgelichste mohte PrBerth (K)
111
MWB 2 676,37; Bearbeiter: Diehl
gevüegetheit
stF.
‘Geschaffenheit, Beschaffenheit’ (vgl.
gevuocheit
):
die ere ist sübenfaltig. [...] die fünfte ist die
gesuntheit [Verschreibung?, vgl. die Deutung der folgenden
Liste] . [...] die füfte [l.
fünfte
] ere ist die gefuegtheit: wanne der mensche
der wirt so gefuege, daz er wol vert durch waz er wil; daz bewert man do mitte, daz
unser herre Jesus Kristus mit sinre woren menscheit erschein sinen jungern durch
beschlossene türe PrEls
5,75
MWB 2 676,43; Bearbeiter: Diehl
gevüellich
Adj.
‘fühlend’
wer nach valscher eigenschaft keiner gefúllicher
dinge Cristum Jhesum, [...], verkleinet und in valschem
liehte verlúret, der enkummet zuͦ dem vatter nit Seuse
489,2;
zu deme virden mâle sô vergizzet her sîner vornunftigen wirkunge der vornunft
unde des willen und bestêt alleine ûffe gevullîcher art und ûffe gebrûchlîcher wîse
HvFritzlHl
225,23.
– hierher möglicherweise auch:
als alle die krefte versamment sint, sinnelichen und
guͤnlichen [Konjektur gevuelichen zur Übersetzung von
vis activa, vgl. Corin, TextkrV S. 36f.] und
bewegelichen krefte Tauler
9,27
MWB 2 676,52; Bearbeiter: Diehl
gevüelunge
stF.
‘Fühlen, Empfinden’
in aller miner bekorunge mines súndigen lichamen und
in aller gevuͤlunge mines herzen und in aller bekantnisse miner sinnen und in
aller edelkeit miner sele Mechth
5: 16,3;
ein sunderlîch bekentnisse und ein sunderlîch gevulunge und ein sunderlîch
vortrûwunge der sêle mit gote HvFritzlHl
150,29.
225,25;
ein gefuͤlen in innewendigem gebruchende innewendiger
gefuͤlungen der gegenwertikeit gottes in dem geiste Tauler
57,6
MWB 2 677,1; Bearbeiter: Diehl
gevüere, gevuore
Adj.
‘nützlich, passend’
Joseph sach einen troum guot. / der troum was vile hêre, er
ward in allen gefuore Gen
1744;
nû was des sînem lande nôt / daz er sich abe tæte / selher unstæte und daz er
heim vüere: / daz wære gevüere / sînen landen und sîner diet Er
9975
MWB 2 677,11; Bearbeiter: Diehl
gevüere, gevuore
stN.
1
‘Nutzen, Vorteil’
2
‘Ausstattung, Besitz’ (bereits ahd., vgl. AWB 3,1357 und DWB 4,1,2,2189f.)
1
‘Nutzen, Vorteil’
er frumete doch gern ir gefuore Gen
2475;
des lebens ewiges gevuͦre [interl. vite perennis
commoda
] vns genædiclich bringes PsM
H 1,7;
nû hete ouch ze sînem gevüere / Êrec in sîner kintheit / ze Engellande, sam
man seit, / vil wol gelernet ringen Er
9281;
ich enkan dir rehte niht gesagen, / waz du dîns gefüeres
drane begâst UvZLanz
6467;
Gales was der rede karch / vnd warp nah gevüere; / daz im nu widervüere / guot
wider guot, des gert er, / seit guot guotes ist gewer Krone
4063.
– oft in mehrgliedrigen Ausdrücken, v.a. mit êre:
uuante sîe álliu íro uuérc tûont.
dúrch uuértlîchen rûom. unte dúrch írdisk
gefûore Will
103,28;
TrudHL
98,20;
des hâst dû iemer mêre / beide gevuore unt êre
Kchr
772;
vnde queme im zv rechte / an eren vnde an geuore
Herb
6609
u.ö.;
Lanc
86,21;
Seuse
12,23;
sus schuofen sî ir koste / ze gevüere und ze gemache
Iw
6539;
dir getzimet groß gefüer und wirdigkait von der edelkait
deiner nature unnd von der lautterkait deiner wesunge HvHürnh
75,15;
daz ich gewegen hân vlust und gefüere Loheng
3926;
wedder vnfùr nach gefür / jne da von widderfùr Krone
28314;
das wir [...] dur vnsern nuz vnd gefuͦre
haben virkoͮfet UrkCorp (WMU)
3393,42;
hierher auch (anders als Lexer 1,968)
ebd.
1047,16
(= UrkLicht
7,215
(a. 1288) )
2
‘Ausstattung, Besitz’ (bereits ahd., vgl. AWB 3,1357 und DWB
4,1,2,2189f.):
man geleit dar în / hentschuohe, spiegel, snüere / und allez
daz gevüere, / daz werde vrouwen hœret an KvWTroj
28300
MWB 2 677,17; Bearbeiter: Diehl
gevüerlich
Adj.
→
gevuorlich
MWB 2 677,48;
gevüersam
Adj.
Bed. unklar, zu den Konjekturvorschlägen der textkritisch schwierigen Stelle vgl.
Glossar und Anm.z.St.:
ein gefürsames wib / were ze der selben stunde / gesessen in
der wunde GTroj
11408
MWB 2 677,49; Bearbeiter: Diehl
gevüersamen
swV.
‘angenehm machen’ (vgl. Anm. z.St.):
in allem dem tage gnadet er unde entlihet. gefuorsamet
[Doppelglossierung zu commodat
]
PsWindb
36,26
MWB 2 677,54; Bearbeiter: Diehl
gevügele
stN.
auch gevogele.
Koll. zu
vogel
, oft bezogen auf einzelne Vogelarten oder in
Abgrenzung der Vögel von anderen Klassen im Tierreich:
an dem vinften tage [des Jüngsten
Gerichts]
[...] / so hevet sich daz
gevugele, daz e flouch under himele / ufen daz gevilde, iz si zam oder wilde
AvaJG
7,2;
tier unde wurme, fihe jouch gefugele Gen
712;
diz gevogle und wilde tyr Hiob
7441;
HvFritzlHl
59,33;
doͤnet dú nahtegal, / troͤschel, lerche und kalander /
und ander / gefúgel suͤssen schal Marner (W)
L4:2,12;
allez daz ze dem varndem guote hœret: daz sint schâf
unde geize [...] unde gense unde hüener und allez gevügele
unde kasten SpdtL
102,4;
SchwSp (W)
198,15.
200,2;
nu schüll wir sagen von allem gefügel und des êrsten in ainer
gemain BdN
164,15;
er [der Fuchs] lâget auch
allermaist haimleichem [domestiziertem] gefügel, sam
hüenren und gensen ebd.
163,27;
von dem mer kam / eins gefügels sô vil, / daz sîn zuo dem
zil / Stîre daz lant was vol Ottok
96164.
– in der Beschreibung eines Seraphims ‘(einzelnes) geflügeltes Wesen’
oder bezogen auf die Menge von Flügeln (?):
uz deme hohsten kore / quam ein engel Seraphin / zu im mit sechs vlugeln hin,
/ den er gesach da halden. / zwene waren gevalden / und obe daz houbt geschrenket; /
so waren zwene gelenket / obe ein ander uf den lib. / ey, Francisce, vollentrib /
und schowe diz gevugele! / so waren zwene vlugele / gebreitet als uf einen vluc
Pass III
530,21
MWB 2 677,58; Bearbeiter: Diehl
gevülle
stN.
‘Erfüllung’
do der zit gefulle geschach, / als die heiligen propheten / von Criste
geschriben heten, / do wart Jesus Crist geborn HeslNic
2880
MWB 2 678,24; Bearbeiter: Diehl
gevuoc
stM.
(auch stF. Enik ; stN. KarlGalie ),
gevuoge
stF.
1
‘Angemessenheit’
1.1 allg. 1.2 in Wendungen 2
‘Geschicklichkeit’
1
‘Angemessenheit’
1.1
allg.:
sie tâten wol, die disen degen / an daz rîche brâhten; / vil wol sie dran
gedâhten; / er was dem rîche edel gnuoc / von aller guoten sîten gefuoc
EbvErf
168;
sîn tugent lêrte in den gefuoc, / daz er mit rehter minne / die werden
küniginne / nâch ir willen dô beriet KvWPart
2426;
der mensch hat sin herz mit úpiger minne
verstriket und kond da von nit komen, wan er wolt gefuͦg suͦchen,
da kein gelinpf noch fuͦg zuͦ horte Seuse
370,6;
ez sint ouch genuoge / die niht mit der gevuoge / die werlt haben wolten,
/ als sî von rehte solten Tund
1062;
diz lît, daz wir hî wurchen, / daz sult ir rehte merchen. /
sîn gevûge [dichterische Ausgefeiltheit] ist vil reht.
/ iz tihte der phaffe Lambret VAlex
3.
–
‘Genüge’
Karlle hadde geldes genoich. / dar mede schoeff hey syn gevoich
KarlGalie
10001;
dar zu synt sy [
die Coelne
]
eindreitich [einträchtig] en bynnen / myt al eren
besten synnen / ind haint van spilen al ir gevoich / ind dar zo zein jair
genoich HagenChr (G)
799;
och dede en keren up de vart / Galyen mynne der junffrawen / de hey
mit goden truwen / sere mynde usser der gevoich [über die
Maßen]
KarlGalie
3966.
–
‘Anstand’
obe daz mit gevuoge geschehen mac, / sô wil ich gerne Ysôten sehen /
und waz ir sî von mir geschehen UvTürhTr
1454;
di reine frouwe gute, / di got in irem mute / alse dugentliche
druͦg, / di brahte eins dages ir gefuͦg / in eine kirchen lise
Elis
8596;
sie bitent unt man gibet in, / sie suochent unde vindent gnuoc, / sie
klophent ouch mit gefuoc, / in wirt sân ûf geslozzen, / sie gênt în
unverdrozzen EbvErf
4616;
Galya antworde eme mit hoescher [d.i.
hövescher
] gevoech KarlGalie
3639;
ich witzen kunstenloser man / wil miner schonen frawen
clug / ein rede hie tichten durch gefug / und clug synne die sie hat
Minneb
1610
1.2
in Wendungen:
–
rëhten ~ sagen
‘das Richtige, die Wahrheit sagen’
nû saget rehten gevuoc RvEBarl
10090;
ich sage dir rechten gevuc, / wes ich bin worden gar in ein. / min
wort ist gegen dir nein, nein / und wil nicht vallen uf ein ia Pass
III
113,66.
390,48.
–
ein ~ tuon:
nu duͦt doch alle ein gevuͦch / mir vil
armem wive, / geft mir den lichem, den ich gedruͦch!
MarlbRh
32,37.
–
den ~ trëffen:
sus in den schiffen blibin / dî brûdir und
ummetribin / vorsûchinde sich ofte gnûc, / ob sî mochtin den
gevûc [die passende Gelegenheit] / treffin,
daz sî quêmen ûf NvJer
24581.
–
in daz ~
(vgl. MNW 2,1817ff.) ‘in dieser Weise,
derart’
als Galia alsus in dat gevoich / gekleidet was ind gezeirt / van orde
zo ende geassiniert KarlGalie
10314;
deser worde wart da genoich / gesprochen in dat gevoich ebd.
10955.
9050
2
‘Geschicklichkeit’
Gâwânes sin was manicvalt / und gar listic sîn gevuoc
HvFreibTr
2375;
ist der leser kluoc, / hât er an kunste die gefuoc, / er lese die
houbtbuochstabe / von êrst wan an daz ende herabe, / darmite die verse erhaben sint
EbvErf
4454;
dô der wirt mit freuden bî sînen gesten saz, / dô kom der varnden einer. mit
vlîze kunde er daz, / daz er für si alle [...] / dâ spilte
mit gefuoge, daz in werde fürsten muosten schouwen Kudr
51,4;
er lêrt ez [Chiron den jungen
Achill] schiezen mit dem bogen, / springen, ringen, werfen den
stein: / alle gefuog lêrt erz gemein EnikWchr
14558;
die tihter sîn bekant / von dem mer hinz an den Rîn, / die
lâzen mich irn diener sîn, / wan ich in den gedenken bin, / daz ich die
gefuog [Dichtkunst] wil von in / lernen ebd.
106.
99;
si wâren witzic unde kluoc. / diu rede mit gefuoc / wart von
in an gevangen Ottok
17488;
er gap dem helfenbeine / und dâ bî dem gesteine / sîn gevellige stat, / als in
diu gevuoge bat Er
7541.
– ironisch:
di pawren [...] sind zu solcher
freud enwicht: / ir spil und ir gefuge / di dausent [tönen,
schallen] pey dem pfluge HvNstAp
14987
MWB 2 678,28; Bearbeiter: Diehl
gevuoc-
s.a. gevüeg-
MWB 2 679,42;
gevuoc|heit
stF.
1
‘Anmut’
2
‘Anstand, angemessenes Verhalten’
3
‘Geschicklichkeit’
1
‘Anmut’
ein solich wunder siht / von schœne und von
gevuocheit, / als an Îsôte was geleit Tr
8083;
so wiltu haben clugheit, / hovieren, zucht, gefugheit / und
waz da suberlich ist Minneb
858
2
‘Anstand, angemessenes Verhalten’
man quam geloufen zu der stat, / da die gevangenen lagen. / zu irre libes
plagen / slepte man do uzer tur / ieglichen so hin vur; / ir gevucheit was da kleine
Pass III
467,65;
ir wissent wol, wer einen richen herren üt bitten wil, der muos in mit
gefuegheit ankomen vnd sol ouch bettelich bitten oder im wirt sinre bitte fürzigen
PrEls
30,240
3
‘Geschicklichkeit’
von manheit larte er in vil; / ouch larte er in von spil /
gefucheit maniger hande Herb
6295;
daz er alle sîne trahte, / [...], /
an die gedanke leite, / mit waz gevuocheite / oder mit welhen sinnen / er möhte
gewinnen / sîner vrouwen der künigîn / Petitcreiu daz hundelîn Tr
15898;
nu ist ez worden ein kluokeit, / behendikeit und gefuokeit, / swer sîn diube
kan verheln Renner
7070
MWB 2 679,43; Bearbeiter: Diehl
gevuoclich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen.
1
‘angemessen, mit Anstand’
2
‘geschickt, kunstfertig’
1
‘angemessen, mit Anstand’
man sal dich eren wize Crist / hce [l.
hie
] in diseme riche / daz stet vns gevohliche
Roth
1765;
welt ir si sprechen tougen, / daz tuot gefuoclîche
Parz
631,15;
daz er ez kunne cluglich, / gar heimlichen und gefuglich /
getragen in cluger wisheit Minneb
1360;
jst, das si swin nvht het, so mag si ire weide virkoͮffen, doch sol si
dv ekerene e den dorfluthen veile biethen gevoͤcliche [zu einem
angemessenen Preis]
UrkCorp (WMU)
N306,40.
N817,8
2
‘geschickt, kunstfertig’
etslich tôre was dâ bî / und manege die des gerden, / daz si
âne wolten werden / ir sper gefuoclîchen UvZLanz
2861;
daz werc daz was kleine, / geworht vil meisterlîche / und was
gevuoclîche / gesetzet zwischen die satelbogen Wig
2525;
dâvon nemen sie sich doch zu dem mâle, sô sî gefueclicheste
mugen, unde tûn ez stillîche unde kurzlîche StatDtOrd
45,7.
– hierher oder zu 1?:
vil gefuoglîch er [beim Tanz]
zispet, / mit ainem fuoz er schupfet unde trîbet SM:Go
2a: 7,5.
MWB 2 679,63; Bearbeiter: Diehl
gevuoclîcheit
stF.
‘angemessenes Verhalten’
er lernt in sîner kintheit / tugent und gevuoclîcheit, / singen unde
seitenspil / und ouch ander hübscheit vil Wigam (B)
343
MWB 2 680,20; Bearbeiter: Diehl
gevuor-
s.a. gevüer-
MWB 2 680,24;
gevuorbære
Adj.
‘nützlich’
Joseph einen troͮm habete, uater unde bruͦderen er in sagete. /
borlanch ez gestunt e Joseph sach einen troͮm guͦt, / der troͮm
was here in allen gefuͦrbære: / selbe chom ers in grozze not, er wart dar
umbe uerchoͮffot GenM
74,2
MWB 2 680,25; Bearbeiter: Diehl
gevuorlich
Adj.
‘nützlich’
hat ir núwes icht vernomen? / obe iz si an úwer stade, / iz si
gefurlich oder schade, / so lat uns, herre, werden kunt / den selben wunderlichen
funt Elis
258;
ander unser ding [...], daz uns unde unser stat
erlich unde geffuͦrlich waz UrkEssl
268,6
(a. 1327)
MWB 2 680,30; Bearbeiter: Diehl
gevurche
M.
‘Nachbar (an der Grenzfurche des Ackers)’ (vgl.
vurchgenôʒe
):
ubirsnitit och ein man din andirin an einir aniwendi edir an
den vurin binebin ume, unde wirt iz gini man giware, daz iz ume giscein is.
[...], su inwerdin al erist dundir bisceidin. von den
luitin die uri beidir givorin sien, binidin unde pobin Mühlh
155,23.
156,9
MWB 2 680,36; Bearbeiter: Diehl
gevürste
stN.
‘Weinabgabe’ (vgl.
huobwîn
):
item vinum rubeum quatuordecim karratarum super censibus vini rubei dicto
hubwyn und gefurst UrkEls
2,151
(a. 1335)
MWB 2 680,43; Bearbeiter: Diehl |